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JukÄa. Donnerstag den 19. Dezember 1901
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+ ^r»t«sta«1isir»»g i« de« deutsche« HstmarKe«. Ja bemeik.nSwerther Weise spricht sich die konservative ,Kreuz-Ztg.' über die Be- stedelung des deutschen Osten« mit deutschen bäuerliche« Elementen aus: fie meint, in erster Reihe müffe der Staat bei seinen AnfiedelungS- befirr bungen anf die Gründung zusammenhängender deutscher Bauerngemeinden bedacht sein, nicht auf die Ansiedelung einzelner deutscher Bauer» mitte» unter den polnischen. Dabei soll nach dem guten Rathe des konservativen BlattrS „alles vermieden werden, was den Anschein erweckt, als ob die Förderung des Deutsch- ________o_______ _________t,___
ihumS in den Oft marken in den Dienst kon»! Hörer aus den Kreisen der Abgeordneten ist br- feistoneller Propaganda gestellt werden rechtiat, über diese Verhandlungen in dir Oeffent«
solle* — al'o in den Dienst der P-otestavti- srrung des Ölens! „Rur wenn Sie ko-ftff!0''ell? Parität gewff-nbaft beobachtet wird, lst rs wöi- iich, der unseligen F.kiion, daß katholisch mit polnisch gletchbeneuteua sei, ein Ende zu machen." Von dieser „A ktion* war beispielsweise niemand Geringeres einpenomme«, als der erste Kanzler des Dentfchen Reiches!
konnte, ein Mensch, der in allen Kreisen sich der wärmsten Sympathien erfreute- der der Liebling seiner Lehrer und der Freund eines jeden reifere« Mannes war, der Se rgenhert hatte, sich von seiner gedir enen Lcber<Sanschauuna und tadellosen Sbrenhafttgke t buch persönliche Br- rührung z \ überzeugen.
Daß eine solche Frucht einem so parasitischen Baume entsprießen konnte, war freilich ein Wunder. Denn fast alles, waS Erwin an Bildung und Charakterreiie besaß, hatte er sich durch Selbsterziehung aneignen müssen.
Die Mutter, die in Gram und dumpfem Kummer dahinlebte, war durch den beständigen GewiffenSdruck, welcher auf ihr lastete, viel zu apathisch, als daß sie sich einer sorgfältigen Beaufsichtigung ihre- Sohnes hätte hingeben können und mögen.
Sie begnügte sich damit, an feiner Entwicke-! ung freudigen Antheil zu nehmen und seine Fortschritte mit dankbar inniger Genugrhuvng zu begleiten. Sie konnte in Thränen zerfließen, wenn sie ihren Erwin von irgend Jemand loben hörte, oder wen» er irgend eine» Erfolg I errungen hatte, wenn es auch nur ein ganz winziger war. Er war ihr Stolz und das nzige bischen Jntereffe, das fie noch am Leben hatte.
Erwin ward durch die widrigen Verhältniffe m Hause der Eltern zu doppeltem Fleiß und Eifer angespornt. Er hatte von Kindheit an »aS instinktive Gefühl, daß er sich aus diesem I leitet zu einer freien Existenz durchringeu müffe. Täglich und stündlich sah er das Elend
* Hebet MaD««-«e« Deutschlands gege« De«ez«ela wttd in der englische» und amerikanische» Preffe allerlei gemunkelt. Rach einer .Herald'-Depesche aus Washington soll Deutschland den Bereinigten Staaten seine Abficht notifizirt haben, Venezuela zur Zahlung seiner gerechten Forderungen zu zwingen. Dabei habe eS versichert, eS habe keine Absicht, irgend einen Hafen, den es zu befetze» für nöthig finde, dauernd zu halten. Die amerikanische Regierung habe erklärt, nicht intervenireu zu wollen, so lange nur Maßregel» zur Erzwingung der Zahlung getroffen würde». Eine Intervention werde nur dann fiatlfiude», falls eine europäische Nation amerikanische« Gebiet dauernd besetze. Der Kreuzer „Top?ka* i» ten Mutter lag, der schier das Herz breche» wollte beim Anblick des fahlen, verstörte» Antbtzrs ihres sonst so frischen munteren Jungen, da hätte er sich so gerne ausgeweint wie ein Kind Und doch wollte keine Thräne aus seine» heißen, trockenen Augen rinnen: der Schlag «ar zu schwer.
* * *
. Schon breitete sich die Abenddämmerung wie | ein trüber Schleier über die Erde. Hinken am I Horizonte zeigten sich die letzten Glutyen der untergeheuden Tonne, die einen entzückenden Frühlingstag bestrahlt hotte. Das Menschengewühl, das in der Bellevue, der schönste« Promenade R 's und dem auSerwählteu Stelldichein der dort'gen Hanlevolöe gedrängt hatte, । um balsamische FrühlingSdüfte einzusaugen, hatte sich bereits zerstreut. Rur noch vereinzelte Spaziergänger bewegte» sich im Schatten der großen Linden, welche die Promenade «m» säumten.
Ein älterer, hochgewachseuer, eleganter Herr, das interessante Gesicht umrahmt von einem stattlichen, graumelirten Bollbart, ging zu dieser Stunde an der Seite eines jungen, fast ebenso großen, doch sehr viel schlankeren Manne» in der Bellevue auf «»d nieder. Die beiden waren in ein eifrige« Gespräch vertieft.
„Wa« nun?* fragte Erwin, der Jünger« dieser beide», nach einer längeren Pause, indem er den Aelteren mit einem Blick ansah, in dem sich Hoffnung und Angst zugleich ausdrückte.
„Vor Allem dürfen Sie den Muth nicht sinke« lassen*, entgegnete Erwins Begleiter, der Land-
ch er gaezen Habe vor ihren eignen Augen ' verbrannt, zerstört, vernichtet. Ei-?e E g- länhertH, die in diesen Tagen ous Sü, ofrika in London ankam, hat sich s-ldst über- zenqt davon, daß die meisten Burenfrauen nichts weiter in das Lager mitbringen durften, als die Kleider, die sie aif dem Leibe trugen; und nach gleicherweise übereinst mmende« Berichten ist die Nahrung, die den armen Gefangenen verabreicht wird, außerordemlich unzureichend und schacht. Die Lagerzelte gewähre» nicht genügenden Schutz gegen die Nndilve« de« Wetter«; kurz und gut: die Mißhandlung de« Burervoike« durch da« „stolze Albion* ist auch i» diesem Punkte über alle Maßen entsetzlich.
Tie amtlische» englischen Darstellungen verdienen keinen Glruben. Wenn die britischen Behörden ein gutes Gewissen hätten, würden fie nicht die Leute, die mit Schilderungen der südafrikanischen Zustände an die O-ffentlichkeit treten, verfolgen und an dieser Thätigkeit mit Gewalt zu verhindern suchen. So ist e« geschehen mit der häufig in den Blättern genannte Miß Hob- house. Sie ist ganz einfach von den englischen Behörden aufgegriffen worden und wird nun irgendwo eingesperrt gehalten: aber wo, erfährt kein Mensch!
. Deutsches Keich«
Berlin 18. Dezember.
• Kei« preußisches Schulgesetz I» diesen Tagen erschien in der Presse die Anküu- bigang, dem preußischen Landtage werde in semer bevorstehenden Tagung nun doch daS schon so oft in Aussicht gestellte neue SchuldotatiouSgesetz zugehen. Diese Ankündigung wird in einem halbamtlichen Organ jetzt als unzutreffend bezeichnet. „ES handrlt sich dabei — so schreiben die ,Berl. Polit Nachrichten' — um Organi- fationSfrageu äußert schwieriger, aber für die ganze Gestaltung des gesetzgeberischen PtaueS durchaus grundlegender Art. Neber htefe sowie über eine Reihe dabei in Betracht mmender Fragen allgemeiner Art ist von der NtterrichtS- Verwaltung eine umfassende Ber-ch erstattung seitens der Provinzialbehörde« etfotbü t worden. Der Termin für die Einreichung dieser Beruhte ist erst vor kurzem abgelaufen ... Bei dieser Lage der Dinge erscheint eS ausgeschlossen, daß über die Vorlegung eines SchuldotattovsgefetzeS! in der nächsten Tagung innerhalb der Staats- regiernng bereits Beschluß gefaßt sei» tonn." j
6 h llu s>« aaf das 1. Ouarlsl 1902 der .Fuldaer Zeitung*werde« fort- w 'vr-nr» voa alle« Postanstalleu, Laud- brteftrdget« und von unserer Expedition (Harmonie) eulgegengenommeu. Diejenigen, welche die Zeitung schon jetzt be« stell a erhalten dieselbe bis Ende De- zember foftenfrei.
[1 Die englisch. Konzentrationslager.
Die Zustände in den sogen. KonzentrationS. Lagern tn Südafrika, in denen die Engländer Tauiende und »bertaaferbe von Männern, Frauen und Klnder» der Baren untergebracht haben, spotten 1-ber Beschreibung und erregen die Entrüstung aller Kulturvölker. Diese Lager sind in ber Schweiz und m Belgien zum Gegenstände parlamentarischer Verhandlungen gemacht worden. In der bdgi« scheu Abgeordneten-Kammer war von dem sozia- ltsttschen Abgeordnete» Vanderoelde ein Antrag eingebracht worden, bte Kammer möge in einer Entschließung ausspreche», baß fie tief be wegt sei über die Sterblichkeit in den Lagern, und baß fie h»ffe, die britische Regiernng werde die nöthigen Maßnahmen zur Herabminderung der Sterbi chkeit ergreifen. Der Antrag entsprach ohne Zweifel er Gesinnung ber ganzen Kammer, was ber katholische Abgeordnete Francotte feststellte, indem er sagte, die belgische öffentliche Meinung hab sich -n diesem Anträge auSgedrückt. Aber da ’n R -4'ei ung jegliche Einmischung in bie eng- liW A aeleaenheiten ablehnte, begnügte sich bie Kamm r mit ber A »ahme einer Entschließung, di- Sl.il'tSminister Woeste selbst vorgeschlagen halte: „3<n Bewußtsein ber Pflichten, welche bie Neutral, ät ihr auferlegt, und in ber Ueberzeu- gung, a ß die Kriegführenbr» sich hie Pflichten ber Menschlichkeit angtlegen sein lassen, geht bte Kammer zur Tagesorbnung über." Der Bundes tatb bet Schweiz hat es ebenfalls abgelehnt, sich seine Haltung vorschreibe» zu lassen, aber er hat auf ben entsprechenden Antrag der BundeSver- sammlung geantwortet, er werbe ben Antrag prüfen, jedenfalls keine Entscheidung treffen, die als eine unberechtigte E umischung in fremde Händel aufgelegt werden könnte.
Die britische Regierung hat jüngst amtliche» Bescheid gegeben über die Zustände in de» Kon- zentrationSlagern. Danach find in diesen «ährend der Zeit vom Juni bis zum Momtt November nickt weniger als 12441 Personen gestorben, darunter 10113 Kinder. Die Se- sammtzahl der weißen Flüchtlinge in den Lagern wird auf 117 964 angegeben — welche ent» setzlichen Ziffern schon in dem amtlichen Berichte der britischen Regierung! Die Engländer behaupten immer, die Flüchtlinge seien alle frei- willig in diese Menschenpferche gekommen und womöglich sehr froh, daß fie darin feien. Aber aus den Berichten von Augenzeugen geht das Segeuthell hervor: Danach find Frauen und Kinder maffenhast mit Gewalt aus ihren Häusern entfernt und in die Lager geschleppt worden. Ihre Häuser aber wurden mitfammt
! der Mutter vor Augen, und w e er fie leide» sah, so ergeben und fast ohne Klage, das schnitt ihm lief ins Herz hinein.
Ja, diesem Zustande ein Ende zu machen, bie Mutter zu erlösen aus dem Banne des Fluchs, her auf ihr lastete, ihr und sich eine ueue Heimath zu schaffen durch eigene energie- noHe Arbeit, durch eisernen Fleiß: das war Erwins Ideal, ein Zukunftstraum, ber ihn schon als Knaben eui das Höchste angespornt i batte, und der auch den Grift de« Jünglings mit unverminderter Kraft beherrschte . . .
Run hatte eS Ermin soweit gebracht, daß er in absehbarer Z>it btffm durste, das Ziel seiner Wü?sche zu erreichen.
Uvd um fein Streben und seinen Erfolg zu ! krönen, war ein lieblicher Enge! ihm erschienen, [ der ihm Rosen auf seinen Weg streute, eine ! Jungfrau, sie alle Vorzüge in sich vereinte, welche die kühnste Phantasie dem jungen Manne als daS Ideal der Vollkommenheit oorgaukeln.
Nur noch eine kleine Spanne Zeit, noch einige kraftvolle Anläufe und durchlaufen war bie Bahn, erreicht war daS Ziel und damit ba« Glück, das der gute Erwin in so reichem Maße verdiente.
And da — ba — tarn nun das grausame Schicksal, und mit gewaltigem Hieb zertrümmerte es daS stolze Schloß, das Erwin in seiner Phantasie aufgebaut, vernichtet all seine Pläne, begraben all seine Hoffnungen, geknickt rote ein stolzer junger Eichbaum durch ben Sturm, so sah Erwin feine Heimath wieder.
Und als er in ben Armen seiner verzweifel- |
* Die .Kreuzzig.' verlangt A«,fcht»tz her H ffeeetkichüeit bei ben KommisfionSderathungen über ben Zolltarif als eine „Forderung des gesunden Menschenverstandes''. Berichte in ber Q ff Sittlichkeit nur ber Kommission solle» unter» fast werbe», um bie Mitglieder „von einem ge- wiffen Druck, wie ihn bie lieberwachung durch bas Publikum »nd die Presse immerhin anSübf, zu befreien und der Regierung bie vertrauliche Behandlung von Mitthriluugeu zu sichern, welche dieselbe vertraulich behandelt wissen will. — Die .Freis. Ztg.' bemerkt dazu: Sollte dergleichen in ber Kommission geplant werden, so wird man sich auf sie ftiniger Seite an solche durch keinerlei Bestimmung der Geschäftsordnung gerechlferttgte Beschlüsse einfach nicht für gebunden erkläre« und dazu noch besondere Vorkehrungen treffe», um Alles, was für die Oeffentlichkeit Interesse hat und nickt einstimmig als vertraulich anerkannt wird, sogleich in bie Presse zu bringen. — Die ,Kreuzztg/ stellt den Aus-! sckluß ber O ffentlickkeit als Abwehrmittel gegen I bie Obstruktion hin. Wir wüßten nicht, wie in einer I Rommbffon Obstruktion möglich wäre. Kommis- I fio»en pflegen immer beschlußfähig zu fein unb I Abstimmungen verursachen daselbst keinerlei Zeit- verlnft. Die Verhandlungen ber Kommisfionen im Reichstage find, rote jedermann weiß, nicht öff nilich. Rar Mitglieder des Reichstages habe» tritt; nur Mitglieder des Reichstages 'find a> o in der Lage, Berichte Über die Kommisfions- vrrhaudlungen anzufertigen. Wenn also jetzt empfohlen wird, bie Oeffentlichkeit auszuschließe», so kam, bam t nut gemeint sein, baß jegliche Berichterstattung verboten werden solle. Würde I niemals oder v.kx in Ausnahmefällen über die I Kowm sst-mS-S hange» berichtet, so wäre ein i solches Verfahren nicht «eiter auffällig. Da eS aber Brauch ge j erben ist, über alle Kommisfions-1 Verhandlungen tu ben Zeitungen zu berichten, würde eine vollkowrnr» entgegengesetzte Handlungsweise jetzt in diesem Falle außerordentlich auffällig fein und wahrscheinlich Veranlassung sei« 8« allerhand Entstellungen unb Verdächtigungen. Daß anderseits Vieles ans diesen Verhandlungen nicht vor die O ssentlichkeit paßt und namentlich nicht zur Kenntniß des Auslandes zu kommen braucht, ist klar. Aber eS würde sich verhältnißmäßig I leicht eia Mittelweg finden laffen: Nämlich bie Einrichtung einer Berichterstattung von AmtSwegen und Ausschließung aller anderen Berichterstattung. Ein solches Verfahren würde ohne Zweifel die beste Lösung der Frage sein und alle nicht gewünschten Veröffentlichungen ans den Verhandlungen der Kommission hintanhalten. Denn es ist natürlich nicht richtig, wenn beispielsweise bie national- liberale Berliner .National-Zeitung behauptet: „Jedes Mitglied der Kommission und jeder Zu-
physische Personen . 1884
Nachlässe .... 885
Handelsgesellschaften. 128
Genossenschaften . . 8
and. Gemeinschuldner 87
Gelöste Jeffel'n.
Orglnalnovelle von Felix Lauther.
6) ------(Nachdruck verboten.)
Brannte ihr schon jeder unredlich verdiente Groschen in ber Hanb allein deshalb, weil eS unrecht Gut war, so wurde ihr Gram und Kummer noch erhöht im Hinblick auf ben geliebten Sohn, ber völlig ahnungslos unb ohne Kenntniß ber wirklichen Verhältniffe der Ettern sich ber ihm gewährten Unterstützung zu seinem Studium bedient hatte unb dessen ganze Lausbahn vernichtet werden konnte, wenn der Name seiner Familie nicht mehr fleckenlos und rein blieb
Die Angst und Sorge brachte die arme Frau zuweilen schier zur Verzweiflung und fie versuchte mit allen Mitteln, ihren Ehemann von ber verberblichen Bahn zurückzusühren. Leider ohne allen Erfolg. Denn Rothart hatte gegen Bitten wie Drohungen taube Ohren unb blieb verstockt. Er begann sogar zu toben unb zu wüt he», sobald seine Frau nur das delikate Thema berührte. Es gab dann im Hause gewöhnlich einen Skandal, Über den bie ganze Nachbarschaft zusammenlief.
Diese Aergerniß erregenben «eenen machten Rothart noch verhaßter in bet Bürgerschaft, als er es ohnehin schon war.
Die, welche ihn unb bie zerfahrenen Zu- stänbe in seinem Hause kannten, begriffen nicht, wie auS solcher Familie ein Sproß von so gut geartetem Charakter, wie Erwin, hervorgehe»
W Fahr- ti-
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I lichkttt zu bringen, roaS ihm beliebt/ Icke Augenblick kann die Aeheimhattuna gew'ffer Ber Handlungen allen Anweievden zur Pflicht g-m-rchl werden, wie dies sehr hä ft, zu gejchchen pflegt, I so namertlich oft in ber Budget Kommission unb in umfangreichem Meße bei den Kommisfions- berathungen fiter da« letzte F'ottengesetz Der Reichstag kann ferner beschließen, daß nur die erwählten Mitglieder einer Kommisfion ben Sitzungen derselben beiwohnen bfl fe». Aber ein solcher solcher Beschluß würde wiederum großes unb unnöihiges Aussehen erregen. Außerdem könnten ja bann noch immer Mitglieder der Kommisfion selbst allerhand Mtttheilungen auS den Kommisfionsoerhandlungen an bie O ffent« lichkeit und in bie Presse bringen.
+ M«dr««S z«r Marine. In dem Reichsetat für 1902 find zweihundert Seekadettenßelle« vorgesehen. Es liegen aber bereits 332 Anmeldungen vor. Die Zahl dieser Anmeldungen ist bisher im stetigen W chsthum geblieben, so baß kein Grund zu Besürchtungen vorliegt, al« könnte e« einmal bei un« an dem nöthigeu Nachwuchs für das Osfizietskorp« der R iegt flotte fehlen. Auch an Meldungen von Schiff» jun gen fehlt e» nicht. Durch die vorhandenen Meldungen | dieser Art ist der Bedarf für das Frühjahr nächste« Jahres ebenfalls gedeckt.
+ Konknrsstatißiü. Rach der vor läuft M ! Mittheilung des Kaiserlichen Statistischen «mts zur Konkursstatistik gelangten im dritte» Vierteljahr 1901 im Deutschen Reich 2337 neue Konkurse zur Zählung, gegen 1765 im zweiten Vierteljahr 1900. Es wurden 273 Anträge auf Konkurseröffnung wegen Mangels eines auch nur bie Koste« des Verfahrens deckende« Massebetrages abgewiesen und 2064 Konkursverfahren eröffnet; von letzteren hatte ber Gemeinschuldner in 1209 Fällen ausschließlich die Konkurseröffnung beantragt. Beendet wurden im dritten Vierteljahr 1901: 1845 (3. Vierteljahr 1900: 1539) Konkursverfahren, unb zwar durch Schlußver- theilung 1287, durch Zwangsvergleich 390, i« Folge allgemeiner Einwilligung 53 unb wegen MaffemangelS 115. In 618 beendete» Konkursverfahren war ein Gläubrgerausschuß bestellt.
Bon den 2337 neuen u. ben 1845 beendeten
Konkursverfahren be
trafen :