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mit Anterhaüungs-Aeikage „IlluKrirte Sonntags-Zeitung" petersgasse Nr. 2 (Larmonie).
M 3.
Wegen des Festes Hl. 3 Könige wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Freitag ausgegeben.
Die Ermordung der beiden Steyler Missionare.
Aus Süd-Schantung sind soeben verschiedene Briese eingelaufen, welche Einzelheiten enthalten über den Verlauf des blutigen Ereignisse-, das den beiden Steyler Missionaren, P. Nies und P. Henle, den Tod brachte. Der zeitige Vorsteher der Mission, Herr Provikar P. Freinademetz, berichtet darüber dem Generalsuperior der Gesellschaft, wie folgt:
„Ich möchte Thränen weinen, indem ich ge- nöthigt bin, folgende Zeilen an Sie zu richten.
Der Drahtbericht vom 3. November meldete nämlich Ew. Hochwürden das traurige Ableben unserer theuren Mitbrüder, der H. H. P. Nies und P. Henle. Anbei das Wichtigste nur über das höchst traurige Ereigniß.
Am 31. Oktober besuchten die beiden Missionare P. Henle und P. Stenz, von der Stadt Tjüje kommend, die Christengemeinde Tschang- tja-tschuang*), vielleicht wohl die schönste Gemeinde von Südschantung. Am 1. November Vormittags traf vom benachbarten Li-tja-schuang, 27 Li (3 Wegestunden) von Tschang-tja-tschuang entfernt, zum Bezirke Uinschang gehörig, Herr Nies ein. Er hatte in Litja das Allerheiligenfest gefeiert und wollte in Tschangtja mit H. Henle und Stenz den Allerseelentag feiern. Zu diesem Zwecke studirten sie das Requiem ein, und nachdem sie besonders noch das Miseremini mei, »altem yos, amici met**), gut eingeübt, legten sie sich gegen zehn Uhr zur Ruhe.
Die Herren mochten eben eingeschlummert sein, als gegen 11 Uhr eine bis an die Zähne bewaffnete Rotte von 20 bis 30 Mann in den Hof hineinstürzte und durch das gewaltsam er- brochene Fenster in das Zimmer der beiden Missionare eindrang. In Zeit von etwa vier Minuten ward ailles, was nicht n«gel- und nietfest war, geplündert, und die beiden röchelten bereits in ihrem Blute. Nach weiteren fechs Minuten etwa machte der Tod ihrem gräßlichen Leiden ein Ende. P. Nies hatte 13 Stichwunden, P. Henle hatte 9 erhalten. Ersterer lag auf seinem Angesichte hingestreckt, letzterer auf dem Rücken liegend ausgestreckt, neben ihnen eine furchtbare Blutlache am Boden. Namentlich sieht das Hemd des armen Herrn Nies aus, als wäre es in Blut getaucht worden. Wir schicken die blutgetränkten Kleidungsstücke als Andenken mit nach Steyl.
Nachdem die Unmenschen dies ihr mörderisches Handwerk beendet, räumten sie das Zimmer,
*) Auch Tschangkia geschrieben. „St" für den Laut Tj zu schreiben, ist nämlich die Schreibweise der Franzosen in vielen chinesischen Wörtern, da sie kein Mittel haben, den Laut Tj in ihrer Sprache auszudrücken. So rst Peking zu sprechen Petjing, Nanking — Nantjing, Kiao — Tjau, Tschankia — Tschantja, Kiüje — Tjüje. In Wörtern, wo es noch angeht, sollte nach unferm unmaßgeblichen Dafürhalten eigentlich die deutsche Schreibweise Anwendung finden.
**) Erbarmet euch meiner, wenigstens ihr, meine Freunde!
* 9h letzte Wplllng von Lillnrney.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
18 ------ (Nachdruck verboten.)
Der junge Mann sah den anscheinenden Bauer erstaunt an, kniete dann nieder und sprach:
„Hochwürden, ich bitte um den priesterlichen Segen!"
Nachdem der Priester in der üblichen Form ihm den Segen gespendet, sagte er schmerzlich:
„O, es ist eine böse Zeit, wenn die Verkündiger der Heilsbotschaft ihre Gewänder ablegen und in Wäldern und Höhlen Zuflucht suchen müssen. Aber, junger Mann, siegen werden wir nicht durch das Schwert, sondern durch die Treue. Gott ist es, der unsere Geschicke lenkt, und so lange wir ihn besitzen, haben wir nichts verloren."
„Hochwürden," bemerkte Robert bescheiden, „darf ein Jüngling Euch einen Rath ertheilen?" „Wenn er aus einem ehrlichen Herzen kommt, gewiß. Lesen wir ja doch, daß Gott den Kindern offenbart, was er den Weisen verbirgt."
„Dann reibt Eure Hände mit Lehm, und laßt denselben trocken werden, damit er eine leichte Kruste bilde, sonst erkennt jeder Engländer, daß Ihr ein verkleideter Bauer seid."
„Gott möge Dir das vergelten, mein Sohn!" erwiderte der Jesuit erschrocken. „Daran haben wir wirklich nicht gedacht. Kann ich wohl ungefährdet nach Kilkenny kommen?"
„Ich bin quer durch die Insel gezogen und habe noch keine Engländer bemerkt, welche Euch schädigen könnten. So lange Cromwells Truppen
IuLöa, Mittwoch, den 5. Januar 1898
rannten im Hofraume umher und riefen: „Wir haben dem Langbarte (P. Stenz) noch nicht den Garaus gemacht. Wo ist der Langbart?" Der arme P. Stenz lag in seinem Zimmerchen an der Pforte. Sein Leben hing also an einem Faden. Doch der Himmel wollte ihn noch der Mission erhalten. Die Unholde fanden ihn nicht und zogen ab. Kaum hatten sie den Hof geräumt, als P. Stenz aus seinem Verstecke herauskroch, um nach seinen beiden Mitbrüdern zu sehen. P. Henle war noch bei Bewußtsein, erhielt rasch die Absolution und die letzte Oelung und war dann tobt. P. Nies gab kein Lebenszeichen mehr und erhielt deshalb bedingungsweise die hl. Lossprechung. Vom Uebersalle bis zum Tode mögen etwa zehn Minuten oder eine Viertelstunde verstrichen sein.
Noch dieselbe Nacht brachte ein Bote die schreckliche Nachricht nach Zining, und ich eilte mit Herrn Vilstermann sogleich nach Tschang-tja- tschuang, besichtigte die schaurige Scene und besuchte rasch den Mandarin. Dann telegraphirte ich an den deutschen Gesandten und nach Steyl, ordnete darauf den Ankauf zweier Särge und die Beschaffung der beiden Leichen nach Tä-tja- tschuang, wo am 16. November die feierliche Beerdigung statthaben wird. Alle Mitbrüder der Mission sind gebeten, nach Möglichkeit sich am Begräbnisse betheiligen zu wollen.
Das der blutige Vorgang vom Allerheiligentage in Tschang-tja-tschuang: für die Mission ein Schlag, rote bis dahin sie noch keiner getroffen hat: zwei arbeitskräftige und arbeitslustige junge Missionare gerade in der Blüthe ihrer Jahre hingemordet! Der Himmel sei uns gnädig! E§ wird einem schwer, die Hand zu küssen, die so bitter schlägt. Und doch wollen wir es thun, denn es ist der Herr, und noch mehr, der gütige Vater ist es, der uns schlägt: Sein Name sei gebenedeit! Aber vernarben wird die Wunde, die uns geschlagen wurde, noch lange, lange nicht!" —
Zur Erklärung des Berichtes füge ich noch bei: P. Stenz war Hausoberer und die Ge- töbteten den Mördern höchstwahrscheinlich nicht bekannt, so daß sie, wie es scheint, bloß aus Haß der Religion ermordet wurden.
Arnold Janssen, Generalsuperior.
Deutsche» Keich.
Berlin, 4. Januar.
* Legationsrath Sriuz Alexander von Kotzenkohe, ein Sohn des Reichskanzlers und diesem als Sekretär zur Verfügung gestellt, sollte nach einer vereinzelten Zeitungsmeldung als Regierungs-Präsident für Wiesbaden in Aussicht genommen fein. Diese Meldung beruht einer halbamtlichen Erklärung zufolge auf Erfindung.
* Am Neujahrstage war in Berlin das Gerücht verbreitet, Fürst ZLisrnarck sei g e st o r b e n. Der offiziöse Telegraph meldete jedoch bald, daß zwar die Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck, sowie Geheimrath Schweninger in Friedrichsruh anwesend seien, der Zustand des Fürsten aber durchaus kein besorgnißerregender fei und der Fürst regelmäßig an der Familientafel theilnehme.
nicht da sind, wird man nicht wagen, Euch zu behelligen."
„Nun, da verschaff' ich mir in Kilkenny bürgerliche Kleider, und mag als Kaufmann, oder meinetwegen als Schneider gelten, wenn ich dem armen Volke nur mit den Tröstungen der Religion beispringen kann .... Aber, edler Laird, ich will fort."
Es war schier unmöglich, den Piiester, welchen die Ungeduld sichtlich verzehrte, länger zu halten. Kaum daß er von der eilig herbeigebrachten dicken Suppe ein irdenes Näpfchen voll zu sich nahm. Ein mächtiges Stück kalten Hammelsbraten nebst Brod und Salz wurde ihm von Frau Mary in die kleine Tasche gesteckt, die er über der Schulter hängen hatte; dazu kam noch eine Kürbisflasche mit selbstgebranntem Gin, und Pater O'Kelly nahm seinen Stab, dankte allen für das Gute, das sie ihm erwiesen, und schritt bis an's Hofthor geleitet, in das Land hinaus
Die Sonne stieg herauf, und die Nebel erhoben sich in den Thälern; wie Wolken wogte es um den Dahinschreitenden, seine Gestalt schien mächtig zu wachsen, bis er mehr und mehr einem Schatten gleichend, den Nachschauenden entschwand.
Ein tiefer Seufzer hob die mächtige Brust des Häuptlings.
„Wer das vermöchte!" murmelte er langsam dem Hause zugehend. „Mit solchem ungeduldigen Drang dem sicheren Martertode für die Wahrheit entgegen zu gehen!"
„Ja, das ist eine große Gnade von Gott, Egbert!" bemerkte Mary, andächtig die Hände faltend.
Die drei Genannten sind auch am Abend des 1. schon wieder abgereist.
* Für den Bau des Iteichslags-Aräfidiar- geväudes, für welchen als erste, hauptsächlich für den Grunderwerb bestimmte Rate in den laufenden Etat 1,000,000 Mark eingestellt waren, wird im Etat für 1898 eine zweite Rate mit 300,000 Mark gefordert. Der Bau soll mit Beginn des neuen Rechnungs-Jahres in Angriff genommen werden, und zwar werden in diesem Jahre die Gründungs-Arbeiten und ein Theil des Rohbaues zur Ausführung gelangen. Wie hoch sich die gesammten Kosten des Baues beziffern werden, steht noch nicht fest. Der Bauplan nebst Kostenanschlag wird aber dem Reichstage vorgelegt werden. Das Gebäude soll lediglich je eine Wohnung für den Präsidenten und für Direktor enthalten.
* lieber die Wirkungen der Aaudeks- verträge werden in der oberoffiziösen ,Nordd. Allg. Ztg/ einige Aeußerungen von Handelskammern zusammengestellt, die sich ausnehmend günstig über die Wirkungen äußern. So sagt die Hamburger Handelskammer in ihrem Be- richte über das Jahr 1897: „lieber die Wirkungen der seit 1892 in Kraft getretenen wichtigen Handelsverträge Deutschlands ist demnächst eine objektive Darstellung zu erwarten in einer Denkschrift, welche die Reichsregierung auf Wunsch des Reichstages hierüber auszuarbeiten zugesagt hat... Die auf unsere Rundfrage eingegangenen zahlreichen Antworten haben unsere Ansicht, daß die damals eingeschlagene Politik als eine außerordentlich segensreiche empfunden werde, durchaus bestätigt." Die Handelskammer zu Bremen meint, daß die „Kaufmannschaft in allen Zweigen durchdrungen ist von dem unschätzbaren Werthe der Handelsvertrags-Politik und .. nichts sehnlicher wünscht, als daß auf den im Jahre 1891 so glücklich betretenen Bahnen weiter geschritten werden möge." Nicht minder günstig nrtheilt über die Handelsverträge die Handelskammer zu Kiel, und aus Süddeutsch- knt hebt die ,Nordd. Allg. Ztg/ eine Aeußerung der Handelskammer zu Mannheim hervor. Danach hat „die von Deutschland inangurirte Handelsvertrags-Politik weiter die Früchte getragen, die mgn von ihr erwarten durfte". Die Mannheimer Handelskammer vertraut darauf, daß „die Reichsregierung auch für die Zukunft an dieser Politik festzuhalten gesonnen ist." Diese Politik der Handelsverträge findet, wie man weiß, gar nicht die Billigung des Bundes der Land- wirth e und seiner Freunde. Dieselben wünschen, daß an die Stelle dieser Politik selbständige Zolltarife treten sollen mit Kampfzöllen gegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika und mit erheblich erhöhten Eingangszöllen für Getreide. Keinesfalls also wird der Bund der Landwirthe, werden diejenigen politischen Kreise, die einseitig agrarische Interessen vertreten, mit der Haltung der ,Nordd. Allg. Ztg/ zufrieden fein. Auch andere Anzeichen sprechen dafür, daß die verbündeten Regierungen im allgemeinen nicht geneigt sind, auf die handelspolitischen Wünsche der Nuragrarier einzugehen. Nun wird eine Erhöhung der Eingangszölle für Getreide im Interesse der Landwirthschaft nicht zu umgehen fein.
Mit diesen Worten traten die drei in die große Halle, wo man eben den Frühstückstisch richtete Als alles bereit war, und die dampfende Schüssel auf dem mächtigen Eichentische stand, ging eine Magd vor die Thüre, neben welcher ein Pfahl in die Erde gerammt war. An diesem Pfahle hing an einer leichten Kette ein Hammer, und in Mannshöhe war ein Schild von Eisenblech befestigt. Die Magd ergriff den Hammer und that drei Schläge gegen den Schild, welche durch das ganze Haus dröhnten und wohl eine Viertelstunde weit gehört werden tonntet}.
Alsbald kam das Gesinde aus den Scheunen und Ställen, und aus dem Garten und der Leinenkammer, und dm Vorrathshäusern, gegen zwanzig Leute, unter denen beide Geschlechter und jedes Lebensalter vom Jüngling bis zum Greise vertreten waren. Die Meisten jedoch waren junge kräftige Männer und ebensolche Mädchen. Von allen trat keiner in die Halle, ohne sich aus einem kleinen Kessel, der neben der Thüre im Innern aufgehängt war, Weihwasfer zu nehmen. Dann traten alle stumm an die Tafel, genau nach dem Alter, auf der einen Seite die Männer, auf der andern die Frauen. Am oberen Tischende stand der Häuptling, neben ihm auf der Seite der Männer sein Sohn, auf der Seite der Frauen feine Frau.
Er nahm feine Mütze ab und betete laut ein Morgengebet, wozu alle Amen sagten; dann setzten sich alle und begannen das Frühstück zu löffeln, das aus einer sehr guten Suppe bestand, und dazu konnte sich jeder Brod nehmen, so viel ihm besagte; das Brod lag auf dem Tische. So
25. Jahrgang
* Im Reichsamte des Innern hat heute Vormittag 10 Uhr die angekündigte Berathung über die Grundzüge für ein Ileichs Derficherungs- chesetz ihren Anfang genommen. Die Berathung ist aus allen Theilen Deutschlands gut besucht.
* In diesem Jahre wird in Preußen eine Werarttagrmg zur Ergäuzungskeuer nicht vorgenommen. Für das Steuerjahr 1898/99 wird vielmehr auf Grund der Veranlagung des Vorjahres die Ergänzungssteuer erhoben werden. Dies geschieht zum ersten Male seit der Einführung dieser Steuer.
X Eine zweifelhafte Stellung nimmt der Armd der Landwirthe in manchen Wahlkreisen ein, in denen die Antisemiten für die nächsten Reichstagswahlen Gegenkandidaten gegen die Konservativen aufstellen. Ganz besonders ist es ausgefallen, daß der Bund der Landwirthe nicht einmal eine unzweifelhafte Stellung nimmt zu der Agitation der Antisemiten gegen den Abg. v. Levetzow in seinem neumärkischen Wahlkreise. Vielmehr soll erst eine Versammlung der Vertrauensmänner des Bundes in diesem Wahlkreise darüber entscheiden, ob der Bund für Herrn von Levetzow oder für den Antisemiten eintreten wird. Die konservative ,Kreuzztg/ verlangt nun, daß auf dem bevorstehenden konservativen Parteitage in Dresden die Leitung des Bundes der Landwirthe „zu der Frage der antisemitischen Zersetzungs-Kandidaturen eine präzise Stellung" einnehme. Ob die Bundesleitung das thun wird? Wir zweifeln. Sie wird vorziehen, die konservative Parteileitung noch eine Zeit lang in beängstigender Unklarheit zu lassen.
Ausland
* Wien, 4. Jan. Der Ministerpräsident v. Gautsch hat versucht, durch abermalige Verhandlungen die Sprachenfrage in Böhmen zur allseitigen Befriedigung zu erledigen. Zunäch st hat er Abgeordnete der deutschfortschrittlichen Partei und der deutschen Volkspartei eingeladen. Zu den Verhandlungen, die am Montag start- fanben, waren aber nur bie Deutfortschrittler erschienen. Somit werben bie Verhanblungen vielleicht wieder ergebnißlos sein. Direkte Beschlüsse wurden nicht gefaßt, sollen auch nicht beabsichtigt gewesen sein.
* Audapefi, 4. Jan. Nachdem in O e st e r- r e i ch das Ausgleichsproviforium ohne Mitwirkung der Parlamente durch kaiserliche Verordnung in Kraft gesetzt worden ist, hat auch die ungarische Regierung dasselbe vorläufig in Kraft treten kaffen, ohne daß eine besondere Verordnung erlassen worden wäre. Die Regierung hat einfach die österreichische Regierung durch eine Note verständigt, daß Ungarn gleichfalls zur Aenderung des bestehenden Zustandes nichts thun werde. Es ist nämlich nicht gelungen, die Opposition im ungarischen Abgeordnetenhause zu beschwichtigen, und die Berathung konnte vor Neujahr nicht beendet werden. Die Unabhängigkeitspartei wäre schließlich zur Nachgiebigkeit bereit gewesen, wenn Banffy erklärt hätte, daß, falls der Ausgleich bis zum 1. Mai nicht zu Stande komme, Ungarn ein selbstständiges Zollgebiet bilden solle. Zu dieser Erklärung wollte sich aber
speiste täglich in Altirland der Fürst an derselben Tafel mit seinem gesammten Gesinde.
Schon während des Essens redete man über die Arbeiten des Tages, und nachdem alle gegessen, waren auch die Anordnungen für den heutigen Tag getroffen. Der Häuptling erhob sich, mit ihm alle übrigen; und jeder ging an das ihm überwiesene Tagewerk. Bald blieben Egbert und fein Sohn allein in der Kammer. Denn auch Frau Mary war gegangen, um die Vorräthe für den Tag zu verabfolgen und wieder aufzu- fpeichern, was gestern nicht verbraucht wurde. Das Leben nahm nach der kurzen Episode wieder feinen gewöhnlichen Gang.
Robert wartete am Herde stehend, daß fein Vater mit ihm spreche. Das Geheimniß seiner Liebe drückte ihn; er wollte nichts vor feinen Eltern Verborgenes haben, und da er selbst eine ihm unerklärliche Scheu empfand, davon anzu- fangen, hatte er die Komödie jenes Verrathes mit Allan ausgesonnen. Außerdem wünschte er mit der ganzen Jugend, daß sein Vater den Stamm zu den Waffen riefe. Halb ungeduldig, halb verlegen stocherte er in dem Feuer herum, so daß zuweilen mächtige Funkenballen knisternd in die Höhe fliegen.
Während dessen stand Egbert mit überschlagenen Armen in der Nische einer Fensteröffnung und starrte hinaus auf den Hof. Seine Gedanken mußten and^swo fein; denn fein Auge ruhte ausdruckslos auf der gegenüber liegenden Stall- thüre.
Endlich hob sich gewaltig feine breite Brust, feine Hand strich über fein Gesicht, und er kehrte sich lebhaft um. -(Fortsetzung folgt.)