KuldaerEMZenung
JuLöcl, Mittwoch, den 11. Mai 1898
Jahrgang.
Erzbischof Dr. Georg Ignatius Komp, t
haben:
Hete Gottes Willen an, Was er thut, ist wohlgethan!
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bis zu seinem 1846 erfolgten Tode als Regens des Priesterseminars segensreich wirkte, kam der Neffe nach Fulda, absolvirte 1848 das Gym- naftum, ging nach kurzem Studium im Seminar und an der Universität Bonn zur Vollendung seiner Studien nach Rom in das deutsche Kollegium, erwarb daselbst den theologischen Doktorgrad und wurde am 12. Juni 1853 in Rom zum Priester geweiht. Nach Fulda zurückgekehrt war er vom 7. Januar 1856 ab zunächst Lehrer an der unteren Abtheilung des Bischöflichen Klerikalseminars, seit dem 18. September 1860 Superior der barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul, welche Genossenschaft unter feiner Leitung sich sichtlich entfaltete und herrlich aufblühte; war ferner seit dem 19. November 1860 Professor der Theologie und Prosydonal-Examinator, wurde am 14. Februar 1861 Dompräbendat und war seit dem gleichen Tage Regens des Priesterseminars. Als die Leiden des Kulturkampfes sich zu mildern begannen und Kardinal Kopp den Fuldaer Bischofsstuhl bestieg (1882), wurde bei Erneuerung des bis auf einen Kapitular zusammengeschmolzenen Domkapitels auch Regens Dr. Komp Mitglied dieser hohen Körperschaft. Gelegentlich seines 25jährigen Jubiläums als Seminarregens ernannte ihn der hl. Vater zu seinem Hausprälaten.
Nach dem Tode des Bischofs Joseph Wcyland (11. Januar 1894) wurde Dr. Komp zum Bisthums-Verw eser, am 27. April zum Bischof gewählt und erhielt nach erfolgter päpstlicher Bestätigung (22. Mai) am 25. Juli durch den Erzbischof von Freiburg die bifchöfliche Weihe. Er gehörte zu jenen Männern geistlichen Standes, auf welche das katholische Volk, nicht zum mindesten in der traurigen Zeit des Kulturkampfes, stets mit ungetheilter Verehrung blickte. Auf den Katholikenversammlungen war er ein gern gesehener Gast, und weit über katholische Kreise hinaus erfreute sich der ungewöhnlich liebenswürdige Mann mit der hohen Gestalt und dem schönen Charakterkopf großer Achtung. Seine litterarische Thätigkeit war hauptsächlich der Vorzeit seines Bisthums zugewendet. Außer Uebersetzungen der alten Vitae des hl. Sturmius und der hl. Lioba schrieb er quellenmäßige Arbeiten über die zweite Schule Fulda's und das päpstliche Seminar sowie über den Fürst-Abt Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg, den zweiten Restaurator des Katholizismus im Hochstifte Fulda (1623—1632). Die Görres-Gesellschaft erfreute sich seit ihrer Gründung seiner steten Sympathie und Unterstützung.
Am 21. März dieses Jahres erwählte das Freiburger Domkapitel den Bischof Dr. Komp zum Erzbischof und schweren Herzens erklärte dieser, einem Wunsche des hl. Vaters Folge gebend, sich zur Annahme des schweren Amtes bereit. Heute nun, in der Frühe desselben Tages, an dem er seinen feierlichen Einzug in die ehrwürdige Kathedrale von Freiburg halten sollte, hat der Allmächtige seinen treuen Diener zu sich berufen. Wir aber, die er hinieden zurückgelassen hat, müssen unsern Trost finden in den schönen Worten des Abschiedsliedes, welches wir ihm am Sonntag Abend gesungen
Eine tieferschütternde Nachricht übermittelte uns heute früh der Telegraph aus Mainz:
„ErMIW Nr. fiomp heilte Nicht 1 Nhr mchiebr»"
Gestern Mittag sahen wir noch den Hochwürdigsten Herrn in voller körperlichen und geistigen Frische auf dem Bahnhofe Abschied nehmen von der hochwürdigen Geistlichkeit, den städtischen Behörden und Bürgern der Stadt Fulda, in der er so lange gelebt und so segensreich gewirkt hat. Die herzlichsten Glück- und Segenswünsche der ganzen Diözese Fulda begleiteten den allverehrten Oberhirten auf seiner Reise nach Freiburg zu dem neuen, großen und wichtigen Wirkungskreise, den Hochderselbe übernehmen sollte.
Aber in Gottes nnerforschlichern Rath Mulle war es anders beschloßen. Schon wenige Stunden nach der Abreise des Hochwürdigsten Herrn traf von Mainz aus die betrübende Nachricht hier ein, das Seine Excellenz der Hochwürdigste Herr Erzbischof Dr. Komp bald nach seiner Ankunft daselbst von einem nicht nnbebentenben Schlaganfalle betroffen worden sei. Als wir unsern Lesern in der Stadt diese Trauerbotschaft in einem Extrablatt mittheilten, hofften wir noch, daß die weiteren Nachrichten die Sache in einem günstigeren Lichte erscheinen lassen würden. Aber auch diese Hoffnung sollte gar bald getauscht werden. Noch am Abende sahen wir uns in die traurige Lage versetzt, in einem zweiten Extrablatte unseren Lesern von einer telegraphischen Meldung des Hochw. Herrn Kischofes Dr. Haffner von Mainz Kenntniß zu geben, die dahin lautete, daß der Hochwürdigste Herr Erzbischof Dr. Komp in Folge des Schlaganfalles anf ber Unken Sette gelähmt sei, daß Hochderselbe mit den hl. Sterbesakramenten versehen worden sei und in äußerster Gefahr schwebe.
Wenn diese Nachricht auch uns alle auf das Schlimmste vorzubereiten und gefaßt zu machen geeignet war, so hat doch die heute früh eingegangene Meldung von dem bereits erfolgten Ableben des Hochwürdigsten Herrn in allen Kreisen der Bürgerschaft eine tiefe Bewegung hervorgerufen und in der ganzen Diözese, ja in ganz Deutschland und darüber hinaus wird die Kunde von dem unerwartet schnellen Hinscheiden des hohen Kirchenfürsten mit schmerzlicher Trauer empfunden werden.
Eine eingehende Würdigung der segensreichen Thätigkeit, die der hohe Verblichene als Priester, als Regens des Priesterseminars und als Bischof von Fulda entfaltet hat, sowie seiner vielseitigen Wirksamkeit als Gelehrter und Schriftsteller müssen wir einer berufneren Feder überlassen. Für heute müssen wir uns darauf beschränken, in Kürze die wichtigsten Momente aus feinem inhaltreichen thätigen Leben an dieser Stelle wiederzugeben.
Georg Ignatius Komp wurde geboren am 5. Juni (dem Feste des hl. Bonifatius) 1828 in dem jetzt zum unterfränkischen Kreise in Bayern gehörigen Städtchen Hammelburg a. d. S., welches bis zum Anfänge unseres Jahrhunderts zur damaligen Fürstabtei Fulda gehörte, woselbst sein Vater, ein geborener Fuldaer und Bruder des langjährigen Regens des Fuldaer Priesterseminars, Dr. Heinrich Komp, Bezirksarzt war. Durch diesen seinen Oheim, welcher im Jahre 1765 zu Fulda geboren, von 1803
für Inserate I. Parze Iler in Fulda. mit Zlnlerhaktungs-Aeilage „Jütlstrirte Sonntags-Jeitung"