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machen, um zu entweichen, aber der Unbekannte hält ihn fest und erklärt in sehr bestimmtem Tone, indem er den Arm unseres Freundes noch fester umspannt: „Ich lasse Sie nicht, bis Sie mir gesagt, was ich eigentlich habe? Unser Freund wird immer verwirrter. Da kommt ihm plötzlich die Antwort: „Einen sehr schäbigen Hut!" brüllt er, reißt sich gewaltsam los und stürmt im eiligen Laufe um die nächste Ecke, wobei 'er eine alte Frau und ein kleines Mädchen in seiner tollen Hast über den Haufen rennt. Am nächsten Tage aber erhält unser Freund die Zuschrift des Hotelbesitzers, bei dem er seinen ersten Hut eingebüßt. Derselbe theilt ihm mit, daß ein Fremder von auswärts den muthmaß- lichen Preis eines irrthümlich mitgenommenen Hutes an ihn eingesandt, welchen bei ihm abzu­holen er bitte. Am nämlichen Tage trifft er aber noch einen zweiten Herrn, der sich freiwillig «ls Vertauschet: des zweiten neuen Hutes bekennt und sich seinen alten für denselben ausbittet. To geschehen, laut der ,Kass. Allg. Ztg." hier in der letzten Woche.

* Kassel, 6. April. Auf dem hiesigen städti­schen Schlacht- und Viehhofe wurde die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt. Die erforderlichen sanitären Maßregeln wurden sofort ergriffen. Der heute anberaumte Zucht- Schweinemarkt wurde vom Polizei-Präsidium mit Rücksicht auf die Seuchengefahr aufgehoben.

-r? Volkmarsen, 7. April. Herr Amts­gerichtsrath Peperhowe dahier ist mit dem 1. Juni d. I. an das Amtsgericht Paderborn »ersetzt. Das Scheiden dieses allgemein beliebten Mannes wird hier von Jedermann bedauert werden.

* Schmalkalden, 7. April. Bei der Ver- theilung des e lektrischen Lichtes zur Straßen­beleuchtung in hiesiger Stadt war die Haargasse etwas stiefmütterlich behandelt worden, sie sollte mit dem Schein der Bogenlampen der Nachbar­straßen sich begnügen. Die biederen Haargässer wußten aber der „Beleuchtungskommission" zu imponiren und brachten in der Mitte der Straße eine an einem Draht hängende Stalllaterne an, was natürlich veranlaßte, daß nunmehr die Haargasse eine elektrische Glühlampe erhält.

* Kisenach, 7. April. Die Maurerge­sellen von Eisenach und aus der Umgegend waren gestern Abend im „Fröhlichen Mann" »ersammelt und verhandelten über ihren Lohn­streit. Der Saal war dicht gefüllt. Von aus­wärts war als Berather für die Organisation des Ausstandes der Maurer Paul aus Han­nover (!) zu den Verhandlungen gekommen; er detheiligte sich lebhaft an der Debatte. Die Maurer beschlosfen, die Arbeit bei allen Arbeit­gebern niederzulegen, die sich weigern, den Lohn

von 35 Pfg. für die älteren und 30 Pfg. für die jüngeren Gesellen zu zahlen und den zehn­stündigen Arbeitstag zu bewilligen. Sie wählten einen Leiter des Streiks, einen Kassirer und einen Kontrolleur als Streikkommission für die Ver­handlungen mit den Arbeitgebern und zur Ver­waltung der Streikunterstützungen. Bei einem Bauunternehmer, der die Forderungen der Ge­sellen angenommen hat, soll weiter gearbeitet werden. Wenn andere Arbeitgeber sich bereit erklären, auch ihrerseits die Forderungen zu be­willigen, so wird die Streikkommission, unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse der Streikenden, die erforderliche Anzahl tüchtiger Gesellen stellen. Wer in Arbeit bleibt oder dem­nächst wieder in Arbeit tritt, übernimmt die Ver­pflichtung, wie von der Versammlung gestern einstimmig beschlossen wurde, 30 Pfg. des Tage­lohnes (für eine volle Arbeitswoche also 1,80 Mk.) an die Streikkasse zur Unterstützung der im Aus­stande stehenden Kollegen abzuführen.

* Kietze«, 7. April. Das Gießener Braun­steinbergwerk C. W. B. Ferme ist einem Konsortium Kölner und Dresdener Bankfirmen für den Preis von sechs Millionen Mark ver­traglich gesichert worden. Wie der ,Gießener Anzeiger" vernimnit, wird beabsichtigt, das Unter­nehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.

* Maiuz, 7. April. Das Kind einer Obst­frau wollte eine Orange effen. Ein Kern der Frucht gerieth ihm dabei in die Luftröhre und bald darauf erstickte das Kind.

* Gera, 6. April. Herr Oberbürgermeister Ruick beabsichtigt von seinem Posten zurückzu­treten. Er will am 1. September aus den städtischen Diensten scheiden, falls ihm eine Pension von 5280 Mk. gewährt seiner Frau eine Wittwenpension von 1600 Mark zugestanden und ihm ein Vorschuß von 2000 Mk., wofür Sicher­heit geleistet werden soll, gegeben werden. Außerdem wünscht Herr Oberbürgermeister Ruick noch einige Bäume aus seinem Garten mitzunehmen. — So meldet das ,Geraer Tageblatt".

* Ara««schweig, 6. April. Am Sonntag wurde hier von einer Versammlung mehrerer hundert katholischer Männer einstimmig beschlossen, durch eine Petition von der herzoglichen Staats­regierung die Zulassung einiger Barm­herziger Schwestern in hiesiger Stadt zu erbitten. Die im Jahre 1895 vom Kirchenvor­stande der hiesigen etwa 7000 Seelen zählenden katholischen Gemeinde an die Regierung gerichtete gleiche Bitte wurde mit der Begründung abge­wiesen, daß, weil die hier wohnhaften Diako­nissinnen die Krankenpflege auch in katho­lischen Familien ausüben, ein Bedürfniß zur Heranziehung Barmherziger Schwestern nicht

Bekanntmachung.

Das Versehen der Rand­steine zur Herstellung von neuen Bürgersteigen in verschiedenen Straßen hiesiger Stadt, rund 2700 laufende Meter soll ohne Materiallieferung im Wege der öffentlichen Ausschreibung ver­dungen werden.

Das dem Verding zu Grunde liegende Angebotsheft kann gegen Einsendung von 50 Pfg. von dem Stadtbauamte bezogen wer­den, woselbst auch nähere Aus­kunft ertheilt wird.

Versiegelte und mit ent­sprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum

28. d. Mts., Vormittags 11 Uhr es das Oberbürgermeisteramt einzureichen.

Fulda, den 7. April 1898. Der Oberbürgermeister:

I. V:

Robert Kircher.

Bekanntmachung.

Die Ausführung von circa 5500 Cfuadratmeter Asphalt- «rdeiten zurHerstellung von neuen Bürgersteigen in verschiedenen Straßen der Stadt Fulda soll im Wege der öffentlichen Aus­schreibung verdungen werden.

Das dem Verding zu Grunde liegende Angebotshest kann gegen Einsendung von 75 Pfg. von bem Stadtbauamte bezogen wer­de«, woselbst auch nähere Aus- knnst ertheilt wird.

Versiegelte und mit ent­brechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum

30 d. Mts., Vormittags 11 Uhr

«n das Oberbürgermeisteramt emzurerchen. [1358

Fulda, den 7. April 1898.

Oberbürgermeister:

I V.:

R-bert Kircher, Tüchtiger

Tischlergehilfe

»uf dauernde Arbeit gesucht.

F. Clewing.

GnmdMMMchtW.

Nachstehende im Herbste d I. pachtlos werdende Grundstücks­parzellen sollen

Mittwoch den 13. d. M.,

Vormittags 10 Uhr im Geschäftslokal der General- Armenkasse (Waisenhaus) unter den im Termine bekannt ge­gebenen Bedingungen auf 6 oder 9 Jahre anderweit verpachtet werden, wozu Pachiliebhaber hiermit eingeladen werden.

I. Katharinenhospital.

a) Gemarkung Fulda:

1. 2 Länder am Järmisacker an der Blumenmauer, 1 Land in der Gartau und 5 Länder am Ga'tenbrunnen,

2. Theile von dem hinter dem Garten des Katharinenhospitals gelegenen Acker, neben der stävt. Abfuhrstelle;

^Gemarkung Neuenberg.

3. Planstück Nr. 36 = 2 h 01 a 36 qm Acker im Pröbels» feld, bisher in 5 Parz-llen ver­pachtet ;

c) Gemarkung Horas.

4. Blatt 4 Nr. 163 = 2 h 08 a 73 qm Wiese, die Sloten- wiese, bisher in 4 Parzellen ver­pachtet,

5. Blatt 4 9?r. 231 = l h 54 a 33 qm Acker im Münster- feld, bisher in 2 Parzellen ver­pachtet,

6. Blatt 4 Nr. 230 = 5 a 64 qm Acker daselbst,

7. Blatt 4 Nr. 57 = 49 a 35 qm Acker der Zickzackacker.

II. Hl.-Geisthospital, a) Gemarkung Fulda.

8 Blatt 6 Nr. 261 = 15 a 75 qm das Brückenwieschen an der Hornungsbrücke;

b) Gemarkung Horas.

9. Blatt 2 Nr. 142 = 66 a 90 qm Wiese in den Strauß« wiesen;

10. Blatt 4 Nr. 9 — 51 a 46 qm Wiese, die Schofwiese.

Fulda, am 9. April 1898.

VkrKtchuuugssShrerdtkGkurral-

Lrmeukaffe:

Vogel.

Holzverkauf.

Am Dienstag den 12. April,

Vormittags 9 Uhr wird auf meinem Lagerplatz an der Bahnhofstraße eine größere Parthie trockene

Eichen-, Kiefern-, Kuchen-, Meißbnchen- u. f. m. Kohlen versteigert. [1355

Karl Wegener.

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Wirtschaft auf dem Lande, mit oder ohne Oekor omie, zu verkaufen Nähere Auskunft eriheilt [1252

G. Traugut in Fulda _______Lerpzigerstraße 46.

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an ruhige Familie zu vermiethen.

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Sofort gesucht ein ordent­liches

Mädchen, kath. Religion, für den Haus­halt. [1293

Frau Anna Schneider, _______Salmünster.

Ein Lchlnstrrsksrlle

gesucht. [1352

Angel Nr. 7 (Hinterburg).

Tüchtige

Maurer und Handlanger

sucht [1341

Heinr. Gernandt,

Kaugeschäft, Küd en scheibt.

vorliege. Die hiesigen Katholiken wollen nun durch ihre Petition zum Ausdruck bringen, daß sie ihrerseits eben so sehr der Barmherzigen Schwestern zu bedürfen glauben, wie ihre pro» testantischen Mitbürger der Diakonissinnen.

Neueste Uost.

Varis, 9. April. (Telegramm.) Das Kriegs­gericht beschloß einen neuen Zolaprozeß, außer­dem die Streichung Zolas aus der Ehrenlegion zu beantragen. Die Mitglieder sollen einzeln als Nebenkläger auftreten.

Kirchenkatender.

Sonntag, 10.April. Hl.Osterfest. Ezechiel, Prophet. Ezechiel war einer von den Jünglingen, die im Jahre 598 vor Ehr. Geb. in die babylonische Ge­fangenschaft geführt wurden. Im 5. Jahre des Exils wurde er zum Prophetenamte berufen. Er starb im Jahre 570 v. Ehr. Das nach ihm benannte prophe­tische Buch enthält eine Reihe von Weissagungen über das Schicksal der Stadt Jerusalem und des jüdischen Volkes, sowie über den neuen Tempel und die neue Stadt Jehovahs.

Montag, 11. April. Leo der Große, Papst. Der heilige Leo war zu Rom geboren und wurde im Jahre 440 zum Papst gewählt. Wegen seiner großen Verdienste um die Erhaltung der Freiheit der heil. Kirche und um die Reinheit ihrer Lehre (die Irrlehre des Eutyches wurde von ihm verurtheilt) erhielt er den Beinamen der Große. Zweimal rettete der große Papst die Stadt Rom vor dem Untergange, als Attila, der Hunenkönig, Rom bedrohte und als der Vandalen­könig Geiserich mit seinen wilden Horden in die Stadt eindrang. Papst Leo I. starb int Jahre 461.

Dienstag, 12. April. Julius, Papst. Der hl. Julius, ein Römer von Geburt, bestieg im Jahre 337 den päpstlichen Thron. Es war damals eine stürmische Zeit, die arianische Irrlehre hatte eine große Ausdehnung erlangt, selbst viele Bischöfe waren ihr zugethan. Mit apostolischem Eifer und umsichtiger Weisheit lenkte Papst Julius das Schifflein der Kirche durch die stürmischen Wogen, bis er int 15. Jahre seines Pontifikates eines gottseligen Todes starb.

Geschichts-Kalender.

10. April.

1585 Tod des Papstes Gregor XIII. (gregor. Ka­lender).

1741 Schlacht bei Mollwitz (1. schles. Krieg).

1829 Geschichtsschreiber Joh. Janssen geboren.

1864 Erzherzog Maximilian von Oesterreich wird Kaiser von Mexiko.

11. April.

1713 Friede zu Utrecht.

1825 Ferdinand Lassale geboren.

1827 Die Diözese Fulda wird als Suffraganbis- thum der oberrheinischen Kirchenprovinz zuge- theilt.

1869 50jähriges Priesterjubiläum des Papstes Pius IX.

1877 Eröffnung des deutschen Reichsgerichtes in Leipzig.

1878 Attentat Hödels auf Kaiser Wilhelm I.

12. April.

856 Tod des Abtes Hatto I. von Fulda.

1449 Tod des Abtes Hermann II. von Fulda.

1803 Chemiker v. Liebig geboren.

1814 Napoleon I. wird nach Elba verwiesen.

1871 Tod des Astronomen John Herschel.

1889 Tod des Bekennerbischofs Johann Bernhard Brinkmann von Münster.

. Krirfkasten.

B. hier. Die Beschießung von Paris, von der wir im Geschichtskalender unserer letzten Nummer meldeten, daß sie am 8. April 1871 begonnen habe, geschah von der sogenannten Versailler Armee unter Mac Mahon und war gegen die aufständischen Kommunarden ge­richtet. Die deutschen Truppen, welche die östlichen und nördlichen Forts von Paris besetzt hielten, waren bei der Beschießung nicht betheiligt.

x y. Nachdem beide Theile zu Worte gekommen sind, scheint uns die Sache einstweilen genügend vor der Oeffentlichkeit erörtert zu sein.

m. Metter-Keotmchwirgerr.

9. April.

Temperatur 6 Uhr Abends: 14,0° Cels., 11,2' Riaum.

„ 71/» „ Morg.: 9,0’ „ 7,2° „

„ 12 „ Mittags: 19,09 , 15,2° „

Die höchste Temperatur des gestrigen TageS betrug 19,8 ° Celsius (15,8 ° Röaunmr).

Die niedrigste Temperatur in vergangener Nach! betrug 3,00 Celsius (2,40 Reaumur).

Witterunas-Urberstcht der Deutschen Krrwartr vow

8. April, mitgetheilt dem Deutschen Reichsanzeiger.

Während das gestern im Nordwesten erschienene Minimum nach Nordwestrußland fortgeschritten ist, naht eine neue Depression nordwestlich von Schottland heran, lieber Süd-Europa ist der Luftdruck hoch, Maxima über 770 mm liegen über Frankreich und dem Alpengebiete, sowie über der Balkan - Halbinsel. Bei schwachen bis frischen südwestlichen Winden ist das Wetter in Deutsch- jand im Norden mild und regnerisch, im Süden kühl, trocken und heiter.

Barometerstand Mittags 12 Uhr

am 7./4.

Zehr trocken

Beständig ~~T

Schön

Veränderlich —

750 ~=

Regen (Wind)

Viel Regen 740—

Sturm

720

710 ss

am 9./4.

=—770

—=—760

___740

.756

=__736

=_716

Muthmaßlichr Witterung für den 10. April: Das schöne Wetter dauert fort.

Ein selbständiger und ein jüngerer, solider

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