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28. Jahrgma

Iuwa, Samstag ben 21. Dqember 1901

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Pupmrölhe färbte ErhardtS Wangen.

„9ta, hum laffex Sie mal die Sprödigkei fahre», alter Junge", fuhr der Oberst in seinem jovalen Tone fort. „Ich weiß ja: Alte Liebe rostet picht und ti gibt Wunoen, die sch »er geilen. Ader ein Mann in Ihren Jahren sollte sich darüber hinweggesetzt haben. Kommen Sie mit mir und begeben Sie sich in den alten. Ihnen einst so lieb gewesenen Kreis. Lasten Sie, was todt ist, begraben sein. Leben Sie den Freuden der Gegenwart. Wenn ste Ihnen auch nicht ersetzen können, was fie einst ver­loren, so reichen Sie doch vielleicht h u, um Ihnen den Rest dieses eintönigen Daseins einiger- maßen zu versüße«."

Der Rath blickte trübe vor sich hin. Die Art, wie der Oberst seinen Vorschlag vor­brachte, hatte für sei» feines Empfinden etwas Verletzendes.

Jndesten das war nun einmal so seine Soldatenart, und die Beiden kannten sich so lange, daß eine falsche Austastung der gut ge­meinten Worte drS Obersten bet dem Rath nicht aufkommen konnte.

„Sie haben Recht, Oberst", sagte er nach ernstem Nachdenken schließlich und sein Ant­litz nahm den Ausdruck der Zufriedenheit an: „ich gebe Ihnen nach. Wie nur wird die Majori« —"

„Dafür lasten Sie mich sorgen!" siel Schmiedau lebhaft ein, indem er dem Rath damit jeden wetteren Widerspruch abschnitt.

Während die Beide, sich so unterhielten, hatte sich der Himmel schnell bewölkt. Die See begann höher zu gehen und einzelne

„DaS ist eS ja eben", erwiderte der Ange­redete. „Habe gar keine Absichten auf Seebad gehabt. Eigentlich viel zu langweilig hier. Der Entschluß hierher zu gehen, ist ziemlich plötzlich gekommen. Nur um meinem Bengel einen Gefallen zu thun, willigte ich schli.ßlich ein, und bin ganz kurze Zeit erst hier, um so bald wie möglich wieder wrgzueileu.

„Ah, also Ihr Sohn ist auch angekommen? Den hätte ich, offen gesagt, eher in Baden- Baden vermuthet, al- gerade in diesem harm­losen Nest"

„Der Bengel ist unheilbar verliebt. Die kleine Trete von Hochfeld hat eS ihm angethan. Ich kanx'S ihm nicht auSrede», bin im «runde genommen auch nicht böse darüber, denn die HochfeldS find ja bekanntlich in punkto hm, hm — der Oberst räusperte sich — nicht übel, und mein Junge, der auch nicht gerade zur Abstinenz neigt — na, Sie wissen ja, lieber Rath, wie dar so geht im Leben "

„Ja, ja, lieber Oberst", sagte der Rath mit erzwungener Gleichgiltigkeit, «ährend sein Antlitz um einen Schein blasser geworden war. „Man weiß ja. wie das so geht. Dann find also die HochfeldS auch hier?"

„Thun Sie doch nicht so, Erhardtchen, als ob Sie das nicht wüßten", versetzte Oberst von Schmiedau, der Kommandeur des in K. garnisoxirenden Hufaren-RegimentS und ErhardtS > lavßjähriger Skatgenoffe.

„Me HochfeldS find bereits fast eine Woche hier. Und da« sollte Ihne« verborgen geblieben fern in diesem Nest, wo man in drei Tagen jeden Hund beim Namen kennt?"

-Die Entwickelung der SchutzzöLe.

Ix diesen Tagex hat ein vereinzelter Vor- Ämmniß von neuem in der Praxis so recht deutlich gezeigt, daß andere Länder ganz anders mit Einfuhrzöllen umspringen, als Deutschland, auch mit Einfuhrzöllen für Leber »mittel. Eixe landwttthschaftliche VerkaufSgenosterschaft ver- suchte, Kartoffeln nach den Bereinigten Staaten von Amerita zu verkaufen. Deutschland hat feinen Kartoffelzoll; aber daß die Vereinigten -Staaten einen sehr kräftigen solchen Zoll einge» führt haben, davon mußte fich jene Verkaufs- genoffenschaft von neuem durch eigene Erfahrung Überzeugen. Die nordamerikanifche Republik er­hebt einen Kartoffelzoll, der nicht weniger als vier Mark für den Doppelzentner beträgt.

Tätlich lehrt die Praxis, daß Staalssekretär Graf PosadowSky vollkommen Recht hatte mit "feinem im Reichstage gegebenen Hinweise darauf, daß das deutsche Reich mit seinen Einfuhrzöllen wesentlich hinter denjenigen anderer Staaten zurückbleibt. Und außerdem ist auch der andere Nachweis nicht schwierig, daß daS deutsche Reich nicht mit dem Schutzzollsystem voran- «gegangen ist und dadurch andere Länder zur Nachahmung gereizt hat. Unsere Freihändler und Zollgegner behaupten daS gern; und auch jüngst ist diese Behauptung wieder im Reichstage aufgetaucht, aber richtiger als bisher ist fie dadurch natürlich nicht geworden.

In Oesterreich-Ungarn hat man nach Schutz- Meu gerufen, als man in Deutschland noch gar nicht an dergleichen dachte, nömlich alsbald nach dem große« Krach von 1878. Man führte einen neuen Zolltarif ein, der im Jahre 1878 zur Geltung gelangte und die Erneuerung deS Handelsvertrages mit Deutschland in möglich nnachte. Ix Deutschland war die H indelSpolttik damals noch unter vollkommen frechändlerischer Bettung; um fich das klar zu machen, braucht man nur an den preußischen Minister Delbrück und au de» Direktor der Handrl«abtheilung im Auswärtigen ReichSamte zu denken, den @ »heim« rath PhtlipSborn. Noch deutlicher wirkt als lyeweis in diesem Sinne der Hinweis auf die Thalsache, daß man damals im Deutschen Reiche -gerade auch mit den letzte» Zöllen aufräumen ^wollte, nämlich mit den noch vorhandenen Ueber- resten der Eisexzölle, und rotitlid) auch vom 1. Januar 1877 ab ein Ende damit machte. DaS waren die Zeiten der allerschlechtesten Löhne der deutschen Industrie-Arbeiter!

Gleichzeitig mit der neuen Schutzzoll-Bewegung 4» Oesterreich«Ungarn erstand eine solche Be­wegung in Italien, nämlich vom Jahre 1875 «ab; und im Jahre 1877 wurden fast gleichzeitig die Zölle in Rußland und in Frankreich erhöht. I» Rußland geschah daS dadurch, daß man die Zahlung der Zölle ix Gold zur Bedixguxg «achte. In Frankreich war man überhaupt niemals freihändlerifcd gewesen; aber mit dem

Jahre 1877 begann man die Schritte wie­der zurück zu machen, mtt denen man fich unter der Herrschaft deS dritten R poleon von dem eigentliche« Schutzzoll - SysttM entfernt hatte. D»r neue italienische T-»nf war am 1. Juli 1878 fertig, derjenige Oesterreich - Ungarns am 1 Januar 1879; der deutsche Tarif körn erst nach ihnen und würde vermuthlich auch bau« noch nicht gekommen sein, wenn nicht Fürst B s marck mtt dem ganzen Nachdrucke, d' ss n er fähig war, für die Beschleunigung der Sache einge- reten wäre. Und der neue deutsche Zolltarif von 1879 st md «ach der Höhr feiner ZollsStz' zurück hinter de« Tarife« von Rußland, Frank­reich und ben Vereinigte« Staaten von Amertta, glich fich etwa auS mit den voravfvgaugenen Zolltarifen JtalieaS und Oesterreich-llngarnS.

So aber blieb eS nicht. Italien trat i. I 1887 nach längeren Vorbereitungen mit einem neues Zolltarif hervor, der noch wett mehr inS Schutzzöllxerifche ging, und wiederum that gleich- zeitig mit Italien denselben Schritt unser Nach- latfaxb Oesterreich - Ungarn. Garz besonders eifrig aber war fortgesetzt Frankreich mtt der Ec- iöhung seiner Zölle beschäftigt — und Deuts ch- anb? Deutschland antwortete auf alle diese Zollerhöhungen ringsum im Jahre 1892 mtt einer erheblichen Verminderung feiner Agrarzölle!

Noch fehlt, um unseren Beweis vollständig zu machen, ei« Vergleich der deutschen Zoller- rüge mit dem Werthe bet Einfuhr nach Deutsch- and früher unb jetzt. Ganz zuverlässtge Zahlen dieser Art haben wir auS dem Jahre 1896 Die deutschen Zoller ttäge machte» damals nut 9 o. H. der Einfuhrwertbe au», dagegen betrugen die ent- sprechenden Berhälttrißz ff.r» in Frankreich und Dänemark 10, Schweden 11, Italien 17, Ruß­land 27 und in de» Bereinigte» Staaten von Amerika sogar 29 v. H. Demelben Bergleich hat jüngst der Staatssekretär Graf Pofadowrky im Reichstage gegeben. GS machen die Zoller- träge j-tzt bei unS in Deutschland 9,04 v. H der Etafuhnverrhe auS, dagegen 9,66 in Frank­reich, 13,71 in Italien, 27,50 ttt den Gereimten Staaten und 32.61 v. H. im europäischen Ruß­land.

ES gehört eine Unkenntniß ober aber eine Unverftorexhett sondergleichen zu der Behauptung, daß Deutschland die Macht sei, die ben Schutz­zoll zuerst eingeführt habe und «och jetzt ben Schutzzollreigen anführe. Die Wahrheit liegt im schnurstarckS entgegengesetzten Seaentheil!

die geifammüina tu einer Angabe unmittelbar an den König sich »ende; dagegen werde tm preußischen Abgeordnetenhaus- die Gelegenheit ge­lben sein, die Regler ung wegen diese» Falle« z« nie pelliren. Aber die Herren »erben für eine solche Jnterp- llaiion recht geringe Unterstützung Inden Bekanntlich steht sogar ein Thell de« k eifinn« tm Berliner „Rothen Hm«" auf dem tchtigen Stanopunkte, daß da» Miwstrinm mit seiner unmittelbaren Ablehnung ftauffmann’* nach »essen wiederholter Wahl ganz recht habe. Wer oll denn wohl im preußischen Abgeordnetenhause den Standpunkt der Herren Langerhan» nsw. unterstützen? Die Herren würden jedenfalls tm Interesse de« eigenen Ansehen« klüger daran thxn, von einer solchen Interpellation abzusehe«.

+ Di. neue Aaveke ,»« Köcsett,«setze oll nach einer Mvtheüung »er ,Berl. Renetten Kachr.' im Januar vom BundeSrathe eil btat werden und im Februar dem Reichstage zu- gehen. „Die Abstcht der Verbündeten Regierungen i»ht dem genannte« Blatte zufolge dahi», noch n dieser Tagung, fall» die Berathung deS ZolltarifeS eS zuläßt, diese Vorlage zur Verabschiedung zu bringen." Danach wäre diese -tztere *bftdbt also noch nicht durchaus festgest-llt. Wir können die wettere Extwick lang dieser Dinge «dessen mit großer GemüthSrube ubwarten. Was ?«8 genannte Blatt über den Inhalt der Börsen- Novelle zu melden weiß, überrascht nicht mehr nach den voraus gegangene« Ereignissen. Wir wissen längst, daß der Entwurf begründet ist auf den Berathungen, die der Börsen-Ausschuß unb die nachher noch besonders vom preußische» Ha»- delSminister Möller eta berufene Börsen-Konferenz ab gehalten hatte. «S hand.lt fich um eine Ab­änderung der Bestimmungen über die Berpfl ch- hingen auS Termin-Geschäften, Besettigxag deS Börsen-RegisterS und berat mehr; daS weiß man alles längst. Interessant ist die noch einmal vor- gern«mene Feststellung, baß biejentgen Mttglteder der Börsen-Konferenz, die dem Reichstage ange­höre», ausdrücklich ihre Stellungnahme zu dem neuen Gesetzentwürfe sich »orb.halten haben.

X Ai« Zo«aris-^om«issio» devAeichs. tage» ist fortgesetzt der Gegenstand von AuS- einandersetzunge«, Bnmuthungen und guten Rathschlägen von mehr oder mtabet hervor- ragender Bedeutung in der Presse. Ei» frei» händlerisches Blatt hatte die höhnische Bemerkung hingeworfen, um Pfingsten herum werde die «ommiffion wohl mtt ihrem Berichte heraus- kommen; eine halbamtliche Darlegung in ben ,Berl. Pol. Nachr/ greift diese Bemerkung aber auf unb ertheilt ben Rath, die Kommisston möge die Berathung -er Zolloorlage durch die Heraus­gabe von Theilberichten beschleunigen, nicht mit der Herausgabe ihres Berichtes bi« zur Beendi- guxg ihrer ganz?» Berathung warten. Der Boll- ständigkett wegen fei auch diese Anregung hier verzeichnet. Im übrigen ist es noch viel zu ftüh, in eingehendere Erörterungen fich einzuloffen über die Entwickelung der Arbeiten in der Zolltarif- Kommisston deS Reichstages. Die in manchen Blättern immer wieder erneute« Bemühungen, eine Niederlage oder Verlegenheit deS GmtrumS daraus herauszudrechseln, daß anfänglich der EentrumSadgeordnere Dr. Spab« Borsttzender

Windstöße ließen auf ein herannahende» Unwetter

Wie wechselvoll doch dieses Jahr da» Wetter ist", bemerkte Erhardt. „Kommen Sie, Oberst, lassen Sie u«S den gemüchllchen Eck- platz im Rauckzimm« de» Kurhauses auf­suchen. Sonst könnten wir triefend, wie auS der Regentonne gezogene Pudel Helmkommen.

Die beide« Männer machten fich ellig atq den Weg. _

Doch kaum hatten fir daS Kurhaus zu Se- ficht bekommen, al« ihnen schon von ferne ei» merkwürviges Geräusch ausfirl, em durchein- anbei fiuthende« Stimmengewirr, daS au« de« Kurgarten und auS dem Hotel herüber drang.

„WaS ist da«? Sollte da ei» Unglück paf- Der ^Oberst, bet diese Frage ausgeworfen, beflügelte feinen Schritt und hatte mit weite« Vorsprung vor dem Rath das Kurhau« erreicht und bereits erfahre», waS vorgefalle» «ar, al» der weniger temperamentvolle Erhardt herankam.

Kaum war auch dieser unter das schützende Dach geflohen, da fiele« die ersten schwere» Regenttopfen auS den bleierne» Wolken her­nieder und i« der Ferne ließ rollender Donner fich vernehmen. .

Doch die Kurgäste beamteten daS herauf- ziehende Unwetter sehr wenia; denn ihre «e- müther waren in größter Aufregung über einen UnglückSfav, der fich kur, zuvor ereignet hatte, und der von ttagischen Folgen halte begleitet fein körne», wen« nicht em Kavalier mtt «am setzung seine- eigenen KebenS daS Schlimmste verhütet hätte.

der Kommisston werden sollte, nachher aber bet reikonservatioe Abg. von Rar bet ff eS wurde, ist «eiter nichts als einfach lächerlich. Mit solche» chwachen Scherzen braucht man fich nicht mehr »eschäfttae».

4- Po» her Aniverßtät MÜ>ßer. SS l eifreulief}, daß auch niLtkatholiscke « älter >te Thattache anerkennen, daß die P-of.ssrrr» in Münster lange nickt mit kaiholifch«« Lehr- trüften besetz', ja daß nicht einmal katholische L-Hik'äfte bevorzugt werde«. „Sett der ata«» te« Zett — so wird der konservative« .Kreuz- Zeitung' auS Münster geschrieben — ist hier ortöauetub, also seit einem Bierteljahrhundert, ,ie Geschichte protestantisch vertreten, unb ebenso ist für die Philosophie gerade in der tulturlampfyit hierher auch ein Philosoph be­rufen, der fett einem Bierteljahrhundert hl« thätig ist und zwar dem Name» »ach Katholik ist, aber thattächlich auf dem Bode» de» tberale« ProtestantttrnuS steht. . ." Das Zeug' «iß ist unverdächtig und wird wohl auch de» kultur kämpf» rn und grundsätzlichen Gegnern d« ; kirche beweise», daß ben katholischen Ansprüche» in Münster trotz der katholischen Uebrrlieferunge» der Hochschule von der preußischen Regierung nicht so nachgegebe« worden ist, wie die Ge­rechtigkeit e« verlangte. Deswegen kau» »« mutet wieder der Wunsch ausgesprochen «erden, daß die bevorstehende E Weiterung der Akadrnste gleichzeitig den Anstoß geben möge zu Ber- beff rungen auf diesem Gebiete.

* Der IettgttitzzWatt, geht in B-tzerx neuerdings um. Kürzlich mußte ein München« Journalist fich «egen dieses, von unserem Stand­punkt auS völlig unberechtigte» Zwanges in d«S «esängniß werfe« lasse«, nunmehr hat man in R/mpten de» verantwortlichen Redakteur ber .Allgäuer Z itung' wegen Z-uanißoerweieerxn« auf sechs Wochen — vor läufig i« Hch ge­nommen. D« also Behandelte weigerte sich, dm Verfasser eine« Artikel« zu nenne», was er »atürttch unter gar lernen Unständen thun kann. Mit diesem neuerlichen Falle ist die an de» Landtag gerichtete Petttio» deS München« Journalist«- und Schriftstell«v«einS neuerdings »etter be­gründet worbe«. Wenn die Presse chre Pfl chte» im Dienste d« Allgemeinhett ordentlich und ohne Gewissenszwang erfüllen soll, so muß sie gleich de« Geistliche», Aerzte« und Rechtsanwälten be- handett »«ben und zwar sowohl tm ordentliche» Strafverfahren, wie im Disziplinarverfahren «ab in sonstigen BerfahrungSarten. Das RedaklionS- geheimniß muß unt« allen Umständen gewahrt werden, davon find auch gar viklfach Richter Überzeugt, da eS gar manchen darunter gibt, d« selbst unt« dem Schutze deS Redak ionS- geheimniffeS Dings gesagt hat, die er nicht tage» würde, wen« er nicht ver Ehrenhaftigkeit be» Redakteurs vertraue« würde unb könnte.

-4- ÄierBranetei. Die Nachweise über „Bierbrauerei und Bierbesteu-rung" im < Bi«- teljahrSheste zur Statistik beS Deutschen Reich», Jahrgang 1901, zeigen, daß die Biergewinnung im Gebiet der Brausteuer - Gemeinschaft auch im Rechnungsjahre 1900 wieder zuzrnom- men hat. Der warme Sommn und günstige wttthschaftliche Verhältnisse gelten al« Ursache

r—BB III I ■—।«II ..................

Gelöste Iesseln.

Orginaknovelle von Felix Lauth er.

------(Nachdruck verboten.)

Solche Empfindungen mochten wohl eine« Mann beseele», der absettS vo« dem bunten Ge- »irre der Badegäste, in fich versunken am Ufer stand, unb den Blick schwärmerisch Über da» Meer gleiten ließ, scheinbar unempfindlich gegen alle sonstige» Eindrücke.

Der stattliche Wuchs, die edlen GefichtSzÜge, ber schöne fast weiße Vollbart, dn das Antliti Umrahmte, lassen unS leicht den LandgnichtS- taib E-Hardt erkennen, der die GerichtSferie» in Z za v rbringen pflegte, um in der frische« Seeluft seine kräftigen Nerve« zu stärke» und feine Gesundheit zu befestigen.

Nicht lange sollte der Rath fich hier unge­stört seinen Betrachtungen hingeben. Ein etwa gleichaltriger Herr von untersetzter Gestalt, in tadelloser Strandkleidung hatte fich ihm ge- nähert und klopfte ihm vertraulich auf die Schult«. Dabet strich er fich feinen weißen Schnurrbart, dessen Spitzen sorgfältig gedreht waren, und der sofort erkenne» ließ, daß fern Besitzer ei« Mann der Uniform war.

U berrascht wandte sich-Erhardt um.

„H rr Oberst, Sie hl«? Ach, daS ist ja reizend! Ader wie konnten Sie, als wir das letzte Mal zusammen waren, mir verhehlen, daß Sie die Abstcht hatten, hi«h« zu gehe«, da Sie doch wußten, daß ich nm diese Zett ständig« Gast in Z. bl»?'

mit Ztnterhaltungs-Anlage ^Zllustrirte Sonntags-Zeitung

Drntfches Keich.

Berlin, 20. Dezember.

+ K-itt- KürgermeiSerwatzl i« Aerli»! Die Berliner Stadtverordneteil «ollen keinen neuen Bürgermeister wählen an Stelle des abgelehnten Siadtrathe« Kauffmann — so lautet der Sinn der Verhandlungen und Beschlüsse der Berliner Stadtverordneten-Versammlung vom Abend de» letzten Donnerstag. Die Herren saßen auf sehr Hetzen Rossen Unter anderem stellte e« der Stadt­verordnete Cassel al« „nicht angängig" hin, daß