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Fuldaer M Zeitung
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mit Ilrüerhallungs-Meikage „Muflrirte Sonntags-Zeitung!' petersgasse Nr. 2 (varmonie).
M 22. Jul'öcl, Freitag, den 28. Januar 1898 25. Jahrgang.
[] Die Wahlrechtsreform in Preußen liegt noch in nebelgrauer Ferne. Darüber Not die Berathung des Centrumsantrages auf Reform des Kommunalwahlrechts keinen Zweifel gelassen. Die Parteien, die 1893 den ver- rätherischen Streich bei dem Wahlgesetze begingen, sind zu sehr einverstanden mit dem gegenwärtigen Zustand, als daß sie sich gegen eine Aenderung sträuben sollten. Eine Reform konnte man ihnen nur abnöthigen in der Zwangslage von damals, wo sie anderenfalls auf die Wohlthaten der Steuerreform hätten verzichten müssen. Die Regierung und besonders Herr v. Miquel hat 1893 die Wahlrechtsreform ohne Roth i m Stiche gelassen; jetzt wird man die Mehrheit so bald nicht wieder dazu nöthigen können. Sie hat es jetzt in der Hand, während vor fünf Jahren die Regierung es in der Hand hatte, was werden solle. Inzwischen ist aber die Regierung selbst von ihrem Reformeifer abgekommen. Sie legt nicht einmal die versprochene Statistik über die Wirkungen der Steuerreform auf das Wahlrecht vor, und Herr v. d. Recke leugnet überhaupt, daß eine Wahlrechtsreform versprochen worden sei; mit dem Gesetze von 1893 soll die Regierung ihre Pflicht erfüllt haben; das Scheitern ihres Entwurfs sei nicht ihre Schuld. Wenn das die Meinung ist, darf man sich natürlich auch nicht wundern, von Herrn v. d. Recke zu hören, es sei überhaupt noch nicht abzusehen, wann die Regierung eine Vorlage einbringen werde, da das Material erst beschafft werden müsse. Also zuerst sagt man uns, man wolle in der letzten Session der Legislaturperiode mit einer schwierigen und viel umstrittenen Frage die Gemüther nicht aufregen; jetzt hören wir, daß man auch in dem folgenden die Sache noch ruhen lassen wird.
Ist man einmal willens, eine Reform nicht anzunehmen, so findet man leicht eine Menge „Schwierigkeiten". Die Redner der Kartell- Parteien behaupteten, es fehle das Material für die Reform des Kommunalwahlrechts. Dabei hatte aber schon der Minister zugegeben, es sei ausreichend vorhanden, um sie noch in dieser Session vorzunehmen. Die Eintheilung der Klassen nach Zwölfteln war bekanntlich schon in der Regierungsvorlage von 1893 enthalten. Damals hatte man gar kein Material über die Wirkung der Steuerreform; was man damals wagen konnte, kann man jetzt doch erst recht wagen. Run flüchtet man sich hinter den Vorschlag, daß 10 Prozent der Wähler der ersten, 20 Prozent der zweiten Abtheilung angehören sollen. Das würde, sagt man, die ganze Grundlage des Dreiklassensystems umstoßen; es würden in die erste und zweite Klasse Leute „hineingedrängt" werden, die nach dem diesem Wahlrecht „zu Grunde liegenden" Gedanken gar nicht hineingehörten, und diese „Elemente" würden vielleicht diejenigen „vergewaltigen", die eigentlich in diesen Klassen maßgebend seinsollten. Man stellt sogar die Möglichkeit hin, daß Wähler, die eigentlich zur dritten Klasse gehörten, alle drei Klassen beherrschten, was doch ein himmelschreiendes Unrecht wäre. Wenn die Herren doch auch etwas von ihrem Rechtsgefühl auf die Zustände richten wollten, die jetzt eingerissen sind! Jetzt kommen
« Der letzte fiiwptling von Lillmey.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
37 — (Nachdruck verboten.)
Wenige Schritte vor dem Hause stieg der Hauptmann ab und ging allein zu der Gruppe Irländer, welche am Thore stand, und der sich seit einigen Augenblicken auch Robert und Lucy beigesellt hatten.
„Vor allem möchte ich einige Aufklärung über die sonderbare Bewegung, welche sich um uns kundgibt," begann der Offizier. „Ich habe bereits darüber einen Dragoner gesendet; aber die Sache wird mit jedem Augenblicke auffälliger. Während es im Anfänge Gruppen von Leuten waren, die schwere Bündel zu schleppen schienen, kommen jetzt von allen Punkten Wagen, und alles geht nach der nämlichen Richtung, nämlich nach jener Kuppe dort, welche das ganze vorliegende Land beherrscht. Was hat das zu bedeuten?"
„Das hat vor allen Dingen zu bedeuten, Herr Offizier," antwortete Egbert, daß wir uns auf unserem Gebiete von Niemanden vorschreiben lassen, wohin wir ziehen. Wir ziehen, wohin wir wollen. Und weil wir das so ganz nach unserem Belieben thun können, so wundern wir uns, daß Einer, der doch nicht mit uns zieht, sich um die Bedeutung unseres Ziehens erkundigt. Wenn Ihr näher treten wollet, in meinem Hofe werden auch Wagen geladen, und Ihr werdet auch alsbald finden, daß unsere Viehheerden denselben Weg nehmen."
„Also die Sache ist geplant und beabsichtigt?" „Sie geht Euch vor allem nichts an."
wirklich haarsträubende Bevorzugungen des Geldsacks vor; die 10 und 20 Prozent könnten solche unmöglich nach sich ziehen.
Wie der Minister, so meinten auch verschiedene Redner aus dem Hause, der Vorschlag auf Zuweisung bestimmter Prozente an die einzelnen Klaffen, verlasse den historischen Boden des Wahlrechts. Es ist bezeichnend, daß alle in der Geschichte nur bis 1891 zurückgehen wollen, als sei erst durch die Miquel'sche Steuerreform die historische Grundlage des Wahlrechts verlassen worden. Dabei haben sich schon bald nach Einführung des Dreiklaffenwahlsystems die Steuerverhältnisse stark geändert und später immer mehr; es ist also längst vor 1891 der Grundgedanke des Wahlrechts verlassen worden und eine Reform hätte schon viel früher eintreten fallen. Der Prozentsatz der Wähler erster und zweiter Klasse ist seit 1850 so zurückgegangen, daß eigentlich der Centrumsantrag die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes bedeutet. In Berlin z. B. gehörten bei Einführung des Dreiklaffenwahlsystems 9 Prozent der ersten Klasse an, heute nur noch 1,36. Die vorgeschlagenen 10 Prozent treffen also so ziemlich das Frühere. Aber auf alles dies achten die Gegner nicht; sie wollen alle bis 1891 hervorgetretenen Auswüchse des Systems bestehen lassen und nennen das dann, an dem historisch Gewordenen festhalten. Daß vor 1850 in den Gemeinden das allgemeine Wahlrecht bestand, achtet ihr historischer Sinn schon gar nicht.
Die weitere Ausrede ist: man müsse Kommunal- und Landtagswahlrecht gleichzeitig reformiren. Warum ? Wir meinen, man soll die Reform dort, wo sie möglich ist, nicht unnöthig verschleppen, weil das jetzige Unrecht himmelschreiend ist. Die Möglichkeit der Reform des Kommunalwahlrechts wird jetzt schon von dem Minister zugegeben. Man will diese Reform aber mit der andern verknüpfen, um sie zu verschleppen und weil man die Hoffnung hat, daß aus der ganzen Reform doch nichts wird. Selbst wenn die Regierung einmal eine Vorlage einbringt, bieten sich so viele Möglichkeiten, sie scheitern zu lassen, daß man jetzt ohne Gefahr die schönsten Versprechungen machen kann. Die Parteien sind ja gar nicht verpflichtet, sich unter einander über die Reform zu verständigen und dann ist auch noch das Herrenhaus da. Bei den Debatten im Abgeordnetenhause zeigte sich deutlich, wie es kommen wird. Von der Rechten wurde geltend gemacht, daß der Antrag wohl für die großen Städte passen möge und auch das Material zu einer Regelung für diese ausreichen würde; anders liege es aber mit den kleinen Städten und den Landgemeinden. Es ist klar, daß man über zehn Jahre ebenso sagen kann: das geht nicht für diese und diese Art Kommunen. Man kann auch noch sagen: es paßt nicht für diese und jene Gegend. Was für Einwürfe werden sich also nicht gegen die Reformen erheben lasten, wenn man sie scheitern lassen will! Herr v. Eynern hat dem Centrum vorgeworfen, es wolle mit seinem Anträge die Herrschaft in den rheinischen Städten erobern. Damit hat er den wahren Beweggrund der Gegner des Antrages verrathen: sie wollen das bestehende Unrecht aufrecht erhalten, weil sie den Vortheil davon haben. Alles andere, was sie vorbringen.
„Darüber werden meine Vorgesetzten und das Parlament entscheiden."
Der Häuptling richtete sich hoch auf.
„Ehe der erste Bote abging, die Männer von Killarney zu benachrichtigen, da war die Entscheidung bereits getroffen. Dies hier entscheidet."
Damit schlug der Häuptling an sein Schwert.
Während Egbert mit ungemeiner Ruhe sprach, wurde seine Umgebung sehr unruhig. Der eine fuhr einmal mit der Hand an's Schwert, der andere fchwang prüfend seine Streitaxt um den Kopf. Da stieß einer den andern an, als wollte er fragen: „Nun, Alter, wie gefällt Dir das?" Auf allen Gesichtern malte sich Ungeduld, und offenbar wären sie am liebsten einmal hinüber gegangen zu den drei Eichen, um zu versuchen, ob sie die dort haltenden zwanzig Reiter nicht todtschlagen könnten. Aber der Häuptling gab einen solchen Befehl nicht und so beruhigten sie sich allmählich wieder.
Dem Dragonerhauptmann imponirte die kalte Entschiedenheit Egberts und einige Augenblicke schwieg er betroffen still. Aber er durfte den Faden nicht abreißen lassen.
„Ihr habt da einen schweren Entschluß gefaßt," fügte er endlich. „Ihr wisset vielleicht nicht, wie die Sachen auf dieser Insel stehen. Euer Heer ist geschlagen und zersprengt. Eure festen Plätze fallen einer nach dem anderen in unsere Hände. Dublin ist längst entsetzt, Ormond geschlagen, Drogheda genommen. Cromwell steht mit fünfzigtausend Mann mitten auf der Insel. Was wollt Ihr einen Widerstand fortsetzen, der das Kciegsglück nicht mehr wenden und Eurem Stamme nur den Untergang bereiten kann."
soll nur dazu dienen, den Parteiegoismus zu verschleiern. Was das Centrum vorschlägt, soll doch nicht bloß für einige rheinische Städte Geltung haben, sondern für das ganze Land, kommt also allen zu Gute, denen das jetzige Wahlrecht Unrecht thut. Wer da von Durchlöcherung des Dreiklassenwahlsystems, „Bruch mit der historischen Entwickelung" usw. redet, will das Recht nicht aufkommen lasten, weil möglicherweise auch andere davon Vortheil haben. Wenn erst nach so und so viel Jahren die Regierung mit ihrer Vorlage kommt, wird man schon sorgen, daß nichts Ordentliches daraus wird.
Deutsche» Keich.
Berlin, 27. Januar.
* Der Kaiser hat eine Tabelle gezeichnet, welche die Seestreitkräfte Japans, Rußlands und Deutschlands in Ostasien bildlich darstellt. Vervielfältigungen dieser Tabelle sind den Admiralen und einer Anzahl höherer Marineoffiziere zugewendet worden. Nach dieser tabellarischen Aufstellung haben in den ostastatischen Gewässern: Deutschland 8 Schiffe von zusammen 38,326 Tons, Japan 14 Schiffe von 70,681 Tons, Rußland 11 Schiffe von 54,243 Tons. — Der Kaiser hat heute dem Obersten k la suite der Armee, Fürsten v. Hatz- feldt-Trachenberg, Oberpräsidenten von Schlesien, den Charakter als Generalmajor verliehen. — Anläßlich seines heutigen Geburtstags hat der Kaiser eine größere Anzahl von Rangerhöhungen und Ordensverleihungen vollzogen. Jn den höheren Kommandostellen des Heeres haben mehrere Verschiebungen stattgefunden.
* Der Reichstag feierte heute in seinen reichgeschmückten Festräumen den Geburtstag des Kaisers. Der einzige Toast wurde von dem Reichstagspräsidenten Frhrn. v. Buol-Berenberg ausgebracht.
st Zum Reichstags-Wahlrecht wird der konservative Parteitag in Dresden nach dem einstimmigen Beschlüsse des Elfer-Ausschuffes keine Stellung nehmen. Er wird sich also weder für Aufrechterhaltung des geltenden Wahlrechtes aussprechen, noch, der jüngst in der .Kreuzztg/ gegebenen Anregung folgend, für die Oeffentlich- keit der Wahl. Der Ausschuß meint, eine erneute Erklärung zu Gunsten des Reichstags-Wahl- rechtes würde doch die übelwollenden Unterstellungen der Gegner ebenso wenig verhindern, wie dies frühere Erklärungen der Parteileitung vermocht hätten. Die Konservativen scheinen also selbst überzeugt zu sein, daß man ihnen nicht glaubt. Wundern dürfen sie sich darüber nicht, denn aus ihrem Lager sind zu oft Stimmen gegen das Reichstags-Wahlrecht laut geworden. Gewiß sind diese hinterher von Parteiwegen des- avouirt worden; aber begreiflicher Weise wurde dies Desaveu nur als ein nothgedrungenes angesehen. Man sagte sich : die Herren halten es für unklug, schon jetzt mit solchen Ansichten hervorzutreten und leugnen sie daher.
* Hebet die Neuwahlen weiß die ,Natlib. Korr/ jetzt eine Lesart, wonach zuerst die Wahlen zum preuß. Abgeordnetenhause und dann
„Gebt Ihr uns nicht die Mittel und Wege an, wie wir den Sept von Killarney vor dem Untergänge schützen! Die Mörder von Drogheda und Longford haben keinen Anspruch darauf, daß wir an ihre Besorgniß um unser Wohlsein glauben."
Sir Edward zuckte die Achseln.
„Das ist der Krieg! Warum führt Ihr ihn, wenn Ihr seine Folgen nicht tragen wollt?"
„Nicht wir führen den Krieg, das thut Ihr. Ihr habt nicht so viel Recht auf dieses Land, als ich auf den Mond. Schiffet Euer Heer hinüber, und es wird Frieden sein."
„Darauf hab' ich keine Antwort. Das sind Dinge, welche die Herren von der Feder entscheiden. Ich führe meine Dragoner dahin, wohin meine Vorgesetzten es befehlen; und sie mögen dann die Befehle verantworten, welche sie mir geben. Nehmt Vernunft an: ich bleibe noch drei Tage liegen und warte auf Eure Antwort. Wollt Ihr Euch friedlich mit mir vertragen, so laßt's mich wissen, unsere Geschäfte werden dann geordnet werden. Was ich Euch genehmigen kann, das sollt Ihr haben. Kommt bis dahin nichts zu Stande, so reite ich ab, und das Weitere werdet Ihr dann mit dem Obersten Harrison, dem Mörder von Longford, sagtet Ihr, — abzumachen haben."
„Thut, was Ihr nicht lassen könnt," erwiderte Egbert kurz und kühl. „Aber reitet eine halbe Meile rückwärts. Dort trefft Ihr den Magy- bach; Ihr müsset darüber gekommen sein; eine alte Brücke ist's, aus Ablaßgeldern erbaut, in der Mitte ein hohes Kruzifix von Stein — erinnert Ihr Euch?"
erst und zwar im Herbst die Reichstagswahlen stattfinden sollen — „wenn keine Zwischenfälle eintreten". Reichstagsauflösung?
* Die Ungarn können sich anscheinend nicht genug in der Ausbeutung der freundlichen Worte thun, die ihnen der deutsche Kaiser im letzten Herbst gesagt hat. Der Rektor der Budapester Universität hat als Präsident des Landes-Nationalverbandes dem Kaiser zu seinem Geburtstage ein schwülstiges Begrüßungsschreiben zugesandt, das an den Trinkspruch des Kaisers große Phrasen macht über den „Patriotismus" und die „Nationalität" der Ungarn. Wenn die Deutschen und andere Nationalitäten wie Ungarn es nur nicht büßen müßten, daß die Herren Magyaren sich als große Nation ansehen und in diesem Gefühl durch den Kaiser sich gestärkt fühlen!
* Der Schükersport, insbesondere der Studentensport auf den höheren Lehranstalten, hat in den letzten Jahren auf Grund einer Anregung des Kaisers vielfach eine Ansdehnung und Gestalt angenommen, daß Lehrern und Eltern angst und bange dabei wurde. Da hat denn endlich der Kultusminister sich ein Herz gefaßt, und zu Kaisers Geburtstag ist eine Kabinetsordre erschienen, die eine Reihe heilsamer Vorschriften zur Verhütung von Auswüchsen des Studentensportes enthält. Hoffentlich werden sie streng beachtet, damit die Sporthexerei ein Ende hat.
Die „Neue Musik-Zeitung", Verlag von Karl Grüninger, Stuttgart-Leipzig, scheint es darauf abgesehen zu haben, sich in katholischen Familien unmöglich zu machen. Wir wüßten sonst nicht, welchen Zweck es haben sollte, wenn das in feinen Fachangelegenheiten so gut redigirte Blatt in Nr. 1 seines neuen Jahrganges sich so krampfhaft bemüht, einen „Witz" über die Wunder von Lourdes zu Stande zu bringen. Ganz besonders aber muß es zartfühlende Seelen abstoßen — und eine Musikzeitung sollte auf solche doch vor Allem gebührende Rücksicht nehmen —, wenn bei der Besprechung eines Buches „Franz Liszt und das Ewig-Weibliche" aus diesem jämmerlichen Machwerke Stellen citirt werden, die nicht bloß an die Grenze des Anständigen heranreichen, sondern darüber hinausgehen. Wenn die Redaktion der ,Neuen Musikzeitung' auf die sittlichen und religiösen Anschauungen ihrer Leser oder doch eines großen Theiles derselben nicht mehr Rücksicht nimmt, dann werden christliche Eltern sich ernstlich die Frage vorlegen müssen, ob sie ein solches Blatt ihren Heranwachsenden Söhnen und Töchtern in die Hand geben wollen.
Ausland.
* Rom, 27. Jan. Die radikalen und sozialistischen Vereinigungen haben beschlossen, vor der Deputirtenkammer an dem Tage, an welchem dieselbe den Gesetzentwurf über die Herabsetzung der Getreidepreise berathen wird, sowie am Sonntag Kundgebungen zu veranstalten, um die vollständige Aufhebung der Getreidezölle und eine Verminderung der Ausgaben für das Militär zu verlangen.
* Retersöurg, 27. Jan. Der Petersburger ,Kraj' hat aus Rom die Bestätigung der Nachricht erhalten, daß in Odessa eine neue
„Es mag wohl fein . . . ." erwiderte Sir Edward etwas verlegen.
„Nun dorthin reitet zurück. Dieser Bach bildet die Grenzscheide des Gebietes von Killarney. Jenseits des Baches findet Ihr Wiesenland für Eure Pferde; der Bach hat auch vortreffliches Waffer. Verständigt Euch mit den Leuten dort; überhaupt thut, was Ihr wollt; auf unserem Gebiete braucht Ihr keine Antwort abzuwarten."
„Die Folgen kommen über Euch!" antwortete der Dragonerhauptmann.
„Die Folgen kommen stets über den, bei dem auch die Ursachen zn suchen sind," erwiderte der Häuptling scharf.
Der Offizier zuckte stumm die Achseln.
„Damit wären wir also fertig," bemerkte er nach einer kurzen Pause. „Nun, noch eins! Ihr habt Euch gestern mit Gewalt einer britischen Unterthanin bemächtigt, und ich verlange deren Herausgabe."
„Da steht sie selbst," sagte Egbert. „Sie ist unser Gast, und wenn sie unser Dach verlassen will, so werden wir sie daran nicht hindern. Wenn sie aber nicht zu Euch zurückkehren will, so werdet Ihr sie dazu hoffentlich nicht zwingen."
„Sie möge dann selbst entscheiden."
Lucy trat in den Kreis.
„Sir Edward Durham," sprach sie mit laut vernehmlicher Stimme. „Euer Auftrag ist erfüllt und Ihr könnt Eure Rosse wieder heimwärts lenfetu Ihr solltet mich nöthigenfalls mit Gewalt ffn den Besitz dieser Güter setzen. Es bedarf dieser Gewalt nicht. Ich habe an Stelle meiner alten Heimath hier eine neue Heimath gefunden. Was mein Gewissen bedrückte, ist gelöst.