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mit Nnterhallungs-Weilage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung" petersgaise Nr. i (Larmonie).

Jutöcr, Montag, den 25. April 1898

25. Jahrgang.

Deutsches Deich.

Berlin, 23. April.

* Nunmehr veröffentlicht auch der .Reichs­anzeiger' amtlich die kaiserliche Verordnung, wo­nach die Wahle« zttmJieichslage am 16. Juni vorgenommen werden sollen. Damit wird es nun höchste Zeit für alle Wahlkomitees, ihre Vorbereitungen für diese Wahlen zu beginnen und dann eifrigst zu fördern.

* Der Minister des Innern hat durch Er­laß an sämmtliche Landräthe, Oberamtmänner, Ober- bezw. Ersten Bürgermeister der kreis- eximirten Städte rc. angeordnet, daß mit den Dorvereitunge« zur Wahl für de» Ileichs- lag ohne Verzug vorzugehen ist. Insbe­sondere wird darauf hingewiesen, daß die Ab­grenzung der Wahlbezirke unverzüglich herbeizuführen ist. Hierbei wird darauf aufmerk­sam gemacht, daß in richtiger Auslegung des § 1 des Wahlgesetzes Jeder, der bis zum Wahl­tage das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, An­spruch darauf hat, in die Wählerliste ausgenommen zu - werden. Die Festsetzung des Tages, an welchem die Auslegung der Wählerlisten zu er­folgen hat, sowie die Mittheilung über den Wahl­tag bleibt vorbehalten.

* Der schon seit längerer Zeit schwer erkrankte Centrumsabgeordnete Dr. jur. Mock aus Aachen, der im Reichstage den Wahlkreis Aachen-Land und Eupen vertritt, hat laut der,Franks. Ztg.' den Entschluß kundgegeben, mit Rücksicht auf seine Gesundheit vom parlamentarischen Leben sich zurückzuziehen.

X Der einzige Centrumsparlamentarier, der sich von denen um Miquel „sammeln" ließ, ist der preußische Landtagsabgeordnete Graf Koevsöroech auf Schloß Haag bei Geldern gewesen. Diese Thatsache scheint aber verhäng- nißvoll geworden zu sein für die Fortdauer seiner parlamentarischen Thätigkeit. Am 20. April hat Graf Hoensbroech in einer Versammlung des > Centrums-Wahlkomitees des Wahlkreises Kempen- Geldern erklärt, daß er „in Anbetracht seiner sonstigen vielseitigen Beschäftigungen ein Mandat für den Landtag bei den bevorstehenden Neuwahlen nicht mehr annehmen könne, auch von dem Vor­sitze im Kreis-Wahlkomitee entbunden zu sein wünsche". Seine Wünsche sind erfüllt worden.

* Die Centrumsabgeordneten Dr. Porsch, Dr. Dittrich, v. Hagen, v. Detten und Dr. Opfer gelt, sowie der polnische Ver­treter Dr. Mizerski haben der XVI. Kom­mission des Abgeordnetenhauses zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffend das D»e«steinkommen der katholische« Pfarrer folgende A b - änderungsanträge unterbreitet:

I. Vor Artikel 1 nachstehenden Artikel einzu­schieben :

Behufs Gewährung von Beihilfen an leistungsunfähige katholische Pfarrgemeinden zur Aufbesserung des Dienst- einkommens ihrer Pfarrer wird ein Betrag von 3588 400 Mark (statt 3288400 Mk. der Vorlage) jährlich aus

Hohe Ziele.

Roman von L. von Neidegg.

V ------ (Nachdruck verboten.)

Offenbar befand sich Herr Butz in großer Aufregung, die ihren Grund im Bewußsein seiner traurigen Lage haben mochte, aber auch durch den Einfluß von Reizmitteln und Spirituosen verstärkt war, denn er bemerkte die Anwesenheit einer dritten gar nicht. Seine Augen glühten ffeberhast, und die Worte, mit denen er seine Frau begrüßte, kamen nur abgebrochen und stoß­weise hervor.

„So spät?" unterbrach sie seinen verworrenen Redefluß. „Bringst Du Arbeit?"

„Nein, andere arbeiten besser. Die Nachricht dachte ich, bekämst Du immer früh genug, darum habe ich mich unterwegs gestärkt."

„Leider", antwortete die Frau vorwurfsvoll. „Und wußtest doch, daß unser Hans so krank ist."

Seine Miene veränderte sich. „Noch nicht bester?"

„Schlimmer! O, wie habe ich mich nach Dir gesehnt!"

„Armes Weib," sagte er mitleidig; dann, sich vor die Stirne schlagend: „Es ist ein Jammer, ein Jammer! Das Beste wäre, ich räumte mich aus dem Wege; Dein Vater würde Dich und die Kinder vielleicht aufnehmen."

„Rede nicht so sündhaft! Meinst Du, ich wäre glücklicher, wenn ich Dich auf ewig ver­loren wüßte?"

„Verkommen wie ein Hund, und Dich mit hinabziehen! Den Gedanken ertrage ich kaum . ."

Staatsmitteln bereit gestellt, welcher nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen zu verwenden ist.

II. Für den Fall der Annahme von Nr. 1 den Artikel 6 Absatz 1 wie folgt zu fassen:

Die Beihilfen werden widerruflich an leistungsun­fähige katholische Pfarrgemeinden gewährt, welche zur Aufbringung von Zuschüssen zur Erreichung des Mindest- stelleneinkommeus und von Alters- und Ortszulagen für die beim Inkrafttreten dieses Gesetzes bestehenden, mit einem Stelleneinkommen von weniger als 3200 Mark jährlich verbundenen Pfarrstellen Umlagen ausschreiben müssen. Der jährliche Antheil an dem in Artikel 1 be­reitgestellten Beträge (rc. wie in der Vorlage).

IIT. In Artikel 5 den Absatz 1 am Schluß beizufügen:

vorbehaltlich der auf besonderen Rechtstiteln oder öffentlichem Rechte beruhenden Verpflichtungen Dritter.

IV. Dem Artikel 7 ist folgende Fassung zu geben:

Die gewährten Beihilfen (Art. 6 Absatz 1) unter­liegen dem Widerruf oder der Kürzung nur in dem Fall und insoweit, als eine Kirchengemeinde leistungsfähig wird.

lieber die Bewilligung, die Versagung, den Wider­ruf oder die Kürzung von Beihilfen beschließt usw. (wie im Gesetzentwurf).

Bei Prüfung der Leistungsfähigkeit sind neben der Steuerkraft auch die vorhandene Belastung zu öffent­lichen Zwecken und die gesammte wirthschaftliche und kirchliche Lage der Gemeinde zu berücksichtigen.

V. In Artikel 8 Abs. 2 zweite Zeile hinter „ihrerseits" einzuschieben „etwa bereite".

VI. Hinter Artikel 12 als Artikel 12 a ein­zuschieben :

Die den bischöflichen Behörden durch die Aus­führung dieses Gesetzes erwachsenden Verwaltungskosten werden in die Matrikel eingestellt.

x Pfarrer Lic. Weber hat seinen Austritt erklärt aus dem Ehrenrath des G ewerkvereins christlicher Bergarbeiter, weil er nicht ein­verstanden ist mit dem Vorgehen dieses Ehren- rathes in der Angelegenheit des Liesberger Ausstandes. Dieser hat aber nichts Anderes gethan, als was er im Interesse der Arbeiter ganz unzweifelhaft thun mußte. Was nützt den Ar­beitern eine Vertretung, die den nothwendigen Grundsatz von möglichst friedlicher Schlichtung aller Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeit­geber und Arbeiter so aufgefaßt misten will, daß die Arbeitgeber für ihre Jntereffen alles thun dürfen, die Arbeiter aber nicht? Und gerade in diesem Falle des Ausstandes am Piesberge hätte der protestantische Pfarrer Weber doppelt zurück­halten und vorsichtig vorgehen müssen, weil es sich um eine Auseinandersetzung mit ausgesprochen katholischem Hintergründe handelt. Oder trat Pfarrer Weber vielleicht grade deswegen aus?

h Mit Rücksicht auf den Mangel an land- wirthfchaftliche« Arbeiter« hat der preußische Eisenbahnminister eine Verfügung an die Eisenbahndirektionen ergehen lassen. Der Minister macht es den Direktionen zur Pflicht, gemäß den Erlassen von 1873 und 1889 Eisenbahn-Neu­bauten während der Frühjahrsbestellung und Ernten, möglichst mit wesentlich verringerten Ar­beitskräften fortzuführen, und die Bahnunter­haltungsarbeiten während dieser Zeit möglichst einzuschränken, umderLandwirthschaft zur Deckung des in dieser Zeit gesteigerten Bedarfs an Ar­beitskräften die Heranziehung von Arbeitern zu erleichtern. Außerdem wird den Direktionen ein­geschärft, nicht kontraktbrüchige Arbeiter zu be­schäftigen und auch sorgfältig darüber zu wachen.

„Still, still!" unterbrach sie. „Wir sind nicht allein."

Er blickte um sich. Frau Hardanger hatte sich an den Herd zurückgezogen, von wo aus sie die Züge des Mannes studirte, die, sie wußte selbst nicht warum, Bilder aus vergangener Zeit in ihr wachriefen. Sie mußte ihm ein Mal be­gegnet sein, nur konnte sie sich nicht besinnen, wo. Nun, da er zu ihr hintrat, trat sie vor.

„Wen hast Du hier?" fragte er seine Frau.

„Eine Frau . .. eine Dame ... die uns .. . die uns Geld bringt," antwortete diese leise.

„Geld? Uns? Woher doch?"

„Eine Unterstützung."

„Nenne es doch gerade heraus: Almosen!" Er wurde roth bis an die Schläfen. „Ginge es nach Recht und Gerechtigkeit, theilte ich solches aus, statt es zu empfangen. Wer schickt Sie, gnädige Frau?"

Frau Hardanger, aus dem düsteren Herd­winkel getreten, stand so, daß das spärliche Licht, welches in die Kammer drang, ihr nun voll ins Gesicht fiel. „Stadtrath Burkart," erwiderte sie.

„Was hat er Ihnen über mich gesagt, Frau Hardanger?" fragte Butz beinahe drohend.

„Sie kennen mich?" rief sie verwundert.

„Hier kennt Jedermann Frau Hardanger," erwiderte er ausweichend, indem er zugleich den Hut, den er beim Eintritt auf das Bett geworfen, wieder aufsetzte und tief in das Gesicht zog. „So, so, Herr Stadtrath Burkart schickt Sie hierher, und mit Geld? Was aber hat er ge­schickt? Was?"

„Eure Frau hat es an sich genommen." „Zeig es her!" herrschte er diese an und nahm

daß solche nicht etwa von Eisenbqhnunternehmern angenommen werden. Zuwiderhandlungen der letzteren in dieser Beziehung sollen aufs Strengste verfolgt werden. — Alle diese Maßregeln sind lobenswerth, jedoch wird es wohl nicht immer möglich sein, Bahnunterhaltungsarbeiten zu unter­lassen, oder einzuschränken, denn die Arbeiten heischen in den meisten Fällen schleunige Erledigung.

* Dresden, 23. April. Die Feierlichkeiten nahmen in der schönsten Weise ihren Fortgang. Heute Mittag fand im königlichen Schlöffe ein Familien-Frühstück statt, bei welchem der König die Glückwünsche der Fürstlichkeiten ent­gegennahm. Im Hotel Bellevue war gleichzeitig Marschalltafel für das Gefolge veranstaltet. Die Parade, welche heute Mittag stattfand, nahm einen glänzenden Verlauf. Kurz vor Via Uhr traf die Königin und die Prinzessinnen des könig­lichen Hauses, die fremden Fürstlichkeiten, das zahlreiche Gefolge der hohen Herrschaften, sowie die Generalität auf dem Paradefelde ein. Nach­dem bald darauf Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Joseph und König Albert sowie der Prinz-Regent von Bayern eingetroffen waren, ritten dieselben die Front ab. Sodann erfolgte ein zweimaliger Vorbeimarsch der Truppen. Hierauf begaben sich sodann die hohen Herrschaften nach der Stadt zurück, auf dem ganzen Wege von der dichtge­drängten Menschenmenge auf's lebhafteste begrüßt. Kurz darauf empfing der König eine Deputation der deutschen Kolonial-Gesellschaft unter Führung des Herzog-Regenten Johann Alb­recht von Mecklenburg-Schwerin im Mar­morsaale. Um 5 Uhr empfing der König eine Deputation des Bundesralhes unter Führung des Reichskanzlers Hohenlohe. Um 51-Uhr fand eine große Gala-Tafel im Paradesaale statt, an welcher sämmtliche hier anwesenden Fürstlich­keiten, der Reichskanzler, die hiesigen Gesandten, die außerordentlichen Abgesandten, die Präsidien der Ständekammern, die Abordnung des Bundes- rathes und der Kolonial-Gesellschaft, die Genera­lität und die sremdherrlichen Offiziere theilnahmen. Während der Galatafel toastete Kaiser Franz Joseph von Oesterreich in kurzen herzlichen Worten auf König Albert. Dieser erwiderte be­wegt. Kaiser Wilhelm reiste um 8l/e Uhr wie­der ab. (Weitere Nachrichten im 2. Blatte.)

Ausland.

* Arüstel, 23. April. Die belgische Re­gierung wird in der nächsten Woche einen Ge­setzentwurf einbringen, durch welchen die Frist, innerhalb deren Belgien den Kongo-Staat wieder übernehmen kann, um 10 Jahre verlängert wird.

* Daris, 23. April. Die französische Re­gierung hat angeordnet, daß das Nord-Ge­schwader in Dienst gestellt werde, sobald zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten der Krieg erklärt sei. Das atlantische Geschwader soll sich während der Dauer der Feindseligkeiten beständig in der Nähe der Antillen aushalten. — Die Wittwen Mac Mahons und Carnots, sowie Frau Casimier-Perier, die Prin­zessin Mathilde B on aparte und die Her­zogin Vendome wurden aufgefordert, an die

es ihr aus der Hand. „Dieser Bettel ... ich weiß ganz gut, woher er ihn für mich be­kommen hat."

„Es ist für uns unerwartete Hilfe in höchster Noth!" wollte seine Frau beschwichtigen.

„Meinst Du? Ich weiß es besser, es kommt vom Teufel", sagte er geheimnißvoll. „Ich bin ihm neulich begegnet ... auf der Straße . . . er war's, der dies für uns gegeben hat."

War der Mann toll oder sprach er im Opium­rausch? So fragte sich Frau Hardanger. Frau Butz sah beängstigt zu ihrem Manne auf: „Bitte, bitte, führe keine solche Reden."

„Du glaubst wohl, ich rede irre? Nein, ich bin sicher, sein Gesicht gesehen zu haben; wie immer, hat es Unglück bedeutet, Brodlosigkeit, Verlust meiner Beschäftigung . . . Sollten Sie nicht auch gute Lehren für mich mitbekommen haben?" wandte er sich an Frau Hardanger.

Der herausfordernde Ton, die ganze Art des Mannes reizten sie zur höchsten Ungeduld; der Tollhäusler that ja, als sei ihm eine Schmach widerfahren dadurch, daß sie in seine Höhle sich bemüht.

„Wen Ihr meint, kann ich natürlich nicht wissen," antwortete sie in wegwerfendem Tone; „das aber weiß ich, daß ich Herrn Burkart über Eure Führung zu berichten habe. Hübsche Dinge, die er da erfahren wird."

„Also Spionirerei auch noch !" rief er über­laut. „Kann man mich denn nicht in Ruhe ver­hungern taffen, muß man mich noch mit Er­mahnungen heimsuchen?! Ich will nichts von ihnen . . . ."

französischen Frauen einen Aufruf zu erlassen, damit freiwillige Krankenpflegerinnen nach Spanien gesandt und Geldmittel zur Aufbesserung der Kost der Verwundeten beschafft würden.

* Detersvnrg, 23. April. Nach einer Depesche aus Rostow am Don haben auf den Stationen Kawkas, Beßlau und Chassawjurt der Wladikawkaser Eisenbahn Uebersälle durch Räuber stattgefunden, bei welchem mehrere Personen verwundet wurden. Die Räuber ver­suchten ferner einen Güterzug und eine Kontroll­kasse zu berauben.

* Mekgrad, 23. April. Die serbische Na­tionalbibliothek ist sanglos gesperrt worden, weil — keine Bücher mehr vorhanden sind! Die aus Landesmitteln geschaffene Bibliothek zählte vor etlichen Jahren 40,000 Bände. Da aber Jedermann Bücher „entlieh" und Niemand solche wiederbrachie, blieben schließlich als ganzes Bibliotheksinventar nur die Kataloge und der Kustos zurück. Einzelne Professoren sollen ganze Bücherkollektionen „entlehnt" haben. Slavische Wirthschaft!

* Konstantinopel, 23. April. Die Ad­mirale der bei Kreta liegenden Schiffe empfahlen ihren Regierungen mit Rücksicht auf die jüngsten Zwischenfälle zwischen französischen und türkischen Truppenabtheilungen, entweder bei der Pforte auf eine Verminderung der türkischen Truppen auf Kreta und die Abberufung Djewad Paschas hinzuwirken, oder die Verminde­rung der internationalen Besatzung zu veranlassen.

Der spanisch-amerikanische Krieg.

G Ungerecht und frivol, wie die Ver­einigten Staaten von Nordamerika den Krieg gegen Spanien vom Zaune gebrochen haben, be­ginnen sie auch denselben: noch bevor der eigent­liche Kriegszustand erklärt ist, erdreistet sich der große amerikanische Panzerkreuzer „Nashville", in der Nähe des nordamerikanischen Kriegshafen Key-West an der Südspitze der Halbinsel Florida ein Kauffahrteischiff wegzunehmen, das unter spanischer Flagge segelt — außerdem eine recht große Heldenthat, wenn der riesige Panzer­kreuzer scharf auf ein kleines hölzernes Kaufmanns­fahrzeug schießt, das kaum 20 Mann Besatzung hat! Und dabei thaten vorher die Nordameri- kaner so, als wollten sie auf das Recht der Kaperei verzichten, und als läge ihnen im Interesse allgemeiner Gesittung alles daran, um durch die Vermittelung der Mächte Spanien zu diesem Ver­zichte zu bewegen — elende Heuchelei! Die Ladung der „Buenaventura" bestand aus Pitchpine-Holz und war Eigenthum einer Firma in Mannheim. Mit dem Kanonenschüsse des „Nashville" gegen das kleine Holzschiff „Buenaventura" sind also die Feindseligkeiten von den Amerikanern eröffnet worden. Aber erst an diesem Montag wollte Präsident Mac Kinley von dem nordamerikanischen Parlamente den Erlaß einer förmlichen Kriegs­erklärung fordern. Am Dienstag soll der Kongreß darüber berathen und beschließen. In Spanien sind angesichts der drohenden Situation alle Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierung beseitigt worden. Spanien und alle Spanier stehen vereint dem frechen Eingriff in spanische Rechte

"„Als Unterstützung!" fiel Frau Hardanger mit schneidendem Hohne ein. ,

„Nein und nein, und dreimal nein! Was Sie mir da gebracht haben — Herr Burkart meint wohl, ich wisse nicht, woher es käme? ich weiß es aber ganz genau — ist ein Brocken, den einer mir hinwirfl, der mir ein Vermögen vorenthält." Er nahm das Geld, das er auf den Tisch gelegt, und schleuderte es in eine Ecke. „Ich will aber von ihm kein Almosen haben! Alles will ich . . . das Ganze, das mir zukommt, oder gar nichts .... Lieber verderben lieber . . . ."

Die Frau, die umsonst versucht, ihn zum Schweigen zu bringen, legte die Hand über seinen Mund: „Um's Himmels Willen, richte kein Un­heil an!" bat sie. „Danke vielmehr Gott, daß wir für unfern Hans etwas thun können, mache uns nicht unglücklicher . . ." Sie brach ab und wandte sich zu Frau Hardanger. „3$ Dante Ihnen, danke herzlich, gnädige Frau, ^etzt glelch gehe ich und hole den Arzt, und Du, bat sie ihren Mann, „nicht wahr, Du blerbst hier und gibst gut Acht auf unser liebes Kind -

Sie hatte das Geld aufgelesen und zu sich gesteckt; über das Bett gebeugt, ordnete sie die Kiffen, zupfte die geflickte Decke zurecht und streichelte den Kleinen, wobei ihr Blick auf ihm haftete mit dem Ausdruck hingebender Mutter­liebe, der alle Sorgen gering dünken neben der einen Furcht, dies arme schwache Lebensflämmchen auslöschen zu sehen,

Des Mannes leidenschaftlicher Zorn war ver­raucht und hatte einer weichen Stimmung Platz gemacht. Er kniete neben dem Bette nieder und