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^utoa, Dienstag, den 4. Januar 1898

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veraiitworilich: Für die Redaktion Jof. Saum, für Inserate 3. Parzeller in Fulda.

25. Jahrgang

dafür! Und nur - zur besseren Beleuchtung der bündlerischen Einigkeit — die Bundesdoktoren Sigl und Ratzinger stimmten gegen das Gesetz.

Einen großen Fortschritt hat die Hand­werkerbewegung zu verzeichnen: das Gesetz über die „freiwilligenZw an gs Innung en", d. h. über die Zwangsinnungen, die auf Ver­langen der Mehrheit der betheiligten Handwerker eingerichtet werden müssen, und denen dann alle Berufsgenossen desselben Orts oder Bezirks angehören müssen. Außerdem werden Hand- werkerkammern eingeführt, und über das Lehrlings- und Gesellenwesen, über Meister­prüfungen u. s. w. wichtige Bestimmungen getroffen. Das Centruin hätte gern allgemein diese Zwangs­innungen eingeführt und dazu den obligatorifchen Befähigungsnachweis in das Gesetz ausgenommen, aber an der festen Erklärung der Regierung, daß dann das Gesetz für sie unannehmbar werde, scheiterten leider diese Wünsche einstweilen. Doch werden sich hoffentlich auch diese Bestrebungen auf der Grundlage des jetzt Erreichten wirksamer als bisher verfolgen lassen. Die Hauptsache ist, daß nunmehr die Handwerker sich selbst überall kräftig rühren und die Zwangsinnungen, sowie besondere Handwerkerkammern für nicht zu große Bezirke fordern.

Für die A r b e i t e r haben unsere Regierungen seitdem der Einfluß des „Königs Stumm" über­mächtig geworden ist, leider nicht mehr viel übrig, und erst jüngst wieder hat das Auftreten des Grafen Posadowski im Reichstage bewiesen, daß die Sozialreform einstweilen ruhen soll. Das Centrum wird sich aber nicht dabei beruhigen, sondern wie es dies auch in der vorigen Session allen anderen Parteien voran, mit größtem Eifer ;ethan, durch unablässige Neuerungen seiner Ar­beiterschutzforderungen dafür sorgen, daß die Sozial­reform nicht zur Ruhe kommt. Die Sozialdemokratie )at im vergangenem Jahre ebenso wenig wie nsher für die Arbeiter praktisch geleistet. Dabei Dankt sie an inneren Zwistigkeiten — die auch iei der bis heute thatsächlich unentschiedenen Fmge der Betheiligung an den vreußigen Land­tagswahlen hervortraten —, und nur der Unge- chicklichkeit der Regierung, die durch Knebelungs­versuche, (wie z. B. beim Vereinsgesetz) den „eisernen Reifen" immer wieder um sie schlägt, verdankt die Sozialdemokratie ihren Zusammen­hang und einzelne Erfolge.

(Die Rücksicht auf den Umfang dieser Artikel verbietet, noch so manches Andere auf dem Ge­riete der innerdeutschen Politik, was der Hervor­hebung werth wäre, zu berühren. Wir werden uns daher in einem Schlußartikel nur noch mit der auswärtigen Politik und mit dem Ausland beschäftigen. D. Red.)

legung und Anwendung dieses Beschüsses. Der Beschluß lautete dahin, daß die Sozialdemokratie grundsätzlich an den Landtagswahlen sich be­theiligen, daß aber das Wie der Betheiligung den Parteigenossen in den einzelnen Wahlkreisen überlassen werden soll. Und über dieses Wie entbrannte nachher der Streit. Herr Singer und Genossen verwerfen jegliche Kompromiß-Macherei mit anderen Parteien, Herr Auer und Genoffen stehen auf dem entgegengesetzten Gesichtspunkte, daß nämlich die Sozialdemokratie von Anfang an in geeigneten Fällen mit Parteien der bürger­lichen Opposition sich zusammenthun solle, um aüf diese Weise so vielen Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Jetzt spricht sich Herr Bebel in der sozialdemokratischen Wochenschrift,Neue Zeit' über das Thema aus, aber in einer Weise, daß man deutlich genug zwischen den Zeilen den Verzicht Bebel's darauf ersieht, aus dem Be­schlüsse, so wie er ist, feste Anhaltspunkte für die sozialdemokratische Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen herzuleiten. Es

beseitigt ist. Der Reichskanzler hatte vom Kaiser die Ermächtigung erhalten, dem Neujahrs-Empfange bei Hofe fernbleiben zu dürfen, und seine Glück­wünsche dem Kaiser schriftlich übermittelt; der Kaiser hatte sie persönlich im Palais des Fürsten erwidert. Die Präsidenten des Reichstages, Frhr. v. Buol und Dr. Spahn, waren zu dem Empfange im Schlöffe erschienen. Politische An­sprachen scheint der Kaiser nicht gehalten zu haben; wenigstens wird nichts darüber berichtet. Am Sonntag wurde Staatssekretär v. Bülow vom Kaiser zur Frühstückstafel gezogen, mit dem der Kaiser Nachmittags arbeitete. Heute empfing der Kaiser u. A. den ErzbischofDr. v. Stablewski, der zur Frühstückstafel gezogen wurde.

h. prompte Meachtnng der deutschen Neschwerde« scheint sich die chinesische Regierung angewöhnen zu wollen, seitdem wir Kiao-tschau besetzt haben. Wie aus Peking telegraphisch gemeldet wird, beklagten sich die deutschen Missionare in Tsao-tschou (Schantung) bei dem deutschen Gesandten Frhrn. v. Heyking darüber, daß der Befehlshaber der chinesischen Garnison eine drohende Sprache zu ihnen oder über sie geführt habe. Frhr. v. Heyking verlangte die Absetzung des Kommandanten, welche auch sofort telegraphisch verfügt wurde. Der ,Reichsbote' kann es angesichts solcher Vorkommnisse nach­gerade vor Eifersucht nicht mehr aushalten; er meint, es wäre interessant, zu erfahren, ob das wieder katholische oder evangelische Missionare seien. Das Blatt scheint heimlich zu wünschen, die Chinesen möchten noch einige evangelische Missionare todtschlagen, damit doch die deutsche Regierung auch für sie Genugthuung erzwingen könne und nicht bloß die katholischen diesen Vor­zug genießen.

X Der sozialdemokratisch «Hamburger Parteitag hat mit seinem Beschlüsse über die NelHeMguug an de« preußischen Landtags wahke» wenig Glück gehabt. Penn bald nach­her hat sich, wie bekannt, in der sozialdemo­kratischen Presse zwischen Herrn Singer und Genossen auf der einen und den Herren Bebel und Auer auf der andern Seite eine scharfe Meinungsverschiedenheit entwickelt über die Aus-

Mary, des Häuptlings Frau, und sah nach den -Vtagben, von denen einige bereits beschäftigt waren, die durch das gestrige Fest veranlaßte Un- ordnung wieder abzustellen, während'andere Wasser schleppten oder Holz zur mächtigen Herdflamme

- , eine Bitte; wenn - mir einen solchen Stab geben wolltet, wie Ihr gestern einen getragen, der schien mir wohl zu taugen. Und wahrlich, ich kann Euch die Schwäche nicht verhehlen, ich habe Euch im Stillen darum beneidet."

Ingolstadt nicht. Wie lange wird es noch dauern, bis die verführten altbayrischen Bauern einsehen, daß ihnen die ganze Bündlerei gar nichts ein- bringt, daß die Führer nur ihren eigenen Ehr­geiz befriedigen wollen, daß sie nur dem Centrum, wie jetzt wieder in der Bodenzinsfrage, jede Besferung verdanken? Uebrigens ist die „Einig­keit" der Bündler auch schon wieder rissig ge­worden, denn Memminger gründet sich seinen eigenen „Bürgerbund" und Kleitner hält seinen besonderen oberbayrischen „Bauern- und Bürger- Bund" auch aufrecht und geht arg mit dem Bundesobersten Wieland ins Gericht, weil er sagte, die Bauern würden „lieber preußisch werden, als bayrisch verderben". Derselbe Wieland nannte diejenigen, welche sich mit dem Bodenzinsgesetze begnügen, „Schafe", dieses selbst eine „Lappalie" und stimmte dann doch selbst mit seinen Getreuen

Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Das Jahr 1897. nr.

„Euer Sohn . . . Und Ihr riefet mich nicht?" „Wie möcht' ich die Ruhe des Gastes stören. Wer weiß, wann Ihr zum nächsten Male wieder sicher ruhet."

„Nun!"

„Drogheda ist in der That mit stürmender Hand genommen worden. Im Dome watete man bis über die Knöchel im Blute, das zum Portale hinaus über die Treppe auf die Straße rann."

„Und mittlerweile haben sich die wilden Horden über das Land ergossen, die Armen verlangen nach einem Freunde, einem Tröster, und ich stehe immer noch da. Lebt wohl, Freunde! Her einen Stab! Meine priesterlichen Kleider liegen, in einem Bündel eingeschnürt, in meinem Gemache. Ich gehe zunächst nach Kilkenny, wo ich bleiben soll, bis mir ein neuer Auftrag wird. Wenn ich in meinem Zufluchtsorte angelangt bin, schicke ich Euch Jemanden, dem Ihr mein Bündel geben möget; er wird es zu mir bringen. Eurem Sohne meinen Segen, Euch auch! Lebt wohl!"

Der Priester wollte hinaus, aber der Häupt­ling hielt feine Hand fest.

.»Das geht so nicht, Hochwürden!" sagte er ruhig. „Wir werden erst einen Imbiß nehmen."

„Einen Imbiß, Freund! Du erzählst mir, daß das Blut aus dem Portale des Domes von Drogheda floß und sprichst mir dann von einem Imbiß."

„Wenn Ihr auch hungrig fortgeht, Hoch­würden, das Blut ist doch geflossen. Aber ohne einen kräftigen Imbiß werdet Ihr sehr bald müde werden."

„Dank, Freund, für die Mahnung; diesmal habt Ihr Recht, und meinen Drang muß ich be=

Deutsche* Keich.

Berlin, 3. Januar.

* Der Kaiser soll, wie ein Berichterstatter meldet, beabsichtigen, die Eröffnung des Preußischen Landtages persönlich zu vollziehen.

h Der Neujahrs - Krnpfang vei Kose verlief in der hergebrachten Weise. Die Kaistrin fehlte, da ihr Halsleiden noch immer nicht ganz

Mary eilte in's Haus und kam im Augen­blicke mit vier oder fünf eisenbeschlagenen Stäben wieder.

„Hier, Hochwürden, wählt, welcher Euch am besten zusagt."

, ''Gebt mir nur den, der Euch am entbehr­lichsten ist."

„Ich gäbe sie Euch alle," sagte der Häupt­ling düster, „wenn nicht mehr als Einer Euch zur Last wäre. So wählt den, der Euch am besten gefällt. Er stützt Euch bei einem Gange in eine böse Zukunft."

»Was ist's? Hat sich ein neues Unheil be­geben?"

„Ihr wäret bereits zur Ruhe, als mein Sohn von einer Reise zurückkam und ein Weib aus Drogheda mitbrachte."

Hofe führende Hausthür und ein Mann in der Tracht eines irischen Landbewohners trat heraus.

»Wer seid Ihr, guter Freund?" fragte der Häuptling erstaunt zu jenem unbekannten Gaste hlntretend. „Bei St. Patrick! Hochwürden!" rief er noch um Vieles erstaunter, als er genauer zusehend den Priester erkannte. „Seid Ihr es, oder seid Ihr es nicht?"

„Ich bin es, Freund," antwortete dieser, ihm mit trübem Lächeln die Hand reichend. „Ihr seht mich zum Aufbruche gerüstet. Ich brauche nur *""1' einen Stab; denn mein Wandern wird viel-

Lrscheiut täglich, m. Ausnahme der Soun- und Feier­tage. Viertcljährl.

Bezugspreis ohueBringerlvhn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

...Noch war es am andern Tage kaum Zwie­licht, als der Häuptling bereits aus seinem Ge­mache heraustrat, um nach der Wirtschaft zu sehen. In den Ställen waren die Dienstleute ge­schäftig, denn man that eben das Letzte der Ernte । mim

_ ®ie Seute, welche seither ihre Arbeit still ver­richtet hatten, fingen beim Erscheinen Egberts und unb zu fingen. Denn es gibt kein Volk aus Erden, das mehr zur Freude gestimmt wäre, als das irische. Der Häuptling bedeutete sie ruhig zu bleiben wegen des Prie- sterS, damit derselbe nicht gestört werde; aber da rief eine Stimme in den Hof:

»Lastet die Leute fröhlich sein, Laird! Es kommen bittere Tage, in welchen man eines Kel­teren Gemüthes bedarf." 4

„Ihr seid schon munter, Hochwürden?" fragte der Häuptling. „Die Sonne will eben erst auf­gehen!" 1 1

Im nächsten Augenblicke öffnete sich die zum

Marine- und Militär-Ausgaben, eine Befürchtung, die besonders angesichts des neuerlichen Rück­gangs in der bis dahin günstigen Entwickelung der Reichseinnahmen sehr nahe gerückt if.

Ans wirthschaftlichem Gebiete ist insbesondere des neuen Margarinegesetzes zu gedenken, welches das Publikum vor Betrügereien und die Butterproduzenten vor dem unlauteren Wettbe­werb des Oeltalgs schützen soll. Das Gesetz ist hauptsächlich dem Vorgehen des Centrums zu verdanken, das außerdem besonders durch den Antrag, die Landwirthschaft von der Last des „Wapperlgesetzes", der Jnvaliditäts- und Altersversicherung, zu befreien, und durch sein wiederholtes energisches Eintreten für ver-

Bei( aller Abneigung gegen jede neue Steuer­belastung des deutschen Volkes braucht sich das Centrum doch nicht nachsagen zu lassen, daß es aus engherziger Knauserei dem Reiche die nöthigen militärischen Machtmittel versage. Denn unter seiner entscheidenden Mitwirkung ist trotz Ab­lehnung der neuen Kreuzer u. s. w. der Marine- Etat auch im laufenden' Etalsjahre wieder ganz bedeutend gesteigert worden, und außerdem wurden 43 Millionen für neue)'Feldgeschütze an­standslos bewilligt. Weitere [geroaltige Militär­forderungen find mit Sicherheit zu erwarten, und । •vnunyvi«» cur*.yijtye» vsinireien rur ver- das muß bei Forderungen für die Flotte doch stärkten Grenzschutz bezw. Grenzsperre gegen leben Volksvertreter ganz besonders vorsichtig Vie Hs euch en eins chleppung seine Fürsorge und zurückhaltend machen, zumal auch die groß- für den Bauernstand betätigt hat. Wenn sich artige Ausdehnung, die man den Manövern trotzdem extrem agrarische Sonderbestrebunqen neuerdings gibt, zur Steigerung der Militärlast auch in katholischen Gegenden, und zwar am sehr viel beiträgt. Die letzten „Kaisermanöver" stärksten in Bayern zeigten, so lag dies wahrlich an denen nicht weniger als vier Armeekorps — nicht am Centrum, sondern auf der durch die die Bayern gegen Preußen und Hessen - be- Nothlage geschaffenen Unzufriedenheit, und be- theiligt waren, haben besonders in Bayern zu sonders in Süddeutschland auf der viel besprochenen sehr starken Bedenken herausgefordert, die in der „Reichsverdrossenheit", sowie auf dem per- bayerischen Kammer bei der Besprechung der sönlichen Ehrgeiz und der Verbissenheit einzelner Manovennterpellation des Centrums zu unge- Führer oder Verführer.

schminktem Ausdruck kamen, nicht ohne daß da- Namentlich in Bayern gaben sich die ver- bei auf den preußisch-deutschen Militarismus und schieden en „Bauernbünde" alle Mühe die gewisse absolutistische und unitarische Bestrebungen politische Einsicht des Bauernstandes in Mißkredit überhaupt ein grelles Schlaglicht fiel. Dasselbe zu bringen — was ihnen aber beim Centrum gut natürlich auch' voniden 'Reichstagsverhand- niemals gelingen wird. Was sie, d. h. die Führer langen. Was speziell die Klagen über den Duell- bei der letzten Gesammtheerschau in München zu­ll n fug im Heere angeht, so schien es vor einem sarnmengeführt und zu einer „Einigung" vermocht Jahre, als ob man sich an den entscheidenden hat, ist einzig und allein der Haß gegen Geist- Miellen zu gründlicher Abstellung derselben ent- lichkeit und Centrum.

schlossen hätte. Am Neujahrstage erschien eine Die Liberalen, deren Mißwollen gegen die kaiserliche Verordnung — die dann durch den bäuerlichen Forderungen offenkundig ist werden ^nnzregenten auch auf Bayern ausgedehnt wurde, trotzdem geschont, die bauernfeindttchen Sozial- der ÄenS auf den Austra/^ demokraten sogar als intime Freunde und Bundes-

^yrenrathe auf den Austrag von Ehren- genossen behandelt und mit beiden einiaten sick

•ja^eln in friedlichem Sinne war. Jndeß konnte die Wieland, Sigl, Ratzinger u s w sogar zum

nicht qrunbS solange Sturze des „klerikalen" Kammerpräsi-

mcyl grundsätzlich bem Duell seine bevorzugte dl ums und mr (Finfefcun ■> ,in->ä

©teHung im Strafgesetzbuch genommen wird und Kammerregiments, — nu/einzig gegen das Cen- trum' stets die Interessen des Bauernstandes vrecyer alsbald ganz oder theilweste zu begnadigen, vertrat, richtet sich diese Wuth dieser a naeb- S? w an eine gründ- lichen Vorkämpfer des Bauernstandes in seine

liche Ausrottung deZ Duellwesens nicht zu denken. Wahlkreise sucht man einzubrechen ' In Re.en frfJtt -Sen TM-it dieses so viel ge- und Landau a^ I. ist das a?ch gelungen schmähten Reichstages heben wir nur kurz noch 1 »—.jungen, m das Folgende hervor. Dem Bürgerlichen Gesetz­buch folgte das neue Handelsgesetzbuch und jetzt wird der Reichstag — kleinere juristische Vorlagen übergehen wir — die Civilprozeß- or dn ung einer Umarbeitung unterziehen müssen. Die Justiznovelle kam noch nicht zu Stande, dafür soll jetzt wenigstens die Entschädigung der miWiederaufnahmeverfahren freigefprochenen Personen ermöglicht werden. Dem Reichssäckel wurde aufgeholfen durch die Umwandlung der 4prozentigen in 3'/,prozentige Anleihen, eine Maßnahme, die auch die Einzelstaaten durch­führten. Dabei wurde die Schuldentilgung durch eine Neuauflage des lex Lieber - aller­dings unter einer Aenderung zu Gunsten der Einzelstaaten - fortgeführt. Hoffentlich wird sie ucht ganz hinfällig durch die Steigerung der

zähmen, um ihm desto bester folgen zu können. Also bringt schnell etwas her! Den Rest nehme ich mit mir auf den Marsch!"

Mary verschwand abermals, um in die große Halle zu gehen, in deren Mitte der mächtige Herd stand. Unter der Thüre begegnete sie Robert, der eben hinauswollte. Auch er war vollständig ge­rüstet und trug, was er sonst im Hause kaum zu thun pflegte, ein kurzes keltisches Schwert an der Seite. Als er feiner Mutter begegnete, ergriff er deren Hand und beugte sich nieder, um die- elbe zu küssen. Diese betrachtete einen Augen- >lick mit mütterlichem Stolze die edle, männliche Gestalt ihres Sohnes, der immer noch in ge­beugter Haltung vor ihr stand, dann bezeichnet sie feine Stirne mit dem Zeichen des Kreuzes und sprach: „Geh' mit Gott, mein Sohn!"

»Das hoffe ich," antwortete dieser rasch empor« schnellend und trat dann hastig zu seinem Vater und dem Priester, den er für einen Bauer halten mußte.

Seine Mutter blickte ihm, von dieser Antwort überrascht, nach und ging dann zum Herde, auf welchem bereits ein mächtiges Feuer unter einem Kessel flammte. Eine Magd rührte um, und ein überaus kräftiger Duft stieg auf. Es war eine dicke Suppe, worin eine Menge klein geschnittener Fleischbrocken, offenbar die Ueberbleibsel des gest­rigen Festmahles, herumschwammen.

»Unsere j&ngen Leute haben gestern von Drogheda gehört," sagte er, nachdem er rasch einen Händedruck mit seinem Vater gewechselt; „und wollen nicht länger daheim bleiben."

„Später davon. Hier unser Gast..." Aber Robert warf dem'asten Bauer kaum

* 1« letzte Häuptling non «iUarnrQ.

Tine historische Erzählung »»n Philipp Wasferburg (Laieus).

17 ------ (Nachdruck verboten.)

6. Altirland.

mit Nnterhattungs-Meitage „Mnstrirte Sonntags-Zeitung“

pciersgaffe Hr. (Harmonie).