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^rW7.N!!7-'LL'- mit Anlerhalümgs-Aeikage „Muflrirte Sonntags-Zeitung!" ~iÄ*rÄTw

Jg 48.

JuLöct, Dienstag, den 1. März 1898

25. Jahrgang.

# DerMordanschlag gegen denKönig von Griechenland.

Am letzten Samstag ist, wie uns der Draht berichtet hat, ein Mordanschlag gegen den König Georg von Griechenland verübt worden. Die äußeren Umstände dabei sind so, daß man sagen muß, es ist beinahe ein Wunder zu nennen, daß dem König dabei kein Unheil zugestoßen ist. Denn die beiden Mordbuben, welche es auf das Leben des Königs abgesehen hatten, feuerten ihre sieben Schüsse auf die kurze Entfernung von etwa 20 Metern aus guten Gewehren gegen den König ab. Nur der Leibjäger, der vorn auf dem Kutsch­bocke saß, hat eine leichte Verwundung am Beine davongetragen und eines der beiden Wagenpferde ist getroffen worden. Aber auch die Verwundung des Pferdes ist so leichter Art gewesen, daß der Wagen in gestrecktem Galopp davonjagen konnte. Im Wagen befand sich neben dem König dessen Tochter Marie. Der König erhob sich sofort nach dem ersten Schüsse, um die Prinzessin zu decken. Bei dieser Gelegenheit sah er, daß die Mord­gesellen knieend im Anschläge lagen und mit Gras­gewehren bewaffnet waren. Ein dritter Mann, der augenscheinlich zu ihnen gehörte, kniete ein wenig im Hintergründe. Es sind junge Burschen im Alter von 18—20 Jahren gewesen. Als die Gesellen zu schießen anfingen, bemerkte der König zunächst gar nicht, daß es auf ihn abgesehen war. Er fragte den Kutscher: „Sind das Jäger oder zielt man nach der Scheibe?" — und erst, als der Leibjäger darauf antwortete: „Majestät, ich bin verwundet" — wurde den Insassen des Wagens klar, um was es sich eigentlich handelte. Da eben erhob sich der König im Wagen, und zwei Kugeln pfiffen ihm dabei an den Wangen vorbei. Der Ueberfall geschah, als der König mit der Prinzessin Marie von einer Spazierfahrt nach Alt-Phaleron zurückkehrte. Die Attentäter sind enlsiohen, und man konnte ihrer bisher nicht habhaft werden. Der König sah unmittelbar nach dem Attentat einen berittenen Kadetten und entsandte diesen nach dem Schauplatze des Ver­brechens. Aber dieser konnte von den Verbrechern keine Spur mehr entdecken.

In Athen laufen abenteuerliche Gerüchte um über ganze geheime Verbindungen, die die Er­mordung des Königs sich zur Aufgabe gemacht haben; und manche Leute hegen die Befürchtung, daß dieser Mordanschlag nur die Einleitung sei für schwere politische Verwickelungen. Noch mehr: ganz offen wird in Athen der Verdacht ausge­sprochen, daß der ehemalige Ministerpräsident Delyannis und seine Anhänger hinter der Sache stecken. Aber auf jeden Fall verurtheilt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung den Mordanschlag in lebhaftester und aufrichtigster Weise, so daß der König mit Recht sagen konnte: „Die rührende Therlnahme meines Volkes, für desfen Wohl ich nach wie vor meine ganze Seele einsetzen werde, hat in mir jede Spur von Er­bitterung über das Attentat getilgt." Uebrigens hat sich Herr Delyannis beeilt, als einer der Ersten im Palaste sich einzufinden, um den König zu seiner Rettung zu beglückwünschen. Es müßte eine besonders niederträchtige Seele in diesem Körper wohnen, wenn unter solchen Umständen

Delyannis wirklich mitschuldig an dem Verbrechen sein sollte. Wie die Sachen jetzt stehen, hat der Vorfall und namentlich das mannhafte Benehmen des Königs desfen Sympathien beim Volke ganz erheblich gestärkt.

Das Attentat ist insofern um so über­raschender, als gerade die Ereignisse der allerjüngsten Zeit für Griechenland günstig und geeignet find, das Land von der mißlichen Lage zu befreien, in das es durch den leicht­sinnig vom Zaune gebrochenen Krieg mit der Türkei gerathen war. Am Tage vor dem Mord­anschlage wurde die Anleihe abgeschlossen, um die Kriegsschuld zu bezahlen, und auch sonst traten für Griechenland günstige Umstände ein. Man sucht also vorläufig umsonst nach wahrscheinlichen politischen Beweggründen für die Mordthat.

* *

Den neuesten Meldungen zufolge ist einer der Mordgesellen verhaftet worden. Er heißt Karditzi und ist ein Unterbeamter bei der Bürgermeisterei von Athen. Zunächst hat sich der Verhaftete standhaft geweigert, seinen oder seine Mitschuldigen zu nennen. Der König Georg hat auf Befragen erklärt, nach seiner Meinung sei das Verbrechen nicht griechischen Ursprunges; und wenn es sich um eine Ver­schwörung handeln sollte, so müsse dieselbe aus dem Auslande stammen. Denn der politische Mord sei etwas Unbekanntes in Griechenland.

Deutsches Keich.

Berlin, 28. Februar.

X Daß die durchaus verneinende Stellung, die Herr Eugen Richter gegen die Ikottenvor- lage einnimmt, nicht der Haltung der Frei­sinnigen zu dieser Vorlage im Allgemeinen entspricht, ist bekannt; denn die ganze freisinnige Vereinigung steht den Flottenforderungen der Regierung freundlich gegenüber. Aber auch in den Kreisen der freisinnigen Volkspartei selbst ist nicht alles auf die Tonart des Herrn Eugen Richter gestimmt. So schreibt die ,Voff. 31g/: „Wie viel Schlachtschiffe, wie viel Kreuzer die Marine haben müsse, das getraut sich unter tausend Wählern kaum einer zu entscheiden. Noch nicht einer unter tausend Wählern ist auch der Meinung, daß die Antwort auf diese Frage irgend etwas mit den Parteigrundsätzen zu thun habe. Der Liberalismus in Deutschland ist immer marinefreundlich gewesen. Eine deutsche Flotte hat der Einheitsdrang längst er­sehnt, als die Einheit noch als revolutionär und umstürzlerisch erschien und Männer, die für ein einheitliches Vaterland schwärmten, ihres Amtes entsetzt, ober auch auf die Festung gebracht wurden .....Die schönen Lieder auf die deutsche Flotte von Herwegh, Prutz, Freiligrath, werden heute von der offiziösen Presse wiedergegeben. Sie werden als Zeugnisse für die Marinevorlage an­geführt .... Als einft die deutsche Flotte unter den Hammer gebracht wurde, da erstanden liberale Männer Taue der Schiffe und bewahrten sie jahrelang als Zeichen schmerzlicher Erfahrung auf. In den sechziger Jahren erhob sich auf's Neue freudige Hoffnung und Begeisterung in der liberalen Partei, und wiederum sammelten die

HP* In den nächsten Tagen werden wir mit dem Abdruck eines neuen Feuilletons: „Wege und Biete“, Roman von Antonie Jüngst, beginnen. Die rühm­lichst bekannte Schriftstellerin schildert in diesem span­nenden Roman den Kampf um das Glück und zeigt in ergreifender Form, wo allein das wahre Glück zu finden ist. Die Schilderung der Charaktere, der Tugenden und Leidenschaften ist der Verfasserin meisterhaft gelungen. Wir find überzeugt, daß dieser Roman den ungetheilten Beifall unserer Leser und Leserinnen finden wird.

* Her letzte Häuptling ucn Lllmmy.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

63 ------ (Nachdruck verro en.)

Die paar Irländer hatten nicht Hände genug, um die Andringenden abzuwehren. Da stand schon am äußersten Ende Einer auf dem Wall, und half einem Zweiten nach; dort wurde ein ZEnder an den Beinen gepackt und hinunter gezogen, man rang Brust an Brust, Kolbe und Meffer wütheteu.

„Drauf Bursche! drauf I In die Hölle mit oen Hunden!" brüllte Brian und stürmte auf den Wall.

„Das war hohe Zeit," bemerkte Lugar, der suhrer der Wache. „Die Nacht ist kalt, aber "'lr ist warm geworden!" Damit wischte er sich k„, ,”e.m Aermel seiner Jacke den Schweiß von oet Sterne.

der Angekommenen, deren geringe m/L oreund und Feind bei der stockfinsteren Ia(2l M erkennen vermochten, war der Wall Geb?» er ^säubert; die Flinte konnte wieder fen^y .."erden, und die beiden Wallbüchsen schwarzen Massen Lärmenden

Plötzlich erschütterte ein betäubender Schlag die Luft; Holzsplitter flogen umher; und eine britische Kolonne wälzte sich durch die zerrissene Umpfählung nach dem Thore.

Während des Sturmes auf die Umwallung hatte Cromwell, ohne die Gefahr feiner eigenen Leute zu berücksichtigen, eine bereits mit Zünd­schnur versehene Pulverkiste an das Thor bringen lassen, die jetzt in die Luft gegangen war. Briten und Irländer flogen gemeinsam auf; der Wall über dem Thore stürzte zusammen und bot eine Bresche. In Voraussicht dieses Falles standen vier Kompagnien Wilmington-Musketiere bereit, um einzudringen.

Schon flog Egbert an der Spitze der Irländer herbei. Aber ehe er zu der Bresche gelangen konnte, sah er sich bereits einer englischen Ab- theilung gegenüber, welche den Weg in der ganzen Breite füllte, voran Pikeniere, die ihre Piken dem Anstürme entgegenstreckten, dahinter Musketiere, die zwischen den Köpfen der ersteren durchschossen.

Das war jedoch nur ein Augenblick, dann waren die Piken auseinandergerissen und die Ab- theilungen standen Brust an Brust.

Inzwischen kämpften die Männer unter Brian auf dem Thorwalle den Kampf der Verzweiflung.

Fünfzig Schritte von ihnen entfernt schlug sich ihr Entsatz und konnte bei aller Wuth des An­griffes nicht bei. Von allen Seiten angegriffen, drängten sie sich auf einen Hausen, und einer nach dem andern sank zu Tode getroffen auf dem Flecke, dessen Vertheidigung der Stamm ihnen anvertraut hatte.

Auf der Höhe der zweiten Umwallung stand Bangor. Da drüben fah er einen Freund um

Blätter der Linken große Summen für Flotten­zwecke. Das Reich wurde gegründet, eine deutsche Flotte erwuchs und kein geringerer als Fürst Bismarck hat später der Linken den Vorwurf gemacht, sie habe für Flottenzwecke mehr bewilligt als sie verantworten könne....." Und dann

führt die,Voff. Ztg/ aus, daß ihr nur die ein­seitige Bindung des Reichstages auf sieben Jahre hinaus wider den Strich geht. Gegen die For­derungen der Regierung an sich schreibt sie keine Silbe mehr.

X Die Kommissionsberathungen über die Be­willigung von Staatsmitteln zur Beseitigung der Kochrvasser-Schäderr des letzten Sommers sind beendet. Die Kommission hat an das Plenum schriftlichen Bericht erstattet. Nach den Beschlüffen der Kommission soll bestimmt werden, daß „zur Gewährung von Beihilfen ... der Staatsregie­rung ein Betrag von 5 Millionen Mark zur Verfügung gestellt wird, der im Bedürfniß- fall bis zu 10 Millionen Mark erhöht werden kann. Die Beihilfen sind insbesondere zu gewähren an einzelne Beschädigte zur Erhaltung im Haus- und Nahrungsstande — an Gemeinden und Kreise zur Wiederherstellung und noth- wendigen Verbesserung beschädigter Deiche, Ufer, Uferschutzwerke und damit in Verbindung stehen­der Anlagen—zur Ausführung besonders dringen­der Räumungs- Und Freilegungsarbeiten — zu Vorarbeiten für den Ausbau hochwaffergefähr- licher Flüffe — an Deichverbände und Wasser- Genossenschaften zur Aufbringung der für das Jahr 1897/98 zu zahlenden Beiträge — zur Er­satzleistung der für die Thätigkeit der militärischen Hilfskommandos entstandenen Unkosten jeglicher Art. Die Beihilfen sind in der Regel ohne die Auflage der Rückerstattung zu gewähren." Die Regierungsvorlage hatte verlangt, daß der Staats­regierung zur Gewährung von Beihilfen fünf Millionen Mark zur Verfügung gestellt wurden. Darin, daß nach den Beschlüffen der Kommission diese Summe im Bedürfnißfalle bis zu 10 Millionen erhöht werden kann, liegt der richtige Unterschied zwischen der Regierungsvorlage und den Be­schlüssen der Kommission.

si Die. Bürgerschaft in Hamburg batte einen Ausschuß eingesetzt, der über die Einführung einer Ilmsatzsteuer auf Waarenhäuser be- rathen sollte. Dieser Ausschuß hat nunmehr beschlossen, diese Einführung zu empfehlen. — Sehr energisch mit Selbsthilfe gehen die Buch­händler gegen die Waarenhäuser vor. Einige Sortiments-Buchhandlungen in Hamburg und Altona haben sich zusammengeschloffen und an alle Sortimenter die Aufforderung gerichtet, sich ihnen in der rücksichtslosen Durchführung folgender Maßnahmen anzuschließen: „Wir unterzeichnete Sortimentsbuchhändler erklären hiermit, daß wir 1) unsere Thätigkeit für alle Verleger, welche Artikel ihres Verlages nachweislich direkt oder indirekt an Bazare und Waarenhäusern liefern, einstellen, unter Umständen auch die Verbindung mit denselben abbrechen werden; — 2) alle Artikel, welche von den betreffenden Verlegern direkt oder indirekt an Bazare und Waarenhäuser geliefert werden, aus unseren Lager- und Weih­nachtskatalogen streichen werden". Der deutsche Buchhandel erfreut sich von jeher guter Organi-

ben anbern sterben; unb er ballte krampfhaft bie Fäuste, Thränen rollten über feine wettergebräunten Wangen.

Auf dem Felswege unter ihm wüthete der Kampf. Dort wehte Irlands grüne Fahne gegen­über der englischen. Dort sah er beim Scheine des aufgegangenen Mondes den Helmbusch feines Häuptlings w.hen, allen voran, eine keltische Heldengestalt.

Da strömt es neu über den Thorwall herüber, der letzte Vertheidiger ist gefallen; der Zugang über den Wall ist frei.

Jetzt — feine Augen scheinen aus den Höhlen zu treten — der Helmbusch Egberts sinkt, ein urchtbares Gewühl gibt's dort; die Irländer irüngen vor, die Engländer entgegen, dicht an­einander flattern die Fahnen, noch einmal taucht mitten im Gewühl der Helmbusch auf, um bann roieber zu versinken.

Mächtig hebt sich bie breite Brust Bangors; ein unterbrückter Schrei entringt sich feinen zu- ammengebiffenen Zähnen.

„Unb ich barf nicht mit Dir sterben! Gott ei Deiner Seele gnäbig!"

Er roanbte sich unb ging schluchzend wie ein Kind zurück.

Kaum hatte er die Umwallung verlassen, so ah er, wie die Irländer durch die Kehle ein- brangen unb ben Wall, auf dem er eben gestan- ben, besetzten.

„Feuer aus ben Büchsen," hörte er Nialls Stimme rufen. „Rollt bie Felsstücke auf sie. Schmeißt ihnen bie Köpfe ein!"

Der Cean-Cinneth war tobt, Niall hatte ben Befehl übernommen.

fationen unb eines ziemlich starken Standesgefühls. Es erscheint nicht unmöglich, baß dieser Weg der Selbsthilfe Erfolg hat.

* Nach einer halbamtlichen Mittheilung ist die Aölreuuung der Medizmal-Avtheikttug vom preußischen Kultus-Ministerium unb ihre Uebertragung auf bas Ministerium bes Innern im Grundsätze bereits beschloffen. Diese Aenberung soll mit bem Staatshaushalt für 1899 ins Leben treten.

h. Das schlesische Konsistorium hat vor einigen Tagen einen Erlaß über ben DoC» z«g des Tauf-Sakramentes verschickt, der die protestantischen Geistlichen nachdrücklich daran erinnert, wie eigentlich die Taufe vorgenommen werden soll. Die Herren von der neuen un­gläubigen Richtung wollen bekanntlich gern das Wasser als einen überflüssigen Gegenstand unb bas Ganze nur als Symbol behanbeln, unb da- gegen erinnert bas Konsistorium an bie Bestim­mung ber Agenbe, von ber für ben Vollzug des Taufsakramentes folgende Anweisung ertheilt wird: „Der Geistliche begießt mit der Hand dreimal das Haupt des Kindes mit Wasser in einer für die Zeugen sichtbaren Weise." Die Superintendenten sollen sich nun­mehr auch bei den Kirchenvisitationen darüber Gewißheit verschaffen, daß dieser kirchlichen Ordnung Genüge gethan wird. Wie herrlich es bei den Protestanten um die Kirchenordnung be­stellt ist, beweist die Art und Weise, wie ein sogenanntes kirchlich-freisinniges Blatt diese Ver­ordnung des schlesischen Konsistoriums beurtheilt. Die Wochenschrift Protestant'schreibt: „Der Er­laß muß entschieden bekämpft werden . . Sollte der Erlaß streng durchgeführt werden, fo dürfte die Taufe in Schlesien alsbald zu einem kirchen- regimentlich geordneten Angriff auf das Leben des Täuflings (!) werden. Das Berühren mit den benetzten Fingern statt des dreimaligen Begießens ist jedenfalls aus solchen Erwägungen der Menschlichkeit entstanden. Der zweite Einspruch, der gegen die Konsistorialver- fügung zu erheben ist, findet sich in Luthers Er­klärung des vierten Hauptstückes: „Wasser thut's freilich nicht . . . ." Es ist Pflicht aller prote­stantischen Geistlichen (!), dagegen zu protestiren, baß aus ber Agenbe ein Bürgerliches Gesetzbuch gemacht unb daß bis in die Verwaltung der Sakramente hinein geordnet, reglementirt, ange­wiesen, erinnert wird . . ." Unb das nennt sich protestantische „Kirche"!

* Vor einigen Tagen brachten wir in einer Notiz über die Verlängerung der Mikilärdieust- zeit Beim Grain, daß künftig auch bie aus- gehobenen Mannschaften, bie sonst 6 Monate bienten, 2 Jahre im Dienst bleiben würben. Das trifft nicht ganz zu. Nach ber Kabinetsorbre vom 18. November 1897 ist bestimmt worden, daß vom Herbst 1898 ab die Trainsoldaten in der Regel nach einjähriger aktiver Dienstzeit zur Reserve zu beurlauben sind. Die bisherige Be- sümmung lautete: „Trainsoldaten werden in ber Regel bereits nach halbjähriger aktiver Dienst­zeit zur Reserve beurlaubt." Beim Train unter« scheibet man Trainsolbaten (halbj. jetzt jährl.) unb Train-Stamm (2 Jahre). Hierzu werben auch Rekruten ausgehoben, nicht nur Freiwillige.

Bangor schritt weiter. Es warZeit, an feinen Auftrag zu denken.

Auf dem Plateau fanb er eine Menge Ir­länder, Männer, Frauen und Kinder. Wohl dem, der da keine Lieben hatte, von denen er sich ver- abschied'te.

Weinende Kinder, Mütter, die sie liebkosten, Männer mit wild blitzenden Augen.

Zur Seite standen Robert und Lucy, er hatte ihre Hand gefaßt.

„Wollt Ihr mit?" fragte Bangor vorüber­gehend. „Es ist Zeit!"

„Sahst Du den Vater, Bangor?" fragte Rodert. „Was macht er?“

„Ihr seid jetzt der Cean-Cinneth der Killar- ney," antwortete Bangor düster.

Robert schrak einen Augenblick zusammen, bann sagte er wehmüthig:

„Leb' wohl, Lucy, Dank für bie Liebe! Im Himmel sehen wir uns roieber!"

Plötzlich hörte man ein mächtiges Getöse, das von ber Höhe des Walles zu kommen schien. Gleichzeitig ertönte der Ruf: „Feinde! Feinde!" dem ein wilder verzweifelter Schrei folgte.

Oben richtete sich der Gewürzkrämer von Castlehaven hoch auf und blickte bann mit vor­wärts gestrecktem Halse über ben Raub der Felsen­wand in die Tiefe.

„Leb' wohl, Lucy! Vorwärts, Männer! Auf ben Wall!"

Die letzten Streiter ber Killgrney folgten bem Rufe ihres jungen Führers! Bangor mit ihnen.

Jetzt begann es gleichzeitig von unten zu knattern. Alsbalb wurde das Feuer erwidert; entweder schoffen die Engländer in der Dunkel-