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M 47.

JuLöcr, Montag, den 28. Februar 1898

25. Jahrgang.

O Die Flotten-Vorlage in der Budget-Kommission.

Am letzten Sonnabend hat die Budget- Kommission des Reichstages ihre Berathung des Flottengesetzes fortgesetzt. Es handelte sich dabei an diesem Tage um denjenigen Punkt, der am meisten den Widerspruch herausfordert, nämlich um das sogenannte Marine-Septennat, um die Frage, ob gleich jetzt das Bewilligungsrecht des Reichstages für die Marine auf sieben Jahre hinaus oder für eine andere längere Zeit von bestimmter Dauer festgelegt werden soll oder nicht.

Bisher ist von den Blättern der Regierung die Anschauung vertreten worden, daß die Re­gierung die Flotten-Vorlage nurmitdem von ihr geforderten Septennat annehme, ohne das Septennat aber ihre Einwilligung zu den Beschlüssen des Reichstages nicht geben werde. Aber die Regierung steht nicht, oder aber doch nicht mehr auf diesem Standpunkte. Am letzten Sonnabend hat der Staatssekretär der Marine, Herr Kontre-Admiral Tirpitz, in der Budget- Kommission des Reichstages eine Erklärung ab­gegeben, die die Neigung der Regierung erkennen läßt, nicht starr auf dem Standpunkte zu ver­harren: entweder alles oder gar nichts. Diese Erklärung des Staatssekretärs lautet wörtlich:

„Mit Ermächtigung des Herrn Reichskanzlers gebe ich die Erklärung ab, daß nach meiner An­sicht das Flottengesetz für die verbündeten Re­gierungen unannehmbar wird, wenn dasselbe nicht die gesetzliche Sicherheit bietet: 1) daß die Flotte in dem Umfange, wie sie vom Bundesrath und Reichstag als nothwendig anerkannt wird, auch innerhalb der von den verbündeten Regierungen für möglich erachteten Zeit fertig gestellt wird; 2) daß die für nothwendig erkannte Flotte auch in kriegsbrauchbarer Beschaffenheit erhalten bleibt.— Ich bin aber gern bereit, meine Herren, nach besten Kräften mitzuwirken, nach einer Fas­sung der fraglichen Bestimmung zu suchen, die Ihren Wünschen besser ent­spricht. Ich bin auch gern bereit, eine andere Fassung, falls sie nur den zuerst angeführten Zweck des Gesetzes nicht in Frage stellt, dem hohen Bundesrath gegenüber zu be­fürworten."

Diese Erklärung hat der Staatssekretär abge­geben, nachdem der Abg. Dr. Lieber als Referent der Kommission in längerer Rede über die „Frist zur Erreichung des Sollbestandes", nämlich eben über das Septennat sich ausge­lassen und dargethan hatte, daß es wohl einen Weg gebe, auf dem mau dazu gelangen kann, daß auf der einen Seite das Bewilligungs­recht des Reichstages nicht geschmälert werde und auf der andern Seite doch die Re­gierung das erhalte, was sie wünscht. In diesem Sinne wies Abg. Dr. Lieber zunächst auf die einschlägigen Bestimmungen der Reichs­verfassung hin: § 71 der Verfassung fordert an sich die alljährliche Bewilligung der Staatsaus­gaben; dieser Paragraph sieht aber gleichzeitig auch eine Bewilligung für längere Zeiträume vor, und dieses Letztere ist seinerzeit ausdrücklich im Hinblicke auf die Kriegsflotte in die Verfasfung aufgenommen worden, mit ausdrücklicher Billigung

* irr letzte Häuptling von Ällarney.

Eine historische Erzählung von Philipp Wasserburg (Laieus).

<62 ------ (Nachdruck verboten.)

XVIII.

Sturm.

Einige Tage vergingen unter Rekognoscirungen und kleinen Scharmützeln. Die Engländer gaben sich die lockendsten Blößen, <rm die Irländer aus ihren festen Verschanzungen herauszulocken, und die Irländer setzten keinen Schritt vor das Thor, sondern begnügten sich damit. Jeden mit Flinten- schüffen zu empfangen, der ihm nahe kam. Man suchte ausfindig zu machen, woher die Belagerten Lebensmittel und Wasser bezogen, man fand nichts; sie mußten beides in Masse haben, denn auch die See, die man beobachtete, führte ihnen nichts zu. In einer Nacht suchte man die Ver- palisfadirung des Thores zu nehmen; nach hartem Kampfe gelang das, und die Palissaden wurden zerstört. Mitten in dieser Arbeit wurden die Engländer vom Thorwalle mit einem Hagel von Kugeln und Steinen überschüttet, und als der Morgen graute, standen die zerstörten Palissaden wieder da, und die Engländer zählten etliche fünfzig Verwundete, abgesehen von den Todten, welche vor den Palissaden lagen.

So verging eine Woche, ohne daß sich die gegenseitige Lage merklich verändert hätte. Der Stamm von Killarney war mit Allem wohl ver- sehen, das Wasser quoll aus den Felsen und war ^ch^nnzufchneiden, über die Menge der Vorräthe sur Menschen und Thiere staunten die Besitzer selbst und meinten, das könne ja gar nicht zu Ende kommen.

und unter Mitwirkung des Abg. Dr. Windt- horst. Daraus folgert Abg. Dr. Lieber — nicht im Namen der Centrumspartei, sondern als Referent der Budget-Kommission des Reichstages— nun weiter: unter gewissen Voraussetzungen widerspricht die Bindung des Reichstages auf länger als ein Jahr hinaus nicht dem Geiste und den Bestimmungen der Reichsverfassung. ■ Es fragt sich nur, ob jetzt der geeignete Zeit­punkt sei, um von diesen Bestimmungen Gebrauch zu machen. Und wenn dies geschieht, so darf dadurch im übrigen das Etatsrecht des Reichs­tages in keiner Weise beeinträchtigt werden. Außerdem aber machte Dr. Lieber den Vorschlag, daß auch die Forderungen der Regierung in bestimmter Weise umgrenzt und ge­setzlich festgelegt werden, so daß Nachforde­rungen während der Dauer des Septennats nicht erhoben werden dürfen.

Abg. Dr. Lieber hat. feine Abänderungs- Vorschläge in bestimmter Form eingebracht. Da­nach soll zunächst der Schiffs bestand der deut­schen Flotte ganz genau festgesetzt werden. Alsdann soll die Bereitstellung der Mittel für die erforderlichen Neubauten der jährlichen Festsetzung des Reichstages unterliegen mit der ausdrücklichen Maßgabe, daß die Fertigstel­lung des gesetzlichen Schiffsbestandes thunlichst bis zum Ablauf des Rechnungs-Jahres 1904 durch­geführt werden kann. Ferner wird die Züt genau bestimmt, nach welcher die Regierung für vor­handene Schiffe vom Reichstage Neubauten als Ersatz fordern kann. Außerdem aber schlägt Dr. Lieber vor, daß der Vorlage ein ganz neuer Abschnitt IV beigefügt werde über die Kosten: „Die bis zum Jahre 1904 einschließlich zurOAusführung dieses Gesetzes zu fordernden Mittel müffen nur bis zum Gesammt-Be- trage von 474 Millionen Mark an ein­maligen Ausgaben und 28 Millionen Mark Stei­gerung gegen das Rechnungsjahr 1897 an fort­dauernden Ausgaben bereit gestellt werden. So weit sich das Gesetz mit vorstehenden Mit­teln bis zum Ablauf des Rechnungsjahres 1904 nicht durchführen läßt, ist die Ausführung bis über das Jahr 1904 hinaus zu ver­schieden.

Die Mehrheit der Kommission befindet sich in diesen Punkten mit dem Abg. Dr. Lieber in Uebereinfümmung. Nur der sreikonservative Abg. Graf Arnim will der Regierung noch mehr bewilligen, als sie fordert, und die Äbgg. Eugen Richter und Bebel sind Gegner der Vorlage, ebenso wie die Polen, weil nach deren Ansicht die Forderungen der Regierung zu hoch sind.

Zum Schluffe ist in der Sitzung am letzten Sonnabend auch die Frage der Deckung der Kosten besprochen worden. Abg. Dr. Lieber schickte mit lebhafter Betonung die Forderung voraus, daß nur leistungsfähige Schultern weiter belastet werden dürfen für den Fall, daß zur Deckung der Kosten etwa neue Mittel erforderlich fein sollten. Nach dem Vorschläge Dr. Lieber's sollten in einem solchen Falle die Einkommen herangezogen werden, die eine Jahres­höhe von 10,000 Mk. übersteigen. Der Staats­sekretär Frhr. v. Thielmann meinte zwar, es würden zur Bestreitung der Kosten keine neuen

Im Lager der Engländer sah es viel schlim­mer aus, dort führte Schmalhans das Regiment in der Küche. So waren die Verhältniffe ganz danach angethan, die Belagerer zur Verzweiflung zu bringen,, und hätten die Irländer nur Hoff­nung auf einen schließlichen Entsatz gehabt, so wäre nichts gerechtfertigter gewesen, als die Freudig­keit, womit sie sich der Vertheidigung ihrer Stammes- veste widmeten.

Nach Verlauf einer Woche trafen bedeutende Verstärkungen bei den Engländern ein.

Nicht lange danach näherte sich ein Trompeter, der eine weiße Fahne trug, nebst einem Offizier der Umwallung. Allan, der die Wache am Thore befehligte, trat hinter die Verpfählung, gebot den' Nahenden Halt und fragte nach ihrem Begehr.

„Ich bin Oberst Wilmington und verlange eine Unterredung mit Eurem Kommandanten."

„Ich will den Cean - Cinneth davon benach­richtigen," antwortete Allan.

„Es gibt keinen Ceant - Cinneth mehr," rief ihm Wilmington zu, „sondern nur einen Menschen, der Euch thatsächlich kommandirt, weil Ihr ihm thatsächlich gehorcht."

„Das macht meinetwegen mit ihm selbst aus," antwortete Allan lackend. „Für mich gibt es wohl einen Cean - Cinneth, aber keine englischen Obersten, sondern Bandenführer, die wir auf­hängen, wenn sie in unsere Hände fallen."

„Das hat gute Wege; doch nicht Streitens wegen kam ich her. Hole Deinen Führer."

Oben hatte man bereits das Nahen der weißen Fahne bemerkt, und Allan hatte kaum Jemand nach dem Häuptling gesendet, als dieser selbst aus dem Thore in den vor demselben umpfählten Raum trat.

Steuern erforderlich sein. Aber die Abgg. Müll er - Fulda und Eugen Richter widersprachen dem Staatssekretär. Namentlich Abg. Müller - Fulda legte an der Hand eines sehr ausführ­lichen und eingehend ftubirten Zahlenmaterials dar, daß die Nothwendigkeit, dennoch neue Geld­quellen ausfindig zu machen, außerordentlich wahrscheinlich ist. Der Abg. Bebel hat den Antrag gestellt: „Die entstehenden Mehrausgaben sind durch eine progressive Reichs ei n- kommensteuer zu decken."

Die Weiterberathung der Flotten-Vorlage in der Budget - Kommission wird am nächsten Mittwoch stattfinden. Bis jetzt kann man das Ergebniß des Ganzen wohl dahin zusammenfassen, daß eine Verständigung über die Flotten- Vorlage wohl angebahnt ist. Aber man kann nicht schon jetzt sagen, daß diese Verständigung bereits erzielt ist. Namentlich die Frage der Kostendeckung wird noch viele Schwerigkeiten wachen, auch wenn eine Verständigung über das, was der Reichstag bewilligen will, bereits erzielt sein wird.

Mit vollem Vertrauen blickt die Wählerschaft des Centrums auf seine Vertreter im Reichstage. Sie weiß, daß bei ihnen die Bedürfnißfragen des Reiches und die Rechte des Volkes gleich gut gewahrt sind!

Deutsches Deich.

Berlin, 26. Februar.

h Das Unwohlsein des Kaisers, das ihn von der Theilnahme an dem Festmahle des branden­burgischen Provinziallandtages abhielt, scheint in erfreulich schneller Weise beseitigt worden zu sein. Der Kaiser hat seine Thätigkeit in keiner Weise unterbrochen und nimmt Vorträge in großer Anzahl entgegen. Ebenso sind täglich Ausfahrten und Spazierritte vom Kaiser unternommen worden. — Von einem Hofberichterstatter wird von neuem versichert, daß über einen angeblichen Plan des Kaisers, im Herbste dieses Jahres eine Reise nach Palästina zu machen, „an unterrichteter Stelle nichts bekannt" sei. „In dieser Bez-ehung wären nicht irgendwelche Dispositionen getroffen oder Pläne gefaßt." Ebenso beruhe die (von uns nicht erwähnte) Meldung, daß ein Besuch des Kaisers am Hofe zu Madrid beabsichtigt sei, auf willkürlichster Erfindung." — Recht merk­würdig nimmt sich dagegen eine andere Meldung aus. Danach hat der „Abt von Loceum" (diesen Titel führt der erste protestantische Geistliche von Hannover), Herr Dr. Uhlhorn, vom Kaiser die Einladung erhalten, ihn auf feiner Reise nach Palästina zu begleiten. Gleichzeitig hat der Kaiser Herrn Dr. Uhlhorn gebeten, ihm eine Denkschrift über die muthmaßliche Sage von Golgatha auszuarbeiten. Dr. Uhlhorn hat aus Rücksicht auf fein hohes Alter die Einladung zur Begleitung ablehnen müssen. Die Denkschrift wird er indessen ausarbeiten.

* In die Presse war die Nachricht gelangt, daß der Abgeordnete Dr. IreiHerr von Kert- tiug in der Angelegenheit der Flottenvorlage vom Kaiser empfangen worden sei. Bei Be­ginn der heutigen Sitzung der Budget-Kommission des Reichstages gab Freiherr von Hertling die

„Der Cean-Cinneth," rief Allan auf Egbert deutend, der neben ihm erschien.

Der Oberst tippte an feinen Federhut.

„Ich soll Euch zur Uebergabe auffordern."

„Ihr habt hoffentlich nicht geglaubt, daß diese Anforderung irgend einen Erfolg habe?"

„Ich hoffe es wenigstens nicht," erwiderte der Oberst mit einer kühl aowehrenden Handbe­wegung. „Das ist indeffen ganz gleichgiltig; denn ich habe mich hi»r nur meines Ausrags zu entledigen."

„Meine Antwort habt Ihr," bemerkte Egbert ebenso kühl wie der Oberst.

„Ich bin noch nicht zu Ende."

„Sprecht weiter!"

„Der Lord-Lieutenant von Jrrland ist heute Mittag selbst hier eingetroffen und hat das Kom­mando übernommen."

„Meinetwegen."

„Die Belagerung wird mit Nachdruck fort­gesetzt, und Ihr werdet zur Uebergabe gezwungen werden."

„Wie kommt Cromwell dazu, von unserem freien Willen etwas zu verlangen, wozu er uns zwingen kann?" fragte der Häuptling mit leichter Ironie.

„Weil er Blut schonen will."

„Wohl englisches Blut?"

„Auch irisches."

„Ei, Oberst, fallt nicht aus der Rolle. Wenn Ihre Herrlichkeit irisches Blut schonen wollte, so war dazu hinreichende Gelegenheit bei Drog­heda, bei Longsord, bei Wcxford gegeben. Wir haben davon gehört."

Erklärung ab, daß diese Nachricht auf Erfindung beruhe.

* Nachrichten aus Deutsch Sudwest-Afrika zufolge hat am 23. Dezember v. Js. ein erfolg­reiches Gefecht von Theilen der Schutztruppe unter Hauptmann v. Estorfs gegen Aufständische im Nordbezirk des Schutzgebiets bei Zaub unweit Franzsontein stattgefunden. Die Truppe hat hierbei folgende Verluste erlitten: Todt: Reiter Mauß und Geißler. Schwer verwundet: Sekond-Lientenant Bensen.

* Zu dem Gesetzentwurf betr. die Erhöhung der Uostdampfer - Subventionen haben die Centrums-Abgeordneten Müller (Fulda) und Freiherr v. Hertling in der Reichstags-Kom­mission folgenden Antrag gestellt: Die Kom­mission wolle beschließen: In Erwägung, daß es wünschenswerth erscheint, 1) dem Binnenlande den Anschluß an die Ausfuhrhäfen zu erleichtern, 2) die Verwerthung des natürlichen Bodenreich- thums und der inländischen landwirthschaftlichen und industriellen Erzeugnisse durchSchiffbarmachung der vorhandenen Wasserstraßen und deren Ver­bindung unter sich in jeder Weise zu fördern, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, thunlichst bald eine Vereinbarung der verbündeten Regierungen dahin gehend herbeizuführen, daß die Erhebung von Schifffahrts-Gebühren auf den kana- lifirten deutschen Flüssen beseitigt wird. Dieser Antrag hat u. A. im Hinblick auf die beabsich­tigte Erhebung einer Schifffahrts - Abgabe auf dem Main eine besonders aktuelle Bedeutung.

* Die .Trier. Landesztg/ berichtet aus Berlin: „Es gibt hier Detektivbureaux, welche den Auf­trag übernehmen, einzelne Personen zu überwachen und deren Privatleben auszukundschaften. Längere Zeit hindurch stand der Herr Abgeordnete Kaplan Dasbach unter einer solchen lieber« wachung von vier Beamten eines Bureaus dieser Art. Einer derselben beging die Unvorsichtigkeit, ein Telephon in dem Hause, in welchem Herr Dasbach wohnt, und vor welchem jene vier Per­sonen sich fast den ganzen Tag aufhielten, zu be­nutzen und bei einem Auftraggeber anzufragen, ob er noch länger auf feinem Posten bleiben solle, oder ob bald Ablösung kommen werde. Wenn Herr Dasbach in einen Pferdebahnwagen flieg, x nahm einer der Beamten eine Droschke und fuhr ihm nach. Inzwischen hat die Ueberwachung auf­gehört. Wer sie veranlaßt hat, wird wohl eines Tages bekannt gegeben werden können."

* Ein Allgemeiner Ueröand deutscher Steiuseßmeister hat sich gebildet gegen die Ausstände im Steinsetzergewerbe. Die Mitglieder verpflichten sich, an den bisher üblichen Lohn­sätzen und an der zehnstündigen Arbeitszeit fest­zuhalten. Der Sitz des Verbandes befindet sich in Berlin. Um Gegenmaßregeln zu treffen, wollen die Berliner Steinsetzarbeiter demnächst einen allgemeinen Steinsetzer-Kongreß einberufen.

* Im Landtage von Sachsen-Meiningen hat an einem der letzten Tage der Geheime Staatsrath Ziller sehr beachtenswerthe Aufschlüffe gegeben über die Lage der Lavdwirltzschaft in Meiningen. Danach scheint es dort mit der Landwirthschaft nicht schlecht bestellt zu sein, und man muß den Ausführungen des genannten Herrn wohl Glauben schenken, da diese sich nicht

„Wäget meine Worte: wenn Ihr Euch über­gebet, bleibt es bei dem Evikt von Kilkenny . ."

„Nach Connaught oder in die Hölle! Das ist Euer letzter Wahlspruch!"

„Lasset Ihr es auf den Sturm ankommen, so springt Ihr alle über die Klinge. Es wird nicht Weib und Kind verschont."

„Das sind wir von Euch gewöhnt. Jetzt aber macht, daß Ihr fortkommt, denn ich habe Lust, trotz Eurer weißen Fahne Euch niederzu­schießen wie einen Hund."

„Auf Euer Haupt das Blut, das oergoffen wird!"

„Lügt Eure Verantwortlichkeit nicht mit einer so billigen Redensart hinweg. So lange Ihr Sieger seid, könnt Ihr das vor den Menschen; ober vor Gott gilt das Recht, und wer's ge­brochen, der mag es auch verantworten."

„Mit diesen Worten wandte sich Egbert zum Gehen, und auch der Oberst zog sich zurück, um über seine Sendung dem Obergeneral Bericht zu erstatten.

Beim ersten Morgengrauen des folgenden Tages bekamen die Belagerten Cromwells Grüße. In der Nacht waren vier Kanonen angefahren und in eine rasch aufgeworfene Schanze gestellt worden, die nun schwere Steinkugeln nach dem Dun sandten.

Die Belagerten hatten nichts, was sie dem entgegenstellen konnten. Von den Wallbüchsen konnte keine Rede sein, aber auch die vier Feld­schlangen trugen weder so weit, noch warfen sie so schwere Kugeln. Man vergrößerte die Pulver­ladung, und kam dann wohl auch ans Ziel, aber die Herstellung von Geschoßen stand damals noch