Temperatur 6 Uhr Abends
Morg.
Mittags: 2,0*
am 8./1.
am 7./L
770
.770
760
.760
750
.750
Viel Regen 740.
740
Sturm
730
730
720
720
710
710
1877
1878
1883
1897
1778
1797
1877
1890
7‘/i
12
5,1 • Eels., 2,5° .
Sehr trocken Beständig
SchSn Veränderlich
Regen (Wind)
4,1 * Reaum.
-2,0 • „
1,6’ .
Willigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen;
3. ein Unbescholtenheits-Zeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogym- nasien, höheren Bürgerschulen und den übrigen militärberechiigtenLehr-
Diejeuigen jungen Leute, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen, haben ihr Gesuch vor dem 1- Februar 1898 bei der unterzeichneten Kommission einzurcichen und in demselben anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen sie geprüft sein wollen.
Dem Gesuche sind beizufügen:
1. ein standesamtlicher Geburtsschein;
2. eine Erklärung des Vaters oder Vormundes über die Bereit-
der sich so gerne einstellt, namentlich wenn die vom Schneewasser durchtränkten Schuhe am warmen Ofen getrocknet werden. Neue Sohlen behandelt man am vortheilhaftesten mit heißem Leinöl, das man so lange aufträgt, bis das Leder kein Oel mehr schlucken kann. Vor dem Tragen lasse man die Sohlen gründlich trocknen.
Pllulhmaßliche Witterung für den 9. Jan.: Morgens ziemlich kalt, Tags über nebelig.
Die h ö ch st e Temperatur deS gestrigen Tages betrug 6,0 * Celsius 4,8 • Reaumur).
Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug —3,5 • Celsius (—2,8 • Reaumur).
Witterung- - Uebersicht der Deutschen Krrwartr vom
7. Jan., mitgetheilt dem Deutschen Reichsanzeiger.
Die Luftdruckvertheilung ist auf dem ganzen Gebiete gleichmäßig und daher die Luftbewegung allenthalben schwach, in Mittel-Europa aus südlicher bis westlicher Richtung. Eine flache Depression liegt über Nord- Europa, während der Luftdruck im Süden am höchsten ist. In Deutschland, wo überall Regen gefallen ist, dauert die milde, trübe Witterung unverändert fort; die Morgentemperatur liegt an der Küste 4 bis 8, im Binnenlande 4 bis 101'» Grad über dem Mittelwerthe. Abkühlung zunächst für das westliche Deutschland wahrscheinlich.
Barometerstand Mittags 12 Uhr
anstalten) durch den Direktor der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit, oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist;
4. ein von dem Prüfling selbst ge- und unterschriebener Lebenslauf.
Sämmtliche Papiere sind in Urschrift einzureichen.
Cassel, am 7. Dezember 1897.
Dir PrüfungsKommiffion für Ginjährig-FrriwiUige.
10. Januar.
Karl v. Sinne gestorben.
Annette v. Droste-Hülshoff geboren.
Gesangverein Win fr idia-Fulda gegründet.
Döllinger gestorben.
* Kassel, 7. Jan. Für die nächste Reichstagswahl sind die Sozialdemokraten schon in eifrigster Thätigkeit. Für ganz Hessen und Waldeck sind bereits die Kandidaten aufgestellt. Für Kassel-Melsungen wurde als Kandidat der Genosse Redakteur Thiel aufgestellt. Von den übrigen Parteien verlautet bisher noch nichts Sicheres. Die Deutsch - Sozialen wollen beabsichtigen, den Kaufmann Wilhelm Schack aus Hamburg als Kandidaten aufzustellen. Zum ersten Male wollen hier auch die Rational-Sozialen in den Wahlkampf eintreten und zu diesem Zwecke soll am 17. Januar eine Versammlung stattfinden, in welcher der bekannte Pastor Göhre zu sprechen beabsichtigt. Es verlautet auch, daß Rational- liberale und Freisinnige einen gemeinsamen Kandidaten zu nominiren beabsichtigen. Von den Absichten der konservativen Partei ist noch nichts bekannt geworden.
* Niederzwehren, 7. Jan. In der Schlafkammer war einem Knechte eines hiesigen Fuhrwerksbesitzers aus der Hose das Portemonnaie mit beträchtlichem Inhalte gestohlen worden. Der hiesige Gendarm, welchem Anzeige erstattet war, nahm Veranlassung, den Ort des Diebstahls genau zu besichtigen. Er ließ sich eine Heugabel geben und stach damit in das Heu, welches im Futterstalle lagerte. Plötzlich ertönte jämmerliches Geschrei; die Zinken hatten die Hand des versteckten Diebes getroffen, welcher herauskroch und jtch als ein ehemaliger Vogel'scher Knecht entpuppte, der seinem Dienstherrn im letzten Frühjahr aus dem Glasschrank 20 Mark entwendet hatte und kürzlich aus der Wehlheider Strafanstalt entlassen worden war. Derselbe hatte sich hier eingeschlichen und den Diebstahl ausgeführt.
m * Ziegenhain, 7. Jan. Eine ganz eigen* thümliche Kinderkrankheit tritt in letzter Zeit unter unseren Kleinen auf. Auf der Haut bilden sich Eiterbläschen, welche sehr bald um sich greifen und oft den ganzen Körper bedecken. Oft erlöst der Tod die Kleinen von den Qualen. Jedenfalls wird die K ankheit durch Nebertragunq verbreitet.
* WitzenHanseu, 7. Jan. Mit gutem E>- folge betreibt schon sein einigen Jahren Herr Bierbrauereibesitzer Müller Hierselbst die Champignonzucht. Während er bisher nur einen für Bauzwecke nicht mehr benutzten Keller hierfür verwandte, hat er sich jetzt entschlossen, auch in den Kellern der früheren städtischen Brauerei noch entsprechende Anlagen zu machen. Welchen Umfang die Züchtung bereits angenommen, geht daraus hervor, daß er den dazu nöthigen Pferdedünger nicht mehr am hiesigen Platz alle beschaffen kann, sondern denselben per Bahn von dem Artilleriere.qiment von Kassel bezieht. Die Champignons, die an Qualität den französischen gleich sind, werden theils hier in der Konserven- Fabrik von G. Brand au, theils auswärts verarbeitet,
* Marönrg, 7. Jan. Auf dem hiesigen Rathhause wurde gestern Nachmittag Groß- f e u e r in der Frankfurterstraße gemeldet. Während nun, wie die ,O. Ztg/ berichtet, sofort die Sturmglocke in Thätigkeit trat, trafen so schnell wie möglich die Löschmannschaften auf dem Markt platze ein und fuhren die ersten auch sofort mit dem Schlauchwagen ab. Plötzlich kam die Kunde, die Gefahr wäre vorbei, weßhalb auch wieder Alles nach Hause ging. Nach kaum einer Viertelstunde stürmten fast sämmtliche Glocken unserer Stadt und jetzt eilte die sich schnell sammelnde Feuerwehr mit Spritzen, Leitern re. in der Richtung nach dem Südviertel ab Schon in der Kasernenstraße stieß man auf das von dem ersten Alarm herrührende und bereits zurückkehrende Publikum, sowie auf Feuerwehrleute, welche den Schlauchwagen zurückbrachten; gleichzeitig vernahm man auch die Kunde, daß überhaupt kein Feuer gewesen. Ein Dienstmädchen in einem Hause in der Frankfurterstraße hatte nämlich die' Unvorsichtigkeit begangen, einen Pack Papier zu verbrennen, und die nun aus dem Schornstein her- ausfliegenden Funken gaben Veranlassung zu dem Gerücht.
* Arolsen, 7. Jan. Der landwirthschaftliche Verein des Fürstenthums Waldeck ist eifrig bestrebt, auch den materiellen Interessen unserer Landwirthe aufzuhelfen. Neuerdings richtet er das Augenmerk derselben hauptsächlich auf die Geflügelzucht. So wird seitens des Vereins der Wmk gegeben, daß 5 - 6jährige Hühner zur Zucht nicht mehr tauglich, weil das Huhn schon nach dem zweiten Jahre mit dem Eierlegen nachläßt. Als Zuchthähne dürfen keine blutsverwandte verwendet werden, weil dadurch der Degeneration Vorschub geleistet wird. Der Geflügelzuchtoerein in München stellt den Mitgliedern der landwirth- schaftlichen Vereine alljährlich junge Zuchthähne kostenlos zur Verfügung, wenn die alten dagegen in Tausch gegeben werden.
* Höer-Itamstadt, 6. Jan. Ein originelles Verfahren bez. Anstellung eines Gemeinde- rechners hat die Nachbargemeinde Wembach emgeführt. Daselbst war die Gerneinderechner- stelle zu vergeben, und es meldeten sich hierzu
„Importa*6 (5 Stück 25 Pf.)
Victoria65 (5 Stück 30 Pf) zwei anr-kannt hervorragend fe'ne Spezial-Cigarren, oif sich überall befand rer B'liebthckt erfreuen, im Alleinverkauf bei Josephine Kramer. [84
Geschichts-Kattribrr
9. Januar.
m. Metter-Keobachtrmge«
8 Januar.
die Idee der Gründung eines Schwesternhauses in der Pfarrei immer mehr Anklang finden, zum Besten der Armen und Kranken, als Kleinkinderbewahranstalt, namentlich aber auch zu dem Zwecke, den aus weiter Ferne zur Schule kommenden Kindern die lange entbehrte warme Mittagssuppe zu bieten und während der Mittagspause das Elternhaus zu ersetzen! — Eine zweite Aufführung bei ermäßigtem Preise findet nächsten Sonntag, den 9. ds. Mts. statt.
* Gelnhausen, 7. Jan. Kommenden Dienstag den 11. d M. wird dahier der nächste Vie firn ar kt stattfinden. Er beginnt um 1I»8 Uhr Morgens. Vorher und außerhalb des Viehmarktplatzes darf kein Handel stattfinden.
Ö Gkm, 7. Jan. Von einem Augenzeugen wird uns über den bereits gestern berichteten Unglücks fall geschrieben: Am Mittwoch fand ein junger Mann, der nach Frankfurt reifen wollte, hier seinen Tod. Als er einsteigen wollte, war der Zug schon in Bewegung. Der anwesende Stationsbeamte wollte ihn noch am Arme zurückhalten und rief: „Wo wollen Sie hin?", worauf er antwortete: „In die Ewigkeit" und sprang unter den Abführenden Zug. Der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt Der Verunglückte soll 24 Jahre alt, Schlosser und verheirathet sein. Rach einigen vorherigen Äußerungen läßt sich Geistesstörung vermuthen.
* Iranksnrl a. W., 7. Jan. Eine unheimliche Geschichte erzählt ein hiesiger Berichterstatter. Gegenüber dem Holzhausenpai k wohnen zwei ältere unverheirathete Damen. Sie halten eine mächtige Dogge und auch Katzen. Seit einigen Tagen machte sich nun in einem wenig benutzten Zimmer in der Gegend des Ofens, der seit Jahren nicht geheizt wird, wiederholt ein Geräusch bemerkbar, das die Damen nicht wenig erschreckte. Die Dogge wurde zunächst vorgeschickt, da man Einbrecher vermuthete; ihre Gegenwart war aber nicht im Stande, das allmählich unheimlich werdende Geräusch zu verscheuchen. Nunmehr fiel der Verdacht auf die Katzen, deren Schuldlosigkeit an dem Spektakel sich aber bald heransstellte. Endlich kam man auf den Gedanken, den Ofen genauer zu untersuchen und jetzt fand man des Räthsels Lösung, die allerdings im ersten Augenblick keinen kleinen Schrecken verursachte: aus dem Feuerloch des Ofens glotzten, als man die Thüre öffnete, zwei glühende Augen entgegen und im nächsten Moment erhob aus einer Wolke von Asche eine Eule ihre Schwingen, um sich von dem Schmutze zu befreien. Das Thier ist jedenfalls 'auf der nächtlichen Jagd in den Schornstein und von da durch das Ofenloch in den Ofen gerochen, wo es in dem Bemühen, einen Ausweg zu finden, das unerklärliche Geräusch verursachte. Die Damen beabsichtigen, den Raubvogel dem zoologischen Garten zum Geschenk zu machen.
* Mainz, 7. Jan. Die Stadt Mainz Hal gegen den Agenten eines Karoussels eine gewiß seltene Anklage erhoben. Vor einiger Zeit sand die Versteigerung eines Karousselplatzes für die nächste Messe statt und derselbe ging, da nur zwei Konkurrenten erschienen waren, um 1600 M. an einen Reflektanten über. Mittlerweile stellte es sich aber heraus, daß der eine der Agenten von seinem Prinzipal den Auftrag erhalten hatte, für den Platz bis 3000 M. zu bieten. Die beiden Agenten hatten sich aber miteinander verbunden und gegen eine Abfindung von 500 M. bot der andere Agent nicht mit. In dieser Abmachung erblickt die Bürgermeisterei einen Betrugsfall und die Staatsanwaltschaft hat gegen die beiden Agenten Untersuchung eingeleitet.
(*) Lanteröach, 7. Jan. Der Großherzogl. Kreisrath Braun hat auf Mittwoch, den 12. d. M., Vormittags lOssz Uhr im Saale des städtischen Rathhauses dahier eine Bürgermeister-Versammlung einberufen, um bezüglich der Gemeindeverwaltung möglichst bald mit den Wünschen und Ansichten der Ortsvorstände, sowie mit den HerrnBürgermeistern persönlich bekannt zu werden. Im Falle nicht zu beseitigender Verhinderung sollen sich die Bürgermeister durch den Beigeordneten vertreten lassen.
* 7. Jan. Durch einen Reoolver-
schutz schwer verletzt wurde ein Dienstmädchen dahier, als es das Bett eines Gesellen machte. Wahrscheinlich kam es dabei mit Bettstücken dem einem Gesellen gehörigen, an der Wand hängenden geladenen Revolver zu nahe. Plötzlich krachte ein Schuß und das Mädchen sank, von einer Kugel in den Kops getroffen, zu Boden. Der Arzt konstatirte eine schwere Verletzung und ordnete die Uebersührung nach der Klinik in Göttingen an.
* Kassel, 7. Jan. In der Hohenzollern- straße hat gestern Nachmittag ein Kaufmann ein Portefeuille mit 850 Mark in Banknoten und einige für ihn werthvolle Quittungen verloren, ohne etwas zu bemerken. Ein hinter ihm gehender lOjähriger Junge fand das Geld und lieferte es ihm wieder ab. In der großen Freude bot ihm der Kaufmann die^hohe Belohnung von 10 Pfg., welche der Junge aber zurückwies.
Kirchenkalender.
Sonntag, 9. Jan. Julian, Märtyrer. Der hl. Julian lebte zur Zeit der diokleiiauischen Christenverfolgung in Rcm. Sein Haus wurde damals die Zufluchtsstätte aller bedrängten Christen. Schließlich wurde er vor den Richterstuhl geführt und weil er den christlichen Glauben nicht abschwören wollte, zum Tode verurtheilt. Er wurde den wilden Thieren vorgeworfen; als diese den'Märtyrer unversehrt ließen, Ivurde er enthauptet im Jahre 313.
Montag, 10. Jan. Agathon, Papst. Der hl. Agathon wurde um das Jahr 600 in Palermo geboren. Schon frühe trat er in den Benediktinerorden ein, wo er sich durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit so sehr auszeichnete, daß er im Jahre 678 zum Papste gewählt wurde. Er berief im Jahre 680 eine allgemeine Kirchenversammlung nach Konstantinopel, wo die Irrlehre der Monotheleten verurtheilt wurde. Im folgenden Jahre starb der Papst, tief betrauert vom römischen Volke.
1534 Geschichtschreiber Aventinus gestorben.
1873 Napoleon III. gestorben.
" Schlacht am Schipkapaß.
Viktor Emanuel gestorben.
Pädagog Aug. Keller gestorben.
Ueberschwemmungen in Spanien.
Polizei-Verordnung.
Unter Zustimmung deS Kreis- aukschnsseS wird für den Umfang deS GemeindebezirkS der Stadt Hünfeld verordnet, was folgt:
Einziger Paragr:ph.
Die Pflizci Verordnung deS Kreisamrs zu Hünftld vom 31. Mär; 1848 betreffend das g-ne- relle Verbot des Schafaustriebs
Amtliche Anzeige«.
Der Herr Oberpräsident hat durch Erlaß vom 4. Dez. d. Js. genehmigt, daß zum Besten des Kirchenbaues in Wickers eine ein» malige Sammlung freiwilliger ©aben bei den katholischen Einwohnern der Kreise Gersfeld, Fulda Hünfeld durch polizeilich legitimirte Sammler abgehalten werden darf. Tie Sammlung muß 1 ö^m 1. 1898 beendet fein.
Gottesdienstordnung in Fulda.
Sonntag, 9. Januar. Dom. 51/«, 6, 6'/« und 7y« Uhr hl. Messen, 6'/> Uhr hl. Messe und Kommunion der Christenlehr-Jungfrauen, 9 Uhr Hochamt mit Predigt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr HÜ Messe, l1/, Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr Segensandacht mit Predigt in der Marienkapelle. — Stadtpfarrkirche. 5-/. Uhr hl. Messe und Predigt, Sund 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhrchl. Mefie und Predigt, 9'/- Uhr Hochamt und Predigt, Hund l1/» Uhr Christenlehre, 3 Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. — Michaelskirche. 10 Uhr heilige Messe. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 Uhr Amt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — SodUität. l/.10 Uhr. — Frauenberg. 5 und 61/, Uhr hl. Messen, 8 Uhr Bruderschaftsmesse, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feiert. Vesper.
sieben Kandidaten. Nach reiflicher Erwägung kam der Ortsvorstand zu der Ueberzeugung, daß sämmtliche sieben dem Dienst in jeder Beziehung gewachsen sind, und um keinen zu bevorzugen, kam man überein, den Gemeinderechnerdienst zu versteigern. Gesagt, gethan. der Dienst wurde öffentlich versteigert und an den Wenigstfordern- den, den Gastwirth und Schlossermeister Zimmermann, um den Preis von 100 Mark vergeben unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Arbeit der Umlagen für das neuzuerbauende Schulhaus nächstes Jahr mitinbegriffen ist. Somit spart die Gemeinde Wembach, da der Rechnerdienst seither für 200 Mark vergeben war, jährlich 100 Mark.
* Kisenacy, 7. Jan. In nächster Zeit wird dem hiesigen Gemeindevorstand ein Projekt vor- gelegt werden betreffend die Höherlegung des Bahngeleises im Stadtgebiete Eisenach und damit zusammenhängend der Plan zu drei Bahnüberführungen seitens der Eisenbafindireküon. Ob das Projekt für die Stadtgemeinde annehmbar sein und sich verwirklichen lassen wird, darf vorerst wohl bezweifelt werden, nachdem diese Projekte seit 16 Jahren eigentlich nicht vom Flecke gerückt sind.___________________
Uermischtes.
* Aus Merlin wird geschrieben: Im Laufe des Jahres 1897 wurden bei St. Pius 813 Kinder getauft, und zwar 421 Knaben und 392 Mädchen, davon 50 uneheliche Knaben und 54 uneheliche Mädchen. Ungetauft starben 26 Kinder. Kirchlich getraut wurden 239 Paare, davon 104 Mischehen. Beerdigt wurden 458 Personen, davon 264 männliche und 173 weibliche, todtgeboren waren davon 21. Die Mitwirkung des Geistlichen wurde erbeten und geleistet bei der Beerdigung von 116 Personen. Krankenbesuche waren im verflossenen Jahre 302. Kommunionen wurden ausqelheilt im ganzen Jahre 20 879, davon in der österlichen Zeit 9671. Von der katholischen Kirche sind abgefallen 13 Männer und 3 Frauen; zur katholischen Kirche sind zurückgekehr 4 Männer und 20 Frauen.
* -Xöitigsücrg. j. ^r., 6. Jan. Zur Illustration des D u e l l u n f u g s erzählt die ,Königsb. Hart. Ztg/ folgenden bezeichnenden Fall. Ein Mann, der Reserveoffizier war. hatte sich sehr taktlos benommen und sich dafür eine sehr nachdrückliche körperliche Zurechtweisung zugezogen. Er war ein moralisch recht schwacher Geselle. Die Thatsache wurde bekannt und nach einer geraumen Frist sah sich der Offizier „im Hinblick auf die gesellschaftlichen Sitten" gegen seine Neigung genöthigt, den Gegner zum Duell zu fordern, der jetzt jedoch das Duell ablehnte. Der Vater des Offiziers war ein angesehener Ede mann. Er kam zu dem Gegner und bat ihn flehentlich, das Duell anzunehmen, er dürfe sicher sein, daß der Sohn ihm kein Leids thun werde. Aber der Gegner blieb unerbittlich und darauf gab der Vater dem Sohne die Pistole in die Hand, auf daß er sich erschieße. Denn der junge Mann wär gesellschaftlich geächtet gewesen, er bedurfte des Duells, um, wie oft genug gesagt worden ist „ehrlich zu schießen."
' Slraßönrg i. Eks.. 7. Jan. Gestern Nachmittag um 4>, Uhr stürzte ein vierstöckiger Neubau am alten Weinmarkt, der lediglich aus Eisen und Hausteinen aufgeführt war, in sich zusammen. Die Ursache des Unfalles ist dem ,W. T. B/ zufolge unbekannt. Sechs Personen wurden getödtet, drei schwer und sechs leicht verletzt. Die Feuerwehr besorgte mit großer Aufopferung die im höchsten Grade gefährlichen Rettungs-Arbeiten. Der Einsturz der stehen gebliebenen Theile wird jeden Augenblick erwartet. Der Kaiser!. Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg begab sich sofort an die Unglücksstelle.
* Anter Eheleuten. Ein Ehepaar, welches in stetem Streite lebte, kam zu dem Herrn Pfarrer, und es entspann sich folgendes Gespräch. Pfarrer: „Meine lieben Leute, Ihr müßt Euch mit einander vertragen; Eins muß dem Andern nachgeben." — Frau: „Ich gab ja immer nach, Hochwürden, > ber er — er will nie nachgeben, und das ärgert mich allemal so, daß ich hernach auch nicht nachgeb'!"
* Hinkmikdernder Amkavd. Richter: „Sie sind angeklagt, eine goldene Uhr aus dem Schaufenster des Alttrödlers Seligmann gestohlen zu haben. Was haben Sie zu Ihrer Vertheidigung zu sagen?" — Angeklagter: „Daß der Eigenthümer selbst mich dazu verleitet hat; er hat einen Zettel an die Uhr gesteckt mit den Worten: „Seltene Gelegenheit!"
* tbonderöare Diagnose. Kreisrichter: „Nun, Herr Doktor, wie steht es mit dem armen Opfer des Straßenräubers?" — Doktor: „Die eine Wunde ist wohl absolut tödtlich, die beiden anderen können jedoch geheilt werden!"
Allerlei Nützliches.
Wasserröhren aufzuthauen. Eineinfaches Verfahren besteht darin, daß man den Schnee über den Röhren wegschaufelt, dann dieselben 1. Meter hoch mit ungelöschtem Kalk bedeckt und mit Wasser begießt. Infolge der sich hierbei entwickelnden Wärme werden der Erdboden und die Röhren aufgethaut.
Um gefrorene Fensterscheiben sofort klar zu machen, löse man soviel Kochsalz (oder Alaun) in warmen, Wasser auf, daß ein Ei auf der Lösung schwimmt (etwa eine Hand voll Salz oder Alaun auf 12 Quart Wassert und bestreiche mit einem in die Lösung getauchten großen Pinsel oder Schwamm die gefrorenen Fensterscheiben, worauf das Eis auf denselben sofort verschwindet. Bei heftigem Froste ist es nothwendig, das angefeuchtete Fensterglas zur Verhütung der Bildung einer neuen Eiskruste sofort und gründlich abzutrocknen.
WasserdichtesSchuhwerkimWinter. Der Winter mit seinen nassen Tagen, mit seinem das Lever durchdingenden Schneewasser und dem schmelzenden Eis bringt uns gar manchmal kalte Füße und im Gefolge davon bösen Rheumatismus. Um das Schuhwerk wasserdicht zu machen, dazu eignet sich sehr gut das Rizinusöl, das man in jedem Dioguenladen kaufen kann. Das Leder schluckt begierig große Mengen dieses Oeles, füllt damit seine Poren und macht sie undurchlässig für das Wasser; zugleich wird das Leder zart und geschmeidig, widersteht also leichter dem Bruche,
Briefkasten.
Frl. hier. Daß man Ihren Schirm bei der letzten Museumsunterhaltung vertauscht hat, ist ja bedauerlich; aber wir können Ihnen denselben nicht zurückschaffen. Vielleicht kann der Pedell des Gymnasiums, Herr Hirschfelder, Ihnen helfen.
in der Gemarkung Hünfeld wird hierdurch aufgehoben.
Unter den Pferden des Gast- winhs und Metzgers Adolf Ho des zu Hünfeld ist die Räude ausgeb ochen
Zur Vornahme der Prüfung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst ist als Anfangstermin für die Frühjahrs-Prüfung 1898 der 21. März festgesetzt worden.