1872
1779
am 11.12.
ani 12./2.
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Elmniche Anzeige».
und Gutsvorsteher des Kreises)
zu beachten:
Hierbei ist folgendes streugsteuS
1878
1883
1894
1895
-ehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Regen Sturm
Gestattung kann nur nach t mit dein Ortsgeistlichen wegen etwaiger kirchlicher Hindernisse und nur mit dessen Zustimmung crtheilt werden.
tens des Ortsgeistlichen versagt wird, ist unter Vorlage der Verhandlung rechtzeitig meine Entscheidung einzuholen:
3. Die Tanzmusikerlaubniß darf nur für Montag und Dienstag (nicht aber schon für Sonntag) und
3 Diebe in seinen Weinkeller ein und thaten sich gütlich. Die Vorliebe für geistige Getränke wurde ihnen aber zum Verhängniß, denn einer der Kumpane konsumirte derartige Mengen Rum, Kognak und Champagner, daß er vom Schlage gerührt tobt inmitten der Fässer und Flaschen liegen blieb. Die beiden anderen wurden am folgenden Tage verhaftet und dem Gefänqniß zu Lobenstein übergeben.
Beisetzung der Leiche Pius IX. Richard Wagner gestorben. Hans von Bülow gestorben. Kapitulation von Weichai-wei.
14. Februar.
pelbogen von 1 Alk. 50 Pf. Verwendung finden.
4. Vor Ertheilung des Erlaubnisscheines muß die von der Gemeinde statutarisch festgestellte Lust- barkeitssteuer zu Gemeindekasse bezahlt sein.
Muthmaßliche Witterung für den 13. Febr.: Mildes Wetter bei schwachen Nachtfrösten.
zwar für Montag auf die Zeit bis 12 Uhr und für Dienstag auf die Zeit bis 10 Uhr Nachts ertbeilt werden und muß zu dein Erlaub- nißschein ein mit dein Vordruck „Genehmigung zur Veranstaltung einer Lustbarkeit" versehener Stem-
Die Korrekturen der neuen Nummer liegen vor ... es ist spät geworden, aber es ist „Alles drin," auch das „letzte Inserat". Aber wie das möglich wurde? ... Ja, wenn das der Leser wüßte!
Muttergottespfarrkirche hat bereits über 40,000 Mk. gesammelt. Im nächsten Frühjahre soll mit der Restauration der unteren Thurmhälfte fortgefahren werden.
* Miesvaderr, 11. Febr. Die Wiesbadener Stadtverordneten hatten in einer ihren letzten Sitzung beschlosfen, das Bild des Großherzogs von Luxemburg, des früheren Herzogs von Nassau, im Rathhaussaale anbringen zu lassen. Wie der ,Rhein. Kurier' mittheilt, hat der Großherzog auf Anfrage mittheilen lassen, er werde niemals einwilligen, daß sein Bildniß im Wiesbadener Rathhaus angebracht werde. — In der vergangenen Nacht wurde im Lahngebiet ein Erdbeben verspürt, das mehrere Sekunden an- dauerte.
* Mainz, 11. Febr. In nächster Woche findet in Berlin eine Versammlung der Bürgermeister der deutschen Festungsstädte statt, um über die Denkschrift des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Gaßner in Sachen der Beschwerden und Wünsche der deutschen Festungsstädte zu berathen.
fasset, 11. Febr. Wie vorsichtig man auch kleine Wunden behandeln muß, mag folgender Vorfall beweisen. Ein junges Mädchen von hier hatte sich beim Nähen mit einer Nadel in den Zeigefinger gestochen, ohne die kleine Wunde weiter zu beachten. Nach einigen Tagen schwoll die Hand aber so stark an, daß sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Jedoch mußte, um sie zu retten, der Finger amputirt werden.
Geschichts-Kalender.
13. Februar.
1754 Fürst Talleyrand geboren.
1790 Aufhebung der geistlichen Orden in Frankreich.
2. Jrn Falle die Zustimmung sei-
H ausnnrth schädliches.
Abendmilch und Morgenmilch. Es möge eine Thatsache von Bedeutung erwähnt werden, nämlich das Ergebniß wissenschaftlicher Versuche, welche festgestellt haben, daß die Abendmilch viel fettreicher als die Morgenmilch ist, die erstere also einen viel größeren Nähr- und Geldwerth besitzt. Beide werden stets zu gleichem Preise verkauft; wer es also einrichten kanm sollte Abendmilch kaufen, er kann dann in der gleichen Menge Milch eine größere Fettmenge dem Körper zufuhren. — Daß Milch kranker Thiere Krankheits- kerme dem menschlichen Körper zuführen kann, und daß PI9(n deshalb Milch nur in gekochtem Zustande genießen soll, ist setzt wohl allgemein bekannt, aber manche Haus- frauen wissen es immer noch nicht, daß ein bloßes Aufkochen der Milch zur Tödtung der Keime nicht genügt, sondern daß dazu die Milch anhaltend 20 Minuten kochen muß.
KirchenkalenLer.
Sonntag, den 13. Febr. Gregor, Papst. Der hl. Papst Gregor II. regierte die Kirche von 715 bis 721; er war vorher Benediktiner-Mönch gewesen. Als Papst hatte er schwere Kämpfe mit dem byzantinischen Kaiser Leo III. dem Jsaurier zu bestehen wegen der kirchlichen Bilder. Für Deutschland hat dieser Papst eine besondere Bedeutung, weil er es war, der im Jahre 722 den hl. Bonifatius zum Bischof weihte.
Montag, 14. Febr. Valentin, Priester und Mart. Der heil. Valentinus lebte um die Mitte des dritten Jahrhunderts als Priester in Rom; er liebte eä, die gefangenen Christen im Kerker zu besuchen, sie zu trösten und im heil. Glauben zu stärken. Unter Kaiser Claudius wurde er gefangen genommen, und weil er dem christlichen Glauben nicht abschwören wollte, in den Kerker geworfen. Als Gefangener bekehrte er den Richter Asturius nebst der ganzen Familie desselben. Hierüber erschreckt ließ der Kaiser ihn mit allen Neubekehrten enthaupten im Jahre 269.
James Cook erschlagen.
1894 Domdechant Kalb in Fulda geboren.
1896 Erbprinz Boris von Bulgarien umgetauft.
1814 Gefecht bei Etages.
1872 Schulaufsichtsgesetz im preußischen Landtage angenommen.
Das letzte Inserat.
Eine Buchdruckereigeschichte.
. (Ort: In der Zeitungsexpedition. Zeit: Gegen Mittag eines Februarsamstags. Personen: Freunde und Jünger der schwarzen Kunst. Stimmung: Wie im Wiener Reichs- rath, also kriegerisch.)
Die Thür zur Expedition fliegt auf. Ein heißer Kopf, der aus einem Blaukittel hervorragt, schreit erbittert: „Bis zehn Uhr sollen nur Inserate angenommen werden und nun kommen noch ein halbes Dutzend. Hexen kann niemand, die . . . ."
„Aber lieber Freund, die Leute quälteu doch so....." — „Quälen?" schreit der Blau
kittel. Jawoll, beim Frühschoppen haben die Kerle gesoffen, und nun sollen wir. . . habe noch nicht frühstücken können." — „Aber es ist doch mal nicht anders — man muß doch. . ." „Man muß auch seine Mitmenschen nicht vor der Zeit unter die Erde. . ." Gemurmel, finstere Worte, Thürknallen.
Der Expedient athmet erleichtert auf. plötzlich schreit er laut auf . . . eilig kommt ein Geschäftsmann herangelaufen; der Mann ist bekannt, warum wird sich gleich zeigen.
„Fritz, schließ die Thür zu, es ist zwölf!" ruft der Expedient dem Laufburschen zu. Aber, da ist das Unheil schon da, ein großes Blatt Papier wie eine Fahne schwingend, stürzt der Mann herein. —
Vermischtes.
* Oraubenz, 11. Febr. Der Buchdruckerlehr- !'n 9 ,?on der Gazeta Grudziadzka' wurde, ohne den Verfasser des intrtmimrten Artikels genannt zu haben nach vierwöchentlicher Haft aus dem Gefängnisse entlassen. ö 11
* Aachen, 11. Febr. Das Waarenhaus Gott- f e l d wurde vergangene Nacht durch eine Feuersbrunst zerstört. 1
* Wir viele Israeliten gibt cs in Frankreich? Frankreich, das bekanntlich eine Bevölkerung von 38 Millionen zählt, hat nur 71 200 Israeliten, wovon 42 000 auf Paris, 3000 auf Bordeaux und 19 000 aur die Ostgrenze entfallen; die übrigen 7200 sind auf das ganze Gebiet zerstreut. Das bewegliche Vermögen Frankreichs wird auf 80 Milliarden geschätzt. Die Israeliten besitzen hiervon 20 Milliarden also genau ein Viertel.
* 20 Kilogramm Kohle in der Sekunde verbrennen die Dampfer der Linie Hamburg-Newyork durch;chmttlich auf jeder ihrer Reisen, das macht 240 tn ;eder Minute und bis zu 6000 Gentnern täglich. Eine ganze Reise verschlingt 35000 bis 40000 Str Kohlen. Diese Dampfer müssen also ungeheure Mengen von Brennstoff mit sich führen, um so mehr, als sie gezwungen find, für alle Fälle beit doppelten Vorrath an Brennstoff an Bord zu führen. Jährlich verbrauchen die Dampfer von Hamburg nach Newyork 10 Millionen Gentner Kohle im Werthe von 8 Millionen Mark.
* I" jüngster Zeit kursiven verschiedenfache Gerüchte wonach es gelungen sei, das tSardurnftorOi», anstatt
AlAschen Ofen, auf chemischem Wege herzusiellens In Fachkreisen halt man daran fest, daß alle derartigen Angaben mit der größten Vorsicht aufzunehmen sind, solange mcht der unumstößliche Beweis dafür erbracht wird. Es soll nicht bestritten werden, daß es möglich ist, auf chemischem Wege Reaktionen aufzufinden oer= möge derer man Calciumkarbid anscheinend Herstellen kann aber ob em solches Produkt jemals für den praktischen Gebrauch in Frage kommen kann, erscheint sehr zweifelhaft, ganz abgesehen davon, daß man bei btefer Herstellung wohl kaum Bortheile gegenüber der Erzeugung im elektrischen Ofen erzielen wird. Es tauchten schon vor etwa zwei Jahren Gerüchte auf, die St-mmuug für dieses billige Karbid zu machen suchten, aber bis ;etzt ist man noch überall den praktischen Beweis schuldig geblieben, weshalb auch der Werth der Erfindung, deren Verkauf jetzt von Barcelona aus er- WW vorerst noch sehr problematisch erscheint. - diese Erfindung thatsächlich schon mehr
fach und indirekt auch einer süddeutschen Gruppe angeboten war, die aber der Sache weniger Zuversicht entgegenbrachte wie anscheinend die Treber-Gesellschaft. Uebrigens wird bestätigt, daß in der Verwendung von Holzkohle und wenn sie auch nach Bergmann'schem Verfahren praparirt ist, kein Vortheil gegenüber der Verwendung von Steinkohle (Coaks) bei der Karbid- fabrikatlon vorhanden ist.
. * Den IhdjorgetTpiefent in Köln ist seitens des Poli- zeipraydmms die Benachrichtigung zugegangen, daß ihnen vom 1. Marz d I. wegen der durch ihre Thätigkeit her- vorgerufenen erheblichen Belästigungen der Einwohner- schaft keine Erlaubniß mehr zum Spielen auf öffentlichen Wegen Straßen und Plätzen oder von Haus zu Haus ertherlt werden würde. Es wird sonach 'die Drehorgel vom 1. r. M. ab von den Straßen und Plätzen Kölns verschwinden.
* Marönrg, 11. Febr. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr erfolgte plötzlich in dem Kaufmann Stock'schen Hause auf der Neustadt eine überaus heftige Detonation: Scherben, Holztheile, Splitter rc. wurden zugleich auf weite Entfernung fortgeschleudert, die großen Fensterscheiben des Geschäfts brachen, durch die Gewalt der Explosion herausgedrückt, in Tausend Stücke und die eisernen Jalousien wurden völlig verbogen. Es stellte sich heraus, daß der Besitzer sich mit einem Bekannten in den Souterrain- Raum begeben hatten, wo sie einen sehr intensiven Gasgeruch wahrnahmen, der von einem undichten Gasrohr-Verschluß herrühren mußte. Statt nun die Fenster zu öffnen und die Stelle, wo das Gas ausströmte, zu suchen, brannte der Begleiter, annehmend, daß das Gas im Verhältniß noch nicht dicht genug verbreitet sei, ein Schwefelholz an. Im 9tu flogen beide Männer während heftiger Explosion zur Erde, die Gewalt des Druckes hob die Dielen im Laden in die Höhe und wirkte gegen obige Fensterscheiben, worauf die Dielen wieder niederstelen. Die beiden Männer fanden sich nach kurzer Zeit im Souterrain am Boden wieder und haben Bart, Kopfhaar und Augenbrauen zum Theil versengt bekommen, sonst zum Glück nicht erheblichen Schaden genommen. Der Materialschaden ist ganz erheblich.
Neustadt M.-W.-B., 11. Febr. Gestern Jlbenb gegen '/<8 Uhr wurde unsere Feuer-- wehr alarmirt. Die Spritzen standen schon am Marktplatze zur Abfahrt nach der vermeintlichen Brandstätte bereit. Da erfuhr man, daß das brennende Objekt nicht ein Haus oder sonst ein Gebäude sei, sondern das achtjährige Kind des in, Frankfurt bediensteten Straßenbahnschaffners Bieker von hier. Dasselbe hatte durch Versehen die Lampe umgeworfen, so daß der brennende Inhalt sich über die Kleider des Kindes ergoß. Dieses erlitt schwere Brandwunden am Körper und im Gesichte, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Der Onkel des Kindes, der es zu retten suchte, brachte sich ebenfalls erhebliche Brandwunden an den Händen bei.
* Stockheim, 11. Febr. An einem Abend der vorigen Woche verbreitete sich wie ein Lauffeuer das Gerücht, in der Nähe des Friedhofes spuke es. Einige „beherzte" junge Männer begaben sich an Ort und Stelle und, was sie sahen, «ar geeignet, auch dem Muthigsten das Herz Mllstehen zu machen. Zwei Lichter, vielleicht auch rxlammchen, bewegten sich in geheimnißvoller Weise bald auf, bald ab, bald links, bald rechts. Nach kurzer Berathung war man der Meinung, man
e ^er m*t Gespenstern zu thun, und als bald darauf erst das eine, dann das andere >'cht urplötzlich hinter der Kirchhofsmauer verschwand, ohne daß sich eine Spur fand, wo es hlngekommen, stand diese Ansicht bei Allen unumstößlich fest und man verließ schleunigst die un- vefmuche Gegend. Am andern Tage stellte es sich heraus,^daß zwei Brüder an der bezeichneten «telle em Stück Land gepachtet hatten, welches : fie, da sie am Tage keine Zeit hatten, mit Hilfe ! iweier mitgebrachten Laternen einer Besichtigung . ^E^ehen wollten. Dabei leuchteten sie auch an
^vwen auf und nieder, was die unregel- 1 mäßigen Bewegungen hervorbrachte. (Ob sich'die i wwenherzigen Gespensterseher wohl jetzt ihrer • Tapferkeit rühmen werden?) -
„„„ 11. Febr. Die Strafkammer
lö al?n!?^bn «och nicht 16jährigen Zwangs- i
Meinhardt, der aus der Anstalt Meusel- < entlaufen war und in Zeitzer Flur die Feld- m une einer Frau Clauß angezündet hatte, zu i hatt»a • ^sängniß. Die Brandstiftung i * line? Schaden von 5000 Mk. angerichtet.
»trth we,<i’ 111 Febr. Während der Gast- i feiner tn Heinrichshütte bei Wurzbach mit : ——nuf der Hochzeitsreise war, brachen 1
zur Abhaltung öffentlicher Tanzbelustigungen zu ertheilen.
„Hier, das Inserat, muß noch heute ins Blatt, es muß, es muß . . . sage ich Ihnen!" „Geht nicht!" sagt der Expedient. Alles gefüllt. Wir können doch Ihretwegen keine Extraausgäbe machen. Und wann soll denn die Zeitung fertig werden?"
Mir egal, die Anzeige muß hinein. Sie brauchen ja nun Nichts mehr anzunehmen, kann die letzte ja sein. . ." Hier erhebt er sich beschwörend die Hände. Da geht die Thür auf, der Blaukittel erscheint wieder.
„Und wir können es nicht mehr schaffen, zwei Hände. . ." Da schieben ihm zwei Hände das „letzte Inserat" blitzschnell zu. Das hastige Wort: „Muß noch hinein!" und hupp ist der Mann draußen. Der Blaukittel ist starr, der Expedient ruft dem Enteilenden nach, vergebens.
„Ja, was machen wir?" fragt er den blau- kllteugen Schriftsetzer. Der zeigt eine Miene verächtlicher Entrüstung: „Da liegts!" — Ja aber etwas Rücksicht? . ." - „Ja, nun seien Sie aber still, da hört denn doch Alles auf."
Draußen kommt der Davongestürmte nochmals bis zum Fenster, legt die beiden Hände an den Mund und schreit: „Es muß hinein!"
„Hol Sie der Geier!" schreit der Setzer. Der Andere draußen ist schon fort. „Ich machs nicht!" erklärte der Blaukittel. Da erscheint der Faktor der Buchdruckerei. „Das soll noch hinein," spricht der Setzer grimmig. Sein Vorgesetzter macht ein Gesicht, als ,glaube er, die Welt würde binnen fünf Minuten untergehen. Aber es ist ein Mann von Welt.
„Dann lassen wir Leitartikel oder sonst etwas von Politik fort!" Er sagt es so laut wie möglich. Und die Wirkung ist die erhoffte. Der Redakteur stürzt aus einem Nebenzimmer herein.
„Was wollen sie fortlassen, den Leitartikel! Na ich dächte . . . ."
.^Herrgott, ich muß essen gehen!" jammerte der^ Expedient. „So machen Sie es doch noch
Die beiden Buchdruckerleute machen ein Gesicht, als würde ihnen zugemuthet, Feuer zu schlucken.
„Und fehlt etwas von der Politik . . . .!" erklärte heftig der Redakteur.
Der Redakteur rast.
„Ach was, die Weisheit ist nicht so weit her!" schnaubt der Schriftsetzer. —
„Na, es geht eben nicht anders!" versichert der Faktor .... Ob es nun wohl „losgeht"? Bald siebt es so aus.
„Um die Anzeige soll noch ein hübscher Rand, versieben Eie!" schreit da eine Stimme durch die Tyür, die fingerbreit geöffnet ist, hinein. Klapp; zu ist die Pforte wieder.
Wie Tiger und Leoparden stürzen sich Gutenbergs Jünger auf die Thüre zu, aber der Gewandte ist ihnen wieder entwischt. Man sieht sich an ... . Schweigen. Blicke, als ob im nächsten Momente ein Faustkampf entstehen solle.
„Soviel sage ich: Die Seele aus dem Leibe schinden, das ihue ich nicht!" damit geht der Setzer.
„Ja, meine Herren, Sie müssen auch daran denken, daß wir Menschen sind!" damit entweicht der Buchdruckereifaktor.
Der Redakteur macht eine Bewegung, als wolle er ins Wasser springen, der Expedient pustet Luft wie Walfisch .... Mittagsschweigen ....
m. Wetter-B eobachtuugen.
12. Februar.
Temperatur 6 Uhr Abends: 0,01 ®elf„ 0,0° Röaum.
„ 7l/s „ Morg.: —0,8» „ —0,6» „
„ 12 „ Mittags: 4,0’ „ 3,2° „
Die höchste Temperatur des gestrigen TageS betrug 2,10 Celsius (1,70 Rsaumur).
Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug —1,2 ° Celsius (-1,0 ° Reaumur).
Wittrrungs. Übersicht der Deutschen Seemartr vom 11. Febr., mitgetheilt dem Deutschen Reichsanzeiger.
Die Weiterlage zeigt auch heute geringe Aeuderungen. Das Hochdruckgebiet hat sich langsam nach Südosten ausgebreitet, während eine Depression im Nordwesten sich der mittleren norwegischen Küste nähert. Am höchsten ist der Luftdruck über Böhmen. In Deutschland ist das Wetter ruhig theilweise heiter, im Nordwesten etwas wärmer, im übrigen kälter, ohne nennens- werthe Niederschläge; in Bayern herrscht ziemlich strenge Kälte.
Barometerstand Mittags 12 Uhr
feine »I, Per
1896 inaBma^un9 vom 1. Febr. ©rt^oii,Ä,trun9. in der die i beworben (Bürgermeister
. . * Z" Trompeter ”»« Mars ka Tour ist wieder in das Gedachtmß zurückgerufeu worden. Bei dem Todes- rttt am 16. August 1870 gehörte der Trompeter Roth- bar t der zweiten Schwadron des zweiten Garde-Dragoner- Regrmentes an. Seine Trompete war ihm zerschossen; er sah eine französische Signal-Trompete am Boden liegen, sprang vom Pferde, nahm sie an sich und blies darauf das „Marsch Marsch" zu dem berühmten Kavallerie-An-
1 "bhiblt die Trompete später als Andenken und 6“b ihf 17 Jahre lang einen Platz über seinem Bette, kürzlich hat er sie seinem alten Regiment zum Geschenk gemacht und die Trompete hängt im Offizier - Kasino. Der frühere Trompeter ist Beamter in Berlin.
* Der Londoner Schularzt Dr. Litte ljohn veröffentlicht einen interessanten Bericht über die Krank ijeifen der Kinder in der seiner Ueberwachung anver- lrauten Elementarschule des Central Londoner Distrikts. Wahrend 26 Jahren, d. i. während der Zeit von 1871 b's 1897, untersuchte Dr. Litteljohu 14,000 Schulkinder, Knaben und Mädchen. Unter diesen 14,000 Schulkinder tarnen 3274 Krankheitsfälle vor. In den ganzen 27 Jahren konnte Dr. Litteljohn beobachten, daß Pocken und Diphtherie blos während der Monate März, April und Mai auftraten. Scharlach im Dezember, Januar und Februar, Maseru in der Zeit vom Februar bis August und im November. Wasserplattern traten während be§ ganzen Jahres auf, Influenza dagegen fast nur im Januar, Keuchhusten zwischen Dezember und April. Unter den angegebenen Todesfällen fielen 162 auf Pocken, 1 2iobe§fan auf Influenza, 6 auf Diph erie und 20 auf Scharlach. Die Zahl an Pockenerkrankungen und Todesfällen an dieser Krankheit ist im Vergleich mit den Verhältnissen in Deutschland in England jedenfalls sehr bedeutend.
* Ireudige Botschaft. Denk' Dir, lieber Mann, unfer Fritzerl hat heute das erste Wort gesprochen. — ®i! Wieso? — Als ich ihm im Thiergarten den großen Pavian gezeigt hab', hat er plötzlich gelacht und ausgerufen: Papa!
* I« Aelkauraut. Gast: „Da schauen's, ein Haar in der Butter." — Kellner: „Verflucht! Schon wieder so a dumm's Kuhhaar, was die Frau in die Butter gibt, damit de Güst' net merken, daß es Margarin is."
* Schuldner. „Ich möchte gern diese kleine Rechnung bezahlen .. —Gläubiger (sehr erfreut):
„Ah; schön, sehr schön, mein Lieber!" — Schuldner: „Aber ich kann nicht!"
* Jua der guten, alten Zeit. Hauptmann: „Wie kommt es denn, daß heute bloß drei 'Mann ausgerückt find?" Feldwebel: „Die andern haben die Gewehre zum Schützenfest verborgt!"
* Jm Eifer. A.: „Was hast Du denn? Du bist ja ganz außer Dir?" — B.: „Ach was! Da soll man nicht zornig werden! Behauptet mein Nachbar, dieser Schasskopf, ich sei nicht seinesgleichen!"
' Sn Kans HkantoffelHeld. Frau A.: „Also Ihr Manu spielt am Stadttheater-Orchester erste Geige?" — Frau B.: „Jawohl, aber auch nur am Stadttheater- Orchester !"
* Ans dem Wannlchaftszimmer. Lieutenant (zum Soldaten, dem beim Kommißbrodvertheilen der Magen knurrt): „Piefke, lassen Sie Ihren Magen mit dem Kommißbrod nicht so laut flirten!"
Gottesdienstordnung in Fulda.
Sonntag, 13. Februar Dom. 5'/a, 6, 6'/« und 7'/- Uhr hl. Messen, 6-/2 Uhr hl. Messe und Kommunion der Christenlehr - Jungfrauen, 9 Uhr Amt und Predigt, 4 Uhr Predigt und Abend-Andacht. Nach derselben wird Beicht gehört und mit Verehrung des heil. Valentinus werden dessen Reliquien aufgelegt. Andacht in der Marien - Kapelle unterbleibt wegen des Beichthörens. — Stadtpfarrkirche. S'/« Uhr heil. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, Sh-Uhr Hochamt und Predigt, 11 und 1", Uhr
Christenlehre, 3 Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. — Mlichaelskirche. 10 Uhr hl. Messe. — Pfarrkirche ?um hl. Geiste. 8 Uhr Amt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — Sodalität. '.'s 10 Uhr. — Frauenberg. 5, 6-/2 und 8 Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feierliche Vesper.
Montag, 14. Februar. Dom. (Fest des heil. Valentinus.) 5'/s, 6, 63/« und 7‘/s Uhr heil. Messen, 9 Uhr Hochamt, vor und nach demselben werden Reliquien des hl. Valentinus aufgelegt, 4 Uhr Andacht und Auflegen der Reliquien.
Der Postdampfer Westerland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 9. Februar wohlbehalten in New-Jork angekommen.
Zn den ermächtigt worden sind, zur Kirmefi 1. Die <
tagen brinn/ ’ e^ei'‘3en Fastnachts- (Kirchweih) und Fastnacht jeden Benehmen seine ®efannfm * ^err Landrath Jahres die Gestattung