Einzelbild herunterladen
 

Erscheint täglich, «.Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Vierteljährl. §t}ugsyrtts ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

i k ♦ <

8a T.A W ■< Jk A,I W a Az A A, _Av

Irli I iiM iPtiltltrt

1 ■ HB Bi BH / E9 tKjd?®jkBB / Q Hf

JHfc/flflL MLHL j^w .i M bH HLdHE

Inserate: Die ein­spalt. Garmond- zeite oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

verantwortlich: Lür die Redaktion Jos.Saum, für Inserate I. parzeller in Fulda.

mit Unterhaltungs-Meitage „Illustrirle Sonntags-Zeitung"

M 60.

Jutöcr, Dienstag, den 15. März 1898

25. Jahrgang.

wendig erscheint, daß bei Berechnung des Ge­wichts eine Abstufung nach zwei Zonen statt­findet, soll nicht der neue Tarif die Existenz mancher Zeitungsunternehmen vielleicht recht ernst­lich gefährden. Wird für das Gewicht ein Zwei­zonentarif geschaffen, so würde für die politische Presse in der Provinz wenigstens ein in etwa wirksamer Schutz gegenüber der billigen Groß­stadtpresse geschaffen, und daß dieser wohl recht nöthig ist, dürfte am besten daraus hervorgehen, daß nach der vom Reichspostamte veröffentlichten Statistik im Jahre 1895 von sämmtlichen bei den Reichspostanstalten innerhalb des Reichspost­gebietes (mit Ausschluß Bayern und Württem­berg) aufgegebenen Zeitungsexemplaren über 33°A>, also ein volles Drittel allein von der Stadt Berlin aus versandt wurden, während dieses Verhältniß im Jahre 1895 noch nicht 2O°/o betrug.

23 pSt.

31 pSt.

Er mäßig. Ermäßig

11

doch nein.

31 pSt. Erhöhung

10 pSt. Erhöhung

Neuen Vorschlag PoKvor- d. Buchdr.- schlag Vereins

brochen wurde, richtete er wieder das Wort an das regungslos vor ihm stehende Mädchen.

„Wie ich Dir vorhin schon sagte, Inge, es wird besser mit uns werden. Die Schuldenlast ist nicht mehr so groß; wenn Gott mir Leben und Gesundheit läßt, werde ich in wenigen Jahren

Wege und Ziele.

Roman von A. Jüngst.

------ (Nachdruck verkoken.)

Vielleicht ist es besser, als länger die verpestete Luft dieser Hütte zu athmen! Die Prinzessin ist eine Ostheim, Güte und Großmuth sind ein Erb- theil ihres Blutes. Wenn Du in der Welt unter­

gehst, ist es nicht ihre Schuld."

6.

Trotzdem im engsten Familienkreise die schwe­bende Frage noch mehrmals erörtert worden war, der Graf sowohl wie seine Gemahlin alles auf­geboten hatten, um die Prinzessin Hohenburg von ihrem Vorhaben abzubringen, bestand dieselbe fester denn je auf ihrem Willen. Ja, das ver- hängnißvolle Samenkorn, welches durch das Zu­sammentreffen der beiden Kinder ausgestreut worden, begann schon zu treiben und Frucht zu tragen. Bei einem freundschaftlichen Diner auf Holthaus, dem Landgute des Barons von Land- seer, hatten sämmtliche anwesende Herren der Prinzessin von dem beschlossenen Schritte abge- rathen und die wunderlichsten Dinge von der ge­fürchteten Marrit und ihrer Enkelin erzählt. Halb scherzhaft, halb ernsthaft hatte die gewandte Welt­dame die Warnungen hingenommen; als jedoch Graf Ostheim bei der nächsten sich bietenden Ge­legenbeit darauf zurückkam, erklärte sie ziemlich schroff, daß sie dem unerquicklichen Streite ein Ende zu machen gedenke und in den nächsten Tagen abreisen werde. Sie habe bereits am vergangenen Abend Botschaft in die Hütte am Erlenweiher gesandt, daß man unverzüglich ihren neuen Schützling nach dem Schlosse bringe. Sie sei sich bewußt, das Rechte und Beste zu wollen, und werde sich durch gegenteilige Ansichten nicht in ihren Maßnahmen beirren lassen. Sobald Inge angelangt, werde sie die Gastfreundschaft

bringt für die:

1 u. 2 mal wöchentl. ersch.

Blätetr

3 u. 4 mal wöchentl. ersch.

Blätter

6 it. 7 mal wöchentl. ersch.

Blätter

mehr wie 7 mal ersch Blätter

Es ist selbstverständlich, daß die Angaben dieser Tabelle nicht für eine jede einzelne Zeitung zu-' treffen, die Tabelle gibt aber für die Gesammt- heit der verschiedenen Zeitungsgattungen ein zuverlässiges Bild. Dieselbe lehrt folgendes:

1) Die kleine 1—4mal wöchentlich erscheinende Presse wird, wenn von dem neuen Postvorschlag abgesehen wird, nach den verschiedenen Vorschlägen eine mehr oder weniger geringe Besserstellung erfahren, dieselbe ist aber weder für die Post­verwaltung noch für die betreffenden Zeitungs­verleger von irgend welcher Bedeutung, da diese Art Zeitungen lediglich Lokalblätter sind und durch die Post durchweg nur eine ganz verschwin­dende Anzahl Exemplare versandt werden. Es dürfte schon eine Seltenheit sein, wenn diese Er­mäßigung für einzelne Blätter dieser Gattung 100 Mark im Jahre betrüge.

2) Die teuere politische Tagespresse, zu welcher in der Tabelle nur die Zeitungen mit einem Jahresabonnement von über 20 Mark gerechnet wurden — von denen es im ganzen deutschen Reichspostgebiete nur ca. 25 Blätter gibt, von den Centrumsblättern ist es z. B. allein die ,Kölnische Volkszeitung" —, wird nach allen Vor­schlägen gegenüber dem jetzigen Tarif in ganz erheblichem Maße besser gestellt werden. Um einen Begriff davon zu g<ben, wollen wir nur darauf Hinweisen, daß z. B. nach dem Vorschlag des Vereins deutscher Z uungsverleger die Er- sparniß für ein Blatt, w-e die Kölnische Zeitung", wenn man die Postauslage derselben auf 20 000 Exemplare annimmt, im Jahre nicht weniger als 35 200 Mk. betragen würde.

3) Die gesammte mittlere und größere politische Presse, d. h. also fast die gesammte politische Presse, wird durch jeden neuen Tarif, möge er sein, wie er wolle, mehr oder minder schwer belastet werden.

Welche Wirkung wird nun ein neuer Tarif auf das Zeitungswesen überhaupt und besonders auf den Preis der Zeitungen ausüben?

Zunächst hofft man den üppig in's Kraut schießenden unpolitischen Generalanzeigern Eintrag zu thun; wir glauben aber, daß diese Hoffnungen sich nicht verwirklichen werden, die Generalanzeiger werden sicher die letzten von den durch den neuen Tarif mit einer Mehrbelastung betroffenen Zeitungen sein, welche gezwungen sein werden, ihren Abonnementspreis in die Höhe zu setzen.

Daß die großen teueren Zeitungen die Er­mäßigung, welche ihnen bescheert werden wird, dazu benutzen sollten, ihren Abonnementspreis niedriger zu stellen, scheint uns zweifelhaft, um­somehr, als die bisherige scharfe Konkurrenz seitens der billigeren politischen Presse durch den neuen Tarif einen Stoß erleiden wird.

Dagegen ist es ohne allen Zweifel, daß die mittlere und größere Provinzpresse, soweit sie nicht zu den ganz theueren Zeitungen gehört, also die Zeitung des gemeinen Mannes, durch einen neuen PostzeitungLtarif jedenfalls nicht billiger werden wird.

Es ist häufig gesagt worden, daß der gegen­wärtig bestehende Tarif ungerecht wäre, weil in­folge des gesteigerten Annoncenwesens der Abon­nementsbetrag einer Zeitung und damit die jetzige Postzeitungsgebuhr vielfach nicht mehr im richtigen Verhältniß zu den an die Post als Beförderungs­anstalt gestellten Anforderungen stehe. Es kann das nicht durchaus abgestritten werden, aber man sollte doch wohl bedenken, daß die meisten Zeitungsunternehmen aufGrunddesjetzigen Tarifs gegründet worden sind und daß die wenigen großen Zeitungen, die von einem neuen Tarife Vortheil haben werden, jetzt trotz des für sie ungünstigen Tarifs so situirt sind, daß sie eine Besserstellung gewiß nicht bedürfen.

Wir begreifen es, wenn die großen Zeitungen auf eine Äenderung des bestehenden Tarifs hin­arbeiten, wir begreifen es auch, wenn die Post- verwaltung einen neuen Tarif anstrebt, um einen größeren Gewinn aus dem Vertrieb der Zeitungen zu erzielen, aber wenn seitens der Reichstagsabgeordneten immer und immer wieder auf eine nötige Reform des Postzeitungstarifs hingewiesen wird, so können wir uns das nur damit erklären, daß die Wirkung eines neuen Tarifs nicht zur Genüge bekannt ist, bezw. nicht richtig gewürdigt wird.

So wie die Sachen jetzt liegen, ist es außer aller Frage, daß über kurz oder lang ein neuer Postzeitungstarif kommen wird. Wie aber der­selbe beschaffen sein möge, ist vor der Hand noch völlig ungewiß, nur wird aller Voraussicht nach die Besteuerung des Gewichtes der zu be­fördernden Zeitung einen wesentlichen Mitbe­stimmungsfaktor für den neuen Tarif bilden, und da möchten wir noch mit allem Nachdruck darauf Hinweisen, daß in diesem Falle es nicht nur ge­recht, sondern auch unumgänglich noth-

* Zur Reform des Postzeitungs- Tarifes.

(Nachdruck erwünscht.)

Bei Berathung der Novelle zum.Postgesetz am 7. März d. Js. wurde von dem Reichstags­abgeordneten Dr. Lieber das Bedauern ausge­sprochen, daß eine Reform des Postzeitungstarifs noch immer nicht zur Vorlage gebracht fei. Da seitens einzelner Abgeordneten seit Jahren immer wieder auf die Nothwendigkeit einer solchen Re­form hingewiesen wird, so dürfte es an der Zeit sein, etwas Genaueres namentlich über die Wir­kung eines neuen Postzeitungstarifs mitzutheilen.

Der erste Anstoß zu der Äenderung des be­stehenden Postzeitungstarifs dürfte wohl von den großen politischen Zeitungen ausgegangen sein. Nachdem dann die bezüglichen Anträge der Post­verwaltung auf Abänderung des bestehenden Post- zeitungstarifs im Einzelnen bekannt wurden, sind aus Interessentenkreisen eine Reihe von Vor­schlägen für die neue Gestaltung des Postzeitungs- tarifs gemacht worden, von denen wir zunächst die hauptsächlichsten skizziren wollen.

Der jetzt bestehende Postzeitungstarif erhebt bekanntlich für jedes durch die Post beförderte Zeitungsexemplar eine Gebühr von 20% von dem Jahres-Abonnementspreife der Zeitung.

Demgegenüber wurden folgende Vorschläge für den neuen Tarif gemacht:

1) Der seitens der Postverwaltung gemachte Vorschlag lautet, soweit derselbe in das Publikum gedrungen ist, so: Die Gebühr für jedes durch die deutsche Reichspost beförderte Zeitungsexemplar solle sich zusammensetzen aus a. 40 Pfg. Jahres- grundtaxe, b. 20 Pfg. mal wöchentliche Erschei- nungsziffer (d. h. bei einem Blatte, das in der Woche dreimal erscheint, 3 mal 20 Pfg., das in der Woche sechsmal erscheint, 6 mal 20 Pfg. :c.), c. 10 Pfg. pro Kilo im Jahre befördertes Papiergewicht.

2) Vorschlag des deutschen Buchdruckervereins: a. 8% vom Abonnementspreise, b. 8 Pfg. mal wöchentliche Erfcheinungsziffer, c. 8 Pfg. pro Kilo im Jahre befördertes Papiergewicht.

3) Vorschlag des Augustinus-Vereins. (Der­selbe deckt sich mit einem Eoentualvorschlage des deutschen Buchdruckervereins und einem Vorschläge, der von einer großen Anzahl Zeitungen der größeren und mittleren Provinzpresse gemacht wurde.) a. 8°/o vom Abonnementspreise, b. 8 Pf. mal wöchentliche Erscheinungsziffer, c. 5 Pfg. pro Kilo im Jahre befördertes Gewicht von den Zei­tungen, die innerhalb der ersten Postzone (Um­kreis von 10 Meilen) verbleiben bezw. 10 Psg. pro Kilo im Jahre befördertes Gewicht von den Zeitungen, die über die erste Postzone hinaus be­fördert werden.

4) Vorschlag des Vereins deutscher Zeitungs­verleger. (Mitglieder dieses Vereins sind ledig­lich die Besitzer der großen, teuren, politischen Organe.) a. 25 Psg. mal wöchentlicher Erschei- nungsziffer, b. 2 Pfg. mal Kilo Papiergewicht innerhalb der 10 Meilen Zone, 4 Pfg. mal Kilo Papiergewicht über 10 Meilen.

5) Vorschlag Hilger:a. 10% vom Abonnements- Preise, b. 20 Ps. mal Erscheinungsziffer bei 1 - 3 mal wöchentlich erscheinenden Blättern, 15 Pfg. mal

ein freier Mann fein. Dann

Deutsches Deich.

Berlin, 14. März.

* Der Kaiser nahm heute eine ganze Reihe von wichtigen Vorträgen entgegen, nämlich der Herren Minister von der Recke, Geheimrath von Lucanus, kommandirenden Admiral von Knorr, Staatssekretär Tirpitz und Chef des Marinekabinets von Senden-Bibran.

* Zur Zeit werden Vorbereitungen getroffen zu einer Dnsammenknnst des Kaisers mit dem Zkrinzregenlen von Dayer«. Die Büste des Kaisers Wilhelm I. soll in der Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg ausgestellt werden. Die Enthüllung soll am 22. März stattfinden, und der Enthüllungsfeier sollen beide Herrscher an­wohnen wollen. Daß das eine günstige Gelegen­heit ist, nebenher auch politische Angelegenheiten zu besprechen, liegt auf der Hand.

X Daß die Romreise Sr. Eminenz des Kardmak-Jürstvischofs Dr. Kopp von Breslau mit den Angelegenheiten der Flotten­vorlage nichts zu thun hat, wird von allen Seiten bestätigt. Die freikonseroative ,Post" ist dieser Ansicht, nicht minder sogar dec sozialdemo­kratische ,Vorwärts". Aber die Reise des Herrn Kardinals wird von der nichtkatholischen Presse auch noch in vielfach anderem Sinne ausgebeutet. Großpolnische Bestrebungen, die sich angeblich in Oberschlesien und auch unter dem oberschlesischen Klerus geltend gemacht haben sollen — eine neue Auflage des verflossenen Zedlitz'schen Schulge­setzes, und was der unwahren Behauptungen noch mehr sind, das alles wird von sensationslüsternen Blättern mit dieser Reise des Herrn Fürstbischofs in Zusammenhang gebracht. Alles das ist freie Erfindung von Berichterstattern, die Sensation und Geld brauchen. Manchmal gut ist aus vati­kanischen Kreisen die diplomatisch-offiziöse Wiener ,Polit. Korrespondenz" unterrichtet. Diese schreibt von der neuesten Romreise des Kardinals Kopp, daß dieser letztere eine vertrauliche Mission von der deutschen Reichsregierung habe über die An­gelegenheiten der katholischen Missionen in China, genauer gesagt, über die Möglichkeit der Uebertragung der Protektion über diese an das Deutsche Reich. Das Protektorat über die katholischen Missionen in Ostasien und überhaupt

unterbrach er sich mit einem plötzlichen Entschluß, „schon jetzt soll es anders mit Dir werden. Ich sehe ein, daß Du nicht länger hier bleiben kannst. Ich werde Dich in die Stadt bringen zu guten, rechtschaffenen Leuten. Der Herr Pfarrer soll mir sagen. . . ."

„Ich will mit dem Pfarrer nichts zu tun haben," fiel Inge dem Vater in die Rede. „Ich will auch nicht in die Stadt, um dort den Gafferl­auben als Gespött zu dienen."

„Recht so, Inge, recht so!" hetzte die Alte.

„Der Pfaff soll keine Betschwester aus Dir machen." „Ich werde mit der fremden Dame gehen," uhr Inge fort. „Wenn Ihr mich aber mit Ge­walt zurückhalten wollt, Vater," sie war einen Schritt näher getreten und sah ihm in die Augen, „dann wundert Euch nicht, wenn ich mir ein Leid antue. Der Erlenweiher ist groß und tief genug."

Dem starken Manne sanken die Arme kraftlos herab, ein qualvolles Stöhnen entrang sich seiner Brust.

„O Gott, womit habe ich das verdient?" murmelte er und ließ sich schwer auf einen Stuhl nieder. Die Pfeife war schon vorher seinem Munde entfallen und lag in Scherben auf dem Estrich.

„Geh'," sagte er nach einem kummervollen Schweigen, das auf die Brust gesunkene Haupt erhebend, „geh', ich werde Dich nicht hindern.

Erscheinungsziffer bei 4—7 mal wöchentlich er­scheinenden Blättern, 12 Psg. mal Erscheinungs­ziffer bei mehr wie 7 mal wöchentlich erscheinenden Blättern, c. Uebergewichtsgebühr (über 30 Kilo pro Jahr befördertes Gewicht eines einzelnen Zeitungsexemplares) für jede angefangene 5 Kilo 25 Pfg.

Nach den Berechnungen, die bei einer großen Anzahl von Zeitungen angestellt worben sind, geben wir im Nachstehenden eine Ueberficht, wie sich im Durchschnitt gegenüber dem jetzt bestehenden Postzeitungstarif die Mehrbelastung bezw. Ent­lastung der verschiedenen Gattungen der politischen Tagesblätter durch einen neuen Tarif nach diesen verschiedenen Vorschlägen gestalten würde.

Ein Tarif nach dem:

den Kops — „ein kleiner Ueberschuß zu einem neuen Kleide für Dich ist auch noch dabei. Was denkst Tw, Inge, wenn wir am Sonntag in die Stabt ohigen und ein buntes Merinokleid kauf­ten, HX"

„Ich mag kein Mecinokleid. Lora trägt Mo online und die Prinzessin Seide und Sammt."

„Hinz," murrte die Alte, „wie ost würden w'r beide wohl Hunger gelitten haben, wenn un­sere Arbeit nicht auch ein bischen eingebracht

„Wollte Gott, Mutter, es hätte nie ein Pfen­nig Eures Gelbes den Weg in dieses Haus ge­funden ; es wäre besser für uns Alle gewesen!" wandte sich der Torfgräber von der Tochter zu ber Greisin. „Was hinberte mich als jungen Burschen, eine Stelle bei den reichen holländischen Bauern zu finden? Was ließ mich später, als der Mißwachs kam und das große Viehsterben, als der Buchweizen in der Erde verfaulte und die Theuerung überhand nahm, vergebens um Ar­beit an die Thüren unserer Nachbarn pochen — was anders, als Euer böser Leumund, Euer ge- heimnißvolles Wesen! Euere durch verfluchte Künste erworbenen Groschen haben den Segen des Himmels aus dieser Hütte getrieben, haben mein Weib und meine drei ältesten Kinder hin- siechen und sterben lassen — und nun wollt Ihr mir auch noch das letzte, jüngste entreißen!"

Der tief erschütterte Mann fuhr mit dem Rücken der Hand über die nassen Augen und seufzte laut auf. Erst nach einem längern Schwei­gen, das nur durch das unverständliche Gemur­mel Marrits und das unruhige Geflatter des von dem lauten Wortwechsel erwachten Staares unter«

Die schlanke Gestalt Inges hatte sich wie in wilder Empörung gestreckt; die schwarzen Augen funkelten unter dem zerzausten, in die Stirne gesunkenen Kraushaar; die kleine Faust ballte sich zorni und der nackte Fuß stampfte ungeduldig b.n Boden. Von dem ungewissen Lichte der Th r ~ lampe notdürftig beleuchtet, glich das aud. Mädchen eher einem der Unterwelt en'st » men Unholde, als der von der Großmutter acp i tenen Schönheit.

„Ich will gehen, und ich werde gc! ar, Vater, Ihr mögt es zugeben oder nicht. ‘ uteint Ihr, ich hätte es nicht satt, mich rcn len Bauern­kindern und selbst von den ge i • >n Tagelöhner­buben verhöhnen zu lassen, l iß weil ich arm bin und in einem so jäm.:, 1 chen Loche hausen muß? Meint Ihr, ich wollte noch länger mit fingern auf mich wei'eu lassen, weil ich zerrissene Röcke und ausgeroad c Kleider trage?"

„Inge," sagte (i at, und eine mächtige Be­wegung klang in b r Stimme des einfachen Man­nes, „es ist nic t meine Schuld, daß unser kärg­liches Besitz'! > .1 schon vor dreißig Jahren mit Hypotheken l f !-aftet worden ist, daß der liebe Gott Krankheit r.i.o Noth schickte und ich bei ber an» geftren t j.m Arbeit nur eben so viel erwerben kon' Euch vor Hunger zu bewahren. Aber mit Gi it s Hilfe wird es im nächsten Jahre bester r üden. Das Geld für die Zinsen habe ich schon zurückgelegt und" — er kraule sich überlegend |

16 pst. 22 pst. Erhöhung Ermäßig.

47 pSt. 5 pSr. Erhöhung Ermäßig.

87 pCt. 25 pEt.

ErhöhungErhöhungErhöhung Erhöhung Erhöhung

mit Ausnahme 63 pSt. 19"pSt. llpSt. ittw'SjÄ" lhWun3 ®rf,ö^n3 Erhöhung AbonnementS- prei-

Zeitungen mit

Abonnements- * 11 11 p^t. 7 PCt.

preis pro Jahr Ermäßig. Ermäßig. Ermäßig, über 20 Mk.

Vorschlag des

August.-B.

Vorschlag d. D. Zei- tungsvcrl.

Vorschlag Hilger

28 pSt.

44 pSt.

11 pSt.

Ermäßig.

Ermäßig.

Ermäßig.

13 pSt.

7 pSt.

15 pSt.

Ermäßig.

Ermäßig.

Erhöhung

12 pCt.

36 pCt.

24 PCt.