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25. Jahrgang.
Iulda, Mittwoch, den 16. Februar 1898
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Heu „ Hafer „ Roggen „
Stroh 73°/» 75°/» 68°/» worden.
Druck und Verlag der Luldaer Actiendruckerei petersgaile Nr. 2 (Larmsnie).
1894 45°/0
1895 60°/»
1896 66°/»
bürfniffe unberücksichtigt. Es würden zwar in der Regel nur solche Arbeiter den ländlichen Arbeiten zugewiesen werden können, die schon auf dem Lande gearbeitet haben und dafür noch kräftig und geschickt find.
Den Zug der Menschen vom Lande nach der Stadt wollen viele durch die Anwendung von Gewaltmitteln bekämpfen. Besonders in Kreisen des ostelbischen Deutschlands mit den politischen Anschauungen der konservativen Partei begegnet man immer wieder der Ansicht, daß der zunehmenden Entvölkerung des platten Landes erfolgreich nur begegnet werden könnte durch Beschränkungen der Freizügigkeit, Verschärfung der Vorschriften der Gesinde-Ordnung und dergleichen mehr. Aus anderen landwirthschaftlichen Kreisen mit etwas weiterem politischen Gesichtskreise sind schon wiederholt Warnungsruse laut geworden gegen solches Beginnen, noch unlängst von der Landwirthschaftskammer der Mark Brandenburg. Namentlich darauf wurde mit Recht hingewiesen, daß man durch Maßregeln, die nach Gewalt schmecken, die Unzufriedenheit unter den ländlichen Arbeitern nur steigern anstatt vermindern und dadurch nur den Boden vorbereiten würde für Erfolge fozialdemokratischer Wühlereien unter den ländlichen Arbeitern.
Einen sehr wohlthätigen Gegensatz zu solchen Anschauungen und Wünschen bilden die Ausführungen mehrerer Centrumsredner über die ländliche Arbeiterfrage im Verlaufe der jüngsten Agrardebatten im preußischen Abgeordnetenhause. „Von Wichtigkeit für die Landwirthschaft" — so führte Abg. Herold vom Centrum am 28. Januar im preußischen Abgeordnetenhause bei der Berathung des landwirthschaftlichen Etats aus — ist der Ausbau des Eisenbahnnetzes . .. Man muß doch bedenken, daß die Ausdehnung des Eisenbahnnetzes und die Verbesserung der Verkehrswege im Interesse der Landwirthschaft ebenso liegt, wie im Interesse der Industrie. Durch die Erschwerung der Verkehrsverhältnisse werden beide Zweige benachtheiligt. Es ist durchaus falsch, wenn man sagt, daß durch die entwickelten Verkehrsverhältnisse die Landbevölkerung zu leicht die Lebensgewohnheiten in der Stadt kennen lernt. Das geschieht ja schon zur Genüge durch die allgemeine Dienstpflicht. Wir müssen deshalb eine umgekehrte Politik befolgen und damit die Landbevölkerung sich auf dem Lande wohlfühlen kann, die Wohnungsverhältnisse auf dem Lande bessern und die Landleute mehr zur Seßhaftigkeit erziehen. Dann werden sich die Klagen über den Zug nach den Städten vermindern. Vor allen Dingen aber müssen wir
△ Arbeitermangel auf dem Lande.
Mit Recht klagt die Landwirthschaft, daß es ihr an Arbeitern fehlt. Es wird auch hier und dort berathen, wie dem Mangel abgeholfen werden solle. Mit den meisten Rathschlägen kommt man jedoch augenscheinlich nicht vom Flecke. Ein Vorschlag ist bei den letzten Agrardebatten im preußischen Abgeordnetenhause wieder in den Vordergrund geschoben, nämlich gelegentlich der Frage der Herabsetzung der Personenfahr- preise auf der Eisenbahn.
Ein großer Theil der Landwirthschaft, namentlich in den östlichen Theilen Deutschlands, beharrt in der Annahme, daß die vielseitig gewünschte Herabsetzung der Personentarife auf der Eisenbahn den Mangel an ländlichen Arbeitern noch ganz erheblich verstärken würde. Man glaubt, daß die ländlichen Arbeiter und Arbeiterinnen gleich in ganzen Schaaren nach den großen Städten abziehen würden, wenn die Fahrt auf der Eisenbahn billiger gemacht würde, als sie jetzt ist. Deswegen bieten namentlich die Vertreter der östlichen Landwirthschaft, vorzugsweise also die konservativen Mitglieder des Reichstages und des preußischen Landtages, ihren ganzen Einfluß bei der Regierung auf, um eine Herabsetzung auf der Eisenbahn zu hintertreiben.
Zunächst ist kaum anzunehmen, daß die Höhe der Fahrpreise sonderlich großen Einfluß auf diese Arbeiterverhältnisse ausübt. Viel eher ist die Voraussetzung gerechtfertigt, daß die Gründe und Vorurtheile, welche heute zum Zuge nach den Städten treiben, so stark geworden sind, daß sie auch noch höhere Fahrpreise, als sie heute gelten, überwinden würden. Eher sollte man die Wirkung der Verbilligung der Fahrpreise auf diejenigen erwägen, die ihr Glück in der Stadt schon versucht und dort so viele bittere Enttäuschungen erlebt haben, daß sie herzlich sroh und dankbar sein würden für jede Erleichterung zur Flucht aus dem Arbcitselende der Stadt, aus den dumpfen Höfen der städtischen Miethskasernen, zur Rückkehr nach der ländlichen Heimath und zur Arbeit mit Pflugschar, Grabscheit und Sichel. Bei solchen Leuten kann ein Unterschied von wenigen Mark im Eisenbahnfahrpreise unter Umständen den Ausschlag geben zu der Rückkehr nach dem Lande. Vorausgesetzt, daß die Arbeitsnachweise in den Städten dahin ausgebildet würden, daß sie mehr als jetzt auch die ländlichen Bedürfnisse berücksichtigen müßten, so könnte eine Verbilligung der Eisenbahnfahrten für die Landwirthschaft statt zum diachtheile zum Vortheile ausschlagen und ein Hilfsmittel werden zur Bekämpfung des Mangels an ländlichen Arbeitern. In Württemberg ist deshalb vom städtischen Arbeitsamts in Stuttgart an den Gemeinderath das Ersuchen gerichtet worden, beim Ministerium eine Fahrpreisermäßigung zu erwirken für Arbeiter, welchen von den Arbeitsnachweisen nach auswärts Arbeit angewiesen wird. Vorläufig freilich hassen die meisten Arbeitsnachweise noch die ländlichen Be
treffen einen Theil von den Umständen, welche die Arbeiter bei dem Abgänge nach den Städten sehr vielfach beeinflussen. Die Arbeiter auf dem Lande sehen eben einmal die Stellung der Arbeiter in den Städten als eine wirthschaftlich vortheilhaftere und gesichertere, dazu gesellschaftlich höhere und rechtlich besser gestellte an. Sie sind der Ueberzeugung, von Staat und Arbeitgebern werde vielfach für die Industriearbeiter gesorgt, diese hätten als Arbeiterklasse sich Anerkennung verschafft, während auf dem Lande sich Keiner um sie kümmere und man sie isolirt dastehen lasse. Wenn von der sozialen Frage in der Landwirthschaft die Rede sei und etwas gethan werde, seien es stets die Bauern, die besitzende Klasse auf dem Lande, »m die es sich handle. Man höre höchstens Vorwürfe und Klagen über die ländlichen Arbeiter, gethan werde für ihre Lage so gut wie nichts. Solche Erwägungen, die sich vielfach zu Vorurtheilen ausgebildet haben, treiben die ländlichen Arbeiter mehr vom Lande, als die „Vergnügungssucht«, die ja auch manchmal mitwirkt, aber doch allein für sich bei diesem noch recht nüchtern denkenden Volksschlage nicht zu einem derartigen Strome zur Stadt führen würde.
Wohlfahrtspflege und energische Sozialreform zum Besten der ländlichen Arbeiter müssen deshalb endlich mit in das Programm einer Lösung der Agrar- und landwirthschaftlichen Frage ausgenommen werden, die nicht bloß eine Bauernfrage, sondern auch eine ländliche Arbeiterfrage ist. Das ist das einzige Band, das die Arbeiter auf dem Lande festhalten kann und von dem auch die übrigen Anknüpfungsmittel, speziell Belehrung und Erziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeiter auf dem Lande Festigung erlangen können. Ohne jenes Band jedoch halten diese auf die Dauer immer weniger. Polizeiliche Maßregeln aber können die Vorurtheile der Arbeiter gegen die ländliche Arbeit nur vermehren.
Erscheint täglich, -m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl. Lerugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
Eingangspforte und schickte drei Mann auf die Mauer; aber bis alle sorgfältig verschlossenen und verriegelten Thüren geöffnet waren, langten die drei gerade oben an, um von einem halben Dutzend übergestiegener Irländer mit Schwertern und Hellebarden empfangen zu werden. Zwei wollten den auf die Mauer mündenden Eingang des Thurmes vertheidigen, während der dritte die Treppe hinunterlief und von dem Ueberfalle Meldung machte. Ehe der Wachtmeister Anordnungen getroffen, kamen die anderen beiden kopfüber die Treppe heruntergekollert und hinter ihnen Robert, das bloße Schwert in der Faust, ihm zur Seite Allan mit einer Hellebarde bewaffnet, deren unterer Schafttheil abgebrochen war und die er nun wie eine Streitaxt handhabte.
„Da schimmert Licht!« rief er, vor einer niedrigen Thür, die eine kleine Oeffnung in der Mitte hatte. „Hier muß die Wohnuug des Kerkermeisters sein!«
„Schlag ein, Allan!" rief Robert.
Ein donnernder Hieb mit der Hellebarde und die Thür flog weit auf. Mittlerweile eilten einige Irländer denen nach, die in den Hof geflüchtet; von oben kamen immer mehrere herab.
Als die Thür in Splitter ging, bot sich ein sehr überraschender Anblick dar. Vor einem kleinen Kruzifixe lag eine bereits alternde Frau auf den Knieen und betete.
„Eine Katholikin hier!" rief Robert erstaunt.
Die Frau stand rasch auf, ergriff das Kruzifix und hob es in die Höhe.
„Gelobt sei Jesus Christus!"
„In Ewigkeit, Amen!" riefen die wilden Iren und alle Schwerter senkten sich.
Inserate: Die einspalt. Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
rechtigt. Aber um den
Arbeiter nach der Stadt
wirthen, nicht erst von Zwischenhändler, anzukaufen. Er verlangte Aufschluß, wie dies in den letzten Jahren gehalten worden sei und welche Erfahrungen man damit gemacht habe. Generalmajor v. Hunningen erwiderte, daß gemäß der früher gegebenen Anregung des Abg. Müller- Fulda seit 3 Jahren vorzugsweise von den Land- wirthen selbst, nicht von Händlem, und fast ausschließlich inländischer Hafer und Roggen gekauft worden fei. Der Prozentsatz der direkt vom Landwirth gekauften Naturalien habe sich
Der Rest sei von Händlern gekauft weil sich nicht genügend Landwirthe mit Angeboten gemeldet hätten. Die Heeresverwaltung sei gerne bereit, alles direkt vom Landwirth zu kaufen, habe auch damit nur gute Erfahrungen gemacht, es liege also an den Landwirthen selbst, wenn ein Theil noch von den Händlern gekauft werden müsse.
h. Der Mund der Landwirthe ist nicht in der Zunahme begriffen. In dem Geschäfts- rerichte, den am letzten Montag in der Hauptversammlung des Bundes der Landwirthe der Direktor des Bundes erstattete, werden die Bundeseinnahmen auf 491850 Mk. angegeben. Da ie für 1894/95 auf 493000, für 1895/96 auf 494000 Mark beziffert wurden, so sind sie also etzt niedriger als damals. In dem Geschäfts- lerichte wird gesagt, der Bund zähle rund 187 000 Mitglieder. Aber für 1893 wurde die Mitliederzahl auf 220000 angegeben, am 18. Febr. 1896 auf 190972. Sie ist jetzt also um rund 4000 kleiner als vor zwei Jahren. Fortschritte )at der Bund der Landwirthe mithin nicht gemacht. Gewiß ist die Mitgliederzahl von 187 000 ziemlich stattlich; aber der Bund der Landwirthe st darum noch nicht gleichbedeutend mit der deutschen Landwirthschaft, der nach der jüngsten Berufszählung 8292 692 Personen im Haupt-
wenigstens einzuschränken, müßte man es sich angelegen sein lassen, die Wohnungen und Beköstigungsverhältnisse auf dem Lande zu verbessern und für ausreichenden Lohn zu sorgen."
Die Abgeordneten Herold und Klose gehören beide der Landwirthschaft an und ihre Worte stehenden Stummeln derselben bildeten eine Art Scitcr.
Während dieses Geschäftes trat Robert zu Allan.
„Du wirst die Männer von Killarney unter Ralph O'Connell befehligen."
„Dazu nimm einen Andern," bemerkte dieser kühl. „Was würde Dein Vater dazu sagen, wenn er hörte, daß ich im Kampfe anderswo gewesen, als an Deiner Seite. Als Kinder tranken wir Brust neben Brust, und als Männer kämpfen wir Schulter neben Schulter. Das ist irisches Recht, und ein schlechter Mann, wer sich sein Recht nehmen läßt.«
Ohne weiteres stellte er sich zu den fünfzig, und die Sache war damit abgemacht. Die Männer von Killarney wurden unter den Befehl Brians gestellt und marschirten mit den anderen unter Ralph O'Connell gegen das Patricksthor.
In demselben Augenblicke, da die Kathauue am Patricksthore krachte, wurden auch die primitiven Leiter an der äußeren Mauer des Gesäng- nisses angelegt. Eine Wache fand sich nicht vor. Von einem Feinde in solcher Nähe wußte man nichls. Die Gefangenen mußten viel nöthiger im Innern bewacht werden, als die Mauern nach außen. Das letztere lag den Truppen ob, und da standen die Posten in langen Zwischenräumen und wurden stündlich durch Runden revidirt. Jetzt eben lauschten die Soldaten an den Luftlöchern der Kammer mit Begierde auf den ersten Schmerzensschrei und machten einstweilen rohe Späße über die beklagenswerthen Opfer.
Da fiel der Schuß, und jetzt liefen sie eilig in die Wachtstube, um ihre Waffen zu ergreifen. Der Wachtmeister stellte gleich zwei Mann an die
dafür sorgen, daß die ländlichen Produkte höhere Preise erzielen . . .« In demselben Sinne äußerte sich am Tage darauf der schlesische Centrumsabgeordnete Klose: „Die Klagen über den Arbeitermangel auf dem Lande sind durchaus be- Zug der ländlichen
Weizen „ .....
Bei der Berathung dieses Kapitels in Reichshaushaliskommission brachte der Abg. Müller-Fulda den Wunsch zum Ausdruck, daß die Proviantämter angewiesen würden, soweit als thunlich nur inländische Erzeugnisse und diese direkt von den Land-
Drutsches Weich.
Berlin, 15. Februar.
* Unter dem Vorsitze des Kaisers fand heute Vormittag 10 Uhr- im königlichen Schlosse eine Sitzung des KrMralhs statt. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, sollen vornehmlich Maßnahmen berathen worden sein zur Vorbeugung von Hochwasserschäden, wie sie das vorige Jahr gebracht hat.
□ Der Aaturakienbedarf für die Keeres- verivattitng beträgt für die preußische Heeresverwaltung allein jetzt schon 52219471 Mark jährlich. Die gezahlten Durchschnittspreise sind: für Stroh per Centner 2,08 Mark
wie folgt gestellt:
Weizen Roggen Hafer Heu 44°/» 7?"/.
beruf angehören.
* Herr von Miquel hat über das Aer- einsrvese« der ZLeamte« andere, aber nicht ö freundliche Aussichten, wie der neue Herr Generalpostmeister. Dieser letztere hat erklärt, daß er dem Postasststenten-Verbande keine Schwierigkeiten in den Weg legen will, wie es vor ihm Herr v. Stephan und sein Unterstaatssekretär Fischer gethan haben. Aber Herrv. Miquel erläßt Verordnungen gegen die Vereinsbestrebungen in den Kreisen der Beamtenschaft. Dies beweist ein Erlaß des preußischen Finanzministeriums, der allen preußischen Zoll- und Steuerbeamten zugegangen ist und folgende bemerkens- werthe Sätze enthält. „Besonders haben schon seit längerer Zeit diese Bestrebungen (nämlich eben Vereins-Bestrebungen) zur Gründung und allgemeinen Ausbreitung von Vereinen geführt, die es sich zur Aufgabe machen, die dienstlichen Standesintereffen ihrer Mitglieder zu vertreten, insbesondere Rangerhöhungen, Verbesserung des Einkommens und dienstliche Erleichterung zu erreichen, sei es durch Massenpetitionen, sei es durch Agitation in der Presse,
"Wo ist die Dame, die hier gefangen saß?" fragte Robert rasch.
„In der Folterkammer!"
Emen Schrei, der nichts Menschliches mehr an sich hatte, stieß Robert aus.
„Voran! Weib! führe uns!" ries Allan. Das Weib war dazu gleich bereit.
„Undden Pater O'Kelly habensie aufderLeiter." „Zerreißt, wen Ihr findet!" schrie fRobert wüthend, indem er seinen Helm fester zog. ,,^ch ermorde mit eigener Hand, wer Emen leben läßt! Voran! Voran ! Blut muß ich sehen!"
Der Haufe eilte die Treppe hinunter. Jammergeschrei erscholl aus dem Hose. Die Irländer hatten gerade noch den wohlbeleibten Richter erwischt, welcher, schwerfälliger als die Andern und noch eine halbe Minute mit dem Zusammenraffen der Protokolle beschäftigt, nicht fo rasch fortkonnte. Die Pforte war bereits geschloffen und von Irländern besetzt; der seiner Perrücke entkleidete Richter wurde im Hofe herumgerissen und gestoßen, und sein Jammern um Gnade trug ihm nur neue Püffe ein. . m
„Haltet ihn fest!" rief Robert im Voruber- stürmen. „Daß ihm keiner em Haar krümme. Er gehört mir!" .
Tiefer ging es hinunter in die Gewölbe. Das Weib stieß eine Thüre auf:
„Hier ist's!"
Robert O'Drentor stand starr am Eingang, hinter ihm die irische Schaar, über deren Häuptern Schwerter, Hellebarden und Feuerrohre heroor- ragten, vor ihm ein Bild, das im lebhaftesten Gegensätze zu den Auftritten stand, deren Zeuge er eben im Hofe war.
« ött letzte WMng m fiitenrg.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
.52 ------ (Nachdruck verboten.)
In der Freischaar O'Connells, die aus allen Theilen Irlands zusammengeströmt war, befanden sich auch Leute aus allen Orten der Umgegend, mithin auch aus Kilkenny. Diese hinwiederum hatten muthige Freunde, und man sendete einige hinein, um die letzteren herauszuholen. Denn bei einem Kampfe in der Stabt war nichts wichtiger, als bei der kleinsten Abtheilung einen ortskundigen Führer zu haben. Mit diesen wurde der ganze Operationsplan festgestellt, von ihnen hörte man alles Nothw endige, und von ihnen erfuhr auch Robert O'Drentor, daß eine Dame, welche vor einigen Tagen gefangen eingebrach' worden, als Krypto-Katholikin eingekerkert sei und processirt werde. Ebenso erfuhr er, daß P. O'Kelly entdeckt und in den Kerker geworfen worden sei.
Jetzt war natürlich kein Halten mehr. Das Gefängniß war seine Aufgabe. Dreißig Musketiere und zwanzig Hellebardiere von dem Stamme der Killarneq wurden bei Seite gestellt, und zwei Einwohner von Kilkennq ihnen als Führer beigegeben.
„Wir brauchen Leitern von dreißig Fuß Länge," sagte einer der Führer.
„Wir haben Strickleitern," erwiderte Robert, „die wir oben befestigen können; zum Hinaufklettern des Ersten genügt eine Stange."
Zwei schlanke hohe Tannen fielen der Axt. Die Zweige wurden abgehackt und die am Stamme
'"TXS.1»“ mit Anterhallungs Weitage „Illuflrirte Sonntags-Zeitung"