FuldaerMZeitung
Erscheint täglich, ni. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Vierteljährl.
Dezugspreis oyneBringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
Inserate: Die einspalt. Garmond- zcile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
mit Zlnterhallungs-Meilage „ÄM^tnrle Sonntags-Ieitung" Peterszaffe Nr. L (Darmonic).
JuL'öa, Mittwoch, den 26. Januar 1898
M 20.
25. Jahrgang.
K> Der Fall Dreyfus.
Der Fall Dreyfus hat einen Umfang angenommen, der bedenklich ist und zur Beachtung zwingt, man mag solche vermeiden wollen oder nicht. Denn in Paris brodelt es wie in einem Hexenkessel. Und deutlicher als je tritt es als Kennzeichen der modernen französischen Republik hervor, daß diese über wirklich ernsthafte wirth- schaftliche und politische Fragen hinweggleitet, wie über ein nichts, durch Skandalsachen persönlicher Art aber in ihren Grundfesten erschüttert wird. Kurz, der Fall Dreyfus und seine Entwickelung lassen von Neuem in erschreckender Deutlichkeit erkennen, daß Frankreich auf dem abschüssigen Wege der Entartung mit Riesenschritten vorwärts eilt.
Am letzten Samstag nun hat es in der französischen Kammer Prügel gegeben. Der frühere Kriegsminister und jetzige Abgeordnete Cav aig- nac richtete eine Anfrage an die Regierung: er versichert auf's bestimmteste, der ehemalige Hauptmann Dreyfus habe ein Geständniß abgelegt, und es gebe darüber zwei Urkunden. Warum, so fragt Cavaignac, weigert sich die Regierung, diese Schriftstücke bekannt zu geben? Wenn darin Sachen vorkommen, die man aus Rücksicht auf fremde Mächte nicht bekannt werden lassen will, so können diese Stellen ja überschlagen werden. Zwischen den Handlungen und Worten der Regierung besteht ein sonderbarer Widerspruch. Die Antwort des Ministerpräsidenten Möline auf diese Anfrage ist sehr geschickt. Herr Moline wies darauf hin, daß ja die Kammer selbst diese Angelegenheit von sich abgeschüttelt und vor die Schranken des Gerichtes verwiesen hat. „Das Urtheil des Kriegsgerichtes genügt sich selbst . . . . Sollen wir etwa unseren Widersachern die Geheimnisse unserer militärischen Polizei offenbaren?"
Schließlich zog Cavaignac seine Anfrage zurück. Aber nun machte der Sozialist I au ras die Anfrage zu der feinigen und darauf hin bemächtigte sich einiger Mitglieder der Kammer eine furchtbare Erregung. Der Sozialist GöraultRichard begann die Thätlickkeiten, indem er Herrn De- b er n is von der Rechten eine schallende Ohrfeige versetzte, und sofort entstand um die Rednertribüne herum ein wüster Knäuel springender, stoßender und brüllender Menschen. Die Sitzung fand ein unfreiwilliges vorzeitiges Ende und konnte an demselben Tage nicht wieder ausgenommen werden. So sehr beherrschte die Aufregung das ganze Haus, daß auch auf den Tribünen unter den Zuhörern und Journalisten Keilereien sich entspannen.
Freilich, die Frage lag und liegt nach wie vor nahe: Warum lüftet die Regierung nicht das Geheimniß über ihren Beweisen für die Schuld des Hauptmanns Dreyfus? Und man kann ganz wohl begreifen, daß bei manchen Leuten Zweifel einziehen darüber, ob die Regierung überhaupt in der Lage fei, solche Beweise erbringen zu können. Aber alles ist bisher nach Recht und Gesetz zugegangen. Auf dem Wege rechtmäßigen Verfahrens ist der Hauptmann Dreyfus verurtheilt, und das muß für alle Unbetheiligten so lange für richtig gelten, als es den Feinden der französischen Regierung nicht gelungen ist, das Gegen-
* Der lrtztc fjänptling ernt fütatitij.
Eine historische Erzählung von Philipp Wasserburg (Laicus).
35 ------ (Nachdruck verboten.)
XI.
Unterhandlungen.
Am folgenden Tage war man in Killarney- house früh munter. Rach allen Richtungen gingen Boten ab, um die Männer zu einer Versammlung des Sept einzuladen. Was da verhandelt werden sollte, blieb Niemanden ein Geheimniß, und es war keine Frage, daß die Versammlung den jungen Robert mit Jubel als Tanaist erküren würde; denn alle liebten ihn wegen seiner treuherzigen Offenheit und seiner Tapferkeit, die vor keinem Feinde zurückschreckte.
Mit dieser Wahl hatte es folgende Bewandt- niß: Alt-Irland zerfiel in vier Reiche unter Königen: Leinster, Ulster, Connaught und Munster. Einer dieser vier Könige war der Oberkönig, dessen Gewalt aber mehr eine nominelle war. Die Reiche zerfielen in Stämme, Clans, oder wie die Irländer sie nannten, Septs. In jedem Septs bestand eine herrschende Familie, aus welcher von £ ~ freien und waffenfähigen Stammesgenossen der Häuptling oder Cean-Cinneth gewählt wurde. Die Würde blieb in der Familie, aber sie war Acht erblich. Nach dem Tode des Cean-Cinneth wurde ein anderer Häuptling aus derselben Familie frer gewählt. Es kam aber auch vor, daß man Ichon zu Lebzeiten des Häuptlings seinen Nach- T°lger wählte. Der so gewählte Nachfolger hieß bann Tanaist; und in der Regel theilten sich dann
theil zu beweisen. Und darin liegt ein neues Kennzeichen für den Verfall Frankreichs, daß es einer bestimmten Interessengruppe gelingen kann, das ganze Land in Aufruhr zu bringen gegen ein gesetzliches und vorschriftsmäßiges Gerichtsverfahren zu dem Zwecke, die Staatsregierung zu zwingen dazu, daß sie willkürlich gegen Vorschrift und Gesetz eine Wiederaufnahme des Verfahrens anordnet.
Noch ist es der Regierung gelungen, gegen diesen wiederholten Ansturm sich zu behaupten. Aber bei den unsicheren Zuständen, unter denen Frankreich leidet, ist es fraglich genug, ob es ihr fortgesetzt gelingen wird, die Dreifus-Clique in Schach zu halten.
Deutsches Deich.
Berlin, 25. Januar.
* Die Meise des Kaisers «ach Iernsalem zur Einweihung der Erlöserkirche auf dem Muri- stan ist wieder einmal zum Gegenstände von Meldungen gemacht worden, obwohl sich an dem Plane nichts geändert hat und obwohl das Reiseprogramm noch gar nicht festgestellt ist. Nur soviel steht nach den ,B. N. N.' fest, daß die Reise im Herbste stattfindet, wann sie erfolgt, wie lange sie dauern wird, und an welchem Tage die Einweihung erfolgen soll, weiß noch Niemand. Für diese Feier kommen drei Tage in Erwägung, nämlich der 18. Oktober als Geburtstag des Kaisers Friedrich, der 31. Oktober als Reformationstag und Einweihungstag der Schloßkirche zu Wittenberg und der 6. November als Einzugstag des damaligen Kronprinzen Friedrich im Jahre 1869 in Jerusalem und in den Muristan. Welcher dieser Tage für die Einweihung gewählt werden soll, darüber muß erst noch Entscheidung getroffen werden. Ungewiß ist ferner, ob die Kaiserin die Reise mitmachen wird. Nach den ursprünglichen Dispositionen sollte der Kaiser allein reifen, da aber die Kaiserin dem Vernehmen nach den Wunsch hat, Jerusalem auch zu besuchen, so könnte vielleicht darin eine Aenderung erfolgen. Die Erlöserkirche selbst ist in ihrem äußeren Bau durchaus vollendet; die innere Ausstattung schreitet rasch vorwärts und dürfte in einigen Monaten auch zum Abschluß kommen. Altar und Kanzel wie verschiedene andere Bildhauerarbeiten sind bereits nach Palästina gesandt; die Chorstühle sind hier bereits in Arbeit und demnächst wird von hier ein Maler nach Jerusalem reifen, um Wandmalereien in der Kirche auszuführen.
* Die Centrumsfraktion des Abgeordnetenhauses hat einen schweren Verlust erlitten: der Hochw. Pfarrer Wolczyk aus Pschow, welcher seit 1893 den oberschlesischen Wahlkreis Pleß-Rybnik im Landtag vertreten hat, ist heute früh in seiner Heimath gestorben. Herr Augustin Wolczyk war geboren am 13. November 1835 zu Trynek bei Gleiwitz. studirte in Breslau Theologie und hatte seit 1885 die Pfarrstelle in dem Wallfahrtsorte Pschow inne. Neben seinem geistlichen Amte beschäftigte sich Wolczyk viel mit literarischen Arbeiten in deutscher und polnischer Sprache.
* Der Landtags - Abgeordnete Kammerherr v. Schmiedeseck auf Woplankeu bei Rasten
der Cean-Cinneth und der Tanaist derart in die Geschäfte, daß der erstere die friedlichen Pflichten besorgte, während der zweite die Mannschaft des Stammes in den nur allzu häufigen größeren und kleineren Fehden befehligte.
Zur Zeit unserer Geschichte war von dieser Verfassung längst keine Spur mehr übrig. An Stelle des Oberkönigs war England getreten, welches die Rechte der alten Verfassung, so weit die Dänen sie noch übrig gelassen, völlig vernichteten und den Feudalstaat einführten. Das Grundeigenthum, das ausschließlich der Gemeinde gehörte, und in einzelnen Loosen bei der Verheiratung an die Männer vertheilt wurde, wurde eingezogen, und einem englischen Großen als Lehen gegeben.
Diese allgemeine Errichtung des Feudalstaates schloß jedoch nicht aus, daß sich an einzelnen, vom Verkehr abseits gelegenen, namentlich durch Berge geschützten Stellen die alt-irische Verfassung mit wenigen, auf Grundlage des Selbstregimentes eingeführten Aendernngen von einer Generation zur andern vererbt hatte.
So hatte sich auch in Killarney und vielleicht noch an anderen Stellen, die alte Verfassung in eigenartiger Entwickelung erhalten. Natürlich wurde aber eine solche Verfassung von den Engländern nicht anerkannt, sie hatten wohl auch wirklich keine Kenntniß davon.
In Killarney war in der That das Letztere der Fall. Von seinem Oheims und Vorgänger hatte Egbert O'Drentor als Vermächtniß die Lehre erhalten, Waffenvorräthe anzuhäufen und die wehrfähige Mannschaft fortwährend in Handhabung der Waffen zu üben, aber nichts gegen die Eng-
burg ist heute Nacht infolge eines Herzschlags gestorben. Derselbe gehörte der konservativen Partei an.
* Herr Minister v. Miquel ist unzufrieden mit seinen ehemaligen Freunden und Parteigenossen, den Nationalliberalen, weil diese im preußischen Abgeordnetenhause der preußischen Eisenbahnpolitik und ihrer öden Plusmacherei nicht volles Lob zollten und sogar allerlei Aufwendungen aus dem Staatssäckel für Kulturaufwendungen fordern. Der Schweinburg muß es den Nationalliberalen in seinen,Berliner Pol. Nachrichten' sagen, daß sie nach Herrn v. Miquel's Ansicht „ein gefährliches Spiel mit ernsten Dingen treiben" und mit „finanziellen Phantastereien" sich abgeben. „Durch die sorgsamste Pflege seiner Einnahmen — so muß der Preßlakei des Finanzministeriums schreiben — und die strengste Sparsamkeit betreffs der Ausgaben allein ist es in Preußen erst möglich gewesen, das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben herzustellen; nur durch das konsequente Festhalten an dieser strengen und nüchternen Finanzpolitik läßt sich auch in der Folge das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben und damit die gute Sage der preußischen Finanzen aufrecht erhalten." Wie gut das klingt! Aber wie kommt es dann, daß wir so ungeheuer viel Geld, 100 Millionen, übrig haben für die Unterdrückung der kath. Bevölkerung in den Provinzen Posen und Westpreußen? Ueber diesen sonderbaren Gegensatz der Worte und der Thatsachen sollte Herr v. Miquel uns einmal durch Herrn Schweinburg aufklären!
* In den Kreisen der Polenpartei machen sich die Meinungsverschiedenheiten über die Ikottenvorkage auch öffentlich geltend. Eine Versammlung in Posen hatte, wie berichtet, eine geharnischte Resolution gegen die ganze Flottenvorlage angenommen. Diese Resolution verlangt von dem Vertreter Posens im Reichstage, dem Abg. v. C e gielski, daß dieser gegen die Vorlage stimme. Jetzt wendet sich dagegen der bekannte polnische Politiker v. Koscielski, ehedem bekannt unter dem Spitznamen des „Admiralski". Er richtet eine Zuschrift an ,Dziennick Poznanski', und nennt darin jene Posener Resolution „unklug und voreilig". Er wird dadurch aber schwerlich die Ansichten derer ändern, die damals die Resolution gegen die Vorlage gefaßt haben.
(*) Ueber den Zeitpunkt der nächsten Mahlen scheint dem .Vorwärts' eine Nachricht „zugeflogen" zu sein. Er will erfahren haben, daß die Wahllisten für die Reichstagswahl bis Ende Mai zur Auslegung bereit gestellt fein sollen, daß die Wahlen im Juli stattsinden könnten. Die preuß. Landtagswahlen sollen int Oktober stattsinden. Die,Deutsche Tagesztg.' ist mit dem Reichstagswahltermin nicht zufrieden, da in der ersten Hälfte des Juli in der Regel die Heuernte, in der zweiten die Getreideernte stattfinde.
X Demnächst soll, wie gemeldet, dem Reichstage eine Vorlage zugehen über eine Meform des Studiums der Mediziner Die Vorlage ist in der Medizinalabtheilung des preußischen Kultusministeriums vorbereitet worden, nachdem
länder zu unternehmen, auch nicht zu dulden, daß ein Stammesgenoffe sich einem Unternehmen gegen England anschlösse, es sei denn, daß sie in ihrem Gebiete angegriffen würden.
Der feit hundert Jahren gefürchtete Augenblick war jetzt eingetreten. Das Grundeigenthum des Stammes war vom Parlamente koufiszirt, und englische Dragoner standen auf feinem Gebiete, um diese Konfiskation durchzuführen. Die eigen- thürnlichen Umstände,wodurch dies längst Befürchtete ein getreten, berührten Egbert weniger. Seinem klaren Blicke war nicht verborgen, daß das kommen mußte, wenn nicht heute, dann morgen. Man wußte genau, daß Cromwell in dieser Richtung heranzog; Wexford war genommen, Duncannon, das sich mächtig gewehrt, war cernirt; das Hauptheer war im Anmarsche auf Cork. Das waren die letzten Nachrichten. Der Kriegsschauplatz wälzte sich näher. Lncy's versuchte Einführung beschleunigte das vielleicht um einige Tage oder Wochen; aber Egbert verhehlte sich nicht, daß das Ereigniß höchst wahrscheinlich dennoch eingetreten wäre.
So war denn feine Stimmung Lucy gegenüber sehr kühl benrtheüend, und als ihm Mary den ganzen Inhalt ihrer Unterredung mit Lucy mit» getheilt hatte, versagte er sein Bedauern diesem Mädchen nicht, das bei allem Drange edel zu handeln, durch die Verhältnisse gezwungen wurde, ungemein verächtlich zu erscheinen.
Bei Robert spielte das Herz immer noch die erste Rolle. Er stand nicht nur in jugendlichem Alter, während sein Vater kühler überlegte, fein Herz war auch näher beteiligt. Von ihm rührten die Schilderungen her, er liebte Lucy mit voller Gluth und rang mit dem Gedanken, sie nicht
die Frage im vergangenen Jahre von den medizinischen Fakultäten und Aerztekammern und dann in einer Konferenz im Berliner Kultusministerium durchberathen worden ist. Jetzt ist der Entwurf so weit vollendet, daß er dem Parlamente vorgelegt werden kann. Ueber seinen Inhalt verlautet noch nichts, insbesondere nicht, ob die neue einschneidende Bestimmung beibehalten werden soll, daß die jungen Mediziner nach Ablegung des Staatsexamens noch ein Jahr in Krankenhäusern oder Kliniken praktisch thätig sein sollen, ehe sie die ärztliche Approbation erhalten. Uns scheint eine solche Bestimmung recht sehr am Platze zu fein. Auch müßte genauer bestimmt werden, wer sich als „Spezialist" bezeichnen darf oder nicht. Damit wird jetzt vielfach großen Unfug getrieben.
* In den nächsten Tagen tritt im Handelsministerium eine Konferenz zusammen, die über weitere Förderung der kaufmännischen Mnterrichlsanstatte» beraten foll. An die Theilnehmer ist eine Uebersicht über die kaufmännischen Unterrichtsanstalten in Preußen versandt worden.
X Schon einmal ist an dieser Stelle auf die Bestrebungen der devlsche« IaHrrad-Indnstrie hingewiesen werden, einen außerordentlichen Einfuhrzoll auf ausländische Fahrräder zu erreichen. Nunmehr wird berichtet, daß die Fahrrad-Industrie daraus hinarbeite, das Fahrrad bei der Zollbehandlung als ein „Fahrzeug mit Leder- oder Polsterarbeit" betrachtet zu sehen. Dann würde nämlich jedes Fahrrad, das vom Auslande bei uns eingeführt wird, mit einem Einfuhrzoll von 150 Mark belegt werden müssen — so wenigstens will der amerikanische Konsul in Chemnitz erfahren haben. Der deutschen Fahrrad- Industrie ist nun durchaus jeder berechtigte und gerechtfertigte Schutz zu gönnen. Aber bei jenen „Fahrzeugen mit Leder- und Polsterarbeit" handelt es sich um Eisenbahnwagen und um Luxuswagen, im ganzen genommen also um Fahrzeuge, deren Durchschnittswerth für jedes Stück etwa auf mindestens 3000 Mk. anzuschlagen ist. Unmöglich wird also ein Zollsatz Anwendung finden können auf Fahrräder, deren Durchschnittswerth für jedes Stück nur den zehnten Theil davon beträgt. Das Fahrrad hat längst aufgehört, bei uns nur ein Gegenstand für Sport und Vergnügen zu sein. Es ist in hohem Grade ein volksthüm- licher Gebrauchsgegenstand geworden in unserem Erwerbsleben und darf darum auch nicht übermäßig versteuert werden.
*Für die Konsumenten von amerikanischem Fleisch dürfte folgende Notiz beachtenswerth sein. Unter dem Titel: „Was uns Amerika sendet!" schreibt die,Deutsche Fleischer-Ztg.': Der Rath der Stadt Dresden hat eine Probe von dem neuerdings dort in größeren Mengen in den Verkehr gebrachten amerikanischen Pöckelrindfleisch chemisch untersuchen lassen, wobei sich herausgestellt hat, daß dieses Fleisch durch einen Zusatz von 3,87 pCt. Borsäure künstlich frisch erhalten und vor Verderbniß geschützt wird. Da der Genuß solchen Fleisches die menschliche Gesundheit zu gefährden geeignet ist, so warnt der Rath vor deffen Genuß und wird gegen diejenigen, welche folches Fleisch in den Verkehr bringen, strafrechtliches Einschreiten veranlassen. Nehmen
mehr lieben zu dürfen. Die befänftigenben Worte feiner Mutter hatten eher das Gegentheil von dem bewirkt, was diese beabsichtigte. Er erkannte daraus, daß seine Eltern seiner Neigung einen zuweilen gefürchteten Widerstand nicht entgegen gesetzt haben würden, daß er am Ziel seiner Wünsche gewesen, wenn nicht diese niederträchtige Handlung des Hauses Fitzgerald wie ein schneidendes Messer zwischen ihn und Lucy gefallen roire. In seiner gegenwärtigen Stimmung hielt er jede Ans- föhnung, jede Verbindung mit Lucy für unmöglich.
Die Nacht verging schlaflos. Eist gegen Morgen schloß ihm ein leichter Schlummer die Augen, und als er wieder zu sich kam, leuchtete bereits der Tag in fein Gemach, und vom Hofe herauf hörte er die anordnende Stimmes seines Vaters. Hastig sprang er auf und wenige Minuten später trat er in die gemeinsame Halle, um seine Mutter zu begrüßen. Er sand indessen nur Lucy dort, die schon frühe herbei gekommen, um aus dem Munde der Frau Mary das Urtheil zu vernehmen, welches die andern Betheiligten über sie gefällt. Sie hatte bereits mit dem Häuptling gefprochen, bei welchem die gemachten Enthüllungen keinen Eindruck hervorgebracht zu haben schienen. Er behandelte sie mit jener Achtung, welche die irische Sitte dem Gaste erwies, und zugleich mit einer Herzlichkeit, wie sie nur gegen nahe Verwandte üblich ist. Ec schien nichts davon zu wissen, wie unheilvoll ihr Vater in das Leben um diesen friedlichen Herd eingegriffen hatte.
Und doch deuteten ihr wieder andere Umstände an, daß er ganz genau wisse, wie es sich mit der Anwesenheit der Dragoner verhielte. Als sie