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*1,,J*r P-»z«ll«, t» Filta. * mit Anlerhattungs -Aeikage „IssuKrirle Somitags-Zeitung"
JK 292
$u£öa Freitag den 20. Dezember 1901
28. JahrgMg.
O Die polnische Bewegung hat augenscheinlich ihre» Höhepunkt noch nicht erreicht. Jedenfalls übertrifft das Wahlflug« bWt des Praca-Verlages alles bisher Lage« «esene dieser Art an LetdenschastlichkeU. ES ist das das angekündigte Flugblatt, daS den Feldzug einleitrn soll zur Betreibung polnischer Wahlen und damit zur Bekämpfung der ^Gnttrumsabgeordneten in Oberschlefien. Die oberschlefischen Pole» selbst haben, wie bekannt, vor kurzer Zeit in einer gemeinsamen Erklärung kundgethan, daß sie keinen Krieg mit dem Zentrum wollen, daß fir im Gegentheil die großen Vorthetle eingesehen haben, die ihnen die Wchluntrrftützung deS Ce«trumS bringt. Jetzt sollten sie im ureigensten Interesse der Sesammthett des Polenthums nachdrücklich ein- schreiten gegen die leidenschaftliche Hetze der Uebernationalea unter ihnen, die nur dem HakatismuS Freude und Nutzen bringt, weil str tzm stets von Neuem die erwünschten Hand- .haben darbietet zu immer neuen Druckmaßregel» gegen die Polen im Allgemeinen.
In der genannten Wahlfluaschrift ist die Rede von der „brutalen Gewalt", die in der Schule, in der Krrche und in alle» wohl, thättgen Anstalten auSgeübt wurde durch Vrr- deutschu»gSbestrebungen; und nun soll Abhilfe dieses „qualvollen Zustandes" geschaffen werden durch „die Wahl nationalpolnischer Abgeordneten, für die eS weder im Centrum noch in einer anderen deutschen Partei einen Platz gebe nsw." Dir Deutsche« find in den Augen der Verfasser dieser Hetzschrift „Barbaren", die „fich äußerlich mit Lumpen der Kultur schmücke», aber die Zeichen der Menschlichkeit von fich ab- gewischt haben". Die deutsche» Gelehrten und Priester werden beschuldigt, daß sie „mit gauklerischer Winkeldreherei die volksfresserisch«» Instinkte ihrer Regierung in Lumpen der Wissenschaftlichkeit kleiden ..." — nun, einen Fürsten Radziwill wird kein vernünftiger Mensch der Gesinuungsgemeinschast mit jenen Leuten an. klage», wenn er im Reichstage eine Jnterpella. tion der Wreschener Vorgänge wegen einbringt. Thatsächlich ist ja gerade er mitsammt der ganzen polnischen Reichstags • Fraktion zum Lohne für jene Interpellation mit Schmutz be« worfen worden. Aber um den ganzen Umfang der polnischen Bewegung kennen zu lernen, die ganze Leidenschaftlichkeit, bis zu der ein Bruch« theil der Palm vo» heute sich erhitzt habe», darf ma« solche Kundgebungen wie jene Hetzschrift des Praca-Verlages nicht übersehen. Zum Nationalcharakter der Polen gehört eine leicht reizbare und schnell zu Riefenflammen auf« lodernde Leidenschaftlichkeit in nationalen und politischen Dinge», und bis heute haben wir in den allermeisten Fällen die bedauerliche Wahr« »ehmung machen müsse«, daß die Ultranationaben unter den Polen gerade durch ihre Hetzerei
KeLöste IesseLn.
Orginalnovrlle von Felix Lauth er.
8) ------(Nachdruck verboten.)
„Sie haben Recht, mein junger Freund", entgegnete Erhardt, „eine schwere Aufgabe ist rS, der Sie sich ka zu unterziehen habe». Sie kämpfen gegen eine» Popanz, der de« Leuten heutzutage so verehrungSwürdig ist, wie b« alten Egypten, der Stier des Apis gewesen fein mag. Und so wie jene sich gänzlich gegen den frischen Luftzug einer höhere«, freiere» Kultur und ihrer Eindrücke abschloffen und deshalb innerlich erstarrten, fich selbst mnmifirten, bis sie an dieser Abgeschlossenheit zu Grunde gingen: So schließt sich auch die heutige vornehme Welt i» die eigen Grenzen ihrer Bor- urthrcke eia, und zwar so entschiede» und un- durchdringlich, daß kein Hauch freien, charaktervollen Lebens in diese steife Masse eindringen kann, um str zu befruchten, zu oerfllfftgen. Und da ist es des» freilich ei« heißes und oft vergebliches Bemühe», diese chinesische Mauer zu Überklettern."-
Eine Pause trat ein. Gesenkten Hauptes schritte« die beiden Männer neben einander her. Der Rath brach endlich das Schweigen.
„Ich weiß wohl ei» Mittel", sagte er, indem er? Erwin» Hand ergriff, „welches den Sieg auch über schlimme Vorurtbeils erhoffen läßt. Das ist die Arbeit, eiserne Arbeit, nie rastende, «ie ruhend« Arbeit. Diese trägt in fich die Gewähr deS Erfolges. Und der durch Arbeit und
immer mehr und mehr Anhang gewannen. DeS« wegen darf man solche Einzelerscheinungen in ihrer Bedeutung nicht urtter schätzen, sondern muß ihnen ein aufmerksames Auae widmen, um nicht eine« Tages unversehens von E ttgmffin überrascht zu werden, an die man vorher gar nicht gedacht hatte.
Namentlich daS Eine ist oedauerl ch und gefährlich, daß jene Hetzereien der Heißsporne auch gegen die berufenen Vertreter der Knche fich richten. Was dabei herauSkommt, das ist nichts Anderes als die Stärkung der Sozialdemokratie; denn derjenige Pole, der in Obrrschiefie«, nament lick im Oberschlefischen Jadustriebezirke, der Ehrfurcht gegen die Kirche abwendig gemacht wird, ist der Sozialdemokratie mit tödlicher Sicherheit verfallen. DaS weiß Jeder, der auch nur ober- flächlich die Verhältnisse kenne« gelernt hat, auf die eS hier ankommt; und gerade darum ist die Handlungsweise jener planlos wühlenden Heißsporne doppelt bedenklich. Rach wie vor kann man fich nicht ganz deS Eindruckes evtschlagsn, als sei die Abwehr der befohlenen Polen gegen diese Umtriebe nicht in dem Maaße vorhanden, wie eS zu wünschen wäre im Interesse des friedlichen Beisammenlebens der Deutsche» und der Polen in den deutsche» Ostmarken und im In- teresse der polnischen Allgemeinheit selbst.
Zu den Folgen jener Umtriebe gehört eine fortgrs tzte Verschärfung der Maßregeln der Regierung. Uebereinstimmend wird aus Berlin und aus dem westfälischen Jnstustriebe-irke berichtet, daß nach den Weisungen der B-hördm in allen öffentlichen Versammlungen nur poch die deutsche Sprache angewandt werden soll. An der polytechnischen Hochschule in Braunschweig wurde der polnische Lesrorrkin aufgelöst; in der Provinz Posen sollen B spceckungen der Wreschener Vorgänge in Versammlungen überhaupt nicht mehr gedula-t werde« — den Schaden haben immer die Polen, und die l-tzte Folge bleibt eine fortgesetzt gesteigerte Vrr- schärfung des unbehagliche« Behältnisses zwischen deutscher und polnischer Bevölkerung in Deutsch- lsntz!
□ Kaiser Wilhelm und die Kunst.
Da» kaiserliche Paar hat am Mittwoch dem Pergamon-Museum einen Besuch übgestattet, nachdem die letzte Gruppe in der Siegesallee enthüllt worden war. Auf die Einladung des Kaisers erschienen später im Schlosse die Künstler/die daran brtheiligt sind. Bei der Abendtafel im Berliner Schlosse hat dann der Kaiser eine bedeutungsvolle Rede gehalten, die am heutigen Donnerstag in ihrem ganzen Wortlaute durch das Drahtbureau der Regierung verbreitet worden ist. Wer noch nicht ganz versunken ist in die Ausschweifungen und Geschmacklosigkeiten der modernen Mißkunst, namentlich in der Malerei und im Kunstgewerbe, wird dem Kaiser für dieses Wort zu rechter Zeit aufrichtigen Dank zollen. Ein Wort aus solchem Munde wirkt gerade in solchen Dingen oft mehr, al» eine ganze Fluth von Schriften, Kritiken und Vorträgen. „Wenn die Kunst" — so sagte u. A. der Kaiser — „weiter nichts thut, als das Elend noch scheußlicher hinzustellen, als es schon ist,
Energie errungene Erfolg ist doch schließlich dar Ausschlaggebend«."
„Erfolg!" wiederholte Erwin, indem er tief aufseufzte. „DaS ist's ja gerade, woran ich verzweifle."
„Erwin", sagte der Rath jetzt mit einer Gr- berde, die etwaS Befehlendes hatte, „die Verzweiflung ist das letzte Befitzthum schwächlicher Charaktere, feiger Kreaturen, die nicht drn Muth haben, den Kampf ums Dasein in seiner ganzen Schwere aufzunehmen; sie ist daS Befitzthum derer, die sich selbst verloren haben und baren; verwaist find. Unb Me, junger Mann, der Sie sich im Vollbesitz Ihrer Kräfte, Ihrer schönen Talente befinde»: Sie wollten gleich jenen Hafen- üßen vergessen, daß dar Lebe» auch eine» Zweck, ein Ziel hat, und daß Sie vor Ihrer Manues- khre verpflichtet find, diesem Ziele zuzustreben, den Zweck zu erfüllen?"
Erwin war besiegt. Diese« entschiedenen Worten wußte er nichts entgegenzuhalten.
Und wenn er sich's recht überlegte: wir sehr kamen ste rhm eigentlich auch vom Herzen.
Gewiß! er wollte nicht verzweifeln. Er wollte ren Kampf aufnehmen mit den feindlichen Mächten, er wollte sehen, wer stärker war: er oder das abscheulicher Gespenst, das fich ihm entgegengestellt, um seine Hoffnungen zu brechen, eine Zukunft zu vernichten.
Und da fiel ihm ein Augenblick ein, in dem er ganz ähnliche Gedanken gehabt, wie in dieser Stunde. War daS nicht eine Vorahnung ge» wifiv? Ja, do» den Gefangenen hatte er ge» pro chen, deren Fesseln nach der D rbüßung ihrer Strass gelöst würden, und von jenen andere« Ge
därm ve, sündigt sie sich damit am demschen Volle. Die Pflege der Ideale ist die g'ötzte Kulturarbeit . . . Soll die Kultur ihre Aufgabe voll erfülle«, dann muß sie bi« in die untersten Schichten des Voltes hindurch gedrungen fein. Das kann sie nur, wenn die Kunst die Hand dazu bietet, wenn sie erhebt, statt daß fte in den Rinnstein niedersteigt. Ich empfinde es al« Landesherr manchmal recht bitter, daß oie Kunst in ihren M ister» nicht energisch genug gegen solche Richtungen F ont macht . .
Und noch ein anderes wichtige« Thema berührte der Monarch mit folgenden Motten:
„Die Kunst, die zur Reklame heruntersteigt, ist keine Kunst mehr, und mag sie hundert Mal und tausend Mal gep-iesen werden. Das Gefühl für das, was häßlich oder schön ist, hat jeder Mensch, mag er noch so einsach fein, und viefeS Gefühl im Volke zu pfl-gen, dazu brauche ich Ste alle, und daß Sie in der Siegesallee ein Stück solcher Arbeit geleiflei haben, dafür danke ich Ihnen ganz besonders . . . Ueberall macht fich bemerkbar ein ung-hrurer Respekt für die deutsche Bildhauerei. Möge sie auf dieser Höhe stets stehen bleiben!"
Im An,«bluffe an das, was der Kaiser in dem neu eröffneten Pergamon - Museum gesehen hatte, sagte er vorher »och:
„Wie ist es mit der Ku st überhaupt i» der Weh? Sie nimmt ihre Vorbilder und schöpft auS den Orelle« der großen Mutter Natur, und diese, die Natur, trotz ihrer großen, scheinbar ungebundenen, grenzenlosen Freiheit bewegt, fich doch «ach ewigen Gesetz n, die der Schöpfer fich selbst gefitzt hat, und die nie ohne Gefahr für die Entwickklung der Welt überschritten oder durchbrochen werden können. Ebenso ist eS in der Kaust; und beim Anblicke der herrlichen Ueberreste aus der alten klassischen Zeit überkommt einen auch wieder dasselbe Gefühl: hier herrscht auch ei» ewiges, sich gleich bleibendes Gesetz der Schönheit, daS Gesetz der Harmonie, das Gesetz orr Aesthrtik. Dieses Gesetz ist durch die Alten in einer so überraschenden, so überwältigenden Weise und vollendeten Form zum AuSdrucke gebracht worden, daß wir mit allen modernen Empfindungen und allem unserem Können stolz darauf find, wenn unS gesagt wird bei einer besonders guten Leistung: das ist beinahe so gut, wie es vor 1900 Jahren gemacht worden ist — aber beinahe . . . .!
Den Worten deS Kaisers möge der Erfolg nicht fehle«! Gerade unsere wohlhabende«, vornehme«, tonangebenden Kreise find schuld daran, baß die moderne Mißkunst solche Fortschritte mache», solche Erfolge erziele«, solchen Umfang gewinnen konnte. Der moderne Stümper sammelt Rrichthümer; der gottbegnadete Küastler, der den Nacken vor der modernen Ku'stsurie nicht beugt, nicht die Führer dieser sogenanuten moderne» Kunst umschmeichelt, blüht als armes, verkanntes u»d verspottetes Blümchen im Verborgenen. Möge der Anstoß, den der Kaiser gab, mächtig weiter wirken; möge der Kaiser wieder uns wieder seine Stimme in diesem Sinne erschallen lassen, daun wird er auch gehört werden. Denn gerade die Vornehmen und Reichen find es, die de» widerlichen Umsturz in der Kunst Haupt-
fangentn, die gebanut seien durch die F-ffeln der Konvention, von denen fte sich nie befreien könnten.
Und wer war eS da gewesen, der der Hoffnung Blüche in fein Herz gesenkt? Wie ein Blitz durchzuckte es den armen Erwin, da er an sei» Gretchen dachte, die Holde, der er fein Leben hatte weihen wolle», und deren Besitz ihm nun ewig versagt bleiben sollte.
Wirklich? Sollte er es? Gab es keine Aussicht auf Erlösung und Erfüllung? Erwin hätte einen weniger gesunde« Sinn habe« müssen, um ganz die Flinte i«S Korn zu werfen. Was hatte doch der Rath soeben gesagt? Arbeit! Ja, Arbeit, das sollte jetzt die Devise fein. Wie süße Musik klang ihm das Wort in die Ohren und le* Klang fand in feinem Herzen tausendfachen Widerhall.
Der gute Rath Erhardt, der lautloS «eben Erwin einherging, hatte wohl gemerkt, was fich ix diesem Augenblicke in der Seels seines jungen Freundes abspielte.
Er freute sich herzlich des Erfolges, de« er mit fehlen Ermahnungen bei dem Jüngling erzielt hatte, den» er'hatte ihn aufrichtig lieb gewonnen, und da er selbst vereinsamt in der Welt dastand, so «ahm er an Erwins Geschick einen so lebhaften Antheil, alS ob dieser fein eigen Kind wäre.
Er blieb vor Erwin stehen, ergriff seine beiden Hände und schaute ihm grade in die Augen.
„Top, Erwin, die Sache ist abgemacht und unser Bündniß ist geschloffen, nicht wahr? Und da Sie mir versprochen, wacker auszuhalten, so soll Ihnen meine Unterstützung nicht fehle». Was nur immer in meinen Kräften steht, ich will eS
sächlich verschulde». Möge das Häßliche endlich wieder aufhöre«, alS schön zu gelte« und nur wieder daS Schöne als schön angesehen und gerühmt werden!
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Deutsches Ketch-
Berlin 19. Dezember.
X Katholisches an IlsiverfiiLten und Kochfchnlen. Früher hat einmal der preußische Kultusminister vo» Puttkamer im Landtage die Erklärung abgegeben: Wen» für die Besetzung einer Professur in Münster zwei gleich tüchtige Grlehrtr in Frage kämen, dann würde die Unterricht«oerwaltu»g dem Katholiken unter ihnen den Vorzug geben. Nichtsvestoweuiger hat Münster auch schon »»cht kathol. Professoren der G' schichte und der Philowphie gesehen, und sicherlich wird im preußischen Abgeordnetenhanse bei der Elatsberathung auch diesmal wieder von dem katholischen Charakter der Münstersche» Hochschule die Rede fein, wo die Forderungen der Regierung für die Erweiterung derselbe» zur Debatte stehen werden. In Preuße» gibt eS konfessionell evangelische Univ?r fitSte», nämlich Halle und Königsberg; warum soll also nicht der katholische Charakter der Hockschule in Münster anerkannt werde» ? — Eme nicht scköne Bervächli- gung hatten die ,B«rl. Reuest. Nachr/ gegen die Art der Ausbildung des katholischen Klerus in Eisaß-Lothringen ausgesprochen. Das Blatt hatte in einem Leitartikel, der „Die Freiheit der Wissenschaft und Professor Spahn's Ernennung" überschrieben war, folgendes geschrieben:
„Wird find nicht darüber unterrichtet, ob die „akademische Ausbildung des reichsländischen „Klerus fich lediglich in de» Priesterseminare» „vollzieht, oder ob die Studenten nicht größten- „theils noch auf ausländische höhere Lehra»- „fialten geschickt werden — auf deutsche Uni- „verfitäten sicherlich nicht.
Gemeint hatten die ,verl. Reuest. Nachr/ natürlich französische Lehranstalten. Nun müssen ste «ach einer Zuschrift, die sie erhalten, fich selbst in folgender Weise berichtig-»:
„Die Antwort lautet: Lediglich in den Priester- „semivaren von Srraßburg und Metz. Bon „ven in Straßburg geweiht.-» Priestern gehe« „einige, von dm in Metz geweihen we „später noch auf deutsche Universitäten, hauptsächlich »ach Würzburg und Akademie Münster, „seltener «ach Freiburg und München, um sich „daS Zeugniß der Befähigung für das höher« „Lehrfach zu erwerben. Aus französisch« „Lehranstalten geht Niemand!"
4- Die Novelle z«m Körsev-esetze ist also nun wirklich als ein Antrag Preußen- im BundeSraihe eingetroffen und den zuständige» Ausschüssen überwiesen worden. Der Vater der Novelle ist bekanntlich der preußische HandeiS- Minister Möller, der damit ein Versprechm einlöst, das er in einem unbewachten Augenblick? gegeben hat. Jedenfalls wird der Entwurf dem Reichstage nun auch noch i» diesem Winter zugehen — zu allen de» nothwendigm Dmgen auch »och ein recht überflüffizeS Ding! lieber die Sache selbst ist genug getagt worden.
für Sie thu». Und wenn eS möglich wäre, daß ein Mann, wie ich. Sie für be« Verlust bei Vaters entschädigen könnte — Erwin — ich will versuchen, Ihnen zu ersetzen, was Sie eingebüßt, ich will —"
Erwin ließ de« Rath nickt ausreden. Thräne» stürzten aus seinen Auge», stürmisch schlang er feine Arme um den Hals des Freunder und küßte und herzte ihn . . .
Und dieser ließ «8 sich ruhig gefallen. Wie war es doch Erwin zu Muthe? Ha-tte sei« Vater ihn nicht schon als kleines Kind barsch zurückgewiesen, wen« er ihm genaht war, um ihn zu liebkosen? Und welche kindliche Freud« empfand er jetzt! Welch ein herrliches Gefühl mußte es doch sein, einen Vater zu haben, eine» liebenden Vater!
„ES wird Zeit, daß wir heimkehren", sagte endlich der Rath, indem er sich die Thräne» auS den Auge« wischte.
„Kehren wir heim", stimmte Erwin ruhig ein, „die Mutter wird sich bereit- ängstigen um mich. Aber ehe wir uns trenne», muß ich Ihne« noch ein Geheimniß anvertrauen, das ick vor Ihnen habe. Ich könnte eS nicht aus dem Herze» behalten, ohne mir die bittersten Vorwürfe z» machen. Denn vor einem liebenden Vater darf der Sohn keine Heimlichkette» haben."
„Nun den», so bekennen Sie", sprach der Rath.
Und nun begann Erwin dem Freunde seine HerzenSgeschichte mitzuthttlen. Er erzählte alles, bis i» die kleinsten Einzelheiten, es lag ihm daran, den Freund klar sehen z« lassen bis auf de» tiefste« Grund seiner Seele.
Aufmerksam hörte der Rath z». AIS aber