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M 288.
28. Jahrgang.
Iutöa, Montag, bett 16. Dezember 1901.
G Was nun?
Am 9. Januar wird die Zolltarif.Kom- m iss ton des Reichstages ihre erste Sitzung abhalten. lieber ihre Zusammensetzung ist tn diesem Blatte berichtet worden. Es ist vielfach ausgefallen, daß den Vorsitz in der Kommission nicht, wie anfangs gemeldet wurde, der Centrums-Ab- -geordnete Dr. Spahn führen wird, überhaupt rein Mitglied des Centrums, sondern der frei« konservative Abgeordnete v. Kardorf, der langjährige Vorsitzende der Budget - Kommission deS Reichstages. Dieser Wechsel tn den Personen ist nun nicht etwa als eine Niederlage des CentrumS oder als etwas dem Aehnliches aufzufaffen; er lag vielmehr in den Wünschen des CentrumS selbst. Die Vorsitzenden der Kommissionen werden in einer ganz bestimmten Reihenfolge den verschiedenen Parteien entnommen; von irgend welcher Niederlage oder Veranlassung zum Triumphiren ist dabei also ganz und gar nicht die Rede.
Ohlke Frage ist die Zahl der Anhänger einer wirksame» Schmoll-Politik im Reichstage ganz erheblich größer, als diejenige der Gegner. Man km.» rechnen, daß 290 grundsätz- Anhänger 110 grundsätzlichen Gegnern gegenüber» stehen; und dieses Verhältniß kommt auch tn der Kommission zum Ausdruck; 20 Anhänger stehen 8 Gegnern gegenüber.
Der zuversichtliche Ton, den ehedem die Organe der Regierung zur Schau trugen, wenn sie über dte Aussichten der Zolloorlage sprachen, ist start ins Gegentheil umgeschlagen. „3 »ei Schlußfolgerungen — so läßt sich eine Feder in den.Berliner Politischen Nachrichten' vernehmen — stehen unbestreitbar fest. Erstens, daß der Entwurf der Zolloorlage in der That die mittlere Linie zwischen den sich entgegen- stehenden Auffassunge» innehält, und zweitens, daß die ganz Überwiegende Mehr- hett des Reichstages nicht nur den .auf den gleichmäßigen Schutz aller Zweige der nationalen A beit gerichttten Tendenzen des Entwurfes zustimmt, sondern auch nach der Richtung der Verstärkung deS ZollschntzeS, namentlich für Erzeugnisse der Landwirthschaft noch über den Entwurf hinauSgeht. Hierin . . . liegt eine gewiffe Gefahr. Beide Momente könnten nur zu leicht dazu führen, daß auf erhebliche Aenderung. des TarifeS im fchutzzöllnerischen Sinne gerichtete Bestrebungen Aussicht auf Verwirklichung gewinnen. Das aber wäre zweifellos sehr bedenklich . .
Warum denn bedenklich? Aber wahr ist eS ohne Zweifel, daß dte Zusammensetzung der Kommission eine Verschärfung der Zölle in dem Regierungsentwurfe wahrscheinlich macht. Denn man darf annehmen, daß vierzehn bis sechSzeh» Mitglieder der Kommission einer weitern Er- Höhung der landwirthschaftlichen Zölle geneigt seien und demgemäß beschließe» werden, vielleicht sogar beschließe» müssen, wenn sie überhaupt etwas zu Stande bringen wollen. Denn mindestens ein Dutzend der Mitglieder der Kommission, das heißt der schutzzöllnerischen Mehrheit der Kommission, wird gar nicht für den Entwurf zu haben sein ohne eine Erhöhung der landwirth- fchaftlichen Zölle und ohne weitern Ausbau derselben. Dieses Dutzend würde dann mit den
Heloke Je kein.
Orginatnov.-lle von Felix Lauther.
2) ------(Nachdruck verboten.)
Nie war ihm im elterlichen Hause als Kind der Begriff einer friedlichen, behaglichen Familienlebens klar geworden. Unfriede und häßliche Disharmonie batte dort stet» zwischen Vater und Mutter geherrscht, und jubeln konnte sein Herz, al« er nach bestandener Schulprüfung endlich — 'kaum flügge — tn den goldnen Aether der Freiheit entfliegen durfte, dem Vogel gleich, der in engem Bauer in dumpfiger Stube gefangen ge- h«lten, nun endlich, durch ein Versehen seine« Hüter» dte Thüre de« Käfig« geöffnet sieht und durch eine offene Fensterspalte hinausfliegt in Gotte« freie, entzückende und beglückende Natur.
Dann hatte er ein paar Jahre lang ein einfache« bescheidene« Junggesellenleben geführt, die Hälfte de« Tage» und der Nacht in seiner engen Klause hausend, die andere Hälfte in den Hör- säle« der Universität oder im Verein mit seinen Freunden in den WttthshLusern verbringend. E« hatte ihn diese« Leben im Großen und Ganzen befriedigt, obwohl ihn mitunter ein Gefühl der Einsamkeit und Oede ergriff, und zwar seltsamer Weise meist dann, wenn er sich in der Gesellschaft feiner Freunde befand. Hatte er doch nicht« Beffere« kennen gelernt!
Jetzt sollte er nun die Traulichkeit de« Familienleben» mit all seinen intimen Reizen Hennen lernen. E« nahm ihn so ganz gefangen,
grundsätzlichen Gegnern der Vorlage - zusammen eine Nein-Mehrbeit bilden, die sicherlich in demselben Verhältnisie auch im ganzen Reichstage vorhanden sein würde.
Aber von einseitiger agrarischer Stellung, nähme ist wenigstens beim Centrum keine Rede, Der CentrumSabgeordnete Speck, einer der Programmredner des Centrums bei der ersten Lesung der Zolltarifoorlagr, hat ausdrücklich gesagt:
„Ich erkläre hiermit, daß wir (daS Cen- fr um) gern bereit sind, auch die industriellen Zölle, soweit dieselben für daS Blühen gewisser Industriezweige nothwendig sind, in die Höhe zu setzen, wenn wir auf der andere» Seite das Entgegenkommen finden, daS wir auch für unsere landwirthschaftlichen Zölle voraussrtzen zu dürfen glauben. Aber das wollen wir verhindern, daß die industrielle Entwickelung noch weiter Fortschritte macht, als sie bis j tzt gemacht hat. Denn das wäre »ach meiner Ansicht daS größte Unglück, das über ms hereinbrechen könnte . .
Herr Speck bat recht: die Entwickelung zum reinen Industriestaat würde daS größte Unglück für uns sein. Auch eine Statistik ist ein Beweis dafür, die in diesen jüngsten Tagen von amtlicher Seite über die Bevölkerung deS Reiches veröffentlicht wurde: dte Zunahme der Bevölkerung ist während der Jahre, in denen der industrielle Aufschwung herrschte, zurückgegangen. Sie würde ohne Zweifel immer weiter zurückgehen, je mehr wir uns dem un- erwünschten Zustande des reinen Industriestaates nähern würden.
GS fragt sich doch auch sehr, ob den» der Entwurf der Regierung auch wirklich die richtige Mittellinie für unsere Einfuhrzölle vorzeichnet. Die Regierung sagt: ja, sie ist er. Dte Mehrheit der Kommission und damit die Mehrheit deS ganzen Reichstages wird vermuth« lich sage»: nein, sie ist eS nicht. Und dadurch, daß die Regierung j tzt daS Gegentheil behauptet und die Richtigkeit für sich i» Anspruch nimmt, ist diese Richtigkeit doch durchaus nicht bewiese».
I tzt thut die Regierung so, als werde sie sich niemals von ihrer sogenannten Mittellinie abdrängen lasse». Ma» wird indeffen schwerlich irren mit der Annahme, daß sie sich ein Hinterpförtchen offen gelassen hat, um im geeigneten Augenblicke gemeinschaftlich mit der Mehrheit des Reichstages von ihrem gegenwärtigen Standpunkte »ach einer noch beffer» Mittellinie abzu- rücken, die den gerechte» Ansprüchen der Landwirthschaft mehr entspricht, ohne die Industrie zu vernachlässigen un» ohne die Verbraucher in fühlbarer Weife zu schädige».
Deutsches Keich«
Berlin, 14. Dezember.
® Die Königliche Verordnung, durch die beide Häuser deS preußische« Landtages auf Mittwoch, den 8. Januar einberufe» werde», ist Henze im ,Reichsar.zeiger- veröffentlicht worden.
• Die Arveitsuottz hat während des Monat» November zugenommen. Auf hundert offene Stellen kamen im Durchschnitte deS Monats Oktober rund zweihundert Personen, im Durchschnitte de» Monat» November dagegen 224.
daß er wohl fühlte, welche große Wandlung in seinem Innern vorging.
Er wäh te gar nicht lange, da begann er sich in den Zirkeln seiner Freunde seltener zu zeigen. Und wenn er in ihrer lustigen Mitte weilte, fiel eine gewiffe Zerstreutheit an ihm auf, die sonst nie bemerkt worden war. Er war nicht mehr so autgelaffen, wie sonst, dagegen konnte er oft lange in Träumereien versunken sein.
Wenn er aber einen Abend bet Frau Majorin von Hochfeld verleben durfte, wenn er hier bei dampfendem Thee mit feurigem Auge seine Zu- kunstSpläne und Hoffnungen entwickeln, seine Ideen und Anschauungen geltend machen und in dem angenehmen Bewußsein schwelgen durfte, vollem Verständniß für seine Gedankenwelt zu begegnen, dann ging ihm da« Herz auf und allzu schnell rannen ihm die Stunden dahin, denen er so gern mit dem Dichter zugerufen hätte: Verweilet doch, ihr seid so schön!
Ein Moment freilich hat der Erzähler hier zu berichten vergeffen, der für die freundlichen Leser gewiß besonder« wiffenswerth ist und der auch den plötzlichen und so tiefgreifenden Umschwung in der Stimmung und Anschauungsweise unsere« Erwin noch beffer erklärt.
Nicht die Majorin nämlich war es hauptsächlich, dte den jungen Studenten dauernd feffeln konnte, wenngleich ihr ruhiges Walten und lhr liebevolle«, echt mütterliche« Wesen ihn mit wohl- thuendster Wärme berührte. Es war noch ein kleiner aber sehr starker Magru va, der für Erwin eine unwiderstehliche Anziehungskraft hatte,
Im November deS Vorjahres war daS Berhält- mß mtt 100 : 170. Nach den Mitgliederlisten der Krankenkaffen ging die Zahl der unbeschäftigten Leute während des Monats November um ein starkes Prozent zurück.
X N"l«ifch<s. Noch bevor die Interpellation des Fürsten Radziwill im Reichstage auf der Tagesordnung stand und besprochen worden war, noch bevor man also wissen konnte, wie die Mitglieder der Polenfraktion des Reichstages sich bei der Besprechung dieser Interpellation verhalten würden, nahm eine Polen Versammlung in Berlin eine Ent- schli-ßung an, die der polnischen ReichStagS- fraktio» ihr Mißtrauen ausdrückte. Der Interpellant, der Abgeordnete Fürst Radzi- wtll, hat sich dadurch nicht beirren kaffen; er ist bei der ruhigen uns sachlichen Tonart geblieben, die ihn immer ausgezeichnet hat und der Sache, für die er elntritt, ohne allen Zweifel auch am fördersamste» ist. Auch Reichskanzler Graf Bülow hat diese ruhige Haltung des Fürsten Radziwill ausdrücklich lobend anerkannt. Aber eine solche Haltung gefällt gerade den Radau-Polen nicht, die leider unter ihren Stammesgerioffen je länger, desto mehr die Oberhand bekomme»; und neuerdings treten auch die Studenten polnischer Nationalität in Berlin und Cyarlottenburg in der bisher bei uns ganz unbekannten Eigenschaft des nationalen Fanatismus auf. In einer geschichtlichen Vorlesung des UniverfitätsprofefforS Dr. Schiemann haben die polnischen Studenten einen ganz ungebührlichen Lärm verursacht mit Johlen und Pfeifen, so daß der genannte Pro- feffor feine Vorlesung gar nicht beginnen konnte. Er liest über das Thema: Die Polenfrage im neunzehnte» Jahrhundert — und die polnischen Studenten scheinen der Meinung zu sein, daß er daS nicht in unparteiischer Weise thne. Außerdem hat die polnische Studentenschaft in Berlin und in Charlottenburg folgende Erklärung gene» die polnische ReichStagSfraktion veröffentlicht:
„Di« ftudirende Jugend in Berlin und Charlottenburg drückt der polnischen Fraktion im Reichstage ihre tiefste Mißbilligung und Entrüstungdarüber au», daß die Fraktion erst drei Wochen nach dem Wresc'iener Urtheil stch zu einer Interpellation in der Wreschener Angelegenheit entschlossen und daß sie dann diese Interpellation in einer Weise abfaßtr, welche mit der polnischen Nationalehre unvereinbar ist."
Außerdem sollen noch im Laufe dieses Mo- nntS »och drei Pole».Versammlungen stattfinde», die von ähnlichem Geiste geleitet sein solle». Wozu der Lärm? Er wirb den Haka- tiste» recht willkommen sein als immer neuer Anlaß zu neuen Hetzereien liegen daS Polenthum im allgemeine», d s l 'den muß unter den Ungezogenheiten und Tvk-H ile» einiger Radaubrüder. Ja der polni'chen Studentenschaft von Berlin und Cqar.oitenburg find es nicht die Studenten preußischer Staatsangehörigkeit, die den Ton angtben bei solchen Kundgebungen; eS find dies vielmehr die polnischen Stu- benten mit russischer Staatsangehörigkeit, die unter den polnischen Akademikern von Berlin und Charloitenburg zahlreicher find, als die deutschen Reichsangehörigen.
* I» die K»d«e1 -Kommissio« des Reichstages find für diese Seffion ent«
eine Kraft, t»e immer wirksamer zu werden schien, je mehr sich Erwin ihrer Gewalt zu entziehen versuchte.
Der Magnet aber hatte die Gestalt eines lieb- relzenden kleinen, sieberizehnjährigen Backfische«, Margarethe genannt, der noch nicht lange die Penfion verlaffen hatte, und nun der Mama im Hause zur Hand ging, indem er sie in ihrer haushälterischen Thätigkeit unterstützte und daneben die beiden Jungen »ach Möglichkeit bemutterte, «a« sich überaus drollig ausnahm.
Gretchen war ein bildhübsche« Mägdelein, deren Antlitz ein Paar klarer blauer Augen von mildem Glanze zierte. Ihr Stumpfnäschen schaute mit allerliebster Keckheit in die Welt, ohne in- deff r» eine Spur von Nase Weisheit zu verrathen. Ihr reiches blondes Haar trug sie, seitdem sie der Pension entwachsen war, nicht mehr aufgelöst, sondern in einen üppigen, griechischen Knoten im Nacken zusammengewunden.
Mehr noch al« ihr Aeußeres nahm Erwin ihr stilles, bescheidene« Wesen und ihre Klugheit ei», die sie in der Unterhaltung wohl geltend zu wachen wußte, ohne sie aufdringlich glänzen zu laffen. Sie war eben bei aller sorgfältige» Erziehung ein echte« Naturkind geblieben, harmlos und ohne jede Koketterie, die unsere „höheren Töchter", wenn sie in da« Backfischalter etntreten, leider meisten» kennzeichnet.
Eine ihr besonder» eigene Naturgabe war eine wunderschöne Sopranstimme, die zwar an Umfang und Kraft nicht bedeutend war, umso seelenvoller dagegen im Ausdruck und feiner im Ton.
fanbt worben bie Abgeordneten Dr. Bachem, Freiherr von Hertling, Dr. Lieber, Müller (Fulda), Dr. Schaedler, Speck, Szmula. Vorsitzender biefer Kommission bleibt einstweilen der konservative Abgeordnete Gras Stolberg-Wernigerode. Dieser ist zwar inzwischen an Stelle de« Abgeordneten von Frege zum erste» Vizepräsidenten des Reichstages gewählt worben, will aber, soweit es sich nicht als unthnnlich erweist, de» Vorsitz in der Budget- kommiffio» beibehalten.
x IaKe Kredenöreck wird berichtet, Oberbürgermeister Schmieding von Dortmund fei von der vorgesetzte» Behörde aufgesordert worden, Bericht zu erstatten über die Feffe- lnng des Redakteurs Bredenbeck. Es ist recht sehr zu wünschen, daß diese Nachricht sich bewahrheiten möge und daß nachher allgemein gütige Verordnungen erlaffen werde» über daS Verhalten der Sicherheitsorgane und Behörden in solchen und ähnlichen Fällen.
+ Sur ZLetiämpfung des Anarchismus. In Ergänzung der vorausgegangenen Meldungen berichtet dte diplomatische offiziöse Politische Korrespondenz: Der kürzlich gemeinsam von Deutschland und Rußland unternommene Schritt zur Bekämpfung des Anarchismus war nicht auf bie Regierungen der Großmächte eingeschränkt. Deutschland und Rußland haben fich vielmehr an die Regierungen aller derjenigen Staaten gewendet, die entweder unter anarchistischen Anschlägen zu leiden hatten, ober deren Gebiete zeitweilig Sammelfiellen anarchistisch gesinnter Leute find. Die deutsch-russischen Anregungen „habe», wie die vorgenannte Korrespondenz berichtet, bei allen Kabinetten großes Entgegenkommen gefunden." — Nun fragt es fich noch, ob aus diesem „Entgegenkommen" auch handgreifliche Ergebnisse heroorgehen werden.
• Iie I»1eruatio»«ke DnLerkouserenz ist nunmehr in erneuter Auflage zur Thatsache geworden. Die deutschen Bevollmächtigten zur Konferenz, Direktor vonKörner und Geheime» rath Dr. Johannes vom Auswärtigen Amte sowie Geheimerath Kühn vom Reichsschatzamte find bereits nach Brüffel abgereist.
* JHe Aeser»ifte» werden nach den,Berl. Polst. Rachr/ im Jahre 1902, wie bei der Einführung der zweijährige» Dienstzeit in Aussicht genommen, stärker zu den Hebungen herangezogen werbe». Zu den dreitägigen Hebungen werben 5350 Unteroffiziere unb 48,111 Gemeine (2800 bzw. 25.200 im Vorjahre) herangezogen ; bei längeren Hebungen ist die Ziffer unverändert.
A«sLa«d»
• Atom, 14. Dez. Nach briefi chen Meldungen nimmt in Tripolis die Erregung der Oasenstämme zu, weil man fie zum Militärdienst zwingen will. Bei einem kürzlich veranstalteten Streifzug einer Militärpatrouille kam es zu einem Gefecht, bei dem 7 Aufständische getödtet und mehrere verwundet wurden. Die Angelegenheit hat Anlaß zu einer am Freitag in der italienisch?» D putirtenkammer eingebrachten Jsterpillation g*gtbz», welche der Minister deS Aenßern Prinetti am Samstag beantworten wollte.
X Aondo« 14. D:z Vom südafrikanischen Schauplatz wirb berichtet, Kitcheuer mache
Welch ein Glück, daß Erwin ein so tüchtiger, gewandter Klavierspieler war!
Unter diesen Umständen konnte e« ja gar nicht aurbleiben, daß oftmals die Unterhaltungsabende bei der Frau Majorin durch herrliche mufikalifche Genüffe gewürzt wurden. Gretchen fang unb Erwin begleitete, wa« gewünscht wurde: meisten« Mendelssohn unb Schubert, bann aber auch Schumann , Weber, Curschmann unb wen sonst noch alle«.
Die Fran Majorin hatte stet« eine gewisse Schwäche für die edle Frau Musika gehabt, unb e« fehlte ihr auch nicht ein tiefe« Verständniß unb ein großer Reichthum an Wissen auf diesem Kunstgebiet.
So hatte sie bald Erwin« große Gewandtheit in der Technik de« Klavierspielen« unb zugleich sein feine« Empfindungsvermögen erkannt, unb fast noch mehr als durch den erfolgreichen Unterricht ihrer Söhne, war es dem jungen Studenten gelungen, durch feine musikalische Begabung sich in das Herz der Matrone einzuschmeicheln, ober — einzuspielen.
Und da die Majorin den innigsten Wunsch hegte, daß auch ihr Töchterlein es zu möglichster Vollendung in der Kunst des Klavierspielen» bringe» möchte, Gretchen aber bisher nur recht mangelhafte Gewandtheit zeigte, so war es ja nur natürlich, daß Erwin dazu ausersehen wurde, die Süden der Vollkommenheit in Gretchen« Spiel durch fleißigen Unterricht auszusüllen, nachdem der bisherige Mufiklehrer in fernen Bemühungen leibet fast ohne Erfolg geblieben war.