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uni Itnlerhaüungs-Aeilage Sonuiags-Aeilung" petersMe Nr. 2 (Harmonie).

M 82.

Jucöa, Mittwoch, den 13. April 1898

Der Streit um Cuba

ist in eine neue Entwickelungsstufe einge­treten. Dies hat erstens seinen Grund darin, daß die spanische Regierung den Aufständischen auf der Insel Cuba einen W affen st ill-st and bewilligt hat, zweitens aber in der Botschaft des Präsidenten MacKinley an das Par­lament der Vereinigten Staaten von Nordamerika.

Diese Botschaft ist dem Kongreß am Oster­montag zugegangen. Ihre Tonart ist friedlicher, oder doch wenigstens versöhnlicher, als man wohl vorher angenommen hatte. Vor allen Dingen ermahnt die Botschaft den Kongreß, vor der Ent­scheidung die ganze Frage noch einmal sehr genau zu erwägen und deswegen die Entscheidung noch ein wenig hinauszuschieben. Dann aber stellt die Botschaft fest, daß die Regierung der Vereinigten Staaten nicht daran denkt, die Insel Cuba in Besitz nehmen zu wollen. Die Vereinigten Staaten streben nach diesem Besitze auf keinen Fall. Auch enthält die Botschaft mit einigen Worten eine Anerkennung der Thatsache, daß Spanien den Aufständischen den Waffenstillstand gewährt hat, und macht auch den Kongreß besonders auf diese Thatsache aufmerksam, die ja ein Entgegenkommen Spaniens gegenüber den amerikanischen Wünschen ist. In diesem Sinne wird diese Thatsache in den Vereinigten Staaten ziemlich allgemein aus­gefaßt. So äußerten sich auch am Montag im amerikanischen Kongreß zu Washington mehrere Vertreter der Regierung.

Nichtsdestoweniger darf man aus diesen That- sachen noch immer keine vorzeitigen Schlüsse ziehen auf die Erhaltung des Friedens. Die Amerikaner verlangen viel mehr, als Spanien bewilligen will und auch kann. Zum Theil kennzeichnet die Botschaft des Präsidenten Mac Kinley selbst das, was die Vereinigten Staaten wollen; zunächst völlige Beendigung der Feind­seligkeiten zwischen Spanien und den cubanischen Insurgenten. Und die leitenden Politiker der Vereinigten Staaten bereiten mit Eifer alles vor, um in gegebenen Zeitpunkte mit Waffengewalt auf der Insel Cuba eingreisen zu können und diesen Frieden zwischen Spanien und den Auf­ständischen zu erzwingen — den Teufel durch Beelzebub austreiben sagt das Sprüchwort. An eine förmliche Kriegserklärung denkt man in Washington nicht. Aber natürlich kann für nie­mand ein Zweifel darüber obwalten, daß ein solches bewaffnetes Eingreifen der Amerikaner auf der Insel Cuba unfehlbar den Krieg zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten nach sich ziehen müßte.

Spanien auf der andern Seite unterläßt nichts, um im Nothfalle so gut wie möglich ge­rüstet zu sein. Neue Truppensendungen nach der Insel Cuba werden vorbereitet, die Festungswerke des Hafensvon Havanna werden in Vertheidigungs- zustand gesetzt. Leider aber hat der Meinungs­streit über die kubanische Politik aus dem spani­schen Miuisterrathe heraus auch auf die Gaffe sich verpflanzt. Politiker, die dem Kabinet Sagasta grundsätzlich gern Schwierigkeiten bereiten wollen, haben die Bereitwilligkeit der Regierung zur Ge­währung des Waffenstillstandes ausgenützt zur Aufwiegelung von Volkshaufen, und die Folge

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Wege rmd Ziele.

Roman von A. Jüngst.

------- (Nachdruck verboten.)

„Eigentlich ist es eine Rücksichtslosigkeit von der Gräfin," brach der Prinz endlich das Schweigen, sich in ihrem Zustande unter Menschen zu wagen. Aber was kann man von solchen Leuten anders erwarten! Plebejisches Blut trotz aller Schön­heit, aller Geisteskraft! Graf Ostheim wird näch­stens unmöglich in der Gesellschaft."

„Graf Hellborn hatte wohl Recht," murmelte Bornstedt; „sieoist dem Tode verfallen."

„Schade um das schöne Weib!" fuhr der Prinz fort und hielt sein Pferd an, um sich eine Havanna anzuzünden. „Sie wac der vollkom- Nienste Typus der Schönheit des Teufels, den lch jemals gesehen, die leibhaftige Loreley."

Der Wagen, welcher vor zwei Stunden in schlankem Trabe dahergerollt, fuhr larigsam und vorsichtig wie ein Leichenwagen nach der Villa Chiara zurück.

Zum zweiten Male hockte das grausige Ge- y??*1'1 auf den Stufen der Marmortreppe. Etz und ängstlich schmiegten die Kinder sich an kaum wagend, der Thür zu den f der schwerkranken Mutter nahe zu

zu treten°ber Unter Augen des erregten Vaters

Gewalt des Zaubers, welchen Jnae vom n£S9e Qn über Herberts schwachen Charakter prSS' noch nicht gebrochen. Nun, da

Ä ^Weib zu verlieren, für desfen fih die heiligsten Güter geopfert, brach die

Deutsches Deich.

Berlin, 12. April.

* Der Kaiser wird, wie nun festzustehen scheint, am 3. Mai in Altona eintreffen. Gleich nach der Ankunft wird die Enthüllung des Kaiser- Wilhelm-Denkmals stattfinden. Die Kaiserin wird ihren Gemahl begleiten, wenn ihr Befinden, das sich in letzter Zeit gebessert hat, es irgend zuläßt.

* Reichskanzler Iürst zu Koyenkoye hat Berlin für einige Tage verlassen. Er ist Montag Abend in dem böhmischen Badeorte Teplitz ein« getroffen, wo er einige Tage, begleitet von seiner Tochter, bei seinem Neffen, Prinzen Hohenlohe, zuzubringen gedenkt, der dort österreichischer Be­amter ist.

* EineZeit lang war das Verhältniß zwischen Deulschkaud «ud England stark getrübt. Man darf wohl mit gutem Grunde annehmen, daß dies zum Theil an Mißverständnisfen lag. Aber allgemein bekannt ist doch die viel bemerkte That­sache, daß der Prinz von Wales den Fürsten- Zusammenkünften im Herbste vorigen Jahres in Homburg und Wiesbaden fernblieb, und unwider­sprochen ist die Meldung geblieben, daß von Lon­don aus von einem Besuche des Kaisers Wilhelm in England abgerathen wurde, indem man darauf hinwies, daß man keine Bürgschaft übernehmen könne gegen deutschfeindliche Straßen-Kundgebun- gen während der Anwesenheit des deutschen Kai­sers. Um so angenehmer muß es berühren, daß das Verhältniß zwischen beiden Ländern sich wäh- alte Leidenschaft mit unverminderter Stärke hervor. — „Sie wird und muß leben!" erklärte er, als der Arzt ihm kein Hehl daraus machte, daß die Hoffnung auf Genesung nur ganz gering sei.

Der in seiner Praxis ergraute Mann schüt­telte das Haupt und murmelte etwas von Ver­blendung, die mit offenen Augen nicht sehen wolle.

Aber trotz seiner Übeln Voraussetzungen Über­wand zum zweiten Male das Leben den Tod. Inge kehrte von den Pforten des Grabes zurück.

Heiß brannte die Julisonne über Land und Meer. Die ausgedörrten Fluren seufzten nach Erqu ckung; die weite Wasserfläche schien in einen stählernen Schild verwandelt zu sein, von welchem die Mittagsstrahlen mit doppelter Gluth zurück­prallten. Die Vögel schwiegen, die Blumen ließen erschlafft die Köpfe hängen. Kein Lüftchen wehte.

Drückende Hitze füllte auch das verschüttete Gemach, in welchem die Gräfin Ostheim auf dem Ruhebette lag.

„Oeffne die Läden," gebot sie der Zofe.

„Gnädige Gräfin verzeihen, es ist schon so heiß hier."

„Oeffne die Läden," wiederholte die Gräfin, ohne die Worte der Dienerin zu beachten.

Gehorsam folgte diese dem Gebote und öffnete die Jalousien ein wenig. Ein blendendes Licht strömte durch den Spalt, so daß die Gräfin die fchmerzenden Augen schloß. Trotzdem befahl sie: „Noch weiter; ich kann die Dunkelheit nicht mehr ertragen."

Die Dienerin gehorchte. Der Sonnenschein fiel auf den Nebentisch und glitt dort über einen Strauß halb aufgebrochener Theerofen. Ein Lächeln umspielte die Lippen der Gräfin.

davon ist gewesen, daß Madrid am Ostermontag das Schauspiel revolutionärer Kundgebungen bot. Schon Sonntag Abends rotteten sich Volkshaufen zusammen und stießen heftige Verwünschungen gegen die Regierung aus, und mit Jubelrufen wurden die Generäle empfangen, von denen man weiß, daß sie Feinde des Nachgebens und viel­mehr Träger des Gedankens sind, die fpanischen Rechte auf der Insel Cuba mit Waffengewalt gegen die Eingriffe von außen zu vertheidigen. Nur mit Hilfe eines sehr großen Aufgebotes von Polizei war es möglich, allmählich wieder Ruhe in den Straßen von Madrid zu schaffen.

Ebenso ist man in der cubanischen Hauptstadt Havanna überrascht worden von der Bewilligung -des Waffenstillstandes an die Aufständischen. So wenig hielt man anfänglich eine solche Nach­giebigkeit der spanischen Regierung für möglich, daß man das Ganze für Schwindel und für ein Börsenmanöver ansah. Und leider ist auch der Vertreter der Vereinigten Staaten in Havanna, der Generalkonsul Lee, durch feindliche Volks­kundgebungen in den Straßen der cubanischen Hauptstadt belästigt worden, so daß die Lage auf der Insel Cuba selbst mehr zum Kriege, als zum Frieden zu drängen scheint.

Die europäischen Mächte setzen ihre Vorstellungen in Madrid und namentlich in Washington fort, um vielleicht doch noch den Frieden zu erhalten. Wie das Ende fein wird, weiß man heute so wenig, wie vor einer Woche. Aber daß die Mächte ihr Mögliches thun, liegt auf der Hand. Denn alle Mächte haben ein un­leugbares Interesse an der Erhaltung des Friedens.

rend der jüngsten Zeit fortgesetzt gebessert hat. Ein Zeugniß dafür lieferten schon vor dem Oster­feste die Verhandlungen im englischen Parlamente über die ostasiatische Politik und die Erklärungen, welche Vertreter der britischen Regierung habet abgaben. Diese Erklärungen lauteten durchaus deutschfreundlich. Jetzt wird auf dem Umwege über London von einer Maßnahme d es Kai­sers Wilhelm berichtet, die noch mehr beiträgt zu der Beseitigung der Mißstimmung in England gegen die Deutschen. Der englische General Kit- schener hat im Sudan einen Sieg erfochten über die Truppen des Mahdi, und Kaiser Wilhelm sandte deswegen von Homburg aus ein Glück­wunsch - Telegramm an den englischen Bot­schafter in Berlin. Die englischen Blätter aller Parteirichtungen besprechen dieses Glückwunsch- Telegramm wie ein politisches Ereigniß ersten Ranges und äußern sich sämmtlich außerordent­lich befriedigt darüber. Der konservative Londoner ,<Stanbari)' schreibt: „Wir freuen uns, daß unter den ersten Glückwünschen ein sehr herzlicher vom deutschen Kaiser war, zweifellos mit der bestimm­ten Absicht, zu bekunden, daß in der egyptischen Frage seine Sympathien bei uns sind. Auch geht es nicht zu weit, aus dem liebenswürdigen und schmeichelhaften Tone seiner Botschaft zu folgern, daß er glaubt, auch auf anderen Gebieten fei Raum für ein wohlthätiges Zusammenwirken Deutschlands und Englands." Die liberale,Daily News" bemerken genau in derselben Tonart: „Dies war eine gnädige und huldvolle Handlung, viel­leicht nicht ohne internationale Bedeutung" — und so geht es fort durch die englische Presse. Deutschlands Macht ist nicht abhängig von Eng­lands Macht und von britischer Gunst. Aber freundschaftliche Beziehungen der Staaten unter einander sind immer angenehm, und so können auch wir Deutschen diese britischen Kundgebungen mit voller Befriedigung verzeichnen.

X Im Lager der Ireistnvigen wird bald jeder einzelne Abgeordnete und Politiker sein eigenes politisches Programm haben. Jetzt ist nämlich auch ganz offener Zwiespalt ausgebrochen über die Stellung, die die Freisinnigen zu den Sozialdemokraten einzunehmen haben. Vor einiger Zeit hat der freisinnige Reichstagsabgeord­nete Kopsch die Wahlparole ausgegeben: Gegen die Sozialdemokratie — aber damit ist man bei einem großen Theile der Freisinnigen gar nicht einverstanden. Im Gegentheil befürwortet bei­spielsweise die Berliner freisinnige ,Volks-Ztg." ganz offen ein Wahlbündniß der Freisinnigen mit der Sozialdemokratie, indem sie gleichzeitig ausführt, daß der „von den nationalen Parteien aus gerufene Kampf gegen den Umsturz"" nur ein „Popanz"" sei, durch dessen Anblick „der gute brave Bürger bis zur Lähmung seiner politischen Denkfähigkeit erschreckt werden soll."" Vermuthlich also wird auch bei den Neuwahlen im Laufe dieses Jahres das Verhältniß zwischen den Frei­sinnigen und den Sozialdemokraten ganz ver­schiedenartig sich gestalten, je nach dem Orte und nach den Personen, die den Ton dabei angeben.

* Dttderstadt, 11. April. Heute Nachmittag 1/i4—l/s6 Uhr wurde eine vom Komitee der Centrumspartei des Unter-Eichsfeldes anberaumte Centrum sversarnmlungirn Gläse'sche Saale

„Sieh' da, die Blumen," sagte sie. „Der Strauß ist wohl während meines Morgenschlafes gebracht worden?"

„Komteffe Elsa hat die Rosen selbst gepflückt," erklärte die Zofe; „sie war schon im Garten, be­vor die Sonne völlig herauf war. Es sind sel­tene, schöne Blumen." Mit diesen Worten reichte sie ihrer Herrin den Strauß.

„Laß," wehrte diese; „der starke Duft greift mir die Nerven an. Elsa sollte das doch endlich wissen und mich nicht immer wieder durch ihre Vergeßlichkeit reizen. Trage die Blumen in's Vorzimmer, oder noch besser, wirf sie gleich hier zum Fenster hinaus, Morberg."

Mit eifern bedauerlichen Blick, der halb den schönen Rosen, halb der kleinen Komtesse galt, vollzog die Zofe den Befehl ihrer Gebiererin.

„Bringe mir einen Spiegel!"

Die Morberg wagte trotz ihrer Verwunderung keinen Widerspruch. Eilfertig holte sie aus dem Ankleidezimmer einen zierlichen Handspiegel, auf dessen Elfenbeinrahmen reizende kleine Gruppen ä la Watteau gemalt waren. Die Gräfin be­trachtete sich lange und aufmerksam.

„Kaum noch ein Schatten meiner selbst," mur­melte sie. „Hohle Wangen, eingesunkene Augen, farblose Lippen! Ein schönes Bild der gefeierten Gräfin Ostheim."

„Gnädige Gräfin werden sich bald wieder er­holen," versuchte die Dienerin zu trösten.

Ein Zornesblick der stolzen Frau ließ sie ver­stummen. Noch einmal prüfte die Gräfin Zug um Zug, bann schleuderte sie den Spiegel weg; er flog gegen den Kamin und zerbrach klirrend.

Die Gräfin zuckte zusammen und schaudert».

25. Jahrgang.

hierselbst abgehalten. An der Versammlung nahmen außer dem bisherigen Abgeordneten un­seres Wahlkreises, Herrn Landschaftsrath Götz v. Olenhusen noch Theil Herr Kommissariatsaffeffor Osburg von Heiligenstadt und einige Geistliche des Ober-Eichsfeldes. Herr Landschaftsrath Götz von Olenhusen gab in kurzen Zügen ein Bild der Thätigkeit des verflossenen Reichstages. Durch feine Rede zog sich wie ein rother Faden das Interesse hindurch, daß er als Berufslandwirth für die Landwirthschast bekundete. Gleichzeitig war damit eine energische Absage an den „Bund der Landwirthe" verbunden. Die Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen. Herr Bischöfl. Kommissarius Bank verlas darauf ein Schreiben des Reichstagsabgeordneten Müller-Fulda, worin dieser die Wiederwahl des Herrn v. Olen­husen empfahl und gleichzeitig bemerkte, daß der Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky die Fachkenntniß des Herrn v. Olenhusen in land- wirthschaftlichen Fragen wohl zu schätzen wisse. Darauf legte Herr Assessor Osburg den An­wesenden dringend ans Herz, ja nicht zu viel auf die Versprechungen anderer Parteien von rechts und links (Bund der Landwirthe und Sozial­demokratie) zu geben und treu und fest zum Centrum zu stehen. Herr v. Olenhusen nahm darauf noch einmal Gelegenheit, die Undurchführ­barkeit der Ziele des „Bundes" darzulegen, worauf Herr Kommissarius Bank die Versamm­lung ermahnte, Sonderinteressen möglichst vor den allgemeinen Interessen zurückzustellen und ein­stimmig für Herrn v. Olenhusen einzutreten. Nachdem letzterer noch erklärt hatte, bei einer Wiederwahl die Interessen des hiesigen Kreises treu vertreten zu wollen, wurde die Versammlung geschlossen. Gegner des Centrums hatten sich nicht zu Worte gemeldet.

* München, 12. April. Freiherr Karl von Ow ist gestern gestorben. Derselbe war früher lange Zeit Präsident der Kammer der Ab­geordneten.

Anstand.

* Henris, 12. April. Der ,Siede' fordert den Kriegsminister dringend auf, im Jntereffe seiner eigenen Ehre und der Ehre der Armee gegen Esterhazy einzuschreiten; es werde sonst schon in allernächster Zeit zu spät dazu fein. Das Blatt richtet die Frage an den Kriegsminister, ob die im Frühjahr 1896 angefertigten geheimen Zeichnungen, betreffend gewiffe Gewehre und die Abschriften der in der Schießschule des Lagers von Chalons gehaltenen Vorlesungen sich nicht in unberufenen Händen befinden und der Plan der Mobilisirung des 3. Armeekorps, dessen Haupt­quartier in Rouen liegt, nicht Unberufenen be­kannt geworden fei.

* London, 12. April. Der Sieg der Eng­länder am Atbara im Sudan scheint ein voll­ständiger gewesen zu fein. Wie heute ergänzend gemeldet wird, ist die Armee des Mahmud voll­ständig zersprengt. DieegyptischeKavallerie stieß in der Verfolgung derselben wegen des dichten Buschwerkes auf Schwierigkeiten. Zwei­tausend gefallene Derwische sind aufgefunden worden, im Ganzen glaubt man, seien 3000 Der-

Hatte nicht dort, genau an derselben Stelle, wo jetzt die Glas- und Elfenbeinstücke den Boden deckten, vor Monaten ihr verleugneter Bruder den Kasten mit Gold zerschellt, mit welchem sie seinen Fluch von sich abzukaufen dachte? Haftete er nicht noch an ihr, dieser Fluch eines zertretenen Menschenherzens? Würde er sie nicht weiter ver­folgen, wie am Tage des Wettrennens, sie quälen und tödten? .

„O, nur nicht sterben, nicht sterben!" drang es in zitternden Lauten über die blassen Lippen. „Morberg!"

Die Zofe, welche am Boden knieend die Scherben auflas, erhob sich und kam näher.

„Morberg, ich werde doch reifen."

Die Dienerin blickte erstaunt auf. Gräfin Ostheim hatte bis jetzt dem Wunsche des Arztes, die erdrückende Atmosphäre der Riviera mit einem kühlem Klima zu vertauschen, sich beharrlich widersetzt. Sie behauptete, die Wärme sei ihr angenehm, sie begreife nicht, wie man über Hitze klagen könne, sie fröstelte noch beinahe.

„Fange gleich an zu packen," fuhr die Kranke lebhaft fort; „die Haushälterin mag Dir bei der Arbeit helfen. Heute ist Montag, am Mitt­woch können mir -reifen."

„Gewiß, wenn gnädige Gräfin wünschen. Dars ich den Herrn Grasen benachrichtigen?""

„Den Grafen, — warum? Ich will es so, das genügt."

Dennoch begab sich die Zofe, sobald sie von ihrer Herrin entlassen worden, in das Zimmer des Grasen und setzte ihn von dem Eutschluffe seiner Gemahlin in Kenntniß.

„O Inge," rief Herbert, leichten Schrittes