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JK 91.
Jutöcl, Samsrag, den 23. April 1898
25. Jahrgang
6 Auswüchse der Freizügigkeit.
Bei der Besprechung der Interpellation der Abgeordneten Szmula und Genossen im preußischen Abgeordnetenhause über die Stellung der Regierung zu der Arbeiternoth auf dem Lande in den östlichen preußischen Provinzen hat der preußische Landwirthschaftsminlster Freiherr von Hammerstein-Loxten den Ausspruch gethan: es sei zu erwägen, ob und durch welche Maßnahmen eine Beschränkung der Auswüchse des Rechtes auf Freizügigkeit als Mittel gegen diese Roth an Arbeitern und Dienstboten zu erstreben sei. Denn diese Auswüchse haben nach dem Ausspruche des Herrn Ministers eine Entvölkerung des Landes und eine ungesunde Bewegung der ländlichen Bevölkerung nach den Jndustriebezirken -und nach den Städten gezeitigt.
Es konnte nicht fehlen, daß dieser Ausspruch Les Ministers von der linken Seite des Hauses aufgegriffen und der Minister gefragt wurde, was er denn eigentlich unter Auswüchsen der Freizügigkeit verstehe. Aber der Bescheid, der den Fragern darauf zu Theil wurde, war recht knapp und unklar gehalten. Man ist versucht zu behaupten, daß Minister von Hammerstein im Eifer des parlamentarischen Redegefechtes damit etwas gesagt hat, das er hinterher lieber wieder ungesagt gemacht hätte, wenn dies möglich gewesen märe. Aber der Ausspruch bildet einen Theil der Erklärung, die der Herr Minister im Namen der preußischen Staatsregierung abgab; und da muß man doch wohl annehmen, daß man es nicht mit einem Ausdrucke der lieber« eilung zu thun hat.
Minister von Hammerstein sagte zur Erklärung seines Satzes von den Auswüchsen der Freizügigkeit: Die Regierung denke nicht an eine Aufhebung der Freizügigkeit; aber ihre Auswüchse wolle sie beschränken. Und zu diesen Auswüchsen gehöre zum Beispiel die Abwanderung der ländlichen Arbeiter, die „ein Produkt der Scholle seien", in die Städte und Jndustriebezirke infolge von „momentaner" Nachfrage nach Arbeit, auf die Gefahr hin, daß nach einem Krach alsbald wieder „die Bude zugemacht wird". Mit dem Dichter kann man von dieser Erklärung sagen: „Das Unzulängliche, hier wird's Ereigniß!" Denn man ist auch nach dieser Erklärung nicht klüger als zuvor. Hier giebt es nur zwei Möglichkeiten : entweder die Regierung will die Freizügigkeit einschränken, oder sie will das nicht thun. Ein Mittelding giebt es nicht. Will aber die Regierung wirklich mit dem preußischen Land- wirthschaftsminister dem Arbeiter die Gelegenheit rauben, bestimmte Entwickelungen und Erschei- < nungen im Erwerbsleben mit gleichzeitig erhöhten Löhnen zu seinem Vorlheil auszunutzen, so würde das doch thatsächlich nichts Anderes bedeuten, als eine wirkliche Beschränkung der Freizügigkeit. Denn mit Recht müßte der Arbeiter eine Freizügigkeit verlachen und als nutzloses Ding verspotten, die ihn der Möglichkeit beraubt, günstige
Hohe Ziele.
Roman von L. von Neidegg.
5 ------ (Nachdruck verboten.)
2.
Ein paar Tage waren vergangen, da wurde Frau Hardanger durch einen Brief des Stadtraths Burkart überrascht. Ein Geldbetrag war eingeschlossen, den sie gebeten wurde, den Butz'schen Eheleuten von einem Wohlthäter zu übermitteln, der unbekannt bleiben wolle. Zugleich wurde sie ersucht, dem Stadtrath gütigst über die Eindrücke berichten zu wollen, die sie von jenen Leuten empfangen.
Die Botschaft kam ihr sehr ungelegen. Sie hatte noch nicht daran gedacht, sich nach irgend welchen ihrer Pflegebefohlenen umzusehen; daß es an diesem Tage geschehen sollte, war ihr besonders unangenehm. Am Abend sollte bei Präsident Fehrenbach jene große Ges> llschaft stattfinden, die seit Tagen ihre Gedanken beschäftigte, und nun am Morgen sollte sie unangenehme, etwa auch ekelhafte Eindrücke in sich aufnehmen und sich vielleicht die Freude des Abends damit verderben? Es widersprach dies ihrer ganzen Anschauung über Pflichten gegen sich selbst und über weisen Lebensgenuß.
Ja, dieser Abend! Mit Unruhe und Ungeduld sah sie ihm entgegen. Gefühlvolle Regungen waren ihr fern — ihre nüchterne Natur kannte derlei nicht; aber die Eitelkeit regte sich in ihr, die zu erproben wünschte, ob sie ihren alten Zauber bewahrt; die Herrschsucht, der darnach gelüftete, zu erfahren, wie mächtig ihr Einfluß auf jenen
Gelegenheiten zu feinem Vortheil auszubeuten, mögen nun diese Gelegenheiten auf dem Lande oder in der Stadt zu finden sein. Mit solchen Gewaltmaßregeln möge man doch ja das Land verschonen — die Folge davon würde nur steigende Unzufriedenheit und die weitere Folge noch größere Zugänglichkeit fein für die Wühlereien der Sozialdemokratie.
Ganz anders klingt es, wenn gesagt wird, man wolle den Arbeiter zu beschützen suchen davor, daß er gewissenlosen Gesindevermittlern in die Hände fällt, die ihn fortlocken von seiner Heimath unter schwindelhaften Versprechungen von hohem Verdienst, das bann vielleicht nur eine ganz kurze Zeit zu haben ist. Gewiß hat der Minister recht, wenn er sagt, daß die großen Städte wimmeln von Opfern solcher falschen Vorstellungen, daß die großen Städte eine wahre Brutstätte sind für Arbeitlosigkeit. Aber niemals kann eine Beschränkung der Freizügigkeit die Opfer solcher Täuschungen aus ihrer Nothlage befreien und sie wieder geregelter Arbeit zuführen. Da können doch nur zwei Dinge helfen: Fest geregelte Arbeisnachweise unter strenger Kontrolle und Erleichterung des Perfon en- verkehrs — Erleichterung, nicht Erschwerung!
Darüber, ob an dem Rechte der Freizügigkeit etwas geändert werden soll oder nicht, ent scheidet im Bedarfsfälle nicht der Landtag eines einzelnen Bundesstaates, sondern der Reichstag. Es ist nicht anzunehmen, daß in absehbarer Zeit in diesem eine Mehrheit sich findet für die Beschränkung des Rechtes der Freizügigkeit. Die Betrachtungen des Ministers v. Hammerstein darüber schweben darum als wesenloses Phantasiegebilde in der Luft.
Deutsches Deich.
Berlin, 22. April.
x Der Zeitpunkt der NeichstagswaHke« ist nunmehr enbgiltig auf den 16. Z««i festgesetzt worden.
X Mehrfach wird in der Presse darauf hingewiesen, daß der deutsche Reichskanzler Dürst zu KoHentoHe und der österreichische Minister des Aeußeren, Graf HokrrchowsKi, während des Jubelfestes des Königs Albert von Sachsen gleichzeitig in Dresden anwesend sind. Aller Wahrscheinlichkeit werden die beiden Staatsmänner die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne ihre Meinungen über die schwebenden internationalen Fragen auszutauschen. Der beginnende Krieg zwischen Spanien und Nord- amerita steht im Vordergründe dieser Fragen, die reichlichen Stoff liefern für eine solche gegenseitige Aussprache. Ebenso wird dazu aller Voraussetzung nach die noch immer ungelöste Kreta- Frage gehören. Die halbamtliche,Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widmet dem Jubelfeste des Königs Albert eine Kundgebung, in der der König als ein Fürst gepriesen wird, der „alle Zeit als treuer Freund Kaiser Wilhelms des Großen, Kaiser Friedrichs und Kaiser Wilhelms II. sich erwiesen hat'".
X Jetzt endlich ist der vielfach im Voraus besprochene Wachtrags-Ktat dem Reichstage zugegangen. Derselbe verlangt 7 787 885 Mark,
Mann noch sei. Vor allem erwachte das Verlangen, ein wenig mit dem Feuer zu spielen, ein Verlangen, das gerade bei kalten Naturen weniger selten ist, als man meint, weil sie eben nur prickelnde Unterhaltung darin finden und keine Besorgniß vor etwaigem Straucheln hegen.
Wie wenig der Auftrag aber auch zu ihrer jetzigen Gemüthsstimmung paßte, ausgeführt mußte er werden. Der Schaar der „wohlthätigen Frauen" eingereiht, gab es für sie kein Entrinnen. Noch in den Vormittagsstunden machte sie sich auf den Weg in die Wolfsgasse zu den Butz'schen Leuten.
Es war ihr ein völlig unbekannter, entlegener Stadttheil, den sie betrat. Die Armuth seiner Bewohner hatte ihm den Stempel tiefen Verfalls aufgedrückt. Die engen, unreinlichen Gaffen, die von Staub und Rauch geschwärzten Häuser, an denen stellenweise der Mörtel abbröckelte, gaben ein trauriges Bild der Verwahrlosung, die der kalte dichte Märznebel noch trostloser erscheinen ließ. Ueberall Schmutz, Wassertümpel auf der holprigen Straße; zerbrochene Scheiben an den Fenstern; auf den Schwellen und in den Gängen zerlumpte Kinder, keifende ungekämmte Weiber, alles Elend der bitteren, mit dem Schicksal hadernden Armuth.
Nur mühsam sand sich Frau Hardanger in der fremden Umgebung zurecht, und nicht ohne Schwierigkeit erforschte sie ihren Weg, wobei sie manche abfällige Bemerkung zu hören bekam. Gewiß war sie eine kluge und hochgebildete Frau; jener feine Herzensakt aber, die den Reichen eingibt, die Armen nicht zum Vergleichen herauszufordern durch Zurschautragen der eigenen Wohl
nämlich 1109 280 Mark an fortdauernden und 6 678 605 Mark an einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats. Die Mittel zur Bestreitung des Mehrbedarfs sind zum Betrage von 5 Mill. Mark nur soweit als Beiträge der einzelnen Bundesstaaten aufzubringen, als sie nicht durch Mehrerträge regelmäßiger Einnahmen außer den Matrikularbeiträgen ihre Deckung finden. Der Hauptposten der einmaligen Ausgabe beträgt 5 Millionen Mark zur „Verwaltung des Gouvernements Kiautschau", oder, wie es in der erläuternden Anlage heißt, „zur Einrichtung Kiau- tschau's als wirthschaftlicher und maritimer Stützpunkt". Die Erläuterung ist recht knapp; sie besagt lediglich folgendes: „Es entstehen persönliche und sächliche Ausgaben: 1) Für die Civil- oerroaltung des Gebietes. An die Spitze der Verwaltung soll ein Gouverneur treten mit dem erforderlichen Personal. Außerdem ist ein richterlicher Beamter in Aussicht genommen. 2) Für die Garnison. Zur Zeit befindet sich inKiautschau ein Bataillon Marine-Infanterie und eine Kompagnie Matrosen-Artillerie. Wann diese Garnison verringert werden kann, läßt sich noch nicht übersehen. Das Personal gehört der Marine an, foll aber überetatsmäßig aus der hier geforderten Pauschsumme besoldet werden. 3) Für die Vermessung des abgetretenen Gebietes. Allgemeine Vermessung (Land- u. See-Vermessung) zur Feststellung des Grundeigenthums (Grundbuch). 4) Für Schifffahrtszeichen (Leuchtfeuer- Betonnung). 5) Für Lösch- und Ladestelle für Schiffe. Es läßt sich zur Zeit auch nicht annähernd übersehen, welche Mittel im Rechnungsjahre 1898 für die einzelnen Zwecke erforderlich fein werden. Der Gouverneur ist mit technifchen Beamten erst jetzt in Kiautschau eingetroffen. Verhandlungen mit mehreren Privat- Firmen über deren Betheiligungen an den Kosten der wirthschastlichen Einrichtungen sind eingeleitet. Ein brauchbarer Kostenüberschlag kann daher nicht ausgestellt werden. Es bleibt zunächst nur übrig, eine Bauschsumme bereit zu stellen, aus der die erforderlich werdenden Ausgaben geleistet werden können.
* In Abgeordnetenkreisen nimmt man an, daß es sich nach der jetzigen Lage der Geschäfte ermöglichen lasten werde, die Werhandkunge« des Landtages vor jüngsten zu schließe«; man hofft sogar, daß der Schluß am Ende der Woche vor Pfingsten, also etwa gegen den 21. Mai, sich wird ermöglichen lassen.
st Aks sehr lästig sind schon häufig übereifrige Nachforschungen der Kmkommensteuer- Aerufungskommiffio« empfunden worden. In einem Runderlasie ist der preußische Finanzminister neuerdings gegen solche „unnöthige Belästigungen des Publikums" eingeschritten. Zur Berechnung des steuerbaren Vermögens, sowie des Einkommens von Steuerpflichtigen, welche bei landschaftlichen ober andern Kreditinstituten sogenannte Amortisationsdarlehen ausgenommen haben, ist es von Zeit zu Zeit erforderlich, die Höhe der aufgesammelten Amortisationsfonds festzustellen. Die Verfügung des Finanzministers richtet sich nun gegen die Gepflogenheit einzelner Veranlagungsbehörden, die diese Feststellungen jährlich wiederholen lassen. Er be-
habenheil, der die Reichen antreibt, Luxus in der Kleidung zu vermeiden, wenn man die Bedürftigen in ihren armseligen Behausungen aufsucht, der war ihr »erjagt.
Endlich hatte sie das Haus herausgefunden, in welchem das Butz'sche Ehepaar wohnen sollte. „Ganz oben," war ihr gesagt worden. Ergeben begann sie also ihren Aufstieg. Je höher, um so widerwärtiger und empfindlicher umwehte sie ein Geruch von Moder, brenzeiigen Küchendüsten und feuchter Wäsche, um so bröckeliger und schmutziger wurden die Wände, um so steiler die Treppe. Endlich, als der Weg aufhörte, hielt sie auf einem halbdunklen Absatz still, auf dem eine vierschrötige, sehr gutmüthig aussehende Frau vor einem Kübel stand, in dem sie vor Unreinlichkeit starrende Wäsche wusch.
„Seid Ihr etwa die Frau Butz?"
„Nein, Madame, da müssen Sie noch eine Stiege höher."
„Noch eine Stiege? Wo denn?" Sie sah sich um und sah nichts als eine Art Leiter, die in einen Speicherraum führte.
Die Waschfrau lachte laut auf: „Ich sehe wohl, Madame ist arme Leute nicht gewöhnt. Wer zu unsereins kommt, darf nichts Schönes erwarten."
„Treffe ich denn wenigstens die Butz da oben an?"fragte Frau Hardanger in Heller Verzweiflung nach oben weisend.
„O, die! Die ist jetzt immer daheim. Früher ist sie als Näherin in die Häuser gegangen, hat auch gescheuert und jede Arbeit angenommen; seit das zweite Kind da ist, war's schon schwerer mit dem Weggehen, und seit die Kinder krank sind,
zeichnet es als in der Regel ausreichend, wenn die vorhandenen Nachrichten über jene Fonds in längeren Perioden ergänzt oder berichtigt werden, etwa von drei zu drei Jahren.
Die ,Centrumskorrespondenz" hatte vor einigen Tagen das DerHättrriß zwischen dem Ke«1r«m «nd de« Konservativen erörtert und dabei die sehr richtige Bemerkung gemacht, „alle Wünsche und Beschwerden des Centrums über dieFesseln, die derkatholischen Kirche sind, fänden hei der konservativen Partei taube Ohren." Daß dies thatsächlich so ist, haben erst neuerdings dieBerathungen des Kultusetats im preuß. Abgeordnetenhause bewiesen und das führende Parteiblatt der Konfervativen, die ,Kreuz-Zeitung" kann das auch gar nicht leugnen: Sie meint, das sei „nur cum grano salis richtig"". Wenn man sich in die Enge getrieben sieht und nicht recht weiß, wie man wieder herauskommen soll, greift man bekanntlich gern zu Fremdwörtern, weil man in ehrlichem Deutsch sich nicht mehr vertheidigen kann. Auf gut Deutfch gesagt: die ,Kreuz-Zeitung" gibt zu, daß der Vorwurf die konservative Partei ganz richtig betrifft. Die ,Kreuz-Zeitung' mochte sich wohl ein Hinterthürchen aufmachen, aber sie findet keines. Das konservative Blatt schreibt dann weiter: „Wie die Katholiken in der Hauptsache der Initiative und der Mitwirkung der Konservativen bei der Herbeiführung des Kulturfriedens und die Befreiung aus den beklagten Feffeln verdanken, so stehen die Konservativen auch heute treu zu ihrem Programm, in welchem es heißt: Wir erkennen einerseits dem Staate das Recht zu, traft feiner Souveränetät, fein Verhältniß zur Kirche zu ordnen; anderseits wollen wir keinen Gewisfenszwang und deshalb kein Uebergreifen der staatlichen Gesetzgebung auf das Gebiet des inneren kirchlichen Lebens." Undurchführbare Forderungen aber werden die Konservativen auch auf diesem Gebiete nicht unterstützen."" — Soweit die ,Kreuz-Zeitung". Wo ist denn der „Kulturfriede"", zu dem die Konservativen den Katholiken verhülfen haben wollen? Wir sehen keinen. Denn noch bestehen so viele Reste des Kulturkampfes, daß von einem Kulturfrieden noch lange nicht die Rede fein kann. Und was sind es denn für „undurchführbare Forderungen"", die die Konfervativen „auch auf diesem Gebiete nicht unterstützen werden?"" Die ,Kreuz-Zeitung" hütet sich wohl, diese Forderungen genauer zu bezeichnen. Sie meint damit aber nichts anderes, als die Forderung der Katholiken, eben jene Reste des Kulturkampfes zu beseitigen. Und dabei gesteht sie selbst zu, daß die berechtigten Wünsche und Beschwerden der Katholiken taube Ohren bei den Konservativen finden. Manches aus politischem Gcbiete hat das Centrum mit den Konservativen r emein. Für manches andere aber in feinen Forderungen und Anschauungen findet das Centrum mehr Verständniß auf der linken Seite. Das Centrum geht daher nach wie vor seinen Weg allein, und nach wie vor müssen Konservative und Bund der Landwirthe auf das angenehme Gefühl verzichten, das Centrum als kräftiges Zugthier vor ihren Wagen gespannt zu sehen.
* Nach einer Mittheilung des ,Reichsanzeigers" hat die englische Negierung, im Hinblicke auf die Besitznahme des chinesischen Hafens von Wei- kommt sie zu keiner Arbeit mehr. Ich habe ihr früher wohl hier und da die Kinder abgenommen, ich wasche und bügele und komme wenig von zu Hause fort, — aber kranke Kinder, wo ich eigene habe!" Sie schüttelte den Kopf.
Hier war der richtige Ort, um Erkundigungen über die Butz'schen Leute einzuziehen.
„Ist der Mann viel zu Hause?'" „Das ist, wie es so kommt."" „Wie meint Ihr das? Was treibt er eigentlich?"
„Der Butz? ..." Die Wäscherin machte die Bewegung, mit der ein Glas an die Lippen geführt wird.
„Doch wohl nicht beständig! Was denn sonst „Er ist Abschreiber, bald hier, bald da. Hat er Geld, bringt er Frau und Kindern schöne Sachen; hat er keines und keine Arbeit, so geht er jammernd auf und ab, bis er sich einen Rausch antrinkt, ober so ... so ein Gift zu sich nimmt . . . Mor ... Morsum ... die Madame werden schon wissen, was ich meine. Er ist nicht für die Armuth geboren, da findet man sich erst recht nicht hinein.""
„Nun, ein Prinz wird er wohl auch nicht gewesen fein," meinte Frau Hardanger und sah mißmuthig von der Philosophin am Waschzuber nach der zu erklimmenden Leiter hin.
„Das weiß ich nicht," entgegnete die Wäscherin, deren Begriffe von einem Prinzen jedenfalls verschwommen waren. „Was anderes, Besseres als jetzt ist er aber geroefen, darum thut er so herb. Wisset Ihr, Herabsteigen thut immer weh," fuhr sie vertraulich fort. „Hinauf, das geht sehr leicht. Der Butz redet nicht wie unsereins, sie