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FuldaerMZeitung

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mit Zlnterhattungs-Anlage „IlkuKrirte Sonntags-Zeitung!' petersgaffe Nr. 2 (Darmonie).

JuLöcc, Dienstag, den 8. Februar 1898

Jahrgang.

M 30.

as Orient-Fragen.

In zweierlei ganz verschiedener Art wird die Frage behandelt, ob Prinz Georg von Griechenland Gouverneur der Insel Kreta werden soll oder nicht. Von einer Seite wird unausgesetzt versichert, Rußland werde aus keinen Fall den Prinzen unmittelbar gegen den Willen des Sultans zum Gouverneur von Kreta machen. Von anderen Seiten wird sehr ernsthaft behauptet, Rußland werde im Verein mit Frankreich und England nöthigenfalls auch gegen den Sultan den griechischen Prinzen an die Spitze der Regierung und Verwaltung der Insel Kreta stellen. Von Athen her und von Organen, die die Interessen des Großhellenenthums vertreten, geht gleichzeitig die Bemühung aus, der Welt glauben zu machen, daß es eine an sich höchst unschuldige Sache sein würde, wenn Prinz Georg den Posten bekäme; keinessalls dürfe man in Verbindung damit an die Wahrscheinlichkeit einer Vereinigung der Insel Kreta mit Griechenland denken. Aber das zu glauben ist schwer. Und wenige Politiker wird es geben, die von der Wahrheit dieser Behauptung überzeugt sein werden.

Seit langen Jahren strebt das Zarenreich danach, die Balkanhalbinsel unter seine Bot­mäßigkeit und mindestens deren östliche Hälfte in seinen Besitz zu bringen. Mit leidenschaftlicher Gier betrachten die russischen Eroberungspolitiker seit Jahrzehnten diese Länderstrecken, die für Rußland von ungemein großer Bedeutung find. Und ausnehmend wenig wählerisch war stets die zarische Politik in der Auswahl ihrer Mittel, wenn es sich darum handelte, auf der Balkan­halbinsel einen neuen Vorstoß zu unternehmen. Das unglückliche Land Bulgarien kann davon ein trauriges Lied singen. Und immer und immer wieder macht sich in der an heimlichen Umtrieben reichen Politik der Balkanländer der verderbliche Einfluß des rollenden Rubels geltend.

Auch jetzt scheint Aehnliches sich abgespielt zu haben. Der vorher allmächtige Günstling des Sultans Abdul Hamid, Izzet Bey, ist unter der Anklage des Hochverraths plötzlich verhaftet worden. Er war in neuerer Zeit schon mehrfach in Ungnade gefallen. Aber stets noch hatte er es verstanden, sich beim Sultan wieder in Gunst zu setzen. Was jetzt eigentlich seinen völligen Sturz herbeigeführt hat, ist nicht bekannt. Aber man hat ihn in dem dringenden Verdachte, unter dem sieghaften Einflüsse des Rubels den russisch-grie­chischen Kreta-Plänen und der Bewerbung des Prinzen Georg von Griechenland um den kretischen Gouverneur-Posten Vorschub geleistet zu haben.

Sehr verdächtig ist es, daß gleichzeitig die Bulgarei der Pforte Schwierigkeiten macht. Das Recht dazu kann man ihr zwar kaum streitig machen. Denn allem Anscheine nach hat sich wieder einmal die häßliche, barbarische Seite der Türkenherrschaft in der Behandlung, oder viel­mehr Mißhandlung von Bulgaren, die in Mace- donien wohnen, in hellstem Lichte gezeigt. Aber merkwürdig bleibt es immerhin, daß so viele Dinge auf einmal zusammenkommen, um in dem Sinne der russischen Vorwärts-Politik den Sultan zu bedrängen. Man kommt dadurch gar zu leicht auf den Gedanken, daß Rußland — entgegenge-

< Brr kfik fiänptling m Wmry.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

45 ------ (Nachdruck verboten.)

XIII.

Im Kerker.

Seit den letztgeschilderten Ereignissen waren einige für Lucy ungemein trostlose Tage ver­gangen. Wenn sie auf Befreiung durch Robert gehofft hatte, so war diese Hoffnung jetzt ent­schwunden. Sie hatte zwar am Morgen des ihrer Entfü hrung folgenden Tages von ferne Menschenhaufen heranrücken sehen, aber das Fähnlein Dragoner war sehr rasch zum Abzüge gerüstet, und fort ging es. Die Fußgänger konnten natürlich den wohlberittenen Dragonern nicht folgen.

So kam Durham ungefährdet nach Kilkenny, woselbst einstweilen Oberst Harrison sich installirt hatte. Er hatte alle bürgerliche und militärische Gewalt an sich genommen, wie dies seine Ordres besagten, unö führte von diesem Stützpunkte aus einen Vernichtungskrieg gegen die „Amalekitrr". Auf fünf Stunden in der Runde wurde alles radikal ausgeplündert. Täglich zog ein Fähn­lein mit Wagen hinaus auf das Land und brachte von dort her alles mit, was zum Gebrauche des Regiments dienen konnte. In wenigen Tagen hatte sich das Regiment den Beinamen „die rothen Teufel" erworben, und mit Recht; die eine Be­zeichnung kam ihnen zu wegen der Farbe ihrer Aermelwesten und Pluderhosen, die andere wegen ihrer Haltung. Mord, Unzucht und Brand­

setzt seiner voraufgegangenen Haltung in Balkan­fragen — gleichzeitig auf Griechenland und Bul­garien sich stützt, um gegen den Sultan Schach anzusagen. Vorher spielte es in dem sogenannten Konzerte der Mächte in Gemeinschaft mit Deutsch­land die Hauptrolle, um nach dem griechisch- türkischen Kriege das Gleichgewicht zu erhalten zwischen Griechenland und der Türkei. Noch mehr, Rußland war es, dessen Vertreter durch eine ge­harnischte Vorstellung die englische Regierung dazu bewog, den Widerstand gegen die von den anderen Mächten verabredete Regelung der grie­chisch-türkischen Frage aufzugeben. Jetzt aber scheint das Zarenreich seine Balkanpolitik geän­dert und wieder vollkommen in das alte Fahr­wasser zurückgelenkt zu haben. Eroberungspolitik, gleichzeitig mit einer scharfen Spitze gegen die Wünsche Oesterreich-Ungarns.

Das deutsche Reich kann die Entwickelung dieser Dinge mit großer Ruhe abwarten. Deutsch­lands Interessen werden dadurch kaum berührt. Aber sollten Rußland, Frankreich und England an der Kandidatur des Prinzen Georg festhalten, so wäre zu erwarten, daß diejenigen Mächte, die diese Kandidatur nicht unterstützen wollen, aus dem Konzerte der Mächte ausscheiden und ihre Truppen von der Insel Kreta zurückziehen. Und dann müßte sich der Sultan die Einsetzung des Prinzen wohl oder übel gefallen lassen.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Februar.

* Ileöer den verstoröenen Kischof Klein von Kimöurg werden in einigen Blättern irrige Nachrichten verbreitet, die das Andenken des Verstorbenen zu trüben geeignet sind. Nach dem Vorgänge des ,Berl. Tagebl/ schreibt auch die ,Nat.-Ztg/, Bischof Klein habe Anfangs 1887 bei den Reichstagswahlen den Klerus ermahnt, für das Septennat zu stimmen. Das ist nicht richtig. In seinem Erlaß vom 8. Februar 1887 hat der verewigte Bischof feinen Diözesanklerus lediglich von der Agitation gegen das Sep- tonnat abgerathen, damit derselbe sich nicht der Gefahr aussetze, bei dem hl. Vater beschuldigt zu werden, daß er an der Spitze der Opposition gegen thunlichste Berücksichtigung der Wünsche des hl. Vaters stehe, im Uebrigen hat er aner­kannt, daß das Centrum durch sein Votum für eine dreijährige Bewilligung den Wünschen des hl. Vaters ^bereits eine weitgehende Rücksicht bethätigt habe, und es für geradezu selbstver­ständlich erachtet, daß der Klerus für die Cen­trumskandidaten eintrat. Zwei Monate vorher, am 6. Dezember 1886, hatte er dem Abgeordneten Dr. Lieber ausdrücklich erklärt: „So lange ich lebe, werde ich der Centrumsfraktion mit aller Sympathie und mit den besten Wünschen zugethan fein. Mit vollem Vertrauen überlasse ich mich der erprobten Vorsicht des Centrums auf alle Fälle." Diese Worte schließen jeden Zweifel an der politischen Haltung des verewigten Bischofs von Limburg aus.

ft Der Reichskanzler hat dem Reichstage eine neue große Drucksache über die Ilottenvorkage zugehen lassen. Dieses Buch umfaßt nicht weniger als 242 Seiten in Folio und bringt sehr aus­

stiftung bezeichneten die Stätten, wo Haupimann Macdonald mit seinen Dragonern so lange ge­rastet, bis die zu diesem Zwangsdienste herange­peitschten Irländer alles, was desMitnehmens werth war, auf die Wagen der Engländer geladen hatten.

Dabei trat noch etwas an sich Unbedeutendes zu Tage, was aber im Regimente vielfach be­sprochen wurde. Seit dem Tage von Longford unterlag bekanntlich fast in jeder Nacht ein Dragoner einem meuchlerischen Anfalle und darüber hatte sich des ganzen Regimentes eine gewisse Beklemmung bemächtigt. Än jedem Abend fragte sich männiglich: „Wen wird es diese Nacht treffen?" Diese Mordanfälle hatten mit dem Einzuge in Kilkenny aufgehört; und da gleich­zeitig mit diesem Einzuge auch jener unerbitter- liche Austilgungskrieg in der Umgebung entstand, so erklärte der Oberst das gleichzeitige Wegfällen der Meuchelmorde als einen himmlischen Gnaden­lohn für die Vertilgung der Götzendiener; und schon in der Betstunde des zweiten Tages las er seinen Dragonern vor, wie in der Stadt Hai Josua alle getödtet hätte, die darin waren, das Vieh und die Beute aber hätten die Israeliten unter sich getheilt. Es braucht kaum wohl beigefügt zu werden, daß Bruder Josua und feine Dragoner das gegebene Beispiel treulich nachzuahmen be­flissen waren, wobei sie eine erstaunliche Ge­schicklichkeit entwickelten, sich selbst den Beweis zu liefern, daß Irland ihr Chanaan sei.

Zehn Tage mochte dies Wüthen in der Um­gegend von Kilkenny gedauert haben, als das Fähnlein Dragoner unter Edward Durham ziemlich spät Abends wieder einrückle. Trotzdem wollte der Führer sofort Bericht über feine

führliches Zahlenmaterial über allerhand Ver- hältniffe in Japan, England, Frankreich, Oesterreich, Rußland, Italien und in anderen Staaten. Wir ersehen aus dem umfangreichen Material, wie viel Steuern in allen diesen Staaten auf den Kopf der Bevölkerung jährlich entfallen, wie hoch sich die Ausgaben dort für die Landesvertheidigung (Heer und Marine) belaufen, wie viel der Werth des Seehandels beträgt und dergleichen mehr. Der Zweck der großen Denkschrift ist, wie man sich denken kann, die Führung des Nachweises dafür, daß wir Deutschen im Vergleiche zu den Angehörigen anderer Länder wenig für unsere Kriegsflotte ausgeben, und daß unsere Steuer­verhältnisse so gestaltet sind, daß wir noch ein wenig Belastung mehr wohl vertragen können. Aber darauf kommt es eigentlich bei den bevor­stehenden Auseinandersetzungen über die Flotten­vorlage nicht mehr an. Was das Reich wirk­lich braucht für feine Kriegsflotte, das muß es bekommen — darüber haben noch niemals Zweifel bestanden, namentlich nicht bei der Cen­trumspartei, und was die Leute in Japan an Steuern zahlen und für ihre Kriegsschiffe auf« wenden, kann uns Deutschen recht gleichgiltig sein. Darauf kommt es gar nicht an. Es will uns darum erscheinen, als brauchten wir uns mit der neuen Riesendenkschrift über die Flottenvorlage vorläufig nicht allzu eingehend zu beschäftigen.

* In einer großen Centrums-Versammlung in Würzburg hat der Reichstags-Abgeordnete Domkapitular Dr. Schädler im Verlauf einer mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede auch die Marirre-Dorlage berührt. Abg. Dr. Schäd­ler hat bei dieser Gelegenheit von neuem darauf hingewiesen, daß eine den Verhältnissen angepaßte Vermehrung der Marine nicht gut zu umgehen ist. Aber der Redner fügte gleichzeitig hinzu, daß nichts bewilligt werden darf, was neue direkte oder indirekte Steuern im Gefolge haben könnte. Auch das von der Regierung geforderte M arin e- Septennat bezeichnete Redner als unannehm­bar. Unter dem Beifall der Versammlung hob Redner mit besonders lebhafter Betonung hervor, daß eine Spaltung des Centrums wegen der Marine-Vorlage nicht eintreten dürfe. (Vergl. den Original-Bericht aus Würzburg. Die Red.)

X Während der letzten Tage ist mehrfach in der Presse berichtet worden, daß nunmehr auch in Bayern die Regierung dem Landtage einen Gesetzentwurf über Deröesserung des Der einsrechles vorgelegt hat. Danach soll in Zu­kunft auch den Frauen die Theilnahme an öffentlichen politischen Versammlungen gestattet sein. Theilnahme an politischen Vereinen soll den Frauen auf einigen Gebieten gestattet sein, nämlich im besonderen Berufs- und Standes- intereffe und auf den Gebieten der Erziehung und des Unterrichts, der Armen- und Kranken­pflege. Minderjährigen Personen soll die Theil­nahme an politischen Vereinen und Versammlungen nicht gestattet sein. Die wichtigste Veränderung liegt in der Aufhebung des Verbots, daß politische Vereine mit anderen Ver­einen in Bayern und sonst im deutschen Bundes­gebiete in Verbindung treten. Ausnahms­weise soll nach der Vorlage sogar die Ver-

Sendung an den Obersten Harrison erstatten, und gelangte auch ohne Schwierigkeit zu ihm.

„Ralph O'Connell!" wiederholte Harrison, „ich habe von ihm gehört. Schon in Drogheda habe ich dem Bruder Oliver gesagt, daß es Un­recht sei, ihn nicht hängen zu lassen. Man muß eine Ordonnanz an Cromwell schicken, der kann ihn von der Küste aus am besten erreichen, und wenn er ihn nicht vernichtet, doch in unsere Arme treiben. Dann hängt er; ich sage Dir, Durham, er hängt dann!"

Er blickte den Offizier mit Augen an, als ob er jeden Zweifel an der Wahrheit dieser Be­hauptung zu rächen entschlossen sei.

Sir Edward Durham, der die Eigenheiten seines Chefs kannte, versicherte, daß er fest davon überzeugt sei. „Was machen wir aber mit Miß Lucy Fitzgerald?"

„Ich habe mir gleich gedacht, daß sie etwas wie eine heimliche Papistin ist. Bruder Dur­ham! Der böse Feind säet überall Unkraut unter den Weizen. Schon von ihrem Vater, der durch mich etwas zu früh in die Hölle ge­kommen ist ..."

„Das macht wenig aus im Vergleiche zur Ewigkeit."

„Sehr wahr. Aber schon von ihm habe ich solches vermachet. Er hat die Kinder des Lichtes fortwährend verspottet; und nachträglich höre ich jetzt von Dir, daß er mit einem Sohne des Bel- zebub Gastfreundschaft pflog .... Freilich," fuhr er nach einer Pause der Ueberlegung nach­denklich fort, „er hat sich in seine Güter ein- weisen lassen. Aber ist er darum minder schiech t? .."

bindung mit außerdeutschen Vereinen gestattet werden. Versammlungen von Reichstagswählern sollen in Zukunft so wenig der Anzeigepflicht unterliegen, wie bisher schon Versammlungen von Landtagswählern. Diese Vorlage bedeutet eine ganz entschiedene Verbesserung der bisherigen Zu­stände, und von neuem sieht sich die preußische Regierung beschämt durch das Vorgehen eines anderen deutschen Bundesstaates.

△ Würzburg, 7. Febr. Einen äußerst glänzenden Verlauf nahm die große Centrumsversammlung, die, wie wir bereits gemeldet haben, gestern Abend 8 Uhr dahier im großen Saale des Burkardushofes stattfand. Der weite Saal und seine Galerien waren bis auf das letzte Eckchen dicht besetzt und die Zu­hörer gruppirten sich aus allen Schichten der Bevölke­rung. Der Vorsitzende des fränkischen Centrums­vereins, Herr Betriebsingenieur Keßler eröffnete die Versammlung und ertheilte Herrn Landtagsabgeord­neten Prof. Dr. O r t e r e r das Wort. In klarer, lichtvoller Rede schilderte derselbe nun die Thätigkeit des Centrums im bayerischen Abgeordnetenhause und widerlegte besonders auch die Einwürfe, welche die Bauernbündler und Sozialdemokraten dem Centrum machen. Leider müssen wir es uns der Kürze halber versagen, hier näher auf diese treffliche Rede einzu­gehen. Die häufigen Beifallsrufe während der Rede und besonders am Schluffe derselben zeigten, wie sehr man allgemein mit den Ausführungen einverstanden und zufrieden war. Noch lauter wurde der Beifalls­sturm, als darauf Herr Reichs- und Landtagsabgeord­neter Domkapitular Dr. Schädler das Rednerpult bestieg um in seiner originellen und genialen Art und Weise, sich über die Thätigkeit der Centrumssraktion im deutschen Reichstag zu verbreiten. Redner ging davon aus, daß man dem Centrum schon oft das letzte Stündlein auf Seiten der Gegner prophezeit habe, aber es bis jetzt noch immer lebe und auch immer weiter leben werde, so lange es fest stehe ans dem Boden seiner hehren Prinzipien, auf dem Boden unseres hl. Glaubens, auf den allein ja nur alles Wohl auch im wirthschaft- lichen Leben der Völker aufgebaut werden könne. Wie das Centrum auch wirklich für das wahre Wohl sorge, das zeige zunächst seine Bestrebungen für die Land- wirthschaft. Schon die Erfahrungen der letzten Jahre zeigten dies deutlich, denn alles, was für die Land- wirthschaft erreicht worden sei, sei geschehen durch die Initiative oder doch unter der Mitwirkung des Centrums, so bei dem Gesetz über Getreidewucher, den Termin­handel, beim Börsengesetz u. s. w. Was den Vorwurf . wegen der Handelsverträge betrifft, so haben diese selbst Männer wie von Huene, von Schorlemer-Alst und andere, deren Namen bei den Bauern den besten Klang haben, gebilligt, ebenso eine Reihe von konser­vativen Abgeordneten, und selbst ein Kanitz wollte die Getreidezölle aufgehoben wissen, während dies nur das Centrum verhinderte. Aber natürlich, das alles verschweigt man und die Propheten der Jetztzeit wollen nichts davon wissen. Und was jetzt der preußische Landwirthschaftsminister im Parlament erklärt, das hat das Centrum schon lange gesagt. Aber nicht einseitige Politik treibe das Centrum, sondern der Abgeordnete sei der Abgeordnete des ganzen Volkes und jeden Standes. Nicht einseitige Vertretung einseitiger Interessen, sondern der.Aus­gleich der Interessen aller auf dem Boden der Gerechtigkeit und Liebe verlange das wahre Volkswohl. Redner geht sodann ein auf die Thätig­keit in der Arbeiter-, Handwerker- und Gewerbegesetz­gebung. Zwar sei das Erreichte noch lange nicht voll­kommen, aber der Ausbildung fähig und auf dem be­tretenen Boden müsse rüstig weiter gearbeitet werden. Hier sei aber auch vor allem die eifrige Mithilfe der Handwerker und Arbeiter selbst nothwendig wie bei

„Gewiß nicht; aber was soll ich mit Miß Lucy anfangen?"

„Die übergebt dem Stockmeister, daß man den Fall untersuche. Vor Gott und dem Gesetze gilt kein Unterschied des Standes und des Ge­schlechtes. Wir müssen wissen, wer sie heimlicher Weise im Götzendienst unterrichtet, sie dazu ver­führt hat."

„Aber sie leugnet.“

„Um fo schlimmer für sie! Wir haben Mittel, ihr den Mund zu öffnen. Da ist auch fo ein Verstockter, ein Baalspfaffe, der nicht angeben will, wo er Unterstand gesunden. Ich sage Dir, Bruder Edward, trotzdem wir alles thun, um das Reich Gottes zu sichern, sind wir doch von Verräthern umgarnt."

„Ich werde sie also übergeben. Ihr wißt, Oberst, es besteht ein Gesetz aus den Zeiten der Elisabeth, traft dessen jeder Engländer, welcher von der Hofkirche zum papistischen Götzendienst abfällt, sein Vermögen verliert."

„Wie das auch recht ist. Ein Götzendiener kann so wenig Vermögen besitzen, wie ein Hund ober ein Pferd. Ich hoffe, Bruder Durham, Du hast dagegen nichts einzuwenden."

„Gewiß nicht. Aber in derselben Akte wird demjenigen, der einen solchen Abtrünnigen er­greift und den Gerichten zuführt, der dritte Theil der konfiszirten Güter zugesprochen."

„Ei, wirklich," meinte der * Oberst um ein merkliches kühler, „Wisset, Sir, bringt das dem Gericht vor. Meine Sache ist das nicht!"

Eben verabschiedete ein Wink den Offizier, als eine Ordonnanz leichenblaß hereingestürzt kam.