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mit Anterhattungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!' petersgasse Nr. 2 sLarmonie).

M 104. Julöcr, Montag, den 9. Mai 1898

25. Jahrgang.

Georgius Ignatius, vräconifirter Erzbischof von Freiburg, Apostolischer Administrator der Diözese Fulda, entbietet bei seinem Abschied dem hochwürdigen Klerus und allen Diözesanen

Gruß und Segen im Heern!

Als mir vor nunmehr fast 4 Jahren unter der Theilnahme der Katholiken der Bischofs- stadt und der ganzen Diöcese bei meiner Weihe durch Ueberreichung des Ringes das Bisthum Fulda angetraut wurde, hätte ich da ahnen können, daß dies hl. Band anders als durch den Tod gelöst und der Hirtenstab dieser Diöcese eher meiner Hand entfallen würde, als wenn ich in den Hallen dieser Kathedrale zur ewigen Ruhe gebettet würde? Die Vorsehung hat es anders gewollt. Durch die Stimme des Stellvertreters des göttlichen Hirten aller Seelen hat er mir das schwere Opfer auferlegt, das traute Heim, die lieb­gewordenen Verhältnisfe zu verlassen, — zu verlassen eine Stadt, mit der ich von Jugend an auf's Innigste verwachsen, deren Bewohner mir so lieb gewesen und geworden. Dafür soll ich im vorgerückten Alter ein Arbeitsfeld übernehmen und bebauen, das mir zum großen Theile unbekannt ist. Ihr begreift, Geliebte, wie sehr alle diese Erwägungen meinen Geist niederdrücken und die Trennungsstunde schwer machen. Aber eingedenk, daß das Leben des Priesters, vollends des Bischofs, ein bestän­diges Opferleben ist und sein soll, folge ich dem höheren Ruf und nehme Abschied von Euch, wenigstens mit der Hoffnung, daß Euer Gebet mich begleitet, auf daß ich die neue schwere Bürde in etwa segensvoll trage, wie ich auch hoffe, daß mein Wirken unter Euch nach meinem besten Wissen und Können nicht unfruchtbar gewesen ist.

Vor Allem muß ich es aussprechen, welch reiche und wirksame Unterstützung ich in meinem Amte von allen Berufsklassen der Diöcesanen gefunden habe. Da sind es zu­nächst meine Mitarbeiter in der Leitung und Pflege der Seelen, die Priester, die mir so treu und ergeben zur Seite gestanden haben. Einen großen Theil derselben habe ich zum Priesterthum herangebildet und so manche selbst durch Handauflegung und hl. Salbung in das Heiligthum des Priesteramtes ausge­nommen. O mögen sie, mögen Alle allezeit den Opfergeist und die Einfachheit bewahren, welche stets die Ehrenkrone des Fuldaischen Klerus gewesen sind. Empfanget zugleich nochmals meinen besonderen Dank für die sinnige Gabe, die Ihr mir zum Andenken an Euch überreicht habet. O ja, das Kreuz, ich werde es überall mit mir nehmen; aber es ist ja unser einziger Trost und unser einzige Kraft in allen Prüfungen des Lebens. Und die Reliquien darin, sie sollen mir stets in's Gedächtniß rufen die Größe des Opfer- lebeus, das jene Heiligen der Welt zum Bei­spiel und zur Bewunderung dargeboten haben.

Lebe wohl noch insbesondere du Pflanz­stätte des Priesterthums, die ich zu hüten gesucht wie meinen Augapfel, die mein Trost, meine Hoffnung war, aber auch meine Sorge Tag für Tag! Möge der Geist echt kirchlicher Wissenschaft und ernster Frömmig­keit immer deine Kraft und Ehre bleiben!

Ich will auch zum Abschied Aller gedenken, welche sich durch heilige Gelübde dem Dienste Gottes und der Seelen in meiner seitherigen Diöcese geweiht haben, die ich alle voll Sorgfalt und mit Freude in meinem Herzen getragen habe; mögen sie mir opfervolle Aushilfe in der Seel­sorge geleistet, mögen sie im beschaulichen Leben die Fülle geheimer Gnaden auf das Arbeitsfeld der Seelenrettung herabgefleht

oder die weibliche Jugend nach den Grund­sätzen der hl. Kirche herangebildet haben, mögen sie endlich sich unter dem Paniere der christlichen Barmherzigkeit den ewigen Lohn der Barmherzigkeit zu erwerben bemüht gewesen sein — sie Alle mögen annehmen meinen tiefen herzlichen Dank für das Gute, das sie vor deu Augen der Menschen sichtbar gewirkt, oder, nur dem Auge Gottes bekannt, im Dienste der Diöcese vollbracht haben.

Soll und muß ich nicht auch ein Wort innigen Dankes an jene Lehrer der Diöcese richten, welche so recht im guten Geiste der großen heiligen Vorbilder des Lehrerberufs der katholischen Jugend gründliche Kenntniß der Glaubenswahrheiten und warme, wirk­same Liebe zu derselben eingeflößt haben? O ja, da ihnen durchweg das hohe verant­wortungsvolle Amt des Religionsunterrichtes obliegt, sind sie für den Bischof ein Gegen­stand besonderer Fürsorge und Liebe. Ich scheide mit der Hoffnung, daß der neue Lehrplan für den Religionsunterricht ihnen ein Mittel und Antrieb segensreicher Wirksamkeit werde.

Und nun Du, gläubiges Volk der Diözese, laß auch Dir ein herzliches und weh- muthsvolles Lebewohl zurufen! Ich kenne Dich und kenne die Festigkeit Deines Glaubens, Deine Liebe und Anhänglichkeit an die katho­lische Kirche. Wohl gibt es ja Aergernisse, wie überall; aber im Großen und Ganzen ist der kirchliche, religiöse Sinn des katholische Volkes der Diöcese Fulda alles Lobes werth. Und wenn Ihr mein letztes Fastenhirten­schreiben recht beherzigt und Euch durch Anhörung der Predigt und Christenlehre in der Kenntniß des Einen Nothwendigen er­neuert, in der Kenntniß jener Lehren, welche über alle Fragen und Vorkommnisse des Lebens einzig und allein alles Licht ver­breiten: o dann wird gewiß, was ich an Euch soeben gerühmt habe, sich noch reicher und segensvoller für Zeit und Ewigkeit aus­gestalten. Für die vielen Beweise des Wohl­wollens und der Anhänglichkeit, welche mir allerorts und besonders vor meinem Scheiden von der Bischofsstadt erwiesen worden sind, sage ich nochmals herzlichen Dank.

So verlasse ich denn meine Kathedrale. Ich werde zwar eine andere finden, welche in der kirchlichen Kunstgeschichte auch einen bedeutenden Namen hat, aber keine, die sich solcher Kleinodien rühmen könnte, wie jene, die du Kathedrale Fulda's umschließest! Du bürgst die Ueberreste des hl. Bonifatius, du hütest die Gebeine des hl. Sturmius; du bewahrest das Haupt der hl. Lioba, jener Heiligen, welche die Diöcesen Fulda und Freiburg insofern verbindet, als sie in Tauber­bischofsheim gewirk und hier im Dom und dann am Petersberg ihr Grab gefunden hat. Wohl habe ich mich bemüht, auch die Stätte würdig zu erneuern, wo die Gebeine der ehrwürdigen Diener Gottes, des Abtes Eigil und des Reclusen Amnichadt und vieler frommer Mönche des hochberühmten Stiftes Fulda ruhen; aber nun, da das Werk nahezu vollendet ist, kann ich nicht mehr fürder sein Wächter sein.

So heißt es sich trennen von Allem, was man lieb gewonnen hat. Aber dieser Geist der Trennung von.allem Geschaffenen ist ja das Siegel der christlichen Heiligkeit. Möge diese Trennung auch mein Herz von allem Sichtbaren loslösen und es einzig an Den ketten, der meine ewige Freude und mein ewiger Lohn sein will. „Höre, Seele" — o heißt es in Ps. 44, 11. 12. — „und schau und neige dein Ohr. Vergiß deines Volkes und des Hauses deines Vaters: der König wird nach dir verlangen. Denn er ist der Herr, dein Gott, und sie werden ihn anbeten!"

Empfanget von mir zum Abschied den Segen des allmächtigen Gottes des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes. Amen.

Fulda, den 6. Mai 1898.

f Georgius Ignatius.

K Fünf Jahre Reichstag.

Am 4. Juli 1893 war „dieser Reichstag" zusammengetrelen. Am 6. Mai 1898 hat er sein Ende erreicht — ein natürliches Ende! Mehr als einmal ist er nur knapp an der Auf­lösung vorbeigesteuert. Damals als er das verunglückte Umsturzgesetz ablehnte, ob­wohl die Regierung es als das Mindestmaß des Nothwendigen bezeichnete, und ferner damals, als im Frühjahr 1897 die Flottenforderungen abge­lehnt wurden, rechneten nicht viele Leute mit dem Fortbestehen „dieses Reichstages". Und nun sind ihm Ehren widerfahren, wie keinem andern Reichstage zuvor: der Kaiser hat ihn in eigener Person geschlossen, und hat ihm in seiner Schluß­rede warmen Lobspruch gespendet, der Kaiser hat seinem „ultramontanen" Präsidenten mit einem großen Orden ausgezeichnet und hat zum Ab­schiede seine Mitglieder zum festlichen Mahle ge­laden im Prunksaale des alten Berliner Königs­schlosses.

Das war der Reichstag, in dem das Centrum mehr als in anderen Reichstagen vorher in den Vordergrund getreten ist. Das war „dieser" Reichstag, der es abgelehnt hat, auf den Fürsten Bismarck zu seinem achtzigsten Geburtstage noch mehr Ehren zu häufen, als diesem bereits von seiner Mitwelt dargebracht waren. Es war der erste Reichstag, der in dem neuen mächtigen Hause am Berliner Königsplatz sich versammelte, in dem Hause, über dessen Aussehen und Vor­züge so außerordentlich verschiedenartige Meinungen bestehen.

Unter welchen Umständen entstand der letzte Reichstag? Der im Jahre 1890 gewählte Reichs­tag war im Frühjahr 1893 aufgelöst worden, weil er die Vorlage des Grafen Caprivi über die Verstärkung des Landheeres abgelehnt hatte. Damals war es das Centrum in seiner großen Mehrheit gewesen, das diese Vorlage zu Fall ge­bracht hatte. Dann kam der neue Reichstag, und dieser nahm die Militärvorlage mit 201 gegen 185 Simmen an. Die Po^en verhalfen der Vorlage zu der kleinen Mehrheit. Ohne die Stimmen der Polen wäre sie zum zweitenmale abgelehnt worden, denn das Centrum verharrte auch im neuen Reichstage bei seinem ablehnenden Standpunkte. Mit der Caprivi'schen Heeresvor- lage fing dieser Reichstag an. Mit der Flotten­vorlage hat er aufgehört und diese ist nun durch die Mehrheit des Centrums angenommen und zum Gesetze gemacht worden, während die Polen dagegen stimmten. Damals war Graf von Caprivi Reichskanzler, jetzt ist es Fürst zu Hohen­lohe. Und so, wie die Personen der Kanzler wechselten, so stehen jetzt auch andere Staats­sekretäre an den Spitzen der Reichsämter als damals. Aber auch der Reichstag selbst wechselte sein Präsidium während dieser Zeit. Herr v. Levetzow, der konser­vative Präsident und der nationalliberale Vize­präsident legten ihre Aemter nieder, als im Früh­jahre 1895 der Reichstag die beantragte Ehrung für den Fürsten Bismarck ablehnte. Und nun gelangte das Centrum als stärkste Partei des Reichstages zu seinem Rechte, den Präsidenten­stuhl mit einem Manne aus seiner Mitte zu be­setzen, mit dem Freiherrn von Buol-Beren- berg.

Man kann sagen, daß mit diesem Wechsel im Präsidium des Reichstages eine neuePeriode desselben begann. Diese neue Periode ist die­jenige, in der auf dem Gebiete der Gesetzgebung gerade diejenigen Erfolge erzielt wurden, die der Kaiser in seiner Thronrede bei Schluß des Reichs­tages ganz besonders hervorhob. Und diese Er­folge beruhen in ganz hervorragendem Maße auf der Mitarbeit des Centrums: das Bürgerliche Gesetzbuch, das Börsengesetz, die Flottenvorlage, die Reform der militärischen Strafgerichtsordnung — überall waren Mitglieder des Centrums in ganz hervorragendem Maße an dem Zustande­kommen der Gesetze betheiligt.

Ist denn nun die ganze politische Sachlage anders geworden als vor fünf Jahren? Manche sind geneigt, diese Frage zu bejahen. Aber mit genau demselben Rechte, vielleicht mit noch stärkerer Berechtigung, kann man sie verneinen, denn noch bestehen zu Recht dieselben Rechte der Kultur­kampf-Gesetzgebung, wie im Jahre 1893. Noch sind Söhne deutscher Erde, noch sind die deutschen Jesuiten ausgeschlossen von ihrem Heimathlande, und dasselbe kränkende Mißtrauen besteht gegen katholische Ordensleute und katholische Be­strebungen jetzt genau in demselben Maße, wie vor fünf Jahren. Auf den Gebieten der Kirche und der Schule hat sich nichts geändert, und über wichtige Anträge des Centrums ist auch dieser Reichstag in seiner zweiten Periode mit rücksichtsloser Nichtachtung hinweggegangen. Wir vom Centrum haben also wahrhaftig keinen Grund zu übermäßigem Vertrauen.

Ohne Zweifel hat das deutsche katholische Volk in seiner überwiegenden. Mehrheit keine

Freude daran, in Opposition zu stehen gegen die Regierungen des Reiches und der Bundesstaaten, nur um der Opposition willen. Im Gegentheil! Das liegt gar nicht im ganzen Wesen des Katho­lizismus, und nichts wahrscheinlich könnte dem katholischen Volke in Deutschland lieber und er­wünschter sein als eine aufrichtige, auf be­stimmten politischen und kirchlichen Grundsätzen aufgebaute Freundschaft zwischen ihm und der Regierung. Aber von einer solchen Freundschaft sind wir gar weit entfernt; und von solchen Grundsätzen ist zunächst nichts zu verspüren. Damit steht es am Schluffe dieses Reichstages noch genau so wie in der Zeit seines Anfanges. Und unsere Sache, die Sache des Centrums, wird auch in der Zukunft nur dann gut bestellt sein, wenn wir in der Politik auch fernerhin unsere Stärke in uns selbst suchen.

Aus dem Kuudtuge.

Abgeordnetenhaus. — 74. Sitzung v. 7. Mai 11U.

Die Vorlage betr. die Disziplinarverhält- nisse der Privatdozenten wurde unverändert nach den Beschlüssen zweiter Lesung debattelos angenommen.

Dann ging das Haus zur zweiten Lesung des Pfarr - b e s o l d un g s - G e s etz e s über, das aus den Kommis- trons - Berathungen in seinen Grundzügen unverändert an das Plenum gelangte.

Nachdem Abg. Aentter (kons.) gegen das Gesetz ge­sprochen hatte, ergriff Abg. v. Kölker (kons.) das Wort, um ferne in der ersten Lesung geltend gemachte Auffassung hrer nochmals darzulegen. Aus seiner langen Rede ging hervor, daß wie früher so auch jetzt der Abg. v. Köl­ler ein entschiedener Gegner der Vorlage ist. Aeußerst bedenklich erscheint ihm, daß die Verwaltung und der Nießbrauch der Pfründen den Pfarrern entzogen und den Gemeinden übertragen werden soll. Diese Aende- rung erscheint Redner als ein Eingriff in das Eigen- thumsrecht, wodurch ein unbestreitbares Eigenthum der Pfarrer vergesellschaftlicht werden soll, abgesehen von den Schwierigkeiten, die den Gemeinden daraus erwach­sen. Man sollte daher, so meint Redner, die Kirchen­gesetze noch einmal an die Synoden zurückgehen lassen.

Geheimrath Schwarzkopf suchte darauf die Beden­ken des Vorredners zu widerlegen, indem er ausführte, daß Vorredner die Bedeutung der Pfründen überschätze. Die Geistlichen würden im wesentlichen mit dem Gesetze zufrieden sein können. Die Vorlage noch einmal an die Synode zurückzuverweisen, sei ganz unnütz, da sie die­selbe doch nicht ändern werde.

Der nationalliberale Abgeordnete Dr.Sattter stellte sich auf den Standpunkt der Vorlage. Er meint, für das, was den Pfarrern entzogen würde, werde ihnen vollwerthige Entschädigung geboten.

Namens der konservativen Partei sprach Abg. von KeydeVrand für die Vorlage und stellte sich in Gegen­satz zu den Anschauungen seines Parteigenossen v. Kö l l er.

Abg. v. Wappenheim (kons.) hielt eine Aufbesserung der Gehälter der evangelischen Pfarrer für so dringend, daß man alle Bedenken zurückstellen und das Zustande­kommen des Gesetzes nicht verzögern solle.

Minister Doste erkennt es darauf dankbar an, daß sich die Sympathien für das Gesetz im Verlaufe der heutigen Verhandlung beständig vermehrt habe. Er nehme die Verantwortung für das Gesetz mit bestem Gewissen auf sich.

Abg. v. Gynern (natk.) schließt sich den Ausfüh­rungen der Abgg. Dr. v. Sattler und v. Heyde- brand im wesentlichen an. Recht charakteristisch offen­barte Herr v. Eynern auch hier seine bekannte Gesin­nung gegen die Katholiken. Wie überall, so führte Red­ner aus, erhält auch in dieser Vorlage die kathol. Kirche den Löwenantheil. Er möchte daher Vorschlägen, das evangelische Gesetz anzunehmen, über das katholische aber nochmalige Verhandlung mit den Bischöfen zu fordern. Diese lächerliche Zumuthung des Herrn v. Eynern beantwortete dann auch das Centrum mit herzlichem Lachen.

Minister Dr. v. Miquel erklärt, der Vorschlag des Abg. v. Köller, das Gesetz an die Synoden zurückzuver­weisen, werde nur den Erfolg haben, das ganze Gesetz in Frage zu stellen. Daß die kathol. Kirche vor der evangel. be­vorzugt werde, könnte er nicht zugeben. Irgendwo müsse eine Grenze gezogen werden und einen Finanzminister, der einen solchen Strich nicht zu ziehen verstehe, könne der Landtag erst recht nicht gebrauchen.

Abg Stöcker (Kons.) meint, es wäre besser, den evangelischen Pfarrern das Pfründensystem ebenso zu belassen wie den katholischen.

Darauf erwiderte der Geheimrath Schwarhkopf daß der vom Vorredner gewiesene Weg rund 2 Millionen Mark mehr kosten würde, deshalb könne man für die evangelische Kirche die Pfründen nicht unangetastet lassen und durch Zuschüsse Ausgleich schaffen. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. von Wappenheim und von Koekker bemerkt Abg. Dr. Worsch (C) für seine Freunde handle es sich hier um ein evangelisches Kirchengesetz, das die vorschriftsmäßige Zustimmung der berufenen Organe gefunden hat und nun blos die Sanktion des Staates erhalten soll. Gegen die Ertheilung dieser Sanktion habe seine Partei keine Bedenken. Daß die katholische Kirche bei der Regelung besser fortkommen, als die evangelische, müsse auch er in Abrede stellen.

Damit schließt die Diskusion.

Art. I wird mit großer Mehrheit angenommen, ebenso debattelos Art. II.

Weiterberathung Montag 11 Uhr.

Die wichtigsten Regeln für eine lohnende Hühnerzucht

werden leider immer noch nicht in wünschenswerther Weise befolgt. Wir haben dieselben daher in gedrängter Kürze zusammengestellt, damit alle Hühnerzüchter leicht über die absolut' nothwendigen Erfordernisse zu einer wirklich lohnenden Hühnerhaltung sich unterrichten können.

Haupterfordernisse zu einer nutzbringenden Hühner- Züchtung insbesondere sind: Ordnung, Reinlichkeit und Regelmäßigkeit. Dazu beachte man die nachfolgenden