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Meiitn "‘"f FS» di« Keöattion J»f. Sae«, fil* Inserat« 3. Parzelle» in Fulda.

mit Zlnterhaltungs -Meilage „Ill'ukrirte Sonntags-Zeitung" •" pMwfi Qi., nunU.

M 280

U Erstes

JjSte Sozialdemokratie in Gewerbe­gerichten und Stadtvertretungen.

Daß die Sozialdemokratie nirgends leichter sich einristet in allerhand Vertretungen, als dort, wo bisher der politisch^ Freisinn am Ruder war, weiß man. Städte wie Berlin, BreSlau, Nürnberg und andere mehr beweisen daS. Namentlich auch Thüringen ist reich an solchen Beispielen. Noch vor gar nicht langer Zeit hatten in Thüringen nur einige ausge­sprochene Fabrtkflädte Sozialdemokraten im Ge« meinderath; jetzt haben die Genosien auch Vertreter in dem Gemeinderathe vieler Dörfer. Die bürgerliche Demokratie hat vorgearbeittt. 'Die Sozialdemokratie erntet nun von dem herr­lich vorbereiteten Acker. Bei den Wahlen zum Gewerbegerichte in Eisenach find neulich in den beiden Klaffen nur Sozialdemokraten gewählt worden, für die Arbeitgeber genau ebenso, wie für die Arbeiter; und genau dasselbe Er- rigniß ist zu verzeichnen aus einer anderen Stadt, in der der Freisinn bisher die Herr- schäft hatte: Aus Görlitz. Wie in Eisenach, so find jüngst auch dort aus den Gewerbe« gerichtSwahlen nur Sozialdemokraten hervor« gegangen!

Jitereffant dabei sind indeffen nicht nur bisse Thatsachen. Fast noch intereffanter ist eS, -zu beobachten, mit welcher bewunderungswerthen Gelenkigkeit die Herren Genoffen sich über alle ihre Grundsätze hiawegsitz;«, wenn sie nur da­mit einige Erfolge für sich einheimsen können. Bisher hat man Loch allgemein geglaubt, die Verhältnißwahl schwebe den Sozialdemokraten als Ideal vor. Wo noch bisher von Wahl­systemen gesprochen worden ist, sind die Sozial­demokraten, wenn sie dabei mitzureden hatten, immer für Verhältnißwahlen eingetreten; das Proportionalsystem bilde, so hörte man immer, für alle Wahlen ein« der ersten Forderungen des sozialdemokratische« Parteiprogramms! DaS ist aber wieder einmal nur gut für die Theorie und für solche Fälle, in denen die Sozialdemokratie einen Vortheil davon er­hofft, weil sie sich in der Minderheit befindet. Sobald aber die Herren Genoffen das Heft in «Händen haben, ändert fich das Bild. Bei den Wahlen für das Berliner Gewerbegericht liegen die Dinge leider auch so. Nun ist nach der sozialdemokratischen Theorie von anderer Seite der Vorschlag gemacht worden, für diese Wahlen das Proporttonalsystem einzuführen; aber da ist man schön angekommen bei den Berliner Genoffen. Sie denken gar nicht daran, die Theorie ihrer Partei anzuerkennen, sondern stellen fich so feind­lich wie möglich diesem Vorschläge gegenüber. Jetzt haben sie das Recht der Macht, jetzt haben sie die Alleinherrschaft dabei, und nun sollen sie ihre Lehre anerkennen, die ihnen in diesem Einzel« falle schädlich werden müßte? Nimmermehr! Sie find die beati poseidentes, die glücklichen

Das goldene Kreuz.

Erzählung von Irene v. Hellmuth.

------ (Nachdruck verboten.)

I.

Das große Wolff'sche Kaufhaus wurde eben 'geschloffen, die schweren eisernen Rollläden raffelten langsam herab, die Lichter in den weiten Ber- kaufsräumen wurden gelöscht und die Thüren sorgsam vcriperrt. Lebhaft plaudernd traten die zahlreichen Bediensteten des berühmten Etabliffe- ments auf die Straße heraus. Es wehte ein scharfer Nordost und die jungen Verkäuferinnen hüllten sich unter Lachen und Scherzen fester in Tücher und Mäntel ein, oder schloffen sich reihen­weise fest aneinander, um sich auf diese Art etwa» «arm zu halten. Man konnte e« den geplagten Geschöpfen ansehen, sie waren froh, den staubigen, schlecht gelüfteten Geschäftsräumen entronnen zu sein, um nach des Tages Mühe und Arbeit Ruhe -u finden.

Arm in Arm wanderten zwei Mädchen hinter den Reihen der anderen her; sie waren beide noch sehr jung, kaum dem KtndeSalter entwachsen, und mußten sich von den älteren Kolleginnen manche Reckerei gefallen lassen, deshalb gingen sie stet» miteinander, und vermieden eS, sich den Andern anzuschließeu.

„Marie," begann plötzlich da« eine der Mädchen, „ich darf jetzt die Tanzstunde besuchen, kommst Du mit?"

Die Angeredete schüttelte mit leisem Seufzer 'den blonden Kopf, während ein herber Ausdruck

Iuköa, Freitag, bett 6. Dezember 1901.

28. Jahrgang.

Besitzer der Herrschaft, und sie pfeifen auf alle ihre Lehren, wenn diese einmal zu ihrem Schaden auf sie selbst angewandt werden sollen. Der kapitalistischen Gesellschaft machen sie immerund immer wieder den Vorwurf, daß sie nach dem schlimmen Grundsätze verfahre: sei im Besitze, und du bist im Rechte — den meistentheilS un« berechtigten Vorwurf. Aber sie sind die Ersten, die im umgekehrten Falle mit schroffer Herrsch­sucht und Unduldsamkeit wirklich nach diesem bösen Grundsätze handeln.

Und das ist nun eigentlich ein Glück, denn diese Untugenden, die dir Sozialdemokratie fast immer da herauskehrt, wo sie zur Herrschaft gelangt, gereichen ihr in den allermeisten Fällen zum eigenen Unglück. Man weiß es aus französischen Bei-pielen, daß sozialdemokratische Mehrheiten in städtischen Körperschaften schnell abwirtdschaften; im Pariser Gemeinderathe ist es den Genossen auch so ergangen. Und ähn­liche Erfahrungen hat man auch schon in Deutschland machen können, obwohl die Zeit, solche Beobachtungen anzustellen, noch vergleichs­weise kurz ist — nämlich in den vorhin erwähnten thüringischen Ländern. In der Stadt Gera und in deren Vororten Pforte», Zwötzen und Debschwitz hatten die Sozial­demokraten die Mehrheit in den kommunalen Vertretungen — hatten sie, haben sie aber schon nicht mehr. In Gera haben die Genoffen von 14 Kandidaten für den Gemeinderath bei den letzten Wahlen nur einen einzige» durchgebracht. In Apolda wurde auch nur ein Sozialdemokrat gewählt, obwohl seine Partei vorher die Mehr­heit in der städtischen Vertretung hatte, und in Arnstadt, Gotha, Weimar und Jena haben die Sozialdemokraten zuletzt nicht einen einzigen der Ihrigen durchbringen können. (Sen au so ging eS in den vorher genannten Vororten von Gera: die Sozialdemokraten sind aus deren Gemeinde« räthen, in denen sie es sich schon so bequem ge- macht hatten, wieder mit bestem Erfolge hinaus­gewählt worden.

Es ist also kein gar so großes Unglück, wen« hier und da einmal einige Sozialdemokraten in kommunale und ähnliche Körperschaften gelangen. Die Wähler lernen dann aus Erfahrung die sozialdemokratische Thätigkeit kennen und schätzen, und die Sckätzung fällt dann meistentheilS so auS, daß die Sozialdemokraten schnell genug wieder abwirthschafte». Umgekehrt ist eS aber auch kein Unglück, wenn nämlich trotz eines erheblichen BruchtheilS der Bevölkerung, der der Sozialdemo­kratie folgt, diese gar nicht in städtischen Ver­tretungen ihre Sprecher hat. Was die Sozial­demokratie will, oder zu wollen vorgibt, weiß man auch so; und wenn nun die bürgerlichen Vertreter ein warmes Herz haben und auch be­tätige« für den kleinen Ma»n und Arbeiter, dann verlangen diese gewöhnlich auch gar nichts Anderes. Aber eine volksfreundliche Politik ist dazu natürlich unerläßlich nathwendig.

Deutsches Keich«

Berlin, 5. Dezember.

+ Deutschland und die ^olen. Den Un­ruhen in Galizien sind lärmende Straßenauftritte auf dem schmalen, aber liebreizenden Gesicht er­schien.

„So was ist nicht für mich, Trude," entgegnete ste wehmüthig und schlug die Augen zu Boden, um der Freundin die hervorbrechenden Thränen zu verbergen. „Du weißt ja," fuhr sie nach einer kleinen Pause fort, daß meine arme Mutter immer sehr leidend ist; mein Verdienst wandert zum großen Theil in die Apotheke und zum Doktor. Wo bliebe da noch Geld für Vergnügungen, schöne Kleider und all das theure Zeug, das die Andern haben! Ich darf an so etwas schon gar nicht denken. Immer Arbeit, Entbehrungen, Klagen! Das ist mein Loor,--ich habe es nicht an­

ders gekannt seit meiner frühesten Kindheit. Als mein Vater damals nach langer, schmerzhafter Krankheit gestorben war, fing schon unsere Roth an. Wir besaßen fast nicht» mehr, weil das jahre­lange Leiden alles verschlungen hatte. Und so ist es geblieben. Frohsinn und Lustbarkeit find un- unbekannte Dinge. Ich weiß nicht, was ich ver­brochen habe, daß es mir so schlecht geht. Wenn meine Mutter nicht ein so große», unbegrenzte», durch nichts zu erschütterndes Vertrauen zum lieben Herrgott hätte, wenn sie es durch ihre Zuverfi^ nicht verstände, mich immer wieder aufzurichteH ich glaube, ich wäre längst verzweifelt! Aber sie findet stets die rechten Worte, mein unzuftiedeneS Herz zu beruhigen, mich zu trösten und die Hoff­nung auf eine bessere Zukunft in mit zu erwecken. Und fie, die arme Dulderin, die jahrelang a« das Krankenbett gefeffelt ist, muß mich junges, dummes Sing noch aufmuntern, mir Muth zu­sprechen, während es eigentlich umgekehrt sein sollte! Weißt Du, da schäme ich mich manchmal

deutschfeindlicher Art nun auch in Warschau gefolgt. Auch dort waren e« polnische Studenten, die vor dem deutschen Konsulat Lärm machten, aber noch weiter gingen, al» ihre Kommilitonen in Lemberg: fie rissen das Konsulatsschild herunter und vernichteten es, schändeten damit also ein deutsches Hoheitszeichen, und bewarfen da» Erd­geschoß des Hause«, in dem die Amtsräume fich befinden, mit Steinen. Rach einer Viertelstunde erschien bewaffnete Macht und vertrieb die Ruhe­störer. Man wird sich schwerlich irren in der Annahme, daß die Berliner Regierung diesen Vor­gängen mit außerordentlicher Ruhe zusteht, um so mehr, als die österreichische und die russische Re­gierung sich schwer hüten werden, irgend etwa» zu thun, das auch nur entfernt so aussehen könnte wie eine Vorschubleistung. Die deutschen Bot­schafter in Wien und Petersburg haben deswegen mit den entsprechenden Ministern Rücksprache ge­nommen und Aufklärungen erhalten, mit denen sie zufrieden sein konnten. Aber ohne Zweifel leisten alle diejenigen Leute, die in Krakau, Lemberg, Warschau und anderwärts sich zu Kundaebnngeu gegen deutsche Konsulate verleiten lasten, den Polen in Preußen keine guten Dienste. Auch wenn man die Vorgänge in Wreschen und das darauf- hinergangene Gerichtsurtheil in Gnesen nicht billigen kann, empfindet man als Deutscher ganz ausgesprochenes Unbehagen bei diesen Kund­gebungen, und zwar deswegen um so mehr, al» sie theilweise eine Spitze hervorkehren gegen die Gruppicung der Staaten und gegen das freund- liche Verhältniß, da» zwischen den Dreibundstaaten herrscht. Wa» au» der beabsichtigten polnischen Interpellation im Reichstage werden wird, ist augenblicklich noch ungewiß. Die Polen, die nur über 14 Mitglieder im Reichstage verfügen, brauchen noch 16 Unterschriften und hatten fich deswegen in erster Reihe an da» Centrum ge­wandt. Aber an der Interpellation in ihrem ur­sprünglichen Wortlaute wollte sich da» Centrum nicht betheiligen. Eine solche Betheiligung ist viel­mehr von entsprechender Aenderung de« Wort­laute» der Interpellation abhängig gemacht worden.

G Ireitzerr vor» Münch, einmal kurze Zeit Muglieo de» Reichstages und in dieser Eigenschaft Vater vieler geradezu unglaublicher Rüren, sollte in eine staatliche Irrenanstalt in Württemberg gebracht werden. Der Verwaltungs­gerichtshof in Stuttgart hat feine Beschwerde dagegen abgewiesen. Herr von Münch ist nun inzwischen Preuße geworden und hat in Preußen ein Erkenntniß des Sinnes erzielt, daß er geistig gesund sei und nicht in eine Irrenanstalt gehöre. Wegen deS Freiherrn besteht also zwischen beiden Bundesstaaten eine MeinuntzSverschieden' heil, die einiger Maßen heiterer Art und schwer« lich angethan ist, grimmige Fehden hervorzurufen. Aber neugierig darf man fein darauf, wie diese Münchiade enden werde!

* Aie Ehescheidung de» grotzherzogkich- tzesstschen Hfaares soll durch einen besonderen Senat deS Darmstädter Oberlandesgerichts, bei dem der Großherzog Recht nehmen will, ausge­sprochen werden. Dadurch würde jeder Schein vermieden, daß besondere Dinge zu verheimlichen seien. Die Tochter deS fürstlichen PaareS,

recht sehr. Ich bin doch gesund, habe meine graben Glieder, ist daS nicht genug, um sich dessen freuen za können?"

„Weißt Du «sch etwas?" fragte die Freun­din dagegen.

„Nun?" klang e» neugierig zurück.

„Du hast vergessen, daß Du hübsch bist — ja sogar sehr hübsch. Du brauchst deswegen nicht ungeduldig zu werden, eS ist so," fügte die Freun­din mit Nachdruck hinzu, als Marie heftig deren Arm loSlies, „ich wollte all' Deine Noth gern ertrugen, wenn ich fo hübsch wäre wie Du, wenn die Leute mich bewunderten — wenn —" sie stockte plötzlich und blickte ihre Begleiterin schel­misch von der Seite an, — „eigentlich sollte ich eS Dir gar nicht sagen. Du wirst sonst am Ende gar zu eitel werden."

„Schnell, schnell — waS weißt Du?" drängte Marie lächelnd.

„Ich habe heute etwas gehört," begann Trude sehr langsam, um die Neugierde der Freundm noch mehr zu reize», „etwa-, das Dich.angeht."--

„Aber erzähle doch!"

„Du hast wahrscheinlich auch den alten Herrn mit der goldenen Brille und dem schöne« schnee­weißen Haar bemerkt?"

Als Marie nickte, fuhr Trude fort: „Der ist anscheinend ein Freund von unserem C)ef; denn er kommt öfters in'S Geschäft, ohne etwas zu kaufen. Heute fragte er unfern Herrn: „Sag' mrl, wer ifl denn die Kleine dort mit dem blon­den Kopfe? Solche Haare und Augen steht man doch wirklich selten." Dabei deutete er nach Dir und schaute D:ch so bewundernd an, daß ich ordentlich neidisch wurde. „Die Schönheit der

Prinzessin Elisabeth, dürfte der »Köln. Ztg.' zu­folge während ihrer Kinderzeit bei threr Mutter bleibe», wird aber selbstverständlich auch einen Theil des Jahres bei ihrem Vater verweile«, der mit großer Siebe an seiner Tochter hängt. So­bald die Prinzessin erwachse« ist, wird ste jeden­falls am hiesigen Hofe die Stellung erhalten, die ihr als einer hessische« Prinzessin zukommt.

• Stattlicher Mist. In der sozialdemo­kratischen Partei gibt es eine vertrauliche „An­weisung für sozialdemokratische Redner"; und in dieser Anweisung kommt folgende Stelle vor:

„In dem Centralorgan (nämlich im .Vorwärts') „findet der Agitator auch die Reden der sozial- „demokratischen Abgeordneten ausführlich wieder- „gegeben, die er nach Form und Inhalt fich „zum Muster zu nehmen hat . . . Die glän- „zendsten Leistungen Eugen Richter'- erscheinen „neben ihnen wie da» Häuflein bräunlichen „Mistes hinter der Stallthüre des Häusler- „neben dem stattlichen Düngerhaufen „eines großen Bauernhofes . . ."

Eine treffliche Selbsteinschätzung der sozialdemo­kratischen Reden. Sollte damit da» gemeint sei«, waS man mit unter „Schafsmist" zu nenne« pflegt?

* Keine Iriedettsvermittelnug! Von Neuem haben sich leider die Zweifel an der Wahrheit der Berichte über erneut bevorstehende Vermittelungen zwischen den Buren und den Eng­ländern al» berechtigt erwiesen. In Brüssel hat eine Berathung von Burenführern stattgefunden, und man ist dabei zu dem Ergebnisse gelangt, daß alle Verhandlungen über Frieden oder Waffen­stillstand unmöglich seien, so lange Milner Ober- kommiffar in Südafrika sei. Dre Burenführer find der Ansicht, daß die Buren noch für fünf Jahre mit Waffen und Munition versehen feien.

+ Aenlrnm und Knud der KandwirtHe. Das Organ des Bundes der Landwirthe be­schwert sich darüber, daß in Crntrumsblätter« der Ausspruch einer konservativen Führers ge­bührend gewürdigt worden ist, nach welchem die konservative Partei und der Bund der Land­wirt he ein und das nämliche find. Die »Deutsche Tageszeitung' bedauert diese Redewendung als eine, die „zu Mißverständnisse« Anlaß geben koaUe. allerdings nur, wenn man von vornher­ein geneigt war, mißzuverstehen". Sollte diese Geneigtheit auf Seiten der „Bundesregierung" vorliegen, so ist daS freilich wahr Dahingegen find alle übrigen Menschen außer Stande, Herrn v. Manteuffel mißzuverstehen, wenn er nach dem Berichte der .Kreuzzeitung' (Nr. 537 vom 15. November) auf der Versammlung deS „Konser­vativen Vereins der Provinz Brandenburg" er» klärt hat, der Bund der Landwirthe sei nach seiner Auffassung „ein integrirender Theil der konservativen Fraktion — oder auch umgekehrt." Die.Deutsche Tageszeitung' verlegt das We,eu und die Bedeutung des Bunde- in daS „Stehen über den Parteien". Sie sagt damit nichts Neue-. Der Bund will herrschen, will alle Parteien beherrsche», will der Tod jeder selbständigen Parteipolitik fein. Dazu ist er ge­gründet und zu diesem Ziele strebt seine bisheriie Entwickelung. Da« weiß jeder halbwegs Unter­richtete. Gerade darum bekämpfe» wir den Bund

Kleinen ist es eigentlich nicht, die mich feffelt,“ sagte er weiter, „obwohl e- nicht geleugnet wer­den kann, daß da» Mädchen reizend ist, aber diese Augen muß ich irgendwo schon einmal gesehen haben, wen» ich rur wüßte wann und wo, wenn ich fie ansehe, fällt mir immer meine--"

„DasWeitere konnte ich nicht verstehen." fuhr Trude eifrig fort, „ab:r sag', Marie, wie findest Du das, wenn man so bewundert wird?"

„Es ist mir auch schon aufgefallen, daß der alte Herr mich so anstarrt, manchmal schien eS mir sogar, al- wollte er mich ansprechen."

Beiden letzten Worten blieb Marie vor einem kleinen, unansehnlichen Hause stehen, drückte ihrer Begleiterin die Hand und grüßte flüchtig: „Gute Nacht, Trude, ich muß zur Mutter!"

Gleich darauf schlüpfte ste durch die enge, nur angelehnte Hausthür und trat ohne Zögern in ein zwar dürftig, aber sehr sauber auS,ehende- Stübchen, wo eine blaffe Frau auf einem arm­selige« Lager ruhte. Die kleine, trübe brennende Lampe, welche auf dem Tische stand, erhellte da- Zimmer nur uothdürftig, so daß die Ecken im Dunkel blieben. Am Fußende des Bettes faß eine barmherzige Schwester, über deren sanftes, madon­nenhaftes Gesicht beim Eintritte des jungen Mäd­chen- ein leises Lächeln huschte.

„Sie sinv noch hier, Schwester Slifabety?" fragte Marie, sichtlich erfreut; „wie gut Sie find und wie wohl eS mir thui, meine Mutter so tren und sorgsam verpflegt zu wiffen!"

Die Angeredete nickte dem Mädchen zu: „Ich werde die Nacht über hier bleiben, mein Kind, damit Du ruhig schlafen kannst."

„Guten Abend, Mütterchen," wandte die Ein»