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legen. Die gesammte Sterblichkeit in dieser Zeit belief sich auf 1540 Todesfälle. Die Aus­wanderung aus der Stadt ist in der Zunahme, die Geschäfte stocken.

* Kavanrra, 21. Jan. Der Führer der Aufständischen, General Masso Parra, hat sich mit 2 Obersten, 3 Hauptleuten, 6 anderen Osfizieren und 116 Mann den Spaniern unter­worfen. Die Unterwerfung fand in Fomente in Gegenwart des Gouverneuers von Santa Clara statt. Die Aufständischen brachten Hochrufe auf das spanische Cuba und den König von Spanien aus. Der Ergebung Parra's wird große Be­deutung beigelegt. — In den Kämpfen der letzten 14 Tage verloren die Aufständischen 115 Todte und 34 Gefangene; 379 Mann unterwarfen sich. Die Verluste der Spanier betrugen 12 Todte und 93 Verwundete.

Aus Kirche und Schule.

* Würzb«rg, 21. Jan. Zum Domkapi­tular an Stelle des verstorbenen Herrn General­vikars Dr. Franz wurde der hochw. Herr geistl. Rath und Regens des Chilianeums, Dr. Franz Emmerich ernannt.

* KikdesHeim, 21. Jan. Der katholische Schulvorstand hat Ende der achtziger Jahre beim Magistrate den bescheidenen Antrag gestellt, daß der katholischen Schulgemeinde nur ein Beitrag für die Schulbauten gewährt werden solle, während der evangelischen Schulgemeinde sämmtliche Schulbauten aus der Stadtkasse geleistet und im Stande gehalten werden. Der katholische Schulvorstand hat diesen Antrag durch sämmtliche Instanzen bis an den Minister verfolgt, welcher erwiderte, daß die kathol. Schulgemeinde einen Billigkeits-Anspruch auf Erfüllung ihres Antrags habe, es sei ihr daher anheim zu geben, mit dem Magistrat dieserhalb zu verhandeln. Der Magistrat wies aber nicht nur jeden Versuch des hiesigen kath. Schulvorstandes, mit ihm in Unterhandlung zu treten, entschieden ab, sondern weigerte sich auch schroff, die Ver­handlungen durch die Vermittelung der Regierung, welche der kath. Schulvorstand nach der ihm zu theil gewordenen Zurückweisung angerufen hatte, zu führen. Seit der Zeit haben jeglich; Ver­handlungen geruht. Oberbürgermeister Struck- mann behauptete in der letzten Sitzung der städtischen Kollegien, er habe gegen die lieber» nähme der kath. Schule nichts, „man habe sich gesträubt, der Stadt die Rechte einzuräumen". Wie Herr Struckmann zu solchen Worten kommen konnte, ist ein RÄhsel. Dem kathol. Schulvor­stande ist ja noch gar nichts abverlangt, „man konnte sich also noch gar nicht sträuben". That- sächlich hatten bis heute die Zeitungen recht, wenn sie behaupteten, die evangelischen Schulen würden mit aus dem Steuersäckel der kath. Einwohner, die für ihre Schule nichts erhielten, gebaut. Es ist daher, wenn man von privaten Äeußerungen absehen will, das erstemal, daß von unserem Stadtoberhaupt offiziell die Bereitwilligkeit erklärt wird, in Unterhandlung mit der kath. Schulge­meinde zu treten. Der kath. Schulvorstand wird diese Erklärung nicht unbeachtet lassen.

beachtet und das Bestellgeld durch Aufkleben einer Marke verwendet oder mit dem Kostenbe­träge zugleich übersandt. Dies macht den Kassen­beamten nicht nur eine erhebliche Mehrarbeit, sondern erhöht auch um den Betrag der Bestell­gelder die Kosten. Eine Zurücksendung der Be­stellgelder kann nicht erfolgen, da der Betrag nicht das Uebersendungs - Porto deckt. Der zu viel eingezahlte Betrag fließt zunächst in die Staatskasse und wird später an den Provinzial- Fonds abgeführt. Es ist also stets nur der gefordert eBetrag mittels Postanweisung ein­zusenden.

* Muß man Mahngebühren bezahlen, wenn die Mahnung erst zur Zustellung gelangt, nach­dem man die angemahnten Steuern bereits ent­richtet hat? Diese allgemein iuteressirende Frage ist schon wiederholt bejaht, aber auch ebenso oft verneint worden. Jetzt hat aus Anlaß eines Einzelfalles der Finanzminister die Frage be­jahend entschieden.

* Die Frage der Rechtsverbindlichkeit bei un­erbetener Zusendung von Maare« beleuchtet der folgende Fall, der in Hannover zur Verhand­lung gelangte: Ein Kaufmann machte in einem Geschäfte in einer anderen Stadt ein Angebot von Waaren mit dem Bemerken, daß die Waare abgeschickl würde, wenn in acht Tagen keine ab­lehnende Antwort einginge. Der Adressat ließ die Postkarte unbeachtet und erhielt dann wirklich das Packet unter Nachnahme. Als die Einlösung verweigert wurde, drohte der Absender mit der Klage und bemerkte, daß erhebliche Kosten er­stehen würden. Diese Mahnung wurde der Staats­anwaltschaft angezeigt, und diese erhob Klage wegen Erpressung. Das Gericht verurtheilte den Kaufmann zu zehn Tagen Gefängniß. Das Reichs­gericht hat die Revision des Verurtheilten ver­worfen.

Lokales.

Fulda, 22. Januar.

Q In der gestrigen Sitzung der Budget­kommission des Reichstages brachte unserer Abgeordneter Herr Richard Müller eine Petition der Iukdaer ^ost««1eröeam1en um Abänderung ihrer Anstellungs- und Kündigungs­verhältnisse zurSprache. Wie aus demKommissions- berichte (siehe Parlamentarische Nachrichten) er­sichtlich ist, hat der Staatssekretär des Reichs- postamtes Herr v. Podbielski eine entgegenkommende Antwort gegeben. Hiermit hat der Herr Staats­sekretär gezeigt, daß er gern bereit ist, den be» rechtigten Wünschen der Unterbeamten nach Möglichkeit zu entsprechen, selbstverständlich unter Rücksichtsnahme auf die Finanzen des Reiches und der Steuerzahler.

Das Kaus des Herrn Sippe! in der Friedrichstraße ist für den Kaufpreis von 69 000 Mark in den Besitz des Herrn Domgoldschmiedes Wilhelm Rauscher übergegangen.

△ Ein kritischer Gag erster Hrd«u«g nach Falb'scher Phantasie ist heute. Etwas Kritisches haben wir bis jetzt nicht entdeckt; wir zweifeln aber nicht daran, daß die blindgläubigen Falb­verehrer auch heute wieder alles sehr kritisch finden werden. Falb hat es gesagt, also! — Für die erste Hälfte dieses Monates hatte Falb die Witterung als „sehr kalt und trocken" prophe­zeit. Sehr kalt ist es nun in jenen Tagen in ganz Deutschland nicht gewesen, nicht einmal kalt, und die Trockenheit ist gewiß auch Niemanden aus- Kefallen. Trotzdem konnte man in diesen Tagen in verschiedenen Blättchen lesen, daß Falb wieder einmal genau das Richtige getroffen habe. Nun ja, gewisse Leute werden eben nicht alle!

* Mestessgekd bei Mosta«weisu«ge». Sind bei Einsendung von Gerichts kosten mit der Post dem betreffenden Betrage 5 Pfg. bezw.

Pfg. Bestellgeld beizufügen? Im Interesse des Publikums ist es wohl angezeigt, daß diese »rage einmal näher erörtert wird. Bei den konigl. Kassen, insbesondere Gerichtskassen, besteht die Vorschrift, daß die Postsachen und Gelder von der Postanstalt, wenn diese an demselben -~)rt befinbet, durch die eigenen Kassenboten ab- 8eholt werden. Dadurch fällt der Anspruch der Post auf das Bestellgeld von 5 Pfg. weg. Von

.snsereffnten Publikum, namentlich der bhaftswelt, wird nun diese Bestimmung nicht

Aus dem Aachlmrgebiet.

Schlüchtern, 21. Jan. Das Sekten­wesen schießt unter der protestantischen Bevöl­kerung in hiesiger Gegend gar üppig ins Kraut. Im östlichen Theile unseres Kreises haben z. B. die Baptisten viele Anhänger gefunden. Ein Schuhmacher von Weichersbach, „Bruder Franz" genannt, hält in den verschiedenen Dörfern die gottesdienstlichen Versammlungen ab. Wie man hört, dauern dieselben oft bis tief in die Nacht hinein. Doch muß es wohl gemüthlich dabei hergehen, da auch für den Selb durch Mahlzeiten gesorgt wird. In manchen Dörfern, z. B. in Jossa, hat diese Sekte großen Anhang.

* Schlüchtern, 21. Jan. Stach der Liste der wahlberechtigten Bürger, die jetzt aus dem Rathhause zur Einsicht ausliegt, wählen hier in Schlüchtern in der ersten Abtheilung 21 Bürger, und zwar 7 Christen und 14 Juden. Unter diesen sind nur 2 Beamte (Notar Henrichs und Rent­meister Schnegelsberg), die übrigen sind Gewerbe­treibende. In der zweiten Abtheilung sind 59 Wähler eingeschrieben, darunter 10 Beamte und ein Lehrer a. D. Unter den Gewerbetreibenden dieser Abtheilung befinden sich 41 Christen und 18 Juden.

— Kana«, 21. Jan. Montag, den 7. Fe­bruar beginnen hier die Stadtverordneten­wahlen. In die erste Wählerklasse gehören diejenigen Einwohner, deren Steuersatz mehr wie 1190 M. beträgt. Es sind dies 72 Einwohner. In die zweite Wählerklasse kommen die Ein­wohner mit dem Steuersätze von 310 bis 1190 M. und in die dritte diejenigen mit einem Steuer­sätze von weniger als 310 M. — Gestern hat sich eine Vereinigung der hiesigen bürgerlichen Parteien gebildet, um ein Gegengewicht gegenüber den sozialdemokratischen Parteien zu haben. — Die 300. Jubelfeier der Stadt Hanau am l.Juni 1897 schließt ab mit einer Gesammteinnahme von 98431,16 M. und mit einer Gesammtaus- gabe von 97 490,69 M. Der Ueberschuß wurde der Stadt übermittelt zur Herstellung des Fest­platzes. Der Konsum während des Festes be­trug nach der Aufstellung des Wirthschafts-Aus- schusses 11389 i/i und 577 '/, Flaschen div. Weine, 1843 Ve Liter Schoppenwein und 225, st Hektoliter Bier.

# Kana«, 21. Jan. Die hiesige Straf­kammer beschäftigte sich gestern mit einer An­zahl von Berufungssachen. Verworfen wurde die Berufung des Bauernsohnes Franz Joseph E. aus Lehnerzhof, der wegen Körperverletzung von der Strafkammer zu Fulda zu 1 Monat Ge­fängniß vermtheilt ist; ebenso die Berufung des Schneiders B. aus Fulda, der wegen Körperver­letzung und Sachbeschädigung 14 Tage Gefäng­niß zu verbüßen hat; ferner wurde die Berufung des Bauern B. aus Wetzlos verworfen, der vom Schöffengerichte zu Burghaun wegen Pfandver- schlagung und Beleidigung zu 10 Tagen Ge­fängniß verurtheilt ist.

□ K««fekd, 21. Jan. Der Verkehr auf der hiesigen Eisenbahnstation ge­staltete sich im Betriebsjahre 1896,97 wie folgt (zum Vergleich sind die entsprechenden Zahlen des Vorjahres in Klammern beigefügt): Aus Fahrkarten und Fahrscheine wurden abgefertigt 39 294 (42 963) Personen; an Stückgut, einschl. Eil- und Expreßgut kamen hier an 1668 (1650) Tonnen, es gingen von hier ab 969 (1057) Tonnen. In ganzen Wagenladungen kamen an 21336 (9304) Tonnen, wogegen 6860 (5790) Tonnen von hier abgingen. An Dienstgut trafen ein 1572 (30) Tonnen, es gingen ab 465 (70) Tonnen. Im Vieh­verkehr kamen an 327 (284) Stück Großvieh und 49 (174) Stück Kleinvieh; es wurden von hier versandt 1726 (713) Stück Großvieh und 300 (416) Stück Kleinvieh. Die Einnahme betrug:

«ns dem Personenverkehr 452 82 (412,30) Mk., aus dem Güterverkehr 132 567 (938 23) Mark. Frachtbriefe kamen 19942 (19606) an und 15772 (16411) gingen von hier ab.

Aokeuvurg, 21. Jan. Für das laufende Jahr sind für die hier stattfindenden Kram-, Vieh- und Schweinemärkte folgende Ter­mine angesetzt worden : Krammärkte am 30. März, 18. Mai, 30. Juni, 19. Oktober und 30. November; Kram-, Vieh- und Schweinemarkt am 5. Oktober; Kram- und Schweinemarkt am 9. Februar und 11. November; Schweinemärkte am 5. Januar, 10. März, 6. April, 4. Mai, 8. Juni, 6. Juli 3. August, 7. September und 7. Dezember.

* Kaffes, 21. Zum Regierungs- und Schulrath bei der hiesigen kgl. Regierung ist Herr. Dr. Schneider, bisher Seminardirektor in Oranienburg, ernannt worden. Der neue Schulrath ist ein Sohn des vortragenden Raths im Kultusministerium, und wird am 1. März nach Kassel übersiedeln.

* Kaffes, 21. Jan. Jnteressiren dürfte es, daß ein früherer Droschkenkutscher von hier jetzt Bürgermeister der kleinen neugegründeten Stadt Mary-City in Pennsyloanien geworden ist.

* IlolHeudilrnokd, 21. Jan. Welch guten Rufes sich unsere heimische Industrie er­freut, geht u. A. daraus hervor, daß der Präsi­dent der Transvaal-Republik in Südafrika, Krüger, seine Salon-Wagen in der Fabrik von Wege­mann u. Komp, hierselbst Herstellen läßt. Vor einigen Tagen gingen drei solcher Wagen, welche ca. 30,000 Mk. kosten, nach Prätona ab. Die Fracht beträgt insgesammt 5500 Mk. Die Wagen wurden auseinander gelegt und die einzelnen Theile in Kisten verpackt, da der Transport von Hamburg aus zu Schiff erfolgen muß.

* Kotzeneiche, 21. Jan. Die Kornhaus­genossenschaften Hoheneiche, Kassel und Hof­geismar, von denen die erstere schon im Betriebe, die beiden letzteren Ende Januar in Betrieb kommen werden, übernehmen die Lieferung von bestsortirtem und gereinigtem Saat­gut zur Frühjahrsbestellung. Auch kaufen die drei Kornhüuser jetzt schon jedes Quantum an Weizen, Roggen und Hafer. Anfragen und Auf­träge sind an die Raiffeisen - Filiale - Kassel zu richten.

* Karlstzafe«, 21. Jan. Gestern ist ein von hier thalwärts fahrendes Wes er schiff s. g. Weserbock von der Bremer Schleppschifffahrt­gesellschaft unterhalb Herstelle, unter dem Rotz­berg, gesunken. Dasselbe war außer mit Groß­almeroder Thon noch mit ca. 500 Ctr. Zucker beladen. Das Personal konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

* Almena«, 21. Jan. Das Technikum hier­selbst, eine höhere und mittlere Fachschule zur Ausbildung von Maschinen- und Elektro - In­genieuren (5 Semester), Maschinen- und Elektro- Technikern (4 Semester) und Maschinen- und Elektro - Werkmeistern (2 Semester), wird im Winter-Semester 1897/98 von 542 Technikern besucht. Im Sommer-Semester 1897 besuchten 518 Techniker die Anstalt, mithin stellt sich die Jahres - Frequenz auf 1060 Besucher. An der Anstalt unterrichten 16 Fachlehrer und 10 Hilfs­lehrer; es ist jede lehrplanmäßige Unterrichts­stunde ordnungsmäßig und gut besetzt.

Vermischtes.

* Köln, 21. Jan. Ein bei einem hiesigen Oberst früher bediensteter Bursche erbrach während der Ab Wesenheit des Oberst das Schreibpult und stahl einen großen Geldbetrag, ein Sparkassenbuch von über 12,000 Mark und Coupons im Wertste von 8000 Mark. Ter Dieb ist wahrscheinlich ins Ausland geflüchtet.

* Offen, 20. Jan. Die Krupp'sche Guß stahl­fabrik ist seit vielen Jahren nicht so vollauf beschäftigt gewesen wie augenblicklich; täglich werden neue Arbeiter eingestellt. In den Kanonenwerkstätten wird schon seit langer Zeit auch des Sonntags (!) gearbeitet; die Arbeiter erhalten hierfür 1 M. außer ihrem Akkord, die Bureaubeamten 5 Mk. und die Meister 7,50 Mark Vergütung pro Sonntag. — Das Sononengie^en trägt halt noch was ein!

* Villervecii, 21. Jan. Einen gräßlichen Tod fand der Kötter H. von hier. Derselbe kam Nachts an einem Kalkofen vorbei, setzte sich, um sich zu wärmen, auf den Rand desselben und fiel hinterrücks in die Gluth, wo er lebendig verbrannte. Der Unglückliche stand in den besten Ihren und hinterläßt 5 kleine Kinder.

* Lauvan in Schl., 21. Jan. Ein kost barer Fund ist von einigen Arbeitern bei Friedeberg an der Queis gemacht worden. Sie fanden bei den Aufräu­mungs-Arbeiten im Flußbette einen eisernen Kasten mit 31,000 Mark Inhalt. Der Kasten war im vergangenen Sommer bei dem Hochwasser einem Handelsmanne fort- geschwemmt worden.

* Kine aufregende Szene ereignete sich dieser Tage in einem Kafe-Restaurant zu München. An einem der Tische wurde stark in Antisemitismus gemacht, was ein am anderen Tische sitzender Israelit hörte. Als einer der Gäste des Tisches auf einen Augenblick das Lokal verließ, eilte ihm der Israelit nach und ver- etzte ihm kurzer Hand eine Ohrfeige. Darauf packte der Geohrfeigte den Juden an und biß ihm ein Ohr a b. (!) Der Verletzte hatte großen Blutverlust. Es dauerte ziemlich lange, bis ein Arzt herbeikam, der das abgebissene Ohr wieder annähte.

* Hlnfreiwikkig. Polizei-Inspektor: „Himmel, Herr­gott, sind Sie schon wieder 'mal hier, Pennemann! Wie oft wollen Sie noch kommen?" — Pennemann: „Na, ick käme doch jewiß nich, wenn de Schutzleute mir nich immer wieder rinn brächten!"

* Sr hat Flecht. Dienstmann: „Dat is doch wohl hier richtig, wo das Fräulein Geburtstag hat, nicht wahr?" — Mädchen: „Unser Fräulein hat keinen Ge­burtstag!" — Dienstmann: „Na, wissen Sie, das wollen Sie mir altem Manne doch nich ufbinden, daß Ihr Fräulein teenen Geburtstag hat."

* Immer im Aeruf. Reisender: „Herr Lehmann, ich bitte hiermit um die Hand Ihrer Tochter Rosa." — Schwiegervater in spe: „Ist Ihre Liebe zu meiner Toch­ter auch echt?" — Reisender: „Herr Lehmann, auf Ehrenwort, das Beste und Dauerhafteste, was in diesem Artikel geliefert werden kann."

* Frindermund. Mutter: „Fritzchen, wo bist du?" Fritzchen: „Im Garten, Mama." Mutter: „Aber, Junge, du steckst ja bis über die Knie in Schmutz!" Fritzchen: „Ich habe mich selbst eingepflanzt und will sehen, ob ich wachse."

Gottesdirnstordnung in Fulda.

Sonntag, $8. Januar. Dom. 5'/-, 6, 6'/« und 7Y- Uhr hl. Messen, 9 Uhr Amt und Vorlesung des Bischöflichen Ehe-Erlasses, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Messe, P/2 Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt, feierliche Erneuerung der Weihe an die hl. Familie, 7 Uhr Andacht in der Marieukapelle. — Stadt­pfarrkirche. 51/« Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe und «gemeinschaftliche Kommunion des Mütter­vereins, 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 91/» Uhr Hochamt und Predigt, 11 und l‘/i Uhr Christen­lehre, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterverein, 3 Uhr Andacht. - Micharlskirchr. 10 Uhr hl. Messe mit Exposition, 2 Uhr Predigt und Bruderschaft von den sieben Schmerzen Marias. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 Uhr Amt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — 4.-8.(Generalkommunion)6° «und23,« Uhr. — Kodalitüt. V»10 Uhr. — Frauenberg. 5 und 61/« Uhr hl. Messen, 8 Uhr Bruderschaftsmesse, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feierliche Vesper.________________________________

Kirchenkalrndrr.

Sonntag, 23.Jan. Raimund. Der hl.Raimund wurde geboren im Jahre 1176 auf dem Schlosse Penna- fort in Spanien; er studirte Philosophie und Theologie und zeichnete sich durch Wissenschaft und Frömmigkeit in so hohem Maße aus, daß Papst Gregor IX. ihn nach Rom berief, um ihn mit wichtigen Angelegen­heiten zu beschäftigen. Später trat Raimund in ein Kloster ein, um seine alten Tage in Zurückgezogenheit nur dem Dienste Gottes zu weihen. Er starb reich an Verdiensten im Alter von 99 Jahren.

Montag, 24. Jan. Thimoteus,Bischof. Ter hl. Thimoteus war in Lystra in Kleinasien geboren und wurde vom hl. Paulus getauft, den er dann auf seinen Reisen begleitete. Paulus setzte ihn später zum Bischof von Ephesus ein und übertrug ihm die Ober­aufsicht über die anderen Kirchen in Kleinasien. Der Völkerapostel richtete an ihn zwei Sendschreiben; er nennt ihn seinen lieben Sohn und Genossen im Evan­gelium, seinen Bruder und Diener Gottes. Bei einem heidnischen Feste in Ephesus wurde Thimoteus vom Pöbel überfallen und derart mißhandelt, daß er einige Stunden nachher seine edle Seele aushauchte, im Jahre 97._________________________________________

Geschichts-Kalender.

23. Januar.

1806 starb William Pitt.

1814 Schlacht bei Ligny.

1897 Grubenunglück in Laurahütte.

24. Januar.

1712 Friedrich der Große geboren.

1742 Karl VII. zum deutschen Kaiser gewählt.

1888 Bischof Dr. Joseph Wey land hielt seinen Einzug in Fulda.

MerlriUülzlichesI

Wie überwintert man fein Fahrrad? Vor allem muß die Maschine vollständig rein gemacht wer­den; alle Rostflecken möglichst entfernt, die Kette ge­hörig gebürstet, die vernickelten Theile gerieben und zwar alles mit Hilfe des Petroleums. Das Innere des Rades, wir meinen das Lager, reinige man, indem man recht viel Petroleum durchlaufen läßt, und entfernt so alles noch anhaftende Oel, das den Winter über, da die Maschine doch stille steht, verharzen und die Kugeln ruiniren würde. Die sämmtlichen vernickelten Theile schmiere man nicht zu dünn mit Vaseline ein, es ist dies ein vorzügliches Mittel, den Nickel vor jeder Ein­wirkung der Luft zu schützen und das Rosten zu ver­hindern. — Und nun zur Hauptsache: der Pneumatik! Es ist leicht erklärbar, daß der Gummi bei nicht zweck­entsprechender Aufbewahrung porösbrüchig, also un­brauchbar wird. Die Reifen dürfen weder leer noch voll fein, sondern nur halb aufgeblasen. Die Maschine hänge man am besten auf, nur so, daß die Last nicht auf den Pneumatiks ruht; dann sorge man, daß in dem betreffenden Raume weder Frost noch zu große Wärme herrscht, beides ist dem Gummi schädlich.

Neueste Post.

Kaiserslautern, 22. Jan. Reichstags- ErsatzwahlHomburg-Kusel. Bisher wurden gezählt: Schmidt (national) 6514, Lincke (Bauern­bund) 3342, !Jäger (Centrum) 3239, Ehrhardt (Sozialist) 807 Stimmen. Els Orte stehen noch aus. Stichwahl zwischen Schmidt und Lincke ist sicher.

H Druffel, 22. Jan. In einer Kohlengrube zu Wasme stürzte infolge Reißens des Kabels ein Aufzug mit 15 Arbeitern in die Tiefe. Sämmtliche Jnsaffen wurden zerschmettert.

m. Metter-Keobachtrrnge«.

22. Januar.

Temperatur 6 Uhr Abends: 2,1 • Eels., 1,7' Rsamn.

„ 7*/i „ Morg.: 3,5« „ 2,8» „

„ 12 „ Mittags: 4,3' „ 3,5' „

Die hö ch st e Temperatur des gestrigen Tages betrug 4,0 • Celsius (3,2 • Röaumur).

Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug —1,6' Celsius (—1,3' SReaumur).

Mitterungs-Uedersickt der Deutschen Krewarte vom

21. Jan., mitgethellt dem Deutschen Reichsanzeiger.

Ein Streisen hohen Luftdrucks erstreckt sich von der Biscayasee ostwärts nach dem Schwarzen Meere hin, während eine Depression von müßiger Tiefe über Nord­ost-Europa lagert. Dementsprechend sind über Nord- und Mittel-Europa westliche Winde vorherrschend, welche meistens nur schwach auftreten. In Deutschland ist das Wetter trübe, mild, nur im südlichen Deutschland liegt die Temperatur noch unter dem Mittelwerth und bem Gefrierpunkt; in Nord- und Mitteldeutschland ist Regen gefallen.

Barometerstand Mittags 12 Uhr

am 21./I. am 22./1.

Sehr trocken

Beständig

Schön veränderlich

Regen (Wind)

Biel Regen

Sturm

770.

760.

740.

780

720

710

m—770 D—760 M__750

M__740

H__730

= -720

M_710

Wulhmosilichr Witterung für den 23. Januar: Anhal­tend trübes, feuchtes Wetter.