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KuldaerMZeitung

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mit Anterhaltungs-Aeitage „Mustrirle Sonnlags-Ieilung"

^2 29.JuLöcr, Montag, den 7. Februar 1898 25. Jahrgang

die man im Osten mit Kanälen gemacht hat, recht­fertigen die Abneigung nicht, die man dort gegen dieselben hegt. So dient z. B. der Oder- Spree-Kanal, der doch gewiß nicht nur ein Kanal örtlicher Natur ist, ganz vorzugsweise der Landwirthschaft für den günstigen Absatz ihrer Erzeugnisse.

Getrost kann man mit dem Minister Thielen entgegen den Beschlüssen des Landes-Oekonomie- kollegiums sagen, daß der Anbau der Wasser­straßen eine dringende Nothwendigkeit ist zur Ergänzung unseres ganzen Verkehrswesens; daß es unzweifelhaft Vortheile für die Allge­meinheit bringen wird, und daß endlich drittens die Befürchtungen eines Theiles der Land­wirthschaft vor dem Ausbau der Wasserstraßen niemals sich erfüllen werden.

geordneten Grafen von Roon vertreten. Der aber hat nun in dem Gutsbesitzer Stille-Renk­hausen einen Gegenkandidaten des Bundes der Landwirthe erhalten. Mit Recht sind die Konservativen entrüstet über dieses Doppelspiel. In Dresden redet Herr von Plötz schöne Worte des Friedens und der Freundschaft und in Minden-Lübbecke bekämpfen seine Mannen den eingesessenen Abgeordneten der befreundeten Partei. „Dieses Vorgehen - so schreibt die kon­servative ,Kreuz - Zeitung' — muß um so mehr befremden, als dem Grafen Roon von Herrn von Plötz ausdrücklich bezeugt worden ist. daß er alle Forderungen des Bundes der Landwirthe unter­stützt habe. Daß die Konservativen für die Wahl des Herrn Stille eintreten könnten, muß als ganz ausgeschlossen gelten, denn wenn er sich auch jetzt als „konservativ" bezeichnet, so ist er bei den früheren Wahlen doch stets als eifriger Gegner der Kon­servativen aufgetreten ... Es darf wohl er­wartet werden, daß sich die Leitung des Bundes der Landwirthe diese Mahnung zu Herzen nehmen und den Bundesmitgliedern in Minden-Lübbecke eine befsere Einsicht beibringen wird; sie würde damit nur den Erklärungen entsprechen, die Herr von Plötz auf dem Dresdener Parteitage über das Verhältniß des Bundes der Landwirthe zu den Konservativen abgegeben hat . . ." Mit In­teresse muß man der Entwickelung dieses neuen Wahlzwistes zwischen Konservativen und Bünd- lern entgegensehen.

x Wie neuerdings aus halbamtlicher Quelle verlautet, enthält die Vorlage über Aenderrmgerr im Aostrvesen, die dem Bundesrathe zugegangen ist. wohl auch die Bestimmung, daß verschlossene Briefe in Zukunft nur noch durch die staatliche Post, nicht mehr durch Privatpostanstalten be­fördert werden dürfen. Aber von einer Ent­schädigung dafür an die Privatpostanstalten, daß diesen die Erlaubniß zur Beförderung geschlossener Briefe entzogen werden soll, ist, wie berichtet wird, in dem Gesetzentwürfe nicht die Rede. In­dessen soll im Bundesrathe doch die Mehrheit der Stimmen dafür sein, daß eine Entschädigung an die Privatpostanstalten gewährt werde — eine „angemessene" Entschädigung, wie es in der halb­amtlichen Meldung heißt. Darüber, was als „angemessen" anzusehen sei, werden wohl noch ausführliche Verhandlungen nöthig sein.

* Der ZkostaMenten-Bervand wird end­lich Ruhe haben. Unter dem Staatssekretär Dr. v. Stephan oder vielmehr dem Unterstaats­sekretär Dr. Fischer wurde er bekanntlich auf alle Weise drangsalirt, trotz des Widerspruchs des Reichstages. Gestern erklärte Staatssekretär v. Podbielski, er werde dem Verbände nichts in den Weg legen, so lange der Dienst dabei nicht leide. Er mache keine Märtyrer; Deutsch- and sei einmal ein Land der Vereinsmeierei, und so lange die Postassistenten nur ihre Interessen verträten, werde er sie darin nicht stören. Der Reichstag wird allem Anscheine nach auch mit Herrn v. Podbielski besser auskommen, als mit Herrn v. Stephan.

X Zum erstenmal ist es heute in der Kom­mission des Reichstages für Vorberathung des Gesetzentwurfes über die militärische Straf- -rozeßordnrmg vorgekommen, daß der preuß.

Jetzt haben wir den Krieg, und in jedem Augen­blick kann mich das Loos des Kriegers treffen. Aber gerade jetzt darf der Stamm nicht ohne Oberhaupt sein. Wir wollen deshalb zusammen­treten, und nach der Sitte der Väter, welche wir bis in diese Tage heran treu bewahrt, einen Tanaist wählen, der unsere junge Mannschaft anführe, und im Falle meines Todes sofort als Cean-Cinneth an die Spitze des Stammes tritt. Gefällt Euch das so, Ihr Männer?"

Ein einstimmiges Ja erscholl.

„Dann mögen alle die, welche nicht wehrhaft ind, zurücktreten, daß wir den Ring schließen."

Die Frauen und Kinder traten zurück, und »ald bildeten die Männer allein einen Kreis um »en Häuptling. Die Verhandlung war sehr kurz. Niall als der Aelteste aus dem Stamme der Nillarney trat in den Ring und fragte die Ver­sammlung, ob sie einen Tanaist wählen wolle, welcher im Kriege gegen England die kampffähige Mannschaft anführe und nach dem Tode des Cean-Cinneth an dessen Stelle trete. Es wider­sprach Niemand.

Jetzt kam die Frage, ob sie bei dem Hause O'Drentor verbleiben, oder der Stamm ein anderes edles Haus aus seiner Mitte als fürstlich an­erkennen wolle. Noch vor wenigen Tagen wäre die Antwort auf diese Frage sehr zweifelhaft gewesen. Aber nach den letzten Vorfällen schallte es wie aus einem Munde: „O'Drentor!"

„Da haben wir zwei," fuhr der alte Niall fort, „Hugh O'Drentor und Robert O'Drentor; welchen wählt Ihr?"

Darüber entspann sich nun in Gegenwart des Häuptlings und seines Sohnes eine kurze Be-

rathung, die mit ungemeiner Offenheit geführt wurde. Die Einen meinten, man sei Hugh eine Genugthuung schuldig, die Anderen meinten, man könne einen Mann nicht zum Kriegsführer wählen, der seit zwanzig Jahren Gewürze verkaufe. Für die letztere Ansicht traten die jüngeren Leute mit Allan an der Spitze sehr entschieden ein, und sie »rang denn auch schließlich durch. Robert D'Drentor wurde als Tanaist mit allen her­kömmlichen Rechten proklamirt, und die Auf­forderung Einspruch zu erheben, blieb unbeachtet.

„Wann soll seine Erhebung vorgenommen werden?" fragte Niall.

„Gleich jetzt!" scholl es aus der Versammlung, und Alle stimmten zu.

In aller Eile wurde nun mitten auf dem Plateau von mächtigen Steinen eine Art Posta­ment errichtet. Als das vollendet war, wurde Robert barhäuptig und ohne Waffen und Mantel herbeigeführt und auf den Steinwürfel gestellt. Hier hatte er sich dreimal von der Rechten zur Linken herumzudrehen, sodaß ihn jeder aus dem Kreise ganz genau sah. Dann fragte Niall mit lauter dröhnender Stimme:

„Ist dies jener Robert O'Drentor, den Ihr zu Eurem Tanaist haben wolltet?"

Ein einstimmiges Ja erscholl.

Darauf erstieg Niall die Stufen, man reichte ihm einen vergoldeten Helm mit zwei mächtigen Adlerflügeln auf beiden Seiten, ein Prunkstück, das Jahrhunderte alt war und stets zu diesem Zwecke diente. Der junge Mann kniete nieder, und der Greis setzte ihm den Helm auf das Haupt. Dann bekleidete er ihn mit einem kurzen Mantel von Wolfsfellen, der über die Brust mit

x Landwirthschaft und Kanal­bauten

Wie eine Haupt- und Staatsaktion ist am letzten Freitag die Sitzung des preußischen Landes-Oekonomie-Kollegiums behandelt worden. Auf besonderen Wunsch des Kaisers war auf die Tagesordnung dieser Sitzung zur Berathung eine Frage gesetzt worden, die neuer­dings vielfach von landwirthschaftlichen Kreisen und in landwirthschaftlichen Blättern behandelt wird: „Der Einfluß des Ausbaues eines Netzes einheimischer Wasserstraßen auf die w i r t h fch af t l i ch e Entwickelung der deutschen Landwirthschaft." Und der Kaiser wohnte den Verhandlungen des Kollegiums über diese Frage von Anfang bis zu Ende bei. Die preußische Regierung war vertreten durch den landwirthschaftlichen Minister Frhrn. v. H a m m e r - stein-Loxten, den Eisenbahnminister Th ielen und durch eine ganze Reihe von Geheimräthen. Als Referent war Gutsbesitzer S e y d e l - Ehelichen bestellt, als Korreferent Landesökonomierath Winkelmann - Köbling, der zweite Vorsitzende des Westfälischen Bauernvereins. Herr Seydel ist ein grundsätzlicher Freund der Wasserstraßen. Seine Anträge gipfeln in den Sätzen: „An der Herstellung billiger Transport­wege, namentlich für minderwerthige Güter, hat die Landwirthschaft ein fortgesetzt st eigen des Inte­resse (Bezug von Brennmaterial, Kainit, Thomas- schlacke, Kalk und Mergel u. s. w.). Eine gute Wasserstraße ist, soweit ihr Einfluß als Trans­portmittel reicht, trotz der unvermeidlichen Be­triebsunterbrechungen sür die Landwirthschaft bedeutend werthvoller als Eisenbahnen. Der Wettbewerb von Wasserstraßen gegen die Eisen­bahnen garantirt am besten billige Eisenbahn­frachten." — Und er läßt nur folgende Ein­schränkung gelten: „Daß die Wasserstraßen ge­eignet sind, ausländische Bodenprodukte im Jnlande zu verbreiten, ist richtig. Gegen diese Wirkung wäre, wo das nöthig erscheint, Zollschutz ein­zuführen, bezw. zu erhöhen, nicht aber nach \ den verschiedensten Seiten segensreiche Kanalbauten i zu unterlassen. Dem Ausbau des gegenwärtig projektirten Kanalnetzes stehen die jetzt geltenden Handelsverträge nicht mehr im Wege." Herr Seydel als Referent stellte sich also auf den Standpunkt, daß der Ausbau des Kanal­netzes im allgemeinen und grundsätzlich im landwirthschaftlichen Interesse zu befür­worten ist.

Anders Herr Winkelmann. Dieser ist in seinem Referate zu dem Leitsätze gelangt, daß der Ausbau des Wasserstraßennetzes im Interesse der Landwirthschaft nur unter ganz be­stimmten Bedingungen zu empfehlen ist. Seine Anschauungen sind am besten durch die nachstehenden Sätze gekennzeichnet: „Durch den Ausbau eines Netzes von Wasserstraßen, die den Rhein mit der Ems, Weser und Elbe verbinden, werden den durchschnittenen Landestheilen einer­seits Vortheile, anderseits unvermeidliche Nach­theile zugefügt. Mit Rücksicht auf die Landes­kultur hat deshalb die einheimische Land­wirthschaft kein erhebliches Interesse an dem Ausbau dieser Kanäle. . . . Der Ausbau

Deutsches Deich.

Berlin, 5. Februar.

* Der Regierungspräsident Dr. von Attter in Oppeln ist zum Ministerialdirektor im Mini­sterium des Innern mit dem Range eines Rathes erster Klasse ernannt. Regierungspräsident in Oppeln wird der Vortragende Rath im Kultus­ministerium von Moltke.

* Der ,Reichsanzeiger' veröffentlicht heute die Kontrolle bei der Kinfnhk amerikanischen Höstes. Die Bestimmungen dieser Verordnung entsprechen genau den voraufgegangenen Meld­ungen über die Beschlüsse des Bundesrathes. In den maßgebenden Kreisen der nordamerikanischen Vereinsstaaten ist man inzwischen auch zu der Einsicht gelangt, daß die von Deutschland vor­genommene Kontrolle und, wenn nöthig, Be­schränkung der amerikanischen Obsteinfuhr eine vernünftige und gerechtfertigte Maßregel ist. Im Kabinersrathe zu Washington gab der Staats­sekretär für Ackerbau die Erklärung ab, es sei unzweifelhaft und bekannt, daß Obstkrankheiten durch Obst übertragen und von kranken auf ge­sunde Bäume auf große Entfernungen hin ver­schleppt werden können. Deutschland sei daher mit seinem Vorgehen sicherlich im Rechte.

* Die drei Kikdesheimer Kaudrälße haben ihre Unterschrift unter dem Wahl-Aufrufe des Bundes der Landwirthe bis jetzt nicht zu rückgezogen. Der Aufruf wurde heute in der ganzen Stadt Hildesheim zum zweiten Male verbreitet. Diese erneute Verbreitung des Wahl- Aufrufes muß als eine Herausforderung ange­sehen werden. Zwei der Landräthe, Kirchner in Alfeld und Ukert in Hildesheim, sind Berufs- Beamte, der dritte, Baron von Rheden ist Ritter­gutsbesitzer in dem von ihm verwalteten Kreise Gronau, Kammerherr und Direktor der königl. Landwirthschafts - Gesellschaft (Landwirthschaftl. Zentral-Verein für die Provinz Hannover). Der- elbe wurde im vorigen Jahre aus allerhöchstem Vertrauen in das Herrenhaus berufen.

G So unmittelbar nach dem konservativen Parteitage in Dresden, wo nach den Berichten konservativer Blätter alles ein Herz und eine Seele gewesen sein soll, nimmt sich recht wunderlich ein Vorgang in dem westfälischen Wahlkreise Win- >en-Lüööeike aus. Dieser Wahlkreis wird eit 1893 von dem deutsch - konservativen Ab-

I eines Netzes einheimischer Wasserstraßen kann im Interesse der deutschen Land- und Forstwirth- schaft nur dann für wünschenswerth erklärt werden, wenn entweder durch ausreichende Schutz­zölle oder durch entsprechende Kanalabgaben eine Erleichterung der Einfuhr von Produkten der Land- und Forstwirthschaft dauernd verhindere wird."

Aber auch die Anträge des Herrn Winkel­mann sind der Mehrheit des Oekonomiekollegiums noch zu kanalfreundlich gewesen. Und obwohl die Minister von Hammerstein und Thielen und nicht minder der Landforstmeister Dankel- mann in sehr sachgemäßen und umsichtigen Aus­führungen darthaten, daß die Vorzüge der Wasser­straßen auch für die Land- und Forstwirthschaft entschieden die Nachtheile überwiegen, konnte sie die Vorurtheile nicht überwinden, die von einem Theile der Landwirthschaft gegen den Ausbau des Kanalnetzes gehegt werden. Die Anträge des Herrn Seydel wurden abgelehnt. Die Anträge des Herrn Winkelmann wurden in veränderter Form angenommen, so daß nun der Sinn der Beschlüsse des Oekonomiekollegiums der ist, daß Kanäle im Allgemeinen für die Landwirthschaft schädlich sein , sollen, und „daß dem Ausbau eines Netzes einheimischer Wasserstraßen nur dann nicht entgegengetreten werden braucht, wenn ent­weder durch ausreichende Schutzzölle oder durch entsprechende Kanalabgaben eine Erleichterung der Einfuhr von Produkten der Land- und Forft- wirthschaft dauernd verhindert wird". Die Mehr- heitsbeschlüsfe des Kollegiums gestehen nur zu, daß der Ausbau eines Netzes lokaler Wasser­straßen „in der Regel" im Interesse der Land­wirthschaft liegen werde — also auch hier ist noch eine Einschränkung hinzugefügt.

Der Kaiser hat nicht bis zum Ende der Ver­handlung der Sitzung des Oekonomie-Kollegiums beigewohnt. Daß gerade der Kaiser ein ausge­sprochener Freund der Anlage von Wasserstraßen ist, ist bekannt. Außerdem hat das in jüngster Zeit Prinz Ludwig von Bayern in ganz be­stimmter Form in der bayerischen Kammer der Reichsrälhe mitgetheilt. Der Kaiser wird also wenig Freude haben an den Beschlüssen des Oekonomiekollegiums. Und es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß dieselben auf höchst ein­seitigen Gesichtspunkten beruhen. Frankreich ist ein sprechender Beweis dafür, wie die wirth- schaftliche Lage eines Landes durch den Ausbau des Kanalnetzes gehoben wird. Und daß die Wasserstraßen der Land- und Forstwirthschaft ganz unmittelbar erheblichen Nutzen bringen können, dafür liefert das beste Beispiel die Hauptstadt Berlin. Trotz seiner siebzehn Bahnhöfe werden die Bedürfnisse der Riesenstadt an land- und forstwirthschaftlichen Erzeugniffen zu achtzig Prozent durch Zufuhr auf dem Wasserwege befriedigt. Und dazu kommt dann noch die un­geheure wirthschaftliche und sozialpolitische Be­deutung der Wasserstraßen für alle anderen Er­werbskreise !

Die Abneigung der Landwirthschaft gegen die Wasserstraßen ist namentlich im Osten Deutsch­lands zu Hause. Im Westen des Reiches nimmt die Landwirthschaft überwiegend eine günstige Stellung dazu ein. Aber auch die Erfahrungen,

„Das ist niemals versucht worden!" ries der alte Niall. „So lange ich mich erinnern kann, kam so etwas nicht vor, und mein Vater hat mir niemals von einem ähnlichen Falle erzählt. Wenn Einer etwas weiß, soll er's sagen; aber es wird Keiner da sein, der den alten Niall in dieser Beziehung belehren kann."

Ein zustimmendes Gemurmel erhob sich.

„Ihr Männer, wir wären entehrt vor uns | selbst und vor ganz Irland, wenn wir unseren Gast vergewaltigen und beleidigen ließen, ohne das Aeußerste zu versuchen, um ihn zu schützen oder zu rächen. Jetzt haben wir das Recht, das wir bedurften, um mit reinen Händen für die Sache Irlands zum Schwerte zu greifen. Sie haben unser Gebiet verkauft, sie sind gewaffnet in unser Land gezogen, um es uns zu entreißen; sie haben jene Britin, die großherzig meinem Sohne ihre Hand bot, um sich selbst ihm zu schenken, und unser Land uns zu erhalten, welche den Schutz des Gastrechts unter dem Dache Eures Häuptlings genoß, vergewaltigt ..."

„Wir müssen sie zurück haben," rief Allan, „und wenn der letzte Mann darüber zu Grunde geht."

„Schicken wir einen Reitenden zu O'Connell, daß er ihnen den Weg verlegt, bis wir kommen!" rief eine Stimme aus dem Haufen, der in ein allgemeines Freudengeschrei ausbrach. Die Aus­sicht, mit den Dragonern handgemein zu werden, warb offenbar diesem Vorschläge viele Anhänger.

„Noch Eines, Ihr Männer vom Stamme Killarney," fuhr der Häuptling fort, „so lange die Verhältnisse lagen wie seither, genügte der Cean-Cinneth für die Verwaltung des Stammes.

* Nrr letzte Häuptling van fiitanttj.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

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Inzwischen war der Reiter bei der Versamm­lung angelangt und brachte die Nachricht, daß das Fähnlein Dragoner auf jener Wiese Halt gemacht und dort einstweilen lagern zu wollen schien. Im Uebrigen sei die ganze Gegend dort unsicher. Sie selbst seien auf eine kleine Streif- parthie einer irischen Freischaar gestoßen, die unter Ralph O'Connell stehe, und der Führer habe ihnen mitgetheilt, daß sie am Abende vor­her eine kleine Dragonerpatrouille abgefangen hätten; was solche zu bedeuten gehabt, wisse er nicht, weil Ralph O'Connell sie selber ausgefragt. Aber nachdem das Verhör zu Ende, wären sie aufgebrochen, um nach dem Maggybach zu mar- schiren. „Sie warteten," so schloß der Bote seinen Bericht, „aufNachrichten vonKillarneyhouse."

„Ihr Männer wisset alle," fuhr darauf der Häuptling fort, „daß eine edle Britin unter unserem Dache Gastfreundschaft sand, eine Britin, die an uns zu sühnen gedachte, was ihr Vater­land an uns gesündigt hat. Die meisten von Euch sind Zeuge gewesen, wie man den heiligen Schirm von Killarneyhouse durchbrach, wie man [ unserem Gaste Gewalt anthat. Was mit ihr, die jenen Wütherichen als eine Abtrünnige gilt, geschehen wird, wissen wir nicht. Aber habt Ihr jemals gehört, Ihr Männer, daß in Erin ein Sept es duldete, wenn man einen Gast mit Ge­walt aus dem heiligen Umkreise seines Gebietes entführte?"