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Drott mrd Verlag de, Laldaer Lcttentrnckerel Petekss-Se «r. e OMruumbk

28. Jahrgang

Jutöa, Freitag, dm 13. Dezember 1901.

JK 286*

A. B. Verspätete Annahme einer Offerte.

(Nachdruck »erboten.)

Der Vertrag entsteht, wie bekannt, durch das Jneinandergreifen von Antrag und Annahme. Der einem Anwesenden, sowie der mittel» Fernsprecher» von Person zu Person gemachte Antrag kann nur sofort angenommen werden. Hier können also Zweideutigkeiten und Differenzen kaum entstehen. Anders dagegen bei dem einem Abwesenden ge­machten Antrag. Denn in Bezug auf ihn be­stimmt da» neue Gesetz, daß er nur bi» zu dem Zeitpunkte angenommen werden kann, in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigenUmständen erwarten darf. So sehr man nun auch anerkennen muß, daß da« Gesetz mit dieser sich elastisch den jeweiligen Ver- hältniffen anschmiegenden Vorschrift den Bedürf, niffen de» Verkehrs gerecht wird, so läßt sich den­noch nicht verkennen, daß sie die Unterlage für allerhand Zweifel unir Unklarheiten bedeuten kann. Deshalb ist es gerathen, daß der Antragende in jedem Falle für die Annahme feiner Offerte «in« Frist bestimme; denn dann kann die An­nahme nur innerhalb dieser Frist erfolgen.

Trifft die Annahme nun verspätet — d. h. im Falle ber Fristbesttmmung nach Ablauf der­selben, im Falle des fristlosen Antrages später, als unter regelmäßigen Umständen die Antwort erwartet werden durste, — ein, so gilt diese ver­spätete Annahme als ein neuer Antrag, auf den sich nun seinerseits der ursprüngliche Offerent erklären darf, während er nicht mehr gebunden ist. Aber hier kennt das Gesetz einen Fall, in dem e« selbst bei verspäteter Annahme den An­tragsteller für gebunden erklärt: wenn er es unterläßt, bet einer ihm verspätet zugegangenen Annahmeerklärung, die so abgesendet worden war, daß sie bei regelmäßiger Beförderung ihm recht­zeitig zugegangeu wäre, vorausgesetzt, daß er dies auch erkennen mußte, di« Verspätung dem An­nehmenden unverzüglich nach dem Empfange der Erklärung anzuzeigen. Ein Beispiel: A. schreibt Sonntag, den 3. Juni, an den in derselben Stadt wohnenden B.: „Ich offerire Ihnen als Gelegen­heitskauf 10 Kisten 10 Mark-Cigarren zum Preise von 60 Mark." Bei regelmäßiger Beförderung durste er da» Antwortschreiben bis zum Abend des 3 Juni, jedenfalls aber im Laufe des 4 Juni erwarten. Es bleibt aber au«; A. hält seine Offerte für abgelehnt und verkauft die Cigarren an C. Am 6. Juni trifft das Antwortschreiben B.'r „Ich acceptire Ihre Offerte vom 2. Juni und werde mir die Kisten in der nächsten Zeit abholen", ein. Der Poststempel der Aufgabe­station trägt das Datum des 3. Juni zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittag»; durch ein Versehen ist es auf dem für die Ablieferung zuständigen Amte liegen geblieben. Hier darf der Empfänger nicht die Hände unthätig in den Schoß legen. Unver­züglich — d. h. ohne schuldhaftes Verzögern — hat er, sofern dies nicht schon geschehen, dem An­deren anzuzeigen, daß seine Annahme verspätet etngetroffen, er mithin nicht mehr gebunden sei.

Man kann nur sagen, daß das Gesetz in diesem Falle Licht und Schatten gerecht und angemeflen zu vertheilen weiß.

Mn Mort an das Nähmaschine» kaufende Pndttkn«.

Die Nähmaschine hat im Erwerbsleben einen so hervorragenden Platz eingrnommen und ist wohl für alle Zeiten von solcher Bedeutung, daß eS fich lohnt, den Verkauf diese- Artikels, wie er zur Zeit vielfach gehandhabt wird, ein­mal näher zu beleuchten; muß doch manche arme Näherin large Zett jeden Groschen sparen, um sich ein derartig unentbehrliche- Werkzeug zu er- werbe».

Die Nähmaschine besteht au- mehr al- hundert größeren und kleineren Theile«, deren jede- einzelne mit der größten Genauigkeit gearbeitet sein muß, wenn da- zusammengestellte Werk ein leistungsfähige- und dauerhaftes Ganze sein soll. Nun ist e« aber dem Laien ganz un­möglich, da- Werk einer Nähmaschine und namentlich dessen einzelne Theile genau zu prüfe», weShalb der Käufer gezwunge» ist, fich lediglich auf die Versicherungen und die Reellität de- Verkäufer- zu verlassen.

Die Nähmaschine» • Fabrikation ist höchst schwierig und nur noch lohnend, wenn sie in große« Umfange und mit ven allerbesten Werk- zeuge» und Hilfsmaschinen betriebe» wird, wenn Arbeiter, Meister und Fabrikant fich der Höh« ihrer Ausgabe gewissenhaft bewußt fi»d, und nicht nur bei der Herstellung de- einzelnen

Theile-, sondern auch bet Zusammensetzung und Prüfung de- Ganzen mit der größten Sach- keuntuiß und Umsicht verfahren, so daß auch nicht der kleinste Fehler durchschlüpfen kann. Hat nun der Fabrikant bei rastloser Thätigkest und sorgsamster Arbeit eine vollkommene Maschine geschaffen, dann erscheint der Händler auf dem Platze, denn einem gewiffeuhasten und leistungsfähigen Fabrikanten ist die Zeit genom­men, fich noch mit dem Absatz seine- Fabrikate- direkt an da- Publikum zu wenden. Der Händ­ler am Platze selbst ist auch nöthig, um den Käufer mit der Behandlung und dem Gebrauche der Nähmaschine vertraut zu machen und etwa vorkommende kleine Unregelmäßigkeiten schnell wieder zu beseitigen.

Wie in vielen anderen Branchen, so hat fich nun leider auch bei der Nähmaschine ein markt­schreierische- und unsolide- Verkaufswesen heraus, gebildet, dessen Gefahren zu beleuchten der Zweck dieser Ausführung ist.

Jene marktschreierischen Anpreisungen erkennt man zunächst an der Adresse, au die fie gerich­tet: Vereine, Beamte, Handwerker rc., dann an den staunenerregend billigen Preisen, die „noch billiger find, al- die jeder Konkurrenz," und endlich an der ominösen Bedingung: „nur gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Be­trages". Diese Herren „Fabrikanten" (so nennen fich die Urheber solcher Offerten oft, ohne eine Fabrik zu besitzen oder von der Fabrikation viel mehr zu verstehen, al- der Laie) kaufe» die Köpfe der Nähmaschinen von solchen Fabrikanten, die momentan an mangelndem Absatz leiden, heute hier und morgen dort, natürlich — billig, das ist die einzige Bedingung.

Zu diesen Köpfen werden auf demselben Wege die billigsten Gestelle gekauft, gleichviel ob fie zu dem Gewicht des Obertheils passen oder nicht, und endlich auch die Möbel, deren rohe und unsaubere Arbeit jeder Laie trotz aller i» die Augen fallenden Verzierungen selbst erkennen wird. Dann machen billige Arbeiter für wenig Geld aus Kopf, Gestell und Möbel eine Maschine. Endlich wird ein nichtssagender Garantieschein hinzugethan und „die beste Näh­maschine der Welt" ist fertig. Der Prei- ist, wie schon gesagt, staunenerregend und noch darunter.

Der Garantieschein sagt: „Ich leiste Garantie für alle bei ordnungsmäßigem Gebrauche vor­kommenden Reparaturen rc." Kommt nun etwa- vor, was bei solchen Werken nur zu oft und bald der Fall ist, und wendet sich der Käufer an seinen meilenweit entfernten soge­nannten Fabrikanten, so wird er immer nur hören, daß er dies oder das glthan oder unter­lassen habe; jedenfalls wird ihm selbst di? Schuld an der Störung zugeschoben und zu erreichen ist gar nichts. Nun bleibt natürlich dem glücklichen Besitzer einer solchen Näh­maschine nichts weiter übrig, als sich an den nächsten Nähmaschinenhändler zu wenden, dem es bann gewiß nicht zu verargen ist, wenn er für diese Reparatur einen höheren Preis rechnet. Sein Unwille ist doch nicht ungerechtfertigt, daß man ihm seiner Zeit die wenigen Mark Verdienst bei dem Kauf der Nähmaschine nicht gönnen wollte und lieber billig kaufte. Oft wird er auch gar nicht im Stande sein, ein so ober­flächlich gebautes Maschinenwerk in Ordnung zu bringen.

So entstehen für den Käufer fortgesetzt Aus­gaben, die den damaligen billigen Kauf bei Weitem aufwiegen; der Aerger mit der ver­sagenden Nähmaschine hört nicht auf und — der Umtausch der billigen gegen eine neue gute Maschine ist meist das Ende.

Der solide Nähmaschinenhändler aber muß, um selbst im Geschäft zu bleiben und fich seinen Ruf zu erhalte», ein gute- Fabrikat führen und wird auch aus demselben Grunde stet- dafür Sorge tragen, daß die von ihm gelieferten Maschinen sämmtlich im Stande find und bleiben.

Darum soll Niemand von de» scheinbar billigen Nähmaschinen kaufen, — die Näh­maschine ist wie die Uhr ein VerttauenSartikel und keine Marktwaare, — sondern bei Bedarf zu einem Nähmaschmenhändler am Platze gehen, der persönlich nahe ist und haftbar bleibt.

Dr. K. Weihnachtsbücherschau 1901. ix.

(Rachtzrnck «rieten.)

Der Verlag von Franz Kirchheim in Mainz war in der jüngsten Zeit auch in der antikatholischen Presse Gegenstand besonderer Aufmerffamkeit, die allerdings nicht immer von liebenswürdiger Absicht diktirt war. Die im Sirchheim'schen Verlage er­scheinende „Weltgeschichte in Charakter­bildern" hatte ei den Gegnern angethan. Die Einen spielten diese« von „neuen Ideen" getragene

Werk als Mauerbrecher gegen „UltramontaniSmns" und „Jesuitismus" aus, die Anderen warnten vor der „konfessionellen Tendenz" eines Werkes, dessen Herausgeber und Mitarbeiter im Banne Roms und eines unwissenschaftlichen Autoritätszwanges ständen. Man hatte sich nicht einmal die Mühe gegeben, die Ankündigung und das Programm des Unternehmens mit objektiver Gewissenhaftigkeit zu lesen.

Diese Vorgeschichte ist geeignet, das Interesse der Katholiken an einem so weitausschauenden Werke, das ein Denkmal der wissenschaftlichen Höhe undVorurtheilslosigkeit kath o lisch erHisto- riker unserer Zeit zu werden verspricht, ganz er­heblich zu steigern. Der Beginn der „Weltge­schichte in Charakterbildern" bildet einen be­deutungsvollen Markstein für den Fortschritt der Wissenschaft int katholischen Deutschland. Und die bisher erschienenen Bände bestärken uns auch bereits in der Voraussicht, daß das in 6 bis 7 Jahren zu vollendende Werk von etwa 40 Bänden eine in jeder Hinsicht einzigartige Erscheinung werden wird, auf das die Katholiken mindestens ebenso stolz sein dürfen, wie auf das Staatslexikon der GörreSgesellschast. Man darf schon heute sagen: die „Weltgeschichte in Charakterbildern" wird künftig zum Be­stände der Mbliothek jedes gebildeten Katho­liken, sei er Geistlicher oder Laie, gehören müssen. Wer aber nur bestimmten geschichtlichen Personen oder Epochen sein besonderes Interesse zuwendet, wird auch in jedem Einzelbande ein abgeschlossenes Bild finden, das die Anschaffung lohnt. Der Preis von 3—4 Mk. für jeden der äußerst vornehm und reprä- sentattv ausgestatteten, prächtig illustrirten Bände ist jedenfalls nicht übermäßig.

Bisher sind drei Bände erschienen, die in der be­rufenen Kritik bereit» die anerkennendste Würdigung fanden: „Augustin. Der Untergang der antiken Kultur," von Dr. Georg Freiherr v.Hertling. (Mit einer Beilage in Farbendruck und 50 Abbildun­gen 3 Mk.) „KönigAsoka. Indien» Kultur in der Blüthezeit des Buddhismus," von P. Dr. Ed m un d H a r d y. (Mit einer Karte und 62 Abbildungen 4 Mk.) „Der große Kurfürst. Deutschlands Wiedergeburt im 17. Jahrhundert," von Dr. Martin Spahn. (Mit einer Karte und über 200 Abbildungen 4 Mk.) Ein Fachmann einer süddeutschen Hochschule, der nicht zu unserer Richtung gehört, bezeichnete in einem Briefe von Hertling's Studie als „ein Meisterwerk des Münchener Philosophen", das in seiner Art vorbildlich sei und „neidlose Bewunderung" verdiene.

Unter den belletristischen Neuheiten des Kirch - he im'scheu Verlages dürften die „Legenden und Erzählungen" vonSelma Lagerlöf (aus dem Schwedischen von Franci» Maro) obenan stehen. (Salon­band 4Mk.) Die geniale Dichterin zwingt jeden Leser, welcher Geschmacksrichtung er auch angehört, in den Zauberbann ihrer unvergleichlichen Natur- und Seelen­malerei. Ein spannend entwickelter, hochinteressanter Roman von tief sittlicher Tendenz ist„Herbstfäoen" von Melati von Java (deutsch von I. Olandus). Salonband 4Mk. In vierter Auflage erschien „ Capi­tol« ", Erzählung nach dem Englischen von H. von B el theim. In den 70er Jahren wurde „Capitola" in katholischen Kreisen, namentlich von der reiferen Jugend, förmlich verschlungen. Eine überaus spannend und sittlich reine Lektüre, die man nur warm empfeh­len kann! (Salonband 5 Mk. 20 Pfg.)

„Das verkaufte Lachen" und sechs andere Skizzen und Novellen von Paula Baronin Bü­low- WenShausen (Salonband 3 Mk. 50 Pfg.) zeichnet sich durch feine psychologische Detailmalerei und eine sehr gewählte Sprache aus.

Das „Taschenbüchlein des gut en Ton es", ein werthvoller Wegweiser für katholische junge Mäd­chen, erlebte bereits die 8. Auflage. (Hübsch gebunden 1 Mk. 50 Pfg.)

Die Vorträge über „Arbeiterfrage und Sozialismus" von Dr. Franz Meffert liefern namentlich dem Kleru», aber auch dem nach sozialer Schulung verlangenden Laien .ein gut geordnetes, leicht faßbares Material über volkrwirthschaftliche Fragen. (Gebd. 5 Mk. 50 Pfg.)

Ein überaus praktisches Betrachtungsbuch für ge­bildete Katholiken bietet das in sechs handlichen Bändchen (je 1 Mk. 50 Pfg.) vertheilte „Leben Jesu in Betrachtungen für alle Tage des Jahres.

Im Kommissionsverlage von Heinrich Schöuingh in Münster erschien ein allen christlichen Päda­gogen sehr zu empfehlendes Lebensbild über: „Joseph Kehre in, der Germanist und Pädagog", nebst einer Auswahl seiner Gedichte. Aus Anlaß der Enthüllung seines Denkmals in Montabaur heraus­gegeben von (seinem Sohne) Dr. Valentin Kehrein, Gymnasialprofessor in Koblenz. Der geistvolle, ge- müthSttefe Kopf des hervorragenden katholischen Schulmannes blickt uns au» dem vorangestellten Porträt entgegen.

In zweiter, verbilligter Ausgabe erschienen die von der Kritik so überaus beifällig angenommenen „Historischen Charakterbilder für Schule und Haus", welche Dr. Werra und Dr. Wacker (Gymnakial- direktor und Seminardirektor int Verein) unter dem Titel „AuS allen Jahrhunderten" Heraus­gaben. (Alterthum, geb. 3.60 Mk., Mittelalter, geb. 4.60 Mk., Neuzeit, geb. 4.80 Mk.). Die neue Auflage ist durch stllistische Revision und Ausscheidung ent­behrlicher Auffätze wesentlich verbessert. Alle» Mich und konfessionell Anstößige ist streng auSgeschaltet.

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+ Ausstellung Aüllekb.rf 1W2. Ä* Freit« Abend fand unter dem Morfltze de» Hemm GehnmroH

Sieklame». ««> A«r«ig-»theU.

Lueg im Restaurant de» KunstausstellungSpalasteS eine Versammlung der Gruppenvorsttzenden und bet Architekten der einzelnen Gruppen statt, welche sehr zahlreich besucht war. Vor Gintritt in die Tages­ordnung machte Herr Horadam Mittoeilung davon, daß der GesamwlgruppenauSschuß daS ihm übertragene Mandat niedergelegt habe, weil er feine Aufgabe al» erfüllt erachtet habe. Herr Geheimrath Lue, stattete den Herren Horatam, Dücker und Köfel, welche den GesammtaruppenauSschuß blldeten, den herzlichsten Dank der AusstellungSleitung für die große Arbeit, die ber An-schuß geleistet hat, ab. Alsdann berichteten die einzelnen Gruppenvorfitz-nden über den Stand bet DekoratianSarbeiten. Fast alle Herren konnten die erfreuliche Erklärung abgeben, daß beinahe alle Aus­steller fich bereit erklärt haben, zu den Kosten für die Dekoration in liberalster Weise beizu'.ragen. Hiernach ist eine würdige und einheitliche Ausschmückung bet ganzen Ausstellung gesichert. Die Plätze der wenigen Aussteller, welche e» abgelehnt haben, sich an bet all­gemeinen Ausschmückung zu betheüigen, werden wohl oder übel von den übrigen Plätzen zu ihrem eigenen Nachtheil abstechen müssen. Ihre Zahl ist inbeffen gering. Nach Erstattung bet Berichte ersuchte bet Herr Vorsitzende nochmal» in bringenden Worten, aus die Ausschmückung den größten Werth zu legen, da bte vorzüglichsten Ausstellungsobjekte Schaden leiden würden, «enü fie in einem ärmlichen dekorativen Rahmen fich darböten. Professor Schill berichtete alSdann über die allgemeine Dekoration ber Hauptindustriehalle. ES wirb einstimmig beschlossen, von einer Bemalung bet Decken unb bet oberen Wände bet Halle abzusehen und dieselben werß zu lassen. Dagegen sollen durch­gehends dekorativ wirkende einheitliche Schild« ange­bracht werden. Nach Erledigung dieser Frage wurde die Geschäftsordnung für daS Preisgericht in erst« Lesung durchberathm. AuS den Beschlüssen heben wir hervor, daß die Preisrichter innerhalb ber einzelnen Gruppen durch die AuSstellet selbst gewählt werde» sollen. Da» PreiSrichteramt soll nicht auf Sach­verständige deS AuSstellungSgebieteS, wohl aber be» Reichsgebietes beschränkt werben. Die Zahl der PrerS- ridbter für die einzelnen Gruppen wurde festgesetzt und ein Unterausschuß gewählt, ber über die Frage be» rathen soll, ob die in den einzelnen Gruppe» unter» gebrachten Maschinen von den Preisrichtern ber Gruppe IV. (Maschinenwesen) ob« von bett Preis­richtern ber betreffenden Gruppe beurtheilt werden sollen. Die zweite Lesung b« Bestimmungen soll noch vor der am 20. d. Monat» stattfindenden Sitzung beS ArbeitSaukschuffe» stattfinde». Die Bnsamnüung sch oß nach dreistündig« Dauer um 9 Uhr. An dieselbe schloß fich ei» gemeinsames Abendessen an.

* Hlever merllwürdige Iremdkörper im Mage» wurde in der letzten Sitzung der Partset Ges.llschaft für Chirurgie verhandelt. Dr. Tuffier macht«- Mit­theilung von einem Fall, in dem eine Gabel verschluckt und 78 Tage lang im Magen geblieben war, ohne be- sondere Beschwerde» zu verursachen, abgesehen von ein« prickelnden Empfindung im Mage». Als bet Arzt schließlich zur Operation schritt, fanb er die Sabel mit dem Stiel gegen die Darrnöffnung gerichtet. Die Operation blieb ohne irgend welche ungünstige» Folgen. Derartige Fälle find merkwürdigerweise nicht allzu selten, e» geschieht bann aber meist, daß bte Gabel durch be» Magen hindurch entweder in de» Darm, oder in bte Bauchhöhle eindringt. Es wurde vo» anderer Seit« daran erinnert, daß ein unbegreiflich scheinender Fall vor einige» Jahren berichtet worbe» ist, wobei ein verschluckter Theelöffel fich durch die Magenwand hindurch gebohrt hatte und in bet Bauch­höhle gefunden wurde. — Man sollte meinen, daß zum Verschlucken vo» Löffeln und Gabeln s«on eine bestimmte Abficht und eine gewisse Leidenschaft ge- hört.

• Die Schimäre. Man beruhige fich — vor­stehende Spitzmarke ist nicht etwa ein Druckfehler für Schindmähre, sondern die Schreibweise, zu welcher da» allerneueste Regelbuch der alletneuesten amtlichen deut­schen Rechtschreibung Anleitung gibt. Daß mit Schimäre »as alte Wort Chimäre gemeint ist, gibt ein einge- L'ammerteS C an. Wer fich ein bißchen unter den rheinischen Dialekten umgehört hat, ber kann der Aa- diener und Kölner Jugend die Freude »achfühlen, welche die Berücksichtigung ihrer natürlichen Anlagen durch diese neueste Rechtschreibung ihr verursachen muß. Chimäre ist bekanntlich ein griechisches Wort wie auch Energie; der Franzose spricht allerdings schimer, er sagt auch enerschi. Müsse» wir aber deshalb auch Franzosen fein? Wenn daS Regelbuch Schimäre ver­langt, dann muß es auch Enerschie, SchersoneS, Echirnrgie, Schiromantik, Schiron, SchiliasmuS ufw. verlangen.

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* Lang, lang ist'« her. Arzt: „Hat die Kranke phantasirt?" — Gemann: „Muß wohl fern, denn fie nannte mich auf einmal ihren lieben, guten Mann!"

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