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mit Anterhallungs-Belkage „Allustrirte Sonntags-Zeitung!'

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28. Jahr««»»

JukScr. Dienstag, den 10. Dezember 1901

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die Zahlung stehen. Der Hasse will die Meldung Beschimpfung

«ationalliberale Abgeordnete Dr. bei dieser Besprechung — wenn

abzuaeben.

O Aetzier««g ««d HeLreiöezösis. Ja der Münchener Fllgem. Ztg/ war berichtet worden von einer Botschaft der Regierung an die Konservativen: danach sollte die Re­gierung den Konservativen haben sagen lafftn, daß sie auf keinen Fall auf eine weitere Erhöhung der Getreidezölle fick einlaffen werde. Nach der übereinstimmenden Meldung der leitenden kon­servativen Blätter beruht die Meldung der »Allgem. Ztg/ augenscheinlich auf einem Jrrthum.

ft Ueber die Aorgänge in Wresche« bringt die oberoffiziöse »Nordd. Allgem. Zig.' eine sehr lange Darlegung, in der nachgewiesen werden soll, daß in Wreschen alles in Ordnung sei. Es soll darin bewiesen werden, daß der deutsche Religions­unterricht für die polnischen Kinder in der Ober­stufe der katholischen Volksschule in Wreschen durch­aus ordnungsgemäß war — womit aber noch lange nicht bewiesen wäre, daß auch die wüste Behandlung der Schulkinder am Platze war. D;e körperlichen Strafen sollen fich angeblich aber „in ganz mäßigen Grenzen bewegt haben." Alle vor» aufgegangenen Nachrichten oh" e Unterschied sagten genau das Gegentheil, und auch bei der Gerichts­verhandlung in Gnesen sprachen mehrere Zeugen von ganz übermäßig hohen Körperstrafen, so daß die Sache mit dieser einfachen Behauptung vom Gegentheil durchaus nicht abgethan sein kann. „Einige Kinder find so wett gegangen, ihre Mit­schüler, die sich der Anordnung des Lehrers füg­ten, beschimpft, geschlagen und mit Steinen ge­worfen zu haben.... ein Knabe hat fich in gemeinen Beschimpfungen gegen unser Herrscher. hauS vergangen rc. rc." — Soll das etwa die Antwort der Regierung auf die Inter, pellation des Fürst en Ra dzi will imRrichs. tage sein und diese letztere der Hauptfach« nach unbeantwortet bleiben?

0 Zoll auf gärtuerische Kezeuguisse. Nach einer vereinzelten Nachricht soll Reichs­kanzler Graf Bülow geneigt sein, einem höheren Schutzzoll für gärtnerische Er- zeugnisse zuzustimmrn. Aus unmittelbarer Quelle erfährt die .Deutsche Tageszeitung', daß die sächsische Regierung im Bundesrathe für Erhöhung bezw. Einführung gärtnerischer Schutzzölle eiiigetreten ist.

Deutsche» Kelch.

Berlin, 9. Dezember.

um Geld, — um Vorschuß, noch vor Schluß de» Geschäftes an ihn zu richten gedachte.

Ihre Gedanken kehrten immer wieder zu diesem Punkte zurück, sie sann und grübelte, wie sie ihr Anliegen am besten vorbringen könnte, und be­merkte dabei nicht, wie zwei Herren, ein älterer und ein jüngerer, schon einige Minuten warteten, bedient zu werden.

„Fräulein Marie," tönte die Stimme ihres Gebieters in unfreundlichem Tone an ihr Ohr, „wollen Sie vielleicht so gut sein und die Herr­schaften bedienen?"

Marie erschrak.

„Ja, — ja gewiß, — sofort!"

Der Chef kam näher und erkannte jetzt erst in dem alten Herrn mit der goldenen Brille feinen Freund.

„Ah," rief er überrascht, „Du hier, willst du schon so früh Einkäufe machen?"

„Allerdings, und zwar etwas ganz Beson­deres, ganz Feines! Du mußt nämlich wiffen, es gehört zu einem Hochzeitsgeschenk. Aber da- bei vergesse ich ganz. Dir hier meinen Sohn, meinen Robert oorzuftellen. Der Junge ist erst vor kurzem zurückgekehrt, hat eine große Reise gemacht, um fich von den Anstrengungen deS Staatsexamens zu erholen."

„Ah, freut mich, freut mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft zu machen!"

Die Herren schüttelten sich die Hände, dann wandte fich der junge Mann freundlich an Mari«: „Also, mein Fräulein, nun geht es ans Auswählen, bitte!"

Neidisch blickten de anderen Verkäuferinnen

0 Khamsterlai« «erd das derrtscheAeer. Einige Tage vor dem Beginne der Reichstags- Verhandlungen war angedeutet worden, daß Reichskanzler Graf Bülow bei der ersten Gelegenheit im Reichstage eine Antwort auf die Beschimpfungen des deutschen HeereS durch die Edinourger Rede des britischen Kolonial- ministers Chamberlain geben werde. DaS soll nun nach der Meldung einer Zeitungskorre- spondenz bei der Besprechung der am heutigen Montag abgesetzten Interpellation Arendt über der Veteranen-Beihilfen bevor«

zutrifft — die Chamberlain'sche zur Sprache bringen, und der Reichskanzler Graf Bülow will diese Ge­legenheit benützen, um die beabfichtigtMrklä U'.g

+ Deutsche Mroduahrnng *#b deutscher Durst. Im allgemeinen macht man sich keine richtige Vorstellung von dem Werthe des Brod- getreides, daS alljährlich in Deutschland auf- gegeffen, und von der Summe, die alljährlich in Deutschland vertrunken wird. Der Jahres- aufwand für Brodgetreide beträgt 1500 Millionen Mark; für Bier allein aber werden 2100 Millionen auSgegeben, außerdem für SBtin 800 und für Branntwein 600 Millionen Mark. Im ganzen werden 31/» Milliarden alljährlich in Deutschland vertrunken, was ohne Zweifel ein Mißverhältniß ist gegen den Aufwand für Brodgetreide. Wie viel könnte an den wirthschaftlichen Verhältnissen des deutschen Volkes verbessert werben, wenn es nach und nach gelange, nur allein den über­mäßigen Gebrauch alkoholischer Getränke eis» zuschränken. Und ein solches Volk, das 31/* Milliarden Mark jährlich vertrinkt, soll daran zu Grunde gehen, daß der Getreiöezoll ein wenig ei höht werden soll, wobei noch dazu nachgewiesen ist, daß dieser Getreidezoll wenig und keinen Einfluß ausübt auf den Brok preis. Die Leute vcm Brodwucher-Geschrei sollten etwas weniger anspruchsvoll sein in ihrer Spekulation auf die Leichtgläubigkeit der Menge und vorher erst ein wenig sorgfältiger die vorhandenen Thatsachen studiren, bevor sie ss unbegründete Verdächtigungen in die Welt sitzen.

HvstönnwzäHlnng it« Kreutzer:. Die im Staate vorgenommene Zählung der Obst« bäume hat ergeben, daß die Zahl der Obst­bäume sehr niedrig ist: es entfallen durck schnitt- lich auf den Kopf der Bevölkerung nur etwa 21/» Obstbäume, so daß auch der bescheidenste Obflverbrauch des Volkes dadurch nicht gedeckt wird. Man muß ja auch dabei bedenken, daß nicht alle ermittelten Bäume tragfähig find und ein Theil nicht alle Jahre Früchte trägt. Am zahlreichsten sind die Pflaumenbäume: sie machen 41,4 d. H aller Obstbäume aus; danach kommen der Reihe nach Apfelbäume mit 29,76 — Kirschbäume mit 15,29 und Birnbäume mit 13,55 v H. Ordnet man die Provinzen nach ihrem Reichthvme an Oöstbäumen, so erkält man nachstehende Reihenfolge: auf p ein mit Obst- bäumen bestandenes Gehöft oder Grundstück ohne Gehöft, oder Weg entfallen in der Pro­vinz Sachsen durchschnittlich 59,88 — Branden­burg 48 54 — Polen 38,07 — Hannover 36,40 — H-ffen-Naffau 35,84 — Schlesien 34,27 — Hohenzollern 34,11 — Westpreußen 31,18 — Pommern 30,75 — Rheinland 28,12 — Ost­preußen 27,84 — Westfalen 27,05 und Schles­wig Holstein 18.83 Obstbäume.

0 Der ««geöliche „Nvthfirmd" i« der N«piert»d»strie wird in merkwürdiger Weise beleuchtet durch die reichen Gewinne der Papier­fabriken. Während der sitzten Tage sind dafür einige weitere Beispiele geliefert worden: Die Arnsdorfer Papierfabrik F. Richter (A.-G.) schlägt sür 1901 eine Dividende von 10 v. H. vor gegen 8 v. H. im Vorjahre. Die Neußer Papier und Peraamertsabrik will 15 v. H. Dividende vertheilen. Die Kröllwitzer Aktien-Papierfabrik schließt mit einer Divi­dende von 18 v. H. ab — o die armen, be« dauernSwerthen Papierfabriken!

G Fonds«, 9. Dez. Die,$imet' meldet vom 7. d. MtS. aus Pretoria: Die Rem» mandoS von Botha find nach dem Nordosten und Süden versprengt. ES wurden häufig Angriffe auf die Eisenbahn gemacht. Die Buren zeigen das Bestreben, fich nordwärts zu ziehen, da ihr Operationsfeld durch die konse­quente Erweiterung deS Blcckyaussystems be­schränkt ist; es wird nothwendig sein, alle 600 oder 700 9)irb8 Blockhäuser zu bauen und sie miteinander durch Drahtgeflechte zu oer- auf Marie, die den sehr eleganten Henn be­dienen durfte. Sie standen wispernd beieinander und beobachteten Rodert, deffen Augen viel öfter an dem Gesicht des bleichen Mädchens, als an den osrgelegten Gegenständen hafteten. Er wählte schon lange herum und schien zu gar keinem Entschluß kommen zu können. Der alte Herr klopste ihm lachend auf die Schuller.

„Ich sehe schon, du findest kein Ende, Junge," sagte er. „Bitte, mein Fräulein, reichen Sie dochrinm al das Server zur näheren Besichtigung herüber, — nein, nein, — ich meine daS andere, — dort das geschliffene, — ja, — daS meine ich, — ein kleines Kunstwerk, wie es scheint!"

Marie war eben im Begriff, das Gewünschte herbeizuholen, als ihre Augen denen deS jungen Mannes begegneten, die mit dem Ausdruck un­verhohlener Bewunderung auf ihr hafteten. Dies verwirrte das ohnehin erregte Mädchen noch mehr.

„Fräulein Marie, um SotteSwillen, geben Sie doch acht!" hatte der Prinzipal noch ge­rufen, — doch zu spät, um das Unglück zu ver­hüten ! Ein Krachen und Klirren, — ein lauter Schrei,--die kunstvoll geschliffenen Gläser

lagen in Scherben zerschlagen am Boden umher, nur das silberne Tablet, auf dem sie gestanden, war noch ganz, das andere zersplittert, zer­brochen !

Mit entsetzten Blicken starrte Marie vor sich hin. Wie konnte nur solch'ein Unheil geschehen? Erst die zornbebende Stimme de« Geschäftsin­habers, der fich nicht mehr zu mäßigen vermochte, brachte sie wieder zur Besinnung.

„Ah, — das ist unerhört, so etwas ist mir noch nicht vorgekommc«! Schlägt daS theuere Service zusammen! Aber Sie sollen mir 6en Schaden schon «r setzen, — und dann, — roch eins, — Sie find entlüften, und zwar sogleich, — doch nein, erst müssen Sie bezahlen, ober, wenn Sie es nicht können, dann bleiben Sie so lange ohne Gehalt, biS alles aboetbient ist " —

Betäubt, verwirrt, keines Wortes mächtig, stand die also Gescholtene da. A"gstooll wanderten die großen Augen von Einem zum Andern. Gab eS beim kein Mitleid in diesem Streife? Sie fühlte sitzt thatsächlich de« Bob« wanken unter ihren Flheu. Nur der eine Ge­danke beherrschte sie ganz: Das Unglück würde fich fortan an ihre Fersen heften, und nicht ruhen und rasten, wb ste nimmer loSlaften. Und daran war sie selbst schuld, fie ganz allein! Warum hatte ste gestern ihr goldenes Kren, verkauft, warum hatte fie der Mutter Worte so gering geachtet! Und nun entschwand auch die Möglichkeit, da« Kleinod zurückkauftn zu können, denn j tzt durfte fie nicht einmal daran denken, auch noch Geld von dem erzürnten Chef zu verlangen, wo sie ihm so vicl fchulüig war. Er würde ste einfach auSlachen. Wenn ste hier entlüften wurde, — bis sie wieder eine neue Stelle fand, wie lange würde das bauern! Mangel und Noch mußten sich alsbald bet ihr einstellen.

Alle diese Gedanken tobten in ihrem Hirn, nur das eine hielt fie fest: Sie mußte wieder in den Besitz ihres KreuzeS kommen, und sollte fie — betteln gehen.

Aus dem Reichstage.

•»fr 108. Sitzung nein 9. Dezember.

Auf der Tagesordnung der heutigen (Montag) recht spärlich besuchten Sitzung steht zunächst die Interpellation deS sreikons. Abg. Tr. Arendt über die Zahlung der Beteranen-Beihilfen auf Grund des Gesetzes vom 1. Juli 1899.

Präsident Hraf Kalkestrem theilt mit, daß ihm kurz vor dem B ginne der Sitzung die Kunde von der plötzlichen Erkrankung des Herrn Schatzsekretärs an Influenza geworden sei. Der Schatzsekretär ist des­wegen außerstande, heute die Interpellation zu beart- wortrn. ,

Auf den Bsrfchlag des Präsidenten wird die Inter­pellation heute von der Tagesordnung abgesetzt. Ohne Debatte wird in dritter Lesung genehmigt die Verlegung der deutsch-österreichischen Grenze längs des PrzemsaflufteS. Sodann wird die erste Be- rathung der Zolltarif-Borlage fortgesetzt

Der natl Abg. Dr. Kenner bezeichne als ganz falsch die Behauptung, daß hier nur in die Taschen der Produzenten gearb-'tet werde, uno ferner als ganz falsch di« Art und Weise, so zu verfahren, als handele es sich hier um die Sätze deS Bsrtragstarifes, während es sich in Wirklichkeit doch um den Generallari, handele. Manche Zollsätze genügen dem Redner noch n cht. Bon der Eisenindustrie sagt er im GeaentheU, daß sie keine Zollerhöhungen brauche. Die Löhne und die Lebens­haltung der Arbeiter kennzeichnet Ser Redner als höher und besser, als in anderen Ländern; die Industrie würde darin auch gern noch mehr thun, wenn fie in diese Lage versetzt würde.

Abg. Dr. Koestcke-Kaiserslautern vom Bunde der Landwirthe wendet fich zunächst ge^en den freifinnigen Abg. Braeficke, der durch seine unfreiwillige Komik ein erheiterndes Moment in die Debatte gebracht habe. Die segensreichen Folgen der Handelsverträge werden vielfach in garz übertriebener Weise dargestellt, namentlich ist zu bestreiten, daß wir diesen Verträgen die Entwickelung unserer Ausfuhr zu verdanken haben. Die Entwickelung in unserer Industrie ist treibhauS- arttg gew.-sen und davon kommt die gegenwärtige Krise her, aber keineswegs von der Zolltarif-Borlage und von der Unsicherheit über die Fortdauer unserer Handelsverträge. Die gegenwärckge Vorlage verfällt in denselben Fehler, den man schon bei den Handels­verträgen vor zehn Jahren gemacht hat: die Industrie ist zu viel, die Landwrrtt schäft zu wenig bedacht. Gerstenzoll und Quebrachozoll müssen höher bcmefien werden. Tine Belastung der Verbraucher will man natürlich nicht durch oie Erhöhung der Gelreidezölle er­reichen, sondern nichts weiter alS einen Ausgleich der bisherigen Mindereinnahmen der Landwirthschäst. Wir stehen jetzt vor einem Entweder-Oder! Endlich muß einmal geschehen, waS nöthig ist. Sonst wollen wir lieber alle Zölle Wegfälle,, sehen, uvb bei dem Streben nach diesem Ziele wird uns hoffentlich die Linke zur Sette stehen. Bon der Regierung endlich hoffen wir, daß man von ihr später werde sagen können: im An­fan, e war daS Wort; das Ende war die That! (Lebh. Beifall rechts)

Der CentrumSabgeordnete Keck-Aichach spricht für die Vorlage, leider so leise, daß man auf der Tribüne nur einzelne abgerissene Worte verstehen kann.

Gegen 3*/« Uhr w rd ein Bertagungsantrag ange­nommen. Dienstag 1 Uhr: Polen - Inter­pellation.

Das goldene Kreuz.

Erzählung von Irene v. Hellmuth.

4) ------(Nachdruck verboten.)

Sonst hatte Marie vor bem Schlafengehen zu dem Kreuze aufblickend in frommer kindlicher Einfalt gebetet. Heute — fehlte das theure Z icheu, und sie meinte, nun auch nicht mehr fo andächtig wie sonst beten zu können. Sie nahm sich vor, am nächsten Morgen den zwar strengen, aber ein­sichtsvollen Chef um ein neues Darlehen angehen zu wollen. Er würbe es ihr gewiß nicht ver­sagen, und fie holte fich dann sofort das schmerz­lich vermißte, beweinte Andenken zurück.

Mit dieser Beruhigung schlief fie endlich ein.

Al» fie am anderen Morgen erwachte, war e« schon spät. Sie eilte so rasch al« möglich dem Geschäfte zu, bekam aber doch einen deutlichen Verweis von dem gerade anwesenden Herrn, daß dergleichen für die Zukunft vermieden werden müsse.

©(regte ste schon der Tadel heftig, so wurjK die» Gefühl noch verstärkt dmch die schadenfrohen Mienen der Anderen. Sie gönnten ihr ofteubflr die Zurechtweisung, da» sah man ihnen deutlich an. Denn da sich Marie von den mitunter etwa« leichtfertigen Maschen stet« fern hielt, galt fie al« stolz und hochfahrend und besaß wenig Sympathie.

Mit zitternden Händen bediente sie die bereit» anwesenden Kunden, um fich durch besonderen Fleiß die Gunst des gestrengen Pnnzipol» wieder zu erwerben, um so mehr, al» fie ja die Bitte

binden, um die Distrikte zu säubern; Block Häuser, die eine Meile von einander getrennt liegen, find machtlos. Die Buren nördlich bet Delagoalmie werben von ben Enal ändern nicht bk'äiigt und sind mit allem Röthigen versehen. Deroet befehligt 1000 Mann im Süden von Hsilbronn. — Der Gesammtberrag der Kosten d s südafrikanischen Krieges wird sich für England bis April 1902 auf 172617600 Pfund Sterling (31/« Milliarden Mark) belaufen. Unn dabei find 3'/, Milli­arden Mark nur die offiziell angegebenen Kosten, die Wirklichkeit stellt ste weit höher.

X Wie», 9. Dez. Der Statthalter von Tirol undVoralberg Graf Merveldt ist in ben Ruhestand getreten. Sein Nach­folger ist der DtationSchef im Ministerium des Innern Baron von Schwartzenau geworben.

0 Melgtad, 9. Dez. Serbien wird ein neue» Pr eßges etz erhalten. In diesem werden nur der König und die Königin, sowie deren Eltern und Kinder al« unverletzliche Mitglieder dc» königlichen Hause» bezeichnet.

* N-« N-r«, 9 Dez. Acht britische Trans- portbampfer sollen so schnell rote möglich mit Pferden und Mauleseln für Südafrika belade« werden. Britische Agenten durchreisen den Weste« der Vereinigten Staaten und machen die größte« Anstrengungen, um noch mehr Psirde aufzu­bringen. Man hält das in New-York für ein Zeichen, daß das Ende deS südafrikanischen Krieges ferner liegt, als die britlsche Regierung dies eivzugkstehen peroillt ist.

Dr. K. Weihnachtsbücherschau 1901.

VI.

(Nachdruck verboten.)

Der Verlagsanstalt Benziger & Co. i« Ein- siedeln, Walds Hut u. Köln gebührt das Verdienst, den weitesten katholischen deutschen Kreisen das volle Verständniß und Interesse für einen der berühmtesten lebenden Romanschriftsteller vermittelt zu haben. Heinrich Sienkiewicz hat heute einen Weltruf. Seine großartigen Erfolge beweisen, daß die christliche Grundrichtung eine» Romans, wenn eine geniale Kunst fie ausgestaltet, auch in unserer heutigen glaubensarmen Zeit Pionier-Dienste zu lechen ver­mag. Der große Roman, der den Namen Sienkiewicz in aller Mund gebracht hat, war „Qao vadis?" Der Meinungsstreit, der int katholischen Deutschland über diesen Roman entstand, betraf lediglich gewisse sinnlich schwüle Szenen, in denen der Verfasser da» entartete Rom und die heidnischen Weltanschauung mit krafter Realistik dem christlichen Lebensideal und den christlichen Sittlichkeitsbegriffen gegenüberstellte. Die Bedenken wandten sich gegen die ungekürzten Ausgaben des Romans. Die im Benziger'schen Ver­lage nun schon in achter Auflage erschienene ge­kürzte Ettling'r'sche Uebersetzung (2 Bände, reich illustrirt) darf als Familienlektüre für ein reifere» Alter mit gutem Gewissen empfohlen worden.

Der gleichfalls von Ettlin ger übertragene Roman „Die Familie Polaniecki" erschien in sechster Auflage. Mit Recht bezeichnete die Kritik denselben als eines der bedeutendsten Erzeugnisse der modernen polnischen Romanliteratur. In noch höherem Matze gebührt dies Lob dem großangelegten zweibändigen historischen Roman „Die Kreuzritter" mit 50 künstlerisch bedeutenden Original-Illustrationen von Schwormstadt). Dem ersten Bande, der bereits die 5. Auflage erlebte, ist nun der zweite gefolgt. (In