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«frfäeim täglich, «. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl. Ke,ug, preis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts 1M.S0 Ps.

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Inserat», DA einspaltige Petit» zeile oder deren Raum15Pfg.,Re« {tarnen die Petit« zeile 25 Pfg.; bet Wiederholungen wirdentsprechendp Rabatt gewähr»

tü» Inserat« 2. Parzelle, t» LAlta. mit NnterhMungs-Meilag» ^Alkuffrirte Sonntags-Zeitung" w

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Jul^öa, Samstag, den 28. Dezember 1901.

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28. Jahrgang.

ßrJiUuajtn aif das t. Tmrtal 1902 der ,F«ldaer Zeitung^werde« fort­während vo« alle» Postaustalte«, La«d> briefträger« nud vo« ««ferer Expedition (Harmonie) eutgegeugenommeu. Die­jenige«, welche die Zeitung schon jetzt be­stelle«, erhalte« dieselbe bis Ende De- zember kostenfrei.

Wochen-Wunöfchclu.

(Nachdruck »erboten.)

X Fulda, 24. Dezember.

Kürzlich ist in der Siegesallee in Berlin das letzte Denkmal enthüllt worden. An demselben Tage wurde das neue Pergamon-Museum eröffnet, und an dem Abend desselben Tages versammelte der Kaiser im Berliner Schlosse die Künstler um sich zum Mahle, die daran betheiligt waren. Diese Gelegenheit be­nützte der Kaiser zu einer Rede über die Kunst im Allgemeinen, die einen mächtigen Widerhall her­vorgerufen hat. In der Siegesallee sind bekanntlich in dem verhältnißmäßig kurzen Zeiträume von sechs Jahren Denkmäler aller Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg und aller Könige von Preußen auf­gestellt worden in Marmornischen, die auch Bildnisse berühmter und verdienter Zeitgenossen der verschie­denen Herrscher enthalten. Das Ganze ist unbestritten «ine herrliche Schöpfung. Ueber Einzelheiten derselben läßt sich streiten. Aber das hat nichts zu thun mit der allgemeinen Bedeutung der Rede des Kaisers, die in markigen Sätzen die Verirrungen geißelt, in die die moderne Kunst zu einem großen Theile sich ver­loren hat: die Mißkunst, die sich in den Rinnstein verirrt! Die treffenden Worte des Kaisers werden hoffentlich ihre Wirkung nicht verfehlen und dazu helfen, daß das wieder allgemein als schön anerkannt wurde, das als schön gilt seit Jahrtausenden nach be­stimmten, unveränderlichen Gesetzen.

Die Ehe des großherzoglichen Paares von Hessen ist nunmehr durch einen Spruch des Oberlandesgerichtes in Darmstadt am 21. Dezember getrennt worden. Der Großherzog hat nicht seiner landesherrlichen Befugniß sich bedient, um die Ehe selbst zu trennen, sondern legte Werth darauf, dem Urtheil des obersten Gerichtshofes seines Landes sich zu unterwerfen.

Kürzlich ist nun wirklich als Antrag Preußens dem Bundesrathe eine Novelle zum Börsen­gesetze im Entwürfe zugegangen: der „lange Möller" hat als» einstweilen gesiegt. Was der Entwurf ent­hält, weiß man noch nicht. Ein Offiziöser orakelte in diesen Tagen, man möge „nicht zu viel davon er­warten; viel werde schon erreicht sein, wenn das -Gesetz in erster Linie die durch den Differenzeinwand hervorgerufene schreiende Rechtsunsicherheit beseitigt". Die allermeisten Menschen haben von einer solchen „schreienden Rechtsunsicherheit" gar nicht- bemerkt. Nur die Herren Berufsspekulanten fühlen sich unan­genehm berührt durch die Schranken, die das Börsen­

gesetz ihnen zieht, und das ist ja gerade die Absicht. Der Reichstag wird sich auf keinen Fall mit der Er­ledigung dieses außerordentlich unzeitgemäßen Ent­wurfes beeilen, wenn er im Laufe dieser Tagung noch eingebracht werden sollte. Der Reichstag hat wahr­haftig genug zu thun mit dem Zolltarif und mit der heikeln Lage der Reichsfinauzen!

In der Streitfrage der Agrarzölle hat der Landwirthschaftliche Verein für Rheinpreußen eine be- merkcnswerthe Entschließung angenommen. Es wird darin gesagt: Wenn der ständige Ausschuß des Deut­schen LandwirthschaftSrathes geglaubt hat, unter ge­wissen Voraussetzungen mit den Zöllen für Roggen und Weizen unter den Minimalsatz von 7,50 Mark, keinesfalls unter 6 Mk., heruntergehen zu können, so kann der Centralvorstand (deS landw. Vereins) die Berechtigung dieses Vorgehens nur für den Fall deS sicheren Eintreffens obiger Voraussetzungen und unter der Bedingung anerkennen, daß durch Ausdehnung des Doppeltarifs auf alle landwirthschaftlichen Zölle und speziell durch ausreichende Vieh-, Pferde- und Fleischzölle, Zölle auf Milch, Gerbstoffe, Gartenpro­dukte und Obst, sowie Wein, ein gewisser Ausgleich geschaffen wird." Der genannte Verein gehört der allergemäßigtesten unter allen landwirthschaftlichen Richtungen in Deutschland an.

Ein gräßliches Eisenbahnunglück hat sich bei Paderborn ereignet: zwischen Paderborn und Altenbeken mußte der v-Zug von Köln nach Berlin auf offener Strecke eine Viertelstunde liegen bleiben, weil er ein herrenlos sich umhertreibendes Pferd über­fahren hatte und der Kadaver sich nicht sofort be­seitigen ließ. Durch falsche Stellung von Block­signalen und durch eine Nachlässigkeit des Zugführers des v-Zuges ist es gekommen, daß der nachkommende Persynenzug auf den v-Zug mit voller Kraft auffuhr und so der hinterste Wagen des letzteren vollständig zertrümmert wurde. Zwölf Reisende wurden ge- tödtet, theilweise vollkommen zerstückelt, neun Reisende schwer verletzt, und mehr als ein Anzeichen deutet darauf hin, daß durchaus nicht alles in Ordnung war. Namentlich die Hilfeleistung war geradezu er­bärmlich, sodaß der Unfall ohne Zweifel zu nachdrück­lichen Auseinandersetzungen im Parlamente führen wird.

In Stuttgart tagte eine Tarif-Konferenz von Vertretern süddeutscher Eisenbahnen. Die Herren sind indessen einmüthig zu der Anschauung gelangt, daß men in d-r gegenwärtigen schlechten Finanzzeit unmöglich Herabsetzungen der Fahrpreise vornehmen könne. Der Württernbergische Landtag wird am 15. Januar zu einer kurzen Tagung zusammen­treten, um die allerdringlichsten Angelegenheiten z« erledigen.

Mehrere interessante Vorgänge find auf dem katholischen Gebiete zu verzeichnen. Zunächst ist zu berichten, daß die Diözese Regensburg dem­nächst einen Weihbischof erhalten, und daß Frhr. von Ow erster Aeihbischof in Regensburg werden wird. Dann ist nicht minder erfreulich die Meldung, daß die Straßburger Universität demnächst einen katholischen Professor der Philosophie erhalten wird in dem rühmlichst bekannten Prof. Dr. Eugen Müller vom Straßburger Priesterseminar. Bei den deutschen Katholiken ist Prof. Müller namentlich allgemein bekannt geworden durch feine glänzenden Reden bei den Katholikenversammlungen. Wie mächtig stark der Besuch der Ulmer Katholikentages gewesen ist, hat man erst nachträglich erfahren aus der Zahl der verkauften Eifenbahnkarten: JnSge- sammt ist die Zahl der versammelten Männer auf 34000 zu schätzen!

BeherzigeuSwerthe Ermahnungen hat von neuem der hl. Vater an die gefammte katholische Welt ge­richtet, nämlich bei einer Ansprache beim Weihnachts- empfauge bei Kollegium- der Kardinäle. Der Papst hat wiedemm hingewiesen auf die schwere Sage, in der die Kirche sich befindet, auf die Bedrückungen und Verfolgungen religiöser Orden und aus die Gefahr de-SoziallSmuS. Zur wirksamen Bekämpfung dieses Letzteren ermahnt der hl. Vater alle Katholiken, den Lehren der Kirche gemäß hilfteich zu fein gegenüber den ärmeren Volksschichten.

Die Frage der katholischen Universität in O esterreich ist nm einen guten Schritt ihrer Lösung näher gerückt: der Oesterreichische Episkopat hat einen gemeinsamen Hirtenbrief erlasse», in dem alle österreichischen Katholiken zu Spenden aufgefordert werden für die Errichtung ein katholischen Universität in Salzburg. Eine Million Kronen ist bereits bei­sammen. Die noch fehlenden Summen werden in absehbarer Zeit ebenfalls aufgebracht werden!

Auch in der französischen Abgeordneten­kammer ist während der letzten Zeit vielfach von der Kirche die Rede gewesen bei der Berathnng des KultuS-BndgetS. Die Budgetkommisfion wollte diesen ganzen Poste» streichen, hat aber bei der Re­gierung nnd bei der Kammermehrheit keine Gegen­liebe gefunden; deswegen wird dieses Budget ebenso genehmigt werden wie der von der Kommission eben­falls gestrichene Gesandtenposten beim Vatikan.

Recht hübsch klingt die Melodie, die einige Herren in besagter französischer Kammer angestimmt haben: gemeinsame Kolonialpolitik Frankreichs und Deutschlands. Sogar der streitbare Paul Cassagnac hat in diese Melodie mit eingestimmt, hat deS Schlachtschwert eingesteckt, daS er sonst be­harrlich gegen Deutschland schwang; aber der Deutsche mit seinem kühlen Blute läßt sich dadurch nicht aus der Fassung bringen. Wo eS paßt, wie in Ostafien, find wir mit den Franzosen ja schon zusammen vor­gegangen; und im übrigen sehen wir uni Alles von einem Falle zum anderen recht genau an. Schließlich ginge der Dreibund in die Brüche über einem Kolonialbunde mit Frankreich, und das würde die Franzosen dann erst recht freuen. In seinem Liebes­werben um Italien ist Frankreich jetzt ganz uner­müdlich: eS überläßt den Italienern das Protektorat über Tripolis — nur schade, daß da einstweilen noch der Sultan noch ein Wort mitzusprechen hat.

Man hat den Schuft jetzt ertappt, der geflissent­lich falsche Nachrichten verbreitete über bie Königin bet Niederlande und ihren Gatten: $6 ist ein politischer Gauner, derselbe, der dem Transvaal­gesandten Dr. Leydr einmal auf dem Nordbahnhofe in Brüssel den Aktenkoffer entwendete und sich schon mehrfach al» Spion in englischem Solde verdächtig gemacht hat. Der Man» war früher Schreiber in der Transvaalgesandtschaft zu Brüssel.

Die Rede des englischen Lords Rosebery hat großes Aufsehen erregt, sehr große» Aufsehen — aber auch dauerndes Aussehen? Das muß man abwarten. Auch als Staatsmann im Amte hat Rosebery wohl viel Geist, aber wenig Ausdauer bewiesen. Nun könnte es fein, daß er auch al» Maulwurf gegen Sali»bury und Chamberlain nicht al» sonderlich ausdauernd sich erweist. In Süd­afrika wogt das Zünglein an der Wage des Kriegsglückes in altem Unbestande hi» und her. Eine Woche vorher konnten die Engländer den Burenführer Kruitzinger gefangen nehmen im Kap- lande. Jetzt haben sie wieder in Transvaal durch öen ewig beweglichen Burengeneral Dewet eine

kräftige Schlappe erlitten; und ebenso machen di« Buren ihren Feinden das Leben im Oranje-Frei- ftaate sauer. Die Berichte Kitchener's sind zwar sehr diplomatisch abgefaßt, müssen aber doch eben zugebe», daß die Engländer weder hier, noch dort siegreich waren.

Herr Theodor Roosevelt, der neue Präsident der Bereinigten Staaten von Amerika, scheint ein gewaltiger Boxer zu sein. Als er zu­sammen mit dem britischen Botschafter durch die Massa chuset» Avenue in Washington ging, griff em Mann ihn an und schlug ihn gegen die Brust. Herr Roosevelt erwiderte aber sofort den Hieb und schlug seinen Angreifer zu Bode» — ei» schlag­fertiges Staatsoberhaupt! Schlagferttger als vor einer Woche stehen auf einmal in Südamerika die Republiken Chile und Argentinien einander gegenüber. Ultima Esperanza — Letzte Hoffnung — nennt man da» südwärt» gelegene Landgebiet, um da» beide Staaten sich streiten, und leider find schon auf beide» Seiten die Waffen- und Geschoßfabrikm in reger Thätigkeit. Wenn es zum Kriege käme, würden die Aankee» die Rolle des erkannte» Dritte« spiele», der sich freut, wen» Andere sich streite»; denn Nordamerika hofft sehnsüchtig auf Gelegenheiten, um sich in südamerikanische Dinge einzumischen und seine» Einfluß in Südamerika dadurch zu ver­stärken.

Herrn Alexander von Serbien geht c» nicht gut. Da der Zar de» Empfang des jungen König» nebst seiner minder jungen Gattin Drage abgelehnt hatte, wollte nun Herr Alexander allein nach Petersburg reisen. Aber er scheint seiner Draga auch nicht mehr recht zu trauen, daß diese inzwischen allerhand Verschwörungen anzetteln könnte; und so bleibt nun auch Alexander der Kleine daheim — ein richtiger Held vo» der trau­rigen Gestalt!

GottesdienSordnung itt Fulda.

Sonntag, 80. Dezember. Dam. 7,6, 6 und 7 Uhr heilige Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, >/>10 Uhr Ratijebralamt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr heilige Messe, 1'/» Uhr Andacht und Christen- lehre, 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr An­dacht in der Marienkapelle. — Ktadtpsarrkirche. 6*/« Uhr heilige Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr heilige Messen, 8 Uhr heilige Messe und Predigt, 91/* Uhr Amt und Predigt, 11 und l*/i Uhr Christen­lehre, 8 Uhr Michaels - Bruderschaft. — Pfarrkirche zum heiligen «eiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — Michael-Kirche. S Uhr Predigt und JesuS - Maria - Joseph - Bruderschaft. — Frauenbirg. Heil'ge Messen um 6 und 7»7 Uhr, um 8 Uhr Bruderschaftsmesse, um 9 Uhr Hochamt. Nachmittags 2 Uhr feierliche BeSper mit sakramentalem Segen.

Kvaugekischer Sottesdieust. Bonn. 9'/, Uhr: Herr Surcrintendent Ruhl, Abend- 6 Uhr: Herr Pfarrer Hattendorfs.

ReUame»- ««- A«zeigs«1heU.

Heiserkeit, »aUttX, -al-.. Stuft.

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———gebrauche man mit vollem Vertraue» bett seit 35 Jahren unüdertraffeu und einzig dcwShrtm, dabei höchst, köstlichen und billigen

Nhkluischrv SrMr«-SrllK-Honig, echt unter Garantie allein bei Hege Ith Nichf. Carl Paulj.

BSrse«-E»«rje Otto Coebel, SmlKßWst k filh (ggraols Joseph Schmitt) WMßrchSS.

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1.1. 8. Sm.

9. Sm. .

10. «au. . Ssg&MM

Wladikawkas a. 97 gar.

3 Portugies.E.-B.(Baira- Baixa) ....

86.50

96.50

86.50 8026

80.25

100.—

101— 98—

xvp.-Lktienb?. vni—xii. „ unk. 1900 „ ent 1906 „XULiuXIV.

Buderus Eisenwerke Eschweiler Bergb. . . . Gelsenkirchener Bergb. . Harpener Bergb. . . . Hibernia Bergwerk . . Lanrahütte......

Krrrinslichr Koost.

4 Bad.Präm.lOOTHlr, 4 Gayer. „ 100 Thlr.

S Donau-Regu!.100fl.

37» Soth.Präm,100Thlr.

1. em.....

3 Holland. Korn. 100 fl.

37. Köln-Rind.lOOTHlr. 37a Lübecker 60 Thlr. .

3 Madrider 100 FS..

4 Mein.Präm.lOOTHlr. 37. Dettetr.a.1864 250P.

4 Oesterr. V.1860 500 fl. 3 Oldenburger 40 Thlr. 27a Raab-Grazer 160 fl.

10020

92.50