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Fuldaer

mit Anlerhatturrgs-Mtage „Zlluffrirte Sonntags-Zeitung

25. Jahrgang.

Jutöa, Donnerstag, den 17. Februar 1898

M 38

mission des Abgeordnetenhauses trat deren Mit» glied Herold (Centrum) sehr energisch für diesen Antrag ein; der Regierungskommissar bekämpfte ihn und behauptete, die jetzt getroffenen Milde­rungen genügten. Die Kommission beschloß, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen nach der Richtung, daß die Ver­ordnungen zur Verhinderung von Seuchengefahr so getroffen werden, daß möglichst geringe Kosten dadurch entstehen. Da die Staatsre­gierung dem Landtage keinen diesbezüglichen Gesetzentwurf vorgelegt hat, so brachten die Mitglieder des Centrums einen Antrag ein, der von Mitgliedern aller Parteien unterzeichnet wurde und die Regierung um Vorlage eines Gesetzentwurfes, der Abhilfe schaffen soll, ersucht. Dieser Antrag stand heute auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses, und es wären nicht bloß die Abgeordneten Herold, Kircher und Das­bach für denselben eingetreten, sondern wahrschein­lich auch Redner aller Parteien; aber da die voraufstehende Verhandlung viele Zeit in Anspruch nahw, konnte der Antrag nicht verhandelt werden.

* Die Einnahme an Wechselstempeksteuer im Deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1897 bis Schluß des Monats Januar 1898 be­trug 8,241,862 Mk., gegen das Vorjahr mehr 603,992 Mark.

* Aus Gegenden, wo die Benutzung von Zugochsen in landwirthschaftlichen Betrieben Ausbreitung gewonnen hat, sind Klagen darüber eingelaufen, daß dieHufschmiede mit dem Kkaue«- öeschkag, der sich bei Verwendung der Zug­ochsen zur Lastenbewegung auf harten Straßen vielfach als nothwendig herausgestellt hat, häufig nicht orer nicht genügend vertraut seien. Es em­pfiehlt sich daher, daß in den Hufbeschlag-Lehr­schmieden der Unterricht theoretisch und, wo an­gängig, praktisch auf das Beschlagen von Klauen­hufen ausgedehnt und bei den Hufbeschlagprüfungen auch diesem Zweige der Beschlaglehre.Aufmerk­samkeit zugeMndet wird. Die Landwirthschasts- kammern, die königl. landwirthschaftl. Gesellschaft in Hannover und die Centralvereine in Westfalen, Rheinland und Hohenzollern sind durch einen Erlaß der Minister für Landwirthschaft, Handel und Gewerbe darauf hingewiesen worden, die Schmiedeinnungen und Hufbeschlaglehrschmieden, denen die Berechtigung zur Ertheilung von Prü» fungszeugniffen beigelegt ist, sowie die staatlich bestellten oder bestätigten Prüfungskommissionen für Hufschmiede in geeigneter Weise hiervon zu verständigen.

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl. Ke;ugspreis ohneBru gerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

Blut vor Ingrimm kochte. „Dir, meine Lucy, steht das Verzeihen schön, mir gebührt, ihnen die Lust zu verderben."

Der Richter, der sich heulend sträubte, wurde zur Folterbank geschleppt. Der Jesuit richtete sich von dem Kerkermeister unterstützt in die Höhe. Man sah an dem Zucken seines Gesichtes, welche heroischen Anstrengungen er machte, um seine Schmerzen zu verbergen.

„Halt, Irländer!" rief er. „Wollt Ihr Eure Sache entehren? Er handelt wie ein Puritaner, und zwar dazu wie ein recht erbärmlicher Handelt Ihr wie Katholiken!"

„Das Wort gab Euch der Herr ein!" jammerte der Richter, und er würde wohl noch weiter gejammert haben, wenn er nicht plötzlich eine Maulschelle bekommen hätte.

„Wollt Ihr für Eure Sache zur Gewalt greifen, so schreibt Euer Recht auf Eure Fahnen und wehrt Euch im ehrlichen Streit; aber Daum- schrauben und Folterleitern überlaßt Euern Gegnern .... Lucy, meine Tochter! Ich habe Dich das göttliche Gebot gelehrt, daß wir unsere Feinde lieben sollen; gehe hin, thue die Hände derer weg, die ihn festhalten, und führe ihn vor das Thor des Gefängnisses."

Ohne ein Wort zu erwidern, schritt Lucy auf den sich ängstlich unter den Fäusten zweier Ir­länder windenden Richter zu, löste deren Hände von seinen Armen, ergriff ihn bei der Hand und führte ihn hinaus. Niemand wagte Einspruch zu erheben, niemand wagte Widerstand zu leisten.

Eine Schaar Dragoner zu Fuß und Stadt­wache unter dem Befehle Durhams kam die Straße

Pmntwortli*: Für die Redaktion Ios. »au«, für Inserate I. Parzeller i» F-lda.

Aus dem Reichstage.

42. Sitzung vom 16. Februar, 2 Uhr.

Am Bundesrathstisch: Niemand.

Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Berathung des Antrags Auer (Soz.) bett. Vereins­und Koalitionsrecht.

Als der Morgen anbrach, wehten von den Bastionen die Fahnen ^Irlands mit der Harfe und dem Kleeblatt. Die Dragoner waren hinausgeschlagen und in vollem Rückzüge; ihnen hatten sich alle angeschlosfen, welche englischer Nationalität in Kilkenny wohnten. In Folge des eiligen Rück­zugs war eine ziemliche Zahl Waffen und Pferde, sowie der ganze Munitionsvorrath in die Hände der Irländer gefallen.

Der Fall Kilkennys wurde als der Anfang der Befreiung Irlands wenigstens von der ganzen Grafschaft aufgefaßt. Ueberall erhoben sich die Gemeinden, verjagten die englischen Beamten und Gutsbesitzer und setzten eine nationale Ver­waltung ein. Man organisirte und bewaffnete sich, unb wenn man nur ein Messer oder eine Sense an eine Stange befestigte, so flößte die Begeisterung dem jungen Irland ein, daß man auch mit solchen Waffen etwas zur Vertreibung der Engländer thun könne. Binnen wenigen Tagen zählte Ralph O'Connell über zehntausend Mann unter seinen Fahnen, die ungerechnet, welche als eine Art Landsturm int ganzen Land bereit standen.

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Deutsches Reich.

Berlin, 16. Februar.

* Die Beschleunigung der Verhand­lungen im Abgeordnetenhause durch den

neuen Präsidenten v. Kröcher fällt, wie die ,greif. Ztg.' schreibt, allgemein auf. Nicht nur, laß die Plenarsitzungen länger in den Nachmittag hinaus fortgesetzt werden, kündigt Herr v. Kröcher chon jetzt Abendsitzungen an. Man will daraus ent­nehmen, daß inUebereinstimmung mit der Regierung ein Schluß der parlamentarischen Saison auch des Landtags bis Ostern beabsichtigt wird, und daß die Neuwahlen auch zum Landtag schon in diesem Frühjahr stattfinden sollen. Bekanntlich hat auch einmal der Land- wirthschaftsminister in einer Rede angedeutet, man habe das Haus mit Vorlagen nicht über­lastet, um den Mitgliedern nachher Zeit für die Wahlagitation üb^ zu lassen.

* Die neue Kolonie Kiaolscha« scheint in gewisser Beziehung schon in einem bedeutenden Aufschwünge zu sein. In einem Privatbriefe von dort, der in der.Kieler Zeitung' veröffentlicht wird, heißt es: „In jeder Woche und mit jedem Dampfer treffen neue Ansiedler ein, und ein Ge­schäft thut sich neben dem andern auf. In der vorigen Woche haben sich allein vier Schuhmacher und vier Schneider aus Shanghai hier nieder- gelasfen. Es wird hier mit bienenartigem Fleiß gearbeitet. In Tsintau werden schon Anlagen für die Straßen-Beleuchtung geschaffen." Ein weiterer Brief vom 5. Januar besagt: „Alle Wohnungen und Pferdeställe sind fertig. Die Arbeiten, welche für Wohnzwecke nothwendig sind, werden von 50 Zimmerleuten, 30 Schlossern und 20 Mauern bewältigt. Der bereits begonnene Bau einer Landungsbrücke wird fleißig gefördert. Auch an Land werden mancherlei Baulichkeiten

XV.

Nach dem Siege.

Der in Kilkenny erfochtene Sieg machte selbst Ralph O'Connell schwindeln. Er gab seinen Plan, rasch weiter zu ziehen, auf und. beschloß, in dem eroberten Orte selbst sein Hauptquartier aufzu­schlagen. Er begann demnach mit fieberhafter Thätigkeit die Streitkräfte zu ordnen, verstärkte die Befestigungswerke der Stadt, führte Vorräthe

An Idealen arm soll unsere Weltanschauung ein! Es gibt keine idealere, als die des Bundes ier Landwirthe ..." Es ist merkwürdig, daß 1 liefen Worten, die im Tone höchster rednerischer Begeisterung gesprochen wurden, nicht der sonst übliche „stürmische Beifall" folgte. Nur zwei oder drei ganz schüchterne Bravorufe erklangen aus den weiten Hallen des Cirkus Busch auf diese Worte des Herrn Dr. Geriet hervor. Das ist merkwürdig, oder vielmehr, es ist nicht merk­würdig, sondern recht natürlich. Denn die fünf- ausend Landwirthe, die am Montag dort ver- ammelt waren, folgen sicher einzeln und für sich ehr vielen idealen Bestrebungen. Aber daß der Zünd der Landwirthe an sich der Vertreter der idealsten aller Weltanschauungen sein sollte, das ging über die Erwartung und über die Vor- tellungen der Versammelten weit hinaus. Man verstand Herrn Geriet nicht — noch mehr, man machte im Stillen seine lächelnden Bemerkungen iber den Redner, der sich von seinem Feuereifer o in falsches Fahrwasser reißen ließ, oder man dachte sich, daß man gerade dem Bunde der Landwirthe nicht beigetreten sei, weil man dadurch ideale Weltanschauungen unterstützen wollte, andern darum, weil man seinen Weizen und Roggen theurer bezahlt haben und seine Ställe vor der Maul- und Klauenseuche geschützt haben will.

Ist es etwa eine ideale Bestrebung durch den Antrag Kanitz, unsere Grenzen gegen die Ge- treideinfuhr zu verschließen, oder gehört die An- eindung des Ausbaues unserer Wasserstraßen im einseitigsten und dazu noch mißverstandenen In­teresse zu der Bethätigung idealerWeltauschauungen ? Gder war das ideal gedacht damals, als das lei­tende Blatt des Bundes der Landwirthe in einer sogen. „Dichtung" dem Fürsten Bismarck den reundschafllichen Rath ertheilte, „das schwarze Gewürm (nämlich das Centrum und seine Wähler- schaaren) tobt zu treten?" Die ganze Geschichte bes Bundes der Landwirthe ist eine einzige fortlaufende Widerlegung der Behaup­tung, daß der Bund ein ideales Wesen sei, das von allen einseitigen Souderbestrebungen nichts weiß. Und Fürst Bismarck, der „Vater des Bundes der Landwirthe", wie er am letzten Montag im Cirkus Busch gefeiert wurde, wird von einem fröhlichen Lachen befallen worden fein, als er, der strammste Realpolitiker feiner Zeit, zum Vater der idealsten aller Weltanschauungen sich gestempelt sah.

Kein ehrlicher Mann kann uns abstreiten, daß diese Redensart von der idealen Weltanschauung des Bundes der Landwirthe eine hohle, haltlose Phrase ist. Aber es ist gut, daß wir nun den Beweis dafür in Händen haben, daß auch beim Bunde der Landwirthe nicht alles so gemeint ist, wie es gesagt wird. Das Centrum bekämpft den Bund derLandwirthe nicht, so lange es nicht von ihm angegriffen wird. Aber gegen so ungeheuer­liche Entstellungen der Thatsachen müssen wir doch ganz entschieden Verwahrung einlegen.

errihtet."

* Der frühere preußische Kriegsminister v. KalleuvoruSlachau ist gestern gestorben. Derselbe war am 23. März 1836 in Magdeburg geboren, im Kadettenkorps erzogen unb trat 1854 als Sekondelieuteuant in das 27. Infanterie­regiment ein. Er nahm 1864 Theil an dem Feldzuge gegen Dänemark, wurde im Dezember desselben Jahres zum Generalstab des VI. Armee­korps versetzt und machte in dieser Stellung, nachdem er 1865 zum Hauptmann befördert war, den Krieg gegen Gesterreich mit. 1868 wurde er Kompagniechef im 94. Regiment, 1869 General­stabsoffizier im VII. Armeekorps. Als solcher nahm er, zum Major befördert, an dem Kriege gegen Frankreich theil. 1878 wurde er Gberst. Er befehligte das 53. Infanterie-Regiment, dann das Kaiser Mexander-Garde-Grenadler-Regiment und wurde 1884 Chef des Generalstabs des Gardekorps und Generalmajor. Im Juli 1888 wurde er zum Generallieutenant befördert und am 4. Gktober 1890 zum preußischen Kriegs­minister ernannt. Unter seiner Amtsführung wurde 1893 die Heeresvorlage, wodurch die Armee um 70,000 Mann vermehrt und die zweijährige Dienstzeit eingeführt wurde, durchgesetzt. Bald nach deren Annahme trat er am 19. Gktober 1893 von seinem Amte zurück.

cf Koste« der Ihierärzllichen Zeugnisse vei ZNeHseucher» im Jahre 1897. Aus der Gegend von Fulda sind aus Anlaß der Maul- und Klauenseuche viele Beschwerden an die Landtags-Abgeordneten, die Herren Kircher und Dasbach abgegangen. Dieselben herunter marschirt, als der Richter das Gefängniß verließ.

„Hierher, meine Freunde! Hierher!" rief er, als er die rothen Koller der Dragoner erblickte; „da drinnen sitzt die wahre Teufelsbrut! Hinein, sage ich! Schlagt sie nieder! Röstet sie lebendig an langsamem Feuer!"

Ein wohlgezielter Steinwurf von der Höhe der Gefängnißmauer traf ihn auf den Bauch und machte feiner Beredsamkeit ein jähes Ende. Als die Dragoner herankamen, lag er platt auf der Erde, geftifulirte mit den Armen und strampelte mit den Beinen.

Die Gesängnißpforte war indeffen verriegelt und verrammelt worden, und ehe man Leitern herbeigebracht, standen die Irländer oben auf der Mauer und wehrten die Heraufsteigeuden mit Hellebarden und Kolben. Das Gefängmß war nicht zu nehmen.

Mittlerweile kam der Lärm des Kampfes, der die Stadt durchtobte, näher. Grdonnanzen sprengten daher, Verwundete wurden vorbeigetragen und gefahren. Es war kein Zweifel: G'Connell rückte vor.

Jetzt kamen auch geordnete Haufen Dragoner zurück. Pferde und Wagen wurden nach dem Seethore birigirt: ba begann es dunkel um die Ecke zu wogen, und aus dem Haufen blitzten die Musqueten der Schützen von Killarney. Nach wenigen Minuten öffnete sich das Gefängnißthor und vierzig Mann unter Robert und Man ver­stärkten die Reihen der Kämpfenden. Nun, da man das Gefängniß hinter sich hatte, hielt man zehn Mann zur Bewachung vollständig genügend.

△ Ideale Weltanschauungen.

Ohne Zweifel fehlt den Gedanken und Be­strebungen, aus denen die Gründung des Bundes der Landwirthe hervorgegangen ist, nicht alle Berechtigung. Daß die Landwirthschaft in einer Nothlage sich befindet, und noch mehr tn einer solchen vor zwei und drei Jahren sich befand, leugnet kein ehrlicher Mann. Ihre Berechtigung also haben solche Bestrebungen, die daraus hinaus- gehen, die Landwirthe zu Fachvereinigungen zu- sammenzuschließen, um die Interessen der ~anb= wirthschaft besser als bisher zu wahren. In diesem Sinne sind ehedem viele Vereinigungen entstanden: die Bauernvereine tn Westfalen und in Schlesien, am Niederrhein und werter oben am Rhein, ebenso an der Mosel, in Hessen, tn Bayern und noch anderwärts. . ,

Fast überall sind Politiker und Volkswtrth- f (haftet von dem Schlage der Cent rumspart er stark beseitigt bei der Thätigkeit dieser Vereine oder aber sie sind geradezu die Gründer und Schöpfer derselben gewesen. Und daß das so ist kann ebenfalls kein ehrlicher Mann in bewußte Abrede stellen. Gerade das Centrum hat also das vollste Verständniß für die berechtigten Jntereffenbestrebungen der Landwirthschaft. Und gerade das Centrum hat dieses Verständniß auch von jeher am allerbesten durch die That bewiesen.

Wenn nun heute der Bund der Land­wirthe in Berlin oder sonstwo zusammenkornrnt und Versammlungen abhält, unb wenn derselbe Bund der Landwirthe durch einzelne seiner Mit­glieder Anträge in den Parlamenten einbringen läßt, so haben wir dagegen gewiß nicht das Geringste einzuwenden. Und daß das Centrum kein grundsätzlicher Gegner des Bundes ist, hat es bei der Nachwahl zum Reichstage im pfälzischen Wahlkreise Homburg-Kusel bewiesen, wo die Centrnmsleute in der Stichwahl für den Bundeskandidaten schärferer Tonart gegen einen Nationalliberalen gestimmt haben, der dem Bunde eine Reihe von Zugeständnissen gemacht hatte. Soweit ist Alles gut und in der Grbnung. Wenn aber der Bund der Landwirthe feinen Einfluß dazu aufbietet, um sich politische Herrschaft anzumaßen und alles Andere seinen eigenen Interessen unterzuordnen, so geht das über das Maß dessen hinaus, was wir ihm an Macht unb Einfluß zugestehen können, unb wenn nun gar ber Bunb ber Landwirthe behauptet, „es gebe keine ibealere Welt­anschauung, als diejenige des Bundes", so ist das eine so merkwürdige Verschiebung der Thatsachen, daß sie an das grenzt, was wir Heuchelei zu nennen pflegen. Das aber hat wirklich einer der Herren behauptet, denen am letzten Montag in der Hauptversammlung des Bundes der Landwirthe die führenden Reden zu- gesallen waren. Herr Dr. Oertel nämlich, der Leiter des bündlerischen Hauptblattes .Deutsche Tageszeitung', hat nach dem Berichte dieses seines Blattes wörtlich folgendes ausgeführt: „Wohl keine Bewegung trifft der Vorwurf der Ein­seitigkeit mit geringerem Rechte, als den Bund der Landwirthe ... Es gibt keine ähnliche Be­wegung, die so weitherzig unb unb so umfaffenb ihre Ziele sich gesteckt hätte, wie ber Bund . . .

66 Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei e pct-rsg-ls- llr. 2 (Harmonie).

haben einige Milderungen erreicht, z. B. die Be­stimmung, daß der Kreisthierarzt an be­stimmten, vorher bekannt gegebenen Tagen eine Rundreise machen und an den Grten seines Aufenthaltes die Zeugnisse kostenlos ausstellen soll. Die Handelskammer in Hanau bean­tragte, die Kosten der im Viehseuchengesetze vor­geschriebenen Atteste sollten auf die Staatskasse übernommen werden. In der Agrar-Kom-

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* Sri letzte Häuptling von Mmey.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

53 ------ (Nachdruck verboten.)

„Wer bist Du?" fragte wüthend der Führer der Irländer.

„GH ich bin nur Ew. Gnaden demüthigster Knecht," stöhnte der Richter unter den Fäusten Meier kräftiger Männer.

Aber unterdessen hatte Allan mit dem Kerker­meister Bekanntschaft gemacht und trat jetzt au ben Richter zu, ben er am Halse würgte.

„Du Schuft!" fchrie er; „Du hast die Folterung des armen Priesters angeordnet. Du wolltest auch unsere Dame foltern lassen; Dir wöcht ich mit Vergnügen die Haut abziehen und den Fettwanst mit meinen Händen zerreißen! Du elender Tropf! Du miserabler!"

„Auf die Folter mit ihm!" riefen einige Stimmen.

Der Richter erblaßte.

»Ja, ja!" riefen andere, „er soll die Suppe *6 en, die er andern einbrockte!"

„Aber liebe Leute! Ich bin ja ein heim­licher Papist.

®m unbändiges Gelächter erscholl.

.„Fort mit ihm auf die Leiter! He Kerker- bfller, Ihr wart ja oft genug dabei; Ihr wendetwiffen, wie man das Ding an- fagte'^u§ ID*t^ Du nicht gestatten! Robert!"

•"?a ivill ich mit eigenen Händen die Stricke r eyen," versicherte Robert, in welchem das