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mit Itnterhattungs-Meilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!' petersgaste Nr. s (Harmonie).

M 17.

JuLöa, Samstag, den 22. Januar 1898

25. Jahrgang.

Deutsches Keich.

Berlin, 21. Januar.

* Die von einigen Blättern verbreitete Nach­richt, daß die Kaiser!« im Frühjahre einen Kurort im Süden aufsuchen wolle, wird heute als unrichtig bezeichnet. Offenbar hat also der Gesundheitszustand der Kaiserin durch ihre letzte Krankheit erfreulicherweise nicht so sehr ge­litten, wie es aus manchen Darstellungen wohl vermuthet werden konnte.

Bisher war es Brauch, daß Bischöfen die sogen. Wrstenzimmer der ZLahrryöfe geöffnet wurden. Blättermeldungen zufolge soll dies jetzt im Allgemeinen nicht mehr so gehal­ten werden, wenigstens nicht im Gebiete der preußischen Staatsbahnen. Nach neuer Anord­nung sollen Anträge auf Oeffnung der Fürsten­zimmer für katholische Bischöfe nur noch in ganz besonderen Fällen Berücksichtigung finden, im Allgemeinen aber Ablehnung er­fahren, namentlich dann, wenn es sich um den Bahnhof einer Residenzstadt handelt. — Wenn die Brüder des Evangelischen Bundes, auf deren Hetzereien diese Anordnung offenbar zurückzuführen ist, glauben, daß sie damit dem Ansehen der Bischöfe einen Stoß versetzt hätten, so irren sie gründlich. Das katholische Volk ehrt seine Bi­schöfe nicht deshalb, weil ihnen das Fürstenzim­mer offen steht, sondern weil es in ihnen, als den Nachfolgern der Apostel, die von Gott ge­setzten Oberhirten erkennt, und es ehrt sie um so mehr, je mehr man ihnen sonst die gebührende Ehrung versagt.

X Aus der Schrift unseres Abg. Müller - (Fulda) üöer die Marinevorkage haben wir bereits das Wichtigste in Auszügen mitgetheilt. Wenngleich sie die Unrichtigkeiten, Widersprüche und Uebertreibungen, die in der seitherigen Agi­tation zu Tage getreten sind, rückhaltlos kritisirt, so ist doch zu bemerken, daß sie sich nirgends gegen eine Vermehrung der deutschen Flotte ausspricht, nicht einmal gegen den in der Marinevorlage enthaltenen Sollbestand. Der Verfasser läßt nur durchblicken, daß ihm eine Verstärkung der Ausland-(Kreuzer-)Flotte sym­pathischer sei als die der Schlachtflotte. Obwohl die durch die Vorlage bedingte Erhöhung der Ausgaben rückhaltlos dargelegt wird, sieht er die Möglichkeit derDeckungdoch ohne neue Steuern für gegeben an, weil die Kosten sich erst in 2—3 Jahren namhaft erhöhen würden, und er bis dahin mit Aushebung der Zuckeraus­fuhrprämien rechnet. Sein Hauptbedenken ist zweifellos die Wahrung des Etatsrechts bezw. die Verhinderung, daß das Gesetz dahin festgelegt oder ausgelegt werde, daß hierdurch das Etats­recht des Reichstages in Marineangelegenheiten aufgegeben wird. Diese Befürchtung geht vielleicht etwas zu weit. Hierüber eine Ver­ständigung anzubahnen, ist Sache der Kommission, wie schon der Abg. Dr. Lieber am 7. Dezember betonte. Ob die Verständigung aber möglich sein

« Der letzte WM- mm Wimey.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (LaicuS).

32 ------ (Nachdruck verboten.)

Der junge Offizier biß sich auf die Lippen.

„Möget Ihr dieses Vertrauen nicht bereuen," sagte er kurz.

Roberts Augen sprühten Feuer, und er legte die Rechte an den Schwertgrisf.

„Tod und Teufel, Vater!"

„Laß, Knabe!" erwiderte dieser kalt; „einem Briten darf man solchen Verdacht nicht so übel nehmen."

Der Offizier schien diese Zwischenrede nicht zu hören, sondern fuhr fort:

„Außerdem wisfet Ihr, daß ich noch einen andern Auftrag zu vollziehen habe. “

„Das wird sich finden. Für jetzt lasfet mich zuerst mit den O'Drentors reden; dann verhan­delt in Frieden, und wenn die friedliche Verhand­lung sich zerschlägt, dann nehmt die Stellung wieder ein, die Ihr vorhin inne hattet und thut, was Ihr nicht lasten könnt."

„Verzeiht, Miß Lucy," antwortete Durham wchelnd. „In Allem, was das Leben fchön und cheuer machen kann, möget Ihr Meisterin sein; ^ber in der Kunst der Kriegführung seid Ihr ein ^wd. Warum sollte ich nicht gleich mit dem be- 9wnen, womit Ihr wollet, daß ich schließe!" , „£)ole sie herein," flüste te der Häuptling in bltstcher Sprache seinem Sohne zu, indem er ulerchzeilig fein Horn an den Mund hob.

sn Während ein langgezogener Ton erscholl, stürzte ^bert wie ein Falke auf seine Beute über das

wird, hängt davon ab, welches Entgegenkommen seitens aller Faktoren der Gesetzgebung gezeigt wird. Dies kann erst die Zukunft aufklären und wohl deshalb schließt der Verfasser mit „Quien sabe* (Wer weiß es?). Es ist eben nochIeine Frage der bevorstehenden Kommissionsverhand­lungen, und nur diese können die Antwort und Entscheidung bringen. Der Verfasser hat im Voraus erklärt, daß er in die Polemik für oder gegen dieVorlage nicht eingreifen wolle, und nachdem er diese Absicht ausdrück­lich ausgesprochen hat, müssen auch alle seine Einzelausführungen, die etwa für sich be­trachtet, anders verstanden werden könnten, nur von diesem Gesichtspunkte aus ge­würdigt werden.

X Auch in Berlin bekommen jetzt die katholische« Sole« Gelegenheit, das ganz besondere Wohlwollen der Regierung zu empfinden. Gestern Abend sollte im katholischen Vereinshause eine Versammlung des polnisch­katholischen Vereins (Towarzyitwo polsko-katbo- lickie) tagen, und ganz gegen die bisher be­obachteten Gebräuche erschienen im Auftrage des Polizeipräsidiums zwei Beamte, um die Ver­sammlung zu überwachen unter dem Vorgeben, daß in neuester Zeit auch politische Angelegen­heiten in dem Vereine erörtert würden. That- sächlich aber verfolgt der Verein hauptsächlich religiöse Zwecke. Der Saal, in dem die Ver­sammlung stattfinden sollte, war vorher von anderen besetzt und wurde erst nach der ange­setzten Stunde geräumt. Als dann zu späterer Stunde die Versammlung eröffnet wurde, sprachen die Ueberwachungsbeamten die Auflösung der Versammlung wegen verspäteter Eröffnung aus. Natürlich wird gegen dieses willkürliche Verfahren Beschwerde beim Polizeipräsidium einge­legt werden.

* lieber das Bedürfnis Katholischer Zt«i- versttäten führt der Jesuitenpater B. Duhr im Dezemberhefte der ,Alten uns Neuen Welt' in einem Aufsatze „Die Ideale des seligen Petrus Canisius" Näheres aus: Man hat, sagt er, der katholischen Kirche in Deutschland und Oesterreich die Katholischen Universitäten geraubt, sogar mit katholischen Stiftungsgeldern protestantische und liberale Schulen und Universitäten bedacht und dann mit Hohn auf das Zurückbleiben der Katholiken in den verschiedenen Zweigen der Wissenschaft hingewiesen, gleich einem Räuber, der sein Opfer verhöhnt, weil es kein Geld mehr hat. Man verbietet den Katholiken sogar, eigene katholische Universitäten zu gründen, damit "der staatliche protestantische oder liberale Einfluß die unbedingte Herrschaft behaupte .... Als eine Erfahrung der Geschichte scheint nur der Satz festzustehen: Ohne große blühende kathol. Uni­versitäten keine allgemeine Biüthe der Wissenschaft auf allen Gebieten. Es wird deshalb in besag­tem Aufsatze von Seiten des Verfassers der Wunsch angereiht, daß Deutschland und Oesterreich in ihren Anstrengungen für wenigstens eine kathol. Universität nicht erlahmen möge.

X Eine vortheilhafte Aenderung ist durch einen Erlaß des Ministers für die Ae amte« der preußische« Staatsöah« im mittleren und unteren Dienste getroffen worden.

Mädchen her, ergriff dasselbe und riß es mit Gewalt in den Hof. In demselben Augenblicke verwandelte sich der Charakter der Scene voll­ständig. Wie von unsichtbaren Händen geschleu­dert fielen von rechts und links Balken und un­behauene Baumstämme vor die Thoröffnung, die dadurch in einem Nu verrammelt wurde. Hinter der Hofmauer richteten sich viele Männer auf, die dort gekauert hatten; allenthalben wurden Picken, Armbruste und Feuerrohre sichtbar.

Im nächsten Augenblicke erschien der Kopf Egberts über der Mauer.

„Nun, Sir! Was habt Ihr noch mit mir zu verhandeln? Beginnt gleich, wenn Ihr da- nach lüstern seid!"

Es begann Sir Edward Durham etwas schwül zu werden. Denn die Männer schienen zahlreich und wohl bewehrt zu sein. Sie waren auf einen Angriff vorbereitet und entschlossen, ihn abzu­wehren. Sie standen außerdem hinter der Mauer gedeckt, so daß die Reiter ihre Rosse nicht ver­wenden konnten.

„Dazu ist unter solchen Umständen nicht Zeit und Ort," erwiderte der Offizier nach einigem Bedenken. „Lasfet die Verrammelung wegräumen und kommt heraus, so wollen wir darüber gütlich reden."

„Lasset Eure Reiter auf fünfhundert Schritte zurückgehen und absitzen, dann werde ich über die Mauer steigen und zu Euch kommen."

„Ich habe keine Befehle von Euch anzunehmen."

„Ich ebensowenig von Euch."

Auf einer hohen Stange im Hofe stak ein Reisigbündel, und von demselben hing ein Stroh­seil herab. Jetzt zuckle eine Flamme empor, und

Bisher erfolgte die Einberufung der Anwärter und Anstellung der Beamten innerhalb jeder einzelnen Direktion, so daß — je nach Bedarf — in dem einen Bezirk ein Anwärter angestellt oder befördert werden konnte, während in dem angrenzenden Bezirk ein gleichaltriger oder älterer Beamter noch Jahre lang auf seine Beförderung warten mußte, weil keine Stelle frei war. Das soll jetzt innerhalb größerer Be­zirksgruppen abgeändert werden. So wird in Zukunft z. B. für die Direktionsbezirke Berlin, Altona und Stettin die Berliner Behörde die Anwärterliste für eine Reihe von Chargen führen, für die Direktionsbezirke Breslau, Kattowitz und Posen, die erstgenannte Direktion, ebenso in den Bezirken Bromberg, Danzig und Königsberg i. P. rc. Die gemeinschaftliche Regelung der Verhältnisse sämmtlicher Bureaubeamten ist der Königl. Eisen­bahndirektion zu Halle a. S. zugefallen.

X Dem ttctte« Avgeordnetenharrfe scheint etwas ähnliches bevorzustehen, wie dem Reichs­tagsgebäude: der Fries an der Vorderseite zeigt an der für eine Inschrift bestimmten Stelle ein leeres Feld statt einer Inschrift. Es ist da­rüber noch immer keine Bestimmung getroffen worden. Schon Anfangs August vorigen Jahres hatte die Bauleitung im Einverständnisse mit dem Präsidium des Hauses an dem Fries auf Karton in einfachen goldenen Antiqua-Versalien die Aufschrift „Haus der Abgeordneten" an­bringen lassen, um die Wirkung der geplanten Inschrift zu erproben. Diese Worte sollen aus dem Stein gemeißelt und vergoldet werden. Das Staatsministerium hat jedoch, als es davon Kenntniß erhielt, Bericht eingefordert. Auf den Bericht ist aber noch kein Bescheid erfolgt. Uebrigens steht es jetzt fest, daß erst das neu ge­wählte Abgeordnetenhaus in dem neuen Gebäude Einzug halten wird.

h Der Berliner Magistrat hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Frage des Denkmals für die Märzgefallene« von 1848 beschäftigt. Der Magistrat ist, wie be­richtet wird, dem in dieser Angelegenheit gefaßten Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung nich t beigetreten. Der Antrag des Magistrates wollte nur, daß der Friedhof der Märzgefallenen in besseren Zustand versetzt werde durch eine neue Umwehrung und durch ein hübsches neues Portal. Dann beschloß die Versammlung der Stadtver­ordneten, daß noch ein Denkmal errichtet werde in der Form eines Gedenksteines mit der In­schrift: „Den Gefallenen des 18. März 1848 — die Stadt Berlin." Nunmehr hat der Magi­strat diesen Zusatzbeschluß abgelehnt und ist zu seinem ursprünglichen Antrag zurückgekehrt. Da­raufhin wird die Sache die Versammlung der Stadtverordneten von neuem beschäftigen, und vrrmuthlich wird es nun an heftigen Angriffen gegen den Magistrat und gegen den Oberbürger­meister Zelle nicht fehlen, weder in der Stadt- verordneten-Versammlung noch in den Blättern, die auf dem Standpunkte der Mehrheit der Stadtverordneten stehen.

h. Aus dem An haitisch en wird der „Ron. f. d. Centrumspresse" geschrieben: Die neulichen Bemerkungen über die Kivderarveit im An- haitischen erfordern eine gewiste Einschränkung.

im nächsten Augenblicke brannte das mit Theer getränkte Reisigbündel lichterloh.

„Was soll das heißen?" fragte der Offizier auf die Flamme deutend.

„Was geht das Euch an?" fragte trotzig Egbert dagegen.

„Sir Edward!" rief jetzt Miß Lucy hinüber, die an der Seite Roberts bei dem alten Häupt­ling erschien. „Ich bitte Euch! Kein unnützes Blutvergießen, ehe nicht alle friedlichen Mittel erschöpft sind."

„Gewehr auf!" rief der Hauptmann der Schwadron zu, indem er auf eine Schaar von etwa fünfzig mit langen Spießen bewaffneten Männern deutete, welche eben hinter einem Berg­vorsprung in voller Ordnung heroorkam und auf die Reiter losrückte.

„Geht zurück!" rief Egbert hinüber, „wenn Euch Euer Leben lieb ist."

„Lasset Eure Leute Haltmachen! Wir können uns friedlich verständigen!" rief Durham, als er sah, daß auch auf der anderen Seite eine Schaar Männer herankam.

Ein eigenthümlich gezogener Ton aus dem Hörne des Häuptlings und die Schaaren blieben stehen; wie mit einem Zauberschlage verschwanden die Köpfe, die hinter der Mauer hervorlugten, und nur da und dort verrieth die Spitze einer Picke ober die Mündung einer Arquebuse, daß noch Leute hinter der Mauer steckten.

Die Reiter machten kehrt und ritten auf ein weit ausgedehntes Wiesenfeld, woselbst sie absaßen und die Pferde anpflöckten.

Eine Weils war alles ruhig; als der Offizier nicht zurückkehrte, um zu verhandeln, wurde Allan

Nicht um allgemeine Bestimmungen handelt es sich (da sie auch mit dem Arbeitergesetz nicht zu vereinigen wären), sondern um ein ganz eigen­artiges Arbeitsgebiet, das allerdings nicht minder wie die Thätigkeit in Fabriken die Aufmerksam­keit des Volksfreundes verdient. Die anhaltische Regierung schreibt nämlich den Maximalarbeits­tag von 12 Stunden — eingerechnet 3 Stunden Pause — für das „Rü be nverziehen" vor, eine Arbeit, die darin besteht, nach dem Aufkeimen der Rübensprößlinge int Frühjahr die schwächsten davon zu entfernen. Diese schon aus Mangel an erwachsenen landwirthschaftlichen Arbeitern durchweg von Kindern vollzogene Verrichtung ist ja an sich nicht schwer. Man kann sich der Bedenken aber nicht erwehren, wenn man in der Verordnung weiter liest, daß „in der Regel" nicht jüngere als achtjährige Kinder (beiderlei Ge­schlechts) zum Rübenverziehen verwendet werden sollen. Das in einer Zeit, die auf ihre Arbeits­schutz- und Hygiene-Lehren so stolz ist. Aber die Neun-Stunden-Arbeit achtjähriger Kinder erhält eine Art Seitenstück in der sehr häufigen Ver­wendung der Dorfschuljugend zu Treibjagden, wo sie Treiberdienste verrichten, ein Sport, der behördlicherseits dadurch Unterstützung findet, daß nöthigcnfalls der Schulunterricht aus­fällt, und auf eine geeignete, d. h. jagdfreie Zeit verlegt wird. Dieser Fall ist r, R. ?dt un­längst in einem Dorfe bei Bernburg vorgekommen. Den Volksfreund und Volkserzieher müssen solche Erscheinungen mit tiefem Bedauern vor allem auch darüber erfüllen, daß breite Schichten der Bevölkerung den kargen Verdienst der Kinder nicht missen können.

* Dresden, 21. Jan. Wie das Dresdener Journal' erfährt, soll die in diesem Jahre be­vorstehende Feier des 70. Geburtstages des Königs Albert von Sachsen mit derjenigen seines 25jährigen Regierungsjubiläums verbunden und in den Tagen vom 20. bis 24. April d. I. begangen werden.

* Karlsruhe, 20. Jan. Polizeiliche Beaufsichtigung der Missionen ist die neueste Errungenschaft im badischen „Muster- ländle". Die ,Freie Stimme', das Radolfzcller Centrumsorgan, stellt fest, daß die Gensdarmen in Orten, wo eine Mission statlfindet, Erhebungen mittels eines Fragebogens machen. Die Fragen lauten:

Wann hat die Mission angefangen und geendet? 2. Wer predigt? 3. Wie oft wird jeden Tag gepredigt und w a n n? 4. W a s wird gepredigt? (Kurzer Inhalt jeder Predigt oder doch Thema.) [!!] 5. Wird auch gegen staatliche Einrichtungen und Gesetze gepredigt? Durch welchen Missionar ist das geschehen? Oder ist zu Gunsten der Re gierung gepredigt z.B., daß man sich an die weltliche Obrigkeit halten solle und bergt? Durch welchen Missionar ist das geschehen? 6. Haben die Predigten Erregung [J] beim Volk ver­ursacht z. V., daßüberdie Regierung geschimpft wird rc. 7. Wird die Mission fleißig besucht? Auch von auswärts? Woher kommen sie am zahlreichsten? Kommen sie einzeln oder in Prozessionen? Kamen auch geschlossene Vereine, z. B. Militärvereine? [!!] Bringen sie auch Fahnen mit? 8. Besondere Be­merkungen [!].

Das ist ein unbezahlbarer Beitrag zu dem jüngsten liberalen Entrüstungsschwinbel über „Spionirsystem". Hier haben wir in ber That ein Spionirsystem, das sich nicht blos auf bie

hinausgesenbet mit ber Frage, was beim eigentlich sein Erscheinen bebeuten solle.

Sir Ebwarb ließ erroibern, bie Sache eile ja nicht. Sie seien von bem langen Ritte ermübet; auch seien sie hungrig, unb ba man ihnen ein Mahl verweigert, müßten sie aus ben Vorräthe« sich eines bereiten. Morgen sei auch noch Zeit, unb er seinerseits gäbe sich ber Hoffnung hin, baß ein freunblicher Verkehr in ber Gegenwart bie künftigen Verhandlungen erleichtern werbe. Hätte ber Cean-Cinneth Vorräthe abzugeben, so seien sie sehr gerne bereit, biefelben zu bezahlen.

Diese Botschaft brachte Allan zurück unb melbete außerbem, baß bie Reiter eine sehr friedliche Haltung bewahrten. Sie hätten Feuer angezünbet, Kessel beigesetzt, unb scherzten unb lachten. Man habe ihm bie Hänbe geschüttelt unb gesagt, wir seien wackere Burschen, bie sich nicht hätten über­rumpeln lassen. Nicht ohne Besorgniß jeboch be­merkte man von bem Hofe aus, baß einzelne Reiter theils zu Pferde, theils zu Fuß bas Lager verließen. Aber nach Verlauf einer Stunbe klärte sich bas auch auf. Einige Frauen kamen mit ber Mittheilung, es feien Reiter in ihren Wohnungen erschienen unb hätten Brob, Fleisch unb Gemüse gekauft unb ohne zu feilschen baar bezahlt. Sie hätten sich burchaus freunblich benommen unb mit ben Rinbern gelacht unb gespielt, bis bie Vorräthe zusammengepackt gewesen wären. Ob freilich alle, die man wegreiten sah, wieder kamen, bas ließ sich vom Hofe aus nicht feststellen. Man beruhigte sich, als man über ben Charakter bieses Weg- reitens aufgeklärt war.

Jnbessen sprengte ein Cornet mit zwei Mann in süböstlicher Richtung, wo man. spätestens im