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M 44.
JuLöcr, Donnerstag, den 24. Februar 1898
25. Jahrgang.
eine Kaserne
in Bonn
Die ihre „die der der
1 ganzen Gebiet des Nachbarpostortes die Ortstaxe genieße. Daraus ergäben sich für das Publikum wie für die Postanstalten unaufhörlich Irrungen, Unzuträglichkeiten und Weiterungen. Klare Ver- hältnisfe könnten allein dadurch geschaffen werden, daß das Briefporto im Verkehr zwischen solchen Nachbarorten auf die Ortsbriefgebühr ermäßigt werde." Diese Tarifreform soll zugleich auf diejenigen Nachbarpostorte ausgedehnt werden, die, ohne zusammenhängende Postorte zu bilden, so nahe bei einander liegen und in so engen wirth- schaftlichen Beziehungen stehen, daß sie als ein einheitlicher Verkehrsbezirk angesehen werden können. Die Orte, zwischen welchen die Ortsbrieftaxe anzuwenden ist, sollen im Verordnungswege bestimmt werden. Im Reichspostgebiet würde nach vorläufigen Ermittelungen die Maßregel sich auf mehrere Hundert Ortsgruppen erstrecken. Der Einnahmeausfall ist auf Vit Millionen Mk. jährlich zu schätzen. Zugleich mit der Ausdehnung der Ortstaxe auf den Nachbarschaftsverkehr ist die Herabsetzung der Gebühr für Stadtbriefe in Berlin und feinen Vororten auf 5 Pfennige, für unfrankirte auf 10 Pfennige, also auf die Hälfte der bisherigen Sätze, beabsichtigt. Daraus würde eine jährliche Mindereinnahme von rund l8/* Millionen Mark entstehen. Der gesammte Einnahme- Ausfall würde demnach, wenn diese Schätzungen zutreffen, jährlich 5l/a Millionen Mark betragen.
Als Aequivalent dafür beansprucht bekanntlich die Po st Verwaltung die Ausdehnung des Postregals betreffend die Beförderung geschloffener Briefe auch auf solche Briefe, die innerhalb ihres mit einer Postanstalt versehenen Ursprungsortes verbleiben. In der Begründung dieser Forderung wird das Interesse des Allgemeinwohles und der öffentlichen Ordnung betont und auf das Beispiel der anderen europäischen Staaten mit hochentwickelten Verkehrs - Einrichtungen hingewiesen. Eine Entschädigung der Privat-Postanstalten ist in diesem Gesetzentwürfe nicht vorgesehen, auch in der Begründung mit keinem Worte angedeutet.
,Magdeburgische Zeitung' nämlich äußert Ansicht sehr unumwunden dahin, daß Schuld (an den Mißhelligkeiten innerhalb nationallib. Partei) Denjenigen trifft.
Aus dem Reichstage.
48. Sitzung vom 23. Februar, 2 Uhr.
Am Bundesrathstische: Kriegsminister v. Goßt er.
Die Berathung des Militär - Etats wird beim Extraordinarium fortgesetzt.
Die Forderung für den Neubau von Magazin-Gebäuden in Celle wird auf Antrag der Budget-Kommis- fion (Referent Abg. Gröber (Centr.) debattelos gestrichen.
Zur Vermehrung der Reformen an Verpflegungsmitteln wird statt der geforderten 3 Millionen nach dem Kommissions-Antrage nur eine Million bewilligt. Die Forderung für den Neubau eines Stabsund Familien-Wohngebäudes rc. für ein Eisenbahn- Regiment in Berlin wird ohne Diskusston abgelehnt, ebenso die für den Neubau des Kommandantur- Gebäudes in Glatz.
Für Ersatzbauten für die verkauften Kasernements in Koblenz werden statt der geforderten 250,000 ÜDlart 322,000 Mark bewilligt.
Die Forderungen für ein Bureau-Gebäude des General-Kommandos in Altona und für eine Waschanstalt in Braunschweig werden abgelehnt.
Für den Erweiterungsbau der Train - Kaserne in Darmstadt werden statt der geforderten 400,000 Mark auf Antrag der Kommission 60,000 Mark bewillig t. Die Forderung für eine neue Kaseine in Alt - Breisach wird gestrichen, diejenige für eine neue Kaserne in Mannheim wird in der Höhe von 200,000 Mark bewilligt, da der Bau noch'in diesem Jahre in Angriff genommen werden soll.
Das neue Postgesetz.
Dem Reichstag ist der Entwarf eines Gesetzes betreffend einige Aendernngen von Bestimmungen über das Postwesen nebst Begründung nunmehr zugegangen. In der ziemlich ausführlichen Begründung des Entwurfes, dessen wichtigste Bestimmungen wir bereits mitgetheilt haben, heißt es: „Bis zum 1. Januar 1872 hatte als G e- wichtsgrenze füx den einfachen Brief das Zollloth gegolten. Die Einführung der neuen Maß- und Gewichtsordnung bedingte auch hier eine Umwandlung. Da ein Loth Zollgewicht bei genauer Umrechnung dem Gewicht von 162/b Gramm entspricht, so bestand nur die Wahl, die Briefgewichtsstufe mit 15 oder 20 Gramm abzugrenzen. Man entschied sich damals für die Abrundung nach unten. Das Publikum aller Klaffen und Erwerbszweige empfand die Zurückschiebung der Gewichtsgrenze um l2/a Gramm als eine Erschwerung des Briefverkehrs. Der Bewegung für die Erhöhung der Gewichtsgrenze hat sich mit besonderem Nachdruck auch die deutsche Papierindustrie an geschlossen, weil das Publikum mehr und mehr von dünnem, leicht durchschlagendem Papier Gebrauch machte, und die gesteigerte Nachfrage nach solch minder- werthigem Papier auf die Solidität der Papierindustrie ungünstig zurückwirkte. Einen starken, unausgesetzt wirkenden Antrieb hat die Bewegung dadurch erhalten, daß Oesterreich-Ungarn seit dem 1. Januar 1883 die Gewichtsgrenze des einfachen Briefes für den inneren Verkehr von 18 auf 20 Gramm erhöht hat. Die Reichspostverwaltung hatte gegen die gleiche Maßregel bisher nur finanzielle Bedenken im Hinblick auf den zu erwartenden beträchtlichen Einnahmeausfall. Allerdings ist der Ausfall lange niht so groß wie er in den Jahren 1893 und 1894 von Vertretern der Reichspoftverwaltung auf Grund irr- thümlicher Schätzungen im Reichstage abgegeben worden ist. Immerhin beträgt nach neueren statistischen E Mittelungen die Gesammtzahl der jährlich aufgelieferten Briefe (ausschließlich der Ortsbriefe) im Gewicht von über 15—20 Gramm im inneren Verkehr des Reichspostgebietes 24,058,800, im Verkehr mit Bayern und Württemberg 745,900 und im Verkehr mit Oesterreich- Ungarn 429,700, zusammen 25,234,400, so daß sich die jährliche Mindereinnahme auf rund 2'/, Millionen Mark berechnen würde."
Bezüglich des zweiten Punktes, Ausdehnung des Geltungsbereichs der Ortsbrieftaxe auf Nachbarorte, welche durch den Verkehr auch miteinander verbunden sind, wird in der Begründung angeführt: „Die gewaltige Ausdehnung der großen Städte und der Orte in den Industriegebieten habe dazu geführt, daß viele Nachbarorte vollständig ineinander gewachsen seien, und die Grenzen der Bestellbezirke der Postanstalten solcher eng benachbarten Orte sich nicht mit den Weichbildgrenzen decken könnten. Es entstehe dadurch das eigenthümliche Verhältniß, daß innerhalb eines und 'desselben Ortes für den Bnefoerkehr der Einwohner untereinander zwei verschiedene Taxen — die Orts- und Ferntaxe — Anwendung fänden, und daß zugleich ein Theil der Einwohner für den Verkehr mit dem
Deutsches Keich.
Berlin, 23. Februar.
* Das preußische Slaatsministerium hat heute Nachmittag unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten und Reichskanzlers Fürsten zu Hohenlohe eine mehrstündige Sitzung abgehalten.
X In der Presse tauchen bereits die Namen von Politikern auf, die angeblich als Nachfolger desKerr« v. d.Mecke im preußischen Ministerium des Innern in Aussicht genommen sind. In den Kreisen der konservativen Partei, so wird berichtet, trägt man sich mit der Hoffnung, daß Herr v. Manteuffel zum preußischen Minister des Innern aasersehen sei, und daß dieser das Ministerium noch vor den Neuwahlen übernehmen werde. Es klingt an sich gar nicht unwahrscheinlich, daß es mit dem Ministerium des Herrn v. d. Recke am längsten gedauert hat. Denn seine parlamentarischen Mißerfolge sind wirklich überraschend. Und Herr v. Manteuffel dürfte ja durch die Angriffe, die er bei Gelegenheit des konservativen Parteitages in Dresden gegen das Centrum richtete, auch Gnade gefunden haben in
mit dem Angriffe begonnen hat" — also in diesem Falle den Abgeordneten von Eynern. Und weiter bemerkte auch die ,Magdeburgische Zeitung', daß ihr „an den Kundgebungen verschiedener Abgeordneter mancherlei ganz und gar nicht gefallen hat" — gemeint sind die Herren Abgeordneten von Eynern und Prof. Friedberg. Und schließlich deckt die ,National-Zeitung' noch das Nachfolgende auf über einige Vorgänge innerhalb der national- liberalen Partei: „Zur Vervollständigung der Akten wollen wir bemerken, daß die Schärfe unserer Zurückweisungen der Eynern'schen Insulte veranlaßt ist durch jahrelange öffentliche Hetzereien und heimliche Jntriguen des Herrn von
ich mir wohl die Frage erlauben, wessen Schuld das war?"
„Die Schuld der Andern," erwiderte Cromwell raschr „Wilmington, ich habe Menschen kennen und verachten gelernt. Ich weiß, daß ich ihr Tyrann geworden bin; aber ich hätte das nie gewagt, wenn sie sich nicht vorher mir als Sklaven angeboten hätten. Willst Du vielleicht meine oft erprobte Rechnung Lügen strafen?"
„Ja, Mylord, das will ich," fiel ihm der Oberst hitzig ins Wort. „Wäre ich Euer Sklave, würde ich nicht so gesprochen haben, wie ich es that. Euren Befehlen gehorche ich, weil England Euch mir zum Befehlhaber setzte. Im Uebrigen bin ich ein ebenso freier Brite wie Ihr; nur wäre es möglich, daß Ihr gegen England zu Felde zöget ..."
„Genug, Oberst Wilmington," sagte Cromwell mit ungewöhnlich weicher Stimme. „Nehmt Ihr das Heer, mir lasset diesen Todten. So lange er lebte, war er mein treuester Wächter; es ist billig, daß ich nun der seine bin, wenigstens so lange, bis sein Leib der Erde übergeben wird."
Wilmington verneigte sich tief.
„Hauptmann Macdonald!"
„Mein Oberst!"
„Lasset Eure Dragoner aufbrechen zur Verfolgung."
„Wo habt Ihr den Knaben hingebracht?" fragte Cromwell.
Man wird ihn wohl in's Lager gebracht haben," erwiderte Wilmington, „gestattet, Mylord, daß ich Euch geleite."
Cromwell ließ sich willenlos von Wilmington führen. In der Batterie fanden sie die Leiche
den Augen des Herrn v. Miquel. Nichtsdestoweniger sind vorläufig alle solche Gerüchte mit großer Vorsicht aufzunehmen.
ti. Im Herbste des letzten Jahres hatte der sogenannte Darmstädter Zwischenfall (die bekannte Ablehnung des Besuches des großherzoglich badischen Paares beim Zarenpaare, welches letztere damals zum Besuche am großherzoglichen Hofe in Darmstadt weilte) viel Aufsehen erregt. Jetzt erst scheint die Angelegenheit endgiltig aus der Welt geschafft zu sein, und zwar dadurch, daß das Großherzogspaar einen Besuch am Hofe in Karlsruhe abgestattet hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat der Kaiser sehr viel dazu beigetragen, die guten Beziehungen zwischen beiden Höfen wieder herzustellen. Und namentlich auch der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst v. Hohenlohe- Langenburg, scheint dabei thätig gewesen zu fein.
x Heute wurde die Ankunft der ostastatische« Geschwader-Division unter dem Befehle des Prinzen Heinrich in Singapur erwartet. Auch äußerlich suchen Deutschland und Rußland ihre Einmüthigkeit in der Beurtheilung und Behandlung ostasiatischer Fragen darzuthun. Wie aus Singapur auf dem Drahtwege berichtet wird, wurden die deutschen Kriegsschiffe „Deutschland" und „Gefion" in einer Linie mit den russischen Panzern „Sissa Veliki" und „Navarin" fahrend in der Meerenge von Malakka beobachtet.
ft Der Streit inuerHalö der «alionak- kiöerake« Martei dauert fort. Nunmehr hat die nationalliberale Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses ihr Bedauern darüber ausgesprochen, daß die ,National-Zeitung' in ihrer Erwiderung auf die Angriffe des Abgeordneten von Eynern „in nicht zu billigender Form auf das persönliche Gebiet übergegriffen und nicht die Grenzen innegehalten hat, die bei dem Austrag auch politischer Gegensätze beachtet werden müssen". Daraus geht hervor, daß die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhauses in der Sache selbst, um die es sich handelt, keinen Beschluß gegen die linke Gruppe ihrer Partei gefaßt Hal; im Gegentheil, der Beschluß der Fraktion erkennt an einer anderen Stelle der,National-Zeitung' das Recht der Abwehr gegen Herrn v. Eynern zu. Und gleichzeitig stellt sich ein anderes unter den führenden Blättern der Nationalliberalen
Eynern gegen die,National-Zeitung', die lediglich durch persönliche Beweggründe veranlaßt sind . . . Kundgebungen derartiger Gehässigkeit .... werden von uns stets nach Gebühr gekennzeichnet werden." Wenn es so fortgeht innerhalb der nationalliberalen Partei, wird auch von ihren Trümmern, wie sie heute noch zu sehen sind, bald nichts mehr auf der politischen Bildfläche vorhanden sein.
ft Schon seit längerer Zeit tauchen ab und zu Nachrichten in der Presse auf, daß demnächst dem preußischen Landtage ein Gesetzentwurf zugehen werde über die Umgestattuug des Jidei- kommißwesens. Noch mehr: jetzt wird sicherlich schon zum dritten Mal gemeldet, daß die Vorarbeiten dazu abgeschlossen seien. Wenn das wirklich alles seine Richtigkeit hat, ist nicht recht einzusehen, weswegen denn nun diese Vorlage noch immer nicht beim Landtage eingebracht worden ist. Daß eine solche Reform schon längst ein dringendes Bedürfniß ist, unterliegt ja für Niemand mehr einem Zweifel, ausgenommen vielleicht für einen Theil derjenigen, die persönlich bei der Sache interessirt sind. Nunmehr wird berichtet, die so oft schon verheißene und immer wieder ausgebliebene Vorlage werde dem preuß. Landtage in seiner nächsten Tagung „bestimmt" zugehen. Das warten wir ruhig ab. Bis dahin liegt noch so lange Zeit vor uns, daß man sich schon jetzt mit den Wahrscheinlichkeiten oder Möglichkeiten zu beschäftigen braucht, ob dieses Er- eigniß wirklich eintreten wird.
* Schon seit längerer Zeit besteht eine Bewegung gegen die Zulassung von Ausländern zum Studium an derpotytechnischen Kochschute zu Charlottenburg (Berlin). Nunmehr sollen vom 1. April ab Ausländer nicht mehr zugelaffen werden bei der Abteilung „Maschinen- und Jn-- genieurwesen".
Gestrichen werden die Forderungen für ei in Granden z, für ein Garnison - Lazareth
„Mylord," bemerkte Oberst Wilmington in ernstem Tone, „Eurem Schmerze mißgönne ich nicht sein Recht. Ihr habt um ihn gemeint, und möget ihm meinetwegen das Begräbniß eines gefallenen Helden widmen. Ader schließlich ist er gefallen, wie jeder von uns in jeder Stunde fallen kann. Nehmt's nicht übel, Mylord, Ihr seid Oberfeldherr, und Eure Sorge hat mehr den Lebenden, als den Todten zu gelten."
Cromwell trat mit unterschlagenen Armen langsam auf den kühnen Sprecher zu.
„Und das sagst Du mir, eben, gerade eben, wo es mir so recht klar ist, was mir die Lebenden sind, und was mir der Todte gewesen?"
„Verzeiht, Mylord, so zu sprechen war die Pflicht des rangältesten Offiziers. Der Gang der Kriegsereignisse kann nicht von dem Tode eines Knaben abhängen, und wenn derselbe Euch noch so nahe stand."
„Alle diese Leb nden haben ihr Glück an das meine geheftet. Alle fürchten mich, viele bassen mich; er allein hat mich geliebt. Vor meinem drohenden Blicke habt Ihr alle gezittert; er allein blieb ruhig, denn er hat mich geliebt. Wenn Ihr alle sterbet, seid Ihr mir nur Köpfe und Fäuste, die man zählt, mißt ober wägt; fein Tod verödet mein Herz, denn er hat mich geliebt. Wenn Ihr fallt, fallt Ihr für Eure Götzen; er iel für mich: denn er allein hat mich geliebt!"
„Ich setze die Worte auf Rechnung Eures Schmerzes," bemerkte Oberst Wilmington kühl; „der Menfch bleibt eben immer Mensch; und wenn Ihr nur Einen gehabt, dem gegenüber Ihr Euch als Mensch fühlen konntet, so möchte
einer im Leben thun kann, ist, daß er sich eine Kugel durch den Kopf jagt."
Macdonald wandte sich schaudernd ab. Oberst Wilmington kam mit einem Feldscheer des Weges.
„Hier, Feldscheer," begann Macdonald, „ver- s sucht Eure Kunst; seht, ob noch Leben in ihm ist."
„Lordlieutenant!" sagte der Oberst, „soll die Reiterei zur Verfolgung aufbrechen? Der Feind hat sich westlich in den Wald zurückgezogen."
„Fast' ihn nicht so hart an, Schurke!"
„Die Todtenstarre beginnt sich bereits einzustellen, Mylord," sagte der Feldscheer. „Will man ihm die Ehren eines besonderen Begräbnisses erzeigen..."
„Das fragst Du noch!"
„So gestattet, daß ich seinen Körper gerade lege; binnem Kurzem würde das unmöglich sein."
Cromwell hatte ihn offenbar nur halb verstanden und sah ihn fragend an. Der Feldscheer hob leise die Hand Cromwells, welche immer noch das blutige Tucy auf die Wunde des Knaben drückte, weg mit den Worten:
„Mylord, es ist nicht mehr nothwendig, das Blut hat aufgehört zu fließen."
Ein Schrei entrang sich der Brust des Gewaltigen und er fiel rückwärts gegen den Baum; Wilmington fing ihn in seinen Armen auf. Auf einen Wink Macdonalds traten rasch einige Soldaten herzu, welche den todten Körper bei Seite trugen.
„Flößt ihm etwas Wein ein,“ sagte der Feldscheer und folgte den Trägern.
Nach einer Weile erhob sich Cromwell, und als er den Knaben nicht mehr sah, sprang er aus.
„Wo ist Edmund?" fragte er wild.'
ganz und gar auf die Seite der von Herrn von Eynern angegriffenen »National-Zeitung'.
* Der letzte HiiuMiug von Warney.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
69 ------ (Nachdruck verboten.)
»Holt einen Regimentsfeldscheer, hurtig," rief Macdonald einigen Soldaten zu, die dann auch sehr rasch auf die Beine sich machten. Der Feldherr begann ihnen unheimlich zu werden.
„Lord-Lieutenant," begann Macdonald aufs 9leue, nachdem er einige Zeit hatte vorübergehen lasten, „es ist nothwendig, daß Ihr einige Anordnungen über Kilkenny trefft."
„Meint Ihr?" frug Cromwell sarkastisch. „Nothwendig ist gar nichts. Alles ist blinder Zufall, Narrheit ist die Welt. War's nothwendig, daß dieser lebte? Nein, denn er ist tobt."
„Der Regimentsfeldscheer wird sogleich kommen; lch habe bereits nach ihm geschickt."
„Sieh, Hauptmann, so ist der Mensch! Ein ^-and zittert bei meinem Wort, und ich zittere vor dem Worte eines Feldscheers, der auch nichts anderes sagen wird . . . ."
„Zhr meintet noch einiges Leben zu fühlen!"
„Ja, das meine lch! . . . Und war's denn Mhwendig, daß er starb? Nein, sonst hätte >e Wtft aus den Fugen gehen müssen, da er , e. Sieh, Macdonald, es ist alles Narrheit, was wir uns mühen. Weißt Du auch, acdonald, was dieser da vor dem mächtigsten
-Wann in den drei Reichen voraus hat?"
«Ich höre, Lordlieutenant!"
Q , "Daß er gestorben ist, bevor er sich sein ganzes eben hindurch geplagt. Das Gescheidteste, was |