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ch- Der Schulamtskandidat A. chrosch von hier wurde zum Verweser an der katholischen Schule zu Hers seid ernannt.

d0 Der Vizefeldwebel Kchkolt vom Land­wehrbezirk Fulda wurde zum Sekondelieutenant der Reserve des 2. Hannoverschen Infanterie- Regiments Nr. 77 befördert.

y O Sämmtliche Klaffen der hiesigen Iteal- fchttke unternahmen heute Morgen mit dem um 6 Uhr 55 Min. hier abfahrenden Zuge unter Führung ihrer Herren Lehrer eine Rhöntour nach Bieberstein bezw. Tann.

Die Inngsrauen Sodakilät machte am gestrigen Sonntag einen Ausflug nach dem bei Motten (Bayern) gelegenen Maria-Ehren­berge. 87 Personen stark fuhren die Mit­glieder mit der Eisenbahn bis Schmalnau, und von hier ging es zu Fuß nach dem Wallfahrts­orte. Oben angelangt hielt der Präses der Sodalität Herr Domkapitular Dr. Arenhold ein Hochamt mit Predigt. Sehr befriedigt von den Ausfluge kehrten die Theilnehmer mit dem Abend­zuge hierher zurück.

-Q- Der hiesige Kriegerverein beging gestern unter zahlreicher Theilnahme der Einwohnerschaft sein 25 jähriges Stiftungsfest. Morgens fand ein Frühkonzert im Harmoniegarten statt, Nachmittags um 3 Uhr bewegte sich ein imposanter Festzug durch die Stadt, begleitet von der verstärkten Wienecke'schen Kapelle. In dem Zuge bemerkten wir 17 Fahnen; es waren vertreten die Krieger­vereine von Burghaun, Eiterfeld, Flieden, Großen­lüder, Hersfeld, Hofbieber, Horas, Hünfeld, Kämmerzell, Künzell, Langenschwarz, Neuhof, Niederzell, Oberbimbach, Steinau, Unterbimbach, Weigersbach, die beiden Fuldaer Kriegervereine, die beiden Turnvereine von hier, sowie sonstige hiesige Vereine. Der große, wohlgepflegte und festlich geschmückte Garten der „Harmonie" war bald nach Eintreffen des Festzuges vollständig besetzt. Der Vorsitzende des hiesigen Kriegerver- eins, Herr Rechtsanwalt Dr. Pfeiffer, hielt die Festrede. In derselben gedachte er der drei jetzt noch dem Verein angehörenden Mitglieder, welche im Jahre 1873 an der Gründung betheiligt waren. Es sind dies die Herren Paul Eckardt, Glaswaarenhändler, Bonifaz Erb, Wagner und Johann Scholl, Dreher. Diesen Jubilaren wurde je eine silberne Dreikaisirmedaille nebst einem schönen Besitz-Diplom ausgehändigt. Den Schluß der Rede bildete ein Hoch auf Se. Maj. den Kaiser mit dem Gesang der Nationalhymne. Später brachte Herr Landrath Steffens, als Verbandsvorsitzender des Hessischen Kriegerver­bandes' dem festgebenden Vereine seine Glück­wünsche dar und verlas mehrere eingetroffene Begrüßungstelegramme. Nach einem Hoch auf das fernere Blühen des Fuldaer Kriegervereins intonirte die wacker spielende obengenannte Kapelle das Lied „Deutschland, Deutschland über alles". Das Fest verlief sodann noch unter mehreren Ansprachen und gut ausgeführten Musikvorträgen in schöner Weise. Wir wünschen dem Kriegervereine auch in Zukunft ein weiteres gedeihliches Fortentwickeln.

X Der 21jährige Stanzer Joseph Liese gerielh heute Vormittag in der Meisensee'schen Aavrik mit der Hand in die Stanzmaschine und büßte dabei zwei Finger ein.

Aus dem Aachbargebiet.

5 Koras, 19.Juni. Unsere Bonifatius- kirche hat endlich einen Schmuck bekommen, der ihre ganze Schönheit erst zur vollen Geltung bringt — sie ist aus gemalt worden. Herr Richard Neid Hardt zu Fulda hat es mit seinem ersten GehilfenW.Wehner verstanden, auf die Ideen des Erbauers der Kirche einzugehen und dieselbe stil­gerecht und harmonisch auszuschmücken. Die Ver­goldung ist reich, der Farbenton voll und kräftig, die Zeichnungen korrekt, und das Ganze vornehm, einfach. Die Arbeit hat zwar ziemlich lange ge­dauert, doch wurde der Gottesdienst nicht gestört, und es soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Maler stets eine des Ortes würdige Haltung be­obachtet haben. Solche Leute kann man mit gutem Gewissen empfehlen und ihre Arbeit em­pfiehlt sich von selbst. Auch ist Herr Orgelbauer C l e w i n g aus Fulda gegenwärtig hier damit be­schäftigt, eine neue, große Orgel aufzustellen, auf die man große Erwartungen setzt, welche nach dem, was man jetzt schon zn sehen und zu hören bekommt, wohl nicht getäuscht werden. In einigen Tagen soll das Werk fertig sein. Möge auch dieses den Meister loben.

Aad Salzschlirf, 18. Juni. Ein Artikel der ,Fuldaer Zeitung" vom 10. ds. Mts. hat wohl auf einige äußere Ursachen der langsamen Entwickelung unseres von der Natur reichlich gesegneten Kurortes hingewiesen, aber die Gr und- Ursachen dieses schlechten Gedeihens und der angedeuteten Nebel liegen doch an anderer Stelle und müssen endlich nach und nach theilweise an die Oeffentlichkeit dringen, um vielleicht auf diese

Art die Beseitigung des Hemmschuhes zu bewirken. Liegt es doch im Interesse des heilsuchenden Pub­likums, int Interesse des Ortes Salzschlirf, ja im Interesse der ganzen Umgegend, daß die von allen hier gewesenen Kranken, von allen Aerzten so viel gerühmte Heilkraft unseres Bades durch kleinliche Ursachen oder Personen nicht brach ge­legt werde. Wenn man sich die Verhältnisse in unserem Bade anschaut, wird man stets an jenen Bauern erinnert, der eifersüchtig auf den Feder­schmuck seines Pfaues ihm die Schwanzfedern zusammenband, damit Niemand seine Pracht be­wundern könne. Der Besuch des Bades stand bisher bedeutendhinterdemvorjährigen zurück; vor einigen Tagen gab man, da der Himmel in Salzschlirf wieder lächelte, den Reichstagswahlen die Schuld; nach deren Abschließung müssen jetzt wahrscheinlich die Stichwahlen herhalten. Es ist aber weder das eine noch das andere, sondern lediglich das kurzsichtige Vorgehen der Bade Ver­waltung schuld, die sich jedem zeitgemäßen Fort­schritte, jeder dem Kurpublikum zum Wohle und zur Bequemlichkeit dienenden Neuerung widersetzt. Diese Behauptung geht keineswegs von den hiesigen Ansässigen aus. Nein! Jeder abreisende Kurgast, der einige Einsicht in die hiesigen Verhältnisse genommen, bestätigt sie in seiner Antwort auf die Frage: wie er mit seiner Kur zufrieden sei. Die Damen speziell wissen immer noch ein besonderes Loblied auf die Freundlichkeit und das Entgegen­kommen der Verwaltung zu singen. Auch braucht sich genannte Verwaltung nicht mit den Worten zu brüsten: „Die Gemeinde hat den Nutzen vom Bade und kann dafür auch etwas thun," denn sie sieht ja jeden außer dem Kurhause logirenden Gast mit schiefen Augen an, ebenso wie sie Alles und Jeden zu unterdrücken sucht, der sich nicht in ihre Ab­hängigkeit stellen will. Unserem allbeliebten Arzte, der sich trotz des Vorgehens der Ver­waltung wegen seines Wissens und seines Ent­gegenkommens des größten Zuspruches sowohl der Umgegend als auch der großen Mehrheit des Kurpublikums erfreut, wurden bei seiner Nieder- lasfung hundert Schwierigkeiten bereitet. Warum? Die Antwort schenke man uns vorläufig. Anfangs dieser Saison ließ sich hier ein durch langzeitige Thätigkeit auf der Klinik gefchulter Mediziner als Maffeur nieder. Die Verwaltung verleugnete bei dieser Gelegenheit ihre vorsintfluthlichen Ansichten nicht und ließ ihm bei seiner Vorstellung antworten, es sei seit zehn Jahren so gegangen und ein Bedürfniß zu einer Neuerung liege nicht vor. Natürlich was oen alten Schlendrian antasten könnte, ist ein unzeitgemäßer Fortschritt. Man erzählt sich jetzt sogar, daß die Verwaltung nächstens Dr. Eisenbart in Sold nehmen wird, der sich herbeiläßt eine neue Kurmethode einzu­führen, die jegliche Trinkkur verwirft und nur noch tägliche Bäder erheischt. Es würde zu weit führen, wollte man hier auf einmal alle liebel und Mißstände aufführen. Möge der Verwaltung als Anregung zur Besserung die Et kennlniß dienen, daß man allgemein mit ihren Leistungen unzufrieden ist. Sollte diese Besseruna nicht eintreten, so wäre es für den Badeort das Beste, wenn die jetzige Verwaltung durch eine thatkräftige Leitung mit modernen Anschauungen ersetzt würde.

* Kassel, 18. Juni. Da für eine Haupt- versammlnng des Sparkassenverbaandes für ben Regierungsbezirk Kassel genügen­des Material zur Zeit noch nicht bestimmt be­kannt geworden ist, ob der einstweilen zurückge­legte Entwurf eines Gesetzes über die kommunalen Sparkassen in nächster Zeit wieder zur Vorlage kommen wird, so hat der Verbandsoorstand be­schlossen, die Abhaltung der 4. Hauptversammlung des Hessischen Sparkasfenverbandes welche in der Stadt Eschwege stattfinden soll, auf den Herbst d. I. zu vertagen. — Die Zahl der an den hie­sigen städtischen Volksschulen angestellten Lehrer und Lehrerinnen beträgt seit Ostern d. I. 191 und zwar erste Lehrer (Rektoren) 11, ordentliche Lehrer 136, ordentliche Lehrerinnen 44. — 25000 Mark verlor ein von auswärts zum Zweck eines Hauskaufes nach hier gekommener Herr und — bekam sie wieder, wie cs in Kassel in ähnlichen Fällen seit längerer Zeit stets so ge­wesen ist. Ein Handwerksbursche, der so glück­lich war, den hohen Betrag zu finden, erhielt eine Belohnung von 2500 Mark. Ganz fassungslos stand der Finder da und fragte zu­nächst ein paar Male, ob er das Geld wirklich fein eigen nennen dürfe. — Auf dem heutigen Wochenmarkte hatte eine Bauersfrau das Unglück, über eine auf dem Königsplatz ge­lagerte Schiene zu stolpern, und durch den Sturz gingen ihr etwa 150 Eier, welche sie in einer Kötze trng, entzwei. — Die Un­sitte, Jemand, der im Begriff ist, sich zn setzen, den Stnhl wegzuziehen, hat hier wieder ein Opfer gefordert. Einem jungen Mädchen, das sich setzen wollte, zog dessen Bruder im selben Augenblicke den Stuhl weg und dasselbe schug

mit dem Hinterkopf auf die Kante eines anderen Stuhles, wodurch sie sich eine ziemlich erhebliche Wunde am Hinterkopfe znzog.

* Wehlheiden, 19. Juni. Der Kirchenvor­stand sowie die Gemeindevertretung haben be­schlossen, für das Rechnungsjahr 1898/99 25°/0 Kirchensteuern zu erheben.

* Schmalkalden, 19. Juni. Heber ein er­götzliches Wahlkuriosum berichtet das hiesige Tageblatt wie folgt: An die Wahlurne tritt ein behäbiger Metzgermeister, holt ans der Westentasche den Zettel für feinen Kandidaten hervor und senkt ihn mit ernstem Gesicht in die Urne. Um die soeben vollzogene Staatsaktion gebührend zu be­schließen, tritt er in das Gastzimmer, um ein Glas Bier zu trinken. Hier findet er seinen Freund, der ihn erwartet hat, um ein Gewichts­nota von 5 fetten Schweinen, die unser lieber Meister bei sich trug, in Empfang zu nehmen. Aber o weh! Die Nota ist verschwunden, statt dessen befindet sich in der Westentasche, dem Aufbewahrungsort für derlei Sachen — fein Wahlzettel. Mit sehr betretenem Gesicht ruft der Brave aus: „Krommenot, hun ich doch min Säuzettel in die Urne geschmesse!" — Tableau!

* Kann. Münden, 19. Juni. Als Kuriosum sei hier mitgetheilt, daß zwei hiesige Wähler ihr Wahlrecht insofern ausübten, als sie ihre Stimmzettel dem in der Rathhaus-Halle sich befindenden Briefkasten anvertrauten. Einer dieser Wähler verließ den Schauplatz seiner That mit dem drastischen Ausdruck: Ek hewwe mine Schuldigkeit 'dahn, nun lat se andere ak dauhn", worauf ein kräftiges Gelächter der An­wesenden erfolgte.

△ Mardorf, 18. Juni. Gestern starb hier der älteste Mann unseres Dorfes, der Ackersmann Joieph Krüling, im 92. Lebensjahre (geb. 6. November 1806). Der älteste Mann der Ge­meinde ist jetzt der Schreiner LudwigAlweins, welcher trotz seiner 88 Jahre noch rüstig ist und u. A. vorgestern als ältester Rcichstagswähler des Ortes sein Wahlrecht ausübte. Der Nächstfol­gende im Alter ist unser hochw. Herr Pfarrer Paul (geb. 1816). Diese Daten liefern den Be­weis, daß die hiesige Gegend recht gesund ist und eine solide Bevölkerung aufweist.

^2 Dackenheim, 19. Juni. Heute beging der hiesige katholische Männerverein das Fest seines silbernen Jubiläums. Gegründet in der Zeit der Hochfluth des Kulturkampfes, war er der Sammelpunkt für viele katholische Fa­milienväter und suchte in seinen Kreisen reges Interesse für das kirchliche Leben und praktisches Verständniß für die sozialpolitischen Fragen unserer Zeit zu erwecken. Diese seine Be­strebungen waren jederzeit vom schönsten Erfolge begleitet, wie aus der stetig zunehmenden Mit­gliederzahl und aus der gegenwärtigen hohen Blüthe des Vereins hervorgeht. Gleichzeitig gelang es ihm durch seine außerordentliche rührige Thätigkeit, sich Sympathien in weiteren Kreisen zu erwerben. — Im freundnachbarlichen Verkehre mit den Vereinen von vier Diözesen (Fulda, Limburg, Mainz und Würzburg) stehend, hatte der Verein zahlreiche Einladungen ergehen lassen. Diese wurden allseitig freudig begrüßt und angenommen, so daß die Betheiligung seitens der auswärtigen Vereine außerordentlich groß war. Die Einleitung zu dem Feste bildete am Vorabend ein Kommers, bei welchem die neue Fahne, ein nach Idee und Ausführung wahrhaft herrliches Kunstwerk, überreicht wurde. Am heutigen Festtage fand um lO1^ Uhr feierlicher Gottesdienst, bei welchem Herr Kaplan Schlitt aus Kassel die Festpredigt hielt und Nachmittags 2'/s Uhr die kirchliche Weihe der Fahne statt Alsdann setzte sich der Festzua, an welchem sich 65 Vereine (von Fulda Deputationen des Ge­sellenvereins, Meistervereins und St. Josephs- vereins) beseitigten, durch die geschmückten Straßen Bockenheims in Bewegung nach dem Festlokale, dem „Rheingauer Hof", woselbst sich das Volksfest in den ausgedehnten Räumlich­keiten, Saal und Garten, entwickelte. Eine Fest­versammlung am Abend beschloß die allen Theil- nehmern unvergeßliche Feier.

Vermischtes.

* Aischni Nowgorod, 18. Juni Auf der Wolga fand in der Nacht vom 14. zum 15. Juni ds. Js. ein Zusammenstoß zwischen einem Personendampfer und einem Schleppdampfer statt. Durch den heftigen Stoß wurde die Wano des Schlafraumes III. Klasse des Personendampsers eingestoßen. Dabei wurden 3 Reisende getödtet und 16 verwundet. Beider durch den Zusammen­stoß hervorgerufenen Panik fielen eine große Anzahl Personen in's Wasser. Man nimmt an, daß mindestens 10 Personen ertrunken sind.

* Kleine Nachricht««. Mainz. Ein gan$ eigen­artiger Un fall trug sich gestern Nachmittag in einer hiesigen Badeanstalt zu. Ein junger Mann sprang vom Sprungbrett ins Wasser und manipulirte dabei so un­glücklich mit den Armen, daß diese beim Aufschlagen auf die Wasserfläche aus dem Schultergelenk gingen. — Schneidemühl. Im Wiederaufnahmeverfahren wurde

der Pferdeknecht Kruske freigesprochen, nachdem er bereits 6 Monate Gefängniß unschuldig verbüßt hatte. Die Strafkammer hatte ihn wegen eines Geld­diebstahls zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt und seine sofortige Verhaftung beschlossen. Die Vernrtheilung war auf Grund einer eidlichen Aussage des Kuhfütterers Drews erfolgt, der inzwischen wegen Meineid zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe verurtheilt worden ist. — Eisena ch. Ein bejahrter Streckenarbeiter wurde von dem nach Marksuhl fahrenden Zuge, welchen der Un­glückliche wahrscheinlich beim Herannahen nicht ge­hört hatte, erfaßt, überfahren und sofort getödtet. — Limburg. Ein Bursche stieg in den Thurm des Domes, um nach Dohlen zu suchen. Als er aus einer engen Spalte ein Nest ausheben wollte, konnte er seinen Arm nicht wieder aus derselben herausbringen, und mußte deshalb mehrere Stunden in der schwierigen Lage verbleiben, bis ihm mittelst Leitern Hilfe zu Theil wurde. — Konstanz. In vergangener Nacht wurden in unserem Stadtgarten die Blumen aus den meisten Beeten und Gruppen gerissen, zerknickt und zertreten. Bier große Blumenvasen liegen umgeworfen umher. Der materielle Schaden wird auf 2000 M. geschätzt. Der Stadtrath hat auf die Entdeckung der Thäter 200 M. Belohnung gesetzt. — Eslohe. Eine junge Frau öffnete sich ein Pöckchen am linken Mittelfinger mittels einer gelben Kopfnadel. Bald nachher schwoll der Finger heftig an. Da die Frau der Sache zuerst nicht die gehörige Beachtung snenkte, theilte sich die Geschwulst auch der Hand mit. Nachdem nunmehr der Arzt zu Rathe gezogen wurde, schritt dieser sogleich zur Amputation des bett. Fingers. Wie verlautet, müssen infolge der Ve> gif tun g nunmehr auch noch Hand bezw. Arm amputirt werden. Man sieht, welch pein­liche Vorsicht bei dergleichen Fällen am Platze ist.

* Einfaches Wittel. Junge Hausfrau (zumHaus- arzt): „Ach, Herr Doktor, was wäre wohl das beste Mittel gegen das Magenleiden meines Mannes?" — Arzt: „Eine gute Köchin."

* Verschärfung. Mutter: „Aber warum hast Du dem Herrn Müller, als er auf dem Spaziergang um Dich warb, nicht gleich einen Korb gegeben ?" — Tochter: „Den soll er sich im Frack und Cylinder holen, dann ist's feierlicher."

Kirchenkalen-er.

Dienstag, 21. Juni. Aloysius. Der heilige Aloysius war ein Sohn des Markgrafen von Casti- glione in Oberitalien; er kam als Page an den Hof von Florenz und später nach Madrid. Mit 17 Jahren trat er in den Jesuitenorden, wo er ein Vorbild heiliger Unschuld und strenger Buße für alle war. Er starb im Jahre 1591, erst 23 Jahre alt.

Geschichts-Kalender.

21. Juni.

1791 Vergeblicher Fluchtversuch Ludwigs XVI. in Paris.

1837 Feierliche Thronbesteigung der Königin Viktoria von England.

1866 Kriegserklärung Preußens an Oesterreich.

1895 Eröffnung des Nordostseekanals.

Krieskasten.

F. hier. Der größte von allen deutschen Wahl­kreisen ist Teltow-Beeskow Storkow-Charlottenburg. In diesem Wahlkreise sind am 16. ds. über 88000 Stimmen abgegeben worden, von denen der Sozialdemokrat nicht ganz die Hälfte (43091) erhielt. Der zweitgrößte Wahl­kreis ist Berlin VI, der 142,226 Wahlberechtigte hatte aber nur 86,363 Stimmen abgegeben hat. Der dritt­größte Wahlkreis Bochum hat rund 100,000 Wahl­berechtigte, von denen 87,027 gewählt haben. Daß in einem solchen Riesenwahlkreise 87 Prozent der Wahlberechtigten an der Urne erscheinen, dürfte wohl einzig dastehen.

m. Weltrr-KeaKachlnnge«.

20. Juni.

Temperatur 6 Uhr AbendS: 17,0° Eels., 13,6° RSaum

„ 7«/i „ Morg.: 15,6° „ 12,5° „

„ 12 „ Mittags: 17,8° „ 14,2° „

Diehöchste Temperatur des gestrigen TageS betrug 18,0° Celsius (14,4° Röaumur).

Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug 13,2 ° Celsius (10,6° Reaumur).

Wasserwärme der Fulda (in Maumur) 7 Uhr Abends 8», 6'/- Uhr Morgens: 6,4°.

Witterung»-Ueberficht der Deutschen Keewarte vom

18. Juni, mitgetheilt dem Deutschen Reichsanzeiger.

Das Maximum liegt heute über der Biseayasee, gegenüber einem ostwärts fortschreitenden Minimum nördlich von Schottland, sodaß auffrischende Winde für das nördliche Deutschland zu erwarten sind. In Deutsch­land ist das Wetter, außer an der Küste, wo frische westliche Winde wehen, ruhig, kühl, heiter und trocken; Niederschläge wurden nicht gemeldet. Auch in Frank­reich herrscht überall ruhige und heitere Witterung.

Barometerstand Mittags 12 Uhr

am 18.,6.

am 20./6.

Regen (Wind)

Muthmahliche Witterung für den 21. Juni. Trübe,

kühl.

Biel Regen

Sturm

Zehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

.71»

.740

.780

780

.770

.760

.790

780.

710.

740.

760.

750.

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