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gelbe und ei* Lt,1M.büPf.

28. Jahr«»»»

Iukda, Mittwoch, den 11. Dezember 1901

M 281

23,900,060

35,000,000

38,722,249

Snt nt Verl-« bei Znlk-e» Xtfki*n*to* IWteMsafe 0». 8

sungen hinausgehenden Ma- ttitalarbeiträge der Bundes­staaten,

Jk. durch Uebernahme ordent­licher Ausgaben auf Anleihe, während der Rest von

Jt>. durch den Mehrbetrag außer- ordentlicher Ausgaben verur- sacht, ohnehin mehr durch Anleihe zu decken ist.

Die Bundesstaaten werden also durch Er­höhung der Matritularumlagen gegenüber den ihnen zufließenden Ueberweisungen mit 23,900,000 J6. belastet, während sie nach dem Voranschlag pro 1901 eine solche Belastung nicht erfahren sollten. Wenn man jedoch daS seitherige Ver-

Deutsches Keich«

Berlin, 10. Dezember.

X Am niederkändische« Kose wird das deutsche taiserliche Paar im Frühjahre einen Besuch machen. Seit der Krankheit der Königin Wilhelmine gingen betanntlich fortgesetzt Nach­richten durch die Blätter von einem schweren Zer« «ürfniffe zwischen der jugendlichen Königin und ihrer Mutter auf der einen und dem Prinzgemahl .Heinrich auf der andern Seite, von einer Er­schießung bei Adjutanten der Königin im Zwei­kampfe durch den Prinzgemahl usw. usw. Der niederländische Hof hat bisher zu allen diesen bös­artigen Klatschereien geschwiegen. Erst jetzt er­scheinen in einigen Zeitungen Aeußerungen der Ab- wehr dagegen. Die holländischen Nachrichten', die in Amsterdam erscheinen, kennzeichnen als die Quelle aller dieser skandalösen Klatschgeschichten die Londoner ,Central News', bei der gegenwärtig feindseligen Stimmung der Engländer gegen alle« Holländische sicherlich eine trübe Quelle. Der niederländische Hof selbst hat nunmehr eine energische Zurechtweisung an das Londoner Organ gerichtet, und sollte auch das noch nichts helfen, so wird die Regierung durch eine Interpellation in der niederländischen Kammer aufgefordert werden, auf diplomatischem Wege gegen die Verbreitung der lügenhaften Nachrichten vorzugehen. Im .Heimaihlande des Prinzgemahl» ist es der .Ro­stocker Anzeiger', der in einer halbamtlichen Dar- legung alle die über den Prinzen verbreiteten ge­hässigen Nachrichten al« „von Anfang bis zu Ende erlogen" brandmarkt. Königin Wilhelmine befinde sich mit ihrem Gatten im glücklichsten, nicht durch die geringste Differenz getrübten Einvernehmen im Schlöffe Het Loo.

* Der Aeichshanshaltselal für 1902, der jetzt dem Reichstage vollständig vor liegt, ver­schlechtert sich gegen den von 1901 einerseits durch Mehrausgaben um 23,409,272 Jfc. anders, durch Mindereinnahmen um 74,212 977 J6.

mithin ttsgesammt um 97,622,249 Jfe.

Diese Gesammtoerschlechterung des Etats soll mach dem Entwurf wie folgt gedeckt werden:

Jfc. durch die über b*e Ueberwel-

bie Landwirthschast einigermaßen zu befriedigen, doch über die RegierungSvorschläge hinaus- gehen mflffe. Der Regierung würde es natür- ich am angenehmsten feie, wenn der Entwurf ohne jegliche Veränderung glatt durchginge. Aber wenn daS nicht fo fein wird, dann wird ie ein wenig mit sich reden lassen und nicht allen AbänderungSwünschen hartnäckig ein eigen- inniges Nein entgegensetzen. Sonst könnte die Berathung der Zolloorlage erheblich abgekürzt werden, wenn bet Bundesrath auf diesem Standpunkte stehen und entfchloffen fein sollte, niemals davon abzugehen. Aber angenommen dürfte alsdann die Vorlage schwerlich wer- den!

+ Sur Nachahm««- empföhle«! Die Tyrannei, die die sozialdemokratischen Macher und Arbeiterverbände über alle Arbeiter aus- üben oder doch auSüben wolle», beginnt nun endlich den entsprechenden Gegendruck zu er­zeugen. In Berlin hat sich unter dem Vorsitze des Arbeitersekretärs Behrens ein Anti- sozialdemokratische SA rb eiter k ar teil gebildet, hinter dem schon jetzt mehr als 12000 Arbeiter stehen. Zu dem Kartell gehören unter Anderen der Verband christlicher Maurer, der Bauarbeiter, der Zimmerer, der Dachd.cksr, der Christliche» Metallarbeiter, bet Christlichen Holz­arbeiter, der Verein Berliner Hausdiener, der Bund der Fleischer, die Katholischen Arbeiter­vereine, der Eoangelifche Arbeiterverein und Andere mehr. Das Kartell will namentlich bei allen Wahlen von Arbeitervertretern vorgehen und sich außerdem mit allen sozialen Angelegen- heilen der Arbeiterschaft beschäftigen. Für Berlin im engern strebt das Kartell zunächst die Einfühsung der Verhälinißwahl bei den Wahlen zum Gewerbegerichte an und hat sich in diesem Sinne sofort mit einer Eingabe an den Oberbürgermeister Kirschner gewandt. Auf dem Programm der Sozialdemokratie steht der Grundsatz der Berhältnißwahl bekanntlich mit obenan. Bei den Wahlen zum Gewerbe- gerichte in Berlin hat ober gegenwärtig die Sozialdemokratie das Heft in Händen und pfeift nun auf ihr Programm: Sie will nichts wiffen von der Einführung der Berhält­nißwahl !

-j- A«vr Falle MredenSeckl hat der Journalisten- und Vchriftsteilerverein in Frankfurt eine Resolution angenommen, die weitere Verbreitung und Nachahmung ver­dient. „Der Verein — so heißt es in dieser Entschließung — schließt sich dem Proteste des Vereins Berliner Preffe gegen die Frffelung des Redakteur- Bredenbeck in Dortmund an und spricht seine tiefe Entrüstung darüber aus, daß die Dortmunder Behörde sich nicht gescheut hat, einem wegen P eßvergehens Berurtheilten eine so schimpfliche Behandlung angedeihen zu laffen. Er legt zugleich noch besonders Verwahrung ein gegen den vom Oberbürgermeister von Dort­mund unternommenen Versuch, das hier ange­wandte, den gefammten Schriftstellerverband em­pörende Verfahren — eine schwere Ehrenkränkung gegen einen keiner ehrlosen Handlung Be- schuldigten! — als gerechtfertigt hinzustellen, und beftreiiet ihm jede Besugniß und Befähigung, darüber abzuurtheilen, in welchen Grenzen die

AlS Marie aus dem Hause getreten war, stand sie einen Augenblick wie betäubt da. Ein eiskalter Wind fegte über die Straße und rüttelte an Thüren und Fenstern, daß sie klirrten. Am Himmel jagte» schwere, schwarze Wolken dahin und ließen lei* einziges Sternlein durchschimmern.

„Grau und öde, so ist auch mein Leben, so ist es immer gewesen und wird auch immer so bleiben," nickte Marie trübe vor sich hin. „Kein Lichtstrahl fiel auf meinen Weg, so weit ich auch zurückblicke!“

Seufzend, mit Thränen kämpfend, schritt sie dann weiter. Sie fühlte eS nicht, daß der Sturm an ihren Kleidern zerrte und ihr das Blondhaar zerzauste, ste fühtte nur ein tiefes, bittere«, un sagbares Weh in ihrem Herzen, ihr war eS, als könnte ste im Leben niemals glücklich werden, alS hätten Gott und die Menschen ste oerlaffen. Go einsam war ste fich noch nie vorgekommen, wie heute, und alS ste von vorne laute, lachende Stimmen vernahm, die näher und näher kamen, und da sie erkannte, daß daS einige von ihren Kolleginnen waren, die zum Balle gingen, bog sie rasch in eine Seitengasse ein.

Sie mochte den ÜberrnÜthigen Mädchen, die heute, in der Feststimmung womöglich noch aus­gelassener waren, als sonst, jetzt nicht begegnen. Sie konnte keine fröhlichen Menschen sehen. Was verstanden die von dem Leid, da« durch ihre Seele ging! Eine heiße Sehnsucht nach einem thellnehmenden Herzen erfaßte plötzlich die Sin­fonie, ein weheS, nicht mehr zu unterdrückende« Schluchze« drang aus ihrer Brust. Da hörte ste hinter sich rasche Schritte, und eine hohe Gestalt

A«s dem Keichsla-e.

-OP 109. Sitzung vom 10. Dezbr.

Die Poleninterpellation hat ihre Wirkung gethan: daS Hau« ist gut besetzt, die Tribünen weisen eine starke Fülle aus Am Tische de« BundrSrathe« steht man unter Andere» den Reichskanzler Stofen Bülow und die Staatssekretäre GrasPosadowSky, Freiherr»»» Richthofen u. a. m.

Da Reichskanzler Graf Bülow fich bereit da,» erklärt, die Interpellation sofort zu beantworten, er- hält da« Wort

Abg. Iürst Aadziwilt zur Begründung seiner In- t-rpellalion, die folgenden Wortlaut hat:

1. Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die Borgänge in Wreschen nicht nur bei unS, sondern auch im AuSlande ein Aufsehen erregt haben, welche» geeignet ist, dem Ansehen de» Deutschen Reiche« Abbruch ,u thun?

2. Welche Stellung nimmt der Herr Reichskanzler dieser Angelegenheit gegenüber ein?

Fürst Radziwill weist zunächst darauf hin, daß di« nationale Würde der Bevölkerung polnischer Wahlkreis« durch die Vorgänge in Wreschen tief verletzt war, und so haben diese letzteren auch »eit über die Grenzen de» Deutschen Reiche« hinaus Erregung hervorgerufen. A» verschiedenen Stellen des AuSlande« find wegen dieser

schritt im nächsten Moment an ihr vorüber.

Erschrocken schaute Marie auf, al« der Herr stehen blieb und sie, wie e« schien, aufmerksam betrachtete.

„Täusche ich mich nicht, — stnd Sie eS wirk­lich, Fräulein?" tönte da eine wohlbekannte Stimme an ihr Ohr. Es war derselbe junge Mann, den ste schon verschiedene Mair im Ge­schäft bedient hatte, der noch heute Nachmittag so freundlich zu ihr gewesen war, uno jetzt respektvoll den Hut zog und ihr eine artige Ver­beugung machte.

„Gestatten Sie, mein Fräulein, daß ich mich Ihnen in aller Form vorstille, waS ich eigentlich schon früher beabsichtigte, aber immer wurde ich daran verhindert: Mei» Name ist Robert Walter. Ich sah Sie zwar bisher immer nur im Geschäft, aber doch erkannte icb, daß Sie ander« sind, wie die anderen jungen Mädchen, daß irgend ein ge­heimer Kummer auf Ihnen lastet, und die Situa­tion, in der ich Sie soeben traf, bestätigt meine Berrnuthungen. Was ist es, daß Sie stets so trübe blicken läßt und daS Lächeln von Ihrem Gesicht verscheucht? Ich habe mir schon ost ge­dacht, wie schön eS sein müßte, Sie heiter und vergnügt zu sehen, wie es doch eigentlich zu Ihrer Jugend paßte. Warum find Sie immer s» traurig, Fräulein? Darf ich eS nicht erfahren?"

Der junge Mann hatte hastig, wie athemlo« gesprochen, alS fürchte er, unterbrochen zu werden. Jetzt schwieg er und schaute voll Theilnahme dem Mädchen in Die thcänenden Augen. Doch als Marie nur den. Kopf schüttelte, fuhr er dring- licher fort: „ES mag Ihnen vielleicht eigenthüm-

p«f 3«lUf hi mit Zlnterhaltungs-Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung!'

Das goldene Kreuz.

Erzählung von Irene v. Hellmuth.

5) ------(Nachdruck verboten.)

Der Chef war den ganzen Tag itt einer be« jonbet« guten Laune gewesen und batte ihr ver­sichert, daß er ihr die Ungeschicklichkeit von neulich vollständig verziehen habe.

Daraufhin wagte sie sich schüchtern mit der Bitte um ein Darlehen heroor, und — e« wurde ihr bewilligt. Freudig bewegt klopfte ihr da« Herz bei dem Gedanken, daß sie nun bald wieder in dem Besitze ihre« schmerzlich vermißten Kleinod«, de« geliebten, goldenen Kreuze« sein würde. Nie­mals in ihrem Leben wollte sie sich wieder davon trennen, da« gelobte sie fich fest.

Zu Hause angekommen, schloß sie rasch die altmodische Komode auf, entnahm einem der Schubfächer ein kleines, rotheS Beutelchen, über- zählte den Inhalt, und nickte befriebigt, indem sie das heute empfangene Geld dazu rechnete: „Ja, — ja, — es reicht gerade au8.“

„Nun, fo eilig wollen Sie wieder fort, Mariechen, ich hörte Sie doch eben erst kommen?" ließ sich dir Stimme der alten Frau vernehmen, die bet Marie wohnte.

„Ich muß fort, ja Frau Peters," lächelte Marie ihrer mütterlichen Beschützerin zu, „aber gedulden Sie fich ein wenig, in einer kleinen halben Stunde bin ich wieder zurück, und dann wollen wir eS uns recht gemüthllch machen; Heizen Sie einstweilen den Ofen an, ja?"

fahren hätte aufrechterhalten wollen, fo hätten sie mit 58,900,000 Jk, berangezogen werde» müssen. Statt Deffen sollen jedoch 35,000,000 Jfc. mehr auf Anleihe genommen werden, um die finanziellen Schwierigkeiten der Bundesstaaten nicht zu verschärfen. Dieser Vorschlag dürfte auf Schwierigkeiten stoßen, die .Post' plaidirt bereits die volle Heranziehung, um die „Nothwendigkeit neuer Steuern" dringlicher zu machen. Unseres Erachtens ist jedoch der Vor. schlag der Verbündeten Regierungen nicht ohne Weiteres von der Hand zu > weisen, zumal eS sich zum Thell doch nur um eine vorüber­gehende Kalamität handelt, ähnlich wie solche auch im Jahre 1894 vorhanden war. Auch haben die Bundesstaate» diesmal ein gewiffeS Recht daraus, etwas schonend behandelt zu werden, nachdem sie in Folge der „leges Lieber" in den Jahren 1895—1899 auf fast 140 Milli« onen Ueberweisungen zu Gunsten Der Schulden­tilgung verzichtet haben.

st De» Iehlkelrag i« Preuße» wird neuerdings auf 80 Millionen Mark geschätzt. Eine Thatsache nach der andern tritt auf den Plan, um den Reichstag immer und immer wieder zu denkbar größter Sparsamkeit bei der Feststellung be« Etatsvoranschlages zu mahnen.

X Auudearath »«d Ketr-td-zoike. Die Meldung der ,Münchener Allgemeinen Zei> tutzg' von der Botschaft der Reichsregierung an die Konservativen, daß die Regierung auf keinen Fall in eine Erhöhung bet GetreibezöSe über die Tarifsätze des Entwurfes hinaus ein- willigen werbe, ist bereits wieber zum alten Ersen gewanbert. Sie stammte, wie daS Blatt nachträglich feststellt, nicht von ihrem stänbigen Berliner Mitarbeiter her. Nu» erscheinen tn mehreren Zeitungen gleichzeitig Meldungen ähn­lichen Jühattes. Eine davon, die ein Ber- liner Lokalblatt enthält, lautet wie folgt:

,'toie unS von vorzüglich unterrichteter „Seite mitgetheilt wirb, bürste der BunbeS- „rath unter keinen Umstänben sich „einer weiteren Erhöhung Der Getreibezölle „geneigt zeigen, als ber dem Reichstage vor­liegende Zolltarif sie vorsteht. Der von „den Vertretern ber Regierungen im Reich«- „tage eingenommene Gtanbpunkt wirb auch „fernerhin unbedingt festgehalten werben. „Darin herrscht unter allen Einzelregierungen „vollkommenes Einverstänbniß.

Das „unter keinen Umstänben" wirb schwerlich bie Sachlage ganz richtig kennzeichnen. Dl« Regierungen werbe» boch auf jeben Fall erf bie Verhanblungen in ber Kommission des Reichstages abwarten, bevor sie zu unabänder­lichen Beschlüffen fich zusammenthu», und man sollte meinen, sie sollten gerade jetzt deS alten Sprüchleins sich erinnern, daß man niemals „niemals" sagen soll. Dazu kommt, baß Reichskanzler Graf Bülow unb bie Staats­sekretäre Freiherr von Thielmann unb Graf Posadowski) sich augenscheinlich vollkommen planmäßig davor gehütet haben, bei ihren Reden tm Reichstage sich irgendwie auf einen bestimmten Getreidezollsatz festjulegen. Eine starke Mehrheit deS Centrums dürste — ganz abgesehen von den Mitgliedern der Rechten! — auf dem Standpunkte stehen, daß man, um

„Gewiß, gern, Kindchen I"

Marie stand schon draußen unb eilte leicht­füßig über die ausgetretenen Stufen vor dem Hause hinab unb bie Straße hinaus. Hochaus- athmend stand ft ? bald Darauf vor dem Händler, dem sie vor kurzer Zeit ihr Kreuz verkauft halte, und brachte ihr Anliegen vor.

Doch dieser zuckte die Achseln.

„Thut mir sehr leid, mein Fräulein, — aber baS Kreuz können Sie nicht mehr haben."

Marie war sehr erschrocken.

„Warum nicht?" schrie sie heftig auf.

„Sehr einfach, weil ich e« sqo» verkauft habe."

Das traf ste wie ein Schlag Dieser Ge- baute war ihr nie gekommen ! Daß sie auch nie baran gebucht hatte!"

„Unb an wen haben Sie daS Kreuz ver­kauft?"

Wiederum ein Achselzucken.

„Ich habe nicht nach Dem Namen des Käufer« 6 s „Also verloren — für immer verloren, o wie wehe mir da« thut!"

„Ich, ich war doch im Rechte, das Kreu war mein Eigenthüm, folglich konnte ich es ver­kaufen, wenn ich wollte," meinte der Händler gleichqiltig.

Marie wandte fich zum Gehen.

„So Dumm werd' ich doch nicht fein, da« Kreuz ohne Nutzen wieder herzugeben," murmelte der Alte, indem er hinter dem Mädchen die Thüre verschloß. „Damit will ich ein gute« Geschäft machen."

Zeitungsrebakteure ihre gemeinsamen Jntereffeu zu vertreten Haden."

-4- Sa Gode g-tz-tzt durch die Sozial­demokratie ! Vor einiger Zeit ging bie Nach­richt durch die Blätter, Hafenarbeiter in Amster- bam arbeiteten an einer geschloffenen Weigerung aller Hafenarbeiter in ben europäischen Häfen, britische Schiffs auSzulaben unb einzuladen. Man pries mit Recht bteses Beginnen als ei» edles und ideales; atme Arbeiter wollten auf einen Thell ihrer Einkünfte verzichten, um in naciu rückiicher Weise gegen die Unterdrückung ber Buren burch die Engländer zu protestiren. Man kann nicht sagen, ob die Bewegung zu dem erwün;chten Ziele geführt haben würde, wenn ste ihren ungestörten Verlaus genommen hätte. Jedenfalls bemächtigte sich ihrer in ihrem ersten Anfänge die Sozialdemo­kratie, und die unmittelbare Folge oavon war, daß alle Arbeitgeber ohne Aurnabme nichts mehr von der Sache wiffen wollten, als st« sahen, daß die Herren „Genoffen" sie in die Hand genom- men hatten. Jetzt veröffentlicht bw fojiatbemo» krattsche Zeitung ,Het Volk' in Amsterdam eine Erklärung, daß die Bewegung für bie Boykotti- rung englischer Handelsschiffe wegen der unge- nügenben Betheiligung bes Auslandes und Der Uneinigkeit unter den holländischen Arbeitern ein- gestellt fei.

x §«» Wahl im Wahlkreis- Wie»- vade« empfehlen das Centrum und die Kon­servativen ihren Palieifteunben, bei ber Stich­wahl ihre Stimmen für ben freisinnigen Kandi­daten Dr. C rüg er abzugeben. Nur der natio- nalliberale Wahlverein hat seinen Parteige­noffen mllgetheilt, baß er nicht für ben Äanblbaten be« Freisinn« eintreten könne. Nun sollen nur bie Nationalliberalen noch einmal behaupten, ba­ba« Csntrum im geheimen die Wahl eines Sozial- bemotraten begünstige! _

* Die Auswanderung in den ersten 11 Monaten be« laufenben Jahre« ist gegenüber bet gleichen Zeit be« Vorjahres in Hamburg von 84,527 auf 86 016, in Bremen von 88,729 auf 104,981 Personen gestiegen. Sie ist Damit mehr als doppelt so stark al8 im Jahre 1898. ______