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28. JahrgMg.
IuLöa, Samstag, den 7. Dezember 1901
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• Ausbeuter und Ausgebeutete
Herr Bebel hat am Donnerstag ein Nebliger w Reichstage gethan. Ec hat ja zwar zur Sache nichts Anderes vorgebracht, als eine Sammlung von Redensarten, die alle ohne Ausnahme auch schon im Berliner sozialdemokratischen Crntralorgan gestanden haben. Aber er hat mit einem Ungestüm gesprochen, daS deutlich erkennen läßt, woraus es abgesehen war dabei: bisher ging es Herrn Bebel zu ruhig im Reichstage zu; er wollte eine andere Stimmung in die Debatte hineinbringen. Ob das dem verneinenden Standpunkte der Herren Bebel und Genossen förderlich sein wird, ist sehr die Frage. Man möchte eher annehmen, daß die Mitglieder der grundsätzlich bejahende» Mehr- heitSparteien dadurch am beste» aufgerüttelt und zu ganz besonders fleißigem Besuche deS ReichS- rages angehalten werden müßten.
Doch das nebenbei. Herr Bebel hat sich ein Schlagwort zurecht gelegt, das in seiner Klobig- kett und Unwahrhaftigkeit einzig dasteht. Er hat den Reichskanzler mit seinem Zolltarifen!- wurse alS den Vertreter der Ausbeuterer, sich selbst aber und die Herren Genosien als Der- treter der Ausgebeuteten bezeichnet, der „armen Arbeiter und ihrer hungernden Kinder". Jeder BolkLfreund wird niemals zugebev, daß den Ar- - - - ... , _
beitem ein Unrecht geschehe. Aber hier in diesem die Emsuhr minderwertyigen Fleisches aus dem Falle kann gar keine Rede davon sein. Umge- Auslande. Damals behaupt-te man, wir konnten kehrt würden alle Arbeiter, auch die Arbeiter ohne die Einfuhr fremden Fiei-qes gar nicht be- der Industrie, von einer erneuten Einführung'^-' —r ‘R «—'M*
des Freihandelssystems nach Bebel'fchem Rezepte in unliebsamster Weise in Mitleidenschaft gezogen werden. Gerade unter der Herrschaft des Freihandels bei unS in Deutschland, vor dem Jahre 1879, waren die Arbeitslöhne am allerniedrigsten; sie find während der danach erfolgten Schutzzollpolitik um etwa die Hälfte ihres damaligen Betrages in die Höhe gegangen. DaS allein widerlegt die falsche Beweisführung der Freihändler und der Sozialdemokraten gegen den Einfluß einer gesunden Schutzzollpolitik auf die LrbenS- verhältniffe der Arbeiter. Aber eS fehlt nicht an vielen anderen und ebenso zugkräftigen Wider
legungen.
Die Landwirthe haben eine ganze Reihe von Jahre» hindurch steigende Arbeitslöhne bei sinkenden Fruchtpreisen bezahle» müffen. Wie haben sie daS gemacht? Sie haben Schulden auf Schulden gehäuft. Das ist keine willkürliche Annahme der Schutzzollfreunde. Diese trübe Thatsache ist fest gelegt durch unanfechtbare, amtliche Ziffern. In Preuße» allein ist die hypothekarische Verschuldung des ländliche» Grundbesitzes in der Zeit do» 1888 bis 1898 um die ungeheure Summe von 2200 Millionen gestiegen, und zwar deswegen, weil die Erträge au- den angebauten Früchten sanken, die Arbeitslöhne aber fortgesetzt stiege». Und die landwirthschaft' lichen Gesammteinnahmen bleiben im Durchschnitte »ach der ganz zuverläsigen amtlichen Statistik
folgen? Die Industrie würde immer weniger an die Landwirthschaft absetzen können; sie würde ihren Betrieb immer mehr einschränken müffen; sie würde also, anstatt Arbeiter vom Lande an- zulocken, immer mehr Arbeiter entlasten müffen, und gleichzeitig würden die Arbeitslöhne sinken und nach und nach wieder so erbärmlich werden, wie sie vor 1879 waren. Die Arbeiter würden also den allergrößten Schaden haben von der künstlichen Erhaltung der Getreidepreise auf ihrem gegenwärtigen Tiefstände.
Herrn Bebel und Genosten müßte das kommen. Und was würde daraus für dieArbeiter
Und wie steht es mit den Viehzöllen? Es ist noch gar nicht lange her — es war nämlich bei der Berathung des Fleischbefchaugesetzes! — daß die Sozialdemokraten und Freisinnigen einen Höllenlärm anschlugen deswegen, weil unsere Grenzen einige Sicherung erhalten sollten gegen
von Ausgebeuteten spricht, dann mutz er, wenn er der Wahrheit die Ehre geben will, in den deutschen Bauern die Ausgebeuteten sehen. So allein ist eS richtig!
ES ist wahr: die Fletschpreise sind gestiegen. Aber die Preise, die für daS lebende Vieh dem Landwirthe gezahlt werden, nicht! Die Verkaufspreise für daS Schlachwieh sind sogar gefallen während der letzten fünf Jahre. Der Zwischenhandel hat den Nutzen davon, nicht der deutsche -dtturr. Und wenn Herr Bebel wieder einmal von Ausbeutern und
Erscheint täglich, $n. Ausnahmeder Sonn- und Feier« Lage. Bierteljährl.
Hesug-prri- ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und au8« LärtSlM.SOPf.
HanS war Künstler, aber nur aus Passion. Er brauchte nicht zu arbeiten, wenn et nicht wollte, da er mit SlückSgütern reich gesegnet wat. Mein Vater nannte ihn eines TageS einen vornehme» NichtSthuer, der u«ferm lieben Herrgott die Zeit abstiehlt, und HanS erklärte, diese Beleidigung niemals verzeihen zu können. Seine Liebe war nicht stark genug, um Stand zu halten. Da auch feine Eltern naturgemäß gegen unsere Serbin» düng waren, wandte er kurz entschlossen der Heimath den Rücken. Ich habe ihm damals bittere Thräneu nachgeweint. Mit der Zeit wurde ich ruhiger, und nach einigen Jahren, als Vater und Mutter mir gestorben waren, ent» schloß ich mich, einem braven Mann meine Hand zu reiche» fürs Leben. — Dein Vater, mein Kirch, — er war ein Ehrenmann! — Was konnte er dafür, daß er schon im ersten Jahre unserer Ehe zu kränkeln anfing, daß eS schlimmer und schlimmer wurde, so daß er nicht im Stande war, für Weib und Kind zu sorgen? — Nun ist er lange tobt!"
Dl» Kranke hätte wohl noch mehr gesprochen, doch Schwester Elisabeth wehrte Ihr mit sanftem Ton: „Lasten Sie eS für heute genug fein, es | möchte sonst zu viel werden."
Ei» eigeuthümlicheS Lächeln irrte um die schmalen Lippen der Leidenden, doch legte sie sich willig in die Kisten zurück und schloß die Augen. Marie saß still am Lager der Mutter, nur als sie daS goldene Kren, wieder an seinen alten Platz zurückbringen wollte, wehrte die Kranke leise: „Nein, — nein, — Kind, laß nur, — eS ist gut so." — —
I Dieser und tiefer sank Mariens Kops auf die
Deutsche« Keich.
Berlin, 6. Dezember.
4- fine Neuerung in »ex Kerichter stattnng SSer die cheneealvees-«mlnn- der Katholiken Aentschlauds ist mit diesem Jahre insofern eingetreten, als neben der offiziellen Ausgabe deS stenographischen Berichtes über die letzte Versammlung zu Osnabrück ein billigerer Auszug erschienen ist, der nur die in den öffentlichen Versammlungen gehaltenen Rede» und die Beschlüsse enthält. Dersetbr ist hrrausgegeben worden vom Verlage von Ferdinand Schöningh zu Osnabrück und führt den Trtel: „Reden und Beschlüsse der 48. General- Versammlung der Katholiken Deutschlands vom 25—29. August 1901". Das Schriftchen, daS 222 Seiten umfaßt, kostet 1 Mark und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Durch diese kleine Ausgabe des Berichtes ist ein lang gehegter Wunsch, auch weiteren Kreise» der weniger bemittelte» Katholiken die wichtigen und in« tereffanten Verhandlungen der Katholikentage zugänglich zu mache», erfüllt. Wenn auch die Preffe im allgemeinen ziemlich ausführlich Über die Verhandlungen berichtet hat, so geben diese doch kein vollständiges Bild. Dies wird erst ge- boten, wenn man die Reden ausführlich im Wortlaut und Zusammenhang vor sich hat. Die 48. Generalversammlung zu Osnabrück hat, wie deren Präfident, der Abg. Trimborn, ausdrücklich in seiner Schlußrede feststellte, ihre besondere Signatur erhalte» durch die auf derselben gehaltene» apologetischen Vorträge: diese dienten vornehmlich dazu, gegenüber den in letzter Zeit immer häufiger werdenden Angriffen aus die katholische Kirche, ihre Diener und Ein- richtunge», die Ehre und Würde derselben zu wahren. Von den dahinzielenden Rede» seien hier u. a. angeführt die Rede des Abgeordneten Bachem über die gegenwärtige Lage der Kirche in unfetem Vaterlande, diejenige deS Abg. Gröber über: Die eine, heilige katholische Kirche und deS Prof. Müller-Straßburg über den katholische» Glaube» u»o die katholische Weltanschauung, sowie die Schlußrede des Prä» fidenteu Abg. Trimborn. Alle diese Rede» enthalten eine' Fülle von Gedanken und Anregungen, welche in dem Kampfe gegen die Kirche als brauchbares Rüstzeug dienen können. Unter diesem Gesichtspunkte ist das Büchlein namentlich für die Katholiken, welche in der katholischen Bewegung stehen, unentbehrlich, aber auch in andere» Kreisen ist ihm die weiteste Verbleitung zu wünschen.
+ Kemssklav-ret i« Dentfch H-afrika. I Der ,Reichsanzeiger' veröffentlicht die neue Ver» I ordnung über die Haussklaverei in Deutsch- Ostafrika, die eine Vorbereitung sein soll zur gänzlichen Abschaffung derselben. Nach dem erste» Paragraphen kann durch Selbstoerkauf, । durch Verkauf seitens der Verwandten, durch
Brust herab; die Müdigkeit übermannte de» jungen Körper. „Geh zur Ruhe, Kindchen," mahnte die Schwester leise, „die Mutter schläft schon."
Noch einen Blick warf Marie auf die Schlummernde, dann suchte sie ihr Lager auf. Doch eine unerklärliche Bangigkeit ließ sie keine» rechten Schlummer finden. Alles war so still ringsum, kein Laut, kein To» zu vernehmen. Einmal stand sie auf, schlüpfte in die Pan- toffeln und schlich «ach dem Krankenzimmer. Trübe brannte die Lampe. Alles war ruhig. Die Schwester saß unbeweglich am Lager der Mutter. Minutenlang verharrte Marie aus der Schwelle und suchte mit angstvollem Blick die halbe Dämmerung zu durchdringen, die i» dem kleine» Raume herrschte. Dann kam sie mit leisen Tritten näher. . „
.Schläft meine Mutter noch?" flüsterte fie der treuen Pflegerin zu.
„Ja, ja, — geh' doch zur Ruhe, Kind!" — gab diese leise zurück.
Doch als der erste fahle Schimmer des hereinbrechenden Morgen- sich durch die kleinen Fenster stahl, da fiel er auf ein mild verklärtes Todtengeficht, das einen solch sanften Ausdruck zeigte, daß man merkte, die arme Dulderin war ohne Kampf hinübergeschlummert zu einem besseren Erwachen. Die starren Finger hielten noch immer da« goldene Kreuz fest umfaßt.
Ein Jahr war seitdem vergangen. Marie befand sich noch Immer in dem Wolff'schen Etablissement und wurde von ihrem Chef als tüchtige Verkäuferin geschätzt. Sie bewohnte auch noch
tffen würden, trat der Gedanke an mich heran: „Verkaufe daS Kreuz, — Du bekommst Geld dafür, viel Geld!" Aber immer wies ich solche I Versuchungen zurück und rettete mein Kleinod. Und gegessen Haden wir alle Tage. So mache eS auch Du, Marie! Ko r ml die Noth an Dich heran und mit ihr der Versucher — sei stark. Blicke auf das Kreuz! Wen» der Boden unter Deinen Füßen wankt, wenn alles um Dich zu sammenzuvrechen droht, wen» die Freunde treulos werden, die Menschen Dich kränken, Dich verleumde» und verlaffen, daß Du allein dastehst mit Deinem Kummer, bann' faß es fest. daS Kreuz, uub halte eS, — unb laß es nicht! Ein Segen strömt von ihm aus, ich habe es oft em» pfunden! Du weißt es, was mir dies Kreuz stets für ein Trost gewesen ist In schweren Tagen und bangen Nächte». Derjenige, der t8 mir einst schenkte in glücklicher Zeit, ahnte wohl Damals nicht, daß es mir eine solche Quelle deS Trostes werden würde. Er hat eS selbst gefertigt, — eS sollte nur als Zierde gelten, — doch mir war es mehr!"--
Solche und ähnliche Worte hatte die Mutter schon öfters zu Marie gesprochen, fie waren ihr nichts Neues. Nur wer derselben das überaus werthvolle Stück geschenkt hatte, darüber konnte die Tochter nie Näheres erfahren. Heute jedoch fing die Kranke von selbst davon zu erzählen an: „Wir hatten uns lieb, — Hans Walter und ich," sagte fie. „Wir gelobten unS Treue und fragten nicht viel nach der Meinung der Welt, die es durchaus nicht zugeben wollte, daß ein so reicher, angesehener und vornehmer Herr ein
I armes Mädchen, eine Näherin, heirathen wollte.
• | zu nicht weniger als 42,7 v. H. aus dem Verkaufe der angebauteu Früchte. Darüber herrschen vielfach falsche Anfichten, als ob die Einnahme aus den angebauten Ackerst üchten erheblich viel kleiner wäre. Nun laffe man einmal die Entwickelung der landwirihschaftlichen Derhältniffe so weiter gehe«: kommt man da nicht, muß man da nicht ganz unbedingt zu dem vollkommenen Ruin der deutschen Landwirthschaft kommen? Unbedingt! Die Landwirthschaft kann unmöglich von geborgtem Gelde ohne Ende die Arbeiterlöhne und die immer theurer werdenden Erzeugnisse der Industrie bezahle», ohne eines schönen Tages vollkommen vernichtet am Boden zu liegen. Nach
stehen; jetzt auf einmal aber ist alles umgekehrt In der freisinnigen und fozialdemoklat»schen Preffe. Jetzt sagt man: wozu eine Erhöhung der Viehzölle, da doch da« Inland von Jahr zu Jahr mehr Vieh hervorbringt? Daß die Beweisführung jener Preffe unzutreffend sein muß, geht aus diesem schroffen Widerspruche hervor zwischen ihrer Haltung damals unb ihre» Ausführungen von heute. Da« Berliner fozlaldemokratische Centralorgan stellt jetzt selbst fest, daß die deutsche Viehzucht jetzt für den Kopf der Bevölkerung 25 v. H. mehr Rindfleisch und doppelt so viel Schweinefleisch liefere, als »och vor 20 Jahren; aber eS über, sieht geflissentlich, woher das kommt! Wegen Seuchengesahr find die deutschen Grenzen zum größten Theile gegen die Einfuhr lebenden Viehes auS dem Auslande gesperrt; und nur unter solchen Umständen konnte die deutsche Viehzucht aufblühe». Wie nun, wenn diese Grenzsperren wieder fallen? Sann würde die deutsche Viehzucht mit einem Schlage vernichtet I fein, wenn bann nicht hinreichende Zölle da wären, um sie zu schützen!
Schulden oder sonstige Verpflichtungen sowie al» (Strafe für Ehebruch ein Sk.aoereiverhältniß nicht neu begründet werde». Jeder Haussklave kann sich loskaufen (§ 2). An zwei Tagen der Woche (§ 3) kann der Haussklave für sich selbst arbeite». Der Herr eine« HauSsklaven ist nach § 4 verpflichtet, den HauSsklaven im Atter und bei Krankheit zu unterhalten und zu pflegen. DaS Herrenrecht wird verwirkt (§ 6), wenn der , iert seine Pflicht gegen den HauSsklaven schwer verletzt. Zuwiderhandlunge» gegen diese Vor- chriften werden mit Geldstrafen bis zu 500 Rupien oder mit Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten bestraft.
4- Maßregeln gegen den Anaxchi-m»-. Vor einigen Tagen wurde berichtet, daß Deutschland und Rußland gemeinsame Akten an die Mächte gerichtet hätte», um über gemeinsame Maßnahme» iege» den Anarchismus mit einander tn Serbin« rung zu treten. Die Nachricht scheint den Ereig» niffen ein wenig vorausgeeilt zu sein; wenigsten- wird der diplomatisch-osfiziösen,Polit. Korresp.' aus London berichtet, daß dort diese Schriftstücke noch nicht vorliegen. Aber es ist nicht daran zu tweiseln, daß die Note kommt oder inzwischen vielleicht schon in Loudon eingetroffen ist. Die .Polit. Korresp/ schreibt weiter: „SS sprechen gegründete Anzeichen (!) dafür, daß be» Gefahren beS Anarchismus.... seitens bet betben genannten Mächte eine erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet werde. Die zwischen den beide» erwähnten Staaten in dieser Angelegenheit bestehende engere Fühlung, der auch das italienische Kabinet näher zu treten scheint, soll bereits zu einer freundschaftlichen Anregung der drei Mächte bei der eidgenössischen Regierung in Bern prallt« scheu Ausdruck gefunden haben." — Auch in de» Vereinigten Staaten von Nordamerika säugt man nunmehr an, mit Ernst sich mit der Anarchistenfrage zu beschäftigen; daS ist auch sehr nothwendig, denn gerade in Rordamenka befinde» sich die gesShrlichsten Brutstätten deS Anarchismus. Im Senate zu Washington hat man sich am Donnerstag mit dieser Frage beschäftigt unb badet ben sehr richtigen Gedanken ausgesprochen, bie internationale Höflichkeit verlange ein Vor- gehen ber Bereinigten Staaten, um zu verhindern, daß Verschwörungen gegen fremde Herrscher m ben Vereinigten Staaten angejettelt würden. ES sind von mehreren Senatoren bestimmte Anträge gestellt worden, die Sttafbestimmungen bis zu 20 Jahre» Gefängniß enthalten.
X M- N-ich«fch«ld. Der Entwurf be» Etats ber Reichsschuld für baS Jahre 1902 schließt mit einer Summe der fortdauernden Ausgaben von 93908058 SRI. gegen 88542500 Mk. im Vorjahre. Diese Zunahme ist in der Hauptsache auf die Verzinsung ber drriproz. ReichSschulb zurückzuführe».
X W-« »er Axk-ttvIostsK-tt ist am letzten Donnerstag in der sächsischen Zweite» Kammer verhandelt worden im Anschluffe an eine Interpellation, die die Konservativen über diesen Gegenstand eingebracht hatten. Da« Ergebniß ■ dieser Besprechung kann dahin zusammen gefaßt ; werden, daß von einer allgemeine» und starken , Nothlage im Königreiche Sachsen nicht die Rede i sein kann. Außerdem kündigte der Finanzminister
perantn^li^J?*jhj<Uh lu LM«. mit Nnterhattungs -Meilage ,§Mljlrirte Sonntags-Zeitung/ "pettt-M« (twvmouW.
Inserate: Di» einspaltige Petit«
M y Hj| ■ H ■ m ■ WW Kamen die Petit-
K-1X11 HU «ä? wird entsprechend, V V V V T Rabatt gewährt.
Das goldme Kreuz.
Erzählung von Irene v. Hellmuth.
2) ------(Nachdruck verboten.)
Es war ein werthoolleS Stück und nur Künstlerhände konnte» es gefertigt haben. Die lebenswahre Figur des Erlösers war in Elfenbein ausgeführt unb erwies sich bei näherer Be-1 trachtung alS eine wundervolle Arbeit. Marie hatte, bem Verlangen ber Mutter gehorchend, baS Kreuz von ber Wand genommen unb es ihr in die zitternden Hände gelegt. Unb nun betrachteten fie zusammen bas borngekrönte Haupt des WetterlöserS, bas wie in unendlicher Liebe und Milde erstrahlende Angeficht deS große» Dulder», übet baS doch wieder ein Hauch tiefen, bitteren Schmerzes gebreitet schien. DaS Alles war so wunderbar unb ergreifend zum Ausdruck gebracht, daß eS dem Beschauer klar «erden mußte: Wer daS geschaffen, war ein «irklicher Künstler.
„Marie," begann die Kranke »ach einer langen Pause, „Du darfst daS Kreuz nicht von Dir geben, wie eS auch kommen mag. Es war in all den bangen Stunde», bie ich schon durchlebte, immer mein Trost, meine Hoffnung! Es «ab mir Muth unb Kraft, bie Schickungen, bie Aübsal gebulbig zu ertragen; benn er, — der hier am Kreuze — hat taufenbmal mehr ««litten! Was ist unser kleiner Schmerz gegen fein großes, unsägliches Leiden! Oft in ben •oeiten der schwersten Roth, wenn ich nicht wußte, was unb ob wir den folgenden Tag