Einzelbild herunterladen
 

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

Bezugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

FuldaerMZeitung

Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re- klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

•"SSäjää”’ mit Zlnterhalümgs-Meilage „Mufirirte Sonntags-Zeitung!'

M 54.

JuLöct, Dienstag, den 8. März 1898

25. Jahrgang.

Deutsches Deich

* Dem preußischen Landtage ist die so viel-

5

Graf Thun scheint Verbindung zu suchen mit allen gemäßigten Gruppen, auch mit einem Theile der Linken, nämlich mit dem verfassungstreuen Grundbesitz. Und danach scheint auch die Zusammen­setzung seines Ministeriums beabsichtigt zu sein. Man glaubt, daß die Bildung desselben bis zum Mittwoch beendet sein werde. Gelingt dem Grafen Thun das Werk der Versöhnung und die Bildung einer geschlossenen Mehrheit aller Gemäßigten in; österreichischen Reichsrathe, so würde ihm dami eine große, schwere That gelingen, und Oester­reich würde ihm dann zu größtem Danke ver- psiichtetsein.

* Wenn man die Vorgänge in Sachsen genauer betrachtet, dann bekommt man einiges Verständniß dafür, wer daran schuld ist, daß in Preußen noch immer keine Anstalt gemacht wird, das Dereiusgesetz in der Weise umzugestalten, wie es längst verlangt wird, und wie der Reichs­kanzler Fürst Hohenlohe es versprochen hat. Im Landtage des Königreichs Sachsen haben die Konservativen an sich die Mehrheit. Sie können dort also so ziemlich machen, was sie wollen. Diese Machtstellung nützen sie nun aus gegen die Vereinsgesetz-Vorlage der Regierung. Sie wollen der Aufhebung des Verbindungsver­botes der Vereine nur dann zustimmen, wenn die Vorlage der Regierung in anderer Beziehung ihren Wünschen entgegenkommt. Nach der An­sicht der sächsischen Konservativen sollen nämlich Personen weiblichen Geschlechtes, desgleichen Minderjährige in Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden, nicht zugelasfen werden. Das Verbot soll sich auf solche Versammlungen, in welchen Berufs- und Standes-Jntereffen erörtert werden, nicht beziehen. Dieselben Bestimmungen sollen auch auf Vereine übertragen werden. Zuwiderhandlungen sollen mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. und mit Hast bis 6 Wochen bestraft werden. Die Konservativen erklären, daß sie an diesen Forderungen unbedingt festhalten wollen, und da gibt es nur zweierlei Möglichkeit: Entweder die Regierung gibt den Konservativen nicht nach und es kommt überhaupt nichts zu Stande, oder die Regierung beugt sich und das Vereins- und Versammlungsrecht wird nach den Wünschen der Konservativen verschlechtert. In beiden Fällen verhindern die Konser­vativen die Einlösung des Versprechens des Reichskanzlers.

* Ministerwechsel in Oesterreich.

Das Kabinet des Ministers Gautsch von Frankenthurn hat der wilden Brandung in Oester­reichs politischem Leben nicht lange Stand halten können. Rur drei Monate ist es am Ruder ge­blieben. Jetzt ist es zurückgetreten, um einem Ministerium Platz zu machen, das Graf von Thun-Hohenstein bilden soll und zum Theile schon gebildet hat.

Graf Thun ist eine Persönlichkeit mit einem ausgesprochenen politischen Programm. Sein Ministerium wird ebenfalls ein ausgesprochen politisches sein, kein Beamten-Ministerium wie dasjenige des Herrn von Gautsch.

Graf Thun steht im politischen Leben seit langer Zeit. Schon im Jahre 1879 wurde er, kaum 32 Jahre alt, in den Reichsrath gewählt. Damals kam er als ein eifriger Verfechter der Interessen und der Anschauungen des feudalen

über Regelung der Besoldung der Geistliche« noch immer nicht zugegangen. Vorläufig wird halbamtlich angekündigt, daß die Vorlage eine jährliche Mehrausgabe von 10 Millionen Mark

zur Folre haben weide. Aber über den eigent­lichen Inhalt der Vorlage verlautet noch nichts Bestimmtes.

von Hohenburg als kinderlose Wittwe frei auf der Höhe des Lebens stand. Sie brachte ihre Tage theils am Hofe zu Wien, theils in Italien, oder auf ihren Gütern zu. Früh gereift und durch das unselige Verhältniß zu einem unwür­digen Gatten noch mehr in ihren Eigenthümlich- keiten bestärkt, liebte sie es, eine gewiffe Unge­bundenheit des Wesens herauszukehren, Sitte und Form dec Welt unter Umständen achtlos bei Seite zu setzen. Ein angeborener Takt, ein fast unbewußter Instinkt der Seele hinderte sie jedoch, eine bestimmte Grenze zu überschreiten, die Schranken der Weiblichkeit zu durchbrechen. Da sie außerdem eine geistreiche Frau war, Kunst und Wissenschaft pflegte und freigebig von ihrem großen Vermögen austheilte, wie Lust und Laune es ihr gerade eingaben, so mar sie stets von Ver­ehrern und angehenden Jüngem des Apoll um­schwärmt.

Prinzessin Sarolta lehnte in der von präch­tigen Orangenbäumen gebildeten Laube in einem amerikanischen Schaukelstubl und sah mit einem spöttischen Lächeln auf ihr Gegenüber, den Grafen von Hellborn, einen stattlichen Vierziger, welcher der schönen Wittwe zu Gefallen Baden-Baden verlassen hatte und nun mit etwas melancholischem Blick die Einförmigkeit der nordischen Ebene betrachtete.

„Und ich wiederhole Ihnen nochmals, lieber Graf, Sie mögen es nun glauben oder nicht: dieses seltsame Land hat seine Reize, seine hohen Reize sogar. Wer, wie ich, groß geworden im Bannkreis des Meeres, wer seine Jugendzeit zwischen Haide und Düne verträumt hat, den packt es auch in dem gepriesenen Süden mit einem

Regierung gegenüber, der sie namentlich in der Angelegenheit der Berliner Getreide- und Produkten­börse so viel Schwierigkeiten wie möglich machten. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Neben den Äeltesten der Kaufmannschaft hat sich der Central- Ausschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine gebildet, und dieser wird nun mit allen Kräften auf die Errichtung einer Berliner Handels­kammer hinwirken. Es besteht die Hoffnung, daß die Bemühungen Erfolg haben, und so die Alleinherrschaft der großkapitalistischen Äeltesten der Berliner Kaufmannschaft brechen werden.

x Im preußischen Ministerium des Innern ist der Entwurf eines Gesetzes über die Regelung der Derhättmsse der preußische« Hemeinde- Aeamten ausgearbeitet und den Provinzial­behörden zur Begutachtung unterbreitet worden. Der Entwurf entscheidet zwischen höheren Beamten und Unterbeamten. Zu den ersteren gehören alle Magistratsmitglieder, zu den letzteren alle übrigen Beamten der Stadtgemeinde. Der Unterschied gegenüber dem geltenden Rechte besteht Haupt- sächlich darin, daß den Wittwen und Waisen der mit Pensionsberechtigung angestellten höheren Beamten und Unterbeamten Wittwen- und Waisen­geld zu gewähren ist. Eine weitere wichtige Ab­weichung von den bisherigen Bestimmungen be­steht darin, daß fortan für die Unterbeamten die Anstellung auf Lebenszeit die Regel werden soll und Abweichungen von diesem Grundsatz durch Ortsstatut festzusetzen sind, während bisher die­jenigen Beamten und Unterbeamten, die auf Lebenszeit anzustellen sind, im Ortsstatut erst näher bezeichnet werden müssen. Auf die technischen Beamten der städtischen Betriebsverwaltung findet nach dem Gesetz der Grundsatz der Anstellung auf Lebenszeit nur Anwendung, wenn die Stadt­gemeinden dies ausdrücklich beschließen.

* Auch in der freien Stadt Hamburg be­schäftigt man sich eingehend mit den Verhältnissen der große« Mazare. Schon im Jahre 1895 war ein Ausschuß der Bürgerschaft eingesetzt worden, der einen Antrag auf Einführung einer Steuer für Konsum-Genossenschaften prüfen sollte. Dieser Ausschuß empfiehlt in seinem jetzt erstatteten Bericht einstimmig die Einführung einer solchen Steuer. Zur Zeit ist auch ein zweiter bürgerschaftlicher Ausschuß dabei, einen Antrag auf Einführung einer mit der Höhe des Um­satzes steigenden Umsatzsteuer für Konsumge- fellschasten und große Verkaufsbazare zu prüfen, die bei einem Jahresumsatz von 200000 Mark anheben soll. Kennzeichnend ist es, daß das Hamburger sozialdemokratische Blatt in lebhafter Opposition gegen diese sozialen Reformbestrebungen sich befindet.

Graf Thun gilt unbedingt als Mann der festen That. Die Blätter der österreichischen

X Die Soziakdemokrate« haben eine neue merkwürdige Probe ihrer schon in vielen Fällen bewiesenen sogenannten „Arbeiterfreundlich­keit" gegeben. Die Leitung des sozialdemo­kratischen Plagwitz-Leipziger Konsumver­ein hat an ihre weiblichen Angestellten eine Ver­fügung erlaffen, in der mitgetheilt wird, daß die in den Lagerräumen der Geschäfte beschäftigten Gehilfinnen nicht als Handelsangestellte im Sinne des neuen Handelsgesetzbuches betrachtet werden, daraus folgt, daß sie in Krankheitsfällen auch nicht während der ersten 6 Krankheitswochen nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches das Gehalt fortbeziehen können. Ferner ist den Gehilfinnen angezeigt worden, daß eine Krank­heit, die nicht länger als drei Tage anhält, nicht als Krankheit im Sinne des Handelsgesetzes gelten soll. So unmenschlich und ausbeuterisch ollten nun einmal andere Unternehmer verfahren, da würde die Presfe der Herren Genossen ein nettes Geheul darüber anschlagen

X Die Körperschaft der Aettesten der Wer- iuer Kaufmannschaft hat lange Jahre ihr Szepter als Vertreter der Berliner Handelswelt in einer Weise geschwungen, die vielfach den Un­willen aller derjenigen erregte, die nicht mit den Äeltesten gemeinschaftlich dem Ringe der groß­kapitalistischen Fortschrittler und sonstigen Liberalen angehörten. Die Äeltesten glaubten, ein Konkurrent in der Ausübung dieser Macht könne ihnen nicht entstehen und danach betrugen sie sich; auch der

Wege und Ziele.

Roman von A. Jüngst.

------ (Nachdruck verboten.)

Ihr und Inge. Denkt nur, was aus mir und Fido geworden wäre, wenn wir Inge nicht ge­funden hätten."

„Gottes Segen über Dich, Komtesse Lora!" murmelte Geert, gerührt auf das bittende Kind blickend. „Ich wollte, meine Inge . . ."

Was er wollte, blieb unausgesprochen, denn Inge kam stürmisch heran, stülpte Lora das Hütchen auf ihre Locken und flüsterte dabei: „Ich komme ganz gewiß. Du kannst Dich darauf verlafsen. Ich thue doch, was ich will, ob es der Vater erlaubt oder nicht."

Nachdem Lora auch ihr die Hand gereicht zum Abschiede, schaute sie zweifelnd auf die Großmutter, welche ihre Stellung noch immer

I nicht verändert hatte und nur zuweilen höhnisch grinsend das graue Haupt gegen den Kater schüttelte. Sollte sie zu ihr gehen und ihr die Hand reichen oder nicht?

I . Einen Augenblick zögerte Lora, dann trat sie einen Schritt vor und machte einen Knix gegen das alte zerlumpte Weib am Herde, wie sie ihn tiefer und schöner nicht gegen die Kaiserin von Oesterreich gemacht, als die hohe Frau bei ihrer letzten Anwesenheit in Ischl sich die Gräfin von Ostheim mit ihrem Töchterchen hatte vorstellen lassen.

3.

Auf der Gartenterrasfe des Schlosfes Ostheim war eine kleine auserlesene Gesellschaft versammelt. Den Mittelpunkt derselben bildete Prinzessin Sarolta, die jüngere Schwester des Grafen, eine lebhafte, schlanke Blondine mit klugen, grauen Augen und beweglichen Zügen, welche nach einer kurzen, unglücklichen Ehe mit dem Prinzen Günther

„O Benedikt, sie waren sehr, sehr gut zu mir," versicherte das Kind eifrig und sah mit einem lieblichen Lächeln zu dem Taglöhner auf „Auch Inge", fügte es etwas zögernd hinzu, indem es auf die geraubten Stiefelchen nieder­blickte. „Nun aber bringst Du mich zu Mama^ nicht wahr, Benedikt?"

„Gewiß, Komtesse Lora. Mein Brauner wird uns wohl Beide tragen."

„Und Fido?"

„Und Fido natürlich, Komtesse. Na, guter Freund" — Benedikt hatte sich überlegt, ob er als gräflicher Reitknecht wohl dem armen Torf­bauern die Hand reichen müsfe, entschloß sich aber endlich dazu — „habt Dank für Euere Gastfreundschaft. Mein gnädiger Herr, der Herr Graf von Ostheim, wird Euch sicher mit klingen­der Münze lohnen. Kommt nur morgen hin­über nach dem Schlosse."

„Ich brauche den Dank des Grafen nicht," versetzte Gerit mit einem Anfluge von edlem Stolze. „Auch arme Leute können das, was sie geben, aus gutem Herzen geben, ohne gleich an Bezahlung zu denken."

„Wenn ihr nicht wollt, Mann, dann nicht; ist aber Euer eigener Schaden."

„O, ihr müßt kommen, Geert," drängte Lora und gab ihm das zarte Händchen, das wie ein Blumenblatt in der groben Faust des Arbeiters lag. Versprecht mir, das ihr kommen wollt, |

fast unbezwinglichen Heimweh. Der Zauber dieser öden Scholle läßt einen nicht los; er durch­dringt das ganze Wesen des Menschen und gibt ihm ein eigenartiges Gepräge. Oder wo fände man so viele Originale, so viele mit besonderen Eigenschaften begabte Menschen wie in unseren Mooren und Haiden? . . . Menschen, die kaum jemals richtig lesen und schreiben gelernt haben, und die dennoch in dem Buche der Natur wie in den Herzen der Menschen zu lesen mit un­trüglich scharfem, ich möchte beinahe sagen inspi- rirtem Blicke? Apropos, Mathilde," wandte sich die Redende zur Gräfin von Ostheim, welche, mit einer leichten Handarbeit beschäftigt, zu ihrer Rechten saß, „wann kommen denn Loras Freunde?"

Ein Schatten glitt über das sanfte Antlitz der Gräfin, ein leiser Unmuth verzog die feinen Lippen, als sie gemessenen Tones antwortete: „Freunde möchte ich die Leute aus dem Haide­hause doch nicht nennen, liebe Sarolta. Im Gegentheil . . ."

Ein silberhelles Lachen unterbrach sie.

„Mathilde, ich glaube gar. Du kannst Lora ihren Streifzug auf eigene Hand noch immer nicht vergeben. Du lässest das arme Kind noch heute Buße thun in Sack und Asche."

„Wenn Du Dich um ein einziges. Dein letztes Kind so geängstigt hättest, wie ich," versetzte die Gräfin mit gekränkter Miene, „würdest Du anders sprechen Sarolta. Ich fühle noch die Nach­wirkungen des Schreckens in allen Gliedern, als Lora an jenem unglücklichen Nachmittag plötzlich verschwunden war, alles Rufen, alle Nachforsch­ungen vergeblich blieben und meine Phantasie

Adels und des politischen Tschechenthums auf die Bühne des politischen Lebens. Aber im Laufe der Jahre haben sich seine Anschauungen ge­mildert; und vor allen Dingen hat er aus eigner, böser Erfahrung sehr genau kennen gelernt, daß mit den radikalen Elementen in der Tschechen­partei auf versaffungsmäßigen Bahnen ein Friede auf die Dauer unmöglich ist. Graf Thun hatte! ’ Berlins 7. März,

ganz besonders vielseitige Gelegenheit dazu, um h. Amtlicher Mittheilung zufolge sind die Ver- drese Erfahrung zu machen. Er war nämlich Handlungen zwischen De«tschlaud ««d Ktzina acht Jahre lang, von 1888—1896, Statthalter zu Ende geführt worden. Der Vertrag ist gestern von Böhmen. Und auch er mußte schon gegen- in Peking von beiden Theilen unterzeichnet worden, über dem wilden Wühlen der äußersten Tschechen Er umfaßt auch die an Deutschland gewährten zu Ausnahme-Maßregeln greifen. Als ein Freund wirthschaftlichen Zugeständnisse in der Provinz der tschechischen Forderungen kam er als Statt- Schantung. — Auch für die Beraubung und Halter nach Prag. Ec kam mit der ausge- Verwundung des protestantischeu Missionars Ho- sprochenen Absicht dorthin, eine der allergrößten meyer ist vollkommene Genugthuung gewährt Forderungen der Jungtschechen zu unterstützen, worden. Die Thäterj und die nachlässigen Be- nämlich der Lostrennung Böhmens von Oesterreich amten werden bestraft und außerdem ist eine als ein halb selbstständiges Königreich und der ansehnliche Summe als Entschädigung angewiesen besonderen Krönung des österreichischen Monarchen worden.

als König von Böhmen. Und dennoch war er X lieber die Werwatturrg von Kiaotschau bald genug der am meisten von den Jungtschechen sind nunmehr kaiserliche Bestimmungen getroffen gehaßte Mann! . worden. Danach soll an der Spitze der Militär-

Ueber das Regierungsprogramm des Grafen von und Civilverwaltung im Kiaotschau - Gebiete ein Thun ist vorläufig wenig Sicheres bekannt. Jeden- Seeoffizier mit dem Titel Gouverneur stehen, falls ist seine Berufung zum österreichischen Minister- Derselbe ist oberster Befehlshaber der militärischen Präsidenten von langer Hand vorbereitet; noch Besatzung im Kiaotschau-Gebiete und Vorgesetzter mehr, von verschiedenen Seiten wird die Ver- aller darin angestellten Militärpersonen, sowie der muthung ausgesprochen, daß das Ministerium des Beamten der Militär- und Cioilverwaltung. Der Herrn v. Gautsch von allem Anfänge an nur Gouverneur hat gerichtsherrliche. Disziplinär- und als em Uebergangs - Ministerium betrachtet und Urlaubs-Befugnisse eines Marine-Stations-Chefs; behandelt wurde, dessen Aufgabe nur sein sollte, er führt innerhalb seines Befehlbereiches eine die aufgeregten Gemüther zu beruhigen und die Flagge, wie die des Gouverneurs von Ostafrika, unglütffeligen Sprachverordnungen des Grafen Der Staatssekretär des Reichs-Marineamtes hat v. Badeni abzuändern. Dieses Letztere ist ge- über die ihm unterstellte militärische Besatzung schehen — zunächst freilich mit dem Erfolge, daß des Kiaotschau - Gebietes und über die sonstigen m Prag^ neue tschechische Unruhen ausgebrochen angestellten Militärpersonen die Befugnisse des find. In den nächsten Tagen soll die neue kommandirenden Admirals.

Sitzungsperiode des österreichischen Reichsrathes * Dem preußischen Landtage ist die so viel­eröffnet werden, und nun geht Herr v. Gautsch, fach schon angekündigte und besprochene Vorlage um dem Grafen Thun Platz zu machen, der vor- “ * 1 — ~

her von dem böhmischen Statthalterposten schied, weil er im vollkommenen Gegensatz zu dem vor­aufgegangenen Ministerpräsidenten Grafen von Badeni war.

Aus dem Reichstage.

-<* 56. Sitzung vom 7. März 1 Uhr.

Am Bundesrathstische: v. Podbielski.

Das Haus tritt in die erste Berathung der N o v e l l e zum Postgesetz. Durch dieselbe soll das Höchstgewicht für gewöhnliche Briefe von 15 auf 20 Gramm erhöht und dem Reichskanzler die Ermächtigung ertheilt «erden, den Geltungsbereich der Ortsbrieftaxe auszudehnen. Das Postregal, das bisher nur für den Verkehr von Ort zu Ort bestand, soll in Zukunft auch auf den Ver­kehr geschlossener Briefe im Ortsverkehr ausgedehnt

Regierung versichern aber, daß er durchaus verfassungsgemäß handeln werde und sicher­lich von allen Staatsstreichgelüsten frei sei. Niemals — so geht ihm weiter der Ru voraus — werde er gegen die Deutschen regieren; nur gegen alle radikalen Anforderungen werde er unbedingt Front machen. Zu diesen radikalen Forderungen sind zu rechnen und werden sicherlich auch bei solchen Ankündigungen gerechnet die äußersten Deutschnationalen. Und diese werden den Grafen Thun sicherlich nicht zum Freunde haben.