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mit Mnterhaktuags-Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung
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Juc-a, Samstag, den 28. Dezember 1901.
J& 297.
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dem Grunde seiner Sprödigkeit tu fragen.
h Aber im Allgemeine« liefert die Krimtoal- «atistik fit 1906 kein ganz trauriges Bild: die SesammtzaA der Verurtheilten h«t »icht »»et- heblich i« Vergleiche »nm Vorjahr, abgenommen. Diese Zahl betrug 47813* im Jahre 1899 unb 477807 im Jahre 1898; i« »nicht verfloflene» Jahre machte sie nur 469911 aus. Das *<» deutet allo ei«e Abnahme uw 1*/* Prozent vom Jahre 1899 zum letzten Jahre. Interessant ist der Vergleich der Zunahme der Bevölkerung mit der Zunahme der Bestrafungen während der jüngsten 8 Jahre: die Zahl der Berurtheilunge» hat seit 1894 um 5,1 v. H., die AevölkeruNgs- Mer dagegen um 9,1 v. H. zugenommen.
Bon den Einrelheiten der Krimtoalfiatistik ist nicht viel zu sagen. Bedeutungsvoll köuute
höchstens der Umstand sein, daß die Verbreche» \, gegen die Person zum ersten Mal feit langen l Jahren eine Abnahme erfahren haben. Rament- i Uch ist die Zahl der. Personen gesunken, die i wegen Beleidigung vemrtheiU wurden; aber auch ' sie schweren Körperverletzungen lasten, zum ersten Mal teil langer Zeit, eine Verminderung erkenne«.
Mitunter konnte man in früheren Jahren die Meinnng vernehmen, die Zunahme der Der. urthetlungen «üste im Zusammenhänge stehen mit Mängel» unserer Rechtspflege und Fehlern in der Behandlung unserer Strafgefangenen. Thatsächlich machen die Rückfälligen einen sehr starken Bruchtheil aller Verurtheilten aus. Im Allgemeine» hat diese Anschauung sehr an An- hängern verloren, und zwar mit Recht. Rament- lich mit dem Hauptübel unserer Zeit, mit der Zunahme der jugendlichen Verurtheilten, hat diese Rechtspflege und die Behandlung der Strafgefangenen nicht da* Mindeste zu thun. Dre,eS Hauptübel liegt auf einem ganz andern Gebiete. ES hat bei um sehr gefehlt an der geeignete» Urdrrwachung und Erziehung unserer Jugend, und eS fehlt »och daran in ein^r ntcht unerheblichen Theile unsere« Deutschen Re cheS. | Elsaß-Lothringe« ist zuerst mit gutem Beispiel vorangegangen und hat eine Fürsorge Erziehung vor allen deutschen Staate« eingesührt. Die erfreulichen Erfolge find nicht auSgckliebe«: Die Vernrtheilungen jugendlicher Personen haben tv Elsaß-Lothringrn während der letzte« Jahre । abgeuommen, allein dort unter allen deutschen i Bundesstaate», ganz augenscheinlich in Folge i der guten Einwirkung dieser gesetzlich organr- , strte» Fürsorge-Ecziehung. So steht zu hoste« i daß da« neue Fürsorge-Erziehungs-Gesetz in Preußen dieselbe« erfteuliche« Ergebniffe zeitigen, und daß man »icht zögern wird, in ganz Deutfchland in gleicher Weise gegen die Brr- «atzrlssu«, der Jugend eine« erfolgreiche« Kampf auftunehme«.
zusehen. —
Das Scheide« de« Rsths Grhardt wurde übrigens in wette» Kreise« der Bürgerschaft lebhaft bedauert. Denn Erhardt, der nicht« weniger als ein Hypochonder war, sondern die Geselligkeit über alle« liebte, war in der besten Gesellschaft ei» gern gesehener Gast.
Gar oft mußte er sein gesellschaftliches Genie in de» Dienst der Fröhlichkeit stellen, de« mrftre de plaieir oder den Zeremonienmeister bei größere» Festlichketten machen.
ll«d er verwaltete dieses Amt mit so viel. -------—- - ----- .... , RA .
Chic und feinem Takt, daß unter seinem Regime Feier angesetzten Tage, da entschloß sich der keine Rangstreitigkeiten und sonstig« Disharmonien Rath endlich, Erwin selbst aufzusuchen und nach aufkommen konnten. Ec wußte in glücklichster \ dem Grunde feiner Sprödigkeit zu fragen.
richten, die einer gesunde« Schutzzollpolitik hinderlich, dagege« den Freihändlern förderlich waren; und umgekehrt wnrden Thatsachen unterdrückt, die einen entgrgrugesetzten Einfluß auf die öffentliche Meinung ausüden mußten. Man wird schwerlich fthlgehen mtt der Annahme, das hier der Einfluß des Bandau eS stch geltend machte; infolge des offiziösen Charakters deS BureauS wurde aber in der breiten Oeffentlichkett a»«e«ommen, eS sei hierin di« Wirkung de« Einflüsse« der Regierung zn erblicken — ohne Zweifel ein sehr unangenehmer und recht gefährlicher Jrrthum. ES würde um unsere Berichterstattung sicherlich bester bestellt feto, wenn nicht ein einziger Bureau so voll- kommen über «in Nachrichtenmonopol verfügte, sonder« zwei oder drei BureauS gleichberechtigt
I neben einander bestände», «enderung in dem herrschenden Zustande zu schaffen, würde jeden-
griffen.
Und so zögerte und zögerte et mit der Antwort, bis es schließlich de» Herren vom Komttee auffiel und auch der Rath selbst davon
Kenntniß erhielt.
Es waren noch drei Tage vor dem für die
Wewtwwtli»: S»* XrtetH«* »«««.
Bf 3n|«f«te te S^U.
Ja der gestrigen Nummer der ,Fuld. Ztg.' befindet sich ein kleiner Artikel Über die deutsche Küminalstatistik. Es ist ein trübes Feld, da« i von dieser Statistik bearbeitet wird; dennoch nicht ganz so traurig, wie mancher wohl an« nehme« mag. Nur und lediglich nur Verschlimmerungen find auf diesem Gebiete nicht zu finden. Namentlich während der allerletzten Jahre war. eine ganz gelinde Brsterung in manchem Sinne zu verzeichnen ; aber freilich eine böse und unsagbar traurige Erscheinung ist be- stehe« geblieben: die fortwährende Zunahme der Bestrafungen jugendlicher Personen wegen begangener Vergehen und Verbrechen. Die Zahl der bestraften jugendlichen Personen nahm wohl ein wenig ab von 1898 zu 1899. Aber im all- gemeinen ist diese Zahl feit einem Jahrzehnt und länger ohne Unterlaß in die Höhe gegangen; und die Zahl der bestrasten jugendlichen Personen im Alter von 12 biS 18 Jahre« hat im Jahre 1900 eine Höhe erreicht, die auch dieienigs von 1898 nicht unerheblich Übertrifft. Die Zahl der bestraften jugendlichen Personen betrug im Jahre 1898 im Deutschen Reiche 47 975, im Jahre danach 47476, während deS Jahres 1900 dagegen wieder 48 629. Sanz besonders hervor- zuheden ist die Zunahme der Bestrafungen wegen Diebstahls unter den jugendlichen Verbrechern, nämlich von 22645 i. I. 1899 auf 23577 im Jahre 1900. Solche ziffermäßige Aufstellungen allein geben ja nicht immer ein vollkommen klares Bild der herrschende» Verhältniffe; den» in verschiedenen Zettabschnitte» neigt mitunter die Rechtsprechung einer strengeren oder mildere« Auffaff««g bestimmter Vergehe« zu. „Aber bei der Bestrafung der Jugendlichen und ihrer Ver- fehlunsen trifft da« auf keine« Fall zu. Hier geben die 3 ff ent der Statistik ohne Zweifel maßgebende Ausschlüsse über dir Verhältniffe.
Ein zweiter dunkler Punkt ist die fortgesetzte Zunahme der Verbrechen wider die Gittlichkett. Dres« Ziffer ist während der letzten Jahre nn- aushörlich gestiegen und hat auch wiederum «ährend de« Jahre« 1900 eine Zunahme er-
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28. Jahrgang,
Nun, lasse« Sie nur nicht die Flügel hängen, liebster Erwin! Mache« Sir mir be« Abschied nicht unnöthig schwer. Sorgen Sie lieber dasür, daß sie mir bald i« die Residenz Nachfolge«. Einem Manne do« Ihrem Talent sollte da« doch nicht so schwer «erden, wie ussrreinem!" , ,,
Erwin war wenig dazu aufgelegt, solche I Späße »itzumache». Sein Herz «ar so voll, er hätte be* alten Freunde so viel zu sagen gehabt, und doch schnürte es ihm die Kehle zusammen, sodaß er kein Wort über die Lippen I dringen konnte.
Schluchzend warf er sich endlich an de« FrenndkS Brust.
„Lieber Rath! leben Sie wohl! — Gewiß \ — ich werde — Ihnen folgen, wenn — Gott will !"
Und damit riß er sich los und eilte fort in der Absicht, den Rath nicht mchr wieder-
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@ Vergehen und Verbrechen
dige Direktion zu bezahlen haben. In verichie- denen Zuchthäusern ist die Benutzung der Damp - und Motorkraft untersagt worden, so daß die
Arbeit nicht ausreicht, so haben sich viele Ge- werbetreibende, unter ihnen auch größere, wett- bekannte Firmen, veranlaßt gesehen, dieabge- schioffenen Verträge aufzuheben und die Anstalts- Arbett auszugeben. Die Austalts-Jnsaffen werden nunmehr vornehmlich mit Arbeiten für daS Mili tär und für de« eigenen Anstalt«.Bedarf beschäftigt. Die kleineren industriellen und gewerblichen Betriebe »erben ans dieser Aenderung entschieden
Centrum macht.
* Di- landmirlhschafttiche« Mi«d-ßzSK- I sind, wie bekannt, manchen Leuten ein Dorn im Auge, auch solchen, die sonst grundsätzlich auf dem| Boden einer kräftigen Schutzzollpolitik stehen, ein Berliner Blatt glaubt nun berichten zu könne», e« werde in der Zolltarif-Kommission „von maßgebenden Freunden der Zolltarif-Vorlage der Antrag gestellt werden, die Mindestzille fallen zn I Urff en". Wenn das beabsichtigt sein sollte, so würden sich die Herren Antragsteller nicht als Freunde der Vorlage erweisen, sondern deren Ent- wickelnng nur in höchst überflüssiger Weis« er-
folto, »u eltran I S°«a>is . E»tw»rj<. N«- 8E Ibilmrch M ns•”6abm in “• ss? - S'ä 'ä’ä mr fion der Reichstage«. ,
* Sine N-schrmesim», der SttSfftw«»-»»- »eit ist fett Jahren von zahlreichen gewerbliche» und todustrielle» Veretoigunge» erstrebt worden.! ES find in diesem «inne schon seit Jahren große Anstrengungen gemacht worden, um M erlangen, daß die t« den Zuchthäusern und Gefängnissen iuteruirten Sträflinge zum mindesten «icht zu stark to de« Dienst der privaten Arbeitsunternehmer gestellt »erbe». Diese Bestrebungen scheinen jetzt I Erfolg zu habe«. Wie mitgetheilt wird, ist feit einiger Zeit in de» preußischen Zuchthäuser» der gewerbliche Betrieb seitens der Sttäfitoge auf bösere Weisung hi» stark eingedämmt worden. Bekanntlich wird Privatunternehmern gestattet, in de» Zuchthäuser« (und auch Gesänguiffen) ge- werbliche Betriebe zu unterhalte», wofür sie von dem Erlöse der durch die Sträflinge hergesteltten Arbeiten einen gewiffen Prozentsatz a« dir zustän-
„merkwürdige Treiberei" bezeichnen, wenn Zeitungen ganz einfach den Thatbestand vor aller Oeffentlichkett feststellen, so wie er ist? Em ein- telneS Centrumsblatt, die .Germania' ;n Berlin, hat ihre Anschauung über die Haltung der Re- gierungsvertreter bei der ersten Lesung des Tarifentwurfes besonders in dem Sinne ausgesprochen, daß diese Haltung schwankend und unentschieden zu sein scheine — so als ob „ans den maßgebenden Stellen keine völlige Ueberetostimmung mehr darüber herrsche, ob und wie wett die Zolltarif- ! Vorlage noch aufrecht zu erhalten fei"; aber alle Welt ist doch bisher darüber einig gewesen, daß Reichskanzler Graf Bülow und Staatssekretär Graf PofadowSky mit geflissentlicher Vorsicht bet ihren Reden alles vermieden habe«, daS thne» so wie eine Bindung an bestimmte Punkte auS- gelegt werden könnte! Diese weitere Vernmthung nach dem vollkommen ungewiffen Ausgange der ersten Berathung ist doch also auch nichts weiter als natürlich, und man sollte in dem Aerger darüber, daß daS Centrum nicht sofort alle seine Karten ausgedeckt hat, nicht bis zu unbegründeten Verdächtigungen dieser Art fich himeißen laffm. Man weiß ja auch gar nicht, ob solche verborgene Karten zum Ausdecken vorhanden sind. Jetzt ist i auSgedruai »»»«,
jedenfalls das Centrum darin vollkommen einig, Aktienkapitals. Das Telegraphenbureau steht, daß der Landwirthschaft ein höherer Zollschutz' ' — «in
als bisher bewilligt werde« müffe. Wie da« zu machen fei, das muß und kann erst die Berathung in der Kommission ergeben. Die ungeduldigen
Irrrtsche* Keich-
Berlin, 27. Dezember.
X fltorfritw *«* Crntrum
wird von einige« Blätter« mtt de: absonderlichen «erdachte verfolgt, eS habe im geheime» be« Plan, die Zolltaris-Vorlage zum Scheiter« zu bringe». ES ist von .merkwürdigenTreib-reie«" | die Rede, Me *i« jüngster Zeit vo« der Zentrum«, preffe in Sache« deS Zolltarif, betreffs weiterer Erhöhung der Setreibezölle u. f. w. auSgehe» , u«b was dergleiche» mehr ist. Die „mertetr. btoen Treibereie»" gehe« »u« wohl weniger vo» bet CentrumSpreffe a«S, al, vo» denjenigen, die gegen die Ce«trum,preffe diesen Verdacht aus- sprechen. Die Seetruwipreffe hat nichts Anderes getba«, als nach den Erfahrunge«, die man bei der erste« Lesung bei Zolltarifentwurf ei im Reichstage machte, die Thatlache festgestellt, daß ganz augenscheinlich keine Mehrheit vorhanden ,ei für die Regierungsvorlage mit den von der Regierung vorgeschlagenen landwirthschastlichen Zölle», daß diese Zölle also einer »eiter« Er- hShuig bedürfe« würde«, um eine Mehrheit im Reichstage ,u finde«. Wie kann man daS als
schon erlebte, und dann »ar es mit SrwinS Kartiere »ielleicht eabgUti« aui.
Hätte er doch de» Rath seines väterliche» Freu»deS Erhardt «icht befolgt, hätte er doch einet Lauibahs bei Zette» entsagt, die ihm doch keine auifichtivolle Zukunft versprechen konnte: solche bittere« Erwägungen quälten den armen Jüngling oft genug, verbitterten ihm die Freude am Lebe» und vergällten ihm die Lust zur Arbeit.
Hätte ihm nicht bet Rath Erhardt mit treuer | Liebe zur Sette gestanden, immer wieder ihn aufrichtend, Erwin wäre vielleicht unter der Last seines herben Geschicks zusammengebrochen.
Wie ein Donnetschlag traf ihn deshalb die Nachricht, daß der Rath Erhardt zn höherem Ranae befördert und a» da, Kammergericht in der Residenz als Rath berufen sei.
O »ie freute fich Erwin über die wohlverdiente Ehrung, die dem geliebten Freunde zu Theil wurde! Und »»ie blutete zu gleichet Zett fei« Herz, daß er nun dieser seiner einzigen und letzten Stütze im Kampf des Lebens verlustig gebtr sollte!
Unter de« Gratulanten war er natürlich der erste, und er bemerkte wohl an dem feuchten Schimmer in den Augen deS Freundes, daß auch ihm die Trennung nicht leicht ward.
„Na, Erwin,' sagte der Rath mit einem An- flug"von erzwungenem Humor, „Sie sehen mir auch weniger wie ein Gratulant, als vielmehr wie rin L^idtra,endet aus. Sie thun ja gerade, als ob ich mich begraben laffen soüte."
Herzlich schüttelte er die Hand seines jungen Schutzbefohlenen, der fich vergeblich bemühte, eine heitere Miese anzunehmen.
Weise Alle und Jede» rusriedenzustellen. WaS Wunder, daß sei« Rath i» gesellschaftliche« und Etiketteangelegenhetten sehr gesucht wat.
Nu« stand man vor der unabäuderltchen Thatsache, dieses Genie, diese» „HerzenSrath", »ie er tot Kreise der jausen Back- und Sold- fische titulirt zu werden pflegte, zu verlieren.
Daß der Abschied i» pompöser Weise gefeiert werden mußte, war selbstverständlich. Und so batte sich zum Ärrangemeut eines entsprechenden Festes ei« Komttee gebildet, daS die sorgfältig- sten Vorbereitungen für eine würdige Feiet traf. Nach alle« Setten wurden die Einladungen ver- fandt und von rn hr als zweihundert Siugelade- »en liefen prompte Zusagen ein.
Erwin Röthardt betrachtete mit Wehmuth die auch an ihn gelangte Einladungskarte. Wohl wäre er verpflichtet gewesen, aus Liebe zum Freunde ihr Folge z« leiste«. Und doch konnte er fich «icht dazu entschlirbe».
WaS sollte er auch mit seinem wunde« Herzen unter so vielen fröhlichen Menschenkinder«? Er wäre am liebste« hinauSgelaufe« to die kalte Nacht, um in alle Winde hinaus- zuschreien, wie elend er fich fühlte, um dem Himmel zu klagen, welch Herzeleid ihn er«
Vortheil ziehen.
4- Siu gutes Geschäft. Wolffs Tele- araphisches Bureau, das sich als Aktiengesellschaft de« Namen „Kontinental. Telegraphen- Kompagnie" beigelegt hat, hat im letzten Geschäftsjahre einen Reingewinn von mehr als hunderttausend Mark, eine Dividende von beinahe 10 v. H. vertheilt und außerdem mehr als 5000 Mark an Tantiemen dem Ausstchts- ratbe ausgezahlt. Die Reserven der Gesellschaft erreiche« dabei mit säst einet Million, genau 1 ausgedrückt 998,971 Mark, die Höhe deS
wie bekannt, tot Dienste der Regierung Ei« Theil feiner Meldungen unterliegt sogar behörd- lichrr Zensur. Dafür erfreut cS fich der tn ce$ xoinunnwu —7- «-- > uneingeschränkten UnterMtzung er eg ernng,
Leute werden sich also doch noch ei« wenig ge-1 und zwar in so hohem Grade, daß man sagen dulde« müffe», biS sie erfahren werden, was daS $ann es besitzt ein Nachrichtenmonopol und übt " " 'einen außerordentlich starke« Einfluß auf die
gesammte Preffe aus. Unter solchen Umstände« ist es von sehr hoher Bedeutung, in »effen Besitz die Aktten der Kontinental-Telegraphen- Kompagnie fich befinden: zum allergrößten Theil ist daS Bankhaus Bleichröder in Berlin Eigenthümer der Aktien, und die -inlansendm Nachrichten werden dem Leiter diese« Bankqauses vorgelegt, beeor sie de» Weg in die Oeffentlich- leit ftobe». Das ist für besagter Bankhaus von unichätzbarem Borthell. Außerdem aber hat dieser Zustand auch seine recht bedenklichen Seiten, wie man erst kürzlich wieder beobachten I konnte bei de» Vorbereitungen zu dem neuen
Kslöste Iessefn.
Orginalnovelle von Felix Lanther.
10) ------tRachdruck verboten.)
Erwin kam häufig ins HanS, nm die Mutter zu besuchen, und er wußte eS meist so et»- zurichten, daß er sie allein antraf. Dann tlöstete er die Aermste, soviel in ferne» Kräften stand und suchte sie aufrecht zu halte» in threm Leid, indem er ihr von der Zukunft sprach, »ie er für sie sorgen und mir für fie leben wallte, wenn er erst sein hohes Ziel erreicht habe.
Die alte Frau wurde durch diese Tröstungen immer wieder erfrischt und ermuthigt. Schon wenn sie ihren Erwin erblickte, gewann sie neuen LebenSmuth. Ja, fie konnte mit Recht auf diesen Sahn stolz fei«! Und wie leuchteten ihre Auge«, wemr fie an« dem Munde der nachbarlichen Bewohner hörte, wie tüchtig ihr Sohn fei, wie er bei feine« Vorgesetzten beliebt, in der vornehmen Welt geschützt und von alle«, die mit ihm in Berührung kamen, gern gesehen wurde.
Erwin litt unter dem Druck der Verhältniffe fast mehr als die arme Mutter. Mtt bleierner Schwere lastete daS Geschick auf ihm und keine AnSsicht öffnete fich ihm für eine bessere Zukunft.
WaS konnte unter solchen Verhältnissen all sei« Fleiß und fein Streben ihm nutzen?
Wenn es nicht gelang, den Vater zur Ehrlichkeit im Lebenswandel zu bekehren, dann hirg daS Damoklesschwert ja doch bestüudig über Erwins Haupt. Wie bald konnte wieder eine Katastrophe eintreten, noch schlimmer a!S die