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für Jttferate J. parzeller in Fulda. mit Zlnterhaktnngs-Meikage „Issustrirte Sonntags-Zeitung!' peteregaffe Nr. 4 (Harmonie).

M 77.

Jutöcr, Dienstag, den 5. April 1898

25. Jahrgang

£ Ter Zola-Prozeß

ist nicht mehr auf der Welt. Er hat zwar die französischen Volksgemüther aufs äußerste aufgewühlt und die Leidenschaften der Pariser Straßenpolitiker, theilweise sogar auch der Parla­mentsmitglieder in einer Weise erhitzt, daß jeden Augenblick die Gefahr gewaltsamer Ausschreitungen bestand, ja noch mehr, er hat Wochen lang auch einen großen Theil der Presse anderer Länder in Aufregung erhalten. Aber jetzt ist er einfach für Har nicht mehr vorhanden erklärt worden.

Mit dieser eigenthümlichen Sache ist es so zugegangen: Zola hatte in seinem Aufsatze: „Ich klage an" in der Zeitung ,Aurore' eine ganze Reihe von Leuten beleidigt und zur Klage gegen ihn herausgefordert. Die Regierung aber hatte aus allen diesen Beleidigungen nur die eine gegen das Kriegsgericht herausgegriffen, das ehedem gegen den Major Esterhazy verhandelt und diesen freigesprochen hatte. Angenommen, daß der Regierung das formelle Recht zustand, so zu ver­fahren, so hat doch das Pariser Obergericht, der Kassationshof, entschieden, daß auch in diesem einzelnen Falle nicht formgemäß verfahren worden ist. Als von Zola beleidigt, hatte nämlich der französische Kriegsminister, General Billot, An­klage gegen Zola erhoben. Der Kassationshof ist aber zu der Anschauung gelangt, daß der Kriegs­minister nicht das Recht hatte, für das Kriegs­gericht gegen Zola in die Schranken zu treten, ohne vorher von dem Kriegsgerichte selbst dazu ermächtigt zu sein. Daraus hat der Kassations­hof weiter die rechtliche Schlußfolgerung gezogen, daß für den ganzen Prozeß Zola die rechtliche Grundlage fehlte; und somit verkündet das Urtheil des genannten Obergerichtes, daß dieser ganze Prozeß für „nicht dagewesen" zu er­klären ist.

Daß der Kassationshof sein Urtheil so ein­gerichtet hat, ist sehr klug von ihm. Denn auf diese Art kann dem ganzen widerlichen Hande ein Ende gemacht, der Prozeß braucht vor kein anderesSchwurgericht verwiesen zu werden. Diese Verantwortung wäre auch in der That ungeheuer gewesen, und in Pariser Juristenkreisen nahm man von Anfang her an, daß die Verant­wortung der Erneuerung dieses Prozesses niemand werde auf sich nehmen wollen. Gleichzeitig aber waren die meisten Juristen auch von Anfang her der Ansicht, daß das Schwurgerichtsurtheil gegen Zola nicht aufrecht erhalten werden könne. Man war nur sehr verschiedener Anschauung darüber, wie der Kassationshof aus dieser unangenehmen Lage einen passenden Ausweg finden würde.

Auch der französischen Regierung dürfte der Kassationshof mit seiner juristischen Findig­keit einen großen Gefallen gelhan haben. Die Regierung hatte über Zola und seine Clique ge­siegt. Die Volksstimme stellte sich auf die Seite der Regierung, und ebenso erzielte der Minister- Präsident Möline in der Abgeordnetenkammer für seine Taktik ein glänzendes Vertrauens­votum nach dem andern. Die ganze Zola- Gruppe hat also durch den Prozeß eine gründliche Niederlage erlitten; und daß diese Niederlage auch ihre durchschlagende Wirkung nicht verfehlte, geht Hanz klar daraus hervor, daß der ganze Rummel

ein vollkommenes Ende fand, als die Clique sah, daß die Regierung die Wühlerei gründlich satt hatte und zu nachdrücklichem Vorgehen entschlossen war. Tiefe Stille entstand nach dem vorauf­gegangenen wüsten Lärm, und diese tiefe Stille ist durch nichts mehr gestört worden. Die Re­gierung hat also ihren Zweck erreicht, ob nun Herr Zola die von dem Schwurgerichte ihm zu­gesprochene einjährige Gefängnißstrafe noch absttzt oder nicht. Herr Zola selbst wird jetzt ganz zu­frieden sein, wenn ihm dieses Gesängniß erspart bleibt. Und der Regierung würde es kaum an­genehm sein, wenn so kurz vor den allgemeinen Neuwahlen zur Deputirtenkammer der Spektake noch einmal von frischem losginge. Somit if: es für alle Theile das Angenehmste, wenn es nun ganz einfach heißt: der ganze Prozeß war eine juristische Unmöglichkeit; er ist also so gut wie gar nicht dagewesen.

Fast alle Pariser Sonntagsblätter, zolafreund­liche ebenso wie zolafeindliche, laffen deutlich durch ihre Aeußerungen über das Urtheil des Kassations- Hofes erkennen, daß es ihnen so am liebsten ist und daß sie keine Erneuerung des Prozeß-Skan­dals wünschen. Die ,Aurore' selbst, welche jenen Aufsatz des Herrn Zola „Ich klage an" gebracht hatte, erblickte in dem Urtheil des Kaffationshofes einen „Triumph der Gerechtigkeit", und andere Blätter der Zola-Gruppe deuten das Urtheil in ihrem Sinne ebenso. Die Zeitungen der andern Richtung begnügen sich meistens mit allgemeinen Redensarten : alle aber sprechen die Ansicht aus, daß eine Wiederholung des Prozesses nicht ein­treten dürfte, und damit verrathen sie alle, Zola­freunde und Zolafeinde, einen gemeinsamen Wunsch, daß es bei dem klugen Urtheile des Kassations­hofes sein Bewenden haben möge. Der Kassations­hof selbst aber hat die Genugthuunq, durch sein Urtheil bei den ehedem streitenden Parteien eine Freude gemacht zu haben. Und das ist ja ein ganz besonderes juristisches Kunststück.

Deutsches Deich.

Berlin, 4. April,

* Der Staatssekretär Graf vo« Z?ofa- dowsliy hat sich für kurze Zeit im Urlaube nach Süddeutschland begeben.

* Herr von MuchKa, der neue Leiter der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes, ist bereits heute, am Montag, in sein neues Amt eingezogen. Herr von Buchka scheidet endgiltig aus der parlamentarischen Thätigkeit und hat bereits sein Reichstags-Mandat für den mecklen­burgischen Wahlkreis Rostock niedergelegt.

X Vom Reichstage sind ohne weitere Debatte die Mittel bewilligt worden für die Errichtung einer besondern Ietdzeugmeisterei. Dieser neu»n militärischen Behörde sollen unterstehen die Beschaffung, Anfertigung und Verwaltung der Streitmittel und des Feldgeräthes und die Auf­sicht über das Personal, das damit zu thun hat. Der Standort der Feldzeugmeisterei ist Berlin. Der Feldzeugmeisterei sollen unterstehen eine Centralabtheilung, eine Inspektion der technischen Institute der Infanterie, eine ebensolche Inspektion der Artillerie, je eine Depot-Inspektion für den Train und für die Artillerie. Neu errichtet

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Wege und Ziele.

Roman von A. Jüngst.

------- (Nachdruck verboten.)

Plötzlich verwandelte sich das Bild. Es war noch dasselbe holde Antlitz, dieselben klaren Augen, aber der Ausdruck war tief schmerzlich, die Lider vom Weinen geröthet, und die zuckenden L'ppen sagten: „Erst die Schuhe und nun mein Herzblut!"

O, daß sie dieses Bild hätte bannen können, «aß sie hätte vergessen dürfen, was damals ae- fchehen! b

Als Kinder hatte man Lora Ostheim und oen Erben des Stammes, Herbert, verlobt. Mit Dieser Liebe waren sie groß geworden, bis Inge .,^wsichentrat. Durch ihre berückende Schönheit, ihre bezaubernde Stimme lockte sie den jungen Grasen in die Schlingen ihres Netzes, entfremdete £e v Braut, die in der Unschuld ihres

JKr 'hr ftet§ «ne gute und liebe Freundin

roar- Jetzt war sie, Inge, Herberts Rttd bätt ?nb Sora “ • O daß sie dieses

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Aesi en dürfen, was damals geschehen!

.."Ee nicht weichen. Gräfin Ost- heim mupte wieder die Qual der Wochen durch-

Loras Leben nur an einem fflrfGAon reT1 gehangen, in welchem die un- m ®ltern fast verzweifelnd den irren s^nnrn65 gelauscht und errathen hatten, war. „Herbert und Inge! Herbert!" Das war der Angelpunkt gewese, m welchen das ganze Denken der

Kranken sich drehte. Während die Prinzessin von Hohenburg mit der kaum genesenen Gräfin Ostheim in die Pflege Lora's sich theilte und die berühmtesten Aerzte und Professoren von Salzburg und München am Bette der jungen Komtesse berathschlagten, war Herbert gleich einem Ausgestoßenen umhergeirrt, gefoltert von Gewissensbissen und doch nicht stark genug, den Bann der Leidenschaft zu brechen. O, und sie selbst, die schuldige Ursache all' dieser Pein, hatte sie nicht gelitten, namenlos gelitten in jenen schrecklichen Tagen? Hatte nicht die bitterste Reue ihr Herz zerrissen? Hatte sie nicht entsagen wollen?

Nein, keine Lüge in diesem Augenblick, Inge Gräfin Ostheim! Nur weiter, unaufhaltsam weiter, wie die Bilder wechseln, wie die Ver­gangenheit mit düsterm Flügelschlag noch einmal an dir vorüberrauscht!

Lora war nur genesen, um den Platz mit ihrer Mutter zu tauschen. Sobald Lora vom Siechbett sich erhoben, legte sich die Gräfin, um nicht wieder aufzustehen. Ende Oktober erst, als bereits frischer Schnee die Berge bis zur Thal­sohle bedeckte, reiste Graf Ostheim mit seiner Tochter ab, beide in tiefe Trauer gehüllt, um die treue Gattin und Mutter, welche in dem freund­lichen Berchtesgaden statt der gehofften Genesung den Tod gefunden hatte. Kaum hatte die Fa­miliengruft im Norden sich über den sterblichen Resten der Gräfin geschlossen, als sie schon wieder sich öffnete, um die Hülle des Grafen aufzunehmen. Graf Ostheim hatte den doppelten Schlag, das zerstörte Lebensglück seines Kindes und den Ver­lust seiner Gemahlin nicht überwinden können.

werden 4 Traindepot-Jnspektionen, und zwar je eine in Danzig, Berlin, Kassel und Straßburg i. Els.

* Wie bekannt, sind neu geschaffen worden die Stellen eines Generalin spektenrs der Kavallerie und zweier Kavallerie-In­spekteure. Diese Einrichtung soll bezwecken, daß eine größere Einheitlichkeit in der Ausbil­dung der Kavallerie erreicht wird. Der General­inspektion der Kavallerie ist außer den 4 Kavallerie- Inspekteuren auch das Militär-Reitinstitut in Hannover unterstellt worden und ebenso das Militär-Veterinärwesen. Dadurch ist das preu­ßische Kriegsministerium entlastet worden. Die Standorte für die Kavallerie-Inspektionen sind Königsberg, Stettin, Münster und Saarbrücken. Die Generalinspektion befindet sich in Berlin. Der Generalinspekteur hat den Rang und das Gehalt eines kommandirenden Generals und er­hält als Adjutanten zwei Rittmeister; die Dienst­zulage für den Generalinspekteur beträgt 12000 Mark und steigt unter gewissen Bedingungen auf 18000 Mark.

* lieber die Zlevungen des Aeurlanöte« staudes sind für dieses Jahr nach kaiserlicher Verordnung einzuziehen 144 500 Mann bei der Infanterie, bei der Feldartillerie unb Kavallerie je 12000 Mann, außerdem verschiedene Mann­schaften bei anderen Truppentheilen — im ganzen 177 981 Mann.

* Seit dem 1. ds. Ms. haben unsere Sol­daten Anspruch auf ein Aöenbessenr Nach der Karte werden die Marssöhne allerdings nicht speisen; trotzdem bedeutet die Neuerung eine wesentliche Erleichterung der Dienstpflicht. Es ist angeordnet, daß zur Morgen- und Mit­tagskost stets warme Speisen verabreicht werden. Als Morgenkost dient Suppe oder Kaffee, zum Mittageffen sollen warme Speisen in verschiedener Zusammensetzung gegeben werden. Das Abendessen kann namentlich im Sommer und an Festtagen aus kalten Speisen bestehen, welche schon bald nach dem Mittagessen zur Aus­gabe gelangen können. An Sonn- und Feier­tagen, sowie an längeren, über die Mittagszeit hinaus dauernden Hebungen soll statt getrennter Mittags- unb Abenbkost eine entsprechend ver­besserte Mittagskost ausgegeben werden. Die Vorgesetzten sollen besonders darüber wachen, daß die bezüglichen Anordnungen über Qualität undQuantität derSpeisen jederzeitBeachtung finden.

* Bei dem Hinweise auf die am 1. April in Kraft getretenen Vorschriften betreffend die Trennung der Geschäftsräume für Autter «ob Margarine führt der .Reichsanz/ ans: Die Wünsche der Handelskreise, diese Gesetzes­vorschriften seitens des Bundesraths durch Erlaß von Ausführungsbestimmungen zu erläutern, ins­besondere festzustellen, wie die Trennung der Räume bewirkt werden muß, um nicht mit dem Gesetz in Widerspruch zu gerathen, konnte keine Folge gegeben werden, da die Beurtheilung der Frage, unter welchen Voraussetzungen der Ge­schäftsraum als ein selbstständiger im Sinne des Gesetzes zu betrachten sei, in die Zuständigkeit der Gerichte fällt. Die Polizeibehörden werden in jedem Falle zu beurtheilen haben, ob die Trennung der Räume als ausreichend zu be­trachten ist.

Am letzten Tage des Jahres, das für ihn und die ©einigen so verhängnißooll geworden, hatte ein Gehirnschlag ihn von allem Erdenleid befreit. Thränenlos kniete Lora an der Leiche ihres Vaters, thränenlos sah sie den Sarg in die Gruft hinabfinken. Lora war allein, ganz allein in der Welt. Prinzessin Sarolta, welche mehrere Wochen auf dem einsamen Ostheim ausgehalten, war am Tage nach dem Christfeste nach dem südlichen Frankreich ab gereift. Herbert, der nächste Agnat und Erbe, weilte mit seiner im November ihm angetrauten Gattin in Italien. Nur Graf Hell- )orn war auf die erste Kunde von dem Tode des Grafen nach Ostheim geeilt und hatte im Verein mit den beiden Landfeers Lora mit fast väter­licher Siebe beigeftanben. Er war es auch, ber am Tage nach ber Beisetzung mit ihr von ber Zukunft gesprochen hatte.

„Ich habe einen Brief von Herbert bekommen, mein theueres Kind," sagte er an einem trüben Januarabenb, als der Sturm um die Zinnen des Schlosses raste und die Flamme rauchend in das Zimmer zurückschlug, „einen teilnehmenden, reue­vollen Brief, worin er mich bittet, Ihnen mitzu- theilen, daß Sie Ostheim ganz als Ihr Eigen- thum ansehen und ungestört darin verweilen möchten. Er werde nie daran denken, Sie aus diesem Asyle zu vertreiben."

„Schreiben Sie dem — dem Grafen Ostheim," versetzte Lora mit schwacher Stimme, „daß ich für feine Freundlichkeit danke, aber von seinem Anerbieten keinen Gebrauch machen könne. Er ist der rechtmäßige Eigenthümer von Ostheim und ich werde nicht einen Tag langer darin bleiben, als unumgänglich nothwendig ist."

Ausland.

* London, 4. April. Das ,Bureau Reutet meldet, England fordere von China zur Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts im Golf von Petschili die pachtweise Ueberlaffung von Weihaiwei, wenn dieses von Japan ge­räumt fein wird. In diplomatischen Kreisen zweifle man nicht an der Bewilligung dieser Forderung und glaube, daß die japanische Re­gierung günstig zu derselben stehe. Nach einer Meldung der ,Times' hat China der Forderung Englands wegen pachtweifer Ueberlaffung von Weihaiwei bereits zugestimmt. Die ,Times' sagt in einer Besprechung dieser Mittheilung, Weihai­wei fei geringer an Werth als Kiautfchau unb Port Arthur. Der Hauptnutzen bes Besitzes von Weihaiwei liege barin, baß Englanb in ben Staub gesetzt werbe, auf bie Centralregierung in Peking einen Druck auszuüben.

* Madrid, 4. April. Man glaubt hier allgemein, baß ber Krieg mit ben Vereinigten Staaten nicht mehr zu permeiben fei. Die Königin-Regentin soll ein Telegramm bes Papstes erhalten haben, in bem es heißt, daß die Vereinigten Staaten von Amerika bei ihm angefragt hätten behufs Regelung des schweben­den Konflikts. Die Minister Sagasta, Rio Gullon (Minister des Aeußern), Moret (Kolonie) unb Correa (Krieg) telegraphirten nach kurzem Rath an ben Papst, Spanien werbe sich feinem Schiebs- spruche fügen, wofern die Ehre unb bas Terri­torium Spaniens unangetastet bleiben. — Allge­mein erwartet man, baß die Kriegserklärung morgen oder übermorgen erfolgt. Woodford, ber Vertreter ber Vereinigten Staaten, ist reife­fertig. — Wie es heißt, wollen bas diplo­matische Korps, insbesondere der päpstliche Nuntius und der österreichische Botschafter, Schritte thun, um ben Krieg zu verhüten.

* WervMork, 4. April. Bei ber Befprechung ber Folgen eines amerikanifch-cubanifchen Krieges ist auch die Frage aufgeworfen wor­den, ob die Kabel zerstört werben dürfen. In ber auf bie submarinen Telegraphen bezüglichen Konvention von 1884 wird erklärt, daß die Kon--- oention in keiner Weise die Rechte Kriegführender beeinträchtigen solle. Dieselben würben also die Kabel, welche nach ben Vereinigten Staaten unb. nach Spanien führen, unterbrechen dürfen. Eine solche Zerstörung hatte aber keinen Sinn, da hier­durch ein telegraphischer Verkehr zwischen Amerika und Spanien doch nicht verhindert werden könnte, da ein Theil der Kabel von England nach Halifax, Neufchottland, und diese, als neutrales Eigen- thum, nicht verletzt werden dürsten. Dagegen wäre es wohl möglich, die direkte Verbindung zwischen Spanien und Cuba zu unterbrechen, da die betreffenden Kabel weniger zahlreich sind und über Südamerika gehen.

* Washington, 4. April. In seiner heutigen Sitzung nahm der Senat eine Resolution an, in welcher die Unabhängigkeitserklärung Cuba's seitens der spanischen Regierung ver­langt wird. Gleichzeitig ermächtigte der Senat seinen Präsidenten, die Unabhängigkeitserklärung eventuell durch einen Krieg mit Spanien herbeizuführen.

„Ich verstehe," sagte der Graf, als Sora stockte. „Hugo Sanbfeer hat mich bereits zum Mitwiffer feines Geheimniffes gemacht. So lange er Sie durch frühere Bande gefeffelt glaubte, hatte er nicht gewagt. Ihnen näher zu treten. Aber das unverantwortliche Benehmen eines Anderen, der zwangslose Verkehr hier auf Ostheim während der letzten Monate haben die Hoffnung in ihm geweckt, daß der Tag kommen würde. . . ."

„O, bitte, nicht weiter," flehte Sora. „Mein Glück liegt ganz wo anders. Ich will nicht leug­nen," fuhr sie nach kurzem Schweigen fort, „daß ich lange unb schwer gelitten, baß mein Herz sich gesträubt hat, einer Siebe zu entsagen, welche fast unbewußt mit mir groß geworben. Dennoch — ich weiß nicht, ob ich mich genügenb anszudrücke« vermag, Herr Graf — bennoch blieb trotz der Seligkeit des vorigen Sommers ein Angstgefühl in meinem Herzen. Sie wissen, die blaue Blume —" Sie stockte wieder. „Die blaue Blume blühte nicht dort, wo ich sie suchte; ich hatte mich ge­täuscht, meine Wahl war ein Jrrthum gewesen. Jetzt liegt mein Weg klar vor mir; ich gehe ins Kloster."

„Sie ins Kloster, Komtesse Sora? Sie, so jung, so schön, so vollberechtigt, Siebe zu geben und zu nehmen?"

„Meine theueren Eltern sind nicht mehr; ich habe nichts, was mich zurückhält in ber Welt, nichts, was meinen Entschließungen einen Zwang auferlegen könnte."

„Aber bie Prinzessin Hohenburg, Ihre Tante, bie ebenfalls alleinsteht unb sich glücklich schätzen würbe, in Ihnen ein Töchterchen für ihr einsames Haus zu gewinnen?"