Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Vierteljährl.
Kerugsprris ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
FuldaerMZeitung
Inserate: Sie ein# spalt. Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
verantwortlich: Siir zjx Redaktion Joi. Baum, für Inserate I. parzeller in Fulda.
mit Zlnterhatümgs-Meitage „IMflrirte Sonntags-Zeitung" petersgalfe llr. L (Darmonic).
Jutöcr, Lienrlag, den 11. Januar 1898
M 7.
25. Jahrgang.
Zur Frage der Regelung der Gehälter' der kath. Geistlichen.
Wie neulich offiziös angekündigt wurde, wird dem preußischen Landtage eine Vorlage zugehen, wonach den evangelischen Geistlichen erhöhte Staatszuschüsse zu Theil werden sollen. Mit Recht protestirt aber die ,Köln. Volksztg/ gegen ein solch einseitiges Vorgehen. Man dürfe nicht, wie offiziös empfohlen wird, die evangelischen Geistlichen schon im nächsten Etatsjahre berücksichtigen, während die katholischen Geistlichen, weil die Verhandlungen mit den Bischöfen noch nicht abgeschlossen sind, erst im zweitnächsten Etatsjahre bedacht werden könnten. Eine solche Regelung zu verschiedener Zeit benehme dem Centrum die Möglichkeit, wirksam die Paritäts- s ragen nachträglich zu erörtern behufs endlicher Gleichstellung der Zuschüsse für die evangelischen und die katholischen Geistlichen.
Aber noch eine andere Frage wird, so wird uns geschrieben, hoffentlich in der nächsten Session zur Sprache und Erledigung kommen. Es handelt sich darum, daß unter den katholischen 'Geistlichen selbst kein Unterschied bezüglich der Berechnung der Alterszulagcn gemacht werde, rvie dies leider nach den gegenwärtig geltenden Bestimmungen der Fall ist. Bei Berechnung der Alters-Zulagen wurden bis zum Jahre 1897 bloß die in Preußen zugebrachten Dienstmhre gezählt. Nun war aber in der Zeit von 1873 bis 1884 in Folge der Mai-Gesetze eine Anzahl katholischer Geistlichen ohne ihre Schuld gezwungen, sich Jahre lang außerhalb Preußens aufzuhalten. Diese Jahre wurden ihnen bisher nicht angerechnet. Zwar hat der Kultusminister jüngst bestimmt, daß die in Bayern, Sachsen und Baden zugetrachte Dienstzeit bei Festsetzung der Alters-Zulagen in Anrechnung kommen soll. Damit ist für die Mehrheit der Geistlichen, die während des Kulturkampfes auswärts waren, der Grund zur Klage in dieser Hinsicht entfallen. Aber um so empfindlicher berührt es die allerdings nicht bedeutende Zahl der Geistlichen, die außerhalb Deutschlands verweilen mußten, daß sie von jener Berücksichtigung ausgeschlossen sind. Waren es doch ganz zufällige Umstände, die den einen in dieses, den anderen in jenes Land führten! Jeder suchte eben ein Unterkommen, wo es sich ihm gerade darbot. Von einer Gegenseitigkeit der Staaten des Auslandes, wo jene Geistlichen thätig waren, wie sie der Herr Kultusminister als Bedingung einer Anrechnung der Dienstzeit forderte, kann hier keine Rede sein, einmal weil damals anormale Verhältnisse herrschten, dann aber auch, weil eine Gegenseitigkeit zwischen Preußen und dem Auslande bezüglich der Anstellung von Geistlichen wohl außer dem Bereiche der Möglichkeit liegt. Es handelt sich einfach darum, eine Schädigung zu mildern, welche jenen Geistlichen aus den Mai-Gesetzen erwachsen ist. Die Kampf-Gesetze sind ja aufgehoben. Es ist darum eine Forderung der Billigkeit, auch die Folgen derselben nicht weiter wirken zu lassen und jene Zeit anzurechnen, während welcher es den Geistlichen ohne ihr Verschulden unmöglich war, in Preußen angestellt zu werden. Der Umstand, in
« Der letzte Häuptling m Lillamey.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
22 ------ (Nachdruck verboten.)
„Aber so bleibt doch unser Gast!"
„Zwischen Bär und Wolf fühl' ich mich sicherer, als in Euren Mauern. Ich hoffe beute noch den Fluß zu erreichen und nach Rorcommin hinüber zu gehen."
„Gott geleite Euch!" erwiderte der Mayor, und Alle alhineten erleichtert auf, als sich die Thüre hinter dem Weggegangenen schloß. Da "der Warner weg war, schien es ihnen, als ob eine Gefahr nicht mehr zu befürchten gewesen.
Ralph O'Connell war es mit seinen Befürchtungen bitterer Ernst, und als er die Unmöglichkeit einsah, die Aldermen von der drohenden Gefahr zu überzeugen, griff er traurig zum Wanderstabe, um wenigstens sich selbst in Sicherheit zu bringen.
Er war jedoch kaum zwanzig Schritte von den letzten Wohnhäusern entfernt, als ein Reiter, der auf einer kleinen Bodenerhöhung g halten hatte, auf ihn lossprengte.
„Wohin des Weges, guter Freund?"
„Will heute noch den Fluß erreichen," erwiderte Ralph gleichgiltigen Tones. „Was meinet Ihr, werde ich noch frühzeitig genug ankommen, um überzusetzen?"
Der Reiter schüttelte d n Kopf.
„Lenkt Eure Schritte rückwärts. Hier darf Niemand durch."
„Warum nicht?"
„Weil es so besohlen ist."
welchem Lande sich dieselben eine Stelle gesucht haben, muß als durchaus zufällig außer Betracht bleiben. Es war doch wahrlich hart und bitter genug, daß diese Männer sich genöthigt sahen, jahrelang fern von der Heimath zu leben. Weit härter aber ist es, dieselben noch beständig darunter leiden zu lassen, indem diese Jahre bei Berechnung der Alterszulage außer Ansatz bleiben, während ihre gleichalterigen Kollegen, die zufällig in Bayern, Sachsen und Baden sich aufhalten, bevorzugt sind. Verschiedene Pfarrer, die int Auslande waren, erleiden dadurch eine jährliche Einbuße von 300 Mark, ein Ausfall, der bei dem ohnehin schon kargen Einkommen der katholischen Geistlichen gewiß doppelt schwer in die Wagschale fällt. Es möchte darum fein unbescheidenes Ansinnen sein, daß diese ungleichmäßige Behandlung aufhöre. Das würde auch ebenso versöhnend wirken, als der gegenwärtige Mißstand nur Verstimmung erregen kann.
Ueberdies erfordert die Regelung der Angelegenheit in Anbetracht derjenigen in Frage kommenden Geistlichen nur eine geringfügige Me hrausgabe, die ein Staat wie Preußen sicher nicht als drückende Last empfinden wird. Wir zweifeln nicht, daß das Centrum die Beseitigung dieser auch durch nichts gerechtfertigten und ungleichen Behandlung mit allem Nachdruck erstreben wird. Aber auch die anderenParteien werden billig genug denken, eine derartige Forderung zu unterstützen, selbst wenn sie eine Gleichstellung der katholischen und protestantischen Pfarrer hinsichtlich des Einkommens bekämpfen.
Deutsches Deich*
Berlin, 10. Januar.
h Die Denkschrift üver die Parität in Kreutzen ist von der,Post' mit noch viel mehr Scharfsinn gelesen worden, als von der,Kreuzztg.' und anderen Blättern. Die ,Post' liest nämlich heraus, daß die Schrift „fceimüthig" die gegen die preußische Staatspraxis methodisch gerichteten Verwürfe über die Zurücksetzung der Katholiken in den Staatsämtern bekämpft und das Miß- verhältniß zwischen Protestanten und Katholiken im preußischen Staatsdienste auf ganz natürliche Ursachen zurückführt. Also weil zugegeben und erklärt wird, daß die Katholiken im Verhältniß zu ihrer Zahl zu wenig Bewerber um die Staatsämter stellen, soll anerkannt worden fein, daß die Beschwerden über Imparität überhaupt unbegründet seien. Sollte die,Post' nur den einen von der,Kreuzztg.' abgedruckten Passus gelesen haben? Jedenfalls wird sie eine Enttäuschung erfahren, wenn sie glaubt, man könne bei der bevorstehenden Beraltmng des Kultusetats das Centrum mit der Denkschrift schlagen. Die ,Kreuzztg.' hat schon gesagt, daß sie gerade ein Arsenal sei, aus dem das Cenlr im seine Waffen nehmen werde. „Daß der die katholische Kirche beherrschende ultramontane Geist noch immer in einem unüberbrückbarem Gegensatz zur wissenschaftlichen Erkenntniß und Ausbildung steht und somit das natürliche Hinderniß zum Eintritt der katholischen Jugend in den geistigen Wettbewerb mit den protestantischen Söhnen bildet", ist keineswegs, wie die ,Post' meint, in SSSSSWSSSSSSSMWSWMWWWMSNSNSS«DWW
„Aber ich muß hinüber."
„Versucht es auf der anderen Seite, vielleicht geht es dort"
„Aber, guter Freund, was hat denn das für einen Grund?"
„Wir bekommen Befehle, aber keine Gründe," meinte der Soldat. „Im Uebrtgen sind wir in Feindesland, und da sorgen wir, daß von uns so wenig als möglich bekannt werde."
„Ich werde nichts sagen. Hier, guter Freund, trinkt ein Glas auf meine Gesundheit und laßt mich durch. Ich muß nach Elphin in Roscommin, wo meine Mutter krank liegt, und wie ein Bote mir sagte, schwerlich wieder auskommen wird."
„Es thut mir leit)," sagte der Soldat, es ist Befehl, und ich kann nicht."
„Bester Mann . . ."
„Zurück, oder ich pfeife. Ihr werdet Euch dann die Folgen selbst zuzuschreiben haben."
Ralph O'Connell zuckte die Achseln und ging langsam des Weges wieder zurück.
Auf dem Markte begegnete ihm der Mayor, der eben auf's Ralhhaus wollte, um dem Offizier über die zur Aufnahme und Verpflegung des morgen eintreffenden Regiments getroffenen Maßregeln Mitthetlungen zu machen. Der Mayor erschrak nicht wemg über diese Instruktion, die das Städtchen vom Verkehre abschloß und bat Ralph, mit zu gehen, um sich Auskunft darüber zu holen.
„Aber ich bitte, sagt nicht, wer ich bin," bemerkte Ralph, dem Mayor folgend.
Sir Edward Durham war ein noch junger Mann, der einen keineswegs unangenehmen Eindruck machte. Erl war schlank und hoch gewachsen.
der Denkschrift zugestanden. Es wird allerdings anerkannt, daß es in katholischen Kreisen nicht selten an der richtigen Werthschätzung wissenschaftlichen Strebens fehlt. Daran ist aber zum Theil die systematische Zurücksetzung der Katholiken selbst schuld, nicht aber „mächtige Einflüsse, denen die erwachende Einsicht der Jugend und ihre Hingabe an den preußischen Staat als ein gefährliches Hemnmiß für ihre Sotiderzwecke erscheint", wie die ,Post' phantasirt.
* lieber das im Kommissions-Verlage der Fuldaer Aktiendruckerei erscheinende AHiko- sopHiscye IaHröuch der GörresgeseMchaft schreibt ein Fachmann in der .Kölnischen Volkszeitung' : „Philosophie ist ein Zweig des Wissens, dem manche, und nicht bloß ungelehrte Leute wenig Geschmack abgewinnen können. Daß es nicht ohne die Schuld der Philosophie so gekommen ist, läßt uns die Thatsache nicht weniger beklagenswerth erscheinen. Denn die Philosophie ist nun ein Mal der Boden, welchem eben so wohl für das Glück der Menschheit förderliche Wahrheiten wie auch leider so manche äußerst schädliche Jrrthümer entsprießen. Der nunmehr abgeschlossene zehnte Band des P h i l o s o p h i sch e n Jahrbuches der Görres-Gesellschaft, herausgegeben von Dr. C. Gutberlet (Fulda) 1897, liefert aufs neue den Beweis für diese Behauptung. Bei auch nur flüchtiger Musterung seines Inhaltes staunt man über die Fülle fruchtbarer Gedanken, die darin niedergelegt sind und in ernster Geistesarbeit entwickeltwerden; währendanderseits die erschreckende Menge tiefgreifender Jrrthümer, welche hier bekämpft werden, uns mit Besorgniß in die Zukunft fchauen läßt. Kein wissenschaftlich Gebildeter wird das, was dieser Band des Jahrbuches sowohl in größern Abhandlungen und gründlichen Rezensionen wie in der umfassenden Zeitschriftenschau und den höchst lehrreichen Mis- cellen und Nachrichten darbietet, ohne groß s Interesse lesen, keiner wird das Buch schließen, ohne sich wieder davon überzeugt za haben, daß gebtlbete Männer, namentlich solche, die auf irgend eine Weise in's Leben einzugreifen berufen sind, an der Entwickelung der philosophischen Forschung nicht theilnahmslos vorüber- geheu dürfen, denn die Jrrthümer des praktischen Lebens müssen auf dem Gebiete der Philosophie, dem sie entstammen, überwunden werden."
* Zum Prozeß Tausch wirft die,Voss. Ztg.' mit Recht die Frage auf, ob das Disziplinar- gesetz den heutigen Rechtsanschauungen noch genüge. Man sollte meinen, tue Entfcheidung über Anschuldigungen gegen einen Polizei-Kommissar habe nicht ein Gerichtshof zu fällen, in dem der Polizeipräsident, sein Stellvertreter und andere Verwaltungs-Beamte fir.en, sondern nur ein aus unabhängigen und unabsetzbaren Richtern zusammengesetzter Gerichtshof, der den Personen und Dingen etwa ebenso frei gegenüberstehe, wie das Oberoerwaltungsgericht.
* Theorie und Praxis im Inkunfls- staale. Ans Frankfurt a. M. schreibt das Organ der deutschen Buchdruckergehilfen, der Korrespondent', Folgendes:
Am 24. Dezember wurden zwei ältere Kollegen, wovon einer über 6 Jahre, der andere über 4 Jahre bei
hatte regelmäßige Züge und scharf blickende, dunkelbraune Augen, welche dem Ausdrucke eine gewisse Wildheit gaben. Das war aber sehr gemildert durch die fast weibliche Anmuth seiner Bewegungen. Auch seine Stimme hatte etwas Weiches an sich, und Sinn wie Ton seiner Worte waren gleich wohlwollend.
Der Mayor machte ihm seine Mittheilungen, und der Offizier nickte freundlich. Er war sichtlich befriedigt und sprach die Ueberzeugung aus, daß Städtchen und Regiment freundlich von einander scheiden würden.
Dabei leuchtete etwas in seinem Auge, das dem Gesicht auf eine Sekunde einen unheimlichen Ausdruck gab. Im Nu war das wieder verschwunden, aber Ralph O'Connell, der den Offizier scharf beobachtet hatte, entging dieses tückische Aufleuchten nicht.
Der Mayor sprach nun von der Aufstellung der Posten und deren das Städtchen sehr beengenden und beängstigenden Instruktion.
Sir Edward beruhigte leicht diese aufsteigenden Befürchtungen.
.Wir sind unserer zwanzig," sagte er, „und das Regiment befindet sich um einen Tagmarsch hinter uns. Wir dürfen bei unserer geringen Zahl keine Vorsichtsmaßregel außer Acht lassen. Deshalb suchen wir kein Quartier bei den Bürgern. Hier liegen wir zusammen, zum Aufsitzen fertig. Selbst die Pferde tragen, wenn sie gefüttert und getränkt, sind, Sattel und Zaum. Das ist im Kriege nicht anders. Bedenkt, es stünden nur ein paar Dutzend abgesprengter Royalisten in der Nähe, und es käme Einer zu ihnen mit der Mittheilung, hier lägen zwanzig Mann, so wären
der Firma Schmidt & Kobisch (,Volksstimme') in Kondition standen, ohne jede Grundangabe nach vorausgegangener Kündigung entlassen, während andere, kürzere Zeit beschäftigte nicht entlassen wurden. Auch die Leistungen der betreffenden Kollegen können als Entlassungsgrund nicht in Frage kommen. Der Grund mag sein, daß die Entlassenen sich hier und da ein freies Wort im Geschäfte erlaubten. Deshalb wurde unsererAnflcht nach auch Karl Domino abgeschoben, und nicht aus Mangel an Arbeit. Wir sind auch in diesem Falle der Ansicht, daß Schmidt & Kobisch nicht die Schiebenden sind, sondern die Geschobenen. O ihr glücklichen, „selbstständigen" Prinzipale! In der ,Volkssttmme' nimmt es sich gutaus, wenn Anderen Moral gepredigt wird und Geschäfte und Unternehmer getadelt werden, welche langjährige Arbeiter entlassen, aber im eigenen sozialdemokratischen Geschäfte und noch dazu am Weihnachtsabende willkürliche Entlassungen vorzunehmen, das findet man gerecht und brüderlich. Ebenso logisch findet es theilweise Redaktion und Expedition der ,Volksstimme', daß sie recht ansehnliche Erhöhungen ihrer Gehälter erwirkt und auch erhalten haben, während das Druckerei-Personal auf dem Minimum bleibt. Die Entlassenen werden sich deshalb den Verlust nicht so sehr zu Herzen nehmen, nur dürfte etwas mehr Dekorum erwartet werden von Seiten der Geschäfts-Inhaber.
Diese aus Arbeiterkreisen stammende Auslassung spricht für sich selbst, sie bedarf keines weiteren Kommentars.
* Der Centralverband deutscher Kaufleute hat an die zuständigen Reichsämter Eingaben gerichtet, in welchen er eine Krgänzung des Gesetzes gegen den unlautere« Wett- Sewerv insbesondere in der Richtung anftrebt, daß der Begriff „Fabrik" gesetzlich festgelegt wird und die Geschäftsinhaber für Handlungen ihrer Angestellten, die gegen dieses Gesetz verstoßen, dann verantwortlich gemacht werden, wenn sie nicht entsprechende Vorkehrungen zur Verhütung solcher Handlungen getroffen haben. In einer weiteren Eingabe wird die gesetzliche Regelung des Ausverkaufswesens beantragt. An sämmtliche Regierungen und Reichstagsabgeordneten hat der Verband eine umfangreiche Eingabe gerichtet, in welcher die haumsächlichsten Wünsche des Verbandes zur Hebung oes kaufmännischen Mittelstandes dargelegt werden.
* Gieße«, 10. Jan. In der Canisius-Rede des protestantischen Theologie-Professors Dr. Krüger von Gießen,-welche nun im Drucke erschienen ist, findet sich gleich anfangs folgender Satz: „Für einen überzeugten Katholiken wird es wohl in alle Ewigkeit dabei bleiben, daß Luther „die Fahne des Aufruhrs" erhoben hat, nämlich gegen die allein selig machende Kirche, und wir können uns diesen Ausdruck getrost aneignen: denn die Reformation war eine Revolution, eine Umwälzung, wie jede große geistige Bewegung und es ist nicht in Luther's Sinn, das abzuschwächen, wie konservativ im letzten Grunde auch unser Reformator gedacht und gehandelt haben mag." — Na also!
* Miesöade«, 10. Jan. Die Versetzung des Regierungspräsidenten von Tepper-Laski nach Köslin wird dem ,Rhem. Kur.' zufolge de- finitio bestätigt.
* Mainz, 10. Jan. Eine gestern hier stattgehabte Versammlung der Centrumspartei des Wahlkreises Mainz-Oppenheim nahm nach einem Vortrage des Reichstagsabgeordneten Dr. Schmitt-Mainz folgende Resolution an: „Die Vertrauensmänner und Wähler der Cent- rumspartei des Wahlkreises Mainz-Oppenheim
wir ueiloren. Darum sind wir auf der Hut und lass« Niemanden hinaus, der den Feind von unserer Anwesenheit und Zahl unterrichten könnte."
„Aber, werther Sir, wer möchte das thun? Und außerdem sind keine Royalisten in der Nähe."
„Ich möchte von Oberst Harrison gut ausgenommen werden," sagte der Offizier lachend, „wenn ich darauf bauend, für die Sicherheit meiner Schaar weiter nichts gethan! Habt keine Sorge; der Krieg bringt es mit sich, laß man in Feindesland sich auf Niemanden verläßt, als auf feine eigene Kraft und seine eigene List. Morgen ist das Regiment da, und dann ist's mit dieser Maßregel zu Ende."
Der Mayor ging vollständig beruhigt mit Ralph weg.
„Bleibt denn mein Gast bis morgen!" sagte der Mayor, und Ralph willigte schweren Herzens ein, im Städtchen zu bleiben, bis mit der Ankunft des Regiments die Maßregel aufgehoben werden würde.
Den Rest des Tages über war man mit den Vorbereitungen zum Empfange des Regiments beschäftigt. Die Ruhe des ersten städtischen Würdenträgers theilte sich auch den Gemächern der Bürger mit; nur die Hausgenossen des Mayors selbst schienen von den düsteren Vorahnungen Ralphs angesteckt zu fein.
Der letztere durchstöberte langsam und aufmerksam das ganze Haus.
„Was sucht Ihr, Fremder?" fragte der Sohn des Mayors, ein Mann in der Mitte der zwanziger Qciljrc.
„Ein gutes Versteck, und etwas, was mir als Waffe dienen könnte!" (F. s.)