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FuldaerMZeitung

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mit Anterhattungs-Meilage „Muflrirte Sonntags-Zeitung!' petersgaüe Nr. 2 (Harmonie).

M 24.

JuLöcr, Montag, den 31. Januar 1898

25. Jahrgang.

(*) Zur Lage der preußischen Förster.

(Zuschrift eines Forstbeamten.)

Dieser Tage brachten verschiedene Centrums­blätter eine kurze Kritik über die Lage der preu­ßischen Forstbeamten, und ist es wohl von sämmt- lichen Betheiligten mit Begeisterung ausgenommen, daß endlich einmal die Flucht in die Oeffentlich- keit gewagt ist. Falsche Scham hat uns bisher abgehalten, unsere erbärmliche Lage in weitere Kreise dringen zu lassen, und nur mit Mühe und Noch haben wir uns bis jetzt den unserm Stande entsprechenden äußeren Schein bewahren können. Da es uns aber nicht mehr möglich sein wird, noch weiter standesgemäß aufzutreten, so dürfen wir auch keine Mittel scheuen, um eine Besserung unserer Lage anzustreben.

Wodurch wir eine Behandlung, wie solche uns durch die im diesjährigen preußischen Haus­halts-Etat vorgesehene Gehalts-Erhöhung wider­fahren ist, verdient haben, ist uns vollständig un­erklärlich, da wir uns keinerlei Schuld bewußt sind. Im Gegentheil, Leben und Gesundheit opfern wir unserm Beruf, dem wir uns doch, wie überall anerkannt ist, mit voller Kraft widmen, und Feindschaften, die wir durch treue Dienster­füllung uns zuziehen, gehören wahrlich nicht zu den Seltenheiten.

Das Gehalt der Förster ist auf 1200—1600 Mark erhöht! So steht es im diesjährigen Etat der Forstverwaltung zu lesen. Doch welch eine Enttäuschung haben diese wenigen Worte in die einsamen Forsthäuser gebracht? Ein Schrei nach Gerechtigkeit dringt aus der Waldesstille in die weite Welt; doch haben wir auch wohl Grund zu der Annahme, daß uns Gerechtigkeit widerfahren wird? Nein und abermals nein! Zwar werden auch in diesem Jahre einige der Herren Abgeordneten sich unserer gerechten Sache annehmen, doch mit neuen Vertröstungen vom Regierungstische werden unsere Hoffnungen wohl wieder begraben werden.

Der Herr Minister für Landwirthschaft hat im vorigen Jahre im hohen Hause der Abge­ordneten die Erklärung abgegeben, daß die Staats­regierung gewillt sei, die berechtigten Wünsche der Förster anzuerkennen und zu erfüllen. Welche frohe Hoffnungen wurden seitens des Försterstandes an diese Verheißung geknüpft und welche bittere Enttäuschung ist ihm dafür geworden!

Durch die Hochherzigkeit Sr. Majestät des Kaisers ist uns der Rang der Subalternbe­amten verliehen, und nun waren wir doch wohl zu der Annahme berechtigt, daß wir diesen Be­amten, wenn auch nur annähernd, im Gehalt gleich gestellt würden. Doch unserm Stande bleibt weiter nichts wie Enttäuschungen. Sollte etwa die Behauptung aufgestellt werden, daß unser Dienst nicht so anstrengend sei, wie der­jenige anderer und im Range gleichstehender Be­amten, so möge man diesen Leuten nur ruhig erwidern, daß sie unfern Dienst überhaupt nicht kennen.

In unserem dienstlichen Leben werden nur die Lichtseiten, aber niemals die Schatten­seiten hervorgehoben. Die Zeiten haben sich geändert, die frühere Zählebigkeit der Forstbeamten

* Btt Itfilt HiillMg non fiillatnti).

Eine historische Erzählung von Philipp Wasserburg (Laicus).

39 ----— (Nachdruck verboten.)

XIl.

Das Haus O'Drentor.

Zur Zeit unserer Erzählung war der Gebrauch des Pulvers zu Kriegszwecken längst überall be­kannt, und auch die Irländer bedienten sich der Feuergewehre in allen damals üblichen Formen. Minder bekannt aber war die Sprenggewalt des Pulvers, wenigstens hatte man nicht allenthalben einen klaren Begriff davon und noch viel seltener gelangte man dazu, das zu sehen.

Die Sprengung der Brücke machte darum einen furchtbaren Eindruck. Erst nach einer Weile hatte man sich gesammelt und die Ueber- zeugung gewonnen, daß es sich dabei nur um die wohlüberlegte Führung eines geplanten Rück­zugs handle. Sobald man das aber auch wußte, drang Robert auf weitere Verfolgung.

Egbert fchüttelte den Kopf.

„Nein," sagte er entschieden, „das würde zu nichts führen. Sie haben den Vortheil, beritten zu sein und können sich uns darum stets ent­ziehen. Wir müssen erkunden, wohin sie gehen, und dort treffen wir mit ihnen zusammen."

Robert verzweifelte. Lucy in der Gewalt jener Männer war ihm ein entsetzlicher Gedanke. Er hatte hinreichend beobachten können, wie grausam und blutdürstig der Engländer gegen den Irländer verfuhr; wie würde er erst gegen einen Engländer verfahren, der sich auf Irlands Seite gestellt.

gehört jetzt in das Reich der Fabel. Es gibt wohl kaum einen gefahrvolleren und schwierigeren Beruf als den unsrigen.

Existirt wohl ein Beamtenstand, der täglich mindestens 12—15 Stunden, ja oft noch mehr Dienst hat? Ich glaube nicht!

Freie Tage gibt es in unserm Fache über­haupt nicht. Nicht einmal die Sonntage, haupt­sächlich in der Hauptbetriebszeil, haben wir frei. Mit schriftlichen Arbeiten, z. B. Aufstellung der Lohnlisten rc., welche seit Einführung der Kranken-, Alters- und Jnvaliditäts- und Unfall- Verstcherungsgesetze mit den größten Umständlich­keiten aufzustellen sind, ist man dermaßen über­häuft, daß man kaum den nöthigen sonntäglichen Kirchgang besorgen kann. Bei uns gibt es keine Ruhe und Rast, bei Tag wie bei Nacht steht uns das strenge Wort „Dienst" vor den Augen.

Wir hegen keine großen Wünsche, Be­scheidenheit ist leider immer ein großer Fehler unseres Standes gewesen, doch wird uns kein Mensch verargen, wenn wir Gerechtigkeit ver­langen. Wie leicht ist es möglich, daß die Ge­fahren unseres Berufes uns dahinraffen, und wie schwer ist es für den Dahinscheidenden, wenn er seine Angehörigen, das Einzige, was ihm im Leben außer dem Walde theuer gewesen ist, in Elend und Nahrungssorgen zurücklassen muß und diese dann auf die Mildthätigkeit fremder Leute angewiesen sind? Denn die minimale Wittwen- pension genügt wahrlich nicht zu dem Lebens­unterhalte.

In noch schlimmerer Loge befinden sich die Forsthilfsaufseher, welche nicht einmal ge­setzlichen Anspruch auf Pension haben. Stirbt ein Forstaufseher, so sind die Hinterbliebenen auf die Gnade der Regierung angewiesen, und wie schwer es ist, betteln zu müssen, das kann nur der be- urtheilen, der sich schon in einer solchen Lage befunden hat.

Es mag ja nun eingewendet werden, daß es ein Leichtsinn sei, sich in der Stellung als Forsthilfsaufseher zu verheirathen, und ist dieses auch beim Abgang von den Jäger-Bataillonen sogar schwarz- auf weiß mitgegeben worden, so ist dem doch zu erwidern, daß bei den heutigen traurigen Anstellungsverhältniffen ein Forstauf­seher erst im Alter von 35—40 Jahren, wenn er dem Staate 20 Jahre treu gedient und seine besten Kräfte geopfert hat, seine Bestallung als Förster erhält. In Zukunft werden sich diese Verhältnisse noch derartig verschlimmern, daß vor dem 50, Lebensjahr kein Anwärter mehr zur Anstellung kommen wird! Soll etwa der Forstbeamte bis zu diesem Termin mit dem Heirathen warten? Ein unverheiratheter Förster ist ein Unding: wer soll denn seiner Landwirthschaft vorstehen, da er zu sehr von seinem Dienste in Anspruch genommen wird? Wie soll er, der einsam Wohnende, nur die ein­fachste Pflege bekommen? Ob es aber möglich ist, mit dem monatlichen Gehalt von 78 bezw. 84 oder auch 90 Mk. einen eigenen Haushalt zu begründen, das will ich dem Urtheile der Leser überlassen, ich will nur noch hinzufügen, daß Miethsentschädigung an Forsthifsaufseher nicht gezahlt und Dienstwohnuugen nicht zur Ver­fügung gestellt werden.

Dieser Gedanke drückte Robert tief nieder, und als gar die anwesenden Männer den Ein­wänden seines Vaters zustimmten, sank er zu einer Trostlosigkeit herab, die ihn fast unzurech­nungsfähig machte.

Aus seinem Dahinbrüten erwachte er erst, als er hörte, wie sein Vater befahl, Allan solle mit vier Berittenen, an einer etwa eine Viertelmeile unterhalb der Brücke zugänglichen Stelle den Bach überschreiten und dem Zuge der Dragoner folgen, um zu ermitteln, wo sie Halt machten. Dann folle Einer zurückkommen, um es zu melden.

„Laß mich mit, Vater!" rief er.

„Du erinnere Dich jetzt der Pflichten gegen Deinen Stamm!" erwiderte ihm Egbert entschieden. „Nicht ist es eben Zeit, ein girrender Täuber zu sein. Ich fühle nicht weniger scharf wie Du. Denn dieser schnöde Bruch des Gastrechts trifft in erster Linie mich. Aber jetzt ist das erste Blut zwischen uns und England geflossen, und unseren Unterdrückern gilt es zu zeigen, was auch ein Haufe Männer vermag, die sich auf nichts verlasfen als auf Gott und auf ihr gutes Recht. Knabe, jetzt bereitet sich das Haus O'Drentor zum Sterben vor, und nicht zur Vermählung!"

Es durchschauerte Robert vom Wirbel bis zur Zehe.

„Ich kann es nicht fassen, Vater!" rief er schmerzlich. „Lucy gefangen! Und ich foll etwas anderes denken . . ."

„Du mußt," betonte Egbert. „Diesen Nach­mittag noch tritt der Sept zusammen und wird Dich zum Tanaist wählen!

„Mich? O Gott, was kann ich . . ."

„Jeder Tag kann mir den Tod im Gefechte

Daß hier entschiedenWandelgeschaffen werden muß, liegt klar auf der Hand, und ich glaube, es kann kaum als unbescheiden angesehen werden, wenn die Forst-Anwärter nach 15 Dienst­jahren definitiv angestellt zu sein wünschen.

Leise Hoffnung setzen wir noch auf das Ein­treten der Herren Abgeordneten insbesondere auf die Herren vom Centruni, welche auf diese Weise den Dank des ganzen Försterstandes ernten und Zufriedenheit und Berufsfreudigkeit in die deutschen Wälder zurückbringen würden.

* Die Laae der Landwirthschaft

ii- mu - -ir——■ - •«■wen—-ee-— m . UII ~ ji n—r . ,rr t~r n war am Freitag und Samstag der Gegenstand der Berathungen im preußischen Abgeordneten­hause. Die zweite Lesung des Etats gab beim besonderen Etat des Ministeriums der Land­wirthschaft Veranlassung dazu, und so kam es denn, daß während dieser beiden Tage das preußische Abgeordnetenhaus dem Reichstage den Rang ablief. Namentlich am Freitag gestaltete sich die Sitzung interessant und bewegt durch die Ausführungen der Centrumsabgeordneten Frei­herr von Eynatten, Herold, Klose, Cahensly und konservativen Redner Graf von Limburg-Stirum auf der einen, und dem Landwirthschaftsminister Freiherr von Hammerstein-Loxten auf der andern Seite. Gleichzeitig sorgte der freisinnige Abgeordnete Goth ein durch seine Aussührungen für die nöthigen Heiterkeits-Unterbrechungen. Jedenfalls bewies Herr Gotheim, daß er an landwirthschaft - lichen Dingen unschuldig ist, und vergebens war alle Mühe, die sich am Tage danach sein Partei­genosse Ehlers gab, um den Eindruck der Gothein'schen Redeverirrungen zu verwischen.

Das Wichtigste in den Verhandlungen dieser beiden Tage waren einige Erklärungen des Ministers; und zwar zunächst eine solche über unsere zukünftige Handelsvertrags-Politik. Der konservative Abgeordnete Graf von Limburg- Stirum schnitt diese F age an, er sprach den Wunsch aus, daß die deutsche Landwirthschaft bei dem Abschluß neuer Handelsverträge besser berücksichtigt werden möge, als bei den Handels­verträgen jetzt. Und Minister von Hammer­stein erwiederte: „Ich glaube mich für ermächtigt halten zu dürfen im Namen der Staats­regierung folgende Erklärung abzugeben: Die Staatsregierung ist gewillt, bei der Entscheidung der Frage, ob und wie dem Auslande gegenüber unsere Handels- und wirthschaftliche Beziehungen zu ordnen sein mögen, die Frage in sorgsame, ernste Erwägung zu nehmen, wie die Inte­ressen der Landwirthschaft bei künftigen Verhandlungen besser gewahrt werden können als es bisher der Fall gewesen ist."

Diese Erklärung ist kurz, aber bündig. Sie gibt offen zu, daß die Regierung bei dem Ab­schlüsse der jetzt giltigen Handelsverträge Fehler gemacht hat; und ebenso wenig können Zweifel darüber bestehen, daß damit vor allen Dingen die allzu gering bemesfene Höhe der Getreide­zölle gemeint ist. Wir haben also zu erwarten, daß bei dem Abschlüsse neuer Handelsverträge die Getreidezölle wieder ihre frühere Höhe er­reichen werken Die Erklärung des Herrn Mi­

nisters erfolgte übrigens so prompt, daß man mit Recht vermuthen darf, Frage und Antwort seien nicht ohne voraufgegangene Verabredung erfolgt.

Eine zweite wichtige Erklärung im Namen der Regierung gab der Minister am Samstag ab: nämlich dieZusicherung, daß die h o l l ä n d i s ch e Grenze nicht für die Einfuhr von Vieh geöffnet werden und daß die Kontrolle zur Abwehr der Seucheneinschleppung in alter Strenge aufrecht erhalten werden wird. Diese Erklärung kann als eine Antwort auf die Ausführungen des Centrumsabgeordneten Herold angesehen werden. Dieser, und nach ihm der konservative Abge­ordnete Ring-Düppel hatten besonders klar und scharf nachgewiesen, daß das Interesse der land- wirthschaftlichen Allgemeinheit in Deutschland nothwendig die Aufrechterhaltung der Grenzsperre fordert.

Die Redner des Centrums hoben in vollkom­mener Uebereinstimmung unter einander hervor, daß der neue landwirthschaftliche Etat zwar in manchen Punkten bester ist, als seine Vorgänger; daß er aber noch lange nicht den Anfor­derungen genügt, die aus der Nothlage der Landwirthschaft ganz von selbst sich er­geben. Und all den Leuten, die immer und immer wieder mit der Verleumdung hervortreten, beim Centrum fehle es an dem rechten Verständniß für die gegenwärtige Nothlage der Landwirthschaft, seien als schlagende Widerlegung die Reden ent­gegengehalten, mit denen während dieser letzten Debatten im preußischen Abgeordnetenhause die Redner des Centrums den landwirthschaftlichm Etat behandelten und kritisirten.

Eine bessere Widerlegung als diese kann es gar nicht geben. Und hoffentlich verstummen nun endlich diese Verleumdungen, die bisher freilich dem Centrum nichts geschadet, sondern höchstens dem Ansehen derer Eintrag gethan haben, die diese Verleumdungen aufzubringen pflegen.

Deutsches Reich*

Berlin, 29. Januar.

* Der Kaiser nahm während dieser Tage wichtige Vorträge entgegen: so am Freitag den Vortrag des Staatssekretärs des Innern, Grafen von Posadowsky und am Sonnabend den des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in dessen Amtswohnung. Am Sonnabend hat auch das preußische Staatsministerium eine dreistündige Sitzung abgehalten.

ft Die Morddeutsche Allgemeine Zeitung' schreibt: „Beim auswärtigen Amt gehen fortge­setzt in großer Zahl Gesuche von Personen ein, welche nach dem deutschen Gebiet an der Kiaolfchau ISuchl überzusiedeln wünschen, und um Auskunft über die dortigen Verhältnisse für die Errichtung eines Geschäftes oder den Betrieb eines Gewerbes, oder auch um Anstellung in der Verwaltung des Gebietes bitten. D:e Ordnung der Verhältniffe der neuen Besitzung ist zur Zeit noch nicht soweit vorgeschritten, daß eine Antwort auf dergleichen Gesuche ertheilt werden könnte. Alle bezüglichen Eingaben sind daher verfrüht! — Demselben offiziösen Blatt zufolge ist von der aus englischen Quellen durch die Blätter gehenden Nachricht, daß in Tsimo bei Kiaotschau

bringen; dann ist es keine Zeit, sich über mein Nachfolger zu streiten. Das thun wir jetzt, ehe das Getümmel angeht. Falle ich darin, dann bist Du Cean-Cinneth und läsfest sogleich wieder einen Tanaist wählen. So lange noch ein paar Männer aus dem Stamme da sind, die das Schwert tragen können, so lange darf der Stamm nicht ohne Haupt sein. Verbunden sind wir mächtig; und wenn wir untergehen, dann soll es englischen Müttern wenigstens nicht an Gründen fehlen, über unseren Untergang zu weinen."

Der Häuptling war ein ganz anderer ge­worden. Stets zurückhaltend, stets ängstlich be­sorgt, jeden Konflckt mit den Engländern zu ver­meiden, stand er jetzt, nachdem der Kampf un­vermeidlich geworden, kalt und entschlossen da. Er sah dem Tode ruhig entgegen. Seinem Sohne halte er das Nöthige gesagt; und nun wendete er sich wieder an seine Umgebung.

„Brian!" rief er; „reite, was das Pferd laufen will, zum alten Niall; Tu wirst ihn auf dem Ligbye-Kegel treffen, denn er sorgt, daß alles, was nicht kampffähig ist, auf die St. Patricks­insel kommt. Er soll einen Andern sorgen lassen und einmal sehen, wie man einen guten Dun anlegt, der den Zugang zu den Schluchten und zum Meere deckt. Ec kann gleich anfangen, ab­zustecken."

Biran sprengte zurück, ohne ein Wort zu erwidern.

„Jetzt mögen noch ein Dutzend Leute da bleiben und Dielen und Böcke zu einer Lauf­brücke zurecht zimmern, die wir unterhalb der Furth aufstellen können. Aber nur zurecht machen, nicht aufstellen! Und ist das geschehen, so vertheilt

Euch längs des Baches; hört, was unsere vor­geschickten Reiter bringen, befördert es weiter, wenn es sein muß und sorget, daß Niemand den Bach überschreite, ohne daß wir im Dun recht­zeitig davon Kenntniß erhalten. . Nun kommt, meine Freunde, es ist bereits spät und es ist dringend nothwendig, daß wir uns stärken. Unsere Tagewerke werden von jetzt an schwieriger fein."

Der Häuptling wandte sich zurück; aber sein Sohn, den er an seiner Seite erwartete, kam nicht. In stummem Hinbrüten blieb er ruhig stehen, als sich die Andern zum Gehen anschickten. Er schien die letzten Worte seines Vaters nur mechanisch gehört, aber nicht verstanden zu haben.

„Robert!" rief sein Vater mit leisem Vor­wurf, „kommst Du mit uns?"

„Wohin?" fragte er, wie aus einem Traum erwachend. „Nicht zu ihr?"

„Lerne Deinen kleinen Schmerz in den großen um die Sache Irlands versenken. Begnüge Dich damit, wenn Du Deine Lucy nicht retten kannst, sie an den Feinden Deines Vaterlandes zu rächen!"

„Ja, beim allmächtigen Gott!" ries er, wild seine Rechte zum Himmel erhebend. „Rächen! Das will ich!" „ , ±

Das Eis war damit gebrochen. Er hatte wieder einen Zweck und damit auch eine Trieb­feder zum Handeln; feine kräftige Natur und die Aussicht auf Rache hatten sein dumpfes Brüten überwunden und er ging neben seinem Vater an der Spitze des etwa hundert Bewaffnete zählenden Haufens nach Killarneyhoufe zurück.

Sie waren noch nicht weit gekommen, als eine Änderbare Erscheinung die Aufmerksamkeit

I Aller auf sich zog. Ein Mann, der, nach der