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M 36.

Jutöa, Dienstag, den 15. Februar 1898

25. Jahrgang.

Hauptversammlung des Bundes der Landwirthe.

Der Bund der Landwirthe hielt heute (Mon­tag) Nachmittag in Berlin im Cirkus Busch seine Hauptversammlung ab, die etwa von 5000 Bundesmitgliedern besucht sein mochte.

Der Vorsitzende des Bundes, Herr v. Plötz, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, die an die Aeußerung des preußischen Landwirth- schaftsministers am 28. Januar im preußischen Abgeordnetenhause über unsere zukünftigen Handels­verträge anknüpfte. In jener Aeußerung sagte Minister v. Hammerstein bekanntlich, daß dabei die Interessen der Landwirthschaft „besser" ge­wahrt werden sollten, als bei den jetzt giltigen Verträgen. Herr v. Plötz zieht daraus den Schluß, daß die Reichsregierung „andere handels­politische Bahnen beschreiten will". Herr von Plötz sprach von einer „Morgenröthe, die für die Landwirthschaft sichtbar wird".

Aus dem Geschäftsberichte, den Dr. Diede- rich Hahn als Direktor des Bundes erstattete, geht hervor, daß dieser jetzt rund 187 000 Mit­glieder zählt und in seiner Berliner Hauptstelle 85 Beamte und außerdem noch 13 Geschäfts­führer in den einzelnen preußischen Provinzen und deutschen Ländern beschäftigt. Nach dem Geschäftsberichte verbreitete sich Dr. Hahn über die Grundsätze, die der Bund für sein Ver­halten bei den bevorstehenden Wahlen aufge­stellt hat. Nicht unnöthig — so führte der Redner aus — wird der Bund zu neuen Männern greifen: Er will „überall da, wo bewährte Vor­kämpfer und Vertreter der Sache des Bundes im Besitze der Mandate sich befinden, dieselben durchaus unterstützen". Aber eine Bevormundung der Vertrauensmänner des Bundes durch die Berliner Hauptstelle soll nicht stattfinden, und parteipolitisch will der Bund nicht werden. Noch weniger betrachtet er sich als die Filiale einer politischen Partei — womit Herr Dr. Hahn natürlich die konservative Partei meinte.

Lauter Beifallslärm ertönte, als Dr. Hahn folgendes ausführte: „Die schärfsten Gegner des Bundes der Landwirthe sind aus der Reichsregierung ausgeschieden — nach dem Grasen Caprivi nunmehr auch der Freiherr von Marschall und Herr von Bötticher . . . Aber, meine Herren, wir sind nicht sicher, ob bis zum Jahre 1904, wo die Handelsverträge ablaufen, sich nicht vielleicht von neuem ein Wechsel in den Ansichten der maß­gebenden Kreise vollzieht... Daß die Regi erung den schönen Worten . . . noch nicht bereit ist, die That folgen zu laffen, das zeigt uns ihr Verhalten gegenüber unseren wahrlich berechtigten Forderungen, z. B. unserer Forderung des aus­reichenden Schutzes gegen die Einschleppung von Viehseuchen aus dem Auslande . . ." Schließlich empfahl Dr. Hahn die Annahme von drei Re­solutionen, deren Vorlesung von neuem mit stürmischem Bravo-Rufen begleitet wurde. Aus diesen Resolutionen seien hier die nachfolgenden kennzeichnenden Sätze hervorgehoben:

Im Gegensätze zu Kundgebungen, die zu einer Politik der Sammlung aufrufen ... vertritt der Bund der Landwirthe die Politik

einer Sammlung, welche zur Stärkung Deutsch­lands im Innern wie nach außen den Schutz der gesammten vaterländischen schaffenden Arbeit gegen ausländischen Wettbewerb und inländische Ausbeutung erstrebt ..."

„Diebisherigeun siche re und schwankende Haltung unserer Regierungen in wirth- schaftlichen Fragen erfordert mehr als je starke Majoritäten im Reichstage wie in den deutschen Landtagen, die auf dem Boden einer nationalen Wirtschaftspolitik stehen. . "

„ . . . Der Bund der Landwirthe richtet deshalb an die politischen Parteien, welche seinen Bestrebungen nahe stehen, die Aufforderung, die Politik der Sammlung des Bundes der Land­wirthe wirksam zu unterstützen und die bevor­stehenden Wahlen nicht durch übertriebene Be­tonung parteipolitischer Gegensätze und durch un­berechtigten Einbruch in solche Wahlkreise nahe­stehender Parteien zu gefährden, welche zur Zeit im Sinne des Bundes der Landwirthe wirth- schaftspolitisch gut vertreten sind."

Nach der Vorlesung dieser Resolutionen wurde ein donnerndes Hoch auf den Fürsten Bismarck als den „Vater des Bundes der Land­wirthe" ausgebracht.

Das klingt in den vorgeschlagenen Resolutionen teilweise recht scharf aus gegen die Regierung, namentlich gegen Herrn Minister v. Miquel und gegen dessen Schlagwort von der Politik b#r Sammlung in seinem eigenen Sinne. Aber ver- muthlich würden sich diejenigen getäuscht sehen, die aus diesem Schall der Worte den Schluß ziehen wollten auf das Vorhandensein einer wirklichen Gegnerschaft zwischen Herrn von Miquel und seinen Getreuen auf der einen und dem Bunde der Landwirthe auf der anderen Seite. Jedenfalls muß das Centrum fest für sich allein stehen und keine politischen Berechnungen auf solche Möglichkeiten aufbauen wollen.

Deutsches Deich.

Berlin, 14. Februar.

* Am Sonntag fand an der Kiaotschau- Bucht der erste Iekdgottesdie«st für die katholische« Mannschaften statt. Hauptmann Dannhauer meldet darüber telegraphisch unterm 13. d. M.: In Gegenwart des Gouverneurs von Kiaotschau, Korvettenkapitäns Truppe!, des Kom­mandeurs des Seebataillons, Majors Kapka von Lossow, sowie des Lager-Kommandanten, Kapitän- Lieutenants v. Oppeln-Bronikowski, sämmtlicher Offiziere und Mannschaften, sowie von überaus zahlreich herbeigeeilten Chinesen, fand heute der erste katholische Feldgottesdienst statt. Das feier­liche Hochamt celebrirte der apostolische Provikar Freinademetz, ihm assistirten die deutschen Missionare Pater Wewel und Erlemann, sowie die französischen Patres Amede und Pacifique. Als Meßdiener fungirten zwei Soldaten. In der Predigt, welche Pater Erlemann hielt, dankte er tiefgerühet dem Kaiser und der Kriegsmacht des Reiches für ihren mächtigen Schutz der gefährdeten Missionare, die fürderhin Un- thaten der Chinesen nicht mehr zu fürchten hätten, bei welchen noch unlängst, wie allen in trauriger

Erinnerung sei, zwei junge Missionäre ihren Opfer- muth mit den, Martertode haben bezahlen müssen. Die ganze Feier, welcher der herrlichste Sonnen­schein leuchtete, bot ein ergreifendes, großartiges Bild. Nach derselben wurden die Missionäre vom Admiral empfangen und äußerten sich entzückt über die nun vollzogene Wandlung ihrer Lage und über die Aufnahme, welche ihnen allseitig zu Theil ge­worden war. Sie frühstückten im Offizier-Kasino des Ostlagers; Abends veranstaltete der Gouver­neur zu Ehren seiner geistlichen Gäste einen ge­selligen Abend. Die Missionäre kehrten Montag wieder nach der bischöflichen Residenzstadt Zining in Süd-Schantung zurück, werden aber wieder in Kiaotschau eintreffen, wenn Prinz Heinrich an­kommen wird, wobei dann auch Bischof Anzer anwesend sein dürfte.

* Senatsprästdent Dr. Kayser ist gestorben; derselbe war am 9. August 1845 zu Oels geboren, studirte die Rechte und wurde 1872 Assessor. Von 1875 bis 1880 war er als Stadtrichter in Berlin thätig; 1880 trat er als Regierungsrath in das neuorgauisirte Reichsversicherungsamt ein. Noch in demselben Jahre wurde er als Wirk­licher Legationsrath und vortragender Rath in das Auswärtige Amt berufen. 1888 zum Geh. Legationsrath ernannt, wurde Dr. Kayser 1890 zum Dirigenten der Kolonialabtheilung des Aus­wärtigen Amtes berufen, in welcher Stellung er — seit 1891 als Wirklicher Geh. Legationsrath — bis zum Oktober 1896 verblieb, um dann als Senatspräsident zum Reichsgerichte überzutreten.

* Eigentlich verdient das abgelebte und auch ziemlich abgeschmackte Schlagwort von der der Sammlung" gar nicht die ein­gehende und vielfältige Behandlung und Bespre­chung, die ihm zutheil wird. Aber immer wieder versteht es der welterfahrene und in aller poli­tischen Taktik und Verschlagenheit wohlgeübte Er­finder dieses Schlagwortes, dasselbe fortgesetzt lebendig zu erhalten. Und da es wohl nun auch bis zu den nächsten Wahlen am Leben bleiben wird, muß man sich wohl oder übel manchmal wieder damit beschäftigen. Nach den Ausfüh­rungen des konservativen Parteiführers v. Man­te u f f e l beim konservativen Parteitage in Dresden und bald danach den Worten des Herrn v. d. Gröben-Aren st ein beim konservativen Partei­tage in Berlin sollte man annehmen, daß die Konservativen einig seien in der Anschauung, das Crntrum müsse von dieser „Sammlung" aus­geschlossen werden; diese „Sammlung" sollte nur eine neue Auflage des alten Kartells sein zwischen den Konservativen und den Nationalliberalen. Aber das ist allem Anscheine nach doch nicht der Fall. Das führende konservative Organ, die ,Kreuz - Zeitung' verwahrt sich gegen solche Anschauungen. „Wir nehmen — so läßt diese sich vernehmen — keinen Anstand, die Aus­schließung des Centrums, falls diese beliebt wer­den sollte, für einen Mißgriff zu erklären . . . Der wirtschaftspolitische Aufschwung von 1879 ist nur durch die wirksame Unterstützung des Centrums möglich geworden; Fürst Bismarck scheute sich nicht, diese Unterstützung anzunehmen, obwohl der Kulturkampf sich damals noch auf seinem Höhepunkte befand. Auch jetzt ist ohne das Centrum nichts zu machen, am wenigsten im

agrarischen Interesse... auch für Handel und Gewerbe läßt sich nur mit dem Centrum etwas erreichen, das steht fest. Jede andere Kombina­tion hat keinen rechten praktischen Werth . . . . " Das läßt sich hören und ist vollkommen richtig. Aber natürlich können solche nachträglichen Er­wägungen, die stark das Gepräge von Beschwich­tigungs-Versuchen an sich tragen, nicht den sehr Übeln Eindruck verwischen, den die heftigen und vollkommen unberechtigten Angriffe der Herren v. Manteuffel und v. d. Gröben-Arenstein gegen das Centrum bei diesem gemacht haben. Niemand wird es darauf hin dem Centrum verdenken kön­nen, daß es zu den Herren von der konservativen Partei noch vorsichtiger sich stellt als bisher.

st Dem Abg. Eugen Richter und seiner freisinnigen Volkspartei ist etwas Wunder­sames begegnet: sie werden zu den Antisemiten geworfen. Ein jüdisches Blatt die.Israelitische Wochenschrift' hatte schon vor einiger Zeit Be­schwerde darüber geführt, daß so wenige Israe­liten von den Freisinnigen als Kandidaten für die Wahlen znm Reichstage und Landtage auf­gestellt würden. Herr Eugen Richter hatte in seiner.Freisinnigen Zeitung' eine ziemlich hoch- müthige Antwort gegeben, etwa in dem Sinne, daß das die.Israelitische Wochenschrift' gar nichts angehe. Und nun zapft diese letztere Herrn Eugen Richter nochmals an. Sie nennt das „schlechte Scherze", was dieser auf die erste An­frage erwidert hatte, und in der That war es wohl kaum etwas Anderes. Dann aber wirft sie die bestimmte Frage auf, warum die Leitung der freisinnigen Volkspartei es abgelehnt habe, ein Berliner Mandat im preußischen Landtage einen? jüdischen Volksparteiler zu geben? Die »Israelitische Wochenschrift' versichert, daß „daraus die Konsequenzen gezogen werden würden." Welche? darauf darf man gespannt sein.

st Im preußischen Abgeordnetenhause hat die freikonservative Partei einen Antrag ein­gebracht, der die Regierung um eine Prüfung der Verordnungen zur Ausführung der Sonntags­ruhe ersuchen soll. Der Sinn dieses Antrages wird von freikonservativen Blättern in folgender Weise ausgelegt: Der Antrag soll seine Spitze gegen die Art und Weise richten, wie die reichs­gesetzlichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe in Preußen abweichend von der Art der Ausfüh­rung in anderen Bundesstaaten ausgeführt wer­den, beispielsweise in Sachsen und Bayern. Die kleinen Gewerbetreibenden leiden nach der Ansicht der Antragsteller unter dieser Art der Ausführung der Sonntagsruhe-Bestimmungen in Preußen, so daß die Hausirer zum Schaden dieser Gewerbe­treibenden den Vortheil davon haben.

st Im pommerschen Kreise Stolp hatte der Landrath von Puttkamer durch eine Verfügung an die Amtsvorsteher die Vertheilung der frei­sinnigen Blätter,Bauernfreund' und,Reichs- blatt' verboten. Gegen dieses Verbot war beim Minister des Innern Beschwerde eingelegt worden, und daraufhin ist nunmehr an die Ärnts- vorsteher die Weisung ergangen, daß die Ver­theilung der genannten Blätter nicht mehr amt­lich verhindert werden soll.

* Eine erhebliche Anzahl von Kisenvahnun- säkle sind im Dezember 1897 vorgekommen.

* 8« letzte Hörpttin- von Warnry.

Eine historische Erzählung von Philipp Wasserburg (Laicus).

51 ------ (Nachdruck verboten.)

»Bem! bem! bem! bem!" tönten die rasch einander folgenden Schläge einer Glocke.

»Das ist die Sturmglocke," bemerkte der Sherif; „es wird irgendwo ein Brand ausgebrochen sein, wollen wir die Sitzung aufheben?"

Ein neuer dumpfer Krach erscholl.

Der Oberst fuhr in die Höhe und zog den Hut über den Kopf.

„Das sind die Karthannen am Patricksthor. Mem Schwert!"

Lucy's Ange begann zu funkeln.

»Lebt noch Gott?" rief sie.

„Trara! Trara! Trarara!" scholl es von außen.

„Sie blasen Allarm!" schrie der Oberst, „Hölle und Teufel! Kilkenny muß angegriffen fein!"

Auf diese Worte folgte eine unbeschreibliche j^ene des Wirrwarrs, Harrison eilte hinaus, die erden Soldaten ihm nach. Sherif, Richter, Bei- tzer, Gerichtsschreiber, Henker, alles drängle den usgäng^ zu, um die eigene Person in Sicher­er SU bringen; dabei wußte kein Mensch, was alnrf d* vorging; man hörte nur die Sturm- dsn dumpfen Knall der Karthannen, da- und bie Allarmtrommeln der städtischen Wache

,?te Trompeten der Dragoner.

nik ^er Oberst war der Erste, der das Gefäng- erft-/^"Eß und auf die Straße trat. Beim nenb;?>tte er eine Sekunde einen bren- duun a p^nievi in der rechten Brust, und stürzte

aut s Straßenpflaster nieder.

„Ah, diesmal habe ich Dich!" rief eine gellende Stimme. „Jetzt werde ich gesunden!"

Eine dunkle Gestalt bog sich über den Da- liegenden und drückte den Mund auf die rechte Brust des Sterbenden, ans deren breiter Wunde ein mächtiger Blutstrahl schoß.

„Der Hund hat den Obersten umgebracht," schrie einer der beiden folgenden Dragoner und ließ seinen Pallasch auf den Kopf des Bluttrinkers herniedersausen.

Der Narr von Longford war jetzt endlich ge­sund geworden.

In einem Augenblicke hatte sich das Gewölbe für die Gerichtssitzungen geleert. Der Vorhang, welcher den Eingang zur Folterkammer bedeckte, war in der Eile der Flucht heruntergeriffen worden, und man sah den stöhnenden Jesuiten halb nackt auf der Leiter liegen. Lucy stand hoch aufgerichtet, das Ange blitzend, um den Mund einen Zug wilder Freude, als sie fah, wie alles übereinander kugelte; den Gemarterten hatte sie noch nicht gesehen. Dafür hatte der Kerker­meister auf ihn fein ganzes Augenmerk gerichtet, und der Letzte der Schöffen war noch nicht ganz draußen, so war er schon drinnen, um die Kurbel wieder zurückzudrehen, damit die Arme des Opfers wieder in ihre natürliche Sage kämen. Als die Schmerzen aufhörten, fiel O'Kelly in Ohnmacht.

Da diese Ohnmächten fast das Ende einer jeden Folterung waren, so hatte man für diesen Fall die nöthigen Vorkehrungen getroffen; Wein, Wasser und riechende Salze standen bereit, um )en Bewußtlosen wieder zum Bewußtsein zu bringen, wenn noch weiter gefoltert werden sollte; roemj nicht, so wurde der jämmerlich mißhandelte

Körper in eine Decke gehüllt, und in die Zelle getragen, dort konnte der Delinquent sich erholen ober auch sterben, man kümmerte sich nicht darum.

Der Kerkermeister ergriff die Decke, die zu anderem Zwecke hätte dienen fallen, und warf sie über den Gefolterten; dann rief er Lucy herbei, damit sie ihm helfen solle, den Priester wieder zum Bewußtsein zu bringen. In diesem Sama- riterwerke waren sie so sehr verliest, daß sie von dem, was sonst noch inzwischen im Gefängnisse vorging, keine Ahnung hatten.

Die Karthannen am Patricksthore hatten nicht oft geschossen. Kein Mensch hatte eine Ahnung davon gehabt, daß überhaupt irische Truppen in der Nähe seien. Die Wachmannschaft ließ es sich, wie in einer eroberten Stadt gut sein, auf Kosten der irländischen Bevölkerung. Die Irländer kamen bis an die Außenposten, ehe man ihr Dasein ge­wahr wurde, und mit dem Krachen der Karthaune folgte auch gleichzeitig der Angriff der Irländer. Das Hinabkommen in den Graben machte gar keine Schwierigkeit und an zwanzig Stellen wurden Leitern angelegt, um die Mauern zu übersteigen. Da nicht einmal so viele Leute auf der Wache waren, uuo .:o4i ein Theil von diesen mit den Karthauneu Nsa;äftigi. wa-., "o wo7 es gar nicht möglich, das Ueberkleltern zu verhindern, und das Thor wurde alsbald genommen.

Eine dunkle Fluth wälzte sich nun in das Städtchen, und nur Wenige konnten sich im An- änge diesem Hereinfluthen entgegenstemmen. All­mählich kamen stärkere Haufen der Stadtwächter, sie aber keinen sonderlichen Widerstand leisteten; die Hälfte dieser Leute bestand aus Irländern, und diese suchten sich, so gut es ging, davon zu

machen; auch die irische Bevölkerung kam bereit­willig den Kämpfern entgegen, schleppte Nahrungs­mittel herbei, öffnete die Hauser für Verwundete, während die Engländer Gewalt brauchen mußten, und gar manche junge Mann von Kilkenny hatte ein Schwert ober eine alte Hellebarde in irgend einer Ecke versteckt gefunden, die er eiligst ergriff und womit er sich unter die Kämpfenden mischte, um geschützt durch das Dunkel und die Verwir­rung seiner still verhaltenen Wuth gegen die Eng­länder auch einmal einige Genugtuung zu ver­schaffen.

Indessen hatten die Trompeten des Regiments die ganze Besatzung und die englische Bevölkerung allarmirt, und bald kamen größere geordnete Haufen, die sich den Vorgedrungenen entgegenwarfen. Mac- donald, der einstweilen kommandirte, da Oberst Harrison immer nicht erschien, hatte anfangs ge­glaubt, die ungeordneten Haufen durch einen Kavallerie-Angriff zersprengen und dann nieder­machen zu können. Es kam auch eine Abtheilung herangesprengt, so breit die Straße war; aber da hieß es: „Die ersten Rotten, nieder! Fällt )ie Hellebarden — Musketiere, Feuer!" Die Wirkung dieser Worte war furchtbar; die Pferde rannten in die Hellebarden und hinter der dop­pelten Hecke hervor krachten zwanzig Musketen. Das waren keine ungeordneten Haufen, sondern disziplinirte, wohlbewaffnete und einexerzirteLeute. Es blieb nichts Anderes übrig, als ein regel­mäßiger Kampf, in welchem die Reiter zu Fuß ämpfen mußten, da bei den geößtentheils engen und winkeligen Straßen, die zudem voller Un­ebenheiten und Löcher waren, die Pferde mehr sinderlich als förderlich gewesen wären.