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KuldaerMZeitung

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verantwortlich: Lar die Redaktion Jos. Dau«, für Inserate I. parzeller in Snlda.

mit Ilnterhallungs-Aeikage „Ifiufirirte Sonntags-Jeilung!' ”*•

Jutöa, Dienstag, den 3. Mai 1898

Jahrgang.

Der spanisch-amerikanische Krieg.

Noch schneller, als gedacht, ist die Vermuthung in Erfüllung gegangen, daß die spanischen und die amerikanischen Waffen zuerst in ernsthafter Weise in den philippinischen Gewässern sich ein­ander zu messen haben würden. Und viel blutiger und furchtbarer, als mancher vorher gedacht, ist diese erste Seeschlacht in dem spanisch-amerikanischen Kriege in der Bucht von Manila ausgefallen. Leider ist es dabei so gekommen, wie Kenner der spanischen und der amerikanischen Flotte voraus­gesagt haben: die Marine-Artillerie der Nordamerikaner ist der spanischen über­legen, und dementsprechend hat die spanische Philippinen-Flotte am letzten Sonnabend eine vollständige Niederlage erlitten.

Aus der Fluth von Meldungen und Draht­berichten, die sowohl aus spanischer wie auch aus amerikanischer Quelle hervorbrechen, lassen sich folgende Thatsachen als sicher herausschälen:

Der Befehlshaber des spanischen Philippinen- Geschwaders, Admiral Montojo, hat sich als Held gezeigt. Aber er hat augenscheinlich die Leistungs­fähigkeit seines Geschwaders weitaus überschätzt, oder diejenige der Amerikaner viel zu gering an­geschlagen. Jedenfalls steht fest, daß' man ihn von Madrid aus warnen wollte davor, in eine offene Seeschlacht mit dem amerikanischen Ge­schwader sich einzulassen; daß man dann aber davon absah, weil man den Admiral selbstständig handeln lassen wollte. Im Laufe der Nacht ist es den amerikanischen Kriegsschiffen gelungen, in den Hafen von Manila einzudringen, und bei Tagesanbruch entwickelte sich die Schlacht. Das spanische Geschwader war dabei unterstützt von den Batterien vom Lande; aber es erlitt eine schwere Niederlage, obwohl die Spanier sich tadellos vor dem Feuer bewährt haben. Denn das spanische Geschwader stand dem amerikanischen an Zahl der Fahr­zeuge und in der Ausrüstung durchaus nach. Ein Theil des spanischen Geschwaders ist vollkommen zerstört worden. Der Verlust der Spanier an Menschen ist sehr groß. Allerdings haben auch die Amerikaner sehr beträchtliche Verluste erlitten. Aber allem Anscheine nach ist der ganze Kampf in den philippinischen Ge­wässern durch diese eine Schlacht so gut wie entschieden. In New-York und Washington beschäftigt man sich bereits, wie verschiedene Kabel­meldungen übereinstimmend berichten, mit der Besitznahme der Philippinen. Man will die Philippinen besetzen als „Pfand für eine später zu zahlende Kriegsentschädigung" — aber ohne Zweifel denkt man gleichzeitig daran, die werthoolle Inselgruppe dauernd in Besitz zu nehmen. „In der Bucht von Manila — so hat ein spanischer Minister erklärt — ist nichts von unserer bescheideuen Seemacht übrig geblieben." Diese entsagungsvollen Worte kennzeichnen am allerbesten die für Spanien traurige Sachlage.

In Madrid sind den Nachrichten von der Niederlage die ministerfeindlichen Straßenkund­gebungen auf dem Fuße gefolgt. Die Aufregung in der spanischen Hauptstadt erreichte sehr schnell einen so hohen Grad, daß im Ministerrathe vor­geschlagen wurde, den Belagerungszustand über Madrid zu verhängen. Aber vorläufig wurde noch von dieser Maßregel abgesehen. — Armes Spanien!

* Madrid, 2. Mai. Das Marinebureau aus Manila theilt folgenden Bericht des Kontre- admirals Montojo mit: Um Mitternacht gelang es dem amerikanischen Geschwader, die Einfahrt in den Hafen zu erzwingen; vor Tagesanbruch wurde dasselbe vor Cavite, 8 Schiffe in einer Linie, gesichtet. Um l/z8 Uhr fing das Vorder- theil der „Reina Cristina" Feuer, bald darauf brannte auch das Hindertheil. Ich begab mich mit dem Stabe um 8 Uhr an Bord der „Isla de Cuba". Die „Reina Cristina" und der Kreuzer „Castilla" sind voll­ständig verbrannt. Die anderen Schiffe, welche Beschädigungen erlitten, zogen sich in die Bacolorbucht zurück. Mehrere von ihnen mußten in Grund gebohrt werden, damit sie nicht dem Feinde in die Hände fielen. Unsere Verluste sind erheblich. Unter den Todten befindet sich ein Kapitän und ein Schiffsgeistlicher.

* Madrid, 2. Mai. Einem Telegramm des ,Liberal aus Manila zufolge erklärte der Contreadmiral Montoja, das spanische Ge­schwader sei vollständig verloren. Der englische Konsul habe, wie das Telegramm weiter meldet, mit den amerikanischen Geschwader­chef konferirt, den Inhalt des Gespräches kenne man nicht. Der Feind habe sich vor Manila festgesetzt, und schreite zur Blokade. Die Be­

völkerung verlasse die Stadt. Man befürchtet, daß das Bombardement auf Manila demnächst eröffnet werden wird.

* Madrid, 2. Mai. Gestern Abend ist fol­gende amtliche Depesche über die Seeschlacht bei Manila hier eingetroffen: „Gestern Nacht 111/a Uhr kündigten Kanonenschüsse, welche am Hafeneingange fielen, an, daß das feindliche Ge­schwader die Einfahrt in den Hafen zu erzwingen suche. Heute Vormittag erschien das amerikani­sche Geschwader vor Cavite; vom Arsenal und vom spanischen Geschwader wurde das Feuer auf das feindliche Geschwader eröffnet, und nach hef­tigem Kampfe mußte der Feind sich gegen 9 Uhr Vormittags nach dem westlichen Ufer der Bai zurückziehen, wo er hinter ausländischen Handels­schiffen Stellung nahm. In Anbetracht der be­deutenden Ueberlegenheit der Amerikas r hat das spanische Geschwader beträchtlichen Schaden er­litten, an Bord der „Cristina" entstand Feuer, ein anderes Schiff ist in die Lust geflogen. Die Verluste aus spanischer Seite sind beträchtlich, unter den Gefallenen befindet sich der Komman­dant der „Cristina".

* Madrid, 2. Mai. Die Blätter nennen den gestrigen Tag einen traurigen, aber ruhmvollen Tag; sierathen an, die Ruhe und vas Vertrauen zu bewahren, daß den spanischen Waffen demnächst Triumphe beschicken sein wer­den. — Nach einer Depesche aus Havanna hat die Kolonne Molina die Aufständischen bei Bayamo geschlagen; 30 Aufständische und ein Spanier seien gefallen.

* MasHingto«, 2. Mai. Die Nachricht von dem amerikanischen Siege bei Manila ist hier mit Begeisterung ausgenommen worden. Der Präsident und die Mitglieder des Kabinets äußerlen sich sehr befriedigt, lehnten es aber ab, sich in eine Besprechung der Nachricht einzulaffen. Einige Beamte des Marinedepartements sollen ihre Meinung dahin geäußert haben, sie glauben, daß dieser Sieg zur Beendigung des Krieges führen werde, ohne daß es zu einem weiteren Seegefecht von Bedeutung käme.

Aus dem Reichstage.

■O 81. Sitzung vom 2. Mai 1 Uhr.

Bei sehr schwach besetztem Hause verhandelte der Reichstag in seiner heutigen Sitzung (Montag) kleinere Vorlagen.

Am Bundesrathstische: Die Staatssekretäre Graf Posadawsky und Nieberding.

Zunächst wurde das auf der internationalen Sanitätskonferenz in Venedig getroffene Ab­kommen in erster und zweiter Lesung debattelos ge­nehmigt.

In dritter Lesung wurden erledigt und angenommen das Gesetz betr. die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden.

Der Antrag Bachem (.(Str.) auf Ermäßigung des Zollsatzes aus Pongee-Rohseide und die Novelle zur Konkurs-Ordnung, die auf Antrag des Abg. Rintelen ((Str.) in zweiter und dritter Lesung en bloo angenommen wurde.

Danach trat das Haus in die 2. Berathung der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz, der Strafprozeß-Ordnung und der Civilprozeß- Ordnung ein.

Bei bim Gerichtsverfaffungsgesetz wurden von den Abgg. v. Dziembowski und Stadthagen (Soz.) Abänderungsanträge zu § 13 gestellt, deren Annahme aber, wie der Staatssekretär Nieberding versicherte, das Zustandekommen des Gesetzes stark gefährdeten.

Daraufhin zog Abg. v. Dziembowski seinen An­trag zurück, der Antrag Stadthagen wurde abgelehnt, und das Gesetz im Uebrigen nach den Vorschlägen der Kommission unverändert angenommen.

In der Strafproz eßordnung beantragte Abg. Beckh (frs.) zu § 149a eine Aenderung dahin, daß auch ein nicht rechtsfähiger Verein doch parteifähig ein solle. Auch dieser Antrag wurde, da der Staats­ekretär Nieberding schwere Bedenken dagegen erhob, abgelehnt, ebenso ein Antrag v. Dziembowski zu § 106.

Hebet § 143 entspann sich eine längere Debatte. Der Paragraph handelt von den Beschränkungen, die Parteien und deren Bevollmächtigten rücksichtlich des Vertrages auferlegt werden können. Zu diesem Para­graph wurden nicht weniger als drei Anträge gestellt. Ein Antrag B e ck h, der darauf hinausgeht, den Konsu­lenten eine Beschwerde zu verschaffen, im Falle ihrer Zurückweisung; ein Antrag Sch mid t-Warburg (Ctr.), der die beschränkte Zulassung der Konsulenten bezweckt und ein Antrag v. Dziembowski, es bei dem geltenden Recht zu belassen.

Abg. G a m p, der gegen den Antrag Beckh Stellung nahm, wandte sich dabei in so heftigen Ausdrücken gegen den Antragsteller, daß er vom Präsidenten zurechtge­wiesen werden mußte.

Nachdem Staatssekretär Nieberding noch ein­mal den Standpunkt der Regierung bezgl. der Rechts­konsulentenfrage auseinandergesetzt hatte, wurden die Anträge Beckh und Schmidt-Warburg abgelehnt und § 143 unverändert angenommen.

Darauf wird die Weiterberathung bis Dienstag 12 Uhr vertagt.

Vermischtes.

* Berlin, 1. Mai. Zum Aberglauben der Berliner Frauen lieferte eine Gerichtsverhandlung, welche gestern stattfand, einen intereffanten Beitrag. Die bejahrte Strickerin Franziska Ulrich wurde im Dezember vorigen Jahres ertappt, als sie einige Puppen­achen im Wertheim'schen Gefchäste stahl. Sie mußte ich einer Leibesuntersuchung unterwerfen und hierbei wurden nicht weniger als vier Portemonnaies bei ihr

gefunden. Die Ulrich gerieth in den Verdacht, eine Taschendiebin zu sein. Im Verhandlungstermin gab sie den Diebstahl an den Puppensachen zu, sie habe zwölf kleine Enkel, denen sie eine Weihnachtsfreude machen wollte. Die Portemonnaies seien aber alle ihr Eigen- thum. Das eine trage sie seit einer Reihe von Jahren unter den Kleidern. Es sei das „GlücksPorte­monnaie" und enthalte nur eine kleine getrocknete Fledermaus. So lange sie dies bei sich führte, habe sie stets Arbeit gehabt. Seitdem man es ihr genommen habe, sei auch die Arbeit ausgeblieben. Das zweite Portemonnaie habe sie im untersten Unterrock eingenäht gehabt. Es sei das „Sympathie-Portemonnaie" und enthalte einige Fischschuppen, die in einer Sylvester­nacht einem männlichen Schlei entnommen seien, sowie einige geheimnißvolle Kräuter. In einem zweiten Unter­rock habe sie ein drittes Portemonnaie verwahrt. In diesein habe sie das Geld geborgen, welches sie nicht ausgeben wolle. Schließlich - habe fie in der Kleider­tasche ein viertes Portemonnaie gehabt, aus dem sie die laufenden Ausgaben bezahlte. Die Angeklagte wurde wegen des Ladendiebstahls mit drei Tagen Gefängniß bestraft. Die verschiedenen Portemonnaies wurden ihr zu ihrer sichtbaren Freude wieder ausgehändigt.

* Kamvurg, 30. April. Von dem im hiesigen Hafen eingetroffenen Dampfer „Kings Lynn" sind unter­wegs der Kapitän, der Steuermann, der Steward und zwei Matrosen durch Sturzsee über Bord gespült und ertrunken.

* In China geht die katholische Kirche, wenn nicht alle Anzeichen trügen, einer glänzenden Zukunft entgegen. In Peking predigten als erste Glaubens­boten gegen Ende des 13. Jahrhunderts Franziskaner- mönche das Evangelium und gewannen zahlreiche Neu­bekehrte. Als der erste langte dort der italienische Pater Giovanni da Monte Corvino an im Jahre 1288. Auf Befehl des Papstes Clemens V. residirte er da- selbst als Erzbischof. Leider sollte die aufgeblühte Saat mit der Vertreibung der Dynastie Auen im folgen­den Jahrhundert wieder zu Grunde gehen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts unternahm der italienische Jesuit Matteo Ricci mit seinen Genossen wieder das große Wagniß, welches gelang, so daß Papst Alexander VIII im Jahre 1688 Peking zum Bisthum erheben konnte. Große Verdienste um die Förderung des Werkes erwarb sich König Ludwig XIV. von Frankreich. Trotz der später hereingebrochenen blutigen Verfolgungen be­hauptete sich der Katholizismus von da ab. Augenblick­lich zählt das Misstons-Vikariat Peking 38,640 zum Theile sich auf einzelne Stationen vertheilende Katho­liken, 35 Kirchen, 145 Kapellen, 107 Betsäle, 2 Priester­seminare, 133 stark besuchte Volksschulen, mehrere höhere Schulen, 3 Spitäler, 2 Waisenhäuser, 7 Bewahranstalten für heidnische und 2 für christliche Waisenkinder. Die schönste der Kirchen Pekings ist die im Renaissancestil erbaute Kirche zur unbefleckten Empfängniß. Arn 20. Februar d. I gestaltete sich in Peking die Bischofs­weihe des dortigen Missionspriesters Alphons Favier zu einem wahren Triumphe des Glaubens. An der er­greifenden Feier nahmen nicht nur die Gesandten sämrnt- licher am Pekinger Hofe vertretenen Mächte Theil, son­dern auch der Vizekönig und Gouverneur von Peking, ferner sämmtliche Mitglieder des Ministeriums der aus­wärtigen Angelegenheit und sogar auch zwei Prinzen der kaiserlich-chinesischen Familie. Heber 3000 Katho­liken waren aus dem ganzen Bezirk des Vikariats in die Pekinger Kathedrale des Allerheiligsten Erlösers zusammen­geströmt, während eine mindestens zehnfach größere Anzahl von Heiden draußen vor der Kirche stand. Der Kaiser von China verlieh dem Neugeweihten den rothen Knopf ersten Ranges, d. h. derselbe steht nun in gleichem Range mit den Vizekönigen und den ersten Würden­trägern des Reiches.

* Kaserneuhofvkütije. Sergant (beim Turnen): „Kerl, Sie hängen wieder mal da wie 'ne unentdeckte Kommabazille, die sich den Magen an Sauerkohl ver­dorben hat."

* In der Inkunsts-Ziamikie. Gattin: „Schau' nur, Männchen, wie unser Jüngstes bereits radelt!" — Gatte: „Ja, es wird Zeit, daß es auch gehen lernt."

Kousivirlfischnftliches

Mai trank. Wer sich billig einen Maitrank be­reiten will, nehme dazu einige Flaschen alten guten Apfelweines, gieße solchen in eine Schüssel, gebe einige Hand voll Waldmeister (am besten nach 1—2tägigem Lagern) und auf den Liter Wein je nach Geschmack, /»Kilo Hutzucker dazu. Einige Zitronen und Pomeranzen­schalen erhöhen das Aroma, sind aber nicht absolut nöthig. Nach 20 Minuten ist der Maitrank gebrauchs­fertig.

Frühlings-Suppe. Junge gelbe und weiße Rüben werden geschabt, in frisches Wasser gelegt und fein länglich geschnitten. Dazu kommen noch junge grüne Bohnen, wenn möglich auch Pflückerbsen und Blumenkohlröschen. Alles zusammen wird nochmals mit reinem Wasser überspült und in einen Topf mit leichter Fleischbrühe aufgefüllt, langsam 20—30 Minuten gekocht, so daß die Gemüse weich genug aber nicht ver­kocht sind. Man fügt dann etwa noch nöthiges Salz, ein wenig geriebene Muskatnus und zur Kräftigung der Suppe 2 Theelöffelchen „Maggi" hinzu und gießt sie über in Butter geröstete Semmelwürfchen in die Terrine.

Brunnenkresse. Es ist noch wenig bekannt, daß die Brunnenkresse bei täglichem Genüsse, bei allen Leiden, besonders Lungen- und Nervenleiden, eine heilsame Wirkung ausübt. Einen äußerst wohlschmeckenden Salat bereitet man wie folgt: 2—3 Stunden vor dem Gebrauch wird die Brunnenkresse, vielleicht 15 Bündel, von allen schlechten Blättern fauber gereinigt und gut ausge­waschen. Man vermengt sie daun gut mit etwas Oliven­öl, dem Saft einer Zitrone, und mit einer fein ge­schnittenen Zwiebel und lasse das Ganze ca. drei Stunden zum Ziehen stehen. Man vermeide jedoch streng eine Zuthat von Essig zu geben.

Verdorbenes Sauerkaut zu retten. Wenn Sauerkraut verderben will — was häuft da vorkommt, wo es nicht recht beschwert oder ungenügend eingesalzen wird — und über dasselbe sich bereits ein Pelz von Schimmel zu bilden beginnt, kann man der über dem Kraut stehende Brühe */• Liter guten, reinen Brannt- wein zusetzen, so oft man davon herausnimmt, 4 bis 5 mal genügt in der Regel.

SpinatsürKranke. Man kocht 1 Liter. Spinat in Salwasser ab, drückt ihn aus, streicht ihn darauf durch ein Sieb und rührt ihn nun mit einem Theelbffel Semmel, einem an zwei Löffel süßer Sahne und verquirltem Ei­

gelb und einer Messerspitze Fleischextrakt heiß, ohne ihn kochen zu lassen.

Gegen Verbrennungen werden alle möglichen Mittel empfohlen; eines der einfachsten aber, welches in jedem Haushalt stets vorhanden zu sein pflegt, wird immer noch nicht genug gewürdigt, das Mehl. Wer sich verbrennt, muß sofort die verbrannten Theile dick mit Mehl bestreuen, nicht etwa bloß zart pudern und das Mehl längere Zeit liegen lassen, bann hört der Schmerz sofort auf und es gibt keine Blasen,

Kiterarifches.

Warta Waieukönigin! 31 Erwägungen über das Leven der hehren Gottesmutter, lauretanische Litanei, Maguifikat und Mailieder. Zur frommen Feier des Maimonats. Herausgegeben von Ludwig So engen 8.1. München-Gladbach, B. Kühlen s Verlag. Preis: in reichverziertem Hmschlag 30 Pfg., in elegantem Einband mit Goldpressung (Ausgabe F) 50 Pfg.

Für den Maimonat kann dieses verlreffliche Büch­lein allen Verehrern der lieben Gottesmutter, insbe­sondere auch für den Gebrauch bei den häuslichen An­dachten, nur auf das Wärmste empfohlen werden.

Karte des spanisch-amerikanische» Kriegsschau- pkahes. Wien, Freytag & Berndt. Preis 20 Pfg.

Ganz Europa verfolgt mit gespanntem Interesse die Vorgänge in und bei Cuba, den Kampf zwischen der alten und neuen Welt, aus den sich schließlich der spanisch­nordamerikanische Konflikt zuspitzen wird. Zur rechten Zeit stellt sich da die rührige, kartographische Anstalt G. Freytag u. Berndt, Wien VII/1, mit einer „Karte des spanisch-nordamerikanischen Kriegsschauplatzes" im Maßstabe 1 : 20 Mill, ein, der zur besseren Hebersicht noch eine „Karte von Cuba" im größeren Maßftabe (l : 5 Mill.), sowie eine sehr instruktive, vergleichende Zusammenstellung der Land-Armeen und Flotten Spaniens und der Ver­einigten Staaten 6eigegeben ist. Die Karte ist äußerst nett und sauber ausgeführt und gegen Einsendung von nur 20 Bfennig franko von jeder Buchhandlung, wie auch vom Verlage G. Freytag u. Berndt, Wien VII/1, direkt zu beziehen.

Marktberichte.

□ Irankfurt a. W., 2. Mai. (Getreidemarkt- Bericht, mitgetheilt von Joseph Strauß, Agent, der sich bei An- und Verkäufen bestens empfiehlt.) Weizen ab unserer Hmgegend 25.00—25.25 Mk„ Desgleichen frei hier 25.50 00.00 Mk., Desgleichen hochfeine Qualität ca 25 Pfennige über Notiz, Argent., amerik. und ruff. Weizen 24.75—25.75 Mk„ Roggen, hiesiger 18.00 bis 18.25 Mk„ russischer 17.75-18 25 Mk., Braugerste (Pfälzer, Ried und Wetterauer) je nach Qualität 18.75 bis 20.25 Mk., Futtergerste (russische) 13.50 bis 15.00 Mark, Hafer (inländischer) 17.75—18.50 Mk., Safer ruff. u. amerik. 17.00—18.25 Mk., Mais (gesundes tixed) 12.25—00.00 Mark, Mais, virgin. Pferdezahn zur Aussaat 00.00-00.00 Mk., Saaterbsen 00.00 bis 00.00 Mark, Saatwicken, 00.00—00.00 Mark, Leinsaat, 00.00 —00.00 Mark, Weizenkleie 10.00 0.00 Mark, Roggenkleie 10.25 bis 10.50 Mark, getrocknete Biertreber 9.25—9.50 Mk., Malzkeimc 9.00 - 9.50 Mk., Spelzenspreu per Ctr. 1.25—0.00 Mk., Milchbrod und Brodmehl im Verband 65.00—68.00 Mk., Nordd. und Westfäl. Weizen­mehl Nr. 00 32.00-33.50 Mk., Roggenmehl Nr. 0/1 25.00 —26.00 Mk., Torfstreu per Centner 1.25 Mk. Raps 00.00 - 00.00. La klata-Weizen Waare per April- Juli 00.00 -00.00. Die Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco ausw. Stationen bei mindestens 10,000 Kilo

Wenn auch das Resultat des heutigen Tages kein besonders hervorragendes ist, so war es doch wenigstens einigen Getreidearten vergönnt, die Aufmerksamkeit in etwas erhöhtem ii aße auf sich zu lenken oder sich in umfangreicheren Quantitäten zu bewegen. Die Gefammt- haltung ist als fest zu bezeichnen. Die von den aus­wärtigen Märkten vorliegenden Meldungen boten keine besondere Anregung, wenn solche auch nicht unbefriedigend lauteten. — Mais pro Mai Juni 11.75 M.

Irankfurt, 2. Mai. Amtliche Notirung der Vieh- markt-Preise. Zum Verkauf standen: 471 Ochsen, 34 Bullen, 792 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 286 Kälber, 137 Schafe und Hämmel und 1218 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren 64—65 M., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 58—60 M„ c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 50—55 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwerthes 52—54 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 48 - 50 M., e. geling genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (©ttere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 58 - 60 M„ h. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 54—56 M, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 47—50 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 40—44 M„ e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 30-35 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 73—75 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 65—70 Pf., c. geringe Saugkälber 54 bis 58 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —. Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel 60—62 Pf., b. ältere Masthämmel —.— Pf., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 00—00 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l‘,4 Jahren 57—58 Pf., b. fleischige 56—57 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00—00 Pf., d. aus­ländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) —. Pf. Ferner wurde für ein Pfund Lebend­gewicht bezahlt: Kälber a. 43 - 45 Pfg. b. 39—42 Pfg. Schweine a. 45—46 Pfg. Aus Oesterreich standen 5 Bullen und 40 Ochsen zum Verkauf.

Foulard-Seide 95 Pfg.

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