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KuldaerW-Zeitung
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Jutöcr, Dienstag, den 22. Februar 1898
25. Jahrgang.
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△ Freihandel und Schutzzoll.
Ueber das Thema Freihandel und Schutzzoll kann man freilich nicht nur viele Seiten, sondern viele dicke Bände vollschreiben. Und natürlich wollen wir hier nicht das altbekannte Thema in seinem ganzen Umfange erfasfen und von allgemeinen Gesichtspunkten aus besprechen. Aber in den allerjüngsten Tagen sind nicht nur in dem Parlamente zu Berlin, sondern in dem englischen Unterhause so wichtige Aeußerungen über einzelne handelspolitische Fragen geinacht worden, daß ein kurzes Eingehen darauf nothwendig ist.
Im englischen Unterhause hat nämlich der Handelsminister Ritchie versichert, daß die englische Regierung an den Grundsätzen des Freihandels festhalte; denn der Freihandel grade habe den Wohlstand Englands zur Blüthe gebracht. Angenommen, Herr Ritchie hat sich wirklich so ausgedrückt, so kann man ein Erstaunen nicht unterdrücken, denn diese Worte stehen im Widerspruche zu allen Thatsachen. England hat, wie man ja weiß, seine Handelsverträge mit Deutschland und Belgien zum 1. August 1898 gekündigt, und diese Thal wurde eingeleitet durch die Ankündigung des bekannten englischen Staatsmannes Chamberlain, daß die handelspolitischen Ziele Englands „nicht erreicht werden können ohne Abweichung von den erhabenen Grundsätzen des Freihandels." Herr Chamberlain wählte diese hochtrabende Redensart nur, um damit den englischen Freihändlern, die in dem Jnselreiche noch sehr mächtig sind, eine höfliche Verbeugung zu machen. Aber die unverblümte und aus den hochtönenden Worten herausgeschälte Wahrheit ist doch die, daß England Verträge kündigt, die auf den Grundsätzen des Freihandels beruhen, und daß es andere Verträge an deren Stelle setzen will, die von diesen Grundsätzen abweichen. Und diese anderen Verträge will England dann so einrichten, daß es mit seinen Kolonien in besonders enge Handelsverbindungen komme, daß es britisches Mutterland und britische Kolonien mit einem gemeinsamen handelspolitischen Bande umschließt, alle anderen Länder aber gllichzeitig dadurch von dieser großbritischen Handelsgemeinschaft aussperrt.
Das Mutterland England muß von außerhalb ganz bedeutende Mengen Lebensmittel einführen, mehr als jeder andere Kulturstaat. Die Einfuhr von Lebensmitteln nach England spielt also eine ganz besonders wichtige Rolle dort und für alle diejenigen Länder, die an Lebensmitteln,
* Der letzte fiüajitling m Marne».
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
57 ------ (Nachdruck verboten.)
„Du bist nicht von Killarney," sagte dieser;
„reo hab' ich Dich doch gesehen?"
„Ach, ich bin ja John Kerry; errinnert Ihr Euch nicht: wisset damals, jals Euch der Vogt ' von Hungry Tower das Pserd für fünf Pfund abnehmen wollte."
„Ja, und Allan lief ihm nach, und er machte in seinen schweren Lederstiefeln so gewaltige Sprünge," ergänzte Robert lachend die Darstellung des Iren.
„Mein Bruder Frederik ist auch da; wie gehts denn dem armen Weibe von Drogheda?"
„Die befindet sich wohlbehalten auf Killarney- houfe; aber ihr Bube ist gestorben. Der kalte Brand kam in die Wunde."
„Es sind doch niederträchtige Schufte!" weinte der Irländer knirschend. „Was hat ihnen das arme Kind gethan! He! Frederik! Der Bub ist gestorben! Jetzt freut es mich doppelt, daß wir es dem alten Sünder und Schinder eingetränkt!"
„Wer denn?"
„Oh dem Vogt! diesem Jack Robber, den Euer Gefährte damals nicht erwischt hat. Wir haben ihn erwischt. Als in Kilkenny die Harfen- und Kleeblattfahne aufgepflanzt wurde, da sagte ich zu meinem Bruder Frederik, wir wollen hin. Hier werden wir doch nur zu Tode geschunden, und warum sollen wir uns ein langes Leben hindurch für unsere Unterdrücker plagen. Er
wie namentlich Getreide, Ueberschuß erzeugen. Zu diesen Ländern gehören mehrere englische Kolonien, vor allen Dingen Kanada; und Kanada ist es mit seinem Einflüsse vornehmlich gewesen, das diesen Umschwung in den maßgebenden handelspolitischen Anschauungen in England bewirkt hat. Das Ziel, das nun angestrebt wird, ist folgendes: Unter der Herrschaft der neuen Handelsverträge nach dem 1. August 1898 sollen die Verhältnisse so liegen, daß England Lebensmittel aus seinen Kolonien zollfrei einlafsen, bei der Einfuhr aber aus anderen Ländern mit Zöllen belegen kann. Und umgekehrt sollen die britischen Kolonien Erzeugnisse der Industrie, die aus dem englischen Mutterlands Herkommen, zollfrei ein- laffen, dagegen dieselben Erzeugnisse mit Zöllen belasten können, wenn sie aus anderen Ländern stammen.
Wenn das nun keine Aenderung der bestehenden Verhältnisse im Sinne des Schutzzolles sein sollen, dann gibt es überhaupt keinen Schutzzoll, denn jetzt fehlen in England und in seinen Kolonien alle solche Zollschranken. Aber die liberalen deutschen Blätter, die noch immer zum größeren Theile dem Freihandel dienen, stellen sich an, als wüßten sie das alles gar nicht und bemühen sich mit recht überflüssigem Eifer, die Worte des englischen Handelsministers Ritchie für ihren Zweck auszubeuten. Wäre Herr Ritchie ein ganz aufrichtiger Mann, so hätte er das Wort von dem Festhalten Englands an den Grundsätzen des Freihandels nicht sprechen dürfen. Und wollten die freihändlerischen Blätter aufrichtig und folgerichtig sein, dann müßten sie die Thatsache, daß England die Handelsverträge mit Deutschland und Belgien gekündigt hat, als eine schutzzöllnerische Maßregel von ihrem Standpunkte aus entschieden verurtheilen. Das Scheinmanöver, das sie mit der Aeußerung des englischen Handels- ministers vornehmen, wird sich bald genug als das erweisen, was es ist: ein neuer kleiner Kunstgriff zu dem Zwecke, die Thatsache von dem 'Niedergänge freihändlerischer Anschauungen und Verträge zu verschleiern.
In dem Gebäude des Liberalismus kracht es an allen Ecken und Enden. Und wie der politische Liberalismus selbst seinem Ende naht, so drohen auch die wirthschaftlichen und handelspolitischen Gebäude, die er aufführte, je länger desto offenbarer mit Einsturz und Verschwinden auf Nimmerwiedersehen.
Deutsches Reich»
Berlin, 21. Februar.
X Nach Erledigung des Kolonialetats im Reichstage will der Ünterstaatssekretär Irei- Herr v. MichtHofe« nunmehr von der Leitung der Kolonialverwaltung zurücktreten. Schon als die Ernennung des Frhr. v. Richthofen zum Unterstaatssekretär an Stelle des Freiherrn v. Rotenhan erfolgte, wurde darauf hingewiesen daß Freiherr v. Richthofen nicht gleichzeitig die Leitung der Kolonialabtheilung und das Unterstaatssekretariat des Auswärtigen Amtes haben kann. Es konnte sich nur darum handeln, den Etat unter Dach zu bringen. Der endgiltige Rücktritt des Freiherrn v. Richthofen von der
sagte: John, du hast recht; aber man weiß doch nicht, wie es ausgeht; wir sollten erst hier unsere Rechnungen abschließen. Ich fragte: wie meinst du das? Und da sagte er: Nun du weißt doch mit dem Vogt. Wenn wir fortgehen, wirft er uns doch nicht mehr in den Thurm. Mir leuchtete das ein, und — mag Irland siegen, oder zu Grunde gehen — der hat seinen Theil!"
„Ihr habt ihn wohl todtgeschlagen?"
„Nicht ganz! Aber er wird eine geraume Weile an sich herumzupflastern haben."
In diesem Augenblicke wurde Robert abgerufen, um sich an dem Kriegsrathe zu betheiligen, der von den Führern abgehalten wurde.
Es war auffallend, daß man auf der Ebene kein Cromwell'sches Kriegslager sah. Man erkannte die Mauern und Wälle der Stadt, hinter denen die Dächer und Thürme hervorragten. Aber vor denselben fand sich nur die weite grüne Ebene; und in der Ferne bewegten sich einzelne dunkle Punkte hin und her, die man nicht zu unterscheiden vermochte. Kleine Reiterpatrouillen von drei bis fünf Mann wurden ausgesendet, um zu rekogosciren, während die ganze Mannschaft an den Rand des Waldes herangezogen wurde. Jedes Geräusch wurde strenge verboten, nichts sollte die Anweseuheit einer so großen Menge vermuthen lassen.
Nach Verlauf von vier Stunden waren alle zurück. Das Dämmerlicht war schon so ziemlich in Nacht übergegangen, als die letzten eintrafen. Zwei waren gesehen und verfolgt worden. Aus dem, was sie erspäht, ergab sich, daß Cromwells Lager auf der entgegengesetzten Seite der Stadt
Kolonialverwaltung kann daher nicht überraschen. Die Ernennung eines Kolonial-Direktors ist aber gegenwärtig nicht minder schwierig als im Oktober 1896, da der zur Unterstützung des Chefs berufene Mneralkonsul Dr. Schmidt- Le da keine Neigung hat, endgiltig an die Spitze der Verwaltung zu treten, vielmehr auf seinen Posten nach Gokahama zurückkehren wird. Wer an die Spitze der Kolonialverwaltung treten wird, ist noch vollkommen unbestimmt.
* Zeitungsmeldungen zufolge sollen im preußischen Kultusministerium die Vorarbeiten für die Vorlage über die Mezüge der kalho- kischen Geistlichen soweit gefördert sein, daß der Abschluß des Gesetzentwurfs schon in dieser Woche erwartet wird. Die ganze Vorlage über die Gehaltsbezuge der Geistlichen beider Konfessionen soll bestimmt in den ersten Tagen des Monats März dem preußischen Abgeordnetenhause zugehen.
ff Die Antwort, die dem Kvangekischen Munde auf seine Eingabe an den Reichskanzler zutheil geworden ist wegen der Theilnahme des preußischen Gesandten von Bülow an dem Kaiserfeste der deutschen Katholiken in' Rom, ist zunächst von den meisten Blättern ohne weitere Bemerkung abgedruckt worden. Augenscheinlich sind sie zum großen Theil überrascht gewesen von der Kundgebnng des ernsten Mißfallens des Kaisers über das gewaltthätige und blind- wüthige Vorgehen des Evangelischen Bundes. Die Deutsche Tageszeitung", das Organ des Bundes der Landwirthe, kann sich aber doch nicht enthalten, von einem „unnöthigen Vorstoße des Evangelischen Bundes" zu sprechen; und die Berliner demokratische ,Volkszeitung" schreibt kurzweg: „Wir gönnen dem Evangelischen Bunde diese schlanke Abfertigung." Die nationalliberale ,berliner Börsenzeitung" gibt ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß „der Evangelische Bund der ultramontanen Presse Gelegenheit gibt, von Katholikenhetze zu sprechen", und nur die ebenfalls nationalliberale ,Nationalzeitung" findet den Muth, um den sie schwerlich zu beneiden ist, noch eine Klinge für den Evangelischen Bund zu schlagen. Zunächst sucht dieses Blatt den Beweis dafür zu führen, daß mit der Kaiser-Geburtstagsfeier der deutschen Katholiken in Rom eine „klerikale Demonstration" geplant gewesen sei. Der Unbefangene wird zunächst außerordentlich erstaunt sein, zu vernehmen, daß es eine „klerikale Demonstration" sein soll, wenn deutsche Katholiken, die im Auslande leben, des Kaisers Geburtstag in festlicher Weise begehen. Und erst bei einigem Nachdenken versteht man, wie die,Nationalztg." es meint. Sie sagt nämlich, sonst hätten immer alle in Rom lebenden Deutschen den Geburtstag des Kaisers gemeinsam gefeiert. Aber weil die „Klerikalen" nicht an einem Hoch auf den König von Italien hätten theilnehmen wollen, hätten sie nun eine Feier für sich veranstaltet; und in langwieriger Ausführung dieses Gedankenganges kommt endlich die,Nationalztg." dazu, aus der römischen Veranstaltung ganz in dem Sinne der Eingabe des Evangelischen Bundes so etwas wie eine Kränkung des italienischen Königs herauszuklügeln. Das Blatt scheint die Antwort des Reichskanzlers nicht genau gelesen zu haben. Denn in dieser ist
lag. Der Umfang war nicht sehr groß, aber die Soldaten lagen dicht zusammen, das sah man aus der Zahl der Lagerfeuer und aus dem Gewühl, das am Orte des Bivouaks stattfand. Das Lager zog sich einen kleinen Hügel hinan, und auf der Höhe desselben standen acht Kanonen. Hinter diesen, am jenseitigen Abhang, vor jeglichem Feuer von den Wällen geschützt, stand eine kleine Gruppe Zelte, offenbar für die Führer bestimmt. Die Mannschaft lag in Erdhütten oder bioouakirte unter freiem Himmel. Die Pferde standen in langen Reihen angepflöckt; es waren ihrer sehr viel und mehr als zweitausend schätzten die Späher.
Die kleinen Punkte, die sich hin- und herbewegten, waren Reiter. Offenbar hatte Cromwell nicht so viele Truppen bei sich, um die Stadt völlig zu umlagern. Er bezog deshalb ein Lager bei der Stadt und umgab sie mit einer Postenkette von Reitern. Lange konnte sich Kilkenny überhaupt nicht halten, denn die Mauern zeigten schon recht bedeutende Lücken; und wenn auch die bis jetzt ausgeführten Stürme abgeschlagen worden, so wurde doch die Vertheidigung immer schwieriger, und bei dem nächsten Sturme gedachte der Lord Statthalter wirklich Ernst zu machen. Damit gedachte er die Aufmerksamkeit auf diesen Punkt zu lenken, und dann sollte auf der entgegengesetzten Seite der eigentliche Sturm beginnen. Nachts um elf Uhr, wenn die Besatzung im ersten Schlafe läge, sollte die Ersteigung anfangen, und am Abend desselben Tages lagerten sich weit über dreitausend Männer am Waldrande, um den Belagerten Hilfe zu bringen.
Von diesem nahen Feinde hatte Cromwell keine Ahnung.
die ausdrückliche Versicherung enthalten, daß be der ganzen Veranstaltung nichts sei, das die guten Beziehungen zwischen Italien und Deutschland trüben könnte. Wozu also der Lärm?
X Die offiziöse,Nordd. Allgem. Ztg." verzeichnet weitere Aeußerungen italienischer Blätter, aus denen hervorgeht, daß man in Italien die Maßregelung des Kvangekischen Mundes ganz in der Ordnung findet. So schreibt die ,Opinione", ein Blatt, das der italienischen Regierung nahe steht: „Indem wir ein Berliner Telegramm veröffentlichen, das sich auf einen in Rom beinahe unbemerkt gebliebenen Vorgang bezieht, stellen wir fest, daß hier kein Zweifel aufkommen kann über die Gesinnungen der preußischen Regierung und Bevölkerung und des gesammten Deutschland über Italien. Die Antwort des Staatssekretärs von Bülow könnte gar nicht besser mit der Beurtheilung überein stimmen, die dieser Zwischenfall in Rom gefunden hat . ..." Und in demselben Sinne bemerkt die oppositionelle ,Tribuna", daß der „ganze Zwischenfall nur mit der inneren deutschen Politik zu thun hat und Italien gar nichts angeht". Kläglicher als hier haben sich also die kulturkämpferischen Blätter noch nie blamirt, als sie in hochtrabenden Worten die Befürchtungen aussprachen, daß Italien durch die Maßregelung des Evangelischen Bundes gekränkt sein müsse!
ff „Einige der wildesten Argraier" — so wird einem großen Provinzblatte berichtet — „sollen sehr verstimmt darüber sein, daß der Staatssekretär Graf v. Posadowsky ihnen das Konzept verdorben hätte". Sie hätten, so wird weiter erzählt, einen Antrag auf Kündigung der Meistbegünstigungs-Verträge mit einigen amerikanischen Staaten einbringen wollen, und nun habe jüngst Graf Posadowsky im Reichstage erklärt, daß man zu einem solchen Abbruche der freundschaftlichen handelspolitischen Beziehungen keinen Staatsmann brauche; das flönne sein Kanzleidiener auch . . ." Jedenfalls ist es gut erfunden, wenn es etwa nicht wahr fein sollte.
* Zum Mrozeß Zola schreibt die ,Nordd. Allgem. Ztg." an der Spitze des Blattes in halbamtlicher Tonart: „Ein früherer französischer Abgeordneter, Herr Milleooye, hat vor einigen Tagen in einer in Suresnes bei Paris abgehaltenen Versammlung die Behauptung aufgestellt, es existire ein Schreiben Seiner Majestät des Kaisers, das sich auf den ehemaligen Hauptmann Dreyfus beziehe. Wir brauchen kaum hervorzuheben, daß diese Angabe jeglicher Begründung entbehrt!"
Aus dem Reichstage.
•OP 46. Sitzung vom 21. Februar, 1 Uhr.
Am Bundesrathstische: Kriegsminister v. Goßt er.
Die zweite Etats - Berathung wird beim WiMär- Gtat fortgesetzt. Die Diskussion über den Titel „Minister"' dauert noch fort.
Sächsischer Bundeskommissar Oberstlieutenant Mtz- vo« Eichstädt weist die Behauvtung des Abg. Kunert zurück, daß in sächsischen Militär-Gefängnissen Sonntags regelmäßig gearbeitet werde zur Schmach der sächsischen Militärverwaltung, wie Abg. Kunert hinzugefügt habe. In einem Gefängnisse ist allerdings vor zwei Jahren an einigen Sonntagen gearbeitet worden, aber
Als es völlig Nacht war, rückten die Irländer, jedes Geräusch sorgsam vermeidend, langsam vor. Die Reiter blieben zurück, damit nicht das Stampfen und Wiehern der Pferde ihre Gegenwart ver- rathe. Ihre Absicht war, zunächst die Kette zu sprengen, die Kilkenny umschloß, die kleinen Reiter- piquets zu verjagen war leicht, und dann wollte man an die Stadt.
„Und ich thue es nicht!" sagt plötzlich Egbert, stehen bleibend, und stieß sein Schwert auf den Boden. „Ihr möget sagen was Ihr wollt, wir sind im Begriffe, den dümmsten Streich zu machen."
„Aber wenn wir der Stadt helfen wollen, müssen wir doch hinein!" sagte einer der Führer.
„Nein, das müssen wir nicht," bemerkte Egbert ärgerlich. „Wenn wir der Stadt Vorräthe brächten, wäre das richtig. Aber dreitausend gegen fünfzig: es ist nicht erhört! Wir müssen Cromwells Lager zersprengen."
„Er hat achttausend Mann."
„Sagen wir fünftausend; von diesen stehen tausend um die Stadt, bleiben noch viertausend, die wir im Schlafe überfallen. Wir schlagen sie, ehe sie sich sammeln. Das ist ein Kampf für ungeübte Soldaten. Stellen wir uns morgen bei Tage Cromwells Soldaten in Reihe und Glied entgegen, dann unterliegen wir."
Murrend fügten sich endlich die Widerstrebenden, welche in der Berathung die Ueberhand bekommen hatten, und die Spitze bog rechts ab, um im Umkreise um die Stadt zu ziehen und ss an das Lager der Engländer zu kommen. Zog man so vorsichtig weiter, wie seither, dann, meinte Robert, der die Gegend wenigstens oberflächlich