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FuldaerMZeitung

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fär Inserate I. parzeller in Fulda. mit Zlnterhaktungs-Meitage „Muflrirte Sonntags-Zeitung!' petersgaffe Nr. 2 (Larmenie).

M 103.

Stuf öa, Samstag, den 7. Mai 1898

25. Jahrgang.

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Georgio Ignatio archiepiscopo abituro

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Aufugiens quartus prope iam complebitur orbis, Laetificum plausum ex quo Tibi Fulda dedit, Cum, desiderio magnoque exceptus amore, Donatus nobis dignus episcopus es.

Gaudebant tum omnes gratique diu generosum Sperabant fore Te praesulem in urbe pia.

Frustra sperabant, citius spe namque secuta est, Cum citus eriperis, tristitia atque dolor.

Friburgam Fulda grandaevus cedere debes, Quamvis invitus, voce vocante Dei.

Fidus eras custos cari sanctique sepulcri;

Hic adamatus honor, deliciae hae Tibi erant.

Evocat ecce tarnen Bonifati in sede probatum Altior ille patrem conspicuusque thronus.

Summi pontificis deposcit prona voluntas, Pall io ut insignis Tu rapiare Tuis. — Te nobis pastorem adimi semperque colendum, Deplorant omnes, egregiumque patrem.

Tu quoque detractus celebrata sede dolebis, Sed recipis subiens, quod dedit Omnipotens.

Fiat, quod placuit, fiat veneranda voluntas;

Tu modo sis, quaeso, nostri in honore memor.

Quid quaeso precibus? Fuldenses rite crearunt

Cives Te civem: proinde ita noster eris.

Crebra Tua inFuldam merita et bene facta fuere;

Illi ideo iunctus firmiter usque manes.

Deinde Tibi et mater Fulda est et sedula nutrix, Tuque eris ingenuus filius atque pius. —

Multos, vir re verende, beatos auguror annos, Quos Tibi det, votis qui annuat ipse Deus.

Det Tibi, quis opus est veram ad propriamque salutem, Quaecumque exhilarent meutern animumque Tibi,

Quaeque Tibi valido vires vegetoque reservent, Strenuus ut semper munia sustineas.

Jamque vale, praeclare, vale bene, vir venerande, Dux Tu Christiadum sis diu itemque decus!

Illt

Wahlaufruf der Centi umspartei.

* Der Vorsitzende der Centrums- Fraktion des Reichstages Graf Hompesch übersendet uns soeben folgenden Wahlaufruf der Centrumsfraktion des Reichstages mit der Bitte um Veröffentlichung:

WaHLaufruf.

Nach fünfjähriger Dauer ist der Reichstag geschlossen. Die Wahlen zum neuen Reichstage stehen unmittelbar bevor. Wiederum haben die Wähler über diejenigen Männer zu entscheiden, welchen sie ihr Vertrauen schenken wollen. Von ihnen hängt es ab, ob die Centrumsfraktion in Zukunft dieselbe ehrenvolle Stellung wird be­haupten können wie bisher, welche ihr wenigstens die Abwehr uns unannehmbarer Gesetze ermöglichte.

Die Centrumspartei ist gegründet als politische Partei zur Vertheidigung der kirchlichen Rechte, zur Wahrung der politischen Freiheiten und zur Förderung der wirthschaftlichen Jntereffen des dsulschen Volkes, insbesondere der deutschen Katholiken. Das war unentwegt die Richtschnur unseres Wirkens in der verflossenen Legislatur­periode.

Wir halten fest an der Verfassung des Deut­schen Reiches. Wir wahren treu die Rechte des Kaisers, der verbündeten Fürsten und der Einzel­staaten. Ebenso unerschütterlich wahren wir die Rechte des deutschen Volkes und seiner Vertreter. Angriffe auf diese Rechte, insbesondere auf das allgemeine gleiche unmittelbare und geheime Wahl­recht zum Reichstag oder den Reichstag selbst werden allezeit an uns wie bisher entschlossene Gegner finden.

Mit allem Nachdruck sind wir bestrebt ge­wesen, die Beseitigung der noch bestehenden Reste des Kulturkampfes in Gesetzgebung und Ver­waltung zu erreichen und die Rechtsstellung des katholischen Volkstheiles im Deutschen Reiche so zu sichern, daß der Wiederkehr eines Kultur­kampfes nach Kräften vorgebeugt würde. Aber noch immer hält der Bundesrath das Gesetz gegen die Jesuiten und die ihnen verwandt erklärten Orden aufrecht, obwohl es mit der natürlichen Gerechtigkeit in schneidendstem Widerspruch steht, und der Reichstag schon vier Mal auf unfern

Antrag dessen Aufhebung gefordert hat. Harren wir aus im Kampfe gegen jenes Ausnahmegesetz und für die Gleichberechtigung der Katholiken.

Wir wollen weise Sparsamkeit auf allen Ge­bieten des Reichshaushalts, namentlich auch bei dem Heere und der Flotte. Wir dürfen auf die Erfolge unseres Strebens Hinweisen: die zwei­jährige Dienstzeit im Heere ist erreicht, neue Steuern, namentlich solche, welche die breiten Volksmassen weiter belastet haben würden, find abgewehrt, der steigenden Verschuldung des Reiches ist Einhalt gethan und mit der Tilgung der Schulden ist ein Anfang gemacht. Zugestimmt haben wir nur der neuen Börsensteuer. Erreicht ist auf unseren Antrag eine wenigstens mäßige Erhöhung der Unterstützung unserer Kriegsinvali­den und ihrer Hinterbliebenen.

Mit Eifer und gutem Gelingen haben wir an der Gesetzgebung des Reiches auf allen Gebieten des bürgerlichen Rechtes mitgearbeitet. Ein neues Bürgerliches Gesetzbuch, ein neues Handelsgesetzbuch sind geschaffen mit ihren Nebengesetzen über den Prozeß, die freiwillige Gerichtsbarkeit und den Liegenschaftsverkehr. Manche werthvolle, den religiösen und mora­lischen Interessen förderliche Bestimmungen find ge­troffen. Die dem deutschen Volke bisher versagte Gemeinsamkeit des Rechts ist gewonnen; sie wird für unser wirthschaftliches Gedeihen ein mächtiger Hebel sein. Es ist gelungen, eine den modernen Rechtsanschauungen mehr entsprechende, gemeinsame Militärstrafprozeßordnung zu verab­schieden. Eine alte Forderung des Centrums, die Entschädigung unschuldig Verurtheilter, ist endlich erfüllt. Dem Gewerbe, dem Handel und der Industrie dient das Gesetz -gegen den un­lauteren Wettbewerb, welches unserem Antrag entsprungen ist. Das Gesetz zur Bekämpfung der überhandnehmenden Unstttlichkeit konnte zu unserem Bedauern nicht zur Verabschiedung ge­bracht werden.

Mehr als früher müssen wir den alten Grundsatz betonen, daß die Centrumsfraktion das materielle Wohl aller Volksklassen nach Kräften zu fördern hat. Nur dieser Standpunkt verbürgt Recht und Billigkeit nach allen Seiten. Wie es der Stolz unserer Partei ist, daß sie in allen Ständen zahlreiche Anhänger zählt, so ist es ihre Ehre, mit derselben Hingebung und aus­gleichenden Gerechtigkeit für die Hebung der wirthschaftlichen Lage aller Stände gleichmäßig einzutreten. Wenn wir dabei den Bedürfnisfen noth leidender Stände eine besondere Pflege haben zu Theil werden laffen, so liegt darin nur eine Bekräftigung unferes obersten Grundsatzes.

In den verflossenen Jahren hat die Land- wirthschaft unter einer drückenden Nothlage ge­litten. Unausführbaren Vorschlägen zur Ab­stellung derselben haben wir pflichtgemäß Wider­stand geleistet. Wo immer aber ein gangbarer Weg sich zeigte, der Landwirthschaft zu Hilfe zu kommen, haben wir es niemals an uns fehlen laffen. Das neue Margarinegesetz und das neue Börsengesetz mit der Beseitigung des Termin­handels in Getreide sind unter unserer ent­scheidenden Mitwirkung zu Stande gekommen. Bei der Beschlußfassung über neue Handelsver­träge wird eine verstärkte Fürsorge für die Land­wirthschaft unser Bemühen fein.

Für den Handwerkerstand ist es gelungen, einen Boden der obligatorischen Organisation zu gewinnen, welcher bei ausdauernder Benutzung durch die Handwerker selbst einen festeren Zu­sammenschluß ihres Standes, eine Hebung des Handwerks, der Meister und der Gesellen, sowie eine bessere Ausbildung der Lehrlinge verspricht. Andere noch nicht erreichte Wünsche werden das Ziel unserer Anstrengungen bleiben muffen.

Für den Schutz und Förderung der Gesund­heit, der Sittlichkeit und der wirthschaftlichen Lage der arbeitenden Stände sind wir mit Aus­dauer ^und Ersrlg thätig gewesen. Mit lebhaftem Bedauern erfüllt uns, daß in der mit Eifer und Begeisterung begonnenen Sozialreform nicht der erhoffte Fortschritt zu bemerken ist. Es wird noch der Anstrengung vieler Jahre bedürfen, um sie zu einem befriedigenden Abschluß zu führen. Wo sich bei der Ausführung der bis­herigen Reformgesetze Härten und Schwierig­keiten zeigten, haben wir unter voller Wahrung unseres grundsätzlichen Standpunktes nachdrücklich deren Beseitigung angestrebt. Wir werden nicht aufhören, die Regierung zu thatkräftigem Fort- schreiten zu drängen, damit die Erlasse unseres Kaisers vom Februar 1890 voll und ganz ver­wirklicht werden.

Einen Fraktionszwang kennen wir nicht. Wenn wir deffen ungeachtet auf eine so frucht­bare Thätigkeit zurückblicken können, so verdanken wir dies vornehmlich dem Umstande, daß die Einigkeit der Fraktion auf Grund einer gemein­samen Ueberzeugung es ermöglichte, das ganze Gewicht ihrer Bedeutung einzusetzen.

Wie in früheren Jahren hat zwar auch in dieser Session es sich nicht vermeiden lassen, daß in wichtigen Fragen die Fraktion nicht in voller Einigkeit stimmte. Auch beim Flottengesetz war die Fraktion im Ziele einig; hinsichtlich der Er­reichung dieses Zieles war die Mehrheit der An­sicht, daß die Annahme des wesentlich umge­

stalteten Entwurfs eine Nothwendigkeit fei und deshalb über die Bedenken gegen ihn von ihr hinweggegangen werden müffe, während die Minderheit aus beachtenswerthen Gründen glaubte, eine ablehnende Stellung einnehmen zu müffen.

Aber alle Mitglieder der Fraktion sind der festen Ueberzeugung, daß streitige Einzelfragen niemals einen Grund abgeben dürfen, um den Bestand oder die Einigkeit der Fraktion zu be­einträchtigen. Die feste Geschlossenheit unserer Reihen ist heute so nothwendig wie je. Unsere Gegner von rechts und links stehen gemeinsam uns gegenüber. Die Politik der Sammlung be­zweckt die Verdrängung des Centrums aus seiner ausschlaggebenden Stellung im Reichstage. Wie früher, so stehen wir auch jetzt allein und werden nur aus eigener Kraft unsere Stellung zu be­haupten haben. Einmal verloren, würde dieselbe in absehbarer Zeit nicht wieder zu gewinnen sein. Würden die Lehren des Kulturkampfes vergessen, so wären die Früchte unserer Anstrengungen seit fast einem Menschenalter rasch dahin. Der Kampf gegen den Glaubenshaß und die Wahn­ideen der Sozialdemokratie, gegen den kirchen­feindlichen Liberalismus und gegen jenen Konser­vatismus, welcher einer einseitigen Jnteresfen- politik sich nicht versagt und sein Ziel in der Beschränkung der Freiheiten und Rechte des Volkes sucht, erfordert nach wie vor den Bestand der Centrumsfraktion.

Wir wenden uns nun vertrauensvoll an die so oft erprobte politische Einsicht und Opfer­willigkeit unserer Parteifreunde im ganzen Reiche. Treten wir innig und entschlossen in den Wahlkampf ein. Thue jeder seine Pflicht an der Urne; denn jede einzelne Stimme wird gezählt. Wählen wir die alten bewährten Männer wieder oder Männer ihres Geistes. Halten wir ein» müthig wie bisher die ruhmvolle Fahne hoch, unter dem alten begeisternden Rufe:

Für Wahrheit, Freiheit und Recht!

Berlin, 6. Mai 1898.

Graf Hompesch. Dr. Schädler. Dr. S pahn.

Aichbichler. Sieben. Fritzen (Düsseldorf). Grafv.Galen. Gröber. Frhr.v.Heereman. Frhr. Dr. v. Hertling. Horn (Neiße).

Dr. Lieber. Dr. Lingens. Dr. Rintelen.