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25. Jahrgang

IrrLöa, Mittwoch, den 9. Februar 1898

M 31.

verantwortlich: Lnr die Redaktion I»s. Ban», sür Inserate I. Parzeller in Snlda.

das Zimmer zu hüten. I

* Das ^Leipziger Tageblatt' bringt das Ge­rücht, daß der fünfte Sohn des Kaisers, Arinz Hskar, welcher 1898 sein 10. Lebensjahr vol­lendet, gleich dem dritten Sohn des Kaisers, Prinz Adalbert, welcher 1894 in die Marine eingestellt wurde, ebenfalls der Marine angehören soll und noch im Laufe des Sommers als Unter­lieutenant dem Seeoffizierkorps eingereiht werde.

* Auf dem Oeöiete der Telegraphie scheint eine Neuerung von größerer Tragweite beoorzustehen. In den letzten Wochen haben im | Telezraphen-Jngenieuröureau des Reichspostamts eingehende Versuche mit einem von dem Ingenieur Leo Kamm erfundenen neuen Apparat, dem Zerographen, stattgefunden, welche über­raschende Resultate gehabt haben. Der Apparat ähnelt einer Schreibmaschine, unterscheidet sich aber von allen bestehenden Telegraphenapparaten dadurch, daß der Apparat vollständig automatisch arbeitet und keinerlei Bedienung erfordert. Der Synchronismus ist automatisch, irgend welches Uhrwerk ist am Apparat nicht vorhanden. Die Tragweite der Erfindung ist ohne Weiteres klar. Die "Reichsposttelegraphie oder jeder Privattheil- haber kann Depeschen in jedem Augenblick über­mitteln, ohne daß an der empfangenden Stelle jemand zur Bedienung des Apparats anwesend ist. Eine weitere wichtige Eigenschaft des Zero­graphen ist es, daß derselbe an jede Telephon­leitung eingeschaltet werden kann, ohne daß der Telephonbetrieb irgendwie beeinträchtigt wird. Die Versuche, welche auf dem Telegraphen-Jnge- nieurbureau angestellt worden sind, sind höchst eingehender Natur gewesen. Die Apparate sind zunächst auf kurze Distanzen, dann auf einer

Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

geistlichen Reiches, um so größer waren Erfolge als Vater der katholischen Kirche. Seine Papstregierung ist nicht nur die längste — er war 32 Jahre Papst — sondern auch die wich­tigste der ganzen Neuzeit. Viele Selig- und Heiligsprechungen fanden unter ihm statt, und viermal versammelte sich um den Statthalter [ Christi ein großer Theil der Bischöfe der katho­lischen Welt: so am 8. Dezember 1854, als Pius IX. feierlich den Glaubenssatz von der unbefleckten Empfängniß Maria vor mehr als 200 Bischöfen verkündete; so Pfingsten 1862, als die 26 japanischen Märtyrer im Bei­sein von 300 Bischöfen heilig gesprochen wurden; so am Peter- und Paulsfeste 1867, dem 1800- jährigen Jubiläum des Martertodes der Apostel- sürsten Petrus und Paulus, wo über 500 Bischöfe erschienen, um dem Nachfolger des hl. Petrus ihre Huldigung darzubringen. Am 8. Dez. 1864 übte Pius IX. in noch umfassenderer Weise sein Lehramt aus, indem er die berühmte Encyktika „Quanta cura“ mit dem Syllabus (Zusammen­stellung von 80 modernen religiösen Jrrthümern) veröffentlichte. Es war das ein Schlag ins Gesicht für den modernen Liberalismus. Die großartigste That im Pontifikate Pius IX. war die Einberufung des 20. Allgemeinen (vatikanischen)

Welt darstellt.

Bitteres Weh durchzuckte die Herzen von Millionen Katholiken, als am Abend des 7.Februar 1868 der Telegraph die Kunde über die Länder des Erdkreises verbreitete, der edle Pius sei nicht mehr unter den Lebenden. Der Haß der Kirchen­feinde hatte die letzten Lebensjahre des großen Papstes mit Schmerzen getränkt. Gott ließ das Unrecht zu, um seinen treuen Diener in der Ge­duld zu bewähren, bis er ihn abrief in das Land der Vergeltung. „O Gott, den ich stets ge­liebt und gesucht habe, nimm mich auf!"

Äugen."

„Seht, Miß, so kann man wohl leiden für

Dann brach der Kulturkampf aus. Be­kannt und auf dem ganzen Erdkreise berühmt ist sein Ausspruch „non possumus“ (wir können nicht), den er dem Liberalismus entgegensetzte, ein Wort, das auch heute noch kurz und klar das Verhältniß der katholischen und ungläubigen

Zum 20. Todestag Papst Pius IX.

Zwei Jahrzehnte sind nun verflossen seit dem Heimgangedes unvergeßlichen Hl. Vaters Pius IX., eines der größten Päpste und der größten Männer

Erscheint täglich, nr. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bicrteljährl.

HejUgspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus- wärtslM.MPf.

Schleifenlinie von 180 Kilometern Länge und mit einer Stromstärke von nur 20 Volts mit hohen Widerständen gearbeitet worden. Bei der Ein­schaltung in das Berliner Telephonnetz sind Wider­stände von 500 Ohm verwandt worden. Alle Versuche ergaben ein tadelloses Arbeiten des Zero­graphen. Derselbe ist vor einigen Tagen dem Staatssekretär des Reichspostamtes und den be­treffenden Abtheilungsvorstäriden durch die Ober­ingenieure des Reichstelegraphenbureaus in Gegen­wart des Erfinders vorgeführt worden, und Samstag hat die Vorführung der Apparate vor dem Kaiser mit ausgezeichnetem Erfolge stattge­funden. Der Zerograph ist im Uebrigen ein Typendruckapparat von denkbar einfachster Kon-

werden's ja nicht leugnen, wenn man uns fragt; aber sagt Ihr nichts; nein, sagt Ihr nichts, mir haben es ja so gut mit Euch gemeint."

Der Ton war zu aufrichtig, die Angst zu offenbar, als daß das Heuchelei hätte sein sollen. Welche sonderbare Verkettung von Umständen da eingetreten war, wußte sie nicht; aber sie wußte, daß sie hier, wo sie nur Verfolgung erwartete, Freunde gefunden. Auf's Neue flammte die Lebenslust wieder in ihr auf, und sie fragte sich, ob sie denn doch nicht lieber den Kampf noch einmal versuchen solle, welchen sie eben noch trost­los aufgegeben hatte.

Gewiß, gutes Weib, ich werde nichts ver- rathen," antwortete Lucy nach einigem Besinnen. „Welche Gründe Ihr immer gehabt haben möget, mir Gutes zu thun, es wäre schändlich von mir, wollte ich Gutes mit Bösem vergelten."

„Oh, man wird Euch sehr locken! Vielleicht winkt Euch auf der einen Seite die Freiheit, auf der anderen die Folter."

Lucy schauderte.

„Aber man hat mir doch gesagt, daß Katho­liken von allen Aemtern und Stellen ausgeschlossen wären."

„Wir sind Engländer und gehören der Hoch­kirchs an," erklärte die Frau. „Katholisch sind wir erst vor einigen Tagen geworden."

„Und warum das? Man verfolgt ja die

diesen Verfolgungen die Christen verhielten, und gerade so verhalten sich die Katholiken heute wieder. Und seht, gute Dame, da dachten wir: wenn das heute noch gerade so ist hüben und drüben wie damals, so müssen das wohl die eigentlichen Christen sein, die da handeln, wie die Christen damals, und die da handeln wie die Juden und Heiden, das müssen auch die Juden und Heiden sein. Und darum sind wir katholisch geworden."

Lucy betrachtete erstaunt dieses Weib aus dem Volke, das ihr in so einfachen Worten mittheilte. daß sie der Verfolgung wegen katholisch geworden seien, ohne zu ahnen, welche unendliche Fülle von überzeugender Kraft in diesem Motive lag.

„Ihr seht mich überrascht an, werthe Miß!" fuhr" die Frau nach kurzem Schweigen fort. „Wer möchte wohl der Sanftmuth widerstehen, welche Pater O'Kelly an den Tag legt. Vorgestern haben sie ihm angekündigt, daß er gefoltert würde, wenn er nicht den angebe, der ihn bei sich aus­genommen ; und heute haben sie ihm die Daumen­schrauben angelegt. Mein Mann sagte, es fet zum Erbarmen gewesen, wie das Blut unter den Nägeln hervorgespritzt fei. Aber gesagt habe er nichts nur gebetet, nur manchmal einen Schrei I ausgestoßen, und jetzt soll er in einigen Tagen I auf die Leiter gelegt werden."

„Still, still! Frau!" sagte Lucy abwehrend, „mir schwindelt ... es wird mir Nacht vor den

Katholiken!"

„Ja wohl; man hat auch unfern Heiland ver-

I I-im HÄ- W«. aber für ,-m-

jSSV* wiff-n ja, wie sich ui | schlecht- Sach- . . . Doch still, tch hör- n>.m-.

66 Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei e xeterrgasse Nr. 2 (Darmon-e).

Deutsches Deich*

Berlin, 8. Februar.

□ Gelegentlich des diamantenen '^rteßer- jnvikänms Sr. Keiligkeit Sapst Leo XIII. wußten liberale Blätter zu melden, daß der hl. Vater zu seiner Jubelfeier von Seiten der | Gläubigen Geldspenden im Gesammtbetrage von 5 Millionen Mark empfangen habe. Diese Nachricht war auch von katholischen Zeitungen übernommen worden. Aber sie ist leider unbe­gründet, vielmehr von denselben Gegnern, auf deren Anstiften der hl. Stuhl seines weltlichen Besitzes entkleidet wurde, zu dem Zweck in die Presse lancirt worden, den Papst der Früchte des Peterspfennigs zu berauben und dadurch seine Lage immer schwieriger zu gestalten. Der Um­stand , daß katholische Blätter in die von der Loge gestellte Falle gegangen sind, veranlaßt uns, das Dementi mitzutheilen, das dieser Tage der ,Osservatore Romano' jener Meldung ent­gegengestellt hat: „Der 60. Jahrestag der ersten hl. Messe des hl. Vaters hat eine willkommene Gelegenheit geboten, dem vielgeliebten Ober­haupte der Kirche erneut herrliche Beweise der Verehrung und Bewunderung zu geben. Es ist Thatsache, daß bei dieser Gelegenheit viele Fürsten und Städte, parlamentarische und kommunale Körperschaften, Vereine und Private aus allen Theilen der Welt in Ergebensheitsbezeugungen | für den hl. Stuhl wetteiferten. Aber die Feinde

Sie saß auf der Strohschütte und barg krampf­haft schluchzend ihr Gesicht in ihre Hände.

„Ich kann mir es denken, daß sie uns miß­traut," sagte der Kerkermeister zu seiner Frau, „ich will draußen so lange Wache stehen, damit sie Euch nicht überraschen. Sie sind ja ganz ver­rückt geworden, seitdem dieser Bruder Josua da ist, mit lauter nächtlichen Inquisitionen und Visitationen."

Der Kerkermeister ließ die Laterne stehen und verschwand in dem dunkeln Gang.

„Miß," sagte die Frau, zutraulich nähertretend. „Fasset Euch ein Herz. Was geschehen kann, Euch die Haft zu erleichtern, das wird geschehen. Viel können wir nicht thun, denn wir sind arm; aber was wir vermögen, das soll geschehen, denn wir sind katholisch."

Lucy sah die Frau verwirrt an. Sie wußte absolut nicht, was das zu bedeuten hatte.

„Ihr könnet uns trauen," fuhr das Weib nach einer Pause fort; „Ihr braucht nicht zu fürchten, daß wir Euch verrathen."

„Ich bin nicht katholisch," versicherte Lucy.

„Nicht katholisch?" wiederholte die Frau er­schrocken in fragendem Tone. „Aber weßhalb seid Ihr denn hier?"

„Weil man mich beschuldigt, katholisch zu sein."

„Und Ihr seid's nicht?" sagte die Frau. „Nein, Ihr seid's gewiß nicht, ich wollte es be­schwören. Ihr wäret sonst die Erste unter all den Katholiken, die hier eingekerkert waren, welche ... Aber um Gotteswillen, wir haben es gewiß nur gut mit Euch gemeint . . . Sagt nicht . . . Unsere Zeit wird einmal kommen, wenn es uns I nicht gelingt, rasch davon zu gehen . . . wir

FutdaerMZertung

mit Anterhattungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Zeitung

unseres Jahrhunderts.

Als im Jahre 1848 auch in Rom die Revo­lution ausbrach und sein Minister Rossi ermordet wurde, floh Pius nach Gaeta und konnte erst 1850 wieder nach Rom zurückkehren. Im Jahre 1860 riß Viktor Emanuel, König von Sardinien, einen Theil des Kirchenstaates an sich. Ein neuer Versuch, den ganzen Kirchenstaat wegzunehmen, den Garibaldi 1867 machte, wurde durch den Sieg der päpstlichen Truppen am 8. November zwar verhindert, doch im Jahre 1870 wurde nicht nur der ganze Kirchenstaat, sondern Rom selbst dem Papste entrissen und dem neuen König- i 'n TV, lebten Taaes wieder-

refch Italien einverleibt, dessen Hauptstadt Rom Begirm des Todeskampfes

feit 18/1 Ift feqnete er die Kardinäle und sprach zu ihnen:

loren, aber um so mehr entfaltete sich die Liebe für die Kirche und di en Heil. Stuhl und Treue, der Unterthanen seines die Wahrheit sage.

' ■ i Ich empfehle Dir . . . ." Er konnte vor Schwäche nicht mehr vollenden. L aber wußte die Gedanken des Sterbenden, der ihm offenbar seine heilige Kirche em­pfehlen wollte, und er hat sein Gebet erhört. Mit Pius glaubten die Gegner den letzten Papst zu Grabe getragen, aber sie irrten sich. Dreizehn Tage später bestieg ein Anderer den Stuhl Petri, unser glorreich regierender hl. Vater Leo XIII. Die einzelnen Päpste sterben, aber das Papstthum stirbt nicht.

Konzils auf den 8. Dezember 1869.

Seit mehr als drei Jahrhunderten, nämlich seit Beendigung des Konzils von Trient, war kein ökumenisches Konzil abgehalten worden. Nie hatte die Kirche so lange ohne ein solches gelebt. | Die katholischen Bischöfe, über 700 an der Zahl, erschienen aus allen Theilen des Erdballes. Auf diesem Konzil wurde die Unfehlbarkeit des Papstes erklärt, welche ihm dann zur Seite steht, wenn er als oberster Hirt und Lehrer der Kirche in Sachen des Glaubens eine Ent­scheidung gibt, die für die ganze Kirche bestimmt ist. Mit Staunen sah die ungläubige Welt den Katholizismus, dessen Verfall sie erwartete, trotz aller Angriffe gegen das Konzil in einer Weise geeint, wie nicht einmal die kleinste Sekte inner­halb einer einzelnen Nation es war.

e Btt letzte Häuptling non fiillntncg.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

4g ------ (Nachdruck verboten.)

Ehe sie noch ihr Lager gefunden, hörte sie die Riegel aufs neue zurückschieben, die Thürs öffnete sich und der Schein der Laterne fiel wieder in das dürftige Gemach. Der Kerkermeister trat ein, hinter ihm seine Frau, die auf einem Brette ein großes Stück Brod und einen Topf mit Ge­müse, in der Hand einen Krug Wasser trug. Der Beschließer trug ebenfalls einen kleineren Krug.

„Gelobt sei Jesus Christus!" sagte der Be­schließer, als er und sein Weib in der Zelle waren, und letztere wieder die Thüre hinter sich zugezogen hatte. .

Lucy sah den Mann hocherstaunt an; wie sie von Robert wußte, war das der Gruß, womit die Katholiken einander ansprachen. Sie war als heimliche Katholikin verhaftet; es war doch nicht möglich, daß ihr Kerkermeister ein Ka­tholik war.

„Hier bring ich Euch ein Nachtessen," sagte der Kerkermeister, während seine Frau Brod und Gemüse auf dem hervorragenden Steine unter­brachte. „Aus meinen eignen Mitteln hab' ich Euch dies Krüglein Bier beigefügt, weil Eure Jugend und Eure Schönheit mich dauert. Aber habt Ihr mir nichts zu antworten auf meinen Gruß?"

„Ich danke Euch, guter Mann, gewiß danke ich Euch," erwiderte Lucy; „aber nehmt die Speisen wieder mit . . . ich bin . . . o Gott! Warum hast du mich nicht früher sterben kaffen!"

der Kirche verleugneten auch diesmal ihre Natur nicht und ließen ihrem Haß und Neid um fo mehr freien Sauf, je gewaltiger sie dem hl. Vater die Herzen sich zuwenden sahen. Zu ihren bös­willigsten Kniffen gehören unstreitig die Redens­arten, mit denen sie den Zeitungen Nachrichten über Geschenke und ansehnliche Geldspenden ver­breiteten^ die dem hl. Vater gelegentlich feiner Jubelmeffe geschickt worden fein sollen. Das Ziel dieser freimaurerischen Ausstreuungen war offen­bar das, den Glauben zu verbreiten, die lang­jährige Bedrängniß des apostolischen Stuhles habe eine Verminderung erfahren, um dadurch den Eifer der Gläubigen erkalten zu laffen, diese, wenn es möglich wäre, zu verleiten, das Werk ---------.

des Peterspfennigs aufzugeben oder wenigstens struktron und großer Leistungsfahigke t. Seme lässiger zu betreiben. Wir sind jedoch überzeugt, Bedienung erfordert für die Uebermittelung der daß sich Niemand durch die bekannten Manöver Depeschen keinerlei Vorbildung, kann vielmehr der Sekten einfangen laffen wird, da es zu offen- von jedem, der das Alpbabet kennt, vorgenommen kundig ist, daß ungeachtet der kindlichen Gaben werden. Der empfangende Apparat bedarf, wie und erneuten Liebesbeweife der Bischöfe und gesagt, gar feiner Bedienung. Im Uebrigen mag katholischen Völker, für die das hochsinnige Herz noch aufetwas verwiesen. werden5 das vielleicht Leos XIII. überaus dankbar ist, jene schmerzlichen von größter Bedeutung für die Zukunft sich er- Bedrängnisse, in die der Stellvertreter Jesu weisen wird. Der Zerograph ist für die Funken-

«•“।?rüV“”f*bitfe”’tn'ia n”d’9r66erS’lwSÄS

* Die Erkältung, welche der Reichskanzler ergeben, dchdieApparateauch ohne !Druck ,,, &nR»ttrnfic ficb vor Kurzem zuae- arbeiten. Das Reichspostamt hat eine Anzahl itt nnck nickt völlia beseK so daß von Apparaten bestellt und die leitenden Stellen

* Mit „Keöetserhörnngen" wird in manchen Zeitschriften zum großen Verdruß ver­nünftiger Geistlichen ein wahrer Unfug ge­trieben. Ein besonders starkes Stück befindet sich in Nr. 2 des ,Pelikan', der seiner Zeit int Taxil- Schwindel so schwer gesündigt hat:

„Auffallende Gebetserhörungen. Uchrg- heim, Baden. Meine Mutter hatte schon länger als sechs Jahre eine schmerzliche Krankheit an ihren Händen. Kein Arzt konnte über die Krankheit ihr Aufschluß geben und ebenso wenig ihr Heilung bringen. Voriges Jahr nun bestellte sie 10 .Pelikan' und ver- theilte sie jeden Monat; ihre Hände sind nun geheut, sie selbst weiß nicht, wie; ein anderes Mittel hat sie nicht mehr angewendet."

Dis ,Augsb. Postztg.' bemerkt dazu: „Ich glaube nicht, daß irgend ein Leser ein anderes Gefühl bei Lesung dieser Zeilen empfindet, als Ekel. Derartiges abergläubisches Zeug findet sich aber fast in jeder Zeile dieses Blättchens. Es schadet unserer Sache mehr, als die Angriffe der Gegner." Ganz richtig! Hier wird die „Gebetserhörung" zum Ueberfluß noch als Markt­schreierei mißbraucht. Seit den skandalösen Vor­gängen von 1896 ist das Blatt unter schärfere Censur gestellt worden, aber offenbar reicht die­selbe noch nicht aus.

* Hsnavrück, 8. Febr. In Folge Weige­rung der Generaldirektion des Georgs-Marien- Bergwerks- und Hütten-Vereins, den katholischen Arbeitern am Lichtmeßtage Arbeitsruhe zu gewähren, fuhren am 2. Februar beim Pies- berger Bergwerk von 1200 Mann der Beleg­schaft nur 120 an, so daß der Betrieb nicht auf­genommen werden konnte. Ein Ende der Streitig­keit ist vorerst noch nicht abzusehen, da beide Theile aus ihren Forderungen beharren.