für Inserate I.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerel
peterrgaffe Nr. - (Darmonie).
Jutöa, Montag, bett 16. Mai 1898
Jahrgang
Inserate: Die ein» spalt. Garmond« zeile oder berat Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
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Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl.
Ke;ug«preis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
fuldarrW Leitung
""-""'■“ää”' mtf Hlnlerhaklungs-Aeikage „Ilkustrirte Sonntags-Jeitung"
Keisehung des Hochw. Herrn Lrchischofs Dr. Komp.
sollten. Die Kirchen, in
Männern und Fi
herbei, die alle ihrem
altern Bruder zu Gesicht bekommen?
wahnwitzigen Heirathsge-
mich absichtlich, Clemens",
im Westerwaldkreise, der hochw. Herr Weihbischof Dr. Knecht aus Freiburg, und als Officiator der hochw. Herr Weihbischof Dr. Fischer aus Köln, den als Assistenten die Herren Regens Dr. Schmitt und Prof. Dr. Leimbach begleiteten. Dann folgte, von vier Pferden gezogen, der Wagen mit der Leiche des Hochw. Herrn Erzbischofes. Hinter demselben schritten zunächst die Verwandten und die Honoratioren. Wir bemerkten u. A. folgende
Feierliches Tra^eläute verkündete schon in der Frühe des heum Tages weithin über die Lande, daß heute ^erblichen Ueberreste unseres
denen das hl. Meßer für die Seelenruhe des hohen Verstorbenervargebracht wurde, waren von Andächtigen g<t, und die Eisenbahnzüge brachten von austrts ganze Schaaren von
lrück. Ob seine Zukünftige er Fräulein Molsberg heißt.
Herren: Oberpräsident Magdeburg-Kassel, Ober- präsidialrath Polen-Kassel, Oberregierungsrath v. Bremer-Kassel, (der Herr Regierungspräsident befindet sich auf Urlaub); ferner als Vertreter des Großherzogs von Baden Herrn Oberschloßhauptmann d. Offensand-Berkholz, den Vertreter des Großherzoglich Sächsischen Staatsministeriums, den Ministerial - Direktor Dr. Kuhn, Rittmeister von Herget-Darmstadt, Deputationen
„Die Frage kann und will ich Dir nicht beantworten, Clotilde."
„Richt? Warum? Etwa weil Du den Mann schonen willst auf meine und auf meines Sohnes Kosten? Für meinen Sohn ist die Tochter eines hergelaufenen Vagabunden wohl gut genug?"
„Rege Dich nicht auf, Clotilde, und höre mich an. Du wünschtest vorhin Näheres über Anton Burgholz zu erfahren; einiges aus seiner Lebensgeschichte kann ich Dir mittheilen. Du wirst daraus ersehen, daß, mag er auch gefehlt haben.
aus Freiburg und Hammelburg (der Geburtsstadt des hohen Verblichenen); Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni mit den sämmtlichen Mitgliedern des Magistrates und des Stadtverordnetenkollegiums, Landrath Steffens sowie die Spitzen der übrigen Livil- und Militärbehörden. Eine überaus zahlreiche Menschenmenge bildete zu beiden Seiten des Weges Spalier.
Gegen 10 Uhr langte die Leiche im Dome an, worauf alsbald das Pontifikalrequiem begann, welches der Hochw. Herr Weihbischof Dr. Fischer- Köln celebrirte. Der Cäcilienverein des Priesterseminars trug während desselben verschiedene vierstimmige Gesänge vor. Rach dem Requiem bestieg der Hochw. Herr Weihbischof Dr. Knecht die Kanzel und hielt eine ergreifende Trauerrede. (Den Wortlaut der Predigt werden wir in der nächsten Nummer zur Kenntniß unserer Leser bringen. D. Red.)
Nach der Predigt nahmen die beiden Bischöfe, die Aebte und die auswärtigen Domkapitulare die Absolution vor und darauf nahm der Hochw. Herr Weihbischof die Beerdigung vor.
Eine überaus große Anzahl von prachtvollen Kränzen wurden im Zuge getragen und am Grabe niedergelegt. Das Innere des Domes ist in tiefste Trauer gehüllt: die Kanzel, die Kommunionbänke, die Galerien und Kandelaber, alles ist mit Trauerflor umhüllt — ein Abbild der tiefen Trauer, welche in der Diözese Fulda und in der ganzen oberrheinischen Kirchenprvvinz alle Herzen erfüllt wegen des Hinscheidens des allverehrten Oberhirten, der uns allen ein so iebevoller Vater und fürsorglicher Freund und Führer war.
Gewiß werden die Diözesanen recht eifrig im Gebete ihres bisherigen Bischofs gedenken, dessen ganze Sorge stets und unablässig auf das ewige Wohl der Seelen seiner Kinder gerichtet war.
Möge der allmächtige und barmherzige Gott einem treuen Diener im Jenseits Alles im reichsten Maße vergelten, was er hienieden zum Heile der ihm anvertrauten Seelen gewirkt hat. R. I. P.
„Ja, er war ..." — beinahe hätte sie ge- sagt: Emils Verwandter; zur rechten Zeit hielt sie jedoch mit dem Geständniß zurück, jemals in Beziehung zu dem „gemeinen Menschen" gestanden zu haben — „er war einer der abstoßendsten Menschen, die ich je gekannt."
„Nun wohl. Er war der älteste Sohn eines Doktor Burgholz, aus dessen erster Ehe mit einer reichen, schönen, wie sich's herausstellte, an Gesinnung grundgemeinen Wirthstochter, in welche jener als junger Student sich verliebt hatte. Sie machte ihren Mann sehr unglücklich; ihr Sohn war leiblich und seelisch eine Mißgeburt. Als endlich der Tod ihn von dieser Frau erlöste, hei- rathete er wieder, obwohl ziemlich bejahrt. Die junge Frau starb früh und hinterließ ihm auch einen Sohn, den geraden Gegensatz zu jenem Fritz. Der alte Vater vergötterte das Kind, das leider, verwöhnt und verzogen neben schönen Eigenschaften auch viele Untugenden entwickelte."
„Natürlich, wer seine Kinder verhätschelt, sollte sich nur immer sagen, daß er sich eine Zuchtruhe damit bindet."
„Jedenfalls blieb Anton voll Liebe und Rücksicht für den Vater bis zu dessen letzter Stunde, so wenig angenehm der kindisch gewordene alte Herr sich auch entwickelt hatte", fuhr Tennenbach sehr trocken fort. „Zwischen den Brüdern gab es aber nichts wie Zank und Streit, Fritz beneidete den jüngeren um die Liebe des Vaters, vornehmlich aber wohl um das schöne Gesicht und die gerade Gestalt. Er selbst war Kaufmann geworden, nur um den Vater zu ärgern.
der ihn für eine andere Laufbahn bestimmt Als ein tüchtiger Geschäftsmann kam er aber vorwärts dabei; das versöhnte den alten Doktor und schließlich, als dieser altersschwach geworden' wußte Fritz ihn ganz für sich einzunehmen. Von da an begannen die Hetzereien gegen Anton, der, ein flotter Student und bis dahin des Vaters Augapfel, in dessen verändertem Benehmen sich nicht zurechtfinden konnte."
„Nicht zurechtfinden! Nicht zurechtfinden!" bemerkte Frau von Tennenbach giftig. „Wenn einer Anlaß,><zu Unzufriedenheit gibt und Tadel darüber anhören muß, heißt es immer, er könne sich nicht zurechtfinden."
„Laß mich ausreden, Clotilde, Alles, was der abwesende Anton that, wurde dem alten Vater, den Fritz in sein Haus genommen, auf hämische Weise entstellt, in schwärzesten Farben geschildert. Als nun der Doktor starb, fand sich ein höchst eigenthümliches Testament vor, durch welches Anton so gut wie enterbt wurde. Was er besessen, habe er aufgebraucht, erklärte in demselben der Erblasser; es sei nur mehr sein mütterliches Erbtheil vorhanden, und das war ihm bereits gutgeschrieben worden. Da brach nun eine böse Zeit über den halb verzweifelten Anton herein, eine Zeit, über die wir einen Schleier breiten wollen."
„O, warum denn? Davon zu hören, würde mich keineswegs angreifen. Was beging Dein interessanter Freund?"
„Viele thörichte Dinge, die besser unterblieben wären."
„Doch wohl mehr, als blos thöricht. Es muß ganz Schlimmes gewesen sein."
sagte seine Frau gereizt. „Du willst augenschein-1 er doch Mitleid verdient. Hast Du je seinen jlch nicht zugeben, daß der Mann einen gewich- v 1
tigen, einen zwingenden Grund gehabt haben muß, seinen Namen abzulegen; oder hätte er etwa ein Dutzend Namen zur Verfügung, der saubere Patron? Weißt Du denn auch, daß ich ihn unter dem Namen Butz gekannt?"
„Nein, das wußte ich nicht. Wie kannst Du es übrigens mit solcher Bestimmtheit sagen, da Du ja Molsberg gar nicht gesehen?"
„Ich weiß es, weil ich logisch zu denken verstehe", war die scharfe Antwort. „Burgholz und Butz waren eins, darum sind es Burgholz und Molsberg ebenfalls. Ueber ersteren Punkt will ich mir übrigens noch volle Gewißheit verschaffen. Kannst Du Dich denn gar nicht erinnern, daß ich Dir einst von einer Begegnung mit einem morphiumsüchtigen Trunkenbold gesprochen?"
„O doch. Nun fällt es mir wieder ein."
„Das war eben jener Butz oder vielmehr Burgholz, darauf möchte ich wetten. Da Du mit Burgholz befreundet warst, muß Dir dessen Lebensgeschichte bekannt sein. Was lag gegen ihn vor?"
verstorbenen Bisch! die letzte Ehre erweisen wollten.
Gegen 1I*9 Uhpegannen die Schulen und die Vereine auf d Domplatze Aufstellung zu nehmen und immedichter wurden die Reihen derer, die in würer Haltung sich längs des Trauerweges aufsten. Die hochw. Geistlichkeit versammelte s im Dome. Kurz nach 9 Uhr verkündete dmes Glocken geläute, daß der Zug sich in Bewegu setze; er nahm seinen Weg an der Landesbibliiek zum bischöflichen Palais in dessen Vorplatz dieiche aufgebahrt war. Nachdem dort die kirch vorgeschriebenen Gebete verrichtet waren, gi der Zug weiter durch die Paulusallee und jtanienallee zum Dome zurück. Dem vorangehenen Kreuze folgten zunächst die Oberklassen dechsigen Volksschulen, geführt von den Lehrern unrhrerinnen, dann die höheren Schulen, das Lehreriinar, die Realschule und das Gymnasium. Da^folgten Deputationen auswärtiger Vereine, u<aus Hünfeld, Hanau,Somborn, Bockenheim; j:n schlossen sich die hiesigen Vereine mit ihrenFaln an. Der kathol.Studenten- verein Thuringia ? die katholische Studentenverbindung Rhenas beide von der Universität Marburg, hatten ih^hargirten in vollem Wichs mit der Fahne gescu um ihrem Ehrenmitgliede bezw. Protektor daktzte Ehrengeleite zu geben. Mit brennenden Kf i folgten diesen die Barmherzigen Schwester^rid die Englischen Fräulein, dann die Barmherzf, Brüder und die Franziskaner vom Frauenb j, die Alumnen des Priesterseminars und die ?zesangeistlichkeit im Röchet, die Vertreter der D^apitel von Freiburg, Mainz und Limburg, da hiesige Domkapitel, Herr Kapitularvikar @ifc aus Limburg, der hochw- Benediktiner-Abt Mer von Maria-Laach, der hochw. Cisterciensekbt Willi von Marienstadt
uni) als ich hier ekaf, mußte ich erfahren, daß jede Warnung zu t käme."
spät? 3 um zu spät? Es ist niemals zu spat Ab urer bloßzustellen und das Opfer ihrer Ränku befreien."
m "^"^chuldige, !NN ich Dir widerspreche. Rach dem, was . nann mir anvertraut hat, kann er nicht woh lrück. Ob seine Zukünftige er Fräulein Molsberg heißt, bleibt sich schließligleich." P
Ziele.
Roman ijß. von Neidegg.
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„Hattest Du Mhnung davon, daß Molsberg und Burgh<4 ein und derselbe Mann seien? fragte Fraim Tennenbach."
„Jawohl."
„Und hattest e ür verschwiegen?! Wissend, daß Hermann j< wahnwitzigen Heirathsge- danken hat?! Al ine Mutter hatte ich wohl das Recht, sogleich ,on unterrichtet zu werden!"
Es lag Wahre i ihrer Rede, und er fühlte, daß, wenn er dies rau noch geliebt, er anders gehandelt, diese Ai egenheit mit ihr besprochen, ihre Bedenken, we nicht getheilt, so doch verstanden haben wü „Ich kam erst am Vor- abend unserer Abie aus Gries dahinter, daß Molsberg mein al Studiengenosse sei; hätte ich vorher eine Ahig davon gehabt, würde ich e«i ■ ^tgetheiltzben", entschuldigte er sich. ."Ver memer überrin Abreise aus Gries fand ich nicht Zeit, roei auf die Sache einzugehen,
allverehrten Oberhisf, des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofes Dr. G^l Ignatius Komp zur letzten Ruhe bestattet we?