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KuUmerMZeitung
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mit Zlnterßattungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Heilung"
M 51
Jueöa, Freitag, den 4. März 1898
K> Weiteres zur Flottenvorlage:
von vornherein nicht. Es ist die alte Geschichte:
i gerade
i und Be
suche u. a. auch der Gemeinde Schöneberg bei
2
Die Haltung der Freisinnigen Volkspartei und der Süddeutschen Volkspartei zur Flottenvorlage wird vollkommen mißverstanden, wenn man sie nur nach der Haltung ihrer Zeitungen und nach dem Benehmen ihrer parlamentarischen Vertreter beurtheilt. Die Wahrheit ist die, daß die Herren die größte Angst ausgestanden haben und noch ausstehen, daß es am Ende doch noch über die Flottenvorlage zu einem Konstikt kommen könnte. Denn bei Neuwahlen unter einer Flottenparole würden wahrscheinlich gerade die freisinnigen Gegner der Flottenvorlage einen sehr schweren Stand haben, eingekeilt in drangvoll fürchterlicher Enge zwischen den Sozialdemokraten auf der einen und den frei-
Mitteln zur Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich gebeten wird. Staatssekrätär Graf v. Posadowsky theilte in der Kommission am letzten Mittwoch mit, daß dieselbe Frage in den nächsten Tagen schon den preußischen Sanbtac; beschäftigen werde, weil im preußischen Etat Mittel zur Errichtung eines solchen Denkmals (auf der sogenannten Museumsinsel in Berlin) vorgesehen sei. Gleichzeitig erinnerte Graf Posa- dowsky daran, daß der Kaiser sich aus Anlaß eines ähnlichen Antrages der Stadt Berlin ausdrücklich vorbehalten habe, ein seinen und den
I Grund zur Aufregung vorhanden. Käme es I schließlich wegen der Frage der Kostendeckung doch noch zu einem Konflikte, — nun wohl, dann würde das Centrum bei den Neuwahlen wahrlich keinen schlechten Stand haben.
Daß das Centrum ganz einig und geschlossen bleibt, das ist die Hauptsache. Denn weit.größere und wichtigere Arbeiten bleiben nach dem Flottengesetze für das Ceytrurn zu lösen übrig. Niemals dürfen wir unseren zahlreichen Gegnern die Freude machen, daß diese später sagen könnten: der Thurm des Centrums ist geborsten von dem Anprall der Wogen des Flottengesetzes. Die Nachwelt würde uns verlachen, und unsere katholisch en Nachkommen würden uns verachten deswegen, daß wir über einem Flottengesetze unsere wichtigsten und heiligsten Aufgaben vergessen haben!
Wünschen seiner Mutter entsprechendes Denkmal selbst zu errichten. In Erwägung dieser Sachlage entschloß sich die Petitions - Kommission, dem Plenum des Reichstages einen Beschluß vorzuschlagen, wonach die Kosten eines Kaiser- Friedrich-Denkmals dem Kaiser aus Reichs- mitteln zur Verfügung gestellt werden sollen.
h Der Abg. Lieöer hat, wie das,Frankf. Volksblatt" ausplaudert, an verschiedene Blätter zur Information ein v ertraulich e sS ch re ib en gerichtet, in dem es heißt: „Zunächst behauptet es (nämlich ein von Berlin aus verbreitetes Aus-
I lange diese zu ihren „patriotischen, nationalen und liberalen" Ideen paßt, sonst aber hört die Freiheit auf. Das ist aber keine „Freiheit" der Wissenschaft, wenn sie bei den Sozialdemokraten oder Jesuiten aufhören soll. Entweder volle Freiheit oder nicht; entweder für Alle oder für Keinen! Diese Logik allein kann vor der Wissenschaft bestehen! Wir unsrerseits sind nicht dafür, daß Jeder lehren darf, was ihm beliebt, ropber | in der Kirche noch im Staat. Wenn Jemand den Katheder dazu anwendet, um die Grundlagen des Staates zu untergraben, sv muthen wir dem Staat nicht zu, das zu dulden wegen der sogenannten „Freiheit der Wissenschaft", aber das gleiche Recht muß auch der Kirche zuerkannt werden, auch sie braucht nicht ruhig zuzusehen, wie ihre Grundlagen untergraben | werden — wegen der sogenannten „Freiheit der Wissenschaft". Wer aber wie die Liberalen Jedem das Recht geben will, in Sachen der Religion zu schreiben und zu sagen, was ihm beliebt, hingegen den Sozialdemokraten oder einem andern „Umstürzler" es verwehren will, gegen die jetzige Staats- und Gesellschafts-Ordnung zu lehren, der begeht eine Inkonsequenz. Entweder muß man sagen, wie wir, daß dem Staate wie der Kirche prinzipiell das Recht zuzuerkennen ist, der „Freiheit der Wissenschaft" gewisse Schranken zu setzen, oder man muß nach allen Seiten und für alle Doktrinen die Schranken fallen lassen und Allen gleiche Freiheit gewähren; wer z. B. die Atheisten ungeschoren lehren lassen will, der handelt nicht „wissenschaftlich", wenn er nicht auch alle Andern
schrittlichen Lager über die durch die katholische Kirche gefährdete „freie" Wissenschaft entrüstete und empörte, hörte man jetzt die freisinnigen Munkel und Virchow gegen den Staat sich wenden mit Ausdrücken wie „königlich preußische Wissenschaft" ; am widerspruchsvollsten, wie immer, wenn dieses Thema an der Tages-Ordnung steht, in der Kammer oder in der Presse, zeigten sich die Nationalliberalen, deren Sprecher Friedberg gegen eine „staatlich 'konzessionirte Wissenschaft" sich verwahrte, jedoch will er, trotz seiner Freiheit der Wissenschaft, die Sozialdemokraten ächten, denen die „Freiheit" nicht gewähren —
Bewußtsein verletzen" müsse. Man kann di- Herren vom „Evangelischen Bunde" diesmal ge tröst in ihrem Schmollwinkel sich selbst überlassen. Sie finden, es war deutlich zu erkennen, bei den weitesten Volkskreisen durchaus kein Ver- ständniß für diesen ihren letzten Vorstoß.
* Die Freiheit der Wissenschaft ist neulich im preußischen Abgeordnetenhause in einer sehr bemerkenswerthen Weise behandelt worden. Einzelne Privat-Dozenten an den preußischen Universitäten, besonders der Sozialdemokrat Arons, hatten der preußischen Regierung Verlegenheiten bereitet, deshalb brachte das Ministerium einen Entwurf vor die Kammer, um die Disziplinar- Gewalt der Regierung gegen die Privak-Dozenten zu stärken. Bei dieser Gelegenheit wurde dann wieder viel von der freien Wissenschaft geredet.
Steuer ermöglicht, falls die bestehenden Steuern im Reiche dazu nicht ausreichen. Diese Vermögenssteuer soll mit */a vom Tausend von Vermögen von 100000 Mark an aufwärts erhoben werden. Wenn eine Partei sich in dieser Weise beeilt, positiv mitzuarbeiten an dem Zustandekommen eines Gesetzes, so kann man unmöglich von ihr annehmen, daß sie einen Konflikt herbeisehne und helfen wolle, ihn herbeizuführen. ®a§ nimmt aber auch keiner an, der die Lage nicht genau kennt. Das wilde Gebühren derer um Richter und ihres Oberhauptes soll nichts weiter sein, als Sand in die Augen ihrer Wähler.
kommen werden, mit außerordentlicher Ruhe entgegensehen ; und es ist für alle, die der Centrums-
Wege und Ziele.
Roman von A. Jüngst.
------ (Nachdruck verboten.)
* Da der Kaiser in Folge niedrigen Wasserstandes mit dem Panzer „Kurfürst Friedrich Wilhelm" heute von Wilhelmshaven nicht auslaufen konnte, wird er erst morgen die geplante Seefahrt nach Bremerhaven antreten; von dort wird der Kaiser am Nachmittag zu zweistündigem Ausenthalt sich nach Bremen begeben.
x Die Frage der Errichtung eines Dertk- maks für Kaiser Friedrich tritt neuerdings mehr in den Vordergrund. Der Petitions-
Deutsches Deich.
Berlin, 3. März.
Lora löste die Hand aus der ihrer Führerin, legte mit einem sanften, engelhaften Ausdruck die Finger zusammen und sang mit einem feinen, aber lieblichen Kinderstimrnchen: „Es geht durch alle Lande ein Engel still umher."
Inge zuckte die Achseln.
„Ach, das alte, dumme Lied! Wenn Du anders nichts weißt, dann laß das Singen nur bleiben, sonst schilt meine Großmutter."
2.
Graugrün in melancholischer Verdrossenheit neigen sich die alten Erlen über den kleinen versumpften Teich, auf besftn Oberfläche ein undurchdringliches Gewfrr von Wasserlinsen und Entengrün schwimmt. An die schwärzlich schillernde Wasserlache schließt ein mit Dornen eingezäuntes Gärtchen in trostloser Verwilderung sich an. Ein paar vom Sturm schief gewehte, verkrüppelte Pflaumenbäume streckten wie hilfesuchend die Arme aus, einige Kohl- und Salat-Strünke blickten kränklich aus dürrem Kartoffellaub, verdorrte Erbsen raschelten im Winde. Selbst das Unkraut trägt ein trübseliges Gepräge und schleicht in elender Verkümmerung über Beete und Wege hin. Einige magere Hennen scharren im Sande vor der Hausthüre; ein alter Hahn, dem der Fuchs die Schwanzfedern geraubt, blinzelt mit halb blinden Augen die Herankommenden an.
Verfallen, düster und ärmlich, so steht die Hütte am Erlenweiher auf der Grenze zwischen Düne und Moor, ein trübes Bild der dürftigen Gegend und ihrer Bewohner. Kaum vermag der goldhelle Glanz der Sommersonne einen versöhnenden Schimmer über die feuchten, von grünem Schimmel überzogenen Wände, auf das schief-
X Der Vorstand des sog(„Evattgekischen Aundes" hält es für gut, nmthig zurückzuweichen vor der Zurechtweisung, die er durch das Reichskanzleramt erhalten hat. Er hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er behauptet, er hätte durch ein Vorgehen gegen das Auftreten des Gesandten von Bülow in Rom „das katholische Bewußtsein nicht verletzen wollen; er sei vielmehr für die Ehre des evangelishen Bekenntniffes eingetreten". Wenn es so wäre, sollte es uns freuen. Aber es ist nicht so. Und gleich wieder in seiner neuen Erklärung wiederholt der Vorstand des „Evangelischen Bundes" seine alte Behauptung, daß die Art des Auftretens des Gesandten von Bülow bei der Geburtstagsfeier des Kaisers der deutschen Katholiken in Rom das „evangelische I
holte und schon ungeduldig mit dem Fuße stampfte, als ihm nicht sofort Folge geleistet wurde.
„Nein, ich mag nicht singen," erklärte sie entschieden, sich auf einen Stein am Wege sinken lassend und das Antlitz in Fidos weiches Pelzchen drückend: „Ich bin müde und hungrig."
„O Da dummes, kleines Ding," höhnte Inge mit einem schrillen, harten Lachen. „Du kannst wahrscheinlich gar nicht fingen. Aber ich! Höre nur!"
In schmetternden Tönen, klar wie der Klang einer Silberglocke, tirilirenb wie das Lied der Haidelerche, jubelte sie's heraus aus voller Brust: „Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht."
Lora hob das gesenkte Köpfchen und lauschte in steigender Bewunderung.
„Das war schön!" sagte sie in einem tiefen Athemzuge.
„Ob das schön war!" nickte Inge herablassend. „Wenn ich Sonntags mitfinge, lauschen dann all' die Leute. Aber ich mag in der Kirche nicht fingen, ich will ..."
„Was denn?"
„Ich weiß selber nicht was, aber etwas Anderes, Besseres, als die langweilige Kirche, das langweilige Dorf und diese ganze langweilige Haide. Nun komm'."
So sprechend ergriff Inge die Hand der Kleinen und zog sie mit sich.
„Wenn ich auch nicht so schön singe wie Du," fing diese nach einem Weilchen schüchtern an, „singen kann ich doch. Auch ich singe in der Kirche."
„So, und was denn?"
Die frankfurter Zeitung' geht von der Ansicht, daß das Flottengesetz nunmehr schon so gut wie sicher unter Dach und Fach sei. Es ist an dieser Stelle schon mehrfach ausgeführt worden, daß das nicht der Fall ist. ' Hat sich doch die Centrumsfraktion noch gar nicht einmal mit der Vorlage beschäftigt — und es bleibt noch die schwierige Lage der Kostendeckung zu lösen übrig! Auch noch der Ansicht der konservatioen ,Kceuz- Zeitung' steht jedenfalls soviel fest, daß man noch keineswegs berechtigt ist, die Flottenvorlage als erledigt zu betrachten. „Wahrscheinlich — so ver- muthet die,Kreuz-Ztg.' — wird es sogar noch viele unangenehme Weiterungen geben, und selbst ein endgiltiges Scheitern dars noch Nicht als ausgeschlossen gelten." . ....... ... .... ™ctyluuv. vetutons, d-utsck^-'N^fs^^Elsl"Ulge und die süd- Kommission des Reichstages liegen mehrere Ge- deutsche VolksPartei es gar nicht so schlimm such. „. ... oei
meinen mit ihrer Opposition gegen die Flotten- Berlin vor, worin um Gewährung von Reichs- Vorlage, geht auch an deren Anzeichen hervor.' ..... - «• - -
Dienstag Abend fhaben beide Parteien gemeinschaftlich eine Fraktionssitzung im Reichstage abgehalten und haben sich in dieser bereits schlüssig gemacht darüber, wie sie sich zu der Frage der Kostendeckung stellen wollen. Das Ergebniß bedeutet im Grundsätze nichts Anders als einen Anschluß an die Vorschläge des Abgeordneten Dr. Lieber. Die beiden Parteien haben nämlich beschlossen, zum Flottengesetz demnächst einen Paragraphen zu beantragen, der die Deckung der Mehrkosten aus einer Reichs-Vermögens-
„O bitte, thu' meinem Hunde nichts!" flehte Lora und war nun selbst behilflich, die zierliche Beschuhung abzustreifen.
Verwundert schaute sie zu, wie Inge sich an ihrer Seite niederkauerte und mit zitternden Fingern die Stiefel an ihre nackten Füßchen zog, einen Augenblick sprachlos vor Bewunderung darauf hinblickte, dann jubelnd aufsprang und außer sich vor Freude in die Hände klatschte.
„Ich habe Schuhe an, wirkliche Schuhe!" lachte das wilde Mädchen mit einem neuen Ausbruch des Entzückens. „Nun komm'," sagte sie darauf gnädig, die Kleine in die Höhe ziehend, „ich werde dafür sorgen, daß Großmutter Dir einen ordentlichen Kaffee kocht, ober noch besser, ich koche ihn selber."
Mit einem leisen Seufzer folgte die kleine Komtesse dem Gebote ihrer Bedrängerin und s-tzte zum ersten Male im Leben die zarten, mit weißen durchbrochenen Strümpfen bekleideten Füße un- beschuht auf die nackte Erde.
„Kannst Du singen?" sagte Inge plötzlich und blieb wieder stehen.
„O ja," versetzte Lora, und ein strahlendes Leuchten ging über das rosige Gesichtchen; „ich singe mit Tante Sarolta oder auch mit Fräulein Schöller."
„Wer sind das?"
„Tante Sarolta ist Papas Schwester, die Prinzeffin von Hohenburg, und Fräulein Schöller ist meine Erzieherin. Tante Sarolta singt und spielt sehr schön."
„Singe!"
Lora von Ostheim blickte betroffen auf ihre Gefährtin, welche den Befehl noch einmal wieber-
Sie schritt langsam weiter, ihrer Gefährtin Sberlaffend, sich über die muthmaßliche Erscheinung des Prinzen, der zu dieser kaum besser als in Lumpen gehüllten Gestalt passen wollte, den Kopf zu zerbrechen. Angesichts einer niebern, strohgedeckten Hütte hielt Inge roieber an. So oft sie mit ber vornehmen Kleinen gesprochen waren bie begehrlichen Blicke von ber lockenben Korallenschnur zu ben feinen Stiefelchen gestreift, welche bie Füße derselben bekleideten.
„Deine Schuhe könntest Du mir aber geben," sagte sie in befehlendem Tone.
„Meine Schuhe?" wiederholte Lora verwirrt. „Ich kann doch ohne Schuhe nicht gehen!"
„Nicht?" fragte Inge spöttisch. „Wiegehe lch denn und habe mein Lebtag noch kein solches Zeug an den Füßen gehabt! Deine Schuhe mußt Du mir geben . . . ober leihen," verbesserte sie fich, als sie bie ängstlichen Blicke ihres Schütz- Ungs bemerkte. „Ich will doch einmal sehen, wie Schuhe, wirkliche Schuhe mir stehen." . lliib ohne bie Erlaubniß Loras abzuwarten, i "ckte sie bas viel zartere, schwächlichere Kinb m das Gras am Wege und begann mit affen- Br!l3er. Behendigkeit die Saffianstiefelchen loszuknöpfen. Fido stieß ein leichtes Knurren aus, hlL?’ Jet;n1 Herrin so bedroht sah; aber ein S rochen Mündchens, ein heftiger
mflum f et"en btaunen Haud machten ihn
Jahrgang
Von allen Parteien am wenigsten würde das Centrum eine Auflösung des Reichs- _ . - . . ,, . , , tages unter der Flottenparole zu fürchten haben,
sinnigen und sonstigen liberalen Flottenfreunden Das Centrum kann darum den Dingen, die da auf der andern Seite. Solche Blätter des Frei- kommen werden, mit außerordentlicher Ruhe ent- sinns, die nut ganz ehrlichen Waffen kämpfen, gegensehen; und es ist für alle, die der Centrums- fiichen darum einen versöhnlichen Ton anzuschlagen, partei angehören, zunächst nicht der gerinaste Erst vor wenigen Tagen machte die ,Vossische1 —*■ - " ’ ' 1 --
Zeitung' darauf aufmerksam, daß ehedem die Stärkung der deutschen Marine ja gerade zu dem liberalen Programm gehört, und daß ehedem niemand anders, als Fürst Bismarck es war, der der Linken im Reichstage den Vorwurf machte, sie habe zu viele Mittel für die Flotte bewilligt. Andere Blätter des Freisinns warnten mehr als einmal vor Neuwahlen unter der Flottenparole, und jetzt entfährt der frankfurter Zeitung' ein Seufzer der Erleichterung mit den Worten, daß nun das Flottengesetz aus der Wahlbewegung ausscheibe, unb somit bie „Aufmerksamkeit ber Wähler nicht burch eine sogenannte nationale Agitation für bie Marine nur auf bieses Gesetz gelenkt wirb".
misston, welche bem Centrum angehören, zur Pflicht gemacht, roeber sich selbst noch bie Fraktion burch ihr Verhalten in ber Kommission zu binben, vielmehr bie volle Freiheit ber Entschließung für bie entscheidenben Abstimmungen im Reichstage ausdrücklich zu wahren, wie bies bei allen wichtigen Angelegenheiten solange bie Fraktion besteht, besonbers regelmäßig auch burch ben verstorbenen Abge- orbneten Dr. Winbthorst geschehen ist. Diese Pflicht habe ich bis jetzt erfüllt, werbe ich auch ferner nie verkennen unb unterliege zur Verwunberung vieler Freunbe auch beswegen nun ben Bemängelung^ lehrungen einzelner Centrumsblätter. .
schreiben an einige Zeitungen) von mir: Jetzt hat er im Gegensätze zur Fraktion in ber I. Be- rathung ber Marinevorlage sich günstig für dieselbe ausgesprochen. Ich stelle fest: Ich habe mich als Fraktionsrebner in der ersten Lesung .............. ....... BCICVC1.
nt^t günstig für den Entwurf ausgesprochen. Während man früher sich im liberalen und fort« sondern weder mich selb st noch die Fraktion " - - - -
nach irgend einer Seite in irgend welchem Punkte gebunden. Ich habe mich nicht „im Gegensätze zur Fraktion in der ersten Berathung" ausgesprochen, sondern genau nach dem Austrage der Fraktion verhalten, was sowohl zahlreiche Freunde unmittelbar nach der Rede mir bezeugten, als auch die Fraktion in der nach der Weihnachtspause der Flotten - Vorlage gewidmeten Sitzung anerkannte. . . . Das Ausschreiben behauptet weiter: „Die Fraktion hat beschlossen daß die Kommission vor der Abstimmung erst die Direktive der Fraktion ein- ...... -
holen soll. Darum hat auch keine Abstimmung natürlich den Jesuiten und andern Römlingen in der Kommission stattgefunden." Ich stelle von vornherein nicht. Es ist die alte Geschichte- fest: Die Fraktion hat beschlossen, erst nach den Die Nationalliberalen wollen alle Freiheit so Kommissionsberathungen Stellung zu '------- ' " ......
nehmen. Nichts, aber auch gar nichts Anderes. Dadurch war den Mitgliedern der Korn-