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mit Zlnterhallungs-Meitage „IMstrirte Sonntags-Zeitungs'

da, Freitag, den 14. Januar 1898

M 10.

25. Jahrgang.

△ Der preußische Etat, ii.

Die Justizverwaltung weist eine dauernde Mehrausgabe von 5,999,000 Mk. auf; darunter 320,400 Mk. Gehälter für neue Stellen für 36 Richter, 11 Staatsanwälte rc. Bei der Ver­waltung des Innern sind u. A. Mehraus­gaben angesetzt für die Polizei - Verwaltungen 1,080,120 Mk., darunter über 100,000 Mk. für die Berliner Kriminal-Polizei und 146,700 Mk. ?ur Erhöhung der Dienstaufwands-Entschädigung der Landräthe. Im Ganzen erhöhen sich die dauernden Ausgaben dieser Verwaltung um 2,723,929 Mk.

DielandwirthschaftlicheVerwaltung weist eine dauernde Mehrausgabe von 1,850,938 Mk. auf, darunter 200,774 Mk. zu Landesmelio­rationen, einschließlich 100,000 Mk. zur Förde­rung genossenschaftlicher und kommunaler Fluß- regulirungen. Im Extraordinarium sind zur Ver­stärkung verschiedener Dispositionsfonds dieser Verwaltung 100,000 Mk. mehr eingestellt. Ferner sind die Fonds zur Förderung der Land- und Forstwirthschaft in den westlichen und östlichen Provinzen um 100,000 Mk. bezw. 50,000 Mk. verstärkt. Endlich sind 100,000 Mk. zu Versuchen für die Ermittelung und Ausführung geeigneter Maßregeln zur Zurückhaltung des Wassers und der Geschiebe in den Quellgebieten von Gebirgs­flüssen vorgesehen.

Der Kultus-Etat weist eine dauernde Mehr­ausgabe von 12,421, 257 Mk., darunter 5,798,000 Mk. in Folge des Lehrerbesoldungs-Gesetzes und 1 Million zur Gewährung von Zuschüssen an nicht leistungsfähige Patronate der nicht staat lichen höheren Unterrichts-Anstalten behufs thnn- lichster Durchführung einer Gleichstellung der Leh­rer mit denen der staatlichen Anstalten.

Von den einmaligen und außerordent­lichen Ausgaben entfallen auf die Betrieb?- verwaltungen81,315,225Mk., darunter 76,838,000 Mk. auf die Eisenbahnverwaltung, und auf die eigentlichen Staatsverwaltungen 50,320,7*79 Mk.

An einmaligen und außerordentlichen Ausgaben fordert die Verwaltung des Innern 75,000 Mark für den Neubau des Ge­fängnisses in Koblenz, die Justizverwaltung 245 000 Mark zum Neubau eines Geschäftsge­bäudes für das Landgericht und das Amtsgericht in Brieg und zum Neubau eines Zentralge- fängnisfes für jugendliche männliche Gefangene daselbst (1. Rate), 75 000 Mark zum Umbau des Gerichts- und Archivgebäudes in Tri er (1. Rate), 15000 Mark zum Umbau des Geschäfts­gebäudes des Justizministeriums (1 Rate), die Eisenbahnverwaltung zur Erweiterung des Bahnhofes Neumünster 400000 Mark (1. Rate), zum Umbau des Oberschlesischen Bahnhofs in Breslau 1000 000 Mark (1. Nate), zur Erweiterung des Güterbahnhofs in Koblenz 300000 Mk. (1. Rate), zur Herstellung des 3.

und 4. Geleises auf der Strecke Köln-Kal­scheuren 500 000 Mk. (1. Rate), zur Erweiter­ung des Bahnhofs zu Ehrenbreit st ein 200 000 Mk. (1. Rate), zur Herstellung eines neuen Güterschuppens auf dem Bahnhofe K ö l n - Ehrenfels 177 000 Mk., zur Erweiterung des Bahnhofes Düsseldorf-Bilk 200 000 Mk. (1. Rate), zur Einrichtung elektrischer Beleuchtung auf den Bahnhöfen zu Düsseldorf 130000 Mk. (1. Rate), zur Herstellung des 2. Geleises auf der Verbindungsbahn Waldau-Duisburg 250000 Mk. (1. Rate), zur Herstellung des 2. Geleises auf der Strecke Kettwig-Broich 300000 Mk. (1. Rate), zur Erweiterung des Bahnhofs in Gelsenkirchen 500000 Mk. (1. Rate), zur Erbauung eines Dienstgebäudes für die Eisenbahninspektion zu Essen 100000 Mk. (1. Rate), zur Herstellung eines zweiten Geleises auf der Strecke Lehrte-Hildesheim 250000 Mk. (1. Rate), zur Erweiterung des Bahnhofs zu Kattowitz 500000 Mk. (1. Rate), zur Er­weiterung des Bahnhofs in Paderborn 150 000 Mk. (1. Rate).

Der Kultusetat fordert an einmaligen Ausgaben zum Neubau der Universitäts-Bibliothek in Königsberg 120000 M. (1. Rate), zum Neu­bau des Physikalischen Instituts in Breslau 120000 Mk. (1. Rate), zur Herstellung eines Wirthschaftshofs auf dem Versuchsfelds des Lcmd- wirthschaftlichen Institutes dortselbst 305 975 M., zur Verbesserung der Räume und Einrichtungen des Chemischen Instituts in Bonn 35 800 Mk., zum Umbau des großen Operationssaales der chirurgischen Klinik dortselbst 24500 Mk., zum Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik 76 000 Mark, zum Neubau des Physikalischen Instituts in Münster 90 000 M. (1. Rate), zur Herstellung einer neuen Turnhalle für das Friedrich-Wilhelm- Gymnasium zu Köln 9 500M, zur Unterstützung von Schulverbänden wegen Unvermögens bei Elementarschulbauten 3 Mill., zum Neubau der Akademischen Hochschulen für die bildenden Künste und für Musik in Berlin 1 500 000 M. (1. Rate), für den Erweiterungsbau der Kunst- und Kunst­gewerbeschule in Breslau 140000 M. (1. Rate), zum Neubau des Pibliothekgebäudes für die Technische Hochschule zu Aachen 120 000 Mk., zur Bekämpfung der Granulöse 350 000 M.

X Steuerdefraudationen.

Im Rechnungsjahre 1896/97 wurden im Deutschen Reiche 11 Personen wegen Defrau­dation von Reichsstempelgebühren bestraft, dieselben hatten 203 Mk. hinterzogen und mußten 9906 Mk. Strafe bezahlen.

Gleichzeitig wurden in der Provinz Schle­sien allein 14 Personen wegen Branntwein- steuerd efraudation bestraft. Dieselben hatten 81,656 Mk. hinterzogen, mußten jedoch nur 2573 Mark Strafe bezahlen. Die Bestrafung eines Stempelsteuerdefraudanten stellte sich also für je 100 Mk. hinterzogenen Betrag auf rund 5000 Mk. Die Strafe eines Branntweinsteuerdefraudanten in der Provinz Schlesien für je 100 Mark hinter­zogenen Betrag auf nur rund 3 Mark, mithin wurde die Stempelsteuerdefraudation im Reich etwa 1700mal so hoch im Verhältniß zum Objekt

bestraft, als die schlesischen Branntwein st euer- desraudanten.

Die Bestrafung der Branntweinsteuerdefrau­dation war auch hinsichtlich der einzelnen Pro­vinzen sehr verschieden. In der Rheinprovinz hatte 1 Defraudant 624 Mk. hinterzogen, Strafe 2504 Mk., in Schlesien hatten 14 Defraudanten 81,656 Mk. hinterzogen, Strafe 2573 Mk. (!) für alle 14 zusammen. Härter wurde schon in Pom­mern bestraft, wo 23 Branntweinsteuerdefrau­danten 109,575 Mk. hinterzogen hatten und mit 44,789 Mk. bestraft wurden. In Bayern wurden 26 Defraudanten, die zusammen die geringfügige Summe von 310 Mark hinterzogen hatten, mit 2734 Mk. bestraft.

Große Defraudationenkommen in Süd- und Westdeutschland, trotz der großen Zahl der dortigen Brennereien, nicht vor, dieselben finden fast ausschließlich im Osten statt, besonders in den Provinzen Schlesien und Pommern, wo sich die Brennereien meist in den Händen der hocharisto­kratischen Gutsbesitzer befinden. Die Gesetzgebung hat diesen eine äußerst milde Behandlung ge­sichert, diese scheint jedoch keinen sonderlich gün­stigen erziehlichen Einfluß ausgeübt zu haben. Es wurden im Jahre 1896/97 allein in Preußen zur Anzeige gebracht 4804 Zuwiderhandlungen gegen das Branntweinsteuergesetz,' davon 4234 zu Ordnungsstrafen, 105 zu Legalstrafen verurtheilt. Wegen Zuwiderhandlung gegen die Reichsstempelsteuergesetze wurden 1896/97 zur Anzeige gebracht nur 135 Zuwiderhandlungen, davon 124 zu Ordnungsstrafen, 11 zu Legalstrafen verurtheilt.

(*) Gegen den Umsturz von oben!

Gestern stand auf der Tagesordnung des Reichstages ein Gegenstand, der in gegenwärtiger Zeit mehr Beachtung verdient, als vieles andere, und der dennoch eine ganze Reihe von Jahren hindurch vollkommen unbeachtet und vergessen in einem Aktenwinkel des Bundesrathes liegen ge­blieben ist: wir meinen den Antrag des Zentrums, der den frühern, unter dem Namen lex Heinze bekannten Gesetzentwurf der Re­gierung wieder aus seiner Vergessenheit hervor­holte. Der Antrag richtet sich gegen die immer mehr überhand nehmende Unsittlichkeit, Un­sittlichkeit im Leben und Treiben, in der Kunst und in den Schriften, auf der Bühne und im Buchladen, und man sollte meinen, nichts könnte in einem gesitteten Lande volkstümlicher fein, als ein solcher Kampf gegen die Unstttlichkeit, gegen das schleichende Gift in dem Körper der modernen Kulturvölker, das nicht ans den ärmeren, unteren Schichten in die reicheren und vornehmeren empordringt, sondern seinen Ur­sprung bei diesen letzteren hat und allmählich nicht nur diese durchseucht, sondern auch nach unten durchsickert — ganz und gar wie ein Um­sturz von oben!

Aber merkwürdig! seit Jahrzehnten kämpfen die kathol. Volksvertreter, unterstützt von einem Theile der protestantischen Konservativen, diesen Kampf vergebens. Schon seit zwanzig Jahren steht auf dem Programm der Centrumspartei Verschärfung der Strafbestimmungen gegen un=

E Der letzte Häuptling uon Marney.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

25 ------ (Nachdruck verboten.)

Hoch ragt die Felskuppe von Glenmore über den Wald von Longford empor; und droben standen die Wenigen, die glücklich unter Ralph O'Connell entkommen, und blickten ängstlich und beklommen hinüber nach der lieben Heimalh. Da lag das freundliche Städtchen fast wie zu iyren Füßen, und sie alle wußten ihre Liebsten in dem­selben.

Jetzt begannen dunkle Wolken aufzusteigen, und die Fäuste derer, die auf dem Felsen standen, ballten sich in finsterm Jngrimme. Weiter brei­teten sich die Rauchwolken aus. Da und dort erhellte ein jäher Flammenblitz den dunklen Nebel, oer über dem Städtchen lag.

„Gott sei denen da drinnen gnädig!" rief Ralph mit fchmerzbewegter Stimme. „Hätte Wan doch meinen Warnungen gefolgt!"

Die Rauchwolken wurden lichter, gelber! Da schoß eine Feuergarbe auf, die nicht mehr ver­schwand. Jetzt brannte es da, jetzt dort! Das Feuer schien von Dach zu Dach zu springen, bis endlich das ganze Städtchen ein einziges Feuer- »neer war.

. »Und das kannst Du mitansehen, o Gott!?" mmmerte einer der wenigen Greise, die sich mit etl jungen Männern gerettet.

fftkrz1 ?QQr Stunden später ruckte das Regiment I oilch nach Lake Ree ab, um einstweilen Stand- 8 artier bei Hungry-Tower zu wählen.

■lDle Geflüchteten blieben noch dort oben, bis

gegen Abend. Thräneadea Auges standen sie da und schauten in die Trümmer, welche die sinkende Sonne mit ihrem Golde übergoß. Dann endlich kehrten sie um und zogen betend und klagend in der Richtung nach Leitrim.

Nur Einer fehlte in ihren Reihen. Es war derselbe, der den Allarmrus ausgestoßen, und die letzte, wenn auch unschuldige Veranlassung des Gräuels gewesen.

Als die Sonne sank, betrat er die Ruinen. Da und dort fliegen noch schwarze Rauchwolken auf.

Der Einsame schritt dahin, wie von einem sicheren Instinkte geleitet, und blieb endlich in einer Seitenstraße vor einem unscheinbaren Häuschen stehen, dessen verkohlte Dachsparren theilweise noch aus dem Schutt emporragten.

Schweigend stand er davor ... er zögerte einzutreten. Endlich nahm' er seinen Muth zu­sammen ; aber kaum hatte er die steinerne Schwelle überschritten, als er mit einem Aufschrei zusammen­brach, der nichts Menschliches mehr an sich hatte.

Aus den Fließen des Hausgangs halb unter Schutt begraben, lag die Leiche' eines Mädchens, das kaum dem Kindesalter entwachsen war, in einer großen, von der Hitze getrockneten Blutlache. Ihr Kleid war in Fetzen herabgerissen und an der rechten Brust klaffte eine breite, Hefe Wunde.

Einige Minuten läge der Ire regungslos auf den Knieen und starrte leise wimmernd den Leichnam des ehemals schönen Mädchens an. In feinem Auge glühte ein unheimliches Feuer.

„Abigail!" sagte er, indem er sich flüsternd über die Leiche beugte. „Ich bin wieder da . . fürchte nichts . . . ich gehe nicht mehr von Dir! Warum bist Du so kalt? Mein Mädchen!? . .

Oh! Oh! Ich weiß! Aber Du sollst wieder leben! Ich bringe Dir Blut! Blut! Sein Blut! Des Mörders warmes Blut! Und dann wirst auch Du wieder warm! Und dann halten wir Hochzeit! Ha! Ha! Ha!"

Mit einem wilden Lachen sprang er in die Höhe und verschwand.

„Nach, Junge! Nach! Der Arme fügt sich ein Leid bei!" rief eine Stimme, und im nächsten Augenblick sprang ein leichtfüßiger Bursche aus dem Versteck und eilte dem Wahnsinnigen nach.

„O Gott! Wie schwer lastet deine Hand auf diesem Fleck Erde!" sprach der Zurückgebliebene mit gefalteten Händen. „Wie viel Elend habe ich in der Spanne Zeit geschaut, da ich hier bin!"

Es war Pater O'Kelly, der die Trümmer ausgesucht hatte, um zu sehen, job er keinem Lebenden Hilfe, keinem Sterbenden Trost bringen ‘tinne.

VIII.

In Hungry-Tower.

Als Harrison mit seinem Regiments über die uns bereits bekannten Fluren von Hungry-Tower zog, war bereits der Schrecken dort eiugekehrt.

Schon zwei Tage vorher war ein Mann er- chienen, dem die Kleider zerrissen vorn Leibe )erunterf)ittgen. Sein dunkles Haar hing ihm wirr um den Kopf und in feinen Augen glühte das Feuer des Wahnsinns. In der Hand hielt er ein breites Küchenmeffer, dessen Klinge dunkel gefleckt war, wie von getrocknetem Blute.

Diese Waffe bewirkte, daß man dem Wahn- innigen scheu ans Dem Wege ging, obwohl niemand sagen konnte, daß er auch nur einem

sittliche Ausschreitungen, gegen Kuppelei und Zu- hälterthum, und entsprechend diesem Programm hat das Centrum bei jeder Gelegenheit gehandelt. Dann kam im Beginne dieses Jahrzehnts, un­mittelbar veranlaßt durch einen kaiserlichen Be­fehl, die Regierungsvorlage, nach dem berüchtigten Mordprozeß Heinze als lex Heinze gekennzeichnet und ganz im Sinne der allgemein in der öffent­lichen Meinung begründeten Volksforderung — aber auch sie konnte nicht durchdringen, und nicht einmal die Vorlage in der abgeschwächten Form der damaligen Kommiffions- Beschlüsse ist zum Gesetze geworden. Wie überwältigt von einem stillen, aber mächtigen Widerstande großer und einflußreicher Leute — so ist die lex Heinze wieder in den Hintergrund gedrängt und all­mählich vergessen worden.

Meisterhaft kennzeichnete in knappen, aber scharfen Zügen Abg. Spahn in der Sitzung des Reichstages am Donnerstag die Gedankenfolge, die das Centrum dazu veranlaßte, dem ver» geffenen Gesetzentwürfe wieder zu frischem Leben zu verhelfen. Es gilt, die wichtigsten Güter un­seres Volkes zu schützen gegen die immer drohender emporwuchernde Gefahr des Verderbens. Vor allem gilt es auch, unserer Jugend, der Zukunft unseres Volkes, diesen Schutz zu bringen.

Das Centrum hat sich in seinem Anträge auf das Nothwendigste beschränkt. Es hat zur Grundlage seines Antrages die Beschlüsse der Kommission aus dem Jahre 1892 genommen. In erster Reihe richtet sich derselbe gegen die Kuppelei, und auch hier fordert er nur das Aller- nothwendigste. Dann beschäftigt er sich mit der Verbreitung von unsittlichen Bildern und Schriften, und zum Erstaunen ist es, wie aus dem Streben, die Verbreitung solches Volksgiftes mit Strafen zu belegen, dem Centrum der Vorwurf heraus- gedrechselt wird, es wolle „Literatur und Kunst in Fesseln schlagen!" In größter Entschiedenheit wies Abg. Spahn als Redner des Cmtrums diese unbegründeten Vorwürfe zurück, und er fand einen eifrigen Mitstreiter für diese gute Sache in dem konservativen Abgeordneten Schall. Im Namen der konservativen Partei des Reichstages, trat dieser allen Punkten des Centrumsantrages bei, und ganz besonders hob er das Einoerständ- niß der Konservativen dazu hervor, daß die Kup­pelei-Paragraphen des Strafgesetzbuches verschärft werden. Selbst „Genosse" Bevel wußte nicht viel gegen den Antrag des Centrums vorzubringen, und mit einem Theile der Forderungen derselben erklärte er sich ausdrücklich einverstanden.

Die Berathung des Antrages konnte gestern noch nicht beendet werden. Sie wird ihre Fort­setzung finden an einem der nächsten sogenannten Schwerinstage, an denen Anträge berathen werden, die aus der Mitte des Hauses hervorgegangen sind. Eines aber kann man schon heute sagen: das Centrum hat einen durchschlagenden Er­folg davongetragen, und nur Widerwille gegen wirkliche Reformen auf dem Gebiete der Sitte und Ordnung oder beklagenswerthes Unver­st ändniß für die heiligsten Güter des Volkes könnten es fein, die wiederum auch einen Erfolg auf dem Gebiete der Gesetzgebung vereiteln könnten.

Kinde etwas zu Leide gethan. Nur mit den Leuten, die ihn zum erftenmale begegneten, hatte er einige Worte gewechselt.

Als er die Leute auf dem Felde arbeitend getroffen, deutete er auf das ferne Burgschloß und fragte:

„Hungry-Tower?"

Unser alter Freund John Kerry, der immer noch mit den Erntearbeiten beschäftigt war, nickte, indem er den Menschen zweifelhaft ansah.

„Sie kommen hierher! Sie haben's gesagt! Sie werden kommen!"

„He, Du Strolch!" rief Jack Robber, der langbeinige Vogt von Hungry-Tower. „Was gibt's da zu schaffen? Hier wird kein Gesindel geduldet!"

Der Wahnsinnige, der den Sinn der Worte wohl kaum verstanden, wohl aber den drohenden Ton, fletschte die Zähne, schwang das Messer und machte drei Sätze nach der Richtung, wo der Vogt stand, so daß dieser eilig hinter einen Baum sprang und feinen Hirschfänger zog. AIS ihn aber der Wahnsinnige nicht mehr sah, schien plötzlich eine andere Idee ihn zu beherrschen; er blieb einen Augenblick stehen, schaute zum Him­mel hinauf und rief mit ungemein weicher Stimme den Namen „Abigail!", dann stieß er einen langen klagenden Ton aus und sprang mit mächtigen Sätzen querfeldein.

Der Vogt kam jetzt hinter dem Baume wieder hervor und fragte John Kerry:

„Was hat Denn der Narr eigentlich gesagt?"

„Sie kommen hierher! Sie werden kommen! Das war alles," meinte Kerry. -„Was mag er damit gemeint haben?"