KuldaerMZeitmrg
JuLöcr, Samsrag, den 26. Februar 1898
25. Jahrgang
Deutsches Deich
katholische
Summa 277
16.
17.
18.
19.
20.
21.
München .
Münster .
Rostock . .
Straßburg
Tübingen .
Würzburg.
Inserate: Die ein- spalt. Garmond- geile ober deren Raum 15 Pf., Re- Namen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
1. Berlin . .
2. Bonn . .
3. Breslau .
4. Erlangen .
1901
von 2178
19 .
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12 .
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Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl.
Kkjugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
Dr. Weihe einen Gegenkandidaten entgegen gestellt. Damit sind die Kompromiß-Vorschläge, die Stöcker den Konservativen gemacht hatte, ohne Verhandlung einfach abgelehnt, und statt des von Stöcker angestrebten Kartells mit den Konservativen ist ihm von diesen der Krieg erklärt worden. Herr Stöcker will aber jetzt die Kandidatur erst recht annehmen, und er erwartet, daß „man nun mit doppeltem Eifer für ihn arbeiten wird." An einem Erfolg der Konservativen soll nach einem Bericht des Stöcker'schen Blattes ,Volk' gar nicht zu denken sein. Ob dies sich so verhält, läßt sich im gegenwärtigen Augenblick schwer beurtheilen. Aber wunderbar würde es nicht sein, wenn die Konservativen bei den
thor gestürmt wird, dann ist für mich der Augenblick der Flucht gekommen, wenn Golt nicht anders über mich verfügt."
„Also, Bangor, Du hast's gehört! Jetzt geht Ihr alle; ich habe noch mit dem Pater zu reden."
Robert und Lucy gingen Arm in Arm auf den Wall zurück, um das Land zu überschauen; Bangor kletterte einen kaum sichtbaren Steig hinab, um nach seiner Barke zu sehen.
Am anderen Morgen mit Tagesgrauen kam auf schaumbedecktem Rosse ein Bote O'Connells. Sein Pferd war müde und abgehetzt, fast die ganze Nacht hindurch war er geritten. Er verlangte sofort zuni Häuptling, und man führte ihn dahin.
„Was bringst Du uns?" rief ihm dieser entgegen.
„Sechs Meilen von hier sind wir auf Vortruppen Jretons gestoßen. Es sollen an die dreitausend Mann sein."
„Dreitausend!" bemerkte der Häuptling gering- ! fchätzig, „damit reichen sie nicht aus. Was wollen sie? Wißt Ihr Näheres?"
„Wir haben mit ihnen scharmutzirt und einige Gefangene gemacht. Von Allem, was sich in Kilkenny ereignet, wissen sie nichts. Sie kommen von Cork, das sie belagern, und wollen einem Fähnlein rother Dragoner helfen, das hier eine englische Familie in irisches Land einweisen will."
Der Häuptling lächelte.
„Die kommen zu spät. Wir haben inzwischen die englische Familie selbst gekapert. Also dreitausend ?"
„Höchstens! Unsere Führer glauben, daß diese
Zahl übertrieben ist. Wo hat je ein Gefangener die Zahl der ©einigen nicht übertrieben?!"
Der Cean-Cinneth ordnete an, daß dem Boten Erfrischungen wurden, und nachdem er und sein Roß einige Stunden geruht, ritt er weiter, um zu versuchen, wie er wieder zu seiner Schaar gelangte.
Eine halbe Stunde mochte vergangen sein, seit Allan mit seinen Musketiren auf der rechten Flanke lag, als ein Gewehrblitz und das Krachen eines Schusses verkündete, man sei aneinander gerathen.
Rasch folgten noch mehrere Schüffe, einen Augenblick stutzten die Engländer; dann sah man eine ziemlich starke Ablheilung aus dem Walde heroorbrechen, und Allan gab das Signal zum Rückzüge.
Der Rückzug ging langsam; man wechselte Kugel um Kugel. Die Wachen schloffen sich an, bereits schleppte man einige Verwundete mit, während die Engländer immer stärker nachrückten.
Die Rückziehenden und Vordringenden kamen Dem Dun immer näher; schon zogen beide Theile im vollen Schußbereiche dahin. Die Engländer irkannten das Dun nicht als eine Festung; sie uchten die Hauptschaar der Irländer naturgemäß vor sich, während die Irländer längs des Dun zogen, um an das Thor zu kommen. Da die Wachen sich alle zusammengefunden, war der Haufe ziemlich angewachsen.
Macdonalds Reiter waren inzwischen auch gewahr geworden, daß sich ein Kampf entspannen jatte, und rückten vorsichtig näher, denn noch önnte man Freund und Feind nicht unterscheiden.
Unbemerkt von den Kämpfern im Thale stand Der Cean-Cinneth auf der Höhe des Walles, so daß kaum der Kopf heroorcagte.
verantwortlich: Lür di- Redaktion Jof. Bannt, kür Jnferait ll.parzell-r in Fnlda.
5. Freiburg i. B.
6. Gießen . . .
7. Göttingen . .
8. Greifswald .
9. Halle a. S. .
10. Heidelberg
11. Jena ....
12. Kiel ....
13. Königsberg .
14. Leipzig . . .
15. Marburg . .
Berlin, 25. Februar.
^Offiziös wird jetzt erklärt, daß an einen Rücktritt des preußischen Ministers des Innern, Herrn von der §tcdie jetzt nicht zu denken sei. Namentlich auch die Organe des Bundes der Landwirthe thun ein klebriges, um zu versichern, daß Herr von der Recke ein ausgezeichneter Minister und bei seinem König aufs Beste angesehen fei. Wir haben von Anfang an an der Wahrheit der Rücktrittsgelüste gezweifelt und diesen Zweifeln auch Ausdruck gegeben.
X Den Nationalliberalen wird nachgerade die Freundschaft des Bundes derLaud- wirttze unheimlich — kein Wunder, es ist die Freundschaft des Bären für das Lamm. So bringt nun die ,Nationalliberale Korrespondenz' eine Kundgebung gegen den Abg. Dr. Hahn, den Direktor des Bundes der Landwirthe. „Es genügt für uns" — so läßt sich das nationalliberale Parteiorgan vernehmen —, „zu wissen, daß nicht nur in parlamentarischen Kreisen bis weit in die Rechte hinein eine unverhohlen ausgesprochene Mißachtung über das Treiben des Abg. Dr. Hahn sich äußert, sondern auch bei einer ganz erheblichen Anzahl von Mitgliedern des Bundis der Landwirthe selbst bereits die Besorgniß herrscht, daß fein Auftreten einer erfolgreichen Wahrnehmung der landwirthschaftlichen Interessen geradezu abträglich wird. Von besonderem Interesse ist es für uns, aus Nord- Hannover zu hören, daß von nicht wenigen in geachteter bürgerlicher Stellung stehenden Mitgliedern des Bundes bei Erörterung wirthschaft- licher Angelegenheiten jedes Wort nicht nur der Rechtfertigung, sondern auch der Entschuldigung für den Abgeordneten Hahn geradezu abgelehnt wird . . . ." Man sieht, trotz der Entrüstung über die schlechte Behandlung klammern sich die Nationalliberalen noch immer an diese Freundschaft, die so außerordentlich verhängnißooll für sie ist, — Beschwichtigungsversuche, und alles soll wieder gut fein. Ahnen die Nationalliberalen nicht, daß es der Hähne noch genug im Bunde der Landwirthe gibt, auch wenn dieser eine Hahn aufhören sollte, für den Bund zu krähen? Der Bund hat die nationalliberale Partei, volks- thümlich gesprochen, untergekriegt. Und nun läßt er sie nicht mehr los, mag sie wollen oder nicht.
X Noch beim letzten konservativen Parteitage in Dresden wurde von einigen Rednern verzeichnet, daß sie den Hofprediger a. d. Stöcker und seine KHristtich - Soziakeu trotz aller Meinungsverschiedenheiten als Freunde betrachten. Die Freundschaftsversicherungen finden aber in der Wiklichkeit gar keine Bestätigung. Im Gegen- therl: da herrscht Krieg. Denn im Reichstagswahlkreise Herford, wo Herr Stöcker um das • Mandat sich bewirbt, haben ihm die Konser- i vatioeri in der Person eines Gerichtsrathes 1
: bevorstehenden Neuwahlen durch viele Mandats- ' Verluste schwer bestraft würden für den lleber- muth, den sie jetzt zur Schau tragen.
X Wenn die diplomatisch-offiziöse Politische Korrespondenz recht unterrichtet ist, will Frank- re ich Widerspruch erheben gegen die Besetzung von Kiaotscha« durch Deutschland. Frankreich gilt, wie bekannt, als Protektor der katholischen Kirche in Ostasten, und es will angeblich Schritte thun, um diesen Einfluß sich ungeschmälert zu erhalten. Der französische Gesandte beim heil. Stuhl will dem Vatikan Vorschläge unterbreiten, die auf eine Abgrenzung der Machtsphäre der deutschen Regierung über die katholischen Missionen in China abzielen. Angeblich soll der Vatikan zu diesen Wünschen eine rein passive Stellung einnehmen wollen. Das klingt sehr zweifelhaft und bedarf sehr der Bestätigung.
* Die ,Köln. Volksztg.' hatte berichtet, daß es bei der Meldung über einen neuerlichen Raub- anfall gegen den protestantischen Missionar Komeyer in China nur um die wiederholte Berichterstattung über einen alten Vorgang sich handele. Die Nachricht scheint falsch gewesen zu sein. Wenigstens wird neuerdings in bestimmter Farm gemeldet, daß der genannte Missionar im Januar zum zweiten Male überfallen und ausgeraubt worden sei.
* Die endgittigen Krgevmsse der letzten DokkszäHlung vom 2. Dezember 1895 i.n preußischen Staate werden soeben als 148. Heft J der preußischen Statistik veröffentlicht. Von besonderem Interesse davon ist die Bilanz der Bevölkerung. Am 1. Dezember 1890 betrug die Gesammtbevölkerung Preußens 29,955,281. Die natürliche Vermehrung in den folgenden fünf Jahren betrug 2,193,367, die Zunahme durch die Einverleibung der Insel Helgoland am 1. April 1891 2086. Der Stand der Bevölkerung betrug am 2. Dezember 1895 nach Abzug eines nicht nachzuweisenden Abganges durch Auswanderung 31,855,123. Die männliche Bevölkerung wird von der weiblichen um 1,435,755 übertroffen. Die Zahl der Städte in Preußen ift seit dem Jahre 1875 um 22 zurückgegangen. Sie hatte damals 1288 betragen und betrug 1895 nur noch 1266. Ebenso ist die Zahl der Landgemeinden von 1880 zu 1895 von 37,668 auf 36,375 zurückgegangen. Auch die Gutsbezirke zeigen eine gewisse Abnahme. Sie betrugen 1885 noch 16,713, 1895 nur 16,143. Von Interesse sind ferner die genauen Zahlen der Einwohner
nichtkatholische
. 326
. 98
. 67
. 46
. 77
. 56
. 96
. 66
. 119
. 114
. 81
. 78
. 87
. 167
. 76
. 78
9
. 38
. 115
. 61
. 48
Dies sind von einer Gesammtzahl Professoren 277 katholische, also wenig über 13 Prozent, während doch die Katholiken ein Drittel der Bevölkerung ausmachen! Noch betrübender ist es, daß es unter den Katholiken einen großen Theil von sog. Namenskatholiken giebt, so daß der Gedanke nahe liegt, daß diese mehr Aussicht aus Beförderung haben, als diejenigen, die treu zur Kirche stehen. Bei Preußen, ohne die übrigen Staaten, ist das Verhältniß, wie ein Vergleich zeigt, noch ungünstiger (113 zu 1022). Bei dieser frostigen und herzlosen Zahlensprache ist ein Kommentar überflüssig.
I der größten Städte. Dieselben betrugen bei den 19 preußischen Städten mit über 100,000 Einwohnern: Berlin 1,677,304, Breslau 373,163, Köln 321,564, Frankfurt a. M. 229,279, Magdeburg 214,424, Hannover 209,535, Düsseldorf 175,985, Königsberg i. Pr. 172,796, Altona 148,944, Stettin 140,724, Elberfeld 139,337, Charlottenburg 132,377, Barmen 126,992, Danzig 125,605, Halle a. S. 116,304, Dortmund 111,232, Aachen 110,551, Krefeld 107,245,
* Konfessionelle Parität an dentfche« Mniversiläte«. Im Jahre 1896 war das Verhältniß zwischen katholischen und nichtkatholischen Professoren mit Ausnahme der katholisch- und evangelisch-theologischen Fakultät, bei welchen sich die konfessionellen Verhältnisse von selbst verstehen, also kein Einfluß zu Gunsten einer bestimmten Konfession geltend gemacht werden kann, folgendermaßen:
Der Tanarst schaute mit besorgten Blicken aus fern Werb herüber, das indessen unwillig den Kops schüttelte.
„Versucht mich nicht! Ach! Ich möchte ja so gerne leben! Aber ich bin wie ein Reis, das man auf einen Baum gepfropft. Ich kann nur mit dem Baume leben. Ihr wißt nicht, was es heißt, in die Hände Jener zu fallen. Fragt den Pater!"
Pater O'Kelly begnügte sich stumm mit dem Haupte zu nicken.
Der Häuptling ergriff mit beiden Händen Lucy an den Schultern und schüttelte sie.
„Du bist ein gutes, liebes Kind, Lucy," sagte er in einem Tone, dessen Weichheit mit der rauhen Liebkosung im schrillen Gegensätze stand. „Du willst alfo mit uns sterben — gut, die Sache ist abgemacht. . . .Bangor!"
„Da bin ich," antwortete der Gerufene und trat näher.
„Du sorgst, daß alles bereit ist. Du schaffst die Barke in die Höhle, nimmst die nothwendigen Lebensmittel ein; Du sorgst, daß der Weg gangbar ist, und stellst Leitern zurecht, damit man hinunter gelangen kann. Aber die Leiter nicht früher, als bis der Kampf sich entspannen.' Denn der Gedanke an Vorbereitungen einer Flucht darf nicht ^ruchbar werden. Vergiß das ja nicht."
„Sorge nicht. Auf meine beiden Söhne kann ich mich verlassen; und sonst weiß Niemand darum."______j&g
„Ihr, Pater, wollt also'bis zum letzten Aügen- blicke bleiben."
„Das ist meine Pflicht," antwortete der Jesuit. „Ich bleibe im Spital, um mit den Sterbenden für die Sterbenden zu beten. Wenn das Felsen
werden kann, wenn das Wiederaufnahmeoerfahren ergeben hat, daß ein begründeter Verdacht gegen den Angeklagten nicht mehr vorliegt. Auch soll die Versäumung der Einlegung eines Rechtsmittels nicht als Fahrlässigkeit zu erachten sein.
Ein Antrag Auer (Soz.) will auch den von der Kommission beschlossenen Zusatz gestrichen wissen und ohne Einschränkung festgestellt wissen, daß alle imWieder- aufnahmeverfahren freigesprochenen Personen Entschädigung erhalten sollen.
. ..Leiter hat die Kommission zu 8 4 einen Zusatz beschlossen, wonach der Beschluß auf Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung gleichzeitig mit dem Ur- therl gefaßt, aber nicht verkündet, sondern durch Zustellung bekannt gemacht werden soll.
Endlich fordert die Kommiflion in einer Resolution die Vorlegung eines Gesetzentwurfs betreffend die Entschädigung wegen unschuldig erlittener Untersuchungshaft.
Abg. Keuzmaun (fr. 93pj: Ich betrachte die Vor- lage nur als eine Abschlagszahlung. Grundsätzlich halte ,ch den Antrag Auer für das Beste, denn auch bei Annahme der Kommissionsbeschlüsse würde die Schaffung von zwei Klaffen Freigesprochener sein. Ich hoffe, auch die Regierung wird sich deni Standpunkt, wie er im Antrag Auer zum Ausdruck kommt, noch anschließen. (Beifall links.)
Staatssekretär Rteöerdiug erklärt, sich auf eine wettere Ausdehnung der Entschädigungspflicht nicht ein- laffen zu können. Die Annahme des Antrages Auer würde die Vorlage zum Scheitern bringen.
„ Abg. Aoeren (Str.) hält im Prinzip die formelle Entschädigung für bester, da es der Rechtssicherheit gefährlich sei, zwei Klaffen von Freigesprochenen zu konstrmren. Um aber das Gesetz zur Annahme zu bringen, möge man es bei den Beschlüssen der Kommission belassen.
Derselben Ansicht ist auch der Abg. Aokh (ntl.), wahrend der freisinnige Abg. Wuuek lieber auf das Gesetz verzichtet, als die Arten der Freigesprochenen s» zu klassifiziren.
Geheimrath Lenthe stellt dem gegenüber fest, daß em Rechtsgrund auf Entschädigung staatlicherseits überhaupt nicht besteht, daß es nur Mitleid sei, wenn der Staat bei erwiesener Unschuld eine Entschädigung eintreten lasse; daß der Staat nicht weiter gehe, erkläre sich schon daraus, daß im Strafverfahren schon weitgehende Bürgschaften zur Wahrung der Rechte der Angeschuldigten gegeben sind.
Damit schließt die Diskussion.
Zur Geschäftsordnung bemerkt
Abg. Singer (Soz.), er werde für den Fall der Ablehnung des Antrages Auer die Beschlußfähigkeit des Hauses anzweifeln.
Der Antrag Auer wird hierauf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der beiven freisinnigen Parteien und der süddeutschen Bolkspartei abgelehnt.
Präsident Freiherr ». Auak: Der Abg. Singer hat für diesen Fall von seinem Rechte Gebrauch gemacht, die Beschlußfähigkeit des Hauses zu bezweifeln. Dieser Zweifel ist begründet (Heiterkeit), und es bedarf dafür keiner besonderen Festsetzung. Das Haus ist also beschlußunfähig. Ich beraume die nächste Sitzung auf heute Nachmittag 3*« Uhr an.
Tagesordnung: Anträge Rintelen (Centrum) und Lenzmann (frf. Vp.) zum Gerichtsverfassungsgesetz und zur Civilprozeßordnung.
Schluß 3 Uhr.
öl. Sitzung vom 25. Februar.
Eröffnung 3'/« Uhr.
2. Berathung des Antrages Rintelen (Centrum) betreffend Aenderung und Ergänzung des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeßordnung in Verbindung mit dem vom Abg. Lenzmann (freis. Vp.) zu derselben Materie eingebrachten Anträge.
Abg. Dr. v. Aachka beantragt, die Verhandlungen beim § 77 des Gerichlsverfastungsgesetzes zu beginnen, da daran im vorigen Jahre die Novelle gescheitert sei.
Trotz des Widerspruches des Abg. Kenzma«« wird der Antrag angenommen und die Berathung beim § 77 angefangen.
Der § 77 lautet in der Fassung des Antrags Rintelen:
Aus dem Reichstage.
50. Sitzung vom 25. Februar, 1 Uhr.
Am Bundescathstische: Dr. Nieberding.
Das Haus ist schwach besetzt.
Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochenen Personen.
Zu § 1, welcher bestimmt, daß eine Entschädigung eintreten kann, ivenn das Verfahren die Unschuld des Verurtheilten ergeben hat, hat die Kommission einen Zusatz beschlossen, wonach Entschädigung auch gewährt
mit Ilnterhaktungs-Meilage „Issussrirte Sonntags-Zeitung!'
Q„. $n den nächsten Tagen werden wir mit dem Abdruck ernes neuen Feuilletons: „Wege und Ziele," rt°n?’Lt?"" Jüngst", beginnen. Die rühmlichst bekannte Schriftstellerin schildert in diesem spannenden Roman den Kämpf um das Glück und zeigt in ergreifender Form, wo allein das wahre Glück zu finden o \ Schilderung der Charaktere, der Tugenden und Leidenschaften ist der Verfasserin meisterhaft gelungen. Wir sind überzeugt, daß dieser Roman den ungeiheilten Beifall unserer Leser und Leserinnen finden wird.
* Ott letzte WMag Mn Mrnnky.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
bl _ ------- (Nachdruck verboten.)
„Um so besser, Sohn, wenn ich mich getäuscht habe, sagte der Vater, indem er tief aufathmend den, Sohne die Hand bot. „Aber wie soll) ich Euch dann verstehen?"
„Versteht das so," erklärte Lucy, „daß ich Blut von Eurem Blute bin; daß Euer Leben 'N«» Leben, Euer Tod mein Tod ist Ich bin Mtt Robert nur Eins, und kann nur Eins sein!"
Robert schlang stumm aber mit blitzenden .Egen seinen Arm um sie, und sie stand neben 'hm an feine Schulter gelehnt.
«,'Mur Eines bitte ich Euch," fuhr sie in shendem Tone fort, „sagt nichts davon meiner Wtter. Lastet sie fliehen und lastet sie auf dem Glauben, daß ich mit ihr fliehen werde. In die Jxe sich finden; denn was erträgt fio Weib nicht? — Aber mein Entschluß würde £«Ut-J?eri,?etfIun8 bringen; und ich. . . . rann nicht anders."
mild"^."ebe Tochter," bemerkte der Häuptling Dein W«l* 0$? c§ nid)t noimat§ überlegen?
junges Leben. "