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KuIdaerWZeitung

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verantwortlich: Für die Redaktion Jos. Sau«, sur Inserate I. parzeller in Fulda.

mit ZLnterhattungs-Beilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!' Petersgasse Nr. (Harmonie).

M 39.

LL Legenden über das Centrum werden wieder mit einem Eifer verbreitet, als gelte es, den schlimmsten Feind des Vaterlandes zu besiegen. Und in solchem Thun sind alle Par­teien einig. Erst wenige Wochen sind verflossen, seit die Sozialdemokraten wüthende Angriffe gegen das Centrum richteten, und das Berliner sozial­demokratische Central-Organ unter derUeberschrift: „Die Handelsjuden des Reichstages" das Centrum beschuldigte, daß es schnöde Tausch­geschäfte betreiben, d. h. der Regierung die Marine- Vorlage bewilligen wolle, wenn es dafür bestimmte Zugeständnisse erhalte auf kirchenpolitischem Ge­biete. Das war damals, als Regierungsblätter, wie,Nordd.Allgem.Ztg.' und ,Post' das Centrum über die Maßen lobten, so daß dem Centrum fast unheimlich dabei werden konnte. Damals war es auch, wo die Preffe der anderen Parteien über die Centrumspreffe herfiel und sie verspottete wegen ihrer Unkenntniß über die Anschauungen in ihrer eigenen Partei. Die Centrumspresse hatte von allem Anfang an der Flottenvorlage geringe Freund- fchaft entgegengebracht und immer betont, daß die durchaus noth wendigen Flottenbedürfnisse des Reiches befriedigt werden müßten, daß darüber hinaus aber alles Bewilligen vom Uebel sein würde und jedenfalls neue Steuern zur Deckung der Flottenbedürfniffe nicht bewilligt werden dürften. Und nun kam kurz nach Eröffnung des Reichs­tages die konservative und nationalliberale Presse und machte sich lustig über die Blätter des Centrums. Denn man nahm an, daß das Centrum die Flotten­vorlage mit Hurrah annehmen würde, und daß Alles, was aus dem Centrumslager noch an Oppo­sition herausklang, nichts weiter sei, als ein Sprödethun, ein Kokettiren, um sich nicht gar zu wohlfeil der Regierung zu ergeben. Die ruhige Entgegnung der Centrumspreffe, man möge doch gefälligst abwarten, was kommen werde, wurde nicht beachtet. Run hat sich das Bild geändert. Konservative Versammlungs - Redner schleudern Donnerkeile gegen das Centrum, und die Organe der nationalliberalen Partei geberden sich ganz wüthend gegen das Centrum, als seien bei diesem plötzlich Reichsfeindschaft und Hochverrath eingekehrt. Die sozialdemokratische Presse aber zerbricht sich liebevoll die Köpfe des Centrums darüber, was dieses nun wohl mit der Flotten­vorlage anfangen wird. Und dabei ist alles das­selbe geblieben — dabei hat ein parlamentarischer Centrumsführer nach dem andern in öffentlichen Wählerversammlungen ganz rückhaltslos seine Anschauungen darüber zum besten gegeben, wie die Flottenvorlage zu beurtheilen sei — und, was das Bemerkenswertheste dabei ist, alle diese Redner des Centrums stimmten in den Haupt­punkten mit einander überein! Es ist kaum zu begreifen, wie man auf den verschiedenen Seiten dazu kam, das Centrum erst so und dann in genau entgegengesetzten Sinne zu beurtheilen.

Die neueste Leistung auf diesem Gebiete bringt das Organ der nationalliberalen Partei, die ,Nationalliberale Korrespondenz'. Diese schreibt: „Sicherem Vernehmen nacy ist es den marine­freundlichen Elementen im Centrum nicht ge­lungen, für die gesetzliche Sicherung des von der Regierung als unerläßlich bezeichneten Flotten­mindestbestandes eine ausgiebige Anzahl von

« Str Itfck Häuptling non Womit.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

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Wenn es nun auch Egbert gelungen war, binnen weniger Tage den friedlichen Stamm in ein Heerlager zu verwandeln, in welchem selbst Frauen und Kinder eine geeignete Verwendung fanden, so zweifelte er doch nicht an dem Siege Englands, wenn Gott nicht ein Wunder thue. Aber was Menschen thuen könnten, das zu thun war er fest entschlossen. Mit sorgenvoller Stirne trat er zu dem Priester und streckte ihm die Hand hin.

„Was nun?" fragte er.

„Was Gott will!" antwortete dieser und legte die vier Finger seiner rechten Hand in die Hand des Häuptlings.

„Was ist das?" fragte Egbert, auf den mit Binden verwickelten Daumen deutend. „Habt Ihr Euch verwundet?"

„Ach nein," antwortete der Priester verlegen; „sie haben mir Daumschrauben angelegt; aber es ist schon bald wieder heil."

„Und auf die Folter haben sie ihn gespannt," fiel James, der frühere Kerkermeister ein, der mit seinem Weibe zu denjenigen gehörten, die Kilkenny den Rücken kehrten.

„Meister James übertreibt," sagte ruhig der Priester. „Er ist ein Neubekehrter, und die sind immer ein wenig exaltirt; es war nicht so arg."

„Aber Ehrwürdiger," fiel ihm der Kerkermeister ein, „Ihr lagt doch auf der Folter, und sie haben Euch die Arme zurückgedreht.'"

„Ein wenig, ein wenig; die Achseln schmerzen

Iulöcr, Freitag, den 18. Februar 1898

Fraktionsmitgliedern zu gewinnen. Darüber, daß die Regierung, nachdem sie vor breitester Oeffent- lichkeit die Bedürfnisse des Reiches zur See dar­gelegt, auf dem Flottengesetz bestehen muß und auch bestehen wird, ist man auch im Centrum unterrichtet. Bezeichnend für die Situation ist, daß schon jetzt nicht nur auf demokratischer, sondern auch auf extrem-agrarischer Seite mit Mißbehagen die Konsequenzen erörtert werden, die sich aus diesen Verhältnissen ergeben."

Entweder ist das nationalliberale Parteiorgan tüchtig angeführt worden, oder es leistet sich einen außergewöhnlich plumpen Kniff, um die That- sachen zu verdunkeln.

Denn Thatsache ist zunächst, daß das Centrum weit entfernt ist, durch die Flottenvorlage einen Keil in seine Reihen treiben zu lassen. Natür­lich hat nicht ein Mitglied des Centrums genau dieselben Ansichten über die Flottenvorlage, wie das andere. Das würde ja sogar, wenn es so wäre, ein trauriges Armuthszeugniß sein für das geistige Leben innerhalb der Centrumspartei. Aber auf Zwiespältigkeiten innerhalb der Partei möge man doch ja nicht rechnen. Wer das thun wollte, würde sich verrechnen, wie nie zuvor in seinem Leben.

Die zweite Thatsache ist die, daß keine Partei eine Auflösung des Reichstages wegen der Flotten­vorlage weniger zu scheuen hat, als das Centrum. Aber gerade den Nationalliberalen dürfte aller Voraussicht nach eine Neuwahl unter der Parole der Flottenvorlage sehr schlecht bekommen.

Bange machen gilt nicht. Angriffe und Schmähungen von links oder von rechts in dieser Sache, lassen das Centrum kalt oder beweisen ihm höchstens das Eine, daß es auf dem richtigen Wege sich befindet, diesmal auf der wirklich gol­denen Mittelstraße. Und je schärfer diefe Angriffe werden, um so mehr wird es bestrebt sein, die Flottenvorlage nur und lediglich nur nach streng sachlichen Gesichtspunkten zu beurtheilen.

Deutsches Deich.

Berlin, 17. Februar.

* Der Kaiser hat an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika in einem Telegramm den Ausdruck seines Beileides ge­langen lassen zu dem Untergange des amerika­nischen Panzerschiffes „Maine" im Hafen von Habanna. Der kaiserliche Botschafter in Washington ist gleichzeitig angewiesen worden, in einer be­sonderen Audienz dieser Theilnahme auch münd­lichen Ausdruck zu geben.

h Der Krouralh, der am letzten Dienstag unter dem Vorsitze des Kaisers stattgefunden hat, hat sich vornehmlich mit den Maßregeln beschäf­tigt, die zur Beseitigung oder doch Milderung der Hochwassergefahren ergriffen werden sollen. Der Landwirthschaftsminister hat dies bereits im preußischen Abgeordnetenhause mit- getheilt. Jetzt wird der Mittheilung aus offi- ziöser Quelle noch hinzugefügt, daß die Beschlüsse des Kronrathes in der Hauptsache auf die Wünsche des Kaisers zurückzuführen sind. Vor allen Dingen will man einer einheitlichen Hauptstelle die Oberleitung aller Maßnahmen anvertrauen, die gegen die Hochwaffergefahr zu ergreifen sind.

mich fast gar nicht mehr, und die Geschwulst ist schon beinahe ganz beigefallen. Euer Sohn kam gerade im rechten Augenblick. Wisset, Egbert, die Leute wissen wirklich nicht, was sie thun." „Und was that denn mein Sohn?"

„Der Richter wurde noch ertappt," erzählte der Kerkermeister an Stelle des Jesuiten.

„Und dann habe ich gethan, was Recht war," fiel entschieden der Priester ein. „Ich möchte von der Sache am liebsten nichts mehr hören, und Ihr werdet mich verbinden Freund, wenn Ihr nichts mehr davon reden wollt."

„Thuen wir ihm den Willen," bemerkte der Häuptling mit trübem Lächeln. „Aber wissen muß ich die Sache, und Ihr werdet sie mir ein ander- mal erzählen."

Darauf wendete sich Egbert an den Jesuit, während der frühere Kerkermeister und sein Weib mit einigen Andern auf das Hochplateau geführt wurden, um dort Unterkunft zu erhalten.

„Und was denkt Ihr jetzt zu thun?"

„Ich möchte hier bleiben, bis meine Hände ganz zugeheilt sind, und dann will ich wieder zu den Unglücklichen, die meiner entbehren. Ihr glaubt nicht, Egbert O'Drentor, mit welcher Freude und Liebe sie mich aufnehmen. . . "

„Und die Engländer werden Euch wieder fangen."

„Dann werde ich das Evangelium im Ge­fängnisse predigen. Seht einmal an: Meister James und seine Frau sind recht wackere Leute, und auf der Folter hat mir Gott die Gnade verliehen, Miß Lucy in den Bund der Kirche ausnehmen zu können."

Jetzt unterliegt diese Oberaufsicht nicht weniger als drei Behörden: dem Verkehrsministerium, dem landwirthschaftlichen Ministerium und dem Ministerium des Innern.

h Unter der Ueberschrift „Das Mißtraue« des Ge«tt«ms" bringt das leitende Blatt der konservativen Partei, die ,Kreuz-Zeitung', in ihrer heutigen Abend-Ausgabe eine ausführliche Aus­einandersetzung über die Aeußerungen, die Herr von Manteuffel beim konservativen Partei­tage in Dresden und Herrv. d. Gröben-Aren- stein beim Berliner konservativen Parteitage gegen das Centrum gerichtet hatten. Die Aeu­ßerungen waren bekanntlich sehr scharf gehalten, und namentlich Herr von der Gröben-Arenstein hatte unter dem Beifalle der Versammlung mit verblüffender Offenheit den Konservativen ange- rathen, das Centrum wohl für ihre Zwecke aus­zunützen, aber ihm keine Zugeständniffe zu machen. Da wundert sich nun die,Kreuzzeitung', daß den Konservativen daraufhin aus den Spalten der Centrumspreffe mißtrauische Aeußerungen ent­gegenschallen! Aber mit keinem Worte in einer beinahe spaltenlangen Ausführung sagt die,Kreuz- zeitung', daß die konservative Partei M Allgemeinen nicht auf dem Standpunkte der Herren von Manteuffel und von der Gröben stehe. Wenn bei dem allem etwas wunderbar ist, so ist es das scheinbare Erstaunen der ,Kreuzztg.' über das, was sie „Mißtrauen des Centrums" zu nennen beliebt. Noch mehr; sie behauptet, „Miß­trauen sei von jeher der stärkste Hebel der Centrums­politik gewesen". Wie war es aber beispiels­weise mit dem Bürgerlichen Gesetzbuchs? Da verhielt sich die Sache genau umgekehrt. Da haben Regierung und konservative Partei das Vertrauen, das ihnen grade das Centrum ent­gegenbrachte, ganz gründlich mißbraucht. Und auch aus der ganzen Geschichte der Centrums­partei kann das konservative Organ keine Be­weise für seine Behauptung beibringen, daß der Grundzug der Centruiyspolitik Mißtrauen sei oder gewesen sei. Hoffentlich wird das Centrum noch mißtrauischer gegen die konservative Partei, als es ohnehin schon ist. Dann hat die konser­vative Partei damit die richtige Antwort erhalten auf die Ausfälle, die sie neuerdings mit Vorliebe gegen das Centrum zu richten pflegt.

* In parlamentarischen Kreisen herrscht, wie an dieser Stelle schon berichtet wurde, die Annahme vor, daß die Tagung des preußischen Land­tages noch vor Ostern geschlossen, und der Zeitpunkt für die Zkeuwahke« bald nach Ostern festgesetzt werden würde. Die .Freisinnige Zeitung' des Herrn Eugen Richter glaubt aber auch, daß die Neuwahlen zum Reichstage nicht allzu lange auf sich warten lassen würden. Die ,Freis. Ztg.' ist der Ansicht, daß es keinesfalls in der Absicht der Regierung liegt, diese Wahlen bis zum Herbste hinauszuschieben. Dann aber müsse der Zeitpunkt der Neuwahlen in die Zeit zwischen dem 10. Mai und dem 15. Juni fallen und es würde aller Voraussicht nach vorher eine Auflösung des Reichstages stattfinden müssen, da die Mandatsdauer des Reichstages erst mit dem 15. Juni abläuft. Demgegenüber schreibt die ,Nat.-Ztg.': „Den von den parlamentarischen Dispositionen am besten unterrichteten Mitgliedern

„Sie hat konvertirt?" rief Egbert mit freu­digem Erstaunen.

„Ja, und seht, gerade über sie wollte ich ein ernstes Wort mit Euch reden."

„Sprecht, ich höre!"

„Die Beiden lieben sich," bemerkte der Pater, „und gedenken sich zu heirathen."

„Dazu dürfte aber eben keine Zeit sein."

„Gerade dazu ist es Zeit. Wer freilich den Abschluß der Ehe als den Beginn eines lustigen Tanzes durchs Leben ansieht, der mag das auf­schieben, bis der Himmel sich sonnig verklärt. Aber die Ehe ist etwas gar Ernstes. In trüben Tagen bedürfen wir der Stütze, und seine Vol­lendung, seine ganze Männlichkeit wird der Mann nur in der Ehe finden."

„Ei, ei, meinte Egbert lächelnd, „heirathet Ihr?"

„Ganz gewiß," antwortete der Pater, „nur ist unsere Ehe geistiger Natur. Wenn Euer Sohn sich so ganz einem Ideale hingibt, daß er auf dieser Welt sonst nichts mehr braucyt, dann ist das so gut wie verheirathet. Das ist im Priesterstande der Fall. Die Gelübde sind schwer, und darum prüfe sie ein Jeder. Wenn Ihr mir ein würdigeres Ideal nennt, als Lucy Eurem Schne ist, dann gebt ihm dieses."

„Ich hin nicht so gelehrt, das zu verstehen," meinte der Häuptling.

„Gebt sie ihm. Wohin soll das führen? Lucy steht allein; was bedeutet eine Mutter in diesen wildbewegten Zeiten, wo nur die Stärke Beachtung findet! Dazu könnt Ihr Euren Sohn nicht aus ihrer Gegenwart verbannen. Ist es da nicht unklug, um nicht mehr zu sag"N, ihn

25. Jahrgang.

der verschiedenen Parteien im Abgeordnetenhause ist von alledem nichts bekannt. Der Präsi­dent beschleunigt die Berathungen nach Möglich­keit, um den Etat rechtzeitig vor dem 1. April festzustellen — was sehr zu billigen ist."

* Bisher war es noch immer zweifelhaft, wer an die Spitze der Merwattuug vo« Kiaotschau gestellt werden soll. Jetzt kann es als gewiß betrachtet werden, daß ein Marine-Offizier an diese verantwortliche Stelle gesetzt werden wird. Man vermuthet, daß Kapitän Rosenthal der Auswählte ist. Dieser erhält dann natürlich auch den Oberbefehl über die Besatzungstruppen.

* Gewisse Maßnahmen des Reichs-Versiche- rungs-Amtes legen die Vermuthung nahe, daß die Regierung damit umgeht, auch bei den ge­werblichen Berufsgenossenschaften eine Anzahl von veraöschiedete« Offizieren als Beamten unterzubringen. Das genannte Amt hat nämlich bei den genannten Stellen Umfrage danach gehalten, ob und wie viel verabschiedete Offiziere von den Genossenschafts- und Sektions- Vorständen während der letzten drei Jahre be­schäftigt worden sind oder noch beschäftigt werden, und ferner, wie viele Beamten durch Dienstver­trag mit Pensionsberechtigung angestellt sind und bei welchen von diesen Kündigung zulässig ist. Augenblicklich haben die Civilbeamten nichts zu fürchten. Aber man weiß nicht, ob darin nicht etwa eine Aenderung entstehen kann durch die im Anzuge befindliche Gesetznovelle? Klarheit darüber ist im Interesse aller Betheiligten sehr dringend zu erwünschen.

X Demokratie und Soziakdemokratie in Waffenbrüderschaft verkündet ein demokratisches Berliner Blatt für die Zukunft: „Wir werden — so schreibt dasselbe — einig sein, und dann werden wir die Herren sein im neuen deutschen Reiche des zwanzigsten Jahrhunderts, und werden die Fledermäuse zurückscheuchen in ihre Finsterniß, woher sie gekommen." Die ,Welt am Montag', so heißt das Blatt, versichert, in sozialdemo­kratischen Kreisen sei große Neigung zu dem Bündnisse vorhanden. Mag sein! Vielleicht steht der Ausfall der ,Welt am Montag' in innerem Zusammenhang mit den Angriffen der,Allgem. Israel. Wochenschrift' gegen Herrn Eugen Richter und seine freisinnige Volkspartei, weil diese keine jüdischen Kandidaten mehr in solchen Wahlkreisen aufstellt, wo diese Aussicht auf Erfolg haben. Die .Israel. Wochenschrift' kündigte an, daß die Konsequenzen aus dieser Thatsache gezogen werden würden. Das sind nun vielleicht die Konsequenzen!

X Der Bund der Handels- und Ge­werbetreibenden hat an den preußischen Handelsminister die Bitte gerichtet, eine Erhe­bung über die Lage der kleinen nnd mitt­leren Gewervetreiöende« in die Wege zu leiten. In der Eingabe heißt es u. A.: „Die traurige Lage der mittleren und kleinen Gewerbebetriebe erheischt mehr wie je Abhilfe. Diese ist nur mög­lich, wenn ein Ueberblick über die Einzelheiten der Lage einer größeren Anzahl von Interessenten vorhanden, und statistisch die Gründe nachweisbar sind, welche den Rückgang des Kleingewerbes ver­schulden. Alle einschlägigen Momente bedürfen einer statistischen Feststellung, um unzweifelhaft darzuthun, daß die Inhaber der kleinen und

einer fortwährenden Versuchung auszusetzen? Gebt ihm das Weis, das er verlangt, und gegen welches Ihr selber nichts einzuwenden habt."

„Aber, Ehrwürdiger, er hat es ja noch gar nicht von mir verlangt."

„Memt Ihr, das sei deshalb geschehen, weil das nicht in seinen Absichten liege? Wenn ei sich dies Verlangen versagt, so hat das seinen Grund darin, daß er fürchtete, Ihr möchtet nicht ein­willigen. Aber kommen wird er doch, ehe er wieder nach Kilkenny zurückkehrt. Gebt Euch das Recht, dies arme Mädchen, das des Elends viel erduldet, in Euren Sckutz zu nehmen."

„Was kann ich selbst?" fragte der Häup.ling düster. „Habt Ihr eine Hoffnung auf den Sieg?'' setzte er nach einer Pause bei.

„Ich thue nach meinen schwachen Kräften meine Schuldigkeit und hoffe auf Gott. Doch halt, dort kommt Robert. Sein Gang ist hastig; er scheint mir aufgeregt."

„Wer ist das heute nicht!" bemerkte der Häuptling.

Robert trat herzu.

„Ich habe Lucy und ihre Mutter in das Dun geleitet. Sie sind dort untergebracht . . . Vater, Du hast Wunderbares geleistet in den wenigen Tagen ... Ihr Loos bekümmert mich sehr . . . Viel Blut muß fließen, ehe England dieses Bollwerk nimmt ... Ich wollte, Lucy wäre mein Weib, sie gälte dann für eine Irin . . . Eben wurde die erste Feldschlange herauf- geschroten... Ich fürchte, daß man im Lager chne i unfreundlich begegnet . . . Die Bohlen liegen schon auf dem Wall . . ."