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Kuldaer-MZeitung
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tLr Inserate I. varzeller in Fulda. Hilf ClliCXl)tXf C dtltlt• petersgasse Nr. L (Larmenies.
M 100.
Julda, Mittwoch, den 4, Mai 1898
25. Jahrgang.
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Sammler über die Sammlung.
„Stutzig" werden nach dem Partei-Organ der Konservativen viele konservative Parteimitglieder vor dem Auftreten des Bundes der Landwirthe in dem Wahlkreise Minden-Lübbecke. 9)or:: haben bekanntlich die Bündler dem alten konservativen Reichstagsvertreter Graf Roon einen eigenen Kandidaten für die Reichstagswahlen entgegengestellt. Und nun werden die Konservativen nach der Versicherung der Konservativen Korrespondenz' „unter allen Umständen diesen aufgedrungenen Kampf annehmen, und alles aufbieten, um dem bisherigen verdienten Vertreter des Kreises das Mandat zu erhalten".
Solche und ähnliche Vorgänge machen nun den Bund der Landwirthe verdrießlich. Sein leitendes Blatt, die ,Deutsche Tageszeitung' spricht neuerdings von der „sogenannten Miquel- schen Sammlung" und ist augenscheinlich sehr ärgerlich darüber, daß nicht alle Parteien freudig und widerspruchslos nach der Melodie tanzen wollen, die der Bund ihnen vorpfeift. „Einige meinen — so schreibt die,Deutsche Tageszeitung' — daß es nothwendig sei, Sammlungskandidaten .aufzustellen, die möglichst keine Kanten und .'Knorren hätten, die es allen recht machten, die sich vor jeder Einseitigkeit hüteten. Du lieber Himmel; der Kandidat, der allen recht wäre, der muß noch vom Himmel fallen! Und wenn es wirklich einen gäbe, der müßte ein Mann sein, der entweder allen alles, oder keinem etwas verspreche, der zu allem ja oder auch nichts sagte, der überall hin Verbeugungen machte, und dessen Kopf in stetig nickender Bewegung sich befände — ein Geschöpf männlichen Geschlechts ohne Mark und Kern, ohne Saft und Kraft, ohne Herz und Rückgrat, ein eigenartloser Dutzend- und Allerweltsmensch. Solche Schemen in den Reichstag zu schicken, wäre das allerthörigste. Grade jetzt brauchen wir Männer, ganze Männer, die sich nicht willenlos biegen und schmiegen, sondern die einen steifen Nacken, ein festes Rück' grat, einen starken Willen, das Herz auf dem rechten Flecke haben."
Die Worte sind gut, aber ihr Sinn ist nicht gut. Denn er verlangt, daß alles dem Bund der Landwirthe sich unterordnen soll. Die „Sammlung" will der Bund der Landwirthe ausschließlich in seinem Sinne vorgenommen sehen. Sonst ist, wie die,Deutsche Tageszeitung' sagt die ganze Sammlung „Unsinn". Um ja kein Mißoerständniß aufkommen zu lasten, erläutert, das die Korrespondenz des Bundes der Landwirthe' mit folgenden Worten: „Man gibt sich einer sonderbaren Täuschung hin, wenn man glaubt, unserer Sehnsucht Ziel sei, das Bundesschist durch den Sammlungsdampfer schleppen zu lassen. Nein, wir übernehmen die Führung im Kampfe!"
Hohe Ziele.
Roman von L. von Neidegg.
------- (Nachdruck verboten.)
„Hedwig, geh'in Vaters Zimmer und schreibe unferm Dienstmädchen die besprochenen Aufträge nach Hause", sagte Frau Molsberg. Dann, als die Tochter sich entfernt, wandte sie sich an ihren Mann. „Anton, sollen wir nicht lieber künftig des Lieutenants Besuche abweisen, da er Dir so durchaus unangenehm zu sein scheint?"
„Alles, was an frühere Zeiten erinnert, berührt mich peinlich", erwiderte er. „Das .... vielleicht noch mehr als des jungen Mannes Persönlichkeit, ist im Spiel; ich kann die Schwäche nun einmal nicht überwinden."
Sie seufzte leise. „Dann also!"
„Nein, nein; das soll kein Grund sein, ihn zu verbannen."
„Wirklich, Anton? Um so besser."
„Du würdest also wirklich nur ungern auf seine Besuche verzichten, Lisbeth?"
„Ich leugne es nicht: mich erfrischt der Anblick seines lachenden Gesichtes, seine Munterkeit, seine komischen Einfälle, und dann . . Sie stockte; etwas verlegen fuhr sie fort: „So unerwartet tritt er uns in den Weg, daß ich meinen sollte, es müsse Besonderes bedeuten."
Herr Molsberg lächelte unwillkürlich: hier war der schwache Punkt seiner Lisbeth; fromm und gut, demüthig und selbstlos, war sie von Aberglauben nicht freizusprechen. Sie glaubte an Ahnungen, hielt auf Träume und Vorbedeutungen, und konnte sich vom ersten Eindruck, den ein Gesicht auf sie
Nicht minder deutlich redet ein anderes Blatt, das sich „mittelvarteilich" nennt und anfänglich ganz und gar für die Sammlungspolitik sich begeisterte: die ,Berliner Neuesten Nachrichten'. Diese sehen die Politik der Sammlung „an einem klaftertiefen Graben angelangt, über den dieselbe kein Hinüber weiß".
Und nun gar erst die Nationalliberalen! Sogar auf dem rechten Flügel empört man sich offen gegen die Art der Sammlung, wie sie jetzt betrieben werden soll. So schreibt der Hamburger Korrespondent': „Um die Herren v. Plötz und Dr. Hahn (Präsident und Direktor des Bundes der Landwirthe) kann man sich nicht sammeln, ja auch mit ihnen nicht. In dem Augenblick, wo man diese Herrn mitsammeln wollte oder mitsammeln ließ, würde man dem Grundgedanken der Sammlungspolitik untreu, und erweckte auf dem linken Flügel ein tiefes Mißtrauen, als handelte es sich in Wahrheit gar nicht um die Erzielung technisch und politisch möglichst geschickter Handelsverträge, sondern um ganz andere Dinge. Das war ein sehr bedauerlicher Fehler, aber er ist einmal gemacht, und hat die nothwendige Folge, daß die aufrichtigen Freunde der Handelspolitik sich ihrerseits sammeln."
Und dabei sind die Nationalliberalen in sich selbst uneins. Am letzten Sonntage hat in Berlin der nationalliberale Delegirtentag stattgefunden, und dieser hat den nationalliberalen Wahlaufruf gemacht, in dem u. A. die Stelle vorkommt: „Deshalb vertreten wir den Standpunkt, daß bei dem Abschluffe künftiger Handelsverträge die Interessen der Landwirthschaft besser gewahrt werden müssen, als bisher." Aber kalt ablehnend bemerkt dazu ein eigenes großes Parteiblatt der Nationalllberalen selbst, die Berliner ,Nation alzeitung': „Der Wahlaufruf ist ohne erheblichen Widerspruch festgestellt worden; eine Debatte fand nur über die Forderung nach besserer Wahrung der Interessen der Landwirthschaft statt. Die Minderheit, welche auf dem Delegirtentage vom Herbst 1896 den Versuch gemacht hatte, eine offene und entschlossene Stellungnahme gegen die agrarischen und die damit zusammenhängenden reaktionären Bestrebungen zu bewirken, war größtentheils der Versammlung fern geblieben, da sie sich von der Wiederaufnahme des Versuches keinerlei Erfolg versprechen konnte. Was den bevorstehenden Aufruf betrifft, so sind gegen die meisten Sätze desselben auch von unserem Standpunkte aus nichts einzuwenden; aber auf die kritische Frage der Wahlbewegung, auf die Stellungnahme zum Agrarierthum bezüglichen Erklärungen sind derart abgesaßt, daß, wie bisher, in den einzelnen Wahlkreisen die entschiedensten Gegner und die heimlichen, ja sogar die offenen Bundesgenossen der Partei Plötz sich als „nationalliberal" bezeichnen können. Deshalb läßt nach unserer Ansicht der Delegirtentag und der von ihm beschlossene Aufruf den Stand der Wahlbewegung, wie er sich vorher herausgebildet, unverändert.
Man sieht, Zerfahrenheit und Zersetzung in )en Sammelkreijen, roohin man auch blickt. Und dagegen werden vermuihlich auch die besten Reden des Grafen Posadowsky nichts mehr helfen.
lervorgebracht, nicht leicht losmachen. .Hedwig teht an Charakter wie an Verstand thurmhoch über Hardanger", sagte er nachdenklich „Wäre dies nicht, könnte mir die Angst kommen, daß ie sieb in ihn verliebe, so aber ist es undenkbar."
„Hergeben müssen wir sie doch einmal, Anton..."
„Aber nicht gerade diesem. Warum sollte sie nicht auch bei uns bleiben können, die Trost und die Freude unseres Alters zu sein?"
„Welche Selbstsucht, Anton! Wären wir ge- torben, wer bliebe ihr dann? Auf der weiten Welt stehen wohl wenige so einsam, wie unsere Hedwig. Hardanger wollen wir jetzt ganz aus dem Spiele lassen; das aber kann ich sagen, daß nichts mir das Sterben so erleichtern würde, als wenn ich das Kind vorher in der sichern Hut eines braven Mannes wüßte."
Molsberg sah finster vor sich hin. „Damit 'önnte der Augenblick gekommen sein, wo sie für mich verloren wäre. Die Pein, womit der bloße Gedanke mich erfüllt, ist Dir fremd, Lisbelh."
„Rücksicht auf uns darf uns nicht bestimmen," ’agte sie nach kurzem Besinnen mit großer Ent- chiedenheit. „Gott hat uns das Kind nicht ge- chenkt, damit wir es unserer Selbstsucht opfern; ein ewiges Glück zuerst, aber auch sein zeitliches ollen wir zu begründen suchen."
„Du hast Recht, wie immer, Lisbeth", entgegnete er seufzend. „Selbst Du kannst aber nicht ermeffen, wie tief es mir ins Herz greifen würde, müßte ich mich je von Hedwig trennen ; bei Dir liegt di? Sache eben anders wie bei mir."
Hedwig's Eintritt machte dem Zwiegespräch ein Ende. Nichts sah dem Gegenstand desselben weniger gleich, als das lächelnde Mädchen, mit
Deutsches Deich.
Berlin, 3. Mai.
O Am Donnerstag Nachmittag 6'/, Uhr wird der Vorstand des Reichstages dem ^räfi- frenfett v. Dnok zu Ehren ein Festmahl in dem Restaurant des Reichstages veranstalten. Vorher werden die Berathungen des Reichstages ihren Abschluß finden. Der offizielle Schlußakt findet sodann, wie schon berichtet, Freitag Vormittag im Weißen Saale des Königlichen Schlosses statt und wird durch den Kaiser vollzogen werden. Für Freitag Nachmittag hat der Kaiser die Mitglieder des Reichstages zum Festmahl ins Schloß geladen. Nach der Vereinbarung mit der Regierung sollen zur Erledigung kommen: der Nachtragsetat, die Militärstrafprozeß-Ordnung, die Justiznovelle, ferner die Vorlage über die Besteuerung des Saccharins, der Jesuiten - Antrag und die sozialdemokratische Interpellation wegen der gesteigerten Getreidepreise. Diese Interpellation soll am Donnerstag zur Berathung kommen. — Der Antrag des Centrums zur Bekämpfung der Ünsittlichkeit ist also richtig wieder unerledigt unter den Tisch gefallen.
* Nationalliberale Blätter hatten berichtet, der Präsident des Bundes der Landwirthe, Herr von Mötz, habe über den Direktor des Bundes, den Abg. Dr. Hahn, die Aeußerung gethan: „Wenn ich den Menschen nur los werden könnte." Die ,Deulsche Tageszeitung' stellt fest, daß diese oder eine ähnliche Aeußerung nicht von Herrn von Plötz gethan worden ist. Es ist auffällig, daß diese Nachricht in so ganz bestimmter Form in die Presse gelangte.
* Der Reichstagsabgeordnete Kettschuer ist heute, am Dienstag, in Eisleben im Alter von 72 Jahren gestorben. Geheimer Bergrath Leuschner rofr der Leiter der großen Marisfelder Gewerkschaft und ein rühriger Vorkämpfer für die Rückkehr zur Doppelwährung.
h. Die ,Nordd. Allgem. Ztg.' schreibt: „Der .Londoner Standard' hat sich aus Berlin schreiben lassen, S. M. der Kaiser habe gelegentlich des Züs?mmentreffrns mit S. M. dem Kaiser Franz Joseph in Dresden Erklärungen über Deutsch- karrds Neutralität im spanisch-amerikanischen Streitfälle und über die Möglichkeit einer späteren diplomatischen Intervention abgegeben. Wir können diese Meldung des Londoner Blattes als grundlos bezeichnen." Das darf natürlich nicht so verstanden werden, als solle Deutschland nicht neutral bleiben. Daß Deutschland strenge Neutralität beobachtet, ist selbstverständlich. Die Richtigstellung des offiziösen Blattes richtet sich wohl vielmehr hauptsächlich gegen die Meldung, daß Deutschland eine diplomatische Dazwischenkunft beabsichtige. Wie häufig, so leibet auch in diesem Falle die Sprache der Offiziösen unter dem Fluche der Unklarheit.
* Gemäß einer Zusammenstellung der internationalen Vereinigung für Zuckerstatistik sind durch Umfrage vom 24. bis 30. April für das Deutsche Reich 423,785 Hektar ermittelt worden, welche in diesem Jahre mit Iuckerrüverr bestellt werden, lieber ein Viertel dieser Fläche (109,006 Hektar) entfällt auf die
den klaren, fröhlichen Augen, das da herein kam, einen Brief in der Hand.
„Mutter am offenen Fenster!" rief sie aus. „Dabei der Himmel ein Feuermeer, und es gießt in Strömen! Ja, ja, wenn ich nur auf fünf Minuten mich entferne!"
Sie eilte an das Fenster, es zu schließen, ordnete darauf der Mutter die Kissen, legte ihr ein Tuch um die Schultern, zog den Teppich ihr fester um die Kniee und nahm dann zärtlich ihre kalt gewordenen Hände zwischen die eigenen, sie zu erwärmen. „Den Brief besorge ich später," sagte sie, während sie die kleinen mageren Hände rieb.
„Das will ich thun," erklärte der Vater, der seine Tochter sorgsam hütete und sie nicht gern aus den Augen ließ.
Sie nickte freundlich dankend und plauderte weiter von den furchtbaren Donnerschlägen, die ja das Haus erschüttert hätten, und vom Unwetter, das in den Bergen erschreckend getobt haben müsse, da die Wolken grau und schwer von dort herüber gezogen seien.
„Da kommen gewiß verregnete Touristen," meinte sie, als in diesem Augenblick ein Wagen vor dem Hause hielt. „Die werden einen tragikomischen Anblick bieten."
Neugierig sah sie hinaus. Ihr Gesicht war aber ernst geworden, als sie den Kops wieder hereinzog. „Ein Kranker, denn alles springt herbei, um ihm aus dem Wagen zu helfen . . . Ich glaube wahrhaftig, es ist Herr von Hardanger."
Der Vater folgte ihr an das Fenster. „Viel scheint ihm nicht zu fehlen," meinte er. „Geh' Du aber vom Fenster, Hedwig; ich kann's nicht
Provinz Sachsen, im weiten Abstand folgen Schlesien (54,940 H.), Posen (46,760), Hannover (36,985 Hektar), Westpreußen (25,679), Braunschweig (24,794), Mecklenburg (20,550), Pommern (20,114); das Rheinland baut in diesem Jahre 13,272 Hektar mit Rüben an, Westfalen 4438. Im ganzen ergibt die Statistik für 1898 nur einen kleinen Rückgang gegen das Vorjahr (3 pCt.). Unsere Landwirthe müssen deshalb den Rübenbau trotz des enormen Rückganges der Zuckerpreise doch noch für rentabel halten. Bemerkenswerth ist übrigens, daß Rußland die Anbaufläche für Rüben in diesem Jahre um nahezu 11 pCt. vermehrt (von 401,260 auf 444,650 Hektar) und dadurch ein immer gefährlicherer Konkurrent unserer Zuckerindustrie zu werden scheint. Oesterreich-Ungarn baut in diesem Jahre 308,604, Frankreich 236,262 Hektar an.
X München, 3. Mai. Am letzten Montag hat hier eine große Centrumsversammlung stattgefunden, die von neuem lautes Zeugniß dafür ablegt, wie wenig der vorher erhobene Ruf „Los vom Centrum!" der allgemeinen Stimmung katholischer Volkskreise in Bayer» entsprochen hat. Abg. Domkapitular Dr. Schädler-Bamberg führte in der Versammlung unter stürmischem Beifall aus, wie nothwendig die Erhaltung eines einigen, großen deutschen Centrums ist. Und fast ebenso reichen Beifall ernteten die Abgeordneten Dr. Pichler und Dr. Orterer, die über die Handwerkerfrage und über die Thätigkeit des Centrums im bayerischen Landtage sprachen und gleich dem Vorredner in lebhafter Ausführung für die Erhaltung des großen deutschen Centrums in alter Stärke und Zusammensetzung eintraten.
* Stuttgart, 2. Mai. Gestern feierte das Landesorgan der württembergifchen Centrumspartei, das ,Deutsche Volksblatt' fein goldenes Jubiläum. Als die Stürme des Jahres 1848 die Preßfreiheit brachten, waren die Katholiken Württembergs fast als die Ersten auf dem Plane, sich diese Freiheit zu Nutze zu machen. Wir wünsche» dem befreundeten Organ ein weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen.
Aus dem Reichstage.
•O 82. Sitzung vom 3. Mai 12 Uhr.
Am Bundesrathstische: Nieberding.
Die zweite Berathung der Novelle zur Civil- prozeßordnung mit dem vom Abg. R inte len (C.) beantragten neuen § 190 a a, nach dem gerichtliche Zu- siellungen auch unter Vermittelung des Gerichtsschreibers sollen erfolgen können.
Der Antrag wird vom Abg. Dr. R inte len begründet und nach kurzer Debatte abgelehnt, da Staatssekretär Nieberding der Ansicht war, daß die Annahme des Antrages in der Praxis zu großen Schwierigkeiten führen werde.
Die §§ 191—507 gelangen debattelos unter Ablehnung einiger unwesentlicher Abänderungsanträge der Abgg.Dr.Rintelen und v.Dziemb owski nach den Kommissionsbeschlüssen zur Annahme.
In § 508 soll nach der Vorlage die Revisionssumme in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten überhaupt auf 3000 Mk. erhöht werden. Die Kommission schlägt vor, es bezgl. der 'Ansprüche auf Grund des § 25 der Civilprozeßordnung bei der bisherigen Revisionssumme von 1500 Mk. zu belassen, für andere vermögensrechtliche Ansprüche die Revisionssumme auf 3000 Mk. zu erhöhen.
Die Abgg. Träger und Aanffmann (frs. Volksp.) beantragen, es bei dem geltenden Gesetz zn belassen, also
leiden, wenn junge Mädchen müßig hinaussehen. Ja, ja," beantwortete er den bittenden Blick einer Frau, „ich will mich erkundigen, was es mit ihm ist; beruhige Dich nur, Lisbeth."
Man hörte ein geschäftiges Hin- und Her- Inufen int Hause, Thüren wurden auf- und zugeschlagen. Kurz darauf ließ sich Hardangers Stimme auf dem Gang vernehmen — sie klang durchaus nicht, wie die eines Schwerverletzten; endlich ertönten Schritte und die Stimmen durcheinander redender Menschen in dem Zimmer, das an Frau Molsbergs Wohnzimmer stieß. Hedwig achte etwas gezwungen und meinte, allzu viel Mitleid scheine hier allerdings nicht am Platze.
Die Nachrichten, die gleich darauf Herr Molsberg brachte, entsprachen ganz dieser optimistischen Auffassung. Mit seinen Gefährten vom Regen überrascht, war Hardanger auf dem schlüpferigen Boden ausgeglitten, ein paar Schritte abgestürzt und hatte eine Sehne verstreckt oder den Fuß verstaucht; was es eigentlich war, mußte der Arzt erst feststellen. Da er Begleiter bei sich gehabt, so war gleich ein Wagen herbeigeschafft worden, um den Verletzten mit aller Sorgfalt nach Gries zurückzufahren. Interessanten oder gefährlichen Charakter hatte das Abenteuer also nicht gehabt.
„Sagt' ich's nicht, daß er ein Sonntagskind sei?" rief Hedwig. „An solche wagt sich das Unglück nie heran." Das frohe Lächeln auf ihren Lippen stand aber einigermaßen in Widerspruch mit der Gleichgiltigkeit, die in ihren Worten lag.
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