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für Inserate I. Parzelle» tu Anita. mit Anterhattungs-Beilage .Lllustrirte Sonntags-Zeitungs
DrnN and Verlag der Suldae» Xetteudruckerel peterrgaS« Nr. e (Wmoai*
ZäMtS
JuLöa, Freitag, den 20. Dezember 1901.
Jtl 292.
28. Jahrgang
erleben könne».
in der Weihnachls-Kantate, weil ihre schlimmste Feindin dos Allsolo üoertrazen bekam.
Momente des
mietyen.
L. Riech, Heinrichstraße 43.
Per 1. April 1902 eine
Wohnung
von 5 Zimmern, 1 Mansarde-
und daß es kommen wird, unterliegt keinem Zweifel. Bereits beginnt die Bevölkerung in den Bezirken, die am meisten in der Kultur vorgeschritten sind, erheblich zu wachsen, nicht nur durch Geburten, sondern namentlich durch Zuzug aus dem Innern. Damit rückt die Zeit immer näher, von der ab die Kolonie, um sich neues Geld zu verschaffen, beginnen muß und wird, in größerem Maße als bisher zu cxpor- liren.
weil man sie nicht zu Dornröschen gewählt hatte, zn dem sie sich trotz ihrer Korpulenz für allein befähigt hielt. Dann streikte die Hauptsängerin
dafür zurückgelaffen hat.
* Unser« Dienftvote«. Hausfrau (zum neu an-
Die Oberstin zog sich von der Affaire zurück, weil Leutnant Gufchl nicht in dem Bilde beschäftigt wurde, in welchem ihre Ella auftrat.
Die unglaublichsten Verwickelungen ergaben sich — Fäden spannen sich hin und her, die unentwirrbar schienen — der geübteste Diplomat wäre an bet Aufgabe gescheitert. Bei dem Werke her Liebe schaffen Neid,' Mißgunst, Gehässigkeit und Eifersucht üppig in's Kraut.
Aber Frau Angelika fühlte sich wie ein Offizier, der feine Ehre verpfändet hat — der leidige
MdI. Zimmer
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selbst kaum für fähig aehalten hatte.
Sie besaß einen gütigen Gatten, ein wohl eingerichtetes Haus und tüchtige Dienstboten — aber noch kleine und hilflose Kinder. Die Kinder litten unter dem Aufwand an Zeit, den die Vorbereitungen, die Besuche und Proben kosteten, und noch Jemand litt: die verschämten Hausarmen, denen die gütige kleine Frau eine intime und verborgene Pflege hatte angedeihen lassen, zu innen fie wöchentlich gegangen war, durch ihre Gegenwart und ihren trostvollen Zuspruch fast mehr Hilfe spendend, als durch ihre Gaben. Frau Angelika seufzte in den Stunden stiller Einkehr: noch nie harte sie von einer guten Handlung so wenig persönlichen, geistigen Gewinn gehabt, im Gegentheil, sie hatte während dieser Zeit sehr tiefe belehrende und deprimi- rende Einblicke gethan in das, was die Menschen mit dem schönen Namen „Nächstenliebe und Aufopferung" belegen.
Sie mußte sich nur immer wieder sagen, daß es keine Kleinigkeit sei, fünfzig arme Kmder neu zu kleiden, und daß alle großen Unternehmungen, bei denen viele Köpfe unter einen Hut gebracht werden, dem Idealismus des Erfolgs den des Entstchens opfern milff en.
Schließlich aber schwanden alle Bedenken. Die junge Herzogin hatte von dem Unternehmen gehört und Frau Angelika zu sich aufs Schloß bitten lassen. Das war eine unerhörte Auszeichnung, und Frau Angelika bedurfte dazu ihrer Meinung nach einer neuen schwarzen Seidentoilette.
Sie stülpte zu diesem Zwecke ihre Weihnachtsarmenkasse um, denn in der letzten Zeit hatten ihre Ausgaben sich verdoppelt und verdreifacht.
Aber der Besuch war auch herrlich. Sie wurde in einem Hofwagen abgeholt und mit der größten Huld empfangen. Die Herzogin stellte sogar ihr Kommen an dem Aufführungsabend in Aussicht. Am nächsten Tage stand das Ereigniß in der Zeitung, Frau Angelika war eine Lokal
berühmtheit geworden.
Ungefähr drei Tage vor der Aufführung kam die Köchin zu Frau Angelika:
„Gnä' Frau, die Schmidten ist krank geworden, fie kann morgen nicht zum Waschen kommen."
Zu jeder anderen Zeit wäre Frau Angelika voll Theilnahme gewesen, denn vre Schmidten wusch seit fieben Jahren im Hause und hatte nicht ein ei»ziges Mal gestreikt — jetzt aber
Grüß Deine Mutter."
Sie stieg in den Wagen und sah nicht die Thränen in des Kindes Augen.
Sie, welche sonst die Güte selbst war gegen ihre Leute, war jetzt so sehr i« Weltlichkeit und Aeußerltchkeit verstrickt, daß sie an dem ganzen Abend keinen Gedanken mehr an ihre alte Dienerin wendete, sondern sich ganz der Hoffnung auf den Erfolg ihres Unternehmens hingab. —
Die Aufführungen gelangen wider Erwarten. Der Zudrang war sehr groß. Die Herzogin kam und mit ihr Alles, was zur Gesellschast zählte. Frau Angelika war der Gegenstand der schmeichelhaftesten Auszeichnungen von Seiten der hohen und höchsten Herrschaften.
Leider stellte sich am anderen Tage heraus, daß bei aller Mühe nur zwanzig Kinder gekleidet werden konnten. Die Miethe des Saales, die Beleuchtungskoken, die Rechnungen für das Auf- schlagen der Bühne, die Blumenbouquets für die höchsten Gäste, das alles war gar so sehr in's Geld gelaufen.
Als Frau Angelika zwei Tage später ihre Waschfrau besuchte, fand sie weinende Kinder am Todtenbett der Mutter. Diebarmherzige Schwester, welche der Gestorbenen die letzten Liebesdienste l erwies, hatte eine Bestellung für Frau Angelika. „Gnädige Frau, die Sterbende hat unausgesetzt nach Ihnen gejammert; sie sagte: Nur diese gute Frau wird sich meiner Kinder annehmen, sonst weiß ich Niemand auf der Welt!"
Dieses erschütternde Vertrauen der Gestorbenen kam wie eine große Mahnung an daS Herz der Frau. Sie kniete nieder an dem armen Lager und ließ daran ihre Neigung zur weltlicher Eitelkeit und äußerlicher Schaustellung der Wohl- thätiqkeit.
Sie wollte wieder still und im Geheimen die rechte Hand nicht wissen laffen, was die linke that. Stärkeren und Größeren mußte sie die Ausübung der Barmherzigkeit in großem Stile Überlassen; fie selbst hatte nur Kraft, ihrem engen Kreise vollständig gerecht zu werden.
Sie beteiligte sich niemals wieder aktiv an Wohlthäligkeitsvorstellungen, aber den ihr anvertrauten Kindern wurde sie in der Stille eine zweite Mutter.
MKG. Die Erziehung des Negers zur Ardrit.
Ein interessanter Artikel der ,Deutsch-Ost- asrikanischen Zeitung' „Zur Exportfrage in Deutsch-Ostafrika" liefert eine Beitrag zum Kapitel „Die Erziehung des Neger« zur Arbeit". Der Artikel beschäftigt sich zunächst mit dem bemerkbaren Stillstand im Export der Kolonie, der auf die Zurückhaltung des heimischen Kapitals zurückgeführt wird. Zar Zeit fließt der Geldstrom aus der Heimaih erheblrch schwächer; denn die wirthschaftlichen Unternehmungen sind in den Anlagen fertig, neue find nicht angefangen, und der Usambarabahnbau ist ziemlich beendet. Aber die einmal ins Land hineingefloffenen Millionen wirken fruchtbringend weiter. Man wird es mit der Zeit drüben lernen, mehr als bisher für neue Einnahmequellen selbst zu sorgen. Der Artikel folgt dann dem Umsichgreifen de» GeldverkehrS an Stelle des alten Tauschhandels. Der Neger fängt schon an, sich mit einem gewissen Luxus (so kann man für ihn die einfachsten Kulturgegenstände bezeichnen) zu umgeben. Teller, Tassen, Gläser, Schüsseln, Spiegel, Löffel, Messer, Lampen, Regenschirme, ab und zu auch eine Uhr, findet man in den meisten Hütten; nach Seife und Petroleuni ist große Nachfrage. Auch die Nahrung kann der Neger jetzt mannigfaltiger gestalten; denn während früher die begrenzte Theilbarkeit der Tauschartikel nur Einkäufe im Großen zuließ, kann die Hausfrau jetzt für wenige Pesa sich die mannigfachsten Gegenstände aus dem Markte einkaufen. Man findet auf dem Markte Tische, an denen Negerarbeiter beim Thee sitzen. Besonder» bemerkbar macht sich der Einfluß der Zivilisation in der Frauenkleidurg. Die schwarze Gattin steht, wa« die Häufigkeit ihres Wunsche« nach neuen Kleidern anbetrifft, ihrer europäischen Schwester nicht nach. Technische Hilfsmittel, wie Nähmaschinen, bürgern sich unglaublich schnell ein. Nicht nur in den Küstenstädten, sondern auch im Hinterlande ist die Nähmaschine keine Seltenheit; häufig sind die Besitzer Inder, ebenso häufig aber auch Neger, die sich meist sehr gut dabei stehen.
DaS einmal geweckte Bedürfniß der Neger nach den oben genannten Artikeln, die ihm unentbehrlich geworden find, wird nicht wieder verschwinden. Der Eingeborene wird sich nach neuen Einnahmequellen umsehen und sich daran gewöhnen müssen, außer für feinen Lebensunterhalt euch etwas für den Handel anzubauen. Kopra, Sesam und Erdnüsse bilden schon jetzt in einigen Bezirken einen nicht unbeträchtlichen Ausfuhrartikel, und auch der Eingeborene ist bestrebt, diese Exportprodukte zu kultioireu. Der weniger betriebsame Neger wird in die Wälder geben, um Gummi und Kopal zu sammeln. Viele Gegenstände, die jetzt Handels- werth erhalten. So etwas, bemerkt üie,Deutsch- Oflafrikanische Züturg', läßt sich nicht mit Gewalt erzwingen, sondern muß von selbst kommen,
Srftlliil«»» ms bei 1. Quartal 1902 der »Fuldaer Zeitung^werde« fortwährend vo« allen Postanstalten, Land- driesträger« «nd von unserer Expedition (Harmonie) eutgegeugenommea. Diejenige«, welche die Zeitung schon jetzt bestell««» erhalte« dieselbe bis Ende Dezember kofteufrei.
„Heul' und morgen kann ich nicht," sagte Frau Angelika. „Uebermorgen komm' ich!
Klatsch und Hader, ohne beleidigt zu sein.
Unglaublich war die Arbeitslast, die sie zu bewältigen hatte; sie machte Besuche bei Gräfinnen, Baroninnen und Hofdamen und ließ stch sussifant und herablassend behandeln, nur um Protektion für das „Liebeswerk" »u gewinnen.
Sie opferte ihre Tage und Nächte für die Ausschmückung des Saales und die Beschaffung der Kostüme, denn ohne die weiseste Sparsamkeit
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* Aiu steuer pariser Zechpreller-Fric. In einem der ersten Boulevard-R?staurantS der französischen Hauptstadt ließ sich dieser Tage ein elegant und sicher auftretender Kavalier ein Dutzend holländischer Austern trefflich schn ecken BIS er ven Inhalt der letzten Muschel hinunter schlürfte, stieß er einen Schrei aus — um ein Haar hätte er eine Perle verschluckt von außer- oewöhnlicher Größe. Er läßt daS Meereswunder bei seinen voller Neid die Augen aufreißenden Tischnachbarn die Runde machen. Einer der Gäste -- fein
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(Nachdruck verboten.)
Seit Pfingsten hatte fie mit Einstudiren begonnen — und jetzt hatten wir Anfang Dezember. Es war keine geringe Aufgabe gewesen, diesen kleinen unwissenden, nicht begreifenden Schulmädchen die Verse des schwungvollen Melodramas einzutrichtern, das die Lokaldichterin eigens für den wohlthätigen Zweck gedichtet hatte.
Die Worten lagen dem kindlichen Verständniß möglichst fern und es war eine schauderhafte Quälerei für die Kinder und für Frau Angelica gewesen.
Allein es mußte sein, denn die Dichterin war eine recht einflußreiche Dame und durste durch eine Zurückweisung ihre» Opus bei Leibe nicht beleidigt werden.
Frau Angelika hatte oft selbst nicht recht gewußt, was die Phrasen bedeuteten. —
Aber nun wußten die Kinder ihr Pensum glücklich auswendig und man konnte mit dem Arrangement der lebenden Bilder beginnen.
Es sollte eine Wohlthätigkeitsoorstellung werden und von dem Erlös hofften die Damen des Vereins fünfzig Kinder kleiden zu können am hl Christabend.
Frau Angelika sollte die Vorstellung leiten, denn sie galt für energisch und hatte viel Organi- ationstalent.
Sie war eine Dame von hervorragender christlicher Milde und ein schönes, lebendiges Mitleid verband fie mit ihren armen Brüdern unb Schwestern.
Deshalb hatte sie nicht gewagt. „Nein" za sagen, als man sie mit der Aufgabe betraute.
„Mit dem Liebeswerk" — wie die Präsidentin salbungsvoll sagte.
„Ja, gewiß, der Zweck war der denkbar edelste. Allein der Weg zu diesem Zwecke schien mit sehr spitzen Steinen g> pflastert.
Zuerst sagte die Tochter der Präsidentin ab,
zimmer und Zubehör zu ver- [5843
Helfershelfer — schätzt die Perle auf 12,000 X. unter B übern und ervietet sich einen Abnehmer dafür aus- findiz zu machen. Der «usternrffer aber will sich um keinen Preis von seinem Funde trennen. Zur Feier der glücklichen Ereignisses ließ er nun ein tueullischeS Diner auftragen, bei dem 1864er Je bannesberaer und Heidsieck Monopole in Strömen fließen. Im " ‘ ‘ Zahlens händigt der Held des TageS dem
aufwartenden Ssnymed seine kostbare Perle ein, damir der Wirth fie so lange als Pfand behalte, bis er eine» Sachverständigen zur Stelle geschafft habe. — Der ge- prellte Hotelier harrt noch heute auf die Wiederkehr fetne8 feinen Kunden, der eine Diner für 300 ^ verzehrt und eine kaum 10 Pfennig kostende Perlenimitation
hätte man leicht ein Defizit statt eines Gewinnes entgegen und hielt ihr ein zerknittertes Brieschen hin. Die Waschfrau bat um das Kommen der
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Frau Angelika war lebenslang eine einfache gnädigen Frau.
Frau gewesen, die in herzlicher Frömmigkeit und einsacker Wohlthätigkeit dahin gelebt hatte — jetzt ober trat etwas Neues in ihr Leben — eine Art Ehrgetz, eine gewisse Freude an den vornehme!! und hervorragenden B kanntfch asten, welche die Wohlthätigkeits-Vorstellung ihr vermittelte, sie fühlte sich aus ihrer einfachen Bürgerlichkeit empor- gehoben in die Reihen der ersten Gesellschaft und empfand darin eine Genugthuung, deren sie sich
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wurde sie ärgerlich.
„Himmel, wie schlecht das paßt! Du mußt sehen, Sina, daß die Putzerin aushilft — ich habe keine Zeit, mich darum zu kümmern." Handel mußte ausgetragen werden. Unbeirrt j Sie fragte nicht einmal, was der Frau schritt Frau Angelika vorwärts, mitten durch! fehlte — die Köchin stand einen Moment still " ‘ " — sollte sie der gnädigen Frau sagen, daß die
Wäscherin an Typhus zum Sterben lag? — Nein. Die gnädige Frau stand ja schon wieder vor dem Spiegel und probirte die Frisur für übermorgen. Sie hatte den Kopf zu voll, man du-ft- M, «M.
Am nächsten Tage, als Frau »ngettia tm »en auf ben liegen sehen." - Mädchen: .Ach Begriffe stand, zur Generalprobe zu fahren, trat ®ott, Madame, dann gchts Ihnen gerade so wie mir, ihr vor der Hausthüre ein kleiner blasser Junge ich kann auch so schlecht sehen."
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